Aus der Ortsgemeinderatssitzung

22. Mai 2019
By
image_pdfimage_print

HAUENSTEIN. Eine abgespeckte Version des mit überdimensionalen roten Pumps, mit Maschinen und Info-Tafeln zu gestaltenden „Schuhwegs“, der über 2,2 Kilometer von der Schuhmeile ins Dorf und zum Schuhmuseum führen soll (wir berichteten zuletzt am 26. Januar), schickte der Rat der Ortsgemeinde Hauenstein auf den weiteren Weg zu Ausführungsplanung und Ausschreibung.

Dass der Weg nicht nur im Dorf, sondern auch unter den Räten keineswegs unumstritten ist, machte die Abstimmung deutlich: Neun Ratsmitglieder stimmten für die nun vorgestellte Version, vier Räte –je zwei aus den Fraktionen der Grünen und der SPD- verweigerten die Zustimmung, ein Ratsmitglied enthielt sich. Das Thema war kurzfristig auf die Tagesordnung aufgenommen worden.

 

Das Vorhaben

Und darum geht es: Planerin Julia Kaiser vom Büro „Stadtgespräch“ aus Kaiserslautern berichtete zunächst über Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die die „grundsätzliche Förderfähigkeit“ bestätigt, aber eine Reduzierung um zwei, drei Stationen empfohlen hatte. Für wichtig erachte man bei der Behörde die in den Weg integrierte Umgestaltung des Platzes an der Ecke Burg-/Turnstraße. Die Förderquote beträgt –wie bei allen Maßnahmen in der Schuhmeile bisher- 75 Prozent der Kosten, die in der Ratssitzung im Januar mit 213.000 Euro angegeben worden waren.

Bei der zuletzt vorgestellten Version waren insgesamt 16 Stationen vorgesehen. An zwölf Standorten sollten die charakteristischen –aber eben auch umstrittenen roten Pumps- Platz finden. Kaisers Konzept sieht nun eine Reduzierung auf acht überdimensionale Schuhmodelle vor. Michael Zimmermann (CDU) nannte zwei weitere Standorte, die man sich sparen könne, sodass man nun mit insgesamt sechs Schuhen plant. Dadurch könne man die Kosten deutlich unter 200.000 Euro drücken.

 

Die Meinungen

„Sehr kritisch“ stehe die grüne Fraktion dem Vorhaben gegenüber, betonte Fraktionssprecher Stefan Kölsch. Die Kosten des im Dorf umstrittenen Weges seien „nicht vermittelbar“, zumal man kaum davon ausgehen könne, dass der Weg „stark frequentiert“ werde. Nicht zuletzt schaffe man weitere Infrastruktur, die „unterhalten und gepflegt werden“ wolle. Er bevorzuge eine deutlich günstigere Version des Schuhwegs in „Eigenregie“.

Dem hielt Michael Zimmermann entgegen, dass man mit dem vorgesehenen Gemeindeanteil von rund 50.000 Euro bei einer Gestaltung in eigener Regie nicht sehr weit kommen werde: „Wenn wir den Weg selbst realisieren wollen, werden wir mit 50.000 Euro nicht fertig werden.“ Mit den Zuschüssen ermögliche man eine „Gestaltung aus einem Guss“ und schaffe  „etwas Schönes für das ganze Dorf“.

Ähnlich argumentierte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig (FDP): „Mit der professionellen Planung schaffen wir einen Weg, der ein Stück der Identität der Gemeinde rund um den Schuh darstellt.“ Es gelte, die Geschichte des Schuhdorfs zu erzählen und so „unser Image zu  verstärken“. Auch Christoph Keller (CDU) nannte das Vorhaben eine „einmalige Chance, die Attraktivität der Gemeinde zu steigern. Und das gilt sowohl für die Gäste als auch für die Einheimischen.“

Nachdem Barbara Hengen (FDP) auf die doch recht weite Strecke hingewiesen hatte, die ja auch noch zurück zur Schuhmeile zurückzulegen sei, empfahl Susanne Münch (CDU) auf  Parkmöglichkeiten entlang des Weges hinzuweisen, um so auch Teilstrecken zu ermöglichen. Manfred Seibel (Grüne) vermisste bei allen Diskussionen die Einbindung moderner Medien: „Wo bleibt die Schuh-App?“, fragte er. Das 21. Jahrhundert sei digital. „Und wir gehen mit einem Haufen Geld zurück ins analoge Zeitalter.“ Joachim Sanden empfahl eine Verbindung analoger und digitaler Elemente: „Wir sollten das eine tun und das andere nicht lassen.“

