Der klösterliche Alltag beispielsweise im Hauensteiner Karmelkloster geht weiter

HAUENSTEIN. Während das öffentliche religiöse Leben in unseren Pfarreien und Kirchengemeinden durch die Einschränkungen, die die Corona-Krise diktiert hat, weitgehend stillgelegt ist, kann der klösterliche Alltag beispielsweise im Hauensteiner Karmelkloster weitergehen.

„Machen Sie den Menschen Mut“, appelliert Schwester Elia vom Erbarmen Gottes, die Priorin des Karmel St. Josef, im (Telefon-)Gespräch mit der Rheinpfalz. „Machen Sie den Mitmenschen deutlich, dass wir sie alle, ihre Sorgen, ihre Ängste und ihre Nöte in diesen schweren Zeiten noch intensiver in unseren Gebeten mitnehmen“, bittet sie und verweist auf besondere Fürbittgebete, die die Schwestern „jetzt noch bewusster“ sprechen. Auf dem kleinen Plakat an der Pforte, das auf die Schließung des Klosterladens hinweist, ist denn auch zu handschriftlich lesen: „Wir sind immer da, um für sie zu beten.“

Das, was wir jetzt alle mit den Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen erleben, ist für die Ordensfrauen, die ihren Tag getreu der benediktinischen Regel „Ora et labora“ dem Gebet und der Arbeit widmen, der Normalfall: „Es ist ja unsere Berufung, in strenger Klausur zu leben“, sagt Schwester Elia. Strenge Klausur heißt: Die Mitglieder des Konvents verlassen die Klostermauern ausschließlich in Notfällen, beispielsweise für Besuche beim Arzt. Insofern brächten die getroffenen Anordnungen für das klösterliche Leben keine Einschränkungen.

So beten die Klosterfrauen ihr Stundengebet wie gewohnt im Schwesternchor, der im rechten Winkel an die Klosterkirche angeschlossen ist und von ihr durch ein Gitter abgetrennt ist. Täglich wird an einem kleinen Altar im Kapitelsaal auch die Konventsmesse gefeiert. Diese Möglichkeit war in der Dienstanweisung des Bistums vom 17. März eingeräumt worden. Die Klosterkirche bleibe für das stille Gebet offen.

In der Klostergemeinschaft werde man –wohl anders als in den Pfarrkirchen- auch die Liturgie der Kartage und des Osterfestes feiern können, aber ohne Beteiligung Außenstehender. „Wir werden versuchen, durch kleine Gesten eine Osterbotschaft aus dem Karmel an die Gläubigen draußen möglich zu machen“, sagt die Priorin. Man plane etwa, das Licht der in der Osternacht geweihten Osterkerze „in der Klosterkirche bereitzuhalten, damit man es mit umhüllten Teelichten nach Hause tragen kann.“ Auch wolle man kleine Fläschchen mit dem Osterwasser abfüllen und in der Kirche anbieten.

Ansonsten beteilige man sich an allen Aktionen, die „bistumsweit die Gemeinschaft der Glaubenden“ unterstützen. So habe man selbstverständlich am vergangenen Samstag um 18 Uhr mit Glockengeläut zu dem gemeinsamen Gebet, zu dem Bischof Wiesemann und Kirchenpräsident Schad aufgerufen hatten, eingeladen und wie viele andere Menschen im Sinne einer Gebetsgemeinschaft zur gleichen Zeit das „Ökumenische Gebet im Zeichen der Krise“ gesprochen für „alle Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben und erkrankt sind und für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind und nach Halt suchen“.

 

Auch über das „Angelus-Gebet“, zu dem die Glocken der Kirchen dreimal täglich aufrufen, suche man die „Gebetsgemeinschaft“ mit den Menschen außerhalb des Klosters. Das hatte Bischof Wiesemann ebenfalls angeregt, um besonders an die infizierten Menschen zu denken. „Zugleich gilt das Gebet auch den Ärzten und Pflegekräften, die die Erkrankten betreuen“, heißt es in dem Aufruf weiter.

Dem Aufruf hatte sich auch die Pfarrei St. Katharina von Alexandrien angeschlossen, wo wie in allen anderen Pfarreien das kirchliche Leben weitgehend ruht: Der sonntägliche Gottesdienst, für viele noch immer der religiöse Höhepunkt der Woche, findet nicht mehr in den Kirchen, sondern nur noch per TV oder über digitale Live-Streams statt. Andere Formen gemeinschaftlichen Glaubenslebens –Bibelgespräche, Jugendarbeit, Besuchsdienste etwa- ruhen.

