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Die Saison auf dem Jugendzeltplatz im Hauensteiner Stopper geht zu Ende

HAUENSTEIN. Mit den zu Ende gehenden Schulferien endet auch die Saison auf dem Jugendzeltplatz im Hauensteiner Stopper. „Im Vergleich zum noch Corona-freien 2019 pendelt sich die Auslastung des Platzes bei etwa der Hälfte der Zeltgäste ein“, berichtet Markus Pohl, der als Beigeordneter die Geschäfte rund um den Zeltplatz verantwortet.

„Wir sind sehr froh, dass wir nach der total ausgefallenen Saison 2020 in diesem Jahr doch einer Vielzahl von Jugendgruppen ein Zeltlager ermöglichen konnten“, konstatiert Pohl, der selbst viele Jahre mit Pfadfindergruppen Zeltlager durchführte. Die Zeltfreizeiten seien möglich geworden, weil in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung ein Hygienekonzept erarbeitet worden war, das zwar einiges an organisatorischem Aufwand erfordert und Einschränkungen notwendig gemacht, sich aber in der Praxis bewährt habe.

So waren in den Sanitärräumen nur jede zweite Dusche, jede zweite Toilettenkabine und jedes zweite Waschbecken zu nutzen, in allen Sanitär- und Aufenthaltsräumen waren Desinfektionsspender aufgestellt worden, Spender für Einmalhandtücher und Seife waren ständig nachzufüllen. Jugendliche Lagerteilnehmer über 14 Jahre, die nicht geimpft oder genesen sind, mussten bereits bei der Anreise einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Die Tests mussten am zweiten, vierten und letzten Tag des Aufenthalts erneut vorgelegt werden.

Für die Tests versicherte man sich der Unterstützung durch das örtliche DRK: Maria Zimmermann nahm die Abstriche in der Corona-Teststation im Bürgerhaus und zuweilen sogar vor Ort auf dem Zeltlagergelände. Dass die geforderten Tests durchgeführt wurden, wurde im Schuhmuseum, von wo aus der Zeltplatz verwaltet wird, überprüft. Die Jugendlichen mussten die Ergebnisse dort auch vorlegen, was zumeist per Email erledigt wurde. „Der Vorgang hört sich zunächst kompliziert an, es lief aber recht problemlos“, berichtet Hildegard Memmer aus dem Museum.

Aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen seien in diesem Jahr die Gruppen angereist, berichtet Markus Pohl: Pfadinder aus dem vorderpfälzischen Winden, aus Bad Dürkheim und Neuss waren da, KjG-Gruppen aus Hochheim in Hessen, Harthausen und Lampertheim schlugen ihre Zelte im Stopper auf, ebenso wie die Jugendfeuerwehr aus Jülich, die St.-Martin-Chorknaben aus Biberach oder eine Schülergruppen aus einem Karlsruher Gymnasium.

Die höchste Belegung hatte der Platz Mitte August, als gleichzeitig rund 250 Kinder und Jugendliche den Platz bevölkerten, von dort zu Schwimmbadbesuchen, Wanderungen und Ausflügen starteten, Lagerolympiaden und Geländespiele durchführten oder Lagerfeuerstimmung genossen. Die größte Gruppe stellte die KJG aus Tauberbischofsheim mit 100 Kindern und Jugendlichen. Am Wochenende reisen die drei letzten Gruppen ab.

Damit endet eine Saison, die erst Mitte Juli startete und in der deshalb auch das Zelten an den in früheren Jahren stark frequentierten Tagen um Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam nicht möglich war. Weil wegen Corona auch bei den Veranstaltern und auch bei den Eltern der Lagerkids Unsicherheiten auftraten, wurden mehrere fest gebuchte Zeltlager abgesagt: Für Mai hatten drei Gruppen mit 100 Personen, für Juni drei Gruppen mit 70 Personen, für Juli vier Gruppen mit 210 Personen und für August fünf Gruppen mit 280 Personen zunächst gebucht, später aber storniert. Auch im September wollte noch eine Gruppe mit 90 Personen anreisen. Auch dieses Lager findet nicht statt. Eine Gruppe verschob ihr Zeltlager auf das nächste Jahr und buchte gleich für 2022.




Hauensteiner Kurt Lenhard erinnert an den “Bomber” Gerd Müller

HAUENSTEIN. Am 15. August starb im Alter von 75 Jahren Gerd Müller, der legendäre Rekordtorschütze der Bundesliga. In den Nachrufen auf den „Bomber der Nation“ wurden viele Erinnerungen an wichtige und an unvergleichlich schöne Tore des Bayern geweckt, viele Episoden aus seinem nicht immer glücklichen Leben erzählt. Eine ganz besondere Erinnerung verbindet der Hauensteiner Kurt Lenhard mit dem Welt- und Europameister.

„Ich hab‘ mit dem in einer Mannschaft gespielt“, sagte der 71-Jährige, als die Bilder aus dem Fußballleben der Torjäger-Legende über den Bildschirm liefen. Und das wollte sein 15-jähriger Enkel Maxim nun doch nicht glauben. Aber: Kurt Lenhard hat seine Begegnung mit dem großen Fußballer, der das entscheidende Tor zum WM-Titel 1974 erzielte, sehr genau dokumentiert und hat über das „Müller-Erlebnis“ und die Geschehnisse drum herum eine Menge zu erzählen.

Die Geschichte geht so: Kurt Lenhard hat sein Berufsleben bei der Volks- und Raiffeisenbank in Dahn verbracht. Zuletzt war der gebürtige Hinterweidenthaler dort für die Betreuung der Firmenkunden im Kreditgeschäft mit verantwortlich. In seinen jungen Berufsjahren – „Es muss um 1981 gewesen sein“- schnitt er in einem bundesweiten Wettbewerb des Arbeitgebers so erfolgreich ab, dass er mit 150 anderen Bankangestellten aus ganz Deutschland zu einem fünftägigen Trip nach Orlando in Florida eingeladen wurde.

