Spielplatz in der Schuhmeile eingeweiht

HAUENSTEIN. Ganz ohne politische „Prominenz“ und ohne lange Reden, dafür mit vielen, vielen Kindern wurde am Mittwoch der Platz an der Ecke Industrie-/Bergstraße „eingeweiht“, der der in der Schuhmeile als Ort zum Verweilen, als Treffpunkt und als Spielplatz dienen soll. 262.000 Euro wurden in das Gelände investiert, das im Rahmen der Bemühungen um eine Steigerung der Attraktivität der Schuhmeile gestaltet wurde und früher einen Baustoffhandel beherbergte,  dann lange brach lag und zuletzt als eher ungeordneter Parkplatz diente.

Eingeladen zur Eröffnung waren Kinder aus mehreren Klassen der Hauensteiner Grundschule, die vor allem den Spielplatz und dessen diverse Spielgeräte belagerten und ganz offensichtlich gut fanden: „Voll cool“, meinte die zehnjährige Geraldine, „schön gebaut“, befand die neunjährige Beatrice und Selina fand „alles ganz toll“, während sich Lilo vor allem über die Seilnetzpyramide begeisterte, die von den Kindern von der Basis bis in die über acht Meter hohe Spitze dicht belagert wurde. Mina fand die Rutsche, die in eine Böschung integriert ist und über einen „Kletterbaum“ erreichbar ist, „ganz schön: Wir sind zu dritt nebeneinander runtergerutscht. Das macht Spaß.“

Ganz offensichtlich wenig Spaß an der neuen Einrichtung hat indes ein Schuhhändler von vis-à-vis, der vor den vielen Kindern sehr lautstark und nicht sehr sachlich seine Kritik an dem neuen Platz vortrug. Parkplätze –vor allem für Busse- wären ihm offenbar lieber gewesen. Sein Auftritt blieb ein eher unangenehmes Intermezzo in einer ansonsten so lockeren Veranstaltung.

Dass die Kinder die „Ehre“ –wie es Ortsbürgermeister Bernhard Rödig- hatten, das Gelände „einzuweihen“,  hat folgenden Hintergrund: Spontan hatte der Ortschef Grundschulkinder, die ihm in der Klasse selbst gekelterten Apfelsaft brachten, Pläne der möglichen Spielgeräte für den Platz gezeigt. Sie hätten die Pläne so interessiert betrachtet und kommentiert, dass sie –nächster Schritt- auch in der Schule ausgehängt wurden. Und aus einer Reihe von Möglichkeiten  entschieden sich dann die Kinder mehrheitlich für die Seilnetzpyramide, die von der Hinterweidenthaler Firma Seibel geliefert wurden.

Neben Rutschbahn und Seilnetzpyramide wurde der Platz auch mit Ruhebänken, Gabionen, Fahrradständern, einem Trinkwasserspender und Sandsteinquadern, die in die Böschung eingebaut sind und die weitere Aktionsmöglichkeiten bieten, möbliert. Der vordere Bereich zur Industriestraße hin, der mit Pollern von der Straße  abgetrennt wird, wurde mit Braun-Mix-Pflaster befestigt. Dieser Raum dient –so der Ansatz- den Funktionen Treffpunkt, Aufenthalt, Information und Verweilen. Hier sollen noch  Info-Tafeln, historische Bilder und Werbung für die Gastronomie im Ort möglich sein.

Der obere Teil des Geländes zur Bergstraße hin, der rund 460 Quadratmeter groß ist, wurde als  Schotterrasenfläche angelegt und ist durch einen grünen Gürtel vom Platz abgetrennt. Dort werden auch Altglascontainer platziert. Die Gesamtmaßnahme wird im Zuge des Rahmenplans „Schuhmeile“ mit einer Quote von 75 Prozent öffentlich gefördert. Für die Gemeinde bleiben rund 66.000 Euro zu finanzieren.

Im Einzelnen waren für den Rückbau des ehemaligen Gebäudes und des Geländes 35.000 Euro aufzuwenden, die sogenannten Landschaftsbauarbeiten kosteten 160.000 Euro, die Seilnetzpyramide schlug mit 26.000 Euro zu Buche. Elektroarbeiten wurden mit 5.000 Euro abgerechnet und für die Planung und Bauüberwachung waren 37.000 Euro zu überweisen. (ran)




Attraktivitätssteigerung der Schuhmeile

Foto: Der Platz an der Kreuzung Industriestraße/Bergstraße wird im Zuge der Attraktivitätssteigerung der Schuhmeile gestaltet und nimmt bereits Gestalt an. In der Sitzung vergab der Rat den Auftrag für eine Seilnetzpyramide, die in der runden Fläche im Zentrum des Platzes installiert wird. (ran)

HAUENSTEIN. Erneut befasste sich der Rat der Ortsgemeinde Hauenstein mit der Schuhmeile: Diesmal ging es zunächst um die für das Jahr 2018 zur Verfügung stehenden Fördermittel und deren Verwendung, es ging um die 2019 noch  anzugehenden Maßnahmen und es ging –last not least- um eine Auftragsvergabe für ein Spielgerät für den Platz an der Kreuzung Industrie-/Höhenstraße.

Ortschef Bernhard Rödig teilte –ohne Zahlen zu nennen- zunächst mit, dass sämtliche Kosten, die bereits für diese Platzgestaltung verausgabt oder beauftragt sind, mit dem letzten Mittelabruf  der ADD vorgelegt worden seien. Auch alle Kosten, die im Zusammenhang mit der geplanten Videowall stehen, seien ebenso wie die förderfähigen Ausgaben für das Schuhmodell, das unter anderem die B10-Einfahrt zieren soll, „fristgerecht der ADD zur Prüfung und Auszahlung“ vorgelegt worden.

Mit diesen Auskünften zeigten sich weder Michael Zimmermann (CDU) noch Manfred Seibel (Grüne) einverstanden. „Wir hatten um eine klare Aufstellung jener Mittel für 2018 gebeten, die für die beschlossenen Maßnahmen ausgegeben wurden. Und darüber hinaus wollten wir wissen, welche der zugesagten Fördermittel ins ,Nirvana‘ verfallen“, kritisierte Zimmermann den Ortschef. Und Manfred Seibel forderte ein „Update der ursprünglichen Tabelle: Was ist wofür ausgegeben, was ist verfallen? Und was machen wir nach dem Jahreswechsel?“ Genau das hatten Zimmermann und Seibel bereits in der Ratssitzung am 07. November beantragt.