Pfarrer Ulrich Nothhof berichtet, dass er „stellvertretend für die Pfarrei“, aber alleine, jeden Morgen an einem kleinen Tisch im Pfarrhaus Eucharistie feiere. Eine Messe über das Netz zu streamen, wie es andere Pfarreien (Überblick dazu auf www.bistum-speyer.de) anbieten, dazu fehlten die technischen Voraussetzungen. Ansonsten sei Seelsorge in diesen Corona-Tagen ein schwieriges Feld mit vielen Entscheidungen, die man ungern treffe, die aber notwendig sind.

So sei die Feier der Kar- und Osterliturgie nicht möglich, der Weiße Sonntag auf unbestimmte Zeit, möglicherweise in den Spätsommer oder frühen Herbst, verschoben. „Am 14. März sollte die Beichtvorbereitung beginnen, am 13. März kam die Dienstanweisung aus Speyer, dass der Weiße Sonntag verschoben werden muss.“ Pfarrer Nothhof ist sich auch der ganz trivialen Tragweite dieser Entscheidung bewusst: „Das geht ja bis hin zur Kleiderfrage. Viele haben die Kleider bereits besorgt, manche Kinder wachsen vielleicht heraus.“ Für diesen Fall halte die Pfarrei aber die einheitliche Kommunionkleidung bereit.

Besondere Einschnitte gebe es auch bei den Beerdigungen: Am Freitag und Samstag musste der Pfarrer zwei Verstorbene zur letzten Ruhe begleiten: „Es gab keine Trauerfeier in der Friedhofshalle, sondern nur eine kleine Feier am Grab mit den engsten Angehörigen, kein Weihwasser, keine Erde“, bedauert Ulrich Nothhof. Werde er zu Todkranken zur Krankensalbung gerufen, komme er dieser Bitte selbstverständlich nach.

Die Verwaltung der Pfarrei und die Kommunikation mit dem Pastoralteam laufe derweil vor allem über Telefon und Skype. Wichtig sei ihm, dass das Pfarramt „immer und für alle Fragen, für Gespräche und Anliegen erreichbar ist“, sagt der Pfarrer. Im Amtsblatt wolle man für die nächsten Sonntage und vor allem für Ostern Gebets- und Andachtsimpulse für die Gläubigen anbieten.  (ran)




Die berüchtigte Weltcup-Abfahrtsstrecke einmal von unten nach oben

KITZBÜHEL/HAUENSTEIN/DAHN. Die Streif ist Legende. Das Rennen an der wohl schwierigsten Abfahrtsstrecke der Welt am Hahnenkamm in Kitzbühel elektrisiert alljährlich die Massen. Und wer je an der Streif stand, für den ist es schon verrückt, die halsbrecherische Strecke mit den Ski von oben nach unten zu bewältigen.

Aber es geht noch verrückter: Am Wochenende gab’s in dem mondänen Ferienort in Tirol den „Streif Vertical Up“: Dabei gilt’s, die berüchtigte Weltcup-Abfahrtsstrecke von unten nach oben zu bewältigen. Über 1000 Teilnehmer machten sich am Samstagabend auf den Weg. Mit dabei: der Hauensteiner Dominik Memmer und der Dahner Fabian Trapp.

Die beiden 38-Jährigen aus dem Wasgau sind bekannt dafür, dass sie sich außer „gewöhnlichen“ Langläufen gerne auch besonderen Herausforderungen stellen. So zählten sie in den drei letzten Jahren zu dem Team, das am Nürburgring den „Strong Man Run“ mit seinen außergewöhnlichen Hindernissen gewann, sie waren unter anderem auch am „Strong Man Run“ in Wacken am Start oder beim „Gettin‘ Tough Race“ in Thüringen. Jetzt also: „Streif Vertical Up“, Kitzbühel, Tirol, „One hell of a Run“, wie der Veranstalter –in Anbetracht des eisigen Untergrunds- etwas schräg textete. Die Details: Die Strecke über die berühmten Passagen „Mausefalle“ und „Karussell“, „Gschöss“ und „Alte Schneise“ ist 3.312 Meter lang, weist 860 Höhenmeter auf und an der steilsten Stelle ein Gefälle von 85 Prozent.

„Sehr steil, sehr eisig, sehr dunkel“ – so kommentierten die beiden Extremsportler den Lauf, als wir sie am Tag nach dem Rennen im Skilift am Hahnenkamm erreichten. Am Samstag um 18.30 Uhr war das Rennen in zwei Klassen -einer Speed- und in einer Rucksackklasse- gestartet worden, bei gerade einbrechender Dunkelheit. „Das macht die Strecke ja nicht einfacher. Du hast ja nur den Schein der Stirnlampe,“, berichtet Fabian Trapp.

