Kampf um den Erhalt der Verbandsgemeinde Hauenstein

HAUENSTEIN. Nicht einstimmig, wie von den Antragstellern erhofft, sondern mit vier Gegenstimmen passierte ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, FWG, Grüne und CDU den Verbandsgemeinderat, nach dem die Landesregierung aufgefordert werden soll, „bis auf Weiteres, mindestens jedoch für die Dauer der Kommunalperiode 2019-2024, von einer Fusionsverpflichtung abzusehen, um die Verbandsgemeinde Hauenstein zu erhalten“.

Insgesamt 16 Ratsmitglieder stimmten dem Antrag zu, den auch die Ratsmitglieder der „Bürger für Wilgartswiesen“ (BfW) und der FDP befürworteten. Die vier Ratsmitglieder aus Hinterweidenthal, Barbara und Roland Schenk, Helmut Disque (alle FWG VG) und Manfred Schary (CDU) verweigerten ihre Zustimmung und betonten, dass sie die Zukunft der VG Hauenstein in einer Fusion mit dem Dahner Felsenland sehen.

Die Argumente der Antragsgegner: Hinterweidenthal klar für Dahn

Vehement sprach sich Barbara Schenk, die 2. Beigeordnete der VG und Bürgermeisterin der Ortsgemeinde Hinterweidenthal, gegen den Antrag aus. Sie konstatierte zunächst, dass FWG-Fraktionssprecher Herbert Schwarzmüller den Antrag ohne Wissen und Zustimmung der Hinterweidenthaler Fraktionsmitglieder unterzeichnet habe. „Unsere Bürger wollen nach Dahn“, sagte Schenk und verwies nicht nur auf die Geschichte der Entstehung der VG Hauenstein vor vier Jahrzehnten, sondern vor allem auf die Bürgerumfrage, bei der man sich in Hinterweidenthal eindeutig pro Dahn positioniert habe.

Sie und ihre beiden Fraktionskollegen würden sich weigern, „gegen unsere Bürger zu stimmen“, sagte sie. Der Antrag sei schließlich nichts anderes als der Versuch, „Wählerstimmen zu fischen“. Aus Mainz gebe es zu dem Antrag „keine Form positiver Rückmeldung“. Letztlich wecke man mit der Forderung Hoffnungen, „die nicht erfüllt werden und die deshalb die Bürger noch mehr enttäuschen“. Sie beklagte die „riesige Hängepartie“, für die das Land verantwortlich sei: „Mainz soll endlich klar sagen, was man will.“ Die unklare Situation sorge bereits jetzt für „massive personelle Engpässe“ in der Verwaltung.

Auch Manfred Schary, CDU-Fraktionsmitglied aus Hinterweidenthal, stimmte –aus „Gewissensgründen“, wie er sagte- gegen den Antrag. Er vermisse in der gesamten Entwicklung, in der es „klare Beschlüsse für eine Fusion mit Dahn“ gegeben habe, „Ehrlichkeit und Transparenz, die man von den Verantwortlichen an der Spitze erwarten“ dürfe. Vor allem bedauere er, dass das so wichtige Thema nun „für den Wahlkampf instrumentalisiert“ werde.

Er plädiere –auch wenn er deshalb erneut „Diffamierungen und Beschimpfungen“ befürchten müsse- für eine freiwillig Fusion mit der VG Dahner Felsenland: „Eine Fusion mit Annweiler ist aufgrund der gegebenen Tatsachen ausgeschlossen.“ Die freiwillige Fusion mit dem Dahner Felsenland sei der „Weg nach vorne“ und schaffe „die flächenmäßig größte und wirtschaftlich stärkste VG in der Südwestpfalz“. Die Alternative heiße: Zwangsfusion.

Die Argumente der Ratsmehrheit: Zurück auf Anfang: Bürgerwille beachten!

 Andreas Wilde, SPD-Fraktionssprecher und Beigeordneter, hatte die Aussprache eröffnet: „Die beste aller Optionen ist der Erhalt der VG Hauenstein“, konstatierte er und verwies darauf, dass diese Position auch in der Bürgerschaft weit verbreitet ist. Der Vorstoß, die Verbandsgemeinde zu erhalten, sei auch als Signal an die Bürgerinnen und Bürger zu verstehen, dass die Kommunalpolitik „nicht untätig ist, um den Bürgerwillen umzusetzen“.

Norbert Meyerer (CDU) erinnerte in seinem Statement zunächst daran, dass der fast wortgleiche CDU-Antrag im Februar 2017 „im Hohngelächter und Gespött der anderen Fraktionen untergegangen“ sei. Mit dem Antrag auf Erhalt der VG Hauenstein kehre man nun an den Anfang der Diskussion zurück, in der die Landesregierung immer wieder den „Schwarzen Peter“ verschob und „Nebenkriegsschauplätze“ eröffnete. Er forderte Mainz auf, „endlich das Bürgervotum zu akzeptieren und die Bürger nicht erneut zu enttäuschen.“ Man habe mittlerweile den Eindruck, dass Mainz die VG Hauenstein „am langen Arm aushungert“ und in Kauf nehme, dass man sich hier „zerstreitet.“ Wie Schary beklagte Meyerer in der bisherigen Diskussion eine „schmerzvolle Zeit mit vielen Verletzungen und Beschuldigungen“.

Als „Irrweg“ und „Unsinnsmodell“ bezeichnete Bernhard Rödig (FDP) den gesamten Fusionsprozess im Land: Es sei erwiesen, „dass Fusionen nichts bringen“. In der bisherigen Diskussion habe man völlig „unnötig viel Energie verplempert“. Traurig stimme ihn, dass die Hinterweidenthaler Ratsmitglieder das Ratsvotum „schwächen“. An die Landesregierung richtete er den Appell, endlich „Politik im Sinne der Bürger machen“. Die in der Rheinpfalz am Dienstag zitierten Aussagen des Pressesprechers der FDP-Landtagsfraktion nannte er „Larifari“. Da müsse man Contra geben, dicke Bretter bohren, um so auch gegen die Misere anzugehen, dass sich die Bürger immer mehr von der Politik abwenden.