Für das Jahr 2019 stehen, so wurde mitgeteilt, Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro zur Verfügung. Zusammen mit dem gemeindlichen Anteil von 130.000 Euro könnten also noch einmal 530.000 Euro investiert werden, um die Attraktivität der Schuhmeile zu erhöhen. Folgt man der Sitzungsvorlage, sollen damit ein „Tor“ als „Merkzeichen“ am Felsendurchbruch, eventuell die fußläufige Verbindung von der Industriestraße Nord (Schuh Merkel) über eine Treppenanlage zur ShoeCity realisiert und das Großspielgerät für den Platz in der Industriestraße finanziert werden: Wegen des verspäteten Beschlusses konnte das Spielgerät nicht mehr in den Fördertopf 2018 einbezogen werden.

Auf der to-do-Liste 2019 steht auch Verbindungsweg Schuhmeile/Dorf: Hier war ursprünglich vorgesehen, dass dem Rat planerische Unterlagen bereits im September vorliegen sollten. Das ist bisher nicht geschehen. Jetzt sollen die gestalterischen Überlegungen des Büros „Stadtgespräch“ aus Kaiserslautern den Ratsmitgliedern noch vor der Januarsitzung zugänglich gemacht werden.

Stefan Kölsch (Grüne) forderte, für die Maßnahmen 2019 „sehr frühzeitig in die Gänge zu kommen. Denn bisher sind wir noch keinen Schritt weiter“. Und Markus Meyer (CDU) fragte nach, an wen sich der Appell aus der Sitzungsvorlage, die „beabsichtigten Maßnahmen unbedingt zu forcieren“ richte: Der Rat können nicht gemeint sein, denn der habe alles getan, um bei den Maßnahmen „Gas zu geben“. Eine Antwort auf Meyers Frage gab Rödig nicht.

Unter einem eigenen Tagesordnungspunkt diskutierte der Rat über die Auftragsvergabe für das Großspielgerät, das auf dem Platz in der Industriestraße, wo derzeit die Arbeiten laufen, installiert werden soll: Nach einer vom Ortschef durchgeführten Befragung unter Grundschülern soll dort eine Seilnetzpyramide mit einer Gesamthöhe von 8,15 Metern installiert werden.

Strittig war hier nicht das rund 26.000 Euro teure Gerät selbst, sondern die Frage, ob als Fallschutz Sand oder ein fugenloser Kunststoffbelag aufgebracht werden sollte. Kunststoff würde Mehrkosten in Höhe von rund 17.500 Euro verursachen, zöge dafür aber weniger Wartungsaufwand nach sich. Gegen eine Sandauflage wurden Hygiene- und Sauberkeitsargumente vorgebracht. Gegen den Kunststoffbelag sprach sich vor allem Markus Keller (Grüne) aus „Noch mehr Kunststoff ist abzulehnen, dagegen bietet Sand kleineren Kindern auch Spielmöglichkeiten.“). Der Rat entschied sich schließlich mit knapper 6:5 Mehrheit dafür, als Fallschutz Sand aufbringen zu lassen. (ran)




Die neue E-Bike-Ladestation am Tourist-Informations-Zentrum

HAUENSTEIN. Als Einrichtung, die sowohl dem Umweltschutz als auch dem Tourismus und den Einheimischen dient, werteten Bürgermeister Werner Kölsch und Stefan Paulisch von der Pfalzwerke AG die neue E-Bike-Ladestation, die sie gemeinsam am Tourist-Informations-Zentrum (TIZ) in Betrieb nahmen.

An der Anlage können gleichzeitig die Akkus von sechs Pedelecs aufgeladen werde, Die Ladebuchsen befinden sich in abschließbaren Boxen, in denen der Biker neben Ladegerät und Akku auch weitere Utensilien unterbringen kann. Die Pfalzwerke spendierten drei der Boxen, auf Kosten der Verbandsgemeinde, die dafür 2.500 Euro investierte, wurde die Anlage auf sechs Boxen erweitert.

Die Akkus können an den Boxen kostenfrei geladen werden, wobei die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Tourist-Informations-Zentrum den Strom liefert. Runde zwei Stunden dauert es, bis ein erschöpfter Akku wieder aufgeladen ist und Kraft für die nächste Etappe gezogen hat, Zeit für die Radtouristen, das überreiche Angebot der Schuhmeile zu studieren oder sich im TIZ Tourenvorschläge und Tipps zu holen .

Die Kosten der Fundamentierungsarbeiten und des Abstellplatzes für die Pedelecs hatte die Verbandsgemeinde übernommen, die Pfalzwerke AG hatte die Installation der Ladestation besorgt. Insgesamt kostete die Anlage 10.000 Euro. Wie Sonja Spieß, die Leiterin des TIZ, berichtete, werde die Anlage bereits rege genutzt, manchmal auch von mehreren Mitgliedern einer Radler-Gruppe zugleich. Sie könne feststellen, dass der E-Bike-Tourismus ebenso wie der Radtourismus insgesamt rasant wachse. Viele Nachfragen bezögen sich explizit auf das touristische Angebot für Biker, das ja mit dem MTB-Park Pfälzerwald und dem Radwegenetz der Südwest- und Südpfalz einiges zu bieten hat.  (ran)




Zurück zum alten Festplatz

HAUENSTEIN. Da hat es sich der Frühling gerade noch einmal überlegt, hat nach einem verregneten Sonntagvormittag die Wolken aufreißen lassen und einen blau-weißen Himmel hingezaubert, der dem Hauensteiner Frühlingsfest einen passenden Rahmen gab. Auch der „neue“ alte Platz trug zum Gelingen bei.

Höhepunkt des Festes war ein bunter Umzug der Kinder aus den beiden Kitas und der Grundschule, die mit farbenfrohen Ballons, zum Teil mit Sommertagsstecken, mit geschmückten Fahrrädern und anderen „Fahrzeugen“ und mit frühlingshaftem Kopfschmuck von der Marienschule zum Lorenz-Wingerter-Platz zogen. Begleitet wurde der farbenfrohe  Zug vom Musikverein, der bekannte Frühlingsweisen intonierte.