 

Treppe von Schuh-Merkel zu ShoeCity

Einer Meinung war man im Rat zuvor gewesen, als man einer Verbindungstreppe von Schuh- Merkel hinunter zur ShoeCity zustimmte, die Planer Hans-Jürgen Schuck vom Dahner Planungsteam Südwest vorstellte. Die Treppe aus verzinktem Material überbrückt einen Höhenunterschied von knapp acht Metern und gleicht sich weitgehend der Hangstruktur an. Jeweils zehn Stufen führen zu insgesamt fünf Podesten. Die Treppe verschränkt sich nach der ersten Strecke nach rechts, um nach zwei weiteren, jeweils im rechten Winkel anschließenden  Stufenabschnitten wieder parallel zur Basis nach oben zu führen. Inklusive Gründung soll die Stahlkonstruktion 55.000 Euro kosten. Die Treppe verläuft über Privatgelände. Es wird eine Grunddienstbarkeit eingetragen.

 

Besonderes Licht für den Felsen

Im Zuge der Aufwertung der Schuhmeile soll auch der Felsen mit besonderen Lichteffekten –unter anderem mit Bodenstrahlern-  ausgeleuchtet werden. Hier lag ein Vorschlag der Pfalzwerke vor, den freilich, wie Manfred Seibel monierte, „im Rat kaum einer kennt“. Der Rat stimmte der Maßnahme, für die 63.000 Euro vor allem für Leitungskosten aufzubringen sind, grundsätzlich zu, will aber über Einzelheiten noch intensiver informiert werden. (ran)

Strafbarer Schuhtausch
Hauenstein (ots) - Eine 21-jährige Frau aus Pirmasens fuhr mit der Bahn nach Hauenstein und begab sich auf der Schuhmeile in ein Schuhgeschäft. Dort tauschte sie ihr bisheriges Schuhwerk in ein paar neue Badeschuhe und nahm zusätzlich ein paar Flipflops an sich. Anschließend verließ sie das Geschäft ohne zu bezahlen. Aufmerksame Angestellte hatten die Frau allerdings bei der Tatausführung beobachtet und bis zum Bahnhof Hauenstein verfolgt. Dort konnte sie bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Die Frau war der Polizei bereits einschlägig bekannt. Sie stand zudem unter deutlichem Alkoholeinfluss. (Polizeidirektion Pirmasens)

Anzeige

Fahrerlaubnisklasse reicht nicht aus
Dahn-Reichenbach (ots) - Am Montagnachmittag wurde ein 25-jährigerFahrzeugführer aus der Verbandsgemeinde Rodalben kontrolliert, der mit seinem Mercedes-Sprinter auf der B 427 einen nicht zugelassenen Pkw Audi abschleppte. Da für das Schleppen keine Genehmigung der Kreisverwaltung vorlag und kein erlaubnisbefreiender Grund, wie beispielsweise eine Fahrzeugpanne, zu erkennen war, wurde die Weiterfahrt untersagt. Zum Führen des vorliegenden Gespanns war die Fahrerlaubnis Klasse C1E erforderlich, der Fahrzeugführer ist aber lediglich in Besitz der Klasse B. Zudem bestand war das geschleppte Fahrzeug weder zugelassen noch versichert. Auf den jungen Mann kommennun Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicher-ungsgesetz zu. (Polizeidirektion Pirmasens)
Beim Einkauf bestohlen
Dahn-Reichenbach (ots) - Während eine 87-jährige Geschädigte am Montag zwischen 11.40 und 12.00 Uhr in einem Discounter ihre Einkäufe erledigte, entwendete ein bislang unbekannter Täter in einem unachtsamen Moment aus der durch die Geschädigte über der Schulter getragenen Umhängetasche einen Geldbeutel mit Bargeld und Scheckkarten. Personen, die Hinweise auf den oder die Täter geben können, werden gebeten, sich unter Tel. 06391-9160 mit der Polizei Dahn in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens)