Aus der Tagesordnung des Hauensteiner Ortsgemeinderats

11. März 2019
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HAUENSTEIN. Stetiger „Gast“ auf der Tagesordnung des Hauensteiner Ortsgemeinderats ist mindestens ein Tagesordnungspunkt, der sich mit der Schuhmeile befasst, die ja für die Ortsgemeinde wichtiger Gewerbesteuerbringer ist und um deren Attraktivitätssteigerung man sich auch vor dem Hintergrund möglicher Konkurrenz aus Pirmasens intensiv bemüht. Am Dienstagabend ging es nun um eine mögliche gastronomische Einrichtung auf der Shoppingmeile. Zuvor war in der Einwohnerfragestunde Kritik an der bisher bekannt gewordenen Planung zum „Schuhweg“, der die Schuhmeile mit dem Dorf verbinden soll, laut geworden.

 

Gastronomie in der Schuhmeile

Wie berichtet, hatte sich der Rat mit einem Antrag der CDU-Fraktion zu befassen, der die Möglichkeit der Ansiedlung eines gastronomischen Betriebs in oder an der Schuhmeile überprüft sehen will. CDU-Fraktionschef Michael Zimmermann betonte in seiner Antragsbegründung die wirtschaftliche Bedeutung der Schuhmeile für die Gemeinde und berichtete von einem Gespräch mit den Schuhhändlern, das unter anderem „unisono“ das Ergebnis erbracht habe, dass dort ein gastronomisches Angebot fehle. In einer Potentialanalyse solle herausgearbeitet werden, „ob Gastronomie Sinn macht, und wenn ja, welche Gastronomie in Frage käme“. Er betonte: „Wir wollen die Schuhmeile stärken und dem Dorf nutzen.“

Gastronomie in der Schuhmeile sei ein „grundsätzlich wichtiger Punkt“, konstatierte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig, erinnerte aber an ähnliche Bemühungen von Schuh-Marke, die letztlich daran gescheitert seien, weil sich kein Betreiber gefunden habe. In der intensiven Diskussion wurde von Sprechern aller Fraktionen herausgearbeitet, dass ein mögliches gastronomisches Angebot keinesfalls in Konkurrenz zur bestehenden einheimischen Gastronomie treten dürfe. Deshalb sollte man bei allen weiteren Schritten auch die örtlichen Gastronomen „mitnehmen“, wie es Manfred Seibel (Grüne) formulierte. So wurde man sich einig, Gastronomie und Akteure der Schuhmeile an einen Tisch zu holen, um Möglichkeiten zu eruieren, was der Rat schließlich auch einstimmig so beschloss.

Eine kritische Position hatten zuvor noch Andreas Wilde (SPD) und Markus Keller (Grüne) bezogen: Mit einem gastronomischen Angebot in der Schuhmeile konterkariere man doch die Idee des geplanten „Schuhwegs“, der die Kunden aus der Schuhmeile ins Dorf lenken soll:  „Wir wollen doch, dass die Leute Schuhe kaufen und dann ins Dorf gehen, zum Beispiel zum Essen“, sagte Wilde.

 

Schuhweg in der Kritik

Der „Schuhweg“ –die gestaltete Verbindung zwischen Schuhmeile und Dorf- war auch Thema in der Einwohnerfrage: Klaus Winnwa, den das Thema schon lange umtreibt und der die Diskussion auch mit eigenen Vorschlägen bereichert hatte, hatte nachgefragt, wie man „nur auf die Idee kommen kann, einen Fußweg zu planen“. Die Kunden kämen mit dem Auto und würden den rund zwei Kilometer langen Weg ins Dorf und zurück kaum zu Fuß auf sich nehmen, um große rote Pumps und Schuhmaschinen zu betrachten: „Wer will das sehen? Das, was geplant ist, ist die denkbar schlechteste Variante“, stellte er fest.

Zum überdimensionalen roten Pumps, dem wiederkehrenden Hauptbestandteil des „Schuhwegs“, berichtete Manfred Seibel über die kritische Anfrage „erfahrener Mitarbeiter aus der Schuhindustrie“, die sich darüber wunderten, dass „ausgerechnet ein Pumps“ als Symbol der Hauensteiner Schuhindustrie herhalten solle. Solche stylischen Damenschuhe waren eher selten im Sortiment der einst 40 Hauensteiner Schuhfabriken zu finden.

