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Abitur-Jahrgang 1956 des humanistischen Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim feiert in Hauenstein sein “eisernes” Abitur

HAUENSTEIN. Im Wasgau feierte der Abitur-Jahrgang 1956 des humanistischen Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim sein „eisernes“ Abitur. Vor 65 Jahren hatten die Damen und Herren –alle deutlich jenseits der 80- am ältesten Gymnasium Mannheims ihr „Zeugnis der Reife“ entgegengenommen. In Hauenstein und im Dahner Tal traf man sich zum Klassentreffen. Warum gerade hier?

Organisiert hatte das Jubiläumstreffen Lothar Degen aus Nothweiler. Er hatte heuer die Aufgabe übernommen, das Klassentreffen, das regelmäßig an verschiedenen Orten in Deutschland stattfindet, vorzubereiten. Lothar Degen, der nach dem Abitur Lehrer geworden war und bis zu seiner Pensionierung lange Jahre in Lemberg unterrichtet hatte, war mit seinen 87 Jahren der Senior der zwölfköpfigen Gruppe, die im „Ochsen“ in Hauenstein logierte und von hier aus zu verschiedenen Programmpunkten startete.

So ließ man sich unter anderem in die Geschichte und Gegenwart Hauensteins einführen und am Kloster der Karmelitinnen über die Besonderheit dieses beschaulichen Frauenordens informieren. Man stattete der Katharinenkapelle mit der Pieta einen Besuch ab und hatte am Nachmittag bei einem Besuch der „Schuhfabrik“ einen eindrucksvollen Einblick in die handwerkliche Produktion der 1886-Sneaker der Firma Josef Seibel. Und natürlich ließ sich ein Teil der Gäste auch einen Bummel über die Schuhmeile nicht nehmen. Der nächste Tag gehörte dem Dahner Tal, wo die Gruppe das Biosphärenhaus besuchte und anschließend von Klaus Waffenschmidt wunderschöne Dias aus dem Wasgau sah und stimmungsvolle Gedichte hörte. Nach einer kleinen Wanderung zum Rösselweiher und zur Rösselquelle wurde Abschluss in Nothweiler gemacht.

24 junge Menschen –darunter nur drei junge Frauen- waren es 1956, die nach dem Besuch der Oberprima die Abiturarbeiten schrieben und die Reifeprüfung bestanden. Bald nach dem Krieg war in dem weitgehend abgebrannten Schulgebäude wieder der Unterrichtsbetrieb aufgenommen worden. Eingeschult wurden die „Eisernen“ in ein Provisorium, das nach und nach aber Regelbetrieb ermöglichte.

Viele aus der Klasse machten Karriere. Ein paar Beispiele: Prof. Dr. Dr. Klaus Rosen wurde ein bedeutender Altertumsforscher, veröffentlichte Werke über Kaiser Konstantin und den Hunnenkönig Attila und lehrte bis zu seiner Emeritierung an der Universität Bonn Alte Geschichte. Jürgen Hellner war im diplomatischen Dienst und hatte als Botschafter unter anderem in Tripolis mit Gaddafi zu tun. Jürgen Christ stieg in die Kommunalpolitik ein, war Stadtrat in Stuttgart und Bürgermeister in Göppingen. Günter Rau arbeitete mit am Teilchenbeschleuniger der Cern bei Genf. Ärzte sind unter den Abiturienten von 1956, Richter, Architekten, Schulleiter und Lehrer. Lehrer war auch Armin Krämer: Er unterrichtete an einem Freiburger Gymnasium einst den Ex-Bundestrainer Jogi Löw.

Die Damen und Herren genossen offensichtlich die Tage und das Programm im Wasgau.  Einige lernten eine „neue“ Gegend kennen, in die sie, so ließ der eine und die andere verlauten, gerne noch einmal kommen werden. Natürlich kam der Austausch von Erinnerungen aus längst vergangenen Schülertagen nicht zu kurz. Das nächste Treffen ist bereits terminiert. Bereits im nächsten Jahr wird man in Mannheim zusammenkommen.