Zur Sache: Die Platzdiskussion

Seit die örtlichen Feste –auch Kerwe oder der Weihnachtsmarkt- auf dem Johann-Naab-Platz stattfinden, gibt es die Diskussion um diesem Festplatz, mit dem die Hauensteiner „fremdeln“.Deshalb kehrte man heuer zum „alten“ Festplatz zurück, um zu sehen, ob der Rathausplatz dem Fest und den Schaustellern eine bessere Frequenz bescheren würde. Besuch und der Umsatz seien „deutlich besser als auf dem Johann-Naab-Platz, den die Leute einfach nicht angenommen haben“, war am Montag die Schaustellerfamilie Christ aus Lemberg zufrieden, die die Gemeinde zu einem Wechsel des Standorts gedrängt hatte.

Ortsbürgermeister Bernhard Rödig stellte am Montag fest, dass zum guten Besuch sicher auch die Organisation der Ausgabe der Sommertagsbrezel und der Freifahrtscheine beigetragen habe, weil deren Platzierung die Kinder und ihre Eltern „automatisch auf den Festplatz weiter leiteten“. Dort sei „alles enger zusammen gerückt und das vermittelt den Eindruck, dass was los ist“, meinte Rödig.

Auch habe die OG in diesem Jahr 500 Fahr-Gutscheine gekauft, die in der Schuhmeile beim Einkauf ausgegeben wurden, um auch von dort Besucher auf den Platz zu locken. „Das ist nach Aussage des Betreibers auch teilweise gelungen“, berichtete der Ortschef. Offen sei noch, ob der Vertag von der Schaustellerfamilie verlängert werde.

„So, wie es aussieht, wird der obere Rathausplatz auch künftig als ,Kerweplatz‘ genutzt werden“, stellte Rödig fest. Eine Rückkehr von Keschde- und Weihnachtsmarkt dorthin sei allerdings wohl nicht möglich, weil dort für diese beiden großen und aufwendigen Feste die Infrastruktur nicht ausreiche. (ran)

Auf dem Platz im Dorfzentrum, auf den nach Jahren auf dem Johann-Naab-Platz die Willkommensfeier für den Frühling zurückgekehrt war, gestalteten dann die Grundschulkinder vor vielen Zuhörern ein Programm mit Liedern, Gedichten und Flötenstücken, das Konrektorin Susanne Münch moderierte, das von ungezählten Smartphones aufgezeichnet und mit viel Beifall aufgenommen wurde.

Zum Schluss gab’s das „Luftballonlied“ und nach einem Countdown ließen die Kinder –begleitet von der Musik des Musikvereins- die rund 250 Ballons mit selbst gestalteten Kärtchen in den sonnigen Himmel steigen. Und das war dann erneut ein imposant farbenfrohes Bild. Für alle, deren Kärtchen über die Post zurück nach Hauenstein finden, wird’s kleine Preise geben.

Nach dem mit viel Beifall aufgenommenen Programm spendierte der Förderverein des THW den Kindern eine Sommertagsbrezel, von der Gemeinde gab’s Freifahrtscheine für die Fahrgeschäfte, die in diesem Jahr wieder auf dem alten Platz vor dem Rathaus aufgebaute waren: „Dieser Platz hat einfach eine andere Atmosphäre als der Platz vor dem Bürgerhaus“, war eine immer wieder gehörte Meinung.

Nach dem Umzug füllte sich der Festplatz, Buden und Fahrgeschäfte waren umlagert.  Auch das Festzelt, wo der Förderverein der Feuerwehr die Gäste bewirtete, und wo am Samstagabend Dieter Geisinger musiziert hatte, war gut besucht. Das Frühlingsfest hatten die örtlichen Geschäfte zu einem verkaufsoffenen Sonntag genutzt. (ran)




Aus der Ortsgemeinderatssitzung

HAUENSTEIN. Eine abgespeckte Version des mit überdimensionalen roten Pumps, mit Maschinen und Info-Tafeln zu gestaltenden „Schuhwegs“, der über 2,2 Kilometer von der Schuhmeile ins Dorf und zum Schuhmuseum führen soll (wir berichteten zuletzt am 26. Januar), schickte der Rat der Ortsgemeinde Hauenstein auf den weiteren Weg zu Ausführungsplanung und Ausschreibung.

Dass der Weg nicht nur im Dorf, sondern auch unter den Räten keineswegs unumstritten ist, machte die Abstimmung deutlich: Neun Ratsmitglieder stimmten für die nun vorgestellte Version, vier Räte –je zwei aus den Fraktionen der Grünen und der SPD- verweigerten die Zustimmung, ein Ratsmitglied enthielt sich. Das Thema war kurzfristig auf die Tagesordnung aufgenommen worden.

 

Das Vorhaben

Und darum geht es: Planerin Julia Kaiser vom Büro „Stadtgespräch“ aus Kaiserslautern berichtete zunächst über Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die die „grundsätzliche Förderfähigkeit“ bestätigt, aber eine Reduzierung um zwei, drei Stationen empfohlen hatte. Für wichtig erachte man bei der Behörde die in den Weg integrierte Umgestaltung des Platzes an der Ecke Burg-/Turnstraße. Die Förderquote beträgt –wie bei allen Maßnahmen in der Schuhmeile bisher- 75 Prozent der Kosten, die in der Ratssitzung im Januar mit 213.000 Euro angegeben worden waren.

Bei der zuletzt vorgestellten Version waren insgesamt 16 Stationen vorgesehen. An zwölf Standorten sollten die charakteristischen –aber eben auch umstrittenen roten Pumps- Platz finden. Kaisers Konzept sieht nun eine Reduzierung auf acht überdimensionale Schuhmodelle vor. Michael Zimmermann (CDU) nannte zwei weitere Standorte, die man sich sparen könne, sodass man nun mit insgesamt sechs Schuhen plant. Dadurch könne man die Kosten deutlich unter 200.000 Euro drücken.

 

Die Meinungen

„Sehr kritisch“ stehe die grüne Fraktion dem Vorhaben gegenüber, betonte Fraktionssprecher Stefan Kölsch. Die Kosten des im Dorf umstrittenen Weges seien „nicht vermittelbar“, zumal man kaum davon ausgehen könne, dass der Weg „stark frequentiert“ werde. Nicht zuletzt schaffe man weitere Infrastruktur, die „unterhalten und gepflegt werden“ wolle. Er bevorzuge eine deutlich günstigere Version des Schuhwegs in „Eigenregie“.