Das Programm versprach einiges: Unter anderem waren ein Besuch im Disney-Land vorgesehen und eine Führung durch das Kennedy-Space-Center, dem Weltraumbahnhof für das Apollo-Programm und für die Space Shuttles, oder eine Fahrt durch die Everglades. Karl Senne, damals Moderator des Sport-Studios des ZDF, sollte die Reisegruppe in einer eigenen Sport-Show über das Geschehen in der heimischen Bundesliga informieren. Nicht zuletzt: Ein Programmpunkt lautete: „Fußballturnier mit Gerd Müller“.

„Das Programm hielt, was es versprochen hatte“, berichtet Kurt Lenhard und zeigt Fotos von vielen Stationen der Reise. Bei all den Höhepunkten war Lenhard, selbst als Torhüter beim SC Hauenstein aktiv, natürlich besonders auf die Begegnung mit Gerd Müller gespannt. Er erzählt: „Wir wurden mit drei Bussen am Hotel abgeholt. Jeder Bus sollte eine Turniermannschaft bilden. Trikots wurden verteilt.“ Ja, und dann sei tatsächlich Gerd Müller, dessen Karriere bei den Fort Lauderdale Strikers wohl gerade ausgelaufen war, in seinen Bus zugestiegen, leger mit weißen Shorts und dunklem Polo-Shirt gekleidet.

„Hobt’s ihr fia mi aa a Trikot“, habe Müller gefragt. Der Hauensteiner, der sein Torwart-Trikot der SCH-Senioren mit dem Felsentor-Logo eingepackt hatte und im Tor des eigenen Bus-Team stehen sollte, reagierte schnell: „Gerd, ich geb‘ dir meins. Aber: Du gibst es mir wieder zurück. Und bitte mit einem Autogramm!“ „Dös mach i gerne“, habe der Weltstar zugesagt. Müller habe dann auf dem grünen Rasen einer kleinen Sportanlage in Orlando eher aus dem Stand mitgemischt, hier und da mal ein Pässchen gespielt und ab und an auch technisch gezaubert. Dass er zwei Tore schoss, daran erinnert sich Kurt Lenhard auch noch: „Aber sonst: Das Ergebnis war so was von unwichtig…“

Nach dem Spiel hatte Müller, mit 51 Toren vom Punkt aus immer noch zweitbester Elfer-schütze der Bundesligageschichte, noch nicht genug: „I schiaß dia no a paar Elfmeter drauf“, habe er zu Lenhard gesagt. Gesagt, getan: Am ersten sei er noch mit den Fingerspitzen dran gewesen und habe dann zu Müller gesagt: „Den nächsten hol‘ ich…“. Aber das habe Müllers Ehrgeiz angestachelt. Und so habe der „Bomber“ ihn „so was von verladen“ und ihm nicht einmal den Hauch einer Chance gelassen, lacht Lenhard, der Müller als menschlich angenehmen, unkomplizierten und freundlichen Mitmenschen kennenlernte.

Dann war da ja noch die Sache mit dem Trikot: Müller wollte es nicht gleich mach dem Spiel, sondern erst nach dem Duschen im Hotel übergeben: „Mia dreffa uns in oana hoibn Stunde am Hotelpool. Donn geb i dir dös Trikot“, versprach Müller auf der Fahrt zurück. Und hielt Wort. Pünktlich kam er zum Pool und übergab das signierte Shirt und hatte auch Zeit für einen Plausch. Wo es denn jetzt sei? „Ich hab’s leider nicht mehr“, bedauert Kurt Lenhard. „Es muss irgendwann in die Wäsche gerutscht sein. Und dann war halt das Autogramm weg.“ Und so bleibt die Erinnerung an die unvergessliche Begegnung nur durch die vielen Fotos lebendig.




Die Entscheidung über die Zukunft der Verbandsgemeinde Hauenstein erst im Jahr 2023

HAUENSTEIN. Lange war’s ruhig um das Thema Kommunalreform und Zukunft der VG Hauenstein. Weder aus dem Rathaus noch aus Mainz gab es Wasserstandsmeldungen. Jetzt gibt’s Neues.

Und es ist doch gute Nachricht für die Verbandsgemeinde Hauenstein. Wie Bürgermeister Patrick Weißler im Rheinpfalz-Gespräch informierte, sei die Frist, nach der über die Zukunft der Verbandsgemeinde entschieden werden soll, verlängert worden: „Der Leiter der Kommunalabteilung im Innenministerium, Gunter Fischer, hat uns mitgeteilt, dass über das weitere Vorgehen in Sachen Kommunalreform nicht Ende 2022, sondern erst im Jahr 2023 entschieden werde.“ Ein genaueres Zeitfenster gebe es derzeit nicht.

Mit Rücksicht auf die durch die Pandemie erschwerten Umstände auch innerhalb der Verwaltung und auf den zum 01. November 2020 erfolgten Wechsel im Chefsessel des Rathauses weiche das Ministerium vom ursprünglichen Zeitplan ab. Sachstand seit Oktober 2019 war, dass die Landesregierung Ende 2022 die „Situation der VG Hauenstein neu bewerten und über einen Gebietsänderungsbedarf befinden“ werde. Mainz hatte aber ausdrücklich betont, dass die VG „gleichwohl nicht aus dem Gebietsänderungsprozess entlassen“ werde, auch wenn sie in den letzten Jahren eine positive wirtschaftliche Entwicklung genommen habe.

