Die Schuhmeile und den Ortskern miteinander verknüpfen.

HAUENSTEIN. Mit Konsequenz und mit eigenen Vorschlägen begleitet und verfolgt Klaus Winnwa das Vorhaben, die Schuhmeile und den Ortskern miteinander zu verknüpfen.

Zuletzt hatte er in der Einwohnerfragstunde der Ratssitzung im Mai nachgefragt, wie denn der Sachstand einer attraktiveren Anbindung des Ortskerns an die Schuhmeile sei: „Da wird seit Jahren drüber gesprochen, aber es bewegt sich nichts“, hatte Winnwa festgestellt. Der Ortschef hatte bestätigt: „Wir treten da tatsächlich auf der Stelle.“ Es gebe genügend Ideen, die sich aber auch aus finanziellen Gründen nicht umsetzen ließen. Hinderlich sei auch, dass künstlerische Akzente, die man setzen wolle, nicht förderfähig seien.

Nun hat Winnwa in seinem Garten einen eigenen, und, wie er sagt, preiswerten Vorschlag umgesetzt, um den weiten Weg vom hinunter ins Dorf mit ein paar Hinguckern zu drapieren: Aus Dachlatten und Hasendraht bastelte er das Grundgerüst für einen Schuh, den er mit Kunstleder überzog und mit Petunien bepflanzte. „Das lässt sich sicher professioneller machen. Mein Vorschlag soll nicht mehr als ein Beitrag sein, um die Diskussion erneut zu beleben“, sagt der 83-Jährige, der ein Berufsleben lang in der Schuhbranche beschäftigt war. (ran)




Ausbau der Bahnhofstraße unter Vollsperrung

HAUENSTEIN. Die Arbeiten zum Ausbau der L495, der Bahnhofstraße, zwischen Zimmerberg und Christkönigskirche beginnen, wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mitteilte, „voraussichtlich“ am 18. September. Der Auftrag, der den kompletten Rückbau der alten Asphaltschicht und deren Erneuerung über den gesamten Streckenzug sowie den Austausch der Rinnenanlage beinhaltet, wurde zum Angebotspreis von 430.000 Euro an die Firma Eurovia vergeben.

Es ist eine zweifellos knifflige Geschichte, die da auf Hauenstein zukommt. Denn der Ausbau muss unter Vollsperrung durchgeführt werden und passiert die Engstelle im Felsen, die einzige Verbindung zwischen „altem“ Ort und Ortsteil „Hinter dem Felsen“, wo mit Penny und Netto zwei Discounter liegen. Einen weiteren Knackpunkt in der Ausführung gibt es in der Bahnhofstraße: Dort muss die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes immer erreichbar sein.

Wie der LBM mitteilt, habe man die Arbeiten in drei Bauabschnitte aufgeteilt, „um die Belastung der Anlieger zu verringern“. Man beginnt zunächst auf dem Abschnitt zwischen Christkönigskirche und Rettungswache. Für diese Strecke ist eine Dauer von „circa“ drei Wochen vorgesehen. Anschließend wird voraussichtlich zwei Wochen lang zwischen Rettungswache und Pirminiusstraße gearbeitet, ehe dann zwischen Felsen und Pirminiusstraße jener Abschnitt abgegangen wird, der für ebenfalls circa drei Wochen die größten Eingriffe in den innerörtlichen Verkehr nach sich zieht.

Während bei den beiden ersten Abschnitten die Baustelle relativ problemlos innerörtlich umgangen werden kann, ist beim dritten Abschnitt die direkte Verbindung zwischen den Ortsteilen gekappt. Wer aus dem Ort beispielsweise in die Kita St. Hedwig, zur Schuhmeile oder zu den Discountern Penny und Netto, wer vom Ortsteil Hinter dem Felsen zum Arzt oder zur Apotheke im Ort gelangen will, muss weite Wege fahren: Die Verbindung der beiden Ortsteile kann nur über die B10, über Wilgartswiesen und den Tunnel im Zuge der K38 erfolgen. Der überörtliche Verkehr wird über die B10, über Wilgartswiesen und Spirkelbach (K 56 und K54) zurück auf die L495 geleitet und erreicht Hauenstein dann über die Weißenburger Straße.

Wenn der Bauzeitenplan eingehalten werden kann, dann beginnen die Arbeiten an diesem sensiblen dritten Abschnitt am 23. Oktober. Und dann wird es vor allen Dingen eng, was die Nahversorgung angeht. Denn: Der Edeka-Markt, der einzige Lebensmittel-Markt im alten Ort, ist derzeit und bleibt bis 23. November geschlossen. Wer also einkaufen will, muss zu Penny oder Netto hinter den Felsen, muss also den Umweg über Wilgartswiesen und die B10 in Kauf nehmen. „Dann kann ich ja gleich nach Annweiler fahren“, das könnte eine Reaktion mancher Hauensteiner auf die missliche Situation sein.

Für die Anlieger der Bahnhofstraße gibt es während der gesamten Bauzeit weitere Unannehmlichkeiten: Wie der LBM mitteilt, ist während der Bauzeit in den jeweiligen Abschnitten die Ein- und Ausfahrt zu den angrenzenden Grundstücken nicht möglich. In Fahrzeuge der Anlieger müssen in den umliegenden Gemeindestraßen geparkt werden. Die Anwesen sind aber über die Fußwege jederzeit erreichbar. (ran)




Gemeinsame Wander- und Radwanderkarte für die Urlaubsregion Hauenstein und das Trifelsland Annweiler

HAUENSTEIN. In dritter Auflage ist jetzt eine gemeinsame Wander- und Radwanderkarte für die Urlaubsregion Hauenstein und für das Trifelsland Annweiler erschienen. Die großformatige Karte wurde, wie Sonja Spieß vom Hauensteiner Tourist-Info-Zentrum (TIZ) mitteilte, „umfassend aktualisiert und um die neuen Angeboten ergänzt“.

Trotz Navis und trotz kostenloser Geoinformationen im Web erfreut sich die herkömmliche Karte im klassischen Wandermaßstab von 1:25.000 nach wie vor großer Beliebtheit“, weiß die Touristikerin aus vielen Gesprächen im TIZ. Die Karte, die aufgefaltet eine Fläche von 138 auf 97 Zentimeter füllt und als Leporello auf rucksack- oder taschengerechte 12 mal 24 Zentimeter reduziert werden kann, umfasst ein Gebiet, das im Westen bis Hinterweidenthal und Merzalben und im Osten bis Edenkoben reicht und im Süden das Wandergebiet bis in die Höhe von Vorderweidenthal und im Norden bis Johanniskreuz abdeckt.. Es zeigt damit beispielsweise auch Wander- und Radwege im Dahner Felsenland und rund um Edenkoben und Maikammer.

Eine Neuauflage sei deshalb notwendig geworden, weil sich das Wanderangebot der Urlaubsregionen „insgesamt an Qualität sehr zugenommen“ habe, was auch im Kartenbild visualisiert werden musste. Dabei sei es „nicht so einfachgewesen, die vielen neu kreierten Wanderwege so darzustellen, dass die Übersichtlichkeit erhalten blieb“, sagte Sonja Spieß.

Die Legende, in der alle Radtouren und Wanderwege nach den jeweiligen Urlaubsregionen und ihrer Länge aufgelistet sind, bietet einen guten Gesamtüberblick für Radler und Wanderer und kann eine Entscheidungshilfe für die nächste Tour auf zwei Rädern oder auf Schusters Rappen sein. Die Karte ist zum Preis von 6,90 Euro im Tourist-Info-Zentrum Pfälzerwald, Schuhmeile 1, 76846 Hauenstein erhältlich. (ran)

 




Das neue Wort für Schuhe …

HAUENSTEIN. Sneaker – das ist für hippe junge Menschen das neue Wort für Schuhe. Sneaker, nichts als Sneaker gibt’s bei „Fortytree“, dem neuen Shop in der Hauernsteiner ShoeCity, den Philipp Seibel eröffnet hat. Und der junge Unternehmer hält in dem Schuhdorf ein großstädtisches Angebot jener angesagten Treter vor, die die Schuhkultur einer ganzen Generation prägen.