 

Foto: Der rote Pumps (hier als Fotomontage vor dem Feuerwehrhaus), der den “Schuhweg” von der Schuhmeile zum Ortszentrum maßgeblich bestimmen soll, ist offenbar den Pirmasensern ein Dorn im Auge. In der Ratssitzung am Dienstag wurde auch mit anderem Ansatz Kritik am geplanten Schuhweg laut. (ran)

Pirmasens gegen den „roten Pumps“

Dieser rote Schuh auf Hauensteiner Plätzen scheint nun freilich auch der Stadt Pirmasens ein Dorn im Auge: Wie der Ortschef berichtete, habe ein Projektgestalter für die „Schuhstadt Pirmasens“ ein Logo mit einem roten Pumps markenrechtlich schützen lassen und gefordert, dass Hauenstein auf die Aufstellung von roten Pumps verzichten solle. Rödig teilte mit, dass ein beauftragter Anwalt indes zu dem Ergebnis gekommen sei, dass „ein Pumps als solcher nicht geschützt werden kann, lediglich das Markenlogo der Schuhstadt“. Michael Zimmermann ergänzte, dass lediglich die Gestaltung des Logos  „als Gesamtheit nach dem Urheberrecht geschützt“ sei, die einzelnen Bildinhalte nicht. „Dies trifft besonders auf den Pumps zu, da er  ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand ist und als solcher nicht geschützt werden kann.“

Wie der Ortschef mitteilte, habe ein vorliegender Rohlingentwurf  für den Pumps noch nicht „die Zustimmung der Beteiligten“ gefunden. Auf Rückfrage teilte er mit, dass die Frage nach der Förderung des Schuhwegs „auf dem Weg“ sei. In der Einwohnerfragestunde hatte Joachim Font seiner Verwunderung Ausdruck gegeben, dass bei der Planung des Schuhwegs  „offenbar auch Plätze in der Planung auftauchen, die nicht im Eigentum der Gemeinde sind“.  Er fragte auch nach, ob es nicht richtiger sei, erst die Eigentumsfrage zu klären, bevor man bei der ADD wegen möglicher Zuschüsse vorstellig werde. (ran)

Unter Drogeneinfluss Auto gefahren
Hauenstein (ots) - Ein 56-jähriger Autofahrer wurde am 26.04.2019, um 19.10 Uhr auf der B10 einer Verkehrskontrolle unterzogen. Dabei wurde deutlicher Marihuana-Geruch in seinem PKW festgestellt. Ein durchgeführter Drogentest ergab, dass der Mann nicht nur Marihuana, sondern auch Amphetamin zu sich genommen hatte. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Bei der Durchsuchung seines Fahrzeuges konnten weitere Drogen aufgefunden werden. Gegen den Autofahrer wird nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und Fahrens unter Drogeneinfluss ermittelt. (Polizeidirektion Pirmasens)

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Roller beim Überholen geschnitten
Dahn (ots) - Am vergangenen Samstag gegen 10.10 Uhr befuhr die 15-jährige Fahrerin eines Mofa-Rollers die K 39 von Erfweiler kommendin Richtung Dahn-Reichenbach. Etwa 500m vor der Einmündung zur B 427 wurde sie von der Fahrerin eines roten Pkw, eventuell eines SUV, mit sehr geringem Seitenabstand überholt, so dass die Rollerfahrerin nach rechts ausweichen musste, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Hierbei verlor die Rollerfahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug und stürzte auf die Fahrbahn, blieb aber glücklicherweise unverletzt. Am Roller entstand jedoch Sachschaden in Höhe von ca. 1000 Euro. Die Fahrerin des roten Pkw, ein Frau im Alter von etwa 40 Jahren mit braunem Kurzhaarschnitt, setzte die Fahrt fort und entfernte sich unerlaubt von der Unfallstelle. Unfallzeugen oder Personen, die Hinweise auf das flüchtige Unfallfahrzeug bzw. dessen Fahrerin geben können, werden gebeten, sich unter Tel. 06391-9160 mit der Polizeiinspektion Dahn in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens)