Hauensteiner Schuhmuseum verzeichnet annähernd 30.000 Besucher

29. Mai 2017
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HAUENSTEIN. „Sehr, sehr zufrieden“ zeigt sich Willy Schächter, als Stiftungsvorstandsvorsitzender Leiter des Hauensteiner Schuhmuseums, mit dem zurückliegenden Jahr 2016. Grund zum zufriedenen Resümee hat der Museumsleiter: „Mit mehr als 25.000 zahlenden Besuchern konnten wir die Besucherzahl aus dem Jahr 2015 um mehr als 3.500 Zahlende steigern“, sagte er mit Blick auf „das beste Ergebnis seit 2011“.

Die Besucherresonanz sei umso erfreulicher, weil viele Museen im vergangenen Jahr einen Besucherrückgang von teilweise zehn Prozent zu verkraften hatten. Zähle man die Besucher bei freiem Eintritt–bei Aktionstagen, bei der Jubiläumsveranstaltung im September 2016, beim Fabrik-Seniorentreff oder Vernissagen etwa- hinzu, erreiche man eine Frequenz von annähernd 30.000 Besuchern. Die Besucherresonanz sei auch dem engagierten Museumsteam und den „begeisterten Museumsführern“ zu verdanken: „Auf sie ist Verlass und sie sind auch zur Stelle, wenn an Heiligabend oder Silvester noch Gruppen ins Museum kommen wollen!“

Dass dieses „ausgezeichnete Ergebnis“ zustande gekommen sei, basiere auf einer effektiven Marketingarbeit. Es sei in den vergangenen Jahren „zusammen mit dem Team“ gelungen, auf „kostensparende Weise möglichst viele Besuchergruppen und Multiplikatoren“ ins Museum zu holen: „Die mediale Aufmerksamkeit für unser Museum hatte zur Folge, dass in den letzten anderthalb Jahren rund 25 überregionale Radio- und Fernsehberichte aus und über das Museum informiert haben“, sagt Schächter. Marketing und pädagogischer Ansatz des Museums haben dazu geführt, dass auch rund 3.000 Kindern mit ihren Lehrern den Weg ins Museum fanden: „Wir gingen in die Schulen, die Schulen kamen zu uns“, nennt der Museumsleiter eine Erfolgsformel.

Eine weitere Facette dabei sind die Sonderausstellungen, die das Museum anbietet – mittlerweile sind es annähernd 80 große und kleine Ausstellungen, die in den Räumlichkeiten des Museums stattfanden: Zuletzt sorgte die von einer externen Kuratorin verantwortete „Knopf im Ohr“-Ausstellung“ für große Resonanz. Im nächsten Jahr sollen Werke des berühmten Elsässer Künstlers Tomi Ungerer und von Thomas Nast, dem aus Landau stammenden Erfinder des „Santa Claus“, gezeigt werden, eine „bestimmt außergewöhnliche Ausstellung“, wie Schächter prognostiziert.

Zum Zurücklehnen freilich sei kein Anlass: Um die Zukunftsfähigkeit des Museums zu erhalten, stehe als „Jahrzehntprojekt“ eine „ganzheitliche museumsdidaktische Erneuerung“ an. Sie werde unter Einbeziehung des Teams und der Museumsführer maßgeblich vorbereitet und begleitet von Bettina Scheeder, der Geschäftsführerin des rheinland-pfälzischen Museumsverbandes, die dem Stiftungsrat das Konzept der Umgestaltung vorstellen wird. Sie werde Geld kosten: „Aber wir werden nur so viel investieren, wie wir auch verkraften können“, sagt Schächter und teilt mit, dass für das Vorhaben bereits die „erkleckliche Zuwendung von 100.000 Euro“ von einer regionalen Stiftung zugesagt wurde.

Die Spende von 10.000 Euro, die der Rheinpfalz-Journalist Stephan Pieroth dem Museum zukommen ließ, solle im Einvernehmen mit dem Spender, dem Urenkel früherer Hauensteiner Schuhfabrikanten, verwendet werden, um dem weltgrößten Wanderschuh zu einer besseren Unterkunft zu verhelfen. Der Schuh war eine Spende des Unternehmens Schuh-Marke und wird derzeit –mehr schlecht als recht- auf einem Anhänger präsentiert.

Auch die finanzielle Entwicklung stelle sich positiv dar, so Schächter: Aus dem Jahr 2016 habe sich ein leicht positives Ergebnis ergeben, sodass der Verlustvortrag, der noch aus hohen Ausgaben bei dem Ausbau des Dachgeschoßes 2011 resultiert, zurückgefahren werden konnte. Auch für 2017 erreiche man im Saldo „das selbst gesteckte Ziel der schwarzen Null“, sagte Schächter und verwies auch darauf, dass seit 1996 rund 800.000 Euro investiert wurden, ohne Kredite aufnehmen zu müssen.

Was die Finanzen angeht, will Schächter einen Vorschlag Theo Wieders in einen „konkreten Diskurs“ einbringen. Der Bezirkstagsvorsitzende hatte beim Museumsjubiläum im vergangenen Jahr einen „Schuhpfennig“ ins Gespräch gebracht, der für jedes in Hauenstein verkaufte Paar Schuhe erhoben werden soll und der, so Schächter, der „gesamten Hauensteiner Schuhkultur zufließen soll, einschließlich der Anliegen und Ideen der Schuhmeile. Das kann uns gelingen, wenn wir es gut angehen“, merkt Schächter an und verweist auf Erfolg versprechende Gespräche mit „Protagonisten aus der Schuhwelt“. (ran)

Hauenstein
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