In den Wäldern rund um Hauenstein treibt sich ein Luchs herum

6. August 2020
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HAUENSTEIN. In den Wäldern rund um Hauenstein treibt sich ein Luchs herum. Am Freitagabend gegen 20 Uhr konnten Raymund Burkhard und Markus Johann, Vorsitzender und Rechner des Hauensteiner PWV, auf dem Rückweg vom Wanderheim „Dicke Eiche“ den flinken Jäger sogar fotografieren.

Etwa auf halber Strecke zwischen Wanderheim und Dicker Eiche habe die Großkatze den Fahrweg überquert und sich dann rechts in die Büsche geschlagen. „Zu meiner großen Überraschung hatte sich das Tier etwa zwei, drei Meter abseits des Weges abgelegt, beobachtete und musterte mich aufmerksam und zeigte sich überraschend wenig scheu“, beschreibt Burkhard die Begegnung weiter. Kurze Zeit später habe sich das mit einem Sender versehene „Pinselohr“ wieder auf den Weg gemacht, habe erneut den Weg überquert und sei dann bergseitig im Wald verschwunden. Die Begegnung mit dem so seltenen Luchs sei schon ein „besonderes Erlebnis“ gewesen, freut sich Burkhard.

Dass die Gegend im Wald zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal und zwischen  Schwanheim und Erfweiler zum Jagdrevier eines Luchses zählt, war schon öfter dokumentiert worden. Der passionierte Jäger Josef Reichert hat einen Luchs am 09. April gegen 18 Uhr am Schweinsfels unweit des bekannteren Hühnersteins fotografiert. Eine Woche später sei bei Schwanheim ein Lamm gerissen worden, wobei alle Anzeichen darauf hindeuteten, dass sich ein Luchs bedient hatte. Gleiches gilt für zwei gerissene Rehkitze, die in den letzten Tagen am Hauensteiner Höhenweg und auf den Streuobstwiesen östlich Hauensteins gefunden worden waren.

Auch Claus Debnar, dessen Schafherde im Dreieck zwischen Hauenstein, Spirkelbach und Wilgartswiesen weidet, kann über insgesamt vier Luchsbeobachtungen –unter anderem in den Kohlwiesen zwischen Hauenstein und Wilgartswiesen und am Spirkelbacher Höllenberg- berichten: Dreimal sei ihm ein besendertes Tier aufgefallen, einmal ein Luchs ohne Sendehalsband. In Spirkelbach habe er sich um ein freilaufendes Schaf kümmern müssen, an dessen Hals der klassische Kehlbiss des Luchses zu erkennen war. Er stelle auch fest, dass sich die Rehe im Revier überaus vorsichtig verhielten und sich kaum aus der Deckung des Waldes wagten. „Das ist meiner Meinung nach ein deutliches Zeichen dafür, dass hier ein Luchs auf Beute aus ist“, sagt Debnar.

Zur Sache: Der Luchs

Der Luchs, der etwa so groß wie ein Schäferhund ist, lebt als Einzelgänger in Revieren, die in der Regel zwischen 300 und 500 Quadratkilometer groß sind. Besonders charakteristisch für die Großkatze sind seine bis zu fünf Zentimeter langen Haarpinsel an den Ohrenspitzen und sein ausgeprägter Backenbart. Sein individuell geflecktes Fell ist im Sommer eher rötlich bis gelbbraun und im Winter graubraun. Der Luchs hat ein phantastisches Hörvermögen und sieht besonders gut. Er hört eine Maus auf eine Entfernung von 50 Metern. Seine extrem lichtempfindlichen Augen ermöglichen die Jagd zur Dämmerungszeit und in der Nacht. Der Luchs ist ein Überraschungsjäger, der seiner Beute nach Katzenart auflauert. Das Beutetier wird durch einen Kehlbiss getötet. In unseren Breiten ernährt sich der Luchs hauptsächlich von Rehen. Er schlägt aber auch andere Säugetiere und Vögel. Zu seinem Riss kehrt der Luchs mehrere Tage lang immer wieder zurück. Ein ausgewachsener Luchs braucht rund ein Kilogramm Fleisch pro Tag. (vgl. www.deutschewildtierstiftung.de; https://fawf.wald-rlp.de )

Mittlerweile wurden im Pfälzerwald seit 2016 20 Luchse –je zehn männliche und weibliche Tiere- zur Gründung einer neuen Luchs-Population freigelassen. (ran)

Wolfgang Sander aus Erfweiler, der als „Großkarnivoren-Beauftragter“ für unsere Region der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) zuarbeitet und für das Luchs-Monitoring zuständig ist, konnte am Montag bestätigen, dass es sich bei dem Tier von der Dicken Eiche um das Weibchen „Isis“ handelt, das aus dem Kanton St. Gallen in der Schweiz stammt und im Februar dieses Jahres bei Waldleiningen freigelassen wurde. Isis habe auf seiner Wanderung aus der nördlichen Pfalz die B10 zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal überquert und sei dank des Sendehalsbandes immer mal wieder im Bereich zwischen Erfweiler im Süden und der B10 im Norden lokalisiert worden.

„Eine Luchs-Sichtung in freier Wildbahn ist fast so selten wie ein Sechser im Lotto“, reagierte Sander auf die Meldung aus Hauenstein. Dass sich das Tier durch die Begegnung mit den Menschen nicht aus der Ruhe bringen ließ, sei nicht außergewöhnlich: „Die Luchse sind zwar äußerst vorsichtig, aber sie können mit Menschen umgehen.“  (ran)

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Schwerverletzter Motorradfahrer nach Verkehrsunfall auf B48
B48, Rinnthal-Johanniskreuz (ots) - Am Sonntagmorgen kam es zu einem folgenschweren Verkehrsunfall auf der B48 zwischen Rinnthal und Johanniskreuz. Ein 30-jähriger Motoradfahrer befuhr als letzter einer Dreier-Gruppe die B48 von Rinnthal kommend in Fahrtrichtung Johanniskreuz. Aus bislang ungeklärten Gründen kam der Motorradfahrer in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte anschließend mit einem Felsvorsprung. Der Fahrer wurde hierbei schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die B48 war zur Unfallaufnahme eine Stunde in beide Fahrtrichtungen gesperrt. An dem Motorrad entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 12000 Euro. (Polizeidirektion Landau)