 Herbert Schwarzmüller (FWG) nannte „neue maßgebliche Entwicklungen“ als Kriterium, um nun den Erhalt der VG Hauenstein zu fordern: Ein „Merkmal“ seien die Veröffentlichungen des Gutachtens über die anstehende Kreisreform, in dem auch „von mehr Bürgerbeteiligung“ die Rede sei und mit der nun seiner Meinung nach auch die Fusionsfrage Hauensteins gekoppelt werden sollte. Und er nannte als weiteren Faktor die in den letzten Jahren „deutlich verbesserten wirtschaftlichen Verhältnisse der  VG Hauenstein“, die deren weitere Existenz auch in der gegebenen Konstellation sicherten. (ran)

 




Liesa Helfer bei “Kultur im Dorf” in Hauenstein

HAUENSTEIN. Eine (Zeit-)Reise durch die Welt des frankophonen Lieds erlebten rund 50 Zuhörer im Hauensteiner Bürgerhaus. Sie wurde präsentiert von Lisa Helfer, die mit ihrer dem Genre überaus gerechten Stimme, einem samtenen, schnörkellosen Alt, mit Intonationssicherheit und mit Charme das Publikum begeisterte. Sie wurde hervorragend begleitet vom Pianisten Christian Fries, der sich dezent in den Dienst der Chansonette stellte, der aber dabei immer wieder auch seine Meisterschaft an den Tasten deutlich werden ließ.

Das Programm war zum einen den Klassikern des französischen Chansons – Edith Piaf („La vie en rose“ etwa oder „Non, je ne regrette rien“), Jacques Brel („Chanson des vieux amants“) und Yves Montand („Les feuilles mortes“)- gewidmet, unternahm aber auch bei Francoise Hardys „Tous les garcons et les filles“ Ausflüge beispielsweise in die Welt des „Schlagers“ oder mit „La monture“ aus „Notre Dame de Paris“ in den Bereich des Musicals.

Einen besonderen Schwerpunkt setzte Lisa Helfer mit Liedern ihrer erklärten Lieblingssängerin Patricia Kaas, von der es unter anderem “Chanson d‘amour pas finie“ oder „Mon mec à moi“ zu hören gab. Letztlich war das Programm eine Zeitreise, die mit Liedern aus dem Jahr 1945 einsetzte und über viele Stationen bis zu Louanes „Jour 1“ aus dem Jahr 2015 führte.

Verbindende Klammer des Programms „Coup de foudre“ („Liebe auf den ersten Blick“) war das unerschöpfliche Thema „Liebe“, deren unzählige Facetten -vom Liebeskummer über die bedingungslose und die unerfüllte Liebe bis hin zur Erinnerung an den „ersten Tag“- in den Liedern besungen wurden. Sehr willkommen und hilfreich war dabei die Moderation der Sängerin, die charakteristische Zeilen der Lieder in Übersetzung vortrug. Sehr schön war auch, als Lisa Helfer das Publikum einlud, bei Michel Sardous „La maladie d’amour“ mitzusingen. Flugs ausgeteilte Texte machten so aus den Zuhörern einen zwar zurückhaltemden, aber unüberhörbaren Background-Chor. Das Konzert wurde organisiert von der verdienstvollen Initiative „Kultur im Dorf“. (ran)




Parkplätze für Besucher des RLP-Tages im interkommunalen  Gewerbegebiet

Foto: Im künftigen Interkommunalen Gewerbegebiet sind zahlreiche Baumaschinen am Werk, die das Gelände für die Bebauung herrichten. Es wird eine Herausforderung sein, dieses Gelände als großen Park&Ride-Parkplatz für den Rheinland-Pfalz-Tag am letzten Juniwochenende herzurichten. (ran)

HAUENSTEIN. Der Rheinland-Pfalz-Tag, der vom 28. bis 30. Juni in Annweiler stattfinden wird, wird auch nach Hauenstein ausstrahlen. Sowohl Ortsbürgermeister Bernhard Rödig als auch der örtliche Projektleiter in Annweiler, Reiner Paul, bestätigten, dass in Hauenstein ein großer Park&Ride-Parkplatz mit einem Shuttle-Dienst zum Fest nach Annweiler eingerichtet werden wird.

Auf unsere Anfrage teilte Reiner Paul mit, dass im Bereich des interkommunalen  Gewerbegebietes „ausreichend Parkplätze für Besucher des RLP-Tages aus westlicher Richtung (Zweibrücken, Pirmasens, Dahner Felsenland etc.) entstehen“ sollen. Der Parkplatz werde über einen eigenen Bus-Shuttle direkt an das Festgelände in Annweiler angebunden. Derzeit sei eine Taktung von 15 bis 25 Minuten angedacht. Dies sei aber „noch in der Endabstimmung“. Der Platz im „Neufeld“ solle auch als Ausweichparkplatz dienen, „wenn die Parkplätze bei Annweiler voll wären“.

Die Shuttlebus-Haltestelle werde „nach derzeitiger Planung“ eher im Bereich „Hauenstein-Mitte“ erfolgen, wobei aber auch über eine zusätzliche Haltestelle an der Schuhmeile nachgedacht wird. Die Entscheidung darüber sei noch nicht endgültig getroffen. Derzeit sind in dem künftigen Gewerbegebiet noch zahllose Baumaschinen am Werk, die das Gelände für die künftige Bebauung modellieren. Ob für dessen Nutzung als Parkplatz eine –wie auch immer geartete- Befestigung notwendig wird, darüber, so Reiner Paul, sei noch nicht entschieden: „Sollte diese erforderlich sein, wird dies mit den Gremien der Ortsgemeinde Hauenstein und Wilgartswiesen abzuklären sein.“

Der Parkplatz im künftigen Gewerbegebiet ist neben Flächen in Queichhambach und am Josefshof bei Völkerweiler Teil des Verkehrskonzeptes, das die Planer für das Festwochenende entwickelt haben. Insgesamt sollen Parkplätze für 2.500 bis 3.000 Fahrzeuge bereitgestellt werden. Reiner Paul weist aber darauf hin, dass man „insgesamt versucht, die meisten Besucherinnen und Besucher über öffentliche Verkehrsmittel nach Annweiler zu bekommen“.

Der Hauensteiner Parkplatz liegt unmittelbar am Bahn-Haltepunkt Hauenstein-Mitte. Auf der Queichtalstrecke werde, so Paul, „der Zugverkehr deutlich verstärkt“. Weil die  nur ein Gleis zur Verfügung steht, werde der Bahnhof Annweiler am Festwochenende zu einem „doppelten Kopfbahnhof“ umfunktioniert: „Dies bedeutet, dass Züge von Pirmasens  nach Annweiler und zurück fahren. Gleiches wird aus Landau geschehen. Auch hier ist Annweiler Endstation.“ Durch diese Zweiteilung könne eine Kapazität von 2.500 Personen pro Stunde über die Schiene abgewickelt werden. Am Fest-Freitag und Fest-Samstag wird der Zugverkehr bis 1 Uhr ausgeweitet.