Bei „Fortytree“ sind Sneaker der Marken Adidas, Nike, Reebok, Puma, New Balance und Asics zu haben. 500 verschiedene Modelle werden in der Boutique präsentiert, darunter auch Modelle, die die Hersteller nur in limitierter Auflage produzieren und die so zu begehrten Sammlerstücken werden. 10.000 Paare hält man auf Lager vor.

Dabei erwartet den Kunden in dem Laden, der mit nachhaltiger LED-Technologie ausgeleuchtet wird und für dessen aufwendige Gestaltung mit den Naturmaterialien Moos, Rinde und Sandstein die Hinterweidenthaler Schreinerei Oberle verantwortlich zeichnete, ein Einkaufserlebnis mit Entertainmentfaktor: Er kann seinen Sneaker-Favoriten abscannen und an einem besonderen Terminal eine Vielzahl von Informationen zu dem Modell abrufen: nicht nur über den Preis und die Verfügbarkeit am Lager, sondern auch zum Designer des Modells und zur „Story“ des Schuhs.

Mit „Fortytree“ wolle man, so Philipp Seibel, der das Projekt mit Unterstützung von Carl-August Seibel realisierte, ein Ausrufezeichen auch für die gesamte Schuhmeile setzen, auch einen Hotspot bieten für jugendliches, modebewusstes Publikum, das eher Onlineshop-affin ist, wobei sich Seibel sicher ist, dass sich Online-Geschäft und stationärer Handel nicht gegenseitig behindern, sondern zusammen bestehen können: „Man muss es nur richtig machen!“, sagte er.

„Fortytree“ ist im oberen Stockwerk der ShoeCity zu finden. Zwei Vollzeit- und drei Teilzeitkräfte sind an Werktagen von 10 bis 18.30 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr für die Kunden da. Ab Montag ist der Onlineshop unter www.Fortytree.de zu erreichen. (ran)




Hauensteiner Schuhmuseum verzeichnet annähernd 30.000 Besucher

HAUENSTEIN. „Sehr, sehr zufrieden“ zeigt sich Willy Schächter, als Stiftungsvorstandsvorsitzender Leiter des Hauensteiner Schuhmuseums, mit dem zurückliegenden Jahr 2016. Grund zum zufriedenen Resümee hat der Museumsleiter: „Mit mehr als 25.000 zahlenden Besuchern konnten wir die Besucherzahl aus dem Jahr 2015 um mehr als 3.500 Zahlende steigern“, sagte er mit Blick auf „das beste Ergebnis seit 2011“.

Die Besucherresonanz sei umso erfreulicher, weil viele Museen im vergangenen Jahr einen Besucherrückgang von teilweise zehn Prozent zu verkraften hatten. Zähle man die Besucher bei freiem Eintritt–bei Aktionstagen, bei der Jubiläumsveranstaltung im September 2016, beim Fabrik-Seniorentreff oder Vernissagen etwa- hinzu, erreiche man eine Frequenz von annähernd 30.000 Besuchern. Die Besucherresonanz sei auch dem engagierten Museumsteam und den „begeisterten Museumsführern“ zu verdanken: „Auf sie ist Verlass und sie sind auch zur Stelle, wenn an Heiligabend oder Silvester noch Gruppen ins Museum kommen wollen!“

