Ein 2,2 Kilometer langer Schuhweg soll entstehen

Foto: So wie auf dieser Fotomontage könnte sich eine Station des “Schuhwegs” präsentieren: Einer der überdemensionalen Pumps soll auf der Rampe am Treppenaufgang zum Rathausplatz -vor der “Ratsstube”- präsentiert werden. Insgesamt 16 Stationen sind vorgesehen. (ran)

HAUENSTEIN. 2,2 Kilometer lang, von der Schuhmeile zum Schuhmuseum, 16 Stationen mit überdimensionalen Schuhen, historischen Schuhmaschinen und Hinweisschildern: Das beschreibt in aller Kürze den lange diskutierten „Schuhweg“, der die Einkaufsmeile am Ortsrand mit dem Hauensteiner Dorfzentrum verbinden und Schuhkunden ins Dorf lenken soll.

Planerin Julia Kaiser vom Büro „Stadtgespräch“ aus Kaiserslautern stellte am Dienstagabend ihre Entwurfsplanung vor, die der Rat einstimmig genehmigte. Unverzüglich soll das Konzept nun der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier vorgelegt werden, um seine  Förderfähigkeit zu prüfen. Eine „sehr offene“ Kostenschätzung der Planerin mit diversen Möglichkeiten, Kosten einzusparen, beläuft sich auf 213.000 Euro. Die Förderquote beträgt –wie bei allen Maßnahmen in der Schuhmeile bisher- 75 Prozent der Kosten.

Der Weg führt über die Pirmasenser und Bahnhofstraße, zweigt am TVH-Gelände ab in die Pirminiusstraße, der sie bis zur Marienstraße folgt. An der Christkönigskirche vorbei und über die Kirch- und Dahner Straße wird der Marktplatz erreicht, von wo aus die Route über die Hauptstraße zum Rathausplatz, zum Johann-Naab-Platz und schließlich zum Schuhmuseum führt.

Auf diesem Weg sollen an insgesamt 16 Punkten Stationen eingerichtet werden, an denen mit verschiedenen Gestaltungselementen die Aufmerksamkeit der Gäste auf die besondere Bedeutung des Schuhs für die Gemeinde Hauenstein gelenkt wird. Zentrales Element ist hier der überdimensionale Schuh, ein roter Pumps mit einer Länge von zweieinhalb Metern, einer Höhe von knapp zwei Metern und einer Breite von 85  Zentimetern und.

Zur Sache: Weitere Projekte in der Schuhmeile

Neben dem Schuhweg stehen im gerade angelaufenen Jahr noch weitere Projekte in der Schuhmeile auf der Agenda. Insgesamt stehen für 2019 noch, so wurde in der Sitzung mitgeteilt, Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro zur Verfügung. Inklusive des gemeindlichen Anteils könnten also insgesamt rund 530.000 Euro in die Schuhmeile gesteckt werden. Am Laufen sind bereits die Installation einer Videowall in der Pirmasenser Straße und die Umgestaltung des Platzes Industriestraße 9.  Weitere Teile des Finanzvolumens könnten in zwei Projekte fließen, die der Rat am Dienstagabend ebenfalls andiskutierte.

So wird seit einiger Zeit über eine Ausleuchtung des Felsens diskutiert. Ein Angebot eines Fachbüros aus Bingen hatte hier astronomische Kosten von 400.000 vorgerechnet, was der Rat schon in der Sitzung im August 2018 abgelehnt hatte. Auf Vorschlag von Stefan Kölsch soll nun die recht einfache –und preiswerte- Variante auf ihren Realisierbarkeit überprüft werden, an die Masten der vorhandenen Straßenbeleuchtung LED-Strahle anzubringen, die den einzigartigen Felsdurchbruch ausleuchten könnten.

Für den Treppenweg, der die Stichstraße Industriestraße mit der ShoeCity verbinden soll, soll das Dahner Planungsteam Südwest eine Planung erstellen, nachdem mehrere Metallbaufirmen auf die Bitte der Verwaltung um Abgabe eines Angebots nicht reagiert hatten. Hier gilt freilich zu berücksichtigen, dass das Gelände, über das der Treppenweg führen soll, in Privatbesitz ist. (ran)

Der Pumps sei „das Leitmotiv des Weges“, sagte die Planerin, beschreibe einen Aspekt der „Identität der Gemeinde und verankert die Hauensteiner Schuhhistorie im Ortsbild.“ Er könnte auch als Logo für den Schuhweg dienen. Insgesamt zwölf solcher Riesen-Schuhe sollen am Weg aufgestellt werden. Wie Ortsbürgermeister Bernhard Rödig mitteilte, werde die Matrize für den Schuh derzeit in Polen hergestellt. Ein Schuh koste rund 1000 Euro, sechs Schuhe seien von Sponsoren bereits fest gebucht. Ein Schuh solle bereits auf der Verkehrsinsel an der B-10 Abfahrt positioniert werden.

Zu den Schuhen gesellen sich an einzelnen Stationen historische Schuhmaschinen aus dem Fundus des Schuhmuseums. Zusammen mit Gerhard Winter hat die Planerin unter anderem eine Sohlenstanzmaschine, eine Sohlenformpresse, eine Sohlenzwickmaschine, eine Steppmaschine und eine Absatznagelmaschine ausgesucht. Die Maschinen sollen für diesen Zweck auch unter dem Aspekt der Sicherheit aufbereitet und so behandelt werden, dass sie keine Wartung benötigen. Schuhmaschinen und besondere Plätze auf dem Weg sollen mit einheitlichen Hinweistafeln erläutert werden, farbige Fußabdrücke zur Orientierung dienen, wobei die Planerin Wert darauf legte, dass von Station zu Station zumeist eine „Sichtachse“ offen bleibt.

Ortschef Bernhard Rödig verspricht sich von dem „Schuhweg“ eine „Aufwertung des Ortes“, Manfred Seibel (Grüne) regte an, dass der Weg auch eine digitale Begleitung durch Homepage und QR-Codes erfahren solle. Michael Zimmermann (CDU) sprach die Zeitschiene an: Die Maßnahme müsse bis zum 15. November abgeschlossen sein, um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Es heiße also, „absolut Gas zu geben“. Deshalb sollte die Gestaltung der einzelnen Stationen auch vorab im Bauausschuss durchdiskutiert werden.

Offen ist derzeit noch, ob alle ausgewählten Standorte tatsächlich wie geplant genutzt werden können. Denn drei der vorgesehenen Standorte befinden sich auf privatem Gelände, zwei weitere liegen auf Grundstücken der Kirchenstiftung. „Hier sind noch Verhandlungen notwendig“, machte der Ortschef deutlich. Auch verkehrsrechtliche Fragen seien noch zu klären, hatte Manfred Seibel festgestellt. Dass der Verbindungsweg zwischen Schuhmeile und dem Dorf keineswegs unumstritten ist, machte Stefan Kölsch deutlich: „Es gibt im Dorf kritische Stimmen.“ Deshalb müsse man die Sinnhaftigkeit des Weges „sehr gut vermitteln“.