Ortsbürgermeister Bernhard Rödig kommentierte das Parkkonzept zum Landesfest so: „Aus meiner Sicht erfordert ein solches Fest vorrangig die Solidarität und die Unterstützung der Nachbargemeinden.“ Auf unsere Anfrage nennt er aber für das Gelingen der Pläne die Bedingungen, „dass die Erdarbeiten im Interkommunalen Gewerbegebiet bis zum Rheinland-Pfalz-Tag im Wesentlichen abgeschlossen sind und es nicht regnet“. Den Parkservice übernehme die Stadt Annweiler. Parken im Bereich der Realschule plus und in der Sommerstraße sei von den Verantwortlichen im Organisationsteam Annweilers nicht angedacht, weil die Kapazität dort zu gering sei. (ran)




Verbandsgemeinde Hauenstein erhalten statt sie mit der VG Dahner Felsenland „freiwillig“ zu fusionieren

HAUENSTEIN. Eine neue Dynamik erfährt die Diskussion um die Kommunal- und Verwaltungsreform (KVR). Gleich aus mehreren Richtungen kommt die Forderung, die Verbandsgemeinde Hauenstein zu erhalten, statt sie mit der VG Dahner Felsenland „freiwillig“ zu fusionieren. Wird nun das Fass erneut KVR aufgemacht? Die weitere Entwicklung wird man mit Spannung verfolgen.

Zur Erinnerung: Beschlusslage ist seit dem 12. Juni 2018, eine „freiwillige“ Fusion mit der VG Dahner Felsenland inhaltlich und organisatorisch vorzubereiten. Zuvor hatte die Landesregierung der von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung gewünschten Fusion mit Annweiler –Ausnahme war Hinterweidenthal, wo man sich mit ebenso überwältigender Mehrheit nach Dahn orientierte- ebenso eine klare Absage erteilt wie der sogenannten 7+1-Lösung, nach der sieben Ortsgemeinden unter das Dach der VG Annweiler schlüpfen und Hinterweidenthal sich Dahn anschließen sollte.

Jetzt also gibt es neue Entwicklungen: Bereits Ende März hat sich der Hauensteiner Prof. Dr. Peter Hofmann als „politisch interessierter, aber parteipolitisch neutraler Bürger“ in einem Schreiben an Ministerpräsidentin Malu Dreyer gewandt. „Ich möchte an  Sie  appellieren: Lassen  Sie  die  Verbandsgemeinde Hauenstein in ihrem Bestand überleben. Zwingen  Sie  die  Bürgerinnen und  Bürger nicht, eine gewachsene Gemeinschaft aufzulösen“, schreibt der Mediziner.

Zuvor hatte er beschrieben, dass sich die Gemeinde „durch  kluge und weitsichtige Entscheidungen  trotz aller wirtschaftlichen Aufstiege und Niedergänge zu ihrer heutigen Stärke  entwickelt“ habe. Hauenstein sei „zwar  kleinste Verbandsgemeinde, aber die  mit  der stärksten Wirtschafts- und  Finanzkraft innerhalb des Kreises Südwestpfalz“. Nun hätten die Menschen den Eindruck, dass sich die Politik „anschickt, diese Erfolgsgeschichte zu zerstören“. Die Auflösung dieser „blühenden Einheit im Rahmen der Kommunal- und Verwaltungsreform bedeute „das Ende der über hundertjährigen Erfolgsgeschichte“.

Die „weit  überwiegende Mehrheit der  Bürgerinnen und  Bürger“ habe sich bei für den  Erhalt der Verbandsgemeinde ausgesprochen und damit gegen „eine politisch gewollte Veränderung“ votiert. Hofmann macht als Folge der Mainzer Entscheidungen in der Bevölkerung einen „Zukunftspessimismus“ aus, der als „Zukunftsoption  nur  noch   das   Ende  aller positiven Entwicklungen“ sehe. Das führe zu „Streit bis tief in die  Familien  hinein.  Freundschaften zerbrechen und  Enttäuschung über  politische Mandatsträger auf  allen Ebenen  macht sich  breit. Damit beginnt der menschliche und soziale Zusammenhalt in unseren Gemeinden zu bröckeln.“

Im Gespräch mit der Rheinpfalz begründete Peter Hofmann, der auf der Liste der FDP für den Verbandsgemeinderat kandidiert, seine Motivation zu dem Schreiben an Malu Dreyer auch mit der „Sorge um die Zukunft unserer Enkelkinder“. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die jüngst veröffentlichte Studie „Die demografische Lage der Nation“, nach der die ostdeutschen Regionen inzwischen besser dastehen als die Westpfalz. Und vor allem stellt er fest: „Bei allen Lösungen, die diskutiert werden, ist Hauenstein immer Verlierer und wird in vielen Bereichen an Bedeutung einbüßen. Deshalb meine Forderung, die Selbständigkeit der VG Hauenstein zu wahren.“

Mit dieser Forderung steht Peter Hofmann nicht allein, auch wenn sein Versuch, den Brief auf eine breitere Basis zu stellen, gescheitert ist: „Ich hatte die Zusage der Ortsbürgermeister und der Fraktionssprecher, dass sie den Brief mit unterschreiben.“ Diese Zusage sei aber –„aus für mich nicht nachvollziehbaren  Gründen“, wie Hofmann sagt- nicht eingehalten worden.

Gleichwohl: Am Donnerstag haben sowohl die Mehrheitskoalition im Verbandsgemeinderat aus SPD, Grünen und FWG als auch die CDU-Fraktion Anträge für die am 7. Mai terminierte Sitzung des Verbandsgemeinderats publik gemacht, die das gleiche Ziel verfolgen. Im Antrag der Koalition wird von Landesregierung und Landtag gefordert, die Fusion mit dem Dahner Felsenland  „zumindest bis zum Ende der Kommunalwahlperiode 2024 auszusetzen“. Auch hier wird –wie im Schreiben Peter Hofmanns- darauf abgehoben, dass sich die „VG Hauenstein in den letzten Jahren hervorragend entwickelt (hat) und in der Lage (ist),  für ihre Bürgerinnen und Bürger gute Lebensgrundlagen zu schaffen“.