Daraufhin hatten der damalige Bürgermeister Werner Kölsch und die Fraktionen des Rates in einer gemeinsamen und im Rat am 30. Oktober verabschiedeten Erklärung formuliert, dass die VG Hauenstein bis Ende 2022 „in eigener Zuständigkeit und eigener Verantwortung mit den Ortsgemeinden“ in Richtung einer „einvernehmlichen Lösung gehen (wird), indem sie nun Möglichkeiten für interkommunale Kooperationen mit den am besten geeigneten Partnern anstrebt“.

Mit dieser Erklärung hatte der Rat damals auch ohne jede weitere Diskussion und einstimmig einen Beschluss vom 07. Mai 2019 kassiert, in dem die Fraktionen –damals gegen die Stimmen der Hinterweidenthaler Ratsmitglieder- gefordert hatten, „bis auf Weiteres, mindestens jedoch für die Dauer der Kommunalperiode 2019-2024, von einer Fusionsverpflichtung abzusehen“.

Jetzt also sind die Karten neu gemischt: Im Jahr 2023 –wann genau, bleibt offen- werde das Ministerium im Rahmen einer Bestandsaufnahme ermitteln, wie weit und wie gut die Verbandsgemeinde ihre Hausaufgaben erledigt habe. Es werde eine Rückmeldung aus Mainz inklusive Hinweisen folgen, aus denen dann weitere Schritte abzuleiten wären, beschrieb Bürgermeister Weißler das weitere Procedere.

Er hatte schon bei seiner Amtseinführung 2020 in einer Projektion ins Jahr 2032 von einer „großartigen Feier zum 60-jährigen Bestehen der VG Hauenstein“ gesprochen und geht nach wie vor und auch heute noch davon aus, dass die VG Hauenstein eine Zukunft habe. Seine Hoffnung sieht er darin begründet, dass „wir wirtschaftlich hervorragend aufgestellt sind“, sagte er im Rheinpfalz-Gespräch. „Diese wirtschaftliche Stärke gilt es auch künftig zu erhalten.“

Er habe Signale aus der regionalen Wirtschaft, dass das auch nach Corona so bleibe: „Die Auftragslage ist gut, das Handwerk boomt, die Delle in der Gastronomie wird sich hoffentlich bald begradigen“, ist Weißler optimistisch, dass man auch künftig mit dem Pfund „wirtschaftliche Stärke“ die Existenzberechtigung der VG Hauenstein begründen könne.

Und wie steht es mit den von der Landesregierung eingeforderten Kooperationen mit anderen Gebietskörperschaften aus? „Wir werden zusammen mit den Verbandsgemeinden Maikammer, Edenkoben und Annweiler eine zentrale Vergabestelle einrichten, die als neutrale Stelle unter anderem Leistungsverzeichnisse und Angebote überprüft“, berichtet Weißler von einer ersten vielversprechenden Möglichkeit.

Den Ansatz von Kooperationen gibt es auch bereits im Segment Tourismus: Als neues Projekt und als besonderes touristisches Angebot habe man gemeinsam mit der VG Pirmasens-Land die „Teufelstour“ konzipiert. Auf anderen Gebieten sei man in erfolgversprechenden Gesprächen: „Das ist aber noch nicht spruchreif.“

Dass man noch nicht weiter ist, sei den besonderen Corona-Umständen geschuldet, die die Findung von Kooperationen bremsen: „Videokonferenzen und Videogespräche haben zwar ihren Wert. Aber sie haben gegenüber Gesprächen am Tisch und auf Augenhöhe eine andere Architektur“, meint Weißler. Ihm fehle bei solchen digitalen Gesprächen über Video der informelle Austausch, der Small Talk und auch der Ideenaustausch „abseits der Tagesordnung“.




Hungermarsch in schwierigen Zeiten: Leben mit Corona

Foto: Nicht wie üblich am Winterkirchel, sondern auf dem weitläufigen Platz vor dem Westportal der Christkönigskirche findet der Abschlussgottesdienst zum diesjährigen Hungermarsch zugunsten chilenischer Kinderheime statt.(ran)

HAUENSTEIN. „Die Hilfe für die Kinder und Jugendlichen in den chilenischen Heimen ist nicht leichter, aber notwendiger geworden“, stellt Karl Meyerer fest. Er ist der Sprecher des Hauensteiner „Freundeskreises“, der auch 2021 den Hungermarsch zugunsten chilenischer Kinderheime durchführt. Er firmiert diesmal als „Hungermarsch in schwierigen Zeiten: Leben mit Corona“.

Es ist die 42. Auflage der Aktion „Wandern für die andern – Kindern eine Zukunft geben“. Aber der nach wie vor nicht eingedämmten Pandemie sind einschränkende Vorgaben geschuldet. Statt des traditionellen Sternmarschs zum Winterkirchel aus Hauenstein, Dahn, Erfweiler oder Schwanheim wird es am 12. September drei kleine Wanderrouten geben, deren Start und Ziel jeweils der große Vorplatz der Hauensteiner Christkönigskirche sein wird, wo um 11 Uhr der Abschlussgottesdienst gefeiert werden soll.

Wie notwendig die Hilfe für die Kinderheime gerade in diesen Corona-Tagen ist, beschreibt Pater Rafael, der Präsident der Kinderheimstiftung „Hogares de Menores Verbo Divino, in seinem Schreiben an die Teilnehmer des Hungermarsches: „Die Pandemie macht uns immer noch Angst. Durch die Erfindung des Impfstoffs, so dachten wir, käme alles schnell in Ordnung“. Aber diese Hoffnung habe getrogen: Die Pandemie sorge für zusätzliche Ausgaben für Hygienemaßnahmen. Und zudem hätten die „Geschäfte ihre Preise erhöht und einfach alles ist teurer geworden“. „Wir sind weiterhin auf eure wertvolle Unterstützung angewiesen“, schreibt Pater Raphael weiter. Und: „Wir wollen nicht zulassen, dass das Virus unsere Kinder in Armut stürzt“. Der aus Togo stammende Priester bedankt sich in herzlichen Worten „für eure Großzügigkeit und Sorge um unsere Kinder und deren Zukunft.“

In den Heimen nehme man –auch als Corona-Folge- zunehmend ein verändertes Sozialverhalten der Kinder, die wegen Corona „zu lange wortwörtlich eingesperrt gewesen“ seien, wahr. In der Einladung zum Hungermarsch thematisiert denn auch der Freundeskreis die Situation der Kinder und Jugendlichen in Chile: „Sie leben in einer ungerechten Gesellschaft. Sie leiden unter Hunger, Armut, Gewalt und Härte. Sie leiden stumm, werden ruhiger, ziehen sich zurück, das Lächeln weicht einem ausdruckslosen Gesichtsausruck.“ Und diese Kinder „brauchen uns. Wir sind ihre Hoffnungsträger. Deshalb organisieren wir wieder den Hungermarsch und bitten erneut um Ihre Spende“, heißt es dort.

Die Organisation läuft in den engen Leitplanken der Corona-Verordnungen. Sie ließen die Hoffnung, sich wieder am Winterkirchel treffen zu können, platzen. Und sie machen auch das eigentlich geplante Benefizkonzert der Gruppe „Folks of Glen Queich“ unmöglich. Folgender Ablauf ist nun geplant, wobei mögliche neue Vorgaben auch hier Modifikationen notwendig machen können.

Zur Sache: Die Kinderheime der Stiftung
Sieben Heime und zwei Tagesstätten –von Puerto Varas im Süden Chiles bis zur Hauptstadt Santiago im Norden- unterhält die Stiftung, die unter dem Dach der Steyler Missionare zuhause ist und von Pater Raphael geleitet wird. Rund 280 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs Tagen bis zu 18 Jahren, die von der Straße, aus kaputten Familien und aus dem Umfeld von Kriminalität, Prostitution und Vernachlässigung in die Heime kommen, erhalten dort das Rüstzeug, ihr künftiges Leben selbstständig und menschenwürdig zu gestalten. Viele sehr positiv verlaufene Lebensläufe machen deutlich, dass die Spenden aus dem Wasgau und aus einem großen Netz aus ganz Deutschland an der richtigen Stelle ankommen und Früchte tragen.

Info: Spendenkonten: Sparkasse Südwestpfalz Iban DE26 5425 0010 0030 0058 47; Volksbank Südliche Weinstraße-Wasgau Iban DE13 5489 1300 0071 0667 03

Statt des Sternmarschs gibt es drei Wanderungen, die jeweils um 9.30 Uhr an der Christkönigskirche beginnen. Route 1 führt über rund zwei Kilometer von der Ecke Pirminius- und Michaelstraße auf einem ebenen Waldweg oberhalb der Freiherr-vom-Stein-Straße zum DRK-Haus und von dort zurück zur Kirche. Rund vier Kilometer lang ist Route 2, die über das Rauschloch zum Steinbruch und zum Maifelsen und zurück zur Kirche führt. Die Route 3 zieht den Rauschlochweg hoch zum Wasserhochbehälter, folgt einen Kilometer dem „Sieben-Kehren-Weg“, ehe er zum Maifelsen abbiegt. Diese Route ist sechs Kilometer lang.

Um 11 Uhr beginnt dann der Gottesdienst, der nach der derzeitigen Planung auf dem Rasen vor dem Westportal der Christkönigskirche gefeiert werden soll. Ihn zelebrieren Pater Raphael, der Hauensteiner Ortspfarrer Ulrich Nothhof und ein Mitglied des Pastoralteams Dahn. Musikalisch wird ihn die Hauensteiner Schola unter der Leitung von Jutta Seibel den Gottesdienst begleiten.

Auf dem Platz selbst gelten die gültigen Coronaregeln. Die Teilnehmer am Gottesdienst müssen sich zur Kontaktnachverfolgung in Listen eintragen. Pro Tisch dürfen nur sechs Personen Platz nehmen. Zum Gottesdienst wird auch ein Fahrdienst eingerichtet. Wer zuhause abgeholt werden möchte, kann sich bei Karl Meyerer (06392-2905) anmelden.

 




Ehrung langjähriger Wehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Hauenstein

HAUENSTEIN. Im Rahmen einer kleinen Feier ehrten Landrätin Susanne Ganster, Bürgermeister Patrick Weißler, Ortsbürgermeister Michael Zimmermann sowie Wehrleiter Johannes Seibel langjährige Wehrleute aus der Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Hauenstein. Auch Ernennungen sowie Verpflichtungen wurden ausgesprochen.

„Ihr habt lange auf die wohlverdiente Auszeichnung warten müssen“, spielte Wehrführer Sascha Brunner ebenso wie später Bürgermeister Weißler auf die Tatsache an, dass die sonst üblichen Ehrenabende im festlichen Rahmen für alle Wehren der Verbandsgemeinde zuletzt Corona zum Opfer gefallen waren. Am Dienstagabend traf sich nun die Hauensteiner Wehr auf dem auf dem Freigelände vor der Feuerwache in der Pirminiusstraße, um verdiente Wehrleute zu ehren.

Bürgermeister Weißler bestätigte der Wehr, dass sie „Großartiges“ leiste.  Besonders unterstrich er, dass die verschiedenen Wehreinheiten der Verbandsgemeinde zu einer „Einheit zusammengefunden haben“. Und: Bei den Einsätzen im Ahrtal hätte die Wehr aus der VG Hauenstein „Solidarität gelebt“. Auch die Landrätin lobte die Einsatzkräfte für ihr Engagement und „die verlässliche Hilfe“ bei der Flutkatastrophe im Norden des Landes. Nach wie vor müsse man dort mithelfen. Und sie sei der Hauensteiner Wehr besonders dankbar, dass sich aus ihren Reihen auch jetzt noch Kräfte für die Arbeit im Ahrtal bereitfänden.

Aus der Katastrophe im Ahrtal müsse man auch in der Region Schlüsse ziehen und die Themen Hochwasser und Starkregen „neu betrachten“. Die Folgen solcher Ereignisse sorgten zusätzlich zu dem „normalen ,Geschäft‘ der Feuerwehr wie Brände oder Unfälle zunehmend für neue Aufgaben und neue, größere Herausforderungen“. Hier müsse auch der regionale Katastrophenschutz entsprechend Vorsorge treffen.

Auch Ortsbürgermeister Michael Zimmermann dankte der „schlagkräftigen Wehr“ für ihre Einsatzbereitschaft. Aus eigener Erfahrung aus seiner Tätigkeit beim Deutschen Roten Kreuz wisse er, „was Ehrenamt bedeutet und was im Ehrenamt Großartiges geleistet“ werde. Die Leistung derjenigen Wehrleute, die sich seit Jahrzehnten in den Dienst der Allgemeinheit stellen, könne nicht hoch genug gewürdigt werden.

Ehrungen:

50 Jahre: Martin Edrich

40 Jahre: Ulrich Seibel, Peter Seibel, Volker Stöbener, Gerhard Vögler

35 Jahre: Johannes Seibel, Wolfgang Seibel (Goldenes Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz)

30 Jahre: Christian Draxl

20 Jahre: Carmen Kämmerer, Sascha Brunner

10 Jahre: Yannick Kremb, Sebastian Frey, Marius Reichert

 

Ernennungen:

Hauptbrandmeister und Verbandsführer: Marvin Pfister

Brandmeister und Gruppenführer: Nicolas Engel

Feuerwehrmannanwärter: Jonas Bold, Marco Sturm

Verpflichtung: Maxima Seibel, Jonas Bold, Marco Sturm




Generationswechsel beim THW Hauenstein

HAUENSTEIN. Beide sind in der Wolle gefärbte THWler, beide haben eine ähnliche Karriere bei den Katastrophenschützern hinter sich, die sie aus dem Jugend-THW bis an die Spitze des Hauensteiner Ortsverbandes führte. Jetzt haben beide auch gemeinsam den Staffelstab an Jüngere weitergegeben: Klaus Schwarzmüller und Peter Jost haben sich aus der ersten Reihe zurückgezogen, zählen nun zur „Alters- und Ehrengruppe“ des THW, stehen aber nach wie vor parat.

Klaus Schwarzmüller stand 19 Jahre lang als Ortsbeauftragter an der Spitze der Katastrophenhelfer von der Pirminiusstraße, Peter Jost unterstützte ihn zwölf Jahre lang als Stellvertreter. Sie haben gemeinsam auch bei vielen kleinen und großen Einsätzen –bei dem „total intensiven“ Einsatz beim Elbhochwasser 2002 etwa oder in der „Hurrikan-Saison“ 2005- bedrückende Not, riesige Hilfsbereitschaft und auch eine „Super-Kameradschaft“ erlebt.

Zu den Höhepunkten in Klaus Schwarzmüllers Amtszeit zählte aber auch das vom Hauensteiner Ortsverband organisierte Landesjugendlager mit 600 Teilnehmern im Stopper 2003, das gemeinsame und entsprechend groß aufgezogene Jubiläum von THW, Feuerwehr und DRK im Jahr 2004 und die internationalen Jugendaustausche mit Rostow am Don oder mit jungen isländischen Helfern, wie Peter Jost ergänzt.

Das aber war das „Meisterstück“ ihrer Amtszeit: Im vergangenen Jahr konnte das THW eine moderne und hochfunktionale neue Unterkunft beziehen. Seit 2006 hatte man im Ortsverband darum gekämpft, die bisherige Unterkunft, die aus dem Werkstatttrakt der früheren Jubo-Schuhfabrik entstanden war und den Ortsverband an räumliche, organisatorische und letztlich auch energetische Grenzen stoßen ließ, durch einen Neubau zu ersetzen.

„Wir haben gekämpft, gerührt und viele Rückschläge erlebt“, schildern die beiden viele vergebliche Anläufe. Nachdem im Frühjahr 2015 das „Aus“ gesprochen schien, habe am 21. Januar 2016 die Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer alle maßgeblichen Leute –den Bundesbeauftragten des THW, Albrecht Broemme, ebenso wie maßgebliche Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten- an einen Tisch gebracht. Und dort schaffte man den Durchbruch…

Das neue Gebäude ist ein Grund, dass Schwarzmüller und Jost ihr Führungsamt „beruhigt“ abgeben konnten. Dass sich mit Alexander Memmer und Kai Spielberger junge und fähige Nachfolger fanden, die „von den Kompetenzen und der Motivation her genau passen“, habe den Abschied ebenfalls erleichtert und einen „fließenden Übergang“ ermöglicht. Nicht zuletzt: Beide blicken mit Genugtuung auf einen „Ortsverband, der lebt“, wie sie betonen.

Neue Helfer, eine neue Unterkunft, eine neue Führungsstruktur auch in den Ebenen unterhalb der Ortsbeauftragten und eine hohe Motivation unter den Helfern ließen eine „Aufbruchstimmung“ erkennen. „Hier kann man etwas bewegen“, sind sie sich einig. Die Zukunft des THW in Hauenstein sichere seit Jahrzehnten eine aktive Jugendarbeit: „Es macht Freude, die Entwicklung von Jugendlichen aus der THW-Jugend bis zu den Aktiven zu verfolgen“, sagt Klaus Schwarzmüller. Und Peter Jost blickt mit spürbarem Stolz darauf zurück, dass in den von ihm organisatorisch begleiteten Grundscheinkursen rund 50 aktive Helfer das Rüstzeug für den Einsatz erhielten.

Klaus Schwarzmüller zieht sich nun zurück, weil er sich neuen beruflichen Herausforderungen stellt, die „mich zu hundert Prozent fordern“. Peter Jost betont, dass er „keine Ambitionen auf die Nachfolge“ gehegt habe. Er wollte einem Generationenwechsel nicht im Wege stehen. „Es war die richtige Entscheidung“, sagt Klaus Schwarzmüller, „zum idealen Zeitpunkt“, ergänzt Peter Jost. Sie blicken auch darauf zurück, dass „viele unseren Weg sehr positiv begleitet haben“: Die Zusammenarbeit mit Vertretern der Politik oder der anderen Hilfsorganisationen sei immer produktiv gewesen: „Wir hatten immer das Gefühl, dass man gemeinsam mit uns an einem Strang zieht. Da können wir nur dankbar sein.“

Für beide war das THW Lebensinhalt: „Ich habe die Leitsätze des THW verinnerlicht, der Schutz der Bevölkerung war mir immer ein besonderes Anliegen“, beschreibt Peter Jost  (58) seine Motivation, sich im THW einzubringen. Für den 46-jährigen Klaus Schwarzmüller, der in Bobenthal wohnt und für den das THW auch eine Verbindung zum Freundeskreis im Heimatdorf war, trafen sich beim THW die „Möglichkeit, Menschen in Notlagen helfen zu können“ mit seinem „technischen Interesse“ und der Kameradschaft, die ihn das THW wie „eine große Familie erleben“ ließ.

Jetzt erleben sie die THW-Kameradschaft also in der „Alters- und Ehrengruppe“: „Wir bleiben dem THW natürlich verbunden, werden, wenn wir gefragt sind, auch die eine oder andere Aufgabe übernehmen“, sagen sie. Gerne gäben sie bei Bedarf auch den einen oder anderen Tipp. Ansonsten aber heiße es: „loslassen“.




Mehr als 25.000 Besucher im Wasgau-Freibad

HAUENSTEIN. Trotz der nicht gerade überwältigenden Witterung, trotz Corona-Bedingungen: Bereits mehr als 25.000 Besucher konnte man im Wasgau-Freibad begrüßen. Damit bewegt man sich bereits in die Nähe jener 26.000 Besucher, die im vergangenen Jahr bei deutlich besserem Sommerwetter, allerdings nach einem späteren Saisonstart registriert wurden.

„Die Zahlen zeigen, dass unser Konzept Früchte trägt“, freut sich denn auch Bürgermeister Michael Zimmermann. Bis zu 600 Besucher sind im idyllisch gelegenen Bad gleichzeitig zugelassen, wobei ein Zählsystem auf die Einhaltung der Höchstgrenze wacht. Unter dem Backelstein vergibt man im Unterschied zu anderen Bädern keine festen Schwimmschichten: Wer kommt, darf rein, solange die maximale Besucherzahl noch Luft lässt. Eine zeitliche Begrenzung des Aufenthalts gibt es nicht. Schlangen am Eingang hat es bislang nur vereinzelt gegeben. Auf der Homepage www.wasgaufreibad.de informiert eine Besucherampel über die aktuelle Auslastung des Bades.

Zimmermann kann darauf verweisen, dass das Bad von vielen Schwimmern aus der Region besucht werde. Außerdem profitiere es von den vielen Urlaubern, die sich derzeit in der Pfalz und im Wasgau aufhalten. Die Tatsache, dass das Trifels-Bad in Annweiler 2021 nicht geöffnet hat, bringt weitere Schwimmgäste nach Hauenstein, wo man 2021 im Unterschied zum vergangenen Jahr auch wieder Dauer- und Familienkarten ausgegeben hat. „Das hat sich bewährt!“, kann Zimmermann feststellen.

Die wenig sommerlichen Temperaturen der letzten Wochen haben allerdings auch dazu geführt, dass das Bad an einigen Tagen mit verkürzten Öffnungszeiten fuhr und auch mal ganz geschlossen blieb. (ran)




Hyker one E-Bike, das faltbare Klapprad

HAUENSTEIN. Die Idee hat Alexander Marke, Geschäftsführer der Hauensteiner Bike-Schmiede „Endorfin“ aus Amerika mitgebracht. An den Stränden Kaliforniens waren ihm mehr und mehr E-Bikes mit auffällig kleinen Rädern und auffällig dicken Reifen aufgefallen, die von jungen Männern und Frauen mit offensichtlichem Spaß über die weiten Strände an der Westküste bewegt wurden. Sein Gedanke: Wäre das nicht auch etwas für den deutschen Markt? Die Antwort hat auch Folgen für den Standort Hauenstein.

Nach den Beobachtungen in Kalifornien folgte eine Zeit der Überlegungen, eine Zeit der Recherche. Ein Geschäftspartner sondierte bei Lieferanten in Fernost, ob, wo und wie die Teile für ein solches Fahrrad geliefert werden könnten. Und er wurde fündig, stieß in China auf einen Hersteller, der die Rahmen für das Fahrrad liefern konnte. Ein Designer wurde für Endorfin tätig und lieferte die letztlich umgesetzten Entwürfe eines Klapprades, das den Vorstellungen Alexander Markes entsprach.  Weitere Elemente kamen aus bekannten und weniger bekannten Fabriken: 2020 konnten die ersten Räder in Hauenstein montiert werden und unter dem Markennamen „Hyker“ vor allem online vertrieben werden.