Dem hielt Michael Zimmermann entgegen, dass man mit dem vorgesehenen Gemeindeanteil von rund 50.000 Euro bei einer Gestaltung in eigener Regie nicht sehr weit kommen werde: „Wenn wir den Weg selbst realisieren wollen, werden wir mit 50.000 Euro nicht fertig werden.“ Mit den Zuschüssen ermögliche man eine „Gestaltung aus einem Guss“ und schaffe  „etwas Schönes für das ganze Dorf“.

Ähnlich argumentierte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig (FDP): „Mit der professionellen Planung schaffen wir einen Weg, der ein Stück der Identität der Gemeinde rund um den Schuh darstellt.“ Es gelte, die Geschichte des Schuhdorfs zu erzählen und so „unser Image zu  verstärken“. Auch Christoph Keller (CDU) nannte das Vorhaben eine „einmalige Chance, die Attraktivität der Gemeinde zu steigern. Und das gilt sowohl für die Gäste als auch für die Einheimischen.“

Nachdem Barbara Hengen (FDP) auf die doch recht weite Strecke hingewiesen hatte, die ja auch noch zurück zur Schuhmeile zurückzulegen sei, empfahl Susanne Münch (CDU) auf  Parkmöglichkeiten entlang des Weges hinzuweisen, um so auch Teilstrecken zu ermöglichen. Manfred Seibel (Grüne) vermisste bei allen Diskussionen die Einbindung moderner Medien: „Wo bleibt die Schuh-App?“, fragte er. Das 21. Jahrhundert sei digital. „Und wir gehen mit einem Haufen Geld zurück ins analoge Zeitalter.“ Joachim Sanden empfahl eine Verbindung analoger und digitaler Elemente: „Wir sollten das eine tun und das andere nicht lassen.“

 

Treppe von Schuh-Merkel zu ShoeCity

Einer Meinung war man im Rat zuvor gewesen, als man einer Verbindungstreppe von Schuh- Merkel hinunter zur ShoeCity zustimmte, die Planer Hans-Jürgen Schuck vom Dahner Planungsteam Südwest vorstellte. Die Treppe aus verzinktem Material überbrückt einen Höhenunterschied von knapp acht Metern und gleicht sich weitgehend der Hangstruktur an. Jeweils zehn Stufen führen zu insgesamt fünf Podesten. Die Treppe verschränkt sich nach der ersten Strecke nach rechts, um nach zwei weiteren, jeweils im rechten Winkel anschließenden  Stufenabschnitten wieder parallel zur Basis nach oben zu führen. Inklusive Gründung soll die Stahlkonstruktion 55.000 Euro kosten. Die Treppe verläuft über Privatgelände. Es wird eine Grunddienstbarkeit eingetragen.

 

Besonderes Licht für den Felsen

Im Zuge der Aufwertung der Schuhmeile soll auch der Felsen mit besonderen Lichteffekten –unter anderem mit Bodenstrahlern-  ausgeleuchtet werden. Hier lag ein Vorschlag der Pfalzwerke vor, den freilich, wie Manfred Seibel monierte, „im Rat kaum einer kennt“. Der Rat stimmte der Maßnahme, für die 63.000 Euro vor allem für Leitungskosten aufzubringen sind, grundsätzlich zu, will aber über Einzelheiten noch intensiver informiert werden. (ran)




Parkplätze für Besucher des RLP-Tages im interkommunalen  Gewerbegebiet

Foto: Im künftigen Interkommunalen Gewerbegebiet sind zahlreiche Baumaschinen am Werk, die das Gelände für die Bebauung herrichten. Es wird eine Herausforderung sein, dieses Gelände als großen Park&Ride-Parkplatz für den Rheinland-Pfalz-Tag am letzten Juniwochenende herzurichten. (ran)

HAUENSTEIN. Der Rheinland-Pfalz-Tag, der vom 28. bis 30. Juni in Annweiler stattfinden wird, wird auch nach Hauenstein ausstrahlen. Sowohl Ortsbürgermeister Bernhard Rödig als auch der örtliche Projektleiter in Annweiler, Reiner Paul, bestätigten, dass in Hauenstein ein großer Park&Ride-Parkplatz mit einem Shuttle-Dienst zum Fest nach Annweiler eingerichtet werden wird.

Auf unsere Anfrage teilte Reiner Paul mit, dass im Bereich des interkommunalen  Gewerbegebietes „ausreichend Parkplätze für Besucher des RLP-Tages aus westlicher Richtung (Zweibrücken, Pirmasens, Dahner Felsenland etc.) entstehen“ sollen. Der Parkplatz werde über einen eigenen Bus-Shuttle direkt an das Festgelände in Annweiler angebunden. Derzeit sei eine Taktung von 15 bis 25 Minuten angedacht. Dies sei aber „noch in der Endabstimmung“. Der Platz im „Neufeld“ solle auch als Ausweichparkplatz dienen, „wenn die Parkplätze bei Annweiler voll wären“.

Die Shuttlebus-Haltestelle werde „nach derzeitiger Planung“ eher im Bereich „Hauenstein-Mitte“ erfolgen, wobei aber auch über eine zusätzliche Haltestelle an der Schuhmeile nachgedacht wird. Die Entscheidung darüber sei noch nicht endgültig getroffen. Derzeit sind in dem künftigen Gewerbegebiet noch zahllose Baumaschinen am Werk, die das Gelände für die künftige Bebauung modellieren. Ob für dessen Nutzung als Parkplatz eine –wie auch immer geartete- Befestigung notwendig wird, darüber, so Reiner Paul, sei noch nicht entschieden: „Sollte diese erforderlich sein, wird dies mit den Gremien der Ortsgemeinde Hauenstein und Wilgartswiesen abzuklären sein.“

Der Parkplatz im künftigen Gewerbegebiet ist neben Flächen in Queichhambach und am Josefshof bei Völkerweiler Teil des Verkehrskonzeptes, das die Planer für das Festwochenende entwickelt haben. Insgesamt sollen Parkplätze für 2.500 bis 3.000 Fahrzeuge bereitgestellt werden. Reiner Paul weist aber darauf hin, dass man „insgesamt versucht, die meisten Besucherinnen und Besucher über öffentliche Verkehrsmittel nach Annweiler zu bekommen“.