Auch die CDU-Fraktion im VG-Rat fordert die Landesregierung auf, „die VG Hauenstein  nicht zu einer Fusion nicht zu zwingen“. Die Begründung der CDU unter anderem: Die Mainzer Regierung habe die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, bei einer Befragung mitzubestimmen. Dies sei  geschehen: „Die Bürgerinnen und Bürger haben eine Fusion mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.“ Die CDU fordert, „bis auf weiteres, mindestens jedoch für die Dauer der Kommunalperiode 2019-2024, von einer Fusionsverpflichtung abzusehen und die VG Hauenstein zu erhalten.“

Peter Hofmann hatte die Ministerpräsidentin um eine Antwort oder um eine Gesprächsmöglichkeit gebeten. Post aus Mainz hat er bisher noch nicht erhalten. (ran)

 




Im Frühjahr 2021 sollen „Am Sonnenhang“ die ersten Häuser  gebaut werden können

HAUENSTEIN. Das neue Hauensteiner Baugebiet „Am Sonnenhang“ biegt auf die Zielgerade. Der Ortsbeigeordnete Markus Pohl, der das Projekt seit 2014 maßgeblich betreut, ist nun zuversichtlich, dass „im Frühjahr 2021 dort endlich die ersten Häuser  gebaut werden“ können.

Die Vorgeschichte

Bereits 2013 hatte der Ortsgemeinderat auf Antrag der CDU und mit großer Mehrheit beschlossen, in der Gewanne „Mühlbistl“ auf einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern ein Baugebiet zu entwickeln. In der Folge war es erstmals in Hauenstein gelungen, das benötigte Gelände, das sich östlich an das Wasgaustadion anschließt, vollständig in gemeindlichen Besitz zu bekommen, um „Spekulation auszuschließen“, wie Pohl sagte. Die Grundstücksverhandlungen hätten zwei Jahre in Anspruch genommen.

Nach einer Reihe von Verzögerungen –unter anderem mussten Zauneidechsen „umgesiedelt“ werden, zudem waren eine Kampfmittelsondierung, die insgesamt 133.000 Euro verschlang, und in deren Folge eine aufwendige Bombenentschärfung notwendig- wird derzeit unter der Regie des Erschließungsträgers, der Lauterer WVE, die Erschließung des Geländes vorbereitet. Die Pläne hierzu haben bereits Verbands- und Ortsgemeinderat passiert. Die Ausschreibungen für die Erschließungsarbeiten erfolgen, sobald die wasserrechtliche Genehmigung vorliegt. Sie sollen 2020 aufgenommen und abgeschlossen werden.

Hohe Nachfrage nach den Bauplätzen

Markus Pohl konstatiert bereits jetzt eine „sehr hohe Nachfrage“ nach den insgesamt 43 Bauplätzen, die –je nach Lage-  zwischen 96 und 140 Euro pro Quadratmeter kosten werden. Den „Alteigentümern“ habe man das Recht eingeräumt, als erste auf die neu entstehenden Bauplätze zuzugreifen: „Davon haben bislang sieben Alteigentümer Gebrauch gemacht“, beschreibt Pohl den Status quo. Bis zum 15.06. müssten sich alle Vorbesitzer endgültig entschieden haben.

Darüber hinaus hätten bereits zahlreiche weitere Bauwillige ihr Interesse an einem Sonnenhang-Bauplatz bekundet. Weitere Interessenten können sich nun unter der Telefonnummer 06392-915163 bei der Verwaltung melden. Alle erhalten Anfang Mai einen Fragebogen, dem ein Lageplan beigefügt ist, und können sich dann um ein bestimmtes Grundstück bewerben. „Wir sind natürlich sehr daran interessiert, dass vor allem junge Familien aus Hauenstein und der Region mit Kindern zum Zuge kommen“, betont Pohl.

Um ein „Windhundrennen“ zu vermeiden, werde man alle Bewerbungen bis Ende August sammeln. Im Oktober/November werde dann die Entscheidung getroffen werden, an welche Familien die Bauplätze vergeben werden. Ihnen steht dann eine Baufrist von drei Jahren offen, innerhalb der mit dem Bau begonnen werden sollte. Den Alteigentümern habe man eine verlängerte Frist eingeräumt.

Mehrfamilienhäuser an der Speyerstraße

Am nördlichen Rand des Baugebietes –entlang der Speyerstraße- sind vier größere Bauplätze für Mehrfamilienhäuser vorgesehen. „Es wäre in unserem Sinne, wenn hier auch Wohnungen im sozialen Wohnungsbau zu sozialverträglichen Mieten entstehen könnten. Auch altersgerechtes Wohnen ist eine Option, der wir Priorität einräumen“, gibt der Beigeordnete die Richtung vor. Gespräche mit Investoren seien bereits geführt.

Diskussionen um Erschließungskosten

Entschieden widersprach Pohl einer Aussage von Grünen-Fraktionschef Stefan Kölsch, der behauptet hatte, dass die Gebührenzahler mit den Abwasser- und Wassergebühren die Grundstückskäufer am Sonnenhang mit „hunderttausenden von Euro subventionieren“ müssten und damit den Eindruck erweckt hatte, als würde der „Sonnenhang“ besonders behandelt. „Das entbehrt jeder Grundlage: Die künftigen Grundstücksbesitzer am ,Sonnenhang‘ zahlen für die Erschließung genauso einen Pauschalbeitrag pro Quadratmeter, wie es bei allen anderen Neubaugebieten gehandhabt wurde, die in den letzten fast 50 Jahren in der Verbandsgemeinde erschlossen wurden.“ Für den Sonnenhang wird die neu festgesetzte Pauschale von 24 Euro pro Quadratmeter fällig. Sie ist in den genannten Quadratmeterpreisen enthalten.  (ran)




Verbandsgemeinde Hauenstein fährt E-Auto

Foto: Bürgermeister Werner Kölsch stellte das neue E-Auto, ein Nissan Leaf, als Dienstfahrzeug der Verbandsgemeinde Hauenstein vor.(ran)

HAUENSTEIN. „Es ist nur ein kleiner Schritt, ja, aber ein Anfang und ein Beitrag zum Klimaschutz.“ So würdigte Bürgermeister Werner Kölsch die Inbetriebnahme eines E-Autos, das der Verwaltung der Verbandsgemeinde Hauenstein künftig als Dienstfahrzeug, für das Ordnungsamt und für Dienstfahrten beispielsweise, zur Verfügung steht.