Der Hingucker schlechthin an den nur in schwarz und weiß erhältlichen Bikes sind die Räder und Reifen: Auf einer 20-Zoll-Felge sind 23 Zoll große Bigfoot-Allterrain-Reifen montiert, die sich besonders für Sand und Strand, für Wald- und Feldwege eignen, aber auch auf befestigten Wegen und Straßen eine gute Figur machen. Vor allem sie verpassen dem „Cruiser“, das vorne und hinten gefedert ist, sein nicht alltägliches Outfit.

Ausgestattet sind die Bikes mit einer Shimano Sieben-Gangschaltung und mit Akkus von Samsung oder LG. Sie treiben einen Nabenmotor mit 630 Wh aus dem chinesischen Haus Bafang an, der eine Spitzenleistung von 630 Watt zu leisten vermag und bei mittlerer Unterstützung eine Reichweite von 90 Kilometern aufweist. Verzögert wird das Gefährt mit mechanischen Scheibenbremsen. Die Elemente sorgen für ein ganz besonderes Fahrerlebnis: Dynamisch und kraftvoll und dabei recht bequem bewältigt das Fahrrad eine kleine Testfahrt rund um die Schuhmeile.

Ganz neu auf dem Markt ist mit dem „Hyker one pro“ eine Version mit einem noch stärkeren 880 Watt-Motor, einer entsprechend größeren Reichweite von 140 Kilometern und hydraulischen Scheibenbremsen. Die Pro-Version ist für 2349 Euro zu haben, die Basis-Version kostet 1999 Euro. Bestellt werden kann das Gefährt über die Web-Seite www.hyker.de, Probefahrten können unter der Telefon-Nummer 06392-393405 vereinbart werden. Die Lieferzeit beträgt etwa 14 Tage, so der Endorfin-Chef.

Das Fahrrad ist über einen Schnapphebel und einen Bolzen einfach zu „falten“. Mit seinem Gewicht von rund 30 Kilogramm ist es allerdings keineswegs ein Leichtgewicht, wobei auch ein nur 18 Kilogramm schweres Gerät im Portfolio ist, das aber kaum nachgefragt werde, so Alexander Marke. Viele „Campmobilisten“ finden Gefallen an dem außergewöhnlichen Fahrrad. „Rund 50 Prozent der Produktion gehen an Leute, die mit dem Camper unterwegs sind“, sagt der Hyker-Chef. Die andere Hälfte geht an Pendler, die es als Autoersatz nutzen, und an viele „Spaßbiker“, die mit die dicken Reifen über alle möglichen Strecken rollen lassen.

Mit seiner besonderen Form des Vertriebs hat der „Hyker“ ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir sind der Überzeugung, dass ein Kunde, der ein hochwertiges E-Bike kauft, auch eine ordentliche Übergabe des Produktes verdient“, stellt Marke fest. Nach der Montage, die derzeit noch im Gebäude von „Sport-Marke“ in der Schuhmeile erfolgt, liefern deshalb Mitarbeiter die Bikes persönlich und kostenfrei bei den Kunden ab, bauen das Fahrrad auf und erklären, wie es funktioniert und was bei der Pflege zu beachten ist. Einen Support bietet man auch online an. „Hyker“-Bikes rollen mittlerweile überall in der Republik: „Wir haben sie schon in Kiel abgeliefert und auch in Rosenheim“, erzählt Alexander Marke. Je fünf Bikes werden per Tour ausgeliefert.

Die Nachfrage ist groß. Und deshalb hat das Unternehmen auch Schritte zur Expansion unternommen: Marke hat im interkommunalen Gewerbegebiet Wilgartswiesen / Hauenstein 5000 Quadratmeter erworben: „Dort wird eine Montagehalle mit Büros und Lager entstehen. Wir wollen eine Montagelinie aufbauen, auf der im Jahr rund 1000 „Hyker“-Bikes entstehen können.“ Bis zu 13 Arbeitsplätze sollen dort entstehen.

 

 




Neue Sirenenanlage mit Sprachnachrichten in Betrieb genommen

HAUENSTEIN. Die Flutkatastrophe im Norden des Landes hat überdeutlich gemacht, welche Lücke in unseren Städten und Dörfern der Abbau der Sirenenanlagen in die Alarmierungskette gerissen hat. Die Warn-Apps Nina und Katwarn erfüllen die in sie gesetzten Erwartungen offenbar nicht, wie die letzten Wochen gezeigt haben. Nicht nur deshalb hat man in Hauenstein schon vor dem Flut-Desaster begonnen, die Lücke zu schließen. Was hat man vor in der VG Hauenstein?

Am 17. Juni hatte eine neue, überaus leistungsfähige Sirenenanlage einen ersten Testlauf. Als „Modellprojekt“ für die ganze Verbandsgemeinde sollte die 13.500 Euro teure Anlage dienen. Sie war von dem oberpfälzischen Unternehmen Sirenenbau Fischer auf dem Dach des Bürgerhauses installiert worden. Sie leistet stolze 1200 Watt, ist entsprechend lautstark und kann außer den Sirenentönen auch Sprachnachrichten verbreiten und so den Grund des Alarms im Klartext benennen. Die Anschaffung hatte der Verbandsgemeinderat beschlossen und dafür im Haushalt 15.000 Euro bereitgestellt.

