Auch über die Ostertage hielten sich die Leute weitestgehend an das verordnete „social distancing“

16. April 2020
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HAUENSTEIN. Die Ostertage und (meist) herrliches Frühlingswetter: Das ist –zu normalen Zeiten- wie gemacht für Ausflüge mit der Familie oder dem Freundeskreis, per pedes oder mit dem Radel, ins Grüne oder Blaue, zu den Wanderhütten oder anderen Ausflugszielen des Wasgau.

Wo sich aber sonst auf den Wanderwegen wahre Prozessionen bewegen, wo sich sonst in den Hütten die Warteschlangen bis ins Freie ziehen, da ist heuer: (fast) nichts. Denn: Wir haben keine normalen Zeiten. Und die Leute halten sich weitestgehend an das verordnete „social distancing“, wie auf mehreren Fahrrad- und Wandertouren durch unsere Wälder überaus deutlich wird: Momentaufnahmen von unterwegs.

 

Die Parkplätze

Die Parkplätze an beliebten Einstiegsstellen zu Wanderungen oder an Fahrradwegen, die an Sonnentagen wie diesen sonst überquellen, sind weitgehend leer. Auf dem Parkplatz „Farrenwiese“ am Eingang zum Queichtal stehen am Karfreitag ebenso wie am frühen Nachmittag des Ostersonntags keine zehn Fahrzeuge. Ähnlicher Befund am Penny-Parkplatz, wo sich ideal in den „Schusterpfad“ einsteigen lässt: Ein knappes Dutzend Fahrzeuge parkt hier.

Prall gefüllt sind in der Regel auch die Parkplätze am Bahnhof und am Dorfpark in Hinterweidenthal, die gerne als Startort für den Wieslauter-Radweg genutzt werden. Am Sonntag gibt’s viel, viel Platz. Die Kennzeichen der geparkten Autos machen deutlich, dass die meisten aus der unmittelbaren Nähe kommen, vereinzelt nutzen offenbar Badenser oder Saarländer die Feiertage zum Ausflug in den Wasgau. Wer will’s ihnen verdenken?

 

Unterwegs: Wanderer, Walker und Jogger

Auf allen Wegen begegnen wir –freilich nicht oft und nur ab und an- Wanderern. Sogar an dem Hauensteiner Hotspot, dem Queichtal mit seinem wunderschönen Rundweg, ist am Ostersonntag fast nichts los.

Ansonsten: Einzelwanderer und gemütlich wandernde Paare sind unterwegs, auffallend viele Familien mit Kindern. An der Dicken Eiche spielen Kinder auf dem Torso des einst so mächtigen Naturdenkmals. Nur einmal treffe ich auf eine (kleine) Gruppe: Zwei Familien mit mehreren Kindern sind auf dem Weg ins Steinbachtal bei Hauenstein, beladen mit schweren Picknickkörben – nicht ganz den Regeln entsprechend, aber auch das wird gehen…

Auffällig: Ganz, ganz wenig Ältere -ab Ü 60 und damit zur „Risikogruppe“ zählend- sind unterwegs: Ich treffe auf eine Mama, die ihr Baby mit dem Tragetuch durch den Wald bei Schwanheim trägt, auf den flotten Nordic Walker unweit des Winterkirchels, der schon von weitem seine Stöcke zum Gruß schwenkt oder auf die Joggerin mit den dicken Kopfhörern auf dem Ohr: Schade, sie hört nicht die Stille des Waldes und auch nicht das Vogelkonzert unterhalb des Hühnersteins.

 

Die Radfahrer

Der Ostersonntag lockt viele Radfahrer hinaus. Während ich am Karfreitag den Radweg Richtung Spirkelbach, Lug und Völkersweiler fast für mich alleine habe, treffe ich am Ostersonntag auf dem Radweg zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal, der sonst eher wenig frequentiert ist, und auf dem weiteren Weg zum Rohrwoog und nach Erfweiler sicher über ein halbes hundert Radler. Viele Familien sind wieder on tour, ganz vereinzelt Senioren auf ihren E-Bikes und (selten) Gruppen mit drei oder (höchstens) vier Bikern, die sehr sportlich und sehr flott –und in Einzelfällen auch ein Stück weit rücksichtslos- durch den Wald heizen.