Am Freitagnachmittag stellte der Verwaltungschef den weißen Nissan Leaf vor, in den die Verbandsgemeinde 23.179 Euro investierte. Das Fahrzeug bringt 110 kW (150 PS) emissionsfreie Leistung auf die Straßen. Wie Kölsch ausführte, habe das E-Auto eine Reichweite von 415 Kilometer innerorts und 378 Kilometer „kombiniert“.

Die 40 kWh-Batterie wird künftig an einer Wallbox, einer Ladeeinheit, die im Hof des Verwaltungsgebäudes installiert ist, aufgeladen. Eine Aufladung für das Fahrzeug dauere fünf bis sechs Stunden. Der Strom dafür kommt von der Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach und damit aus kostenloser Sonnenenergie. Der Nissan ist auch für eine Schnelllademöglichkeit über eine „Chademo“-Kupplung ausgerüstet: Damit kann der Wagen, beispielsweise an der Ladestation am TIZ binnen einer Stunde „vollgetankt“ werden.

Die Anschaffung des Nissan Leaf konnte durch das Förderprogramm Elektro-Mobilität des Bundesumweltministeriums gegenüber dem Listenpreis um 6.730 Euro günstiger abgewickelt werden. Aus einer von der Kreisverwaltung für die gesamte Pfalz durchgeführten Bundle-Ausschreibung war der Japaner als wirtschaftlichstes Angebot hervorgegangen. Außer Hauenstein habe in der Region auch die VG Thaleischweiler-Wallhalben und die Stadt Pirmasens das Angebot wahrgenommen. Der Nissan wurde von einem Zweibrücker Autohaus geliefert.

 

Das Fahrzeug ist übrigens mit einer Werbung für die Urlaubsregion Hauenstein beklebt: Ein Bild der Falkenburg im Licht der untergehenden Sonne mit dem Schriftzug „Urlaubsregion Hauenstein … fährt elektrisch“ ist auf der hinteren Tür angebracht. (ran)




Erneut Mannschaftswertung beim „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ gewonnen

Foto: Nach der Siegerehrung und mit Pokalen: (v.l.) Patric Schoenball, Francesca Klein, Tom Wittwers Freundin, Tom Wittwer, Dominic Memmer, Fabian Trapp. (ran)

HAUENSTEIN. Tom Wittwer und Fabian Trapp aus Dahn und der Hauensteiner Dominik Memmer, zu denen sich heuer der Wachenheimer Patrick Schoenball gesellt hatte, gewannen erneut die Mannschaftswertung beim „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ auf dem Nurburgring. Damit schaffte das Team aus der Pfalz am Samstag nach 2017 und 2018 das Triple. Rund zehntausend Teilnehmer –viele verkleidet -als Super- oder Spiderman beispielsweise, als Harlekin oder als Häftlingstruppe- waren bei winterlichen Bedingungen am Start.

Und wie in den Jahren zuvor zeigten die Pfälzer der Konkurrenz, wo „de Barthel de Moscht“ holt: Die Mannschaft gewann unangefochten und mit großem Vorsprung die Teamwertung. Patrick Schoenball siegte in der Einzelwertung, Tom Wittwer wurde Gesamtzweiter, Fabian und Dominic Memmer kamen unter den Top Ten ins Ziel: Ein grandioses Ergebnis für die Ausdauersportler bei der „Mutter aller Hindernisläufe“, wie sich der StrongmanRun gerne nennt.

Und heuer muss zuerst über das Wetter gesprochen werden: Am Samstagmorgen war die weltberühmte Rennstrecke in der Eifel unter einer fast zehn Zentimeter dicken Schneeschicht verschwunden – und das am 4. Mai. Der Schnee schmolz zwar bis zum Start am frühen Nachmittag weg. „Aber es war immer noch lausig kalt“, berichtete am Sonntag Dominic Memmer von kalten Regen- und Graupelschauern. Und Fabian Trapp bestätigte: „Die Kälte war der Hauptgegner.“ So hatten denn die Teilnehmer auch nichts gegen die Entscheidung der Jury einzuwenden, ein Hindernis –ein mit eiskaltem Wasser gefülltes 40 Meter langes Bassin- aus dem Parcours herauszunehmen. „Eine gute Entscheidung im Sinne der Teilnehmer“ kommentierte Tom Wittwer.

Stichwort Hindernisse: „Man lässt sich am Nurbürgring immer sehr vieles und auch sehr Fieses einfallen“, beschreibt Dominik die letztlich 19 Hindernisse, die zweimal zu passieren waren und bei denen Namen wie „Mount Neverrest“ oder „Stairway to Hell“ selbsterklärend sind. „Besonders fies“ sei „Matscho Matscho“ gewesen, wo man „tief im Schlamm einsank und kaum wieder rauskam“, Auch nicht von schlechten Eltern: die „Rutschpartie“, wo zunächst drei aufeinandergestapelte Überseecontainer zu erklimmen waren und dann eine Rutsche ins eiskalte und knietiefe Wasserbassin führte: „Das war ein Hindernis, das mich am Ende der ersten Runde wegen der Kälte völlig aus dem Rhythmus brachte. Danach brauchte ich einige Zeit, bis es wieder rund lief“, erzählte Fabian Trapp.

Trotz Kälte, trotz fieser Hindernisse: „Es war ein schöner Lauf“, fasst Fabian zusammen. Tom, der in den vergangenen Jahren Zweiter und Dritter geworden war, nannte die 24-Kilometer-Strecke diesmal „sehr lauflastig“, führte sie doch, wie Dominic berichtete, auch „über weitläufige Grasflächen und durch eine schöne Hügellandschaft. „Die Herausforderung war aber die Kälte“, sagte das Trio aus dem Wasgau unisono.

Ins Team der Wasgauläufer gesellte sich erstmals der 29-jährige „Youngster“ Patrick Schoenball aus Wachenheim, den die Freunde der Leichtathletik als hervorragenden Mittelstreckler des ABC Ludwigshafen und Bayer Leverkusen in Erinnerung haben. Er lief an der Spitze des Feldes sein Rennen und kam nach 1:44:02 Stunden ins Ziel, 13 Sekunden vor Tom Wittwer. „Ich hatte keine Chance, zu ihm aufzulaufen“, beschrieb Tom sein Rennen: „Da merkt man halt doch, dass man älter wird“, lacht der 37-jährige Polizist aus Dahn.