Der Hauensteiner Parkplatz liegt unmittelbar am Bahn-Haltepunkt Hauenstein-Mitte. Auf der Queichtalstrecke werde, so Paul, „der Zugverkehr deutlich verstärkt“. Weil die  nur ein Gleis zur Verfügung steht, werde der Bahnhof Annweiler am Festwochenende zu einem „doppelten Kopfbahnhof“ umfunktioniert: „Dies bedeutet, dass Züge von Pirmasens  nach Annweiler und zurück fahren. Gleiches wird aus Landau geschehen. Auch hier ist Annweiler Endstation.“ Durch diese Zweiteilung könne eine Kapazität von 2.500 Personen pro Stunde über die Schiene abgewickelt werden. Am Fest-Freitag und Fest-Samstag wird der Zugverkehr bis 1 Uhr ausgeweitet.

Ortsbürgermeister Bernhard Rödig kommentierte das Parkkonzept zum Landesfest so: „Aus meiner Sicht erfordert ein solches Fest vorrangig die Solidarität und die Unterstützung der Nachbargemeinden.“ Auf unsere Anfrage nennt er aber für das Gelingen der Pläne die Bedingungen, „dass die Erdarbeiten im Interkommunalen Gewerbegebiet bis zum Rheinland-Pfalz-Tag im Wesentlichen abgeschlossen sind und es nicht regnet“. Den Parkservice übernehme die Stadt Annweiler. Parken im Bereich der Realschule plus und in der Sommerstraße sei von den Verantwortlichen im Organisationsteam Annweilers nicht angedacht, weil die Kapazität dort zu gering sei. (ran)




Aus der Tagesordnung des Hauensteiner Ortsgemeinderats

HAUENSTEIN. Stetiger „Gast“ auf der Tagesordnung des Hauensteiner Ortsgemeinderats ist mindestens ein Tagesordnungspunkt, der sich mit der Schuhmeile befasst, die ja für die Ortsgemeinde wichtiger Gewerbesteuerbringer ist und um deren Attraktivitätssteigerung man sich auch vor dem Hintergrund möglicher Konkurrenz aus Pirmasens intensiv bemüht. Am Dienstagabend ging es nun um eine mögliche gastronomische Einrichtung auf der Shoppingmeile. Zuvor war in der Einwohnerfragestunde Kritik an der bisher bekannt gewordenen Planung zum „Schuhweg“, der die Schuhmeile mit dem Dorf verbinden soll, laut geworden.

 

Gastronomie in der Schuhmeile

Wie berichtet, hatte sich der Rat mit einem Antrag der CDU-Fraktion zu befassen, der die Möglichkeit der Ansiedlung eines gastronomischen Betriebs in oder an der Schuhmeile überprüft sehen will. CDU-Fraktionschef Michael Zimmermann betonte in seiner Antragsbegründung die wirtschaftliche Bedeutung der Schuhmeile für die Gemeinde und berichtete von einem Gespräch mit den Schuhhändlern, das unter anderem „unisono“ das Ergebnis erbracht habe, dass dort ein gastronomisches Angebot fehle. In einer Potentialanalyse solle herausgearbeitet werden, „ob Gastronomie Sinn macht, und wenn ja, welche Gastronomie in Frage käme“. Er betonte: „Wir wollen die Schuhmeile stärken und dem Dorf nutzen.“

Gastronomie in der Schuhmeile sei ein „grundsätzlich wichtiger Punkt“, konstatierte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig, erinnerte aber an ähnliche Bemühungen von Schuh-Marke, die letztlich daran gescheitert seien, weil sich kein Betreiber gefunden habe. In der intensiven Diskussion wurde von Sprechern aller Fraktionen herausgearbeitet, dass ein mögliches gastronomisches Angebot keinesfalls in Konkurrenz zur bestehenden einheimischen Gastronomie treten dürfe. Deshalb sollte man bei allen weiteren Schritten auch die örtlichen Gastronomen „mitnehmen“, wie es Manfred Seibel (Grüne) formulierte. So wurde man sich einig, Gastronomie und Akteure der Schuhmeile an einen Tisch zu holen, um Möglichkeiten zu eruieren, was der Rat schließlich auch einstimmig so beschloss.

Eine kritische Position hatten zuvor noch Andreas Wilde (SPD) und Markus Keller (Grüne) bezogen: Mit einem gastronomischen Angebot in der Schuhmeile konterkariere man doch die Idee des geplanten „Schuhwegs“, der die Kunden aus der Schuhmeile ins Dorf lenken soll:  „Wir wollen doch, dass die Leute Schuhe kaufen und dann ins Dorf gehen, zum Beispiel zum Essen“, sagte Wilde.

 

Schuhweg in der Kritik

Der „Schuhweg“ –die gestaltete Verbindung zwischen Schuhmeile und Dorf- war auch Thema in der Einwohnerfrage: Klaus Winnwa, den das Thema schon lange umtreibt und der die Diskussion auch mit eigenen Vorschlägen bereichert hatte, hatte nachgefragt, wie man „nur auf die Idee kommen kann, einen Fußweg zu planen“. Die Kunden kämen mit dem Auto und würden den rund zwei Kilometer langen Weg ins Dorf und zurück kaum zu Fuß auf sich nehmen, um große rote Pumps und Schuhmaschinen zu betrachten: „Wer will das sehen? Das, was geplant ist, ist die denkbar schlechteste Variante“, stellte er fest.

Zum überdimensionalen roten Pumps, dem wiederkehrenden Hauptbestandteil des „Schuhwegs“, berichtete Manfred Seibel über die kritische Anfrage „erfahrener Mitarbeiter aus der Schuhindustrie“, die sich darüber wunderten, dass „ausgerechnet ein Pumps“ als Symbol der Hauensteiner Schuhindustrie herhalten solle. Solche stylischen Damenschuhe waren eher selten im Sortiment der einst 40 Hauensteiner Schuhfabriken zu finden.

