Gottesdienst zum Hungermarsch in diesem Corona-Jahr auf dem Vorplatz der Hauensteiner Christkönigskirche

11. September 2020
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Foto: Nicht wie alljährlich am Winterkirchel, sondern auf dem großen Vorplatz der Hauensteiner Christkönigskirche wird in diesem Corona-Jahr der Gottesdienst zum Hungermarsch gefeiert. (ran)

HAUENSTEIN. Die Spendensammler für Kinder aus überaus prekären Verhältnissen in Chile sind bereits unterwegs. Denn: Der Hungermarsch 2020 erlebt am 13. September trotz Corona, zwar unter anderen organisatorischen Vorzeichen, aber mit dem gleichen Ziel, nämlich der Unterstützung chilenischer Kinderheime, seine 41. Auflage. Was bietet die „überraschende Lösung“, die Karl Meyerer, der Sprecher des veranstaltenden Hauensteiner „Freundeskreises“, der Rheinpfalz erläuterte?

Ganz neu und von Corona diktiert: Lief der Hungermarsch unter dem Motto „Wandern für die andern“ bisher als Sternmarsch zu dem zwischen Hauenstein und Erfweiler gelegenen Winterkirchel, so wird die Eucharistiefeier in diesem Jahr im Freien auf dem Rasen vor der Hauensteiner Christkönigskirche stattfinden. Das Hygienekonzept, das der Freundeskreis für die Veranstaltung an diesem Ort vorgelegt hat, wurde von der Kreisverwaltung abgesegnet.

Auf dem Vorplatz der „Burg Gottes im Wasgau“ lässt sich im Unterschied zum Winterkirchel die gebotene Abstandsregel einhalten: Bis zu 300 Teilnehmer Platz finden dort auch bei Einhaltung des Abstandsgebots Platz, wobei die Kontaktdaten der Teilnehmer erfasst werden müssen. Bis zum Platz ist Mundschutz zu tragen, rund um den weitläufigen Rasen werden fünf Desinfektionsstationen zur Verfügung stehen.

Zur Sache: Die Kinderheime der Stiftung

Sieben Heime und zwei Tagesstätten –von Puerto Varas im Süden Chiles bis zur Hauptstadt Santiago im Norden- unterhält die Stiftung, die unter dem Dach der Steyler Missionare zuhause ist und von Pater Raphael geleitet wird. Rund 280 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs Tagen bis zu 18 Jahren, die von der Straße, aus kaputten Familien und aus dem Umfeld von Kriminalität, Prostitution und Vernachlässigung in die Heime kommen, erhalten dort das Rüstzeug, ihr künftiges Leben selbstständig und menschenwürdig zu gestalten. Viele sehr positiv verlaufene Lebensläufe machen deutlich, dass die Spenden aus dem Wasgau und aus einem großen Netz aus ganz Deutschland an der richtigen Stelle ankommen und Früchte tragen.

Der Erlös des etwas anderen Hungermarsches des Jahres 2020 soll schwerpunktmäßig verwendet werden, um im Kleinkinderheim die Hygienebedingungen zu verbessern. „Es stehen aber auch viele Unterhaltungsmaßnahmen an den weiteren Heimen an“, berichtet Karl Meyerer. Dort wurden vier Pflegerinnen positiv getestet. Wie Pater Raphael mitteilte, sei es bisher gelungen, dass keines der Kinder infiziert wurde. „Nicht auszudenken die Folgen, wenn eines der Kinder erkranken würde. Unsere medizinische Versorgung wäre dann sofort überfordert“, schrieb er aus Chile, wo, wie er fortfährt, „der Corona-Virus unser tägliches Leben bestimmt“ und „vielen Menschen in ihrer Not nur der Protest auf der Straße blieb“.

Wie am Winterkirchel ist auch die Verpflegung der Teilnehmer möglich. Und wie am Winterkirchel wird im Anschluss an den Gottesdienst auch wieder die Folk-Gruppe „Folks of Glenn Queich“ „fer umme“ und die gute Sache auftreten. Anders aber verlaufen die Wanderungen, denn das Prinzip „Hungermarsch“, bei dem Spenden pro gewanderten Kilometern gesammelt werden, soll ja zumindest ansatzweise erhalten bleiben.

„Wir schlagen zwei Wanderstrecken vor“, sagt Karl Meyerer und lädt zum Mitwandern ein. Eine Wanderung führt auf ebenen Wegen durch das Queichtal zur Queichquelle, eine andere mit kräftigem Anstieg zum Rauschloch, zum „Siebenkehrenweg“ und über den „Elfer“ hinab ins Queichtal. Beide Wanderungen beanspruchen etwa 1,5 Stunden Wanderzeit. Treffpunkt für beide Touren ist um 9.30 Uhr an der Christkönigskirche.

Dort beginnt dann um 11 Uhr der Gottesdienst, „zu dem wir natürlich auch Nichtwanderer herzlich einladen“, wie Meyerer betont. Den Gottesdienst zelebriert der Pfarrer der Pfarrei St. Katharina, Ulrich Nothhof. Wegen Corona und der damit verbundenen Reisbeschränkungen kann heuer der Präsident der Kinderheimstiftung, Pater Raphael, nicht teilnehmen. Ihm ist es derzeit in Chile wegen des bestehenden „absoluten Kontaktverbots“ auch nicht möglich, die Heime mit den insgesamt 280 Kindern zu besuchen.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen in der Vergangenheit abwechselnd der Dahner Generationenchor und die Hauensteiner Schola. In diesem Jahr wäre der Dahner Chor an der Reihe: Weil Chorgesang aber nicht möglich ist, wird nach den gegenwärtigen Planungen der Leiter der Dahner Gruppe, Clemens Nikolaus, den Gottesdienst musikalisch begleiten.

 

Info: Spendenkonten: Sparkasse Südwestpfalz  Iban DE26 5425 0010 0030 0058 47; Volksbank Südliche Weinstraße-Wasgau Iban DE13 5489 1300 0071 0667 03 

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Betrunken und berauscht mit dem Auto unterwegs
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