Für Fabian Trapp blieben die Stoppuhren nach 1:54:14 Stunden stehen, für Dominik Memmer nach 1:56:21 Stunden. Wobei bei den Ergebnislisten aktuell noch alles durcheinander geht, weil die verschiedenen Läufe in eine Liste gepackt wurden. „Ich müsste mit meiner Zeit Vierter oder Fünfter sein, Dominik Fünfter oder Sechster“, waren sich der Dahner Ingenieur ebenso wie der Hauenstein Dachdecker auch am Sonntagabend noch nicht über die endgültige Platzierung klar. Klar war nur, dass sie unter den TopTen ins Ziel gekommen waren.

Sei’s drum: Den Mannschafts-Sieg und die herausragenden Einzelplatzierungen feierte das Wasgau-Team übrigens mit einem besonderen Flasche Sekt. Die hatten sie bei der Rheinpfalz-Sportler-Wahl 2018 gewonnen… (ran)




Die „Kleiderstube“ wurde 25 Jahre alt

Foto: Das Team der Kleiderstube, die am 11. April ihr 25-jähriges Bestehen feiern kann: (v.l.) Anni Benz, Susanne Tausendfreundt-Pohl ,Viola Braun-Reichstätter, Maria Danner, Christine Memmer, Brigitte Gieger, Eva Welsch und Ulrike Ruppert. Beim Fototermin fehlten Edith Kurz, Marga Schmitt und Uta Winter. (ran)

HAUENSTEIN. Eine gleichermaßen segens- und hilfreiche Einrichtung feiert Jubiläum: Am 11. April 1994 –vor 25 Jahren- öffnete zum ersten Mal die „Kleiderstube“ im ehemaligen Bibliothekssaal des Pfarrhauses ihre Pforten. Und seither haben dort ungezählte Menschen Hilfe gefunden. Und beileibe nicht nur, wenn es um Kleidung ging.

Ein Team von 11 Frauen –zuletzt sind auch einige jüngere Mitarbeiterinnen dazu gestoßen- schultert mit vielen Ideen, großem Zeitaufwand, viel Herzblut und ausschließlich im Ehrenamt die anstehende Arbeit: Sie alle und die „Ehemaligen“ tragen mit der tatkräftigen Hilfe von Paul Deny und von dem einen oder anderen Ehemann, der sie bei handwerklichen Aufgaben unterstützt, zu einer nun ein Vierteljahrhundert währenden Erfolgsgeschichte bei. „Und wir können auf diese 25 Jahre mit Stolz schauen“, sagen die Frauen – mit Recht.

Das Prinzip, nach dem die Kleiderstube arbeitet, ist sehr einfach. Gespendete und gut erhaltene Kleidungsstücke – von der Säuglingsausstattung und Oberbekleidung über Schuhe, Wäsche, Handtücher, Mäntel und Jacken bis hin zum Hausrat- werden gegen einen kleinen Obolus abgegeben. Manch einer der 40 bis 50 „Kunden“, die montags zwischen 14.30 Uhr und 17 Uhr zur Kleiderstube kommen, hat über das schwarze Brett ein Fahrrad gefunden. Auch Möbel oder andere sperrige Gegenstände konnten so vermittelt werden. Die Kleiderstube ist offen für alle, Flüchtlinge und sozial Benachteiligte finden hier immer wieder Hilfe.

Es sind zum Teil „hochwertige Sachen“, die aus Hauenstein, aber auch aus anderen Orten der Region in der Kleiderstube angeliefert werden. Oft stammen sie, wie die Mitarbeiterinnen erzählen, aus  Haushaltsauflösungen, oft kommen Kleider, weil im modisch orientierten Kleiderschrank kein Platz mehr war. „Die Leute haben Vertrauen zu unserer Einrichtung“, stellt Anni Benz fest, bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen: „Sie wissen, dass die Kleider hier am richtigen Ort sind und sinnvoll weiterverwendet werden.“ Die Preise sind niedrig und so festgesetzt, dass „deutlich wird, dass die angebotenen Sachen einen Wert haben und die Besucherinnen und Besucher sich nicht als Almosenempfänger fühlen müssen“.

Trotz der sehr moderaten Preise kommt einiges zusammen. Und jeder Euro, der sich in den Kassen sammelt, kommt wieder Bedürftigen zugute. Zum Teil namhafte Spenden flossen und fließen an Menschen in Not. Alle vier Wochen trifft sich das Team, um über  Organisatorisches zu sprechen und regelmäßig auch darüber zu diskutieren, wie die Gelder verwendet werden: Nutznießer sind einheimische Einrichtungen wie die Kindergärten, die Jugendarbeit der Pfarrei oder der Hauensteiner Chile-Freundeskreis und die Aktion Afrika.

Auch die Frauenhäuser in Pirmasens und Landau und der Klosterhof Pirmasens oder eine in Kalkutta wirkende Ärztin, die Aktion „Mütter in Not“ und Kinder aus Tschernobyl konnten sich schon über Spenden und Unterstützung aus der Kleiderstube freuen. Wichtig sei aber auch: „Wenn wir von einer Notsituation im Ort oder in der Umgebung hören, hat das immer Vorrang“, berichtet Marga Schmitt. Dass man immer in der Lage ist zu helfen, dazu tragen auch der große Flohmarkt zum Pfarrfest und die beiden „kleinen aber feinen Basare“ zu Ostern und Weihnachten bei.

Wichtig ist dem Team die „Nähe zur Kirche“. Die räumliche Nachbarschaft –die Kleiderstube liegt im Schatten der Christkönigskirche- sei hier durchaus als Zeichen zu verstehen: Die Einrichtung, die aus dem Caritas-Ausschuss des damaligen Pfarrgemeinderates hervorgegangen ist, kann Menschen, die oft „kirchenfern“ aufgewachsen sind, Kirche und Glauben an einem ganz konkreten Beispiel erfahren lassen.

Und die Besucherinnen und Besucher wissen das auch zu schätzen: Für sie ist auch wichtig, dass sie mit der Kleiderstube einen Ort der Begegnung vorfinden, wo Erfahrungen ausgetauscht werden, Tipps weitergegeben, stolz Neugeborene gezeigt und –manchmal- auch das Heimweh der ausländischen Besucher gemildert wird, weil sie hier mit Landsleuten zusammentreffen können. Manchmal gibt’s als kleines Dankeschön einen Blumenstrauß, manchmal einen selbstgebackenen Kuchen. Und: Manche Besucher, die aus Hauenstein weggezogen sind, schauen nach Jahren mal wieder in der Kleiderstube vorbei.