Dass dieses „ausgezeichnete Ergebnis“ zustande gekommen sei, basiere auf einer effektiven Marketingarbeit. Es sei in den vergangenen Jahren „zusammen mit dem Team“ gelungen, auf „kostensparende Weise möglichst viele Besuchergruppen und Multiplikatoren“ ins Museum zu holen: „Die mediale Aufmerksamkeit für unser Museum hatte zur Folge, dass in den letzten anderthalb Jahren rund 25 überregionale Radio- und Fernsehberichte aus und über das Museum informiert haben“, sagt Schächter. Marketing und pädagogischer Ansatz des Museums haben dazu geführt, dass auch rund 3.000 Kindern mit ihren Lehrern den Weg ins Museum fanden: „Wir gingen in die Schulen, die Schulen kamen zu uns“, nennt der Museumsleiter eine Erfolgsformel.

Eine weitere Facette dabei sind die Sonderausstellungen, die das Museum anbietet – mittlerweile sind es annähernd 80 große und kleine Ausstellungen, die in den Räumlichkeiten des Museums stattfanden: Zuletzt sorgte die von einer externen Kuratorin verantwortete „Knopf im Ohr“-Ausstellung“ für große Resonanz. Im nächsten Jahr sollen Werke des berühmten Elsässer Künstlers Tomi Ungerer und von Thomas Nast, dem aus Landau stammenden Erfinder des „Santa Claus“, gezeigt werden, eine „bestimmt außergewöhnliche Ausstellung“, wie Schächter prognostiziert.

Zum Zurücklehnen freilich sei kein Anlass: Um die Zukunftsfähigkeit des Museums zu erhalten, stehe als „Jahrzehntprojekt“ eine „ganzheitliche museumsdidaktische Erneuerung“ an. Sie werde unter Einbeziehung des Teams und der Museumsführer maßgeblich vorbereitet und begleitet von Bettina Scheeder, der Geschäftsführerin des rheinland-pfälzischen Museumsverbandes, die dem Stiftungsrat das Konzept der Umgestaltung vorstellen wird. Sie werde Geld kosten: „Aber wir werden nur so viel investieren, wie wir auch verkraften können“, sagt Schächter und teilt mit, dass für das Vorhaben bereits die „erkleckliche Zuwendung von 100.000 Euro“ von einer regionalen Stiftung zugesagt wurde.

Die Spende von 10.000 Euro, die der Rheinpfalz-Journalist Stephan Pieroth dem Museum zukommen ließ, solle im Einvernehmen mit dem Spender, dem Urenkel früherer Hauensteiner Schuhfabrikanten, verwendet werden, um dem weltgrößten Wanderschuh zu einer besseren Unterkunft zu verhelfen. Der Schuh war eine Spende des Unternehmens Schuh-Marke und wird derzeit –mehr schlecht als recht- auf einem Anhänger präsentiert.

Auch die finanzielle Entwicklung stelle sich positiv dar, so Schächter: Aus dem Jahr 2016 habe sich ein leicht positives Ergebnis ergeben, sodass der Verlustvortrag, der noch aus hohen Ausgaben bei dem Ausbau des Dachgeschoßes 2011 resultiert, zurückgefahren werden konnte. Auch für 2017 erreiche man im Saldo „das selbst gesteckte Ziel der schwarzen Null“, sagte Schächter und verwies auch darauf, dass seit 1996 rund 800.000 Euro investiert wurden, ohne Kredite aufnehmen zu müssen.

Was die Finanzen angeht, will Schächter einen Vorschlag Theo Wieders in einen „konkreten Diskurs“ einbringen. Der Bezirkstagsvorsitzende hatte beim Museumsjubiläum im vergangenen Jahr einen „Schuhpfennig“ ins Gespräch gebracht, der für jedes in Hauenstein verkaufte Paar Schuhe erhoben werden soll und der, so Schächter, der „gesamten Hauensteiner Schuhkultur zufließen soll, einschließlich der Anliegen und Ideen der Schuhmeile. Das kann uns gelingen, wenn wir es gut angehen“, merkt Schächter an und verweist auf Erfolg versprechende Gespräche mit „Protagonisten aus der Schuhwelt“. (ran)