 

Foto: Der rote Pumps (hier als Fotomontage vor dem Feuerwehrhaus), der den “Schuhweg” von der Schuhmeile zum Ortszentrum maßgeblich bestimmen soll, ist offenbar den Pirmasensern ein Dorn im Auge. In der Ratssitzung am Dienstag wurde auch mit anderem Ansatz Kritik am geplanten Schuhweg laut. (ran)

Pirmasens gegen den „roten Pumps“

Dieser rote Schuh auf Hauensteiner Plätzen scheint nun freilich auch der Stadt Pirmasens ein Dorn im Auge: Wie der Ortschef berichtete, habe ein Projektgestalter für die „Schuhstadt Pirmasens“ ein Logo mit einem roten Pumps markenrechtlich schützen lassen und gefordert, dass Hauenstein auf die Aufstellung von roten Pumps verzichten solle. Rödig teilte mit, dass ein beauftragter Anwalt indes zu dem Ergebnis gekommen sei, dass „ein Pumps als solcher nicht geschützt werden kann, lediglich das Markenlogo der Schuhstadt“. Michael Zimmermann ergänzte, dass lediglich die Gestaltung des Logos  „als Gesamtheit nach dem Urheberrecht geschützt“ sei, die einzelnen Bildinhalte nicht. „Dies trifft besonders auf den Pumps zu, da er  ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand ist und als solcher nicht geschützt werden kann.“

Wie der Ortschef mitteilte, habe ein vorliegender Rohlingentwurf  für den Pumps noch nicht „die Zustimmung der Beteiligten“ gefunden. Auf Rückfrage teilte er mit, dass die Frage nach der Förderung des Schuhwegs „auf dem Weg“ sei. In der Einwohnerfragestunde hatte Joachim Font seiner Verwunderung Ausdruck gegeben, dass bei der Planung des Schuhwegs  „offenbar auch Plätze in der Planung auftauchen, die nicht im Eigentum der Gemeinde sind“.  Er fragte auch nach, ob es nicht richtiger sei, erst die Eigentumsfrage zu klären, bevor man bei der ADD wegen möglicher Zuschüsse vorstellig werde. (ran)




Ein 2,2 Kilometer langer Schuhweg soll entstehen

Foto: So wie auf dieser Fotomontage könnte sich eine Station des “Schuhwegs” präsentieren: Einer der überdemensionalen Pumps soll auf der Rampe am Treppenaufgang zum Rathausplatz -vor der “Ratsstube”- präsentiert werden. Insgesamt 16 Stationen sind vorgesehen. (ran)

HAUENSTEIN. 2,2 Kilometer lang, von der Schuhmeile zum Schuhmuseum, 16 Stationen mit überdimensionalen Schuhen, historischen Schuhmaschinen und Hinweisschildern: Das beschreibt in aller Kürze den lange diskutierten „Schuhweg“, der die Einkaufsmeile am Ortsrand mit dem Hauensteiner Dorfzentrum verbinden und Schuhkunden ins Dorf lenken soll.

Planerin Julia Kaiser vom Büro „Stadtgespräch“ aus Kaiserslautern stellte am Dienstagabend ihre Entwurfsplanung vor, die der Rat einstimmig genehmigte. Unverzüglich soll das Konzept nun der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier vorgelegt werden, um seine  Förderfähigkeit zu prüfen. Eine „sehr offene“ Kostenschätzung der Planerin mit diversen Möglichkeiten, Kosten einzusparen, beläuft sich auf 213.000 Euro. Die Förderquote beträgt –wie bei allen Maßnahmen in der Schuhmeile bisher- 75 Prozent der Kosten.

Der Weg führt über die Pirmasenser und Bahnhofstraße, zweigt am TVH-Gelände ab in die Pirminiusstraße, der sie bis zur Marienstraße folgt. An der Christkönigskirche vorbei und über die Kirch- und Dahner Straße wird der Marktplatz erreicht, von wo aus die Route über die Hauptstraße zum Rathausplatz, zum Johann-Naab-Platz und schließlich zum Schuhmuseum führt.

Auf diesem Weg sollen an insgesamt 16 Punkten Stationen eingerichtet werden, an denen mit verschiedenen Gestaltungselementen die Aufmerksamkeit der Gäste auf die besondere Bedeutung des Schuhs für die Gemeinde Hauenstein gelenkt wird. Zentrales Element ist hier der überdimensionale Schuh, ein roter Pumps mit einer Länge von zweieinhalb Metern, einer Höhe von knapp zwei Metern und einer Breite von 85  Zentimetern und.

Zur Sache: Weitere Projekte in der Schuhmeile

Neben dem Schuhweg stehen im gerade angelaufenen Jahr noch weitere Projekte in der Schuhmeile auf der Agenda. Insgesamt stehen für 2019 noch, so wurde in der Sitzung mitgeteilt, Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro zur Verfügung. Inklusive des gemeindlichen Anteils könnten also insgesamt rund 530.000 Euro in die Schuhmeile gesteckt werden. Am Laufen sind bereits die Installation einer Videowall in der Pirmasenser Straße und die Umgestaltung des Platzes Industriestraße 9.  Weitere Teile des Finanzvolumens könnten in zwei Projekte fließen, die der Rat am Dienstagabend ebenfalls andiskutierte.

So wird seit einiger Zeit über eine Ausleuchtung des Felsens diskutiert. Ein Angebot eines Fachbüros aus Bingen hatte hier astronomische Kosten von 400.000 vorgerechnet, was der Rat schon in der Sitzung im August 2018 abgelehnt hatte. Auf Vorschlag von Stefan Kölsch soll nun die recht einfache –und preiswerte- Variante auf ihren Realisierbarkeit überprüft werden, an die Masten der vorhandenen Straßenbeleuchtung LED-Strahle anzubringen, die den einzigartigen Felsdurchbruch ausleuchten könnten.