Als Schnellster war Profi Anton Palzer nach 31:20 Minuten im Ziel am „Starthaus“. Der „Doni“ aus Berchtesgaden gilt im Winter als einer der besten Skibergsteiger der Welt, im Sommer ist er als international erfolgreicher Bergläufer unterwegs. „An seine Zeit bin ich nicht entfernt drangekommen“, erzählt Dominik. Er kam nach 49:39,9 Minuten ins Ziel, belegte damit Rang 116 unter den 336 männlichen Speedstartern. Fabian Trapp benötigte 55:06,7 Minuten und wurde 186.

„Ich wollte schneller sein, aber es ging einfach nicht“, kommentierte Dominik Memmer seine Zeit. Und Fabian zog Bilanz: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich nach den gut 3000 Metern genauso kaputt fühle wie nach einem Marathon.“ Das Duo aus dem Wasgau verweist freilich darauf, dass sie sich die Herausforderung Streif ja „ohne spezielles Training“ stellten: „Bei uns gibt’s ja nicht derart lange Anstiege mit so steilen Rampen und solch außergewöhnlichen Bedingungen.“

„Der Clou an der ganzen Geschichte sind die Regeln – es gibt keine!“, so beschreibt der Veranstalter seine Vorgaben. „Freie Materialwahl, solange alles aus eigener Kraft angetrieben wird“, lesen wir in der Ausschreibung weiter. Spikes, Ski mit Fellen, Schneeschuhe und Steigeisen seien möglich. Dominik und Fabian entschieden sich für Spikes, wie sie in der Leichtathletik üblich sind, allerdings mit langen Nägeln. „Damit sind wir relativ gut zurechtgekommen“, berichten sie.

Allerdings habe man gerade an den besonders steilen Rampen immer einen Blick nach oben haben müssen: „Wenn da oberhalb vor dir jemand ausrutscht, reißt der dich unweigerlich mit“, beschreibt Fabian eine der vielen Unwägbarkeiten beim Aufstieg auf der vereisten Piste, auf der es auch reichlich Anfeuerung gab: „Gerade an der steilsten Stelle, der Mausefalle, stand das Publikum und hat die Läufer angefeuert, bevor wir den letzten Hang bezwingen mussten – das war ein Highlight, das uns noch einmal gepusht hat.“ Als „tolle Erfahrung bei einer außergewöhnlichen Veranstaltung“ nehmen die beiden ihre Erlebnisse an der Streif mit in die Heimat.

Der „Streif Vertical up“ ist Teil der „Vertical Up Tour 2020“, die außer in „Kitz“ auch noch an der Saslong in Gröden und in Madonna di Campiglio Station macht.




Schüler der Wasgauschule sorgen für einen neuen Bewuchs

HAUENSTEIN. Die Schüler der Hauensteiner Realschule plus sind sich einig: „Das ist doch weitaus schöner als eine Doppelstunde Mathe. Und interessant dazu!“ Wir treffen die Gruppe auf einem Waldstück unweit des Hauensteiner Seniorenheims. Gemeinsam mit Revierförster Gerald Scheffler und zwei „Rangern“ bepflanzen die Jugendlichen den Waldrand auf einer Fläche an der Südostflanke des Nedings. Der alte Kiefernbestand dort war im vergangenen Jahr gerodet worden, weil er akut windwurfgefährdet war.

Jetzt also sorgen die Schüler der Wasgauschule –Mädchen sind nicht dabei- für einen neuen Bewuchs: „Vor allem Licht liebende Bäume und Sträucher“ seien für den Standort ausgewählt worden, erläutert der Förster die Auswahl der Pflanzen: Und so setzen die Jugendlichen, die zur Bio-AG zählen, junge Edelkastanien, Wildkirsche, Haselnuss, Vogelbeere und Mehlbeere – insgesamt sind es rund hundert Pflanzen, die an diesem Dienstagvormittag einen neuen Standort finden.

Angeleitet werden die elf Schüler aus der von Lehrer Christian Wolfer angebotenen Bio-AG und aus der Klasse 8b von den beiden geprüften Naturschutz- und Landschaftspflegern Stefan Ehrhardt und Michael Hammer vom Forstamt Hinterweidenthal. Die „Ranger“ sind behilflich bei der Standortwahl für die Pflanzen, geben Tipps zur Pflanztiefe, helfen, wenn der Waldboden gar zu viel Widerstand leistet oder die „Wuchshülle“, die die jungen Pflanzen vor Wildverbiss schützen wird, anzubringen ist.

Und sie erklären den Schülern die Besonderheiten der Pflanzen, informieren beispielsweise über die eher weniger bekannte Mehlbeere, die ein besonders hartes Holz ausbildet. „Sie ist bei uns weniger verbreitet“, sagt Gerald Scheffler, „und soll im naturnahen Wald vermehrt gepflanzt werden.“ Auch dass der so licht bepflanzte Waldrand ein Biotop für die Tierwelt wird, für Ameisen und Eidechsen, für Mäuse und eine vielfältige Vogelwelt etwa, wird thematisiert. Und so wird die Baumrandbepflanzung zu einem Stück lebensnahen Biounterrichts, in den auch Aspekte der CO2 – Problematik und des Klimaschutzes einfließen können.