 

Die Hütten

Ganz einsam geht es an den so beliebten Wanderhütten zu. Am Wanderheim „Dicke Eiche“ sitzt am runden Tisch ein junger Mann. Er hat sich seine Schorle im Rucksack mitgebracht und genießt Schoppen und Ruhe. Am anderen Ende des Außengeländes, das zum großen Teil mit Flatterband abgegrenzt ist, macht ein Ehepaar Picknick aus dem Rucksack. Man traut seinen Augen kaum: Während des Essens sind beide mit ihren Handys beschäftigt.

Auch an der Wasgauhütte bei Schwanheim sind einzelne Tische mit Paaren oder Familien besetzt, aber alle wahren den geforderten Abstand. Die Bühlhofschenke, die von Busenberg aus gut zu erreichen ist, ist ebenso abgesperrt wie der beliebte Biergarten am Cramerhaus unterhalb des Lindelbrunns und die Paddelweiherhütte im Hauensteiner Queichtal.

 

Die Ruhebänke

Verwaist sind die meisten Ruhebänke entlang der Wander- und Radwege. Am Winterkirchel genießen einige Wanderer die Wellness-Liegen, rund um den Rohrwoog sind wie am „Wolfgangsee“ fast alle Bänke besetzt, einige haben sich auf Decken an den idyllischen Waldweiher niedergelassen, genießen Kaffee und Osterkuchen. Aber auch hier gilt: Man bleibt unter sich, nirgendwo kreist der Schoppen…

 

Unterwegs: Naturgenuss pur

Alle Ostertouren –ob auf Wald- oder Radwegen- sind Naturgenuss pur: Sie führen zu herrlichen Ausblicken und pittoresken Sandsteinfelsen, an Waldbächen entlang und an Waldweihern vorbei. Und sie sind ein Beleg dafür, wie privilegiert wir in unserer Wasgaulandschaft in diesen Corona-Tagen leben und welche Freiheiten uns die Regeln des „Social Distancing“, an die sich die allermeisten diszipliniert halten, doch lassen. Und kommt man bei Begegnungen ins Gespräch: Überall wird Verständnis für die Einschränkungen laut.  Und es regt sich auch Mitgefühl mit den Menschen in den Städten und engen Wohnquartieren, die diese Möglichkeiten und Freiheiten eben nicht haben. (ran)

Schwerverletzter Motorradfahrer – Zeugen und Unfallbeteiligter gesucht
Rinnthal/ L490, 22.05.2020, 16:45 Uhr (ots) - Nachdem am Freitag 22.05.2020 um ca. 16:45 Uhr ein Motorradfahrer auf der L490 zwischen Rinnthal und der B48 schwer verletzt wurde, werden Verkehrsunfallzeugen und ein unfallbeteiligter PKW-Führer gesucht. Der 18-jährige Motorradfahrer befuhr die L490 von Rinnthal kommend in Fahrtrichtung B48. Nach derzeitigem Ermittlungsstand fuhr ein PKW von einem Feldweg auf die L490 ebenfalls in Fahrtrichtung B48 und übersah hierbei den Motorradfahrer. Der Motorradfahrer musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern, ausweichen, kollidierte mit der Leitplanke und stürzte anschließend auf die Fahrbahn. Er erlitt durch den Sturz schwere, nicht lebensbedrohliche, Verletzungen und musste zur medizinischen Versorgung mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus verbracht werden. Bei dem gesuchten Fahrzeug handelt es sich um einen dunkelfarbenen PKW mit PS- Kennzeichen. Da es zwischen dem einbiegenden PKW und dem Motorradfahrer nach den bisherigen Ermittlungen zu keinem Zusammenstoß kam, ist unklar, ob der Fahrzeugführer den Verkehrsunfall überhaupt wahrgenommen hat. Der PKW- Führer und weitere Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Unfallgeschehen oder dem gesuchten PKW machen können, werden gebeten sich bei der Polizeiinspektion Landau zu melden. (Polizeidirektion Landau)

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