Adventliche Stimmung trotz des Virus

HAUENSTEIN. Der Pandemie musste in diesem Jahr mancher liebe Adventsbrauch   geopfert werden. Weihnachtsmärkte entfielen, Nikolaus kam nicht leibhaftig zu unseren Kleinen, Advents- und Benefizkonzerte mussten und müssen ebenso wie lebendige Adventskalender abgesagt werden. Trotz des Virus aber gibt es eine Reihe von Zeichen, die adventliche Stimmung aufkommen lassen. Einige Beispiele aus Hauenstein.

Da ist zunächst die “Musik quer durchs Dorf”, für die der Musikverein verantwortlich zeichnet. An den Adventssonntagen pünktlich mit dem letzten Schlag der Kirchenglocke um 18 Uhr spielen Instrumentalisten des Blasorchesters an verschiedenen Stellen im Dorf –solo oder in Kleingruppen- adventliche Musik, die über das Dorf schallt. So erklangen am vergangenen Sonntag alte Adventsweisen beispielsweise von der Kapelle aus, in der Landauer Straße, in den Kirchäckern, in der Burgstraße und hinter dem Felsen.

Der Bach’sche Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ war ebenso zu hören wie das Friedrich Spee zugeschriebene „Oh Heiland, reiß die Himmel auf“ und die wohl im Eichsfeld entstandene Weise „Maria durch den Dornwald ging“. Rochus Schwarzmüller, der in der Landauer Straße mit seinem Tenorhorn musizierte, gab als Zugabe noch –dem Nikolaustag geschuldet- die Lieder „Lasst uns froh und munter sein“ und „Morgen, Kinder, wird’s was geben“.

Die Aktion des Musikvereins, der damit die bereits beim Lockdown an Ostern und im Frühjahr begeistert aufgenommenen Balkonkonzerte wiederaufleben lässt, kommt bei den Zuhörern ausgesprochen gut an, wie Kommentare auf Facebook deutlich machen. In der Landauer Straße sagte eine Zuhörerin bei den zu Herzen gehenden Melodien: „Diese kleinen Konzerte, das ist doch jetzt mal etwas Gutes, was Corona verursacht hat…“

Auch ansonsten gibt es in der Schuhgemeinde Anstrengungen, um mit kleinen Gesten die Einschränkungen der Pandemie etwas abzumildern. So hat sich die Ortsgemeinde heuer besonders ins Zeug gelegt, um vorweihnachtliche Stimmung ins Dorfbild zu zaubern. An allen Ortseingängen stehen mit großen roten Kugeln geschmückte Bäume. Und erstmals leuchtet vom Kreuzel aus ein großer Tannenbaum über das Dorf. In den Blumenrabatten finden sich aus Holzstämmchen gefertigte „Wichtelmänner“, die von Schülerinnen und Schülern der Realschule plus im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft hergestellt wurden.

Die Schule bietet auf ihrer Homepage für jeden Adventstag eine „Weihnachtliche Überraschung“ als Video oder als pdf-Datei: Da öffnet sich also täglich ein Adventstürchen, es erscheint ein Bild des verschneiten Schulgebäudes und dann findet sich zum Beispiel ein bebildertes Rezept für Bratäpfel, das Romy aus der 5b auch noch mit einem Gedicht garniert, „Rudolf, the red nosed reindeer“ wird in bestem Englisch beschrieben, mehr als ein Dutzend Weihnachtsmänner mit Mundschutz aus der 6a laden am Nikolaustag zum Mitsingen ein. Und es gibt auch -mit fettem Weihnachtsrock unterlegt- ein Rückblick auf die Weihnachtsmärkte der Schule aus den letzten 10 Jahren.

Weihnachtsmarkt 2020 war zwar nicht, und damit entfiel auch der Besuch des Heiligen Nikolaus auf dem Markt, bei dem der Heilige aus Myra immer ein kleines Präsent für die Kinder dabeihatte. Freilich werden die Kleinen 2020 nicht leer ausgehen: Für die Kinder in den beiden Kitas Kinder und in der Grundschule spendierte die Gemeinde einen Schoko- Weihnachtsmann.

Auch die Fußballsenioren des SCH haben in Zusammenarbeit mit Christoph Feith vom „Weinlädchen“ einen kleinen Rest der Weihnachtsmarktfreuden in die Coronazeit gerettet. Die AH-Kicker waren bei allen 40 bisherigen Märkte dabei und ihr Stand war in all den Jahren immer ganz besonders gut frequentiert, denn dort gab es die besonderen „Nikolausbratwürste“ aus der örtlichen Metzgerei Braun. Die Freunde dieser speziell für den Weihnachtsmarkt gewürzten Wurst gehen auch 2020 nicht leer aus, denn bis zum 31.12. kann diese Bratwurst am Weihnachtsautomat des „Weinlädchens“ gezogen werden. Ein Teil des Verkaufspreises geht als Spende an die Jugendabteilung des SCH.

Nicht zuletzt: Den „Zündkatzen“, der weiblichen Mofagang, ist in diesen Tagen ein besonderer Adventskalender eingefallen. Im Amtsblatt haben sie QR-Codes abdrucken lassen, hinter denen sich für „jeden Daa e Iwwerraschung“ finden lässt.