Für den Treppenweg, der die Stichstraße Industriestraße mit der ShoeCity verbinden soll, soll das Dahner Planungsteam Südwest eine Planung erstellen, nachdem mehrere Metallbaufirmen auf die Bitte der Verwaltung um Abgabe eines Angebots nicht reagiert hatten. Hier gilt freilich zu berücksichtigen, dass das Gelände, über das der Treppenweg führen soll, in Privatbesitz ist. (ran)

Der Pumps sei „das Leitmotiv des Weges“, sagte die Planerin, beschreibe einen Aspekt der „Identität der Gemeinde und verankert die Hauensteiner Schuhhistorie im Ortsbild.“ Er könnte auch als Logo für den Schuhweg dienen. Insgesamt zwölf solcher Riesen-Schuhe sollen am Weg aufgestellt werden. Wie Ortsbürgermeister Bernhard Rödig mitteilte, werde die Matrize für den Schuh derzeit in Polen hergestellt. Ein Schuh koste rund 1000 Euro, sechs Schuhe seien von Sponsoren bereits fest gebucht. Ein Schuh solle bereits auf der Verkehrsinsel an der B-10 Abfahrt positioniert werden.

Zu den Schuhen gesellen sich an einzelnen Stationen historische Schuhmaschinen aus dem Fundus des Schuhmuseums. Zusammen mit Gerhard Winter hat die Planerin unter anderem eine Sohlenstanzmaschine, eine Sohlenformpresse, eine Sohlenzwickmaschine, eine Steppmaschine und eine Absatznagelmaschine ausgesucht. Die Maschinen sollen für diesen Zweck auch unter dem Aspekt der Sicherheit aufbereitet und so behandelt werden, dass sie keine Wartung benötigen. Schuhmaschinen und besondere Plätze auf dem Weg sollen mit einheitlichen Hinweistafeln erläutert werden, farbige Fußabdrücke zur Orientierung dienen, wobei die Planerin Wert darauf legte, dass von Station zu Station zumeist eine „Sichtachse“ offen bleibt.

Ortschef Bernhard Rödig verspricht sich von dem „Schuhweg“ eine „Aufwertung des Ortes“, Manfred Seibel (Grüne) regte an, dass der Weg auch eine digitale Begleitung durch Homepage und QR-Codes erfahren solle. Michael Zimmermann (CDU) sprach die Zeitschiene an: Die Maßnahme müsse bis zum 15. November abgeschlossen sein, um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Es heiße also, „absolut Gas zu geben“. Deshalb sollte die Gestaltung der einzelnen Stationen auch vorab im Bauausschuss durchdiskutiert werden.

Offen ist derzeit noch, ob alle ausgewählten Standorte tatsächlich wie geplant genutzt werden können. Denn drei der vorgesehenen Standorte befinden sich auf privatem Gelände, zwei weitere liegen auf Grundstücken der Kirchenstiftung. „Hier sind noch Verhandlungen notwendig“, machte der Ortschef deutlich. Auch verkehrsrechtliche Fragen seien noch zu klären, hatte Manfred Seibel festgestellt. Dass der Verbindungsweg zwischen Schuhmeile und dem Dorf keineswegs unumstritten ist, machte Stefan Kölsch deutlich: „Es gibt im Dorf kritische Stimmen.“ Deshalb müsse man die Sinnhaftigkeit des Weges „sehr gut vermitteln“.




Michael Zimmermann stellt sich als Kandidat für das Amt des Ortsbürgermeisters zur Wahl

HAUENSTEIN. Die Zustimmung der Mitgliederversammlung, die für kommenden Freitag, 25.01., terminiert ist, vorausgesetzt, wird sich bei den im Mai anstehenden Kommunalwahlen als Kandidat der CDU für das AmtMichael Zimmermann des Ortsbürgermeisters zur Wahl stellen. Der Vorstand des Ortsverbandes habe sich, wie dessen Vorsitzender Markus Pohl mitteilte, einstimmig für Zimmermanns Kandidatur ausgesprochen. „Wir gehen mit Michael Zimmermann mit einem überaus kompetenten und diskussionsfreudigen Bewerber in den Wahlkampf“, stellte Pohl fest.

Michael Zimmermann ist 61 Jahre alt und ist in der derzeit laufenden Wahlperiode Fraktionssprecher der Christdemokraten im Ortsgemeinderat. Er ist beruflich als Regierungsdirektor beim Landesrechnungshof in Speyer tätig, wo er vor allem den Bereich Schulen, Bildung und Kultur bearbeitet. Er ist Diplom-Verwaltungswirt, hat zudem auch Informatik studiert und darf sich nach einem berufsbegleitenden Jurastudium seit 2009 auch „Master of Laws“ nennen. Er ist verheiratet und hat drei Kinder und einen Enkel.

„Ich habe mir eine Kandidatur lange überlegt“, sagt er im Gespräch mit der Rheinpfalz. „Auch aufgrund meines beruflichen Hintergrundes traue ich mir die Aufgabe sehr wohl zu“, stellt er fest und verweist auch darauf, dass er den zeitlichen Anforderungen des Amtes auch deshalb gewachsen ist, weil er zum einen mit flexiblen Arbeitszeiten arbeite und zum anderen 2020 in den Ruhestand gehen könne.

Sollte er ins Amt gewählt werden, dann gelte es, „die begonnene Großprojekte zu einem erfolgreichen Ende zu führen“, sagt er und nennt das Neubaugebiet „Am Sonnenhang“, den Neubau einer Kita in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule, das interkommunale Gewerbegebiet und auch eine Erweiterung des Gewerbegebiets in der Verlängerung der Industriestraße.

Eine „Kärrnerarbeit“ werde es wohl sein, so Zimmermann, die Ortsgemeinde in „die mit der Fusion neu entstehende Verbandsgemeinde zu begleiten“ und dabei „das beste Ergebnis für Hauenstein“ zu erzielen. Im Ort sei es wichtig, die „vorhandene Infrastruktur zu pflegen, zu erhalten und weiter zu entwickeln“. Das gelte für das innerörtliche Straßensystem ebenso wie für das „hohe Niveau im medizinisch-pflegerischen Bereich mit der ausreichenden Anzahl von Ärzten, Apotheken, Pflege- und beratenden Einrichtungen“, sagt er.