 

Wie gesagt: Montags zwischen 14.30 Uhr und 17 Uhr hat die Kleiderstube geöffnet: Dann können auch saubere und tragbare Kleidungsstücke gebracht werden. „Und da sind wir sehr dankbar, dass uns die Bevölkerung so großzügig unterstützt und uns hilft, anderen Menschen das Leben leichter zu machen“, sagen die Frauen.

Zum Team der Kleiderstube zählen Anni Benz, Viola Braun-Reichstätter, Maria Danner, Brigitte Gieger, Edith Kurz, Christine Memmer, Ulrike Ruppert, Marga Schmitt, Eva Welsch, Susanne Tausendfreundt-Pohl und Uta Winter. Für die regelmäßige tatkräftige Unterstützung sind die Aktiven auch Paul Deny dankbar, der immer da ist, wenn kräftige Arme gebraucht werden.

Und da war noch…

…die Geschichte vom Mantel der Helferin. Sie hatte ihn zu Beginn der Öffnungszeiten abgelegt. Eine Kundin fand Gefallen und wollte das gute Stück gerade bezahlen, als die eigentliche Besitzerin aufmerksam wurde und den Deal gerade noch verhindern konnte. Nicht mehr rückgängig zu machen war aber der Verkauf des Rucksacks, den eine Kundin abgestellt hatte. Das praktische Teil gefiel einer anderen Kundin, die ihn im Eifer des Gefechts bezahlte und mitnahm. Aber auch hier konnte die die Situation bereinigt werden: Für das versehentlich verkaufte Teil konnte schöner Ersatz –sogar aus echtem Leder- besorgt werden.

 




Das Hauensteiner DRK ehrt Blutspender

Foto: Beim DRK Hauenstein wurden treue Blutspender geehrt. Unser Foto zeigt von links den DRK-Vorsitzenden Bernhard Rödig, Bereitschaftsleiterin Maria Zimmermann, Thomas Weber (100 Blutspenden), Friedrich Kiefer (125), Elke Feith (100), Raimund Bergdoll (100), Ullrich Cuntz (125) und Michael Zimmermann, den stellvertretenden Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes Südwestpfalz (ran)

HAUENSTEIN. Gleich sechs Blutspender, die mehr als 100 Mal von ihrem Lebenssaft spendeten, konnte der Ortsverein Hauenstein des Deutschen Roten Kreuzes bei einem Ehrenabend für die Spender im DRK-Haus in der Waldstraße auszeichnen. Freilich musste man mit Bedauern konstatieren, dass die Zahl der Blutspender auch in Hauenstein zurückgeht.

Als Vertreter des DRK-Kreisverbandspräsidenten sprach Michael Zimmermann ein Grußwort und würdigte die Leistungen der Spender, die allesamt dazu beitragen, Mitmenschen in schwierigen gesundheitlichen Situationen zu helfen. Zimmermann lobte das eingespielte Helferteam, ohne dessen Engagement die Blutspendetermine nicht möglich wären.

Mit Bedauern ging Zimmermann auf statistische Daten ein, die belegen, dass die Bereitschaft zur Blutspende nachlässt. Waren 2017 noch rund 600 Personen bei den vier Hauensteiner Terminen erschienen, so musste man 2018 einen Rückgang um 50 Spender registrieren: „Hoffen wir, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt“, sagte Zimmermann. Er verwies auf das kreisinterne Ranking der Blutspendezahlen, bei dem Hauenstein hinter Dahn und der Stadt Pirmasens gemeinsam mit Rodalben auf den dem dritten Platz liegt.

Ortsbürgermeister Bernhard Rödig, der auch als Vorsitzender des Ortsvereins fungiert, hatte die Gäste begrüßt und war auf die Geschichte des Blutspendens eingegangen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Wiener Arzt Karl Landsteiner in den Jahren 1901 und 1902 die Blutgruppen A, B und 0 entdeckte, war der Grundstein für die moderne Transfusionsmedizin gelegt. Der erste Bluttransfusionsdienst wurde in London im Oktober 1921 gegründet – schon damals mit Hilfe freiwilliger und unbezahlter Spender. Auch damals war das Rote Kreuz  federführend beteiligt. Heute spielt das gespendete Blut eine oft lebensrettende Rolle in der modernen Medizin.

Das Hauensteiner DRK führt pro Jahr vier Blutspendetermine durch, wobei das ärztliche Fachpersonal vom Blutspendedienst West des DRK gestellt wird. Die Organisation vor Ort wird von einem eingespielten Team ehrenamtlicher Helfern des Ortsvereins geleistet. Pro Termin spenden bis zu etwa 150 Personen Blut, die während des gesamten Verfahrens von besonders geschulten Personen betreut werden. Federführend sind hier Maria Zimmermann und Birgit Becker. Die beiden Hauptakteure der Blutspendetermine wurden mit einem Präsent für dieses ehrenamtliche Engagement geehrt.

Folgende Personen wurden –zum Teil in Abwesenheit- als treue Blutspender mit Urkunden und Präsenten geehrt:

150 Blutspenden: Karl Ernst

125 Blutspenden: Ullrich Cuntz, Friedrich Kiefer

100 Blutspenden: Thomas Weber, Raimund Bergdoll, Kerstin Hahn, Elke Feith

75 Blutspenden: Helmut Seibel, Margit Schmitt, Thomas Kustes, Edith Martens, Petra Memmer, Karl-Heinz Getto

60 Blutspenden: Ernst Bosch, Helmut Scheib, Bernhard Öhl, Bernd Jung, Annerose Feith, Martin Kämmerer

50 Blutspenden: Eva Maria Sternberger

40 Blutspenden: Dominic Fuchs, Roger Busch, Heidi Baque, Christian Wilhelm

25 Blutspenden: Agnes Braun, Verena Edrich, Andreas Haber, Madeleine Valenzik, Michael Adam, Erich Mandery

10 Blutspenden:   Thomas Neuschl, Stefanie Dums. Franz Schaller, Patrick Leisinger, Patrick Weißler, Karla Kreuzburg, Stefanie Peter, Indirani Poobalasingam, Zissy Seibel (ran)




43 Jahren Dienst als Erzieherin und „Chefin“ auf dem Hauensteiner Zimmerberg

Foto: Nach 43 Jahren als Leiterin der Kita St. Hedwig wurde Rita Hammer sehr herzlich in den Ruhestand verabschiedet. Zum Abschied gab’s eine Wellnessliege samt “Zubehör”. Mit “ihrer” Rita durften auch die Kinder probeliegen. (ran)

HAUENSTEIN. „Ich heiße Rita – und leite eine Kita“. Seit 1976 konnte sich Rita Hammer so gereimt vorstellen. Seit Anfang April  freilich ist es damit vorbei. In einer herzlichen Feier wurde die Leiterin der Kita „St. Hedwig“ in den Ruhestand verabschiedet – nach 43 Jahren Dienst als Erzieherin und „Chefin“ auf dem Hauensteiner Zimmerberg. Eine Erfolgsgeschichte.