Nach weiteren Testläufen am 29. und 30. Juli waren die Bewohner Hauensteins aufgefordert, über die Homepage der Verbandsgemeinde eine Rückmeldung über die Hörbarkeit der Sirenenanlage und die Verständlichkeit der gesprochenen Teile zu geben. Bereits Mitte Juni hatte der Beigeordnete Andreas Wilde, der das Projekt maßgeblich begleitet, Rückmeldungen gesammelt. „Zu den damals 20 Kommentaren sind nun weitere 30 Rückmeldungen gekommen“, berichtete der Beigeordnete auf Anfrage. „Das war ein sehr erfolgreicher Test, der eine brauchbare Basis für das weitere Vorgehen bildet“, ergänzte Bürgermeister Patrick Weißler.

„Die Rückmeldungen zur Hörbarkeit der Sirenensignale sind weitgehend deckungsgleich: Es gibt Bereiche, wo das Signal klar durchdringt, und andere, wo es nicht ankommt,“ berichtet Wilde. Die differenzierte Auswertung mache in Hauenstein fünf weitere Sirenenstandorte notwendig, damit die Signale in der notwendigen Qualität zu hören sein werden: Eine Sirene soll auf einem Mast in der Bergstraße ihren Platz finden, je eine weitere auf den Trafostationen beim TVH-Gelände und in der Queichstraße. Damit auch die Gewerbegebiete an der Alten B10 und im neuen Interkommunalen im Notfall alarmiert werden können, sollen auch dort Anlagen installiert werden.

Zu den Sprachnachrichten, die über die Testanlage verbreitet wurde, wurden unterschiedliche Wahrnehmungen rückgemeldet: „Manche fanden die weibliche Stimme verständlicher, andere die männliche“, berichtet Wilde. Die Verständlichkeit sei wohl auch windabhängig, in einigen Kommentaren habe auch ein störendes Echo für „Satzbrei“ gesorgt. Man werde weiter an der Qualität der Sprachdurchsagen arbeiten, räumte Wilde ein. Vorstellbar sei, dass Alarmdurchsagen auch durch professionelle Sprecher eingespielt werden. Für rund 20 verschiedene Notfall-Szenarien habe man bereits Texte erarbeitet.

„Die Sprachdurchsagen sind ein wichtiger Bestandteil der Anlagen, weil wir dadurch unsere Bevölkerung direkt und konkret über die Schadenslage und über eventuell notwendige Maßnahmen informieren können“, betonte Bürgermeister Weißler. „Es wird uns aber nicht gelingen, die Sprachdurchsagen in jedes Wohnzimmer tragen“, ist sich Wilde sicher. „Wichtig ist, dass sich die Leute nach dem Sirenenalarm informieren, was der Grund des Alarms ist.“ Wenn die gesprochenen Texte nicht verstanden wurden, könnten weitere Informationen über die Homepage der VG, über die „sozialen“ Medien oder über die regionalen Radiosender abgerufen werden.

Wie Weißler und Wilde betonten, sei die Standortsuche auch in den anderen Ortsgemeinden der VG angelaufen: Insgesamt 14 Standorte habe man dort identifiziert: In Hinterweidenthal sollen drei Anlagen arbeiten, je zwei sollen in Wilgartswiesen, Schwanheim und Spirkelbach installiert werden und je eine in Lug, Dimbach, Darstein und den Wilgartswiesener Annexen Hermersbergerhof und Hofstätten.

Diese Sirenen können von der Einsatzzentrale der Feuerwehr in der Pirminiusstraße ausgelöst werden. Angestrebt werde auch, dass sie im Bedarfsfall von berechtigten Personen –auch von Verantwortlichen auf Kreis-, Landes oder Bundesebene- über einen Code vom Handy aus ausgelöst werden können. Die Sirenen arbeiten übrigens stromunabhängig. Bei einem Stromausfall bleiben sie per Akku 20 Stunden lang einsatzbereit.

Nach einer ersten überschlägigen Berechnung soll die Ausstattung aller Ortsgemeinden zwischen 350 000 und 400.000 Euro kosten. 50.000 Euro sind im Haushalt der VG vorgesehen. Zudem hofft man, dass aus dem nun aufgelegten Fördertopf von Bund und Land, der mit 88 Millionen Euro gefüllt ist, entsprechend partizipieren kann. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagen Weißler und Wilde. „Unser Förderantrag geht schnellstmöglich raus.“ Zunächst aber muss der Verbandsgemeinderat dem Paket, das dann auch auszuschreiben ist, zustimmen. Spätestens Mitte 2022 sollen die Sirenen stehen. „Wenn alles glatt läuft, könnte auch noch Ende dieses Jahres mit der Umsetzung begonnen werden“, ist Wilde optimistisch.

 

 




Neuwahlen bei der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Hauenstein

HAUENSTEIN. Nachdem die Amtszeit des Wehrleiters und des stellvertretenden Wehrleiters der Verbandsgemeinde Hauenstein abgelaufen war, wurden Neuwahlen notwendig. Bei dieser Wahl wurden Johannes Seibel (Hauenstein, rechts)) als Wehrleiter und Gerd Bernhart (Spirkelbach, 2.v. r)) als erster stellvertretender Wehrleiter bestätigt. Neuer zweiter stellvertretender Wehrleiter ist Jörg Klingeberg (Hauenstein, links). Ihre Amtszeit beträgt 10 Jahre. Bürgermeister Patrick Weißler (2.v.r.) nahm die Bestellung und Ernennung der neuen Wehrleitung vor, dankte den Wehrleuten dafür, dass sie sich für diese anspruchsvolle Aufgabe zur Verfügung stellen und brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass Kontinuität und weiterhin hoher Sachverstand die Arbeit der Wehrleitung präge.

Mittlerweile ist auch der 52-jährige Volker Stöbener als hauptamtlicher Gerätewart bei der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Hauenstein installiert. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Durchführung von Prüfungen, Wartungsarbeiten, Pflegearbeiten und die Verwaltung des Fahrzeug- und Gerätebestandes.