Um den Haushalt dauerhaft zu konsolidieren und auf Dauer „mindestens die schwarze Null“ zu erreichen, seien die Unterstützung aller Gewerbetreibenden und die Steigerung der Attraktivität der Schuhmeile unabdingbar. Auch Hilfen bei wirtschaftlichen Neugründungen und Neuansiedlungen schreibt Zimmermann auf die Agenda. Und diese Ziele wolle er „gemeinsam, das heißt über alle Parteigrenzen hinweg, im Sinne eine ,Kooperation für Hauenstein‘ anstreben.“

Grundsätzlich wolle er auch eine verbesserte Form der Kommunikation zwischen Rat und Bürgerinnen und Bürgern umsetzen: „Hier liegt einiges im Argen!“ betont er. Sie sei Voraussetzung für einen Generationen übergreifenden Konsens über die „Lebensbedingungen und –verhältnisse in unserer Gemeinde“. Auch innerparteilich wolle er die Basis „stärker in die politische Arbeit, speziell bei besonderen Projekten und generellen Zielen“ einbinden.

Bisher hat lediglich der freie Bewerber Tobias Walter seine Kandidatur für das Amt des Ortsbürgermeisters erklärt (wir berichteten am 20.12.18).




Die E-Mobilität hält Einzug in Hauenstein

Foto: An der Alten B10 in Hauenstein haben die Pfalzwerke eine Ladestation für E-Autos installiert, die nun offiziell in Betrieb genommen wurde. Unser Foto zeigt v.l. Leonard Schädler (Pfalzwerke), Werner Kölsch, Andreas Memmer (Pfalzwerke), Michael Zimmermann, Stefan Paulisch (Pfalzwerke), Manfred Seibel und Bernhard Rödig. (ran)

HAUENSTEIN. „Die E-Mobilität hält Einzug in Hauenstein.“ So eröffnete Bürgermeister Werner Kölsch am Dienstag die offizielle Inbetriebnahme der Schnellladestation für Elektrofahrzeuge, die die Pfalzwerke in Kooperation mit der Kommune am Parkplatz an der ShoeCity installiert haben und künftig betreiben.

Vor zahlreichen Vertretern aus der Kommunalpolitik erläuterte Andreas Memmer von den Pfalzwerken die Funktion der Ladesäule, an der alle gängigen E-Autos Saft für ihre Akkus ziehen können. Die Ladesäule verfügt über drei verschiedene Ladekupplungen: Da sind  zunächst ein mit Gleichstrom arbeitender CCS – „Stecker“ und eine ebenfalls mit Gleichstrom arbeitende „Chademo“-Kupplung, die beide jeweils 50 Kilowatt liefern können. Wie Memmer ausführte, liefern beide Varianten in rund 20 Minuten der Autobatterie Energie für eine Fahrtstrecke von rund 100 Kilometern. Die dritte Steckervariante, die die Stromtankstelle anbietet, arbeitet mit Wechselstrom und mit 22 Kilowatt: Hier dauert ein Ladevorgang für 100 Kilometer rund 45 Minuten.

Wie Memmer weiter erläuterte, arbeite das Terminal derzeit im „Messemodus“: „Wir bieten das Laden anfangs kostenlos an und geben den Nutzerinnen und Nutzern  so die Möglichkeit, die neue Technik kennenzulernen.“ Ab Januar –ein genauer Zeitpunkt stehe noch nicht fest, wie die Presseabteilung der Pfalzwerke mitteilte- werde zunächst über eine Pauschale abgerechnet werden: Ein Ladevorgang mit einem Gleichstrom-Stecker koste dann fünf Euro, ein „Betanken“ mit Wechselstrom drei Euro. Erst im Lauf des nächsten Jahres könne man auf eine punktgenaue Abrechnung nach gezogenen Kilowatt übergehen. Die Rechnung kann  sowohl über ein EC- oder Kreditkartenterminal als auch über Online-Bezahlung, über eine Ladekarte oder eine Lade-App beglichen werden.

Bürgermeister Werner Kölsch ließ vor den Gästen die Bemühungen der VG Revue passieren, mit einer solchen Ladestation die E-Mobilität „anzuschieben“ und einen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung zu leisten. 50.000 Euro habe man im Haushalt 18/19 für diesen Zweck eingestellt: „Dank der Inititative der Pfalzwerke hat sich die Geschichte anders entwickelt“, sagte Kölsch. „Angenehm“, nannte Manfred Seibel, der der Übergabe als Projektleiter für Klimaschutz und erneuerbare Energien bei der Kreisverwaltung beiwohnte, aber auch Beigeordneter der VG ist, die Tatsache, dass so die VG keine eigenen Mittel für das Projekt aufbringen müsse.

Kölsch teilte auch mit, dass die Verbandsgemeinde im Oktober ein E-Auto des japanischen Herstellers Nissan als Dienstfahrzeug bestellt habe, mit dessen Auslieferung im Mai zu rechnen sei. Nach Abzug der verschiedenen Fördergelder muss die VG 24.000 Euro aufbringen. Kölsch dankte den Pfalzwerken für die „gute Einrichtung“ und wünschte eine „gute Frequenz“ an dem „sehr guten Standort Schuhmeile, der auch Synergie-Effekte“ ermögliche.

Auch Ortsbürgermeister Bernhard Rödig äußerte die Überzeugung, dass die Ladestation die Schuhmeile aufwerte. „20 Minuten Ladezeit für hundert Kilometer: Das reicht einem Mann, ein Paar Schuhe zu kaufen“, sagte er und stellte wie Kölsch fest, dass weitere Ladestationen –im Gespräch ist eine weitere Stromtankstelle am Rathaus- folgen sollen, um „die Entwicklung der E-Mobilität weiterzutreiben“.

Dass da noch Luft nach oben ist, verdeutlichte Manfred Seibel: Im gesamten Kreisgebiet seien, so teilte er mit gerade mal 50 E-Autos angemeldet, in der VG Hauenstein erst vier Fahrzeuge mit dem großen E im Kennzeichen: „Wir sind also noch weit von der Zielsetzung entfernt“, sagte er und verwies darauf, dass „der Sektor Verkehr die zweithöchste Emissionsquelle im ländlichen Bereich“ darstelle. Gerade auf diesen Aspekt wies Stefan Paulisch, der Ansprechpartner der Pfalzwerke für die Region Südwestpfalz, hin: Die E-Mobilität sei ein „wichtiger Faktor für den Schutz der Umwelt“.

Die eigentlich ebenfalls vorgesehene Übergabe einer Ladestation für E-Bikes am Tourist-Info-Zentrum war aus baulichen Gründen nicht möglich. Deren Installation und Freigabe erfolge in den nächsten Tagen. (ran)