Ihre Anfänge im „Kindergarten“ waren eher skurril: „Es waren 60 Kinder da und keine ausgebildete Erzieherin“, erinnert sich die gebürtige Hauensteinerin, die in Landau heimisch geworden ist. „Ich hatte gerade meine Ausbildung in Speyer abgeschlossen. Also  war ich mit 21 Jahren Leiterin. Nur hat’s mir keiner gesagt“, beschreibt sie die pragmatische Lösung des damaligen Pfarrers Otto Ernst: „Offiziell bin ich nie zur Leiterin der Einrichtung ernannt worden.“

43 Jahre, bis zum vergangenen Freitag, leitete sie die Kita, die sich mit Rita Hammer in der Verantwortung ein ganz besonderes Profil erarbeitete. Und deren Weg durch mehr als vier Jahrzehnte geprägt wurde von vielen „Meilensteinen“, die ihre Mitarbeiterinnen in einem „Portfolio“, das sie bei der Verabschiedung überreichten, in Erinnerung riefen: „Es wird dir   sicher manches Lächeln ins Gesicht zaubern“, war sich Ritas Stellvertreterin und Nachfolgerin Andrea Gerst sicher.

Einige der ganz besonderen Meilensteine in einer „guten, erfüllenden, manchmal auch anstrengenden Zeit“, wie die scheidende Kita-Leiterin ihre Dienstjahre beschreibt, müssen erwähnt werden: Beispielweise der große Umbau 1992, der mit einem finanziellen Aufwand von 1,6 Millionen Mark aus dem schlichten Zweckbau der frühen Sechzigerjahre ein funktionales und den gewachsenen Ansprüchen der Zeit entsprechendes Gebäude machte. Ab 1996 konnte in der Kita ein Mittagessen angeboten werden – damals eher eine Ausnahme. Zunächst nahmen zehn Kinder das Angebot wahr, heute werden 40 Essen zubereitet.

Thema Essen: Unter dem Slogan „Kita isst besser“ setzt man auf dem Zimmerberg einen Schwerpunkt auf gesunde Ernährung. „Damit wollen wir bei den Kindern eine Basis  für bewusstes Ernährungsverhalten und einen gesunden Lebensstil schaffen“, beschreibt Rita Hammer diesen Aspekt ihrer Arbeit, die, wie sie immer wieder betont, von einem „tollen Team“ mit zwölf pädagogischen und drei Mitarbeitern im hauswirtschaftlichen Bereich mitgetragen wurde. „Regional, saisonal und frisch“, so sei die Küche in der Kita zu beschreiben. 5.000 Euro Preisgeld war der Deutschen Gesellschaft für Ernährung diese beispielhafte Gesundheitsprävention wert.

Zur Gesundheit zählt auch regelmäßige Bewegung: Schon 2006 erhielt die Kita das Siegel „Bewegungskindergarten“: „Bewegung ist ein wichtiger Motor der kindlichen Entwicklung“, weiß Rita Hammer. „Fast jeden Tag, oft mehrmals am Tag“ seien die Kinder im Freien, spielen und bewegen sich dort. „Ein Segen“ sei das „Riesenaußengelände“ mit rund 6.000 Quadratmetern Fläche, mit eigenem Wald, Wasserspielplatz, Kletterwand und Bolzplatz. „Unsere Angebote in Bewegung und Spiel unterstützen die ganzheitliche Entwicklung der Kinder“, weiß sich Rita Hammer einig mit ihren –nun ehemaligen- Mitarbeitern, zu denen übrigens auch ein „Naturtrainer“ zählt, der die Kinder einmal pro Woche in den Wald begleitet.

Die Kita arbeitet auch mit einer französischen Muttersprachlerin. Und so konnten die Kinder ihrer scheidenden Rita auch in französischer Sprache „Tous les jours Dimanches“ („Alle Tage sollen Sonntage sein“) wünschen. Und auch gebetet wurde in deutscher und französischer Sprache. „Die religiöse Erziehung ist bei uns Prinzip“, sagte Rita Hammer.

„Alle hier im Hause haben dich sehr lieb“, hatten die Kleinen in ihrem „Lied zum Ruhestand“ über „die Rita“ gesungen. Und dieser Satz beruht auf Gegenseitigkeiten. „Mir war es in all den Jahren wichtig, dass sich die Kinder bei uns angenommen und geliebt fühlen – so, wie sie sind“, beschreibt sie ihr pädagogisches Credo, das sie durch die Jahrzehnte begleitet hat. Das gelte auch für die Eltern, die „uns ja ihr Liebstes anvertrauen“: Und das sei ein guter Weg, auch im Umgang mit den Erwachsenen: „Ich habe viel Wert auf gute Kontakte und gute Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt und gemeinsam mit ihnen viel erreicht.“

Und so könne sie sich auf den Ruhestand richtig freuen: „Mir wird die Arbeit mit den Kindern fehlen, die bis zum letzten Tag große Freude gemacht hat. Nicht vermissen werde ich aber den Wust an bürokratischer Arbeit, der von uns verlangt wird.“ Im Ruhestand wolle sie es zunächst mit Loriot halten: „Ich möchte einfach nur so da sitzen.“ Dass das sehr gemütlich gelingt, dafür hatten die Mitarbeiterinnen, der Träger und die Eltern gesorgt: Als Abschiedsgeschenk gab’s eine feine Wellnessliege samt „Beilagen“, die das „Faulenzen“ angenehm machen.

Rita Hammers weiterer Plan für den Ruhestand: Nach einer ersten „Phase des Faulenzens“ wolle sie „den Tag neu strukturieren“, sich um „Garten und Gatten“ kümmern, wolle „laufen und wandern“ und „die Natur erleben“, bei uns, in den Bergen oder an der Nordsee… (ran)