Die Schüler gehen engagiert und interessiert zu Werke. Man sieht ihnen den Spaß an dieser Arbeit an. Lukas stellt fest: „Es ist schön, etwas für die Natur tun zu können“, während Peter sich darüber freut, „gelernt zu haben, wie man Bäume und Büsche pflanzt“. Und Louis schließlich findet „die besonderen Werkzeuge, mit denen wir gearbeitet haben, sehr interessant“.

Die Pflanzaktion soll nur der Auftakt zu einer intensiveren Kooperation zwischen Bio-AG und Forst sein: „Wir werden mit der AG auch das Wachstum der Pflanzen verfolgen und werden –wenn nötig- die Pflanzen beispielsweise von Brombeerhecken freischneiden“, berichtet Christian Wolfer von einer Art Patenschaft, die die Schüler übernehmen werden. Auch sei angedacht, gemeinsam mit dem Forst Nistkästen zu bauen und in dem unweit der Schule gelegenen Gelände aufzuhängen. Die AG hatte sich in den vergangenen Wochen vornehmlich um die jahreszeitliche Bepflanzung rund um das und in dem Schulhaus gekümmert, hatte die Mitschüler regelmäßig auch mit Rätseln aus der Welt der Biologie überrascht.

Für die Aktion am Neding, die Teil der planmäßigen Waldbewirtschaftung im Forstrevier Hauenstein ist, hatte die Ortsgemeinde die jungen Pflanzen finanziert. Durch den Einsatz der Schüler, die mit einem herzhaften Frühstück belohnt wurden, fielen keine Pflanzkosten an. Weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt: Die so bepflanzte Fläche ist Ökokonto fähig und steht künftig zur Verfügung, wenn von der Gemeinde Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur verlangt werden.




Bombenangriff auf das Hauensteiner Jugendheim – 75 Jahre danach

HAUENSTEIN. Dieses Ereignis ist Teil des kollektiven Gedächtnisses Hauensteins, auch wenn die meisten Augenzeugen nicht mehr leben: Zum 75. Mal jährte sich der Tag, an dem der Krieg seine tödliche Fratze in Hauenstein zeigte: Am 10. März 1945 flogen alliierte Bomber einen Angriff auf das damals als Lazarett dienende Jugendheim unterhalb des Neding. Die blutige Bilanz: Mindestens 17 Tote, einige Vermisste und ungezählte Verletzte.

Eugen Klein, der gerade 90 Jahre alt gewordene Chronist Hauensteins und unermüdliche Heimathistoriker, hat das Geschehen dokumentiert. Überliefert ist auch der bewegte Bericht des verstorbenen Augenzeugen Heinrich Feith, der die Dramatik des Geschehens greifbar macht. „Ich warf mich sofort zu Boden. Den Kopf nahm ich zwischen die Arme, und presste mich auf die Steinplatten. Ich hatte nur einen Gedanken: Jetzt ist es aus!”

Es war ein Samstag, kurz nach Mittag: In der Küche des Lazaretts hatte Elfriede Braun, als Küchenhilfe zwangsverpflichtet, gerade das Geschirr vom Mittagessen weggeräumt. Gegen 13.30 Uhr hörte sie schwaches Motorengeräusch, das schnell näherkam, eigentlich nichts Neues für die Bevölkerung, denn schon seit Monaten überflogen Bomber in großen Pulks den Ort, um ihre tödliche Fracht über den Zentren am Rhein abzuladen. Aber: Diesmal kamen die Flugzeuge tiefer als sonst, das Motorengeräusch schwoll schneller an, ein Rauschen setzte ein, Bomben fielen.

Wie „große Regentropfen fielen sie aus den Wolken”, berichtet Eugen Klein, ein erster Bombenteppich fällt in die Bruchwiesen – südlich der heutigen Sommerstraße – und erfüllt die Luft mit fürchterlichem Getöse. Die Erde bebt, Häuser zittern, Menschen geraten in Panik. In der Sommerstraße wird das Haus Zöller getroffen, Frauen und Kinder werden in den Trümmern begraben.

„Unter den Trümmern hörte man Hilferufe“, erinnerte sich der damalige Feuerwehrkommandant Otto Ritter, der mit vielen anderen vor Ort geeilt war. „Jeder half, wo es notwendig schien. Man versuchte verzweifelt, die begrabenen Frauen und Kinder zu retten.” Für die beiden Kinder Karl Emrich (4), der unter den Haustrümmern begraben wurde und erst Wochen später geborgen werden konnte, und Inge Leyendecker (6), die von einem Splitter getroffen wurde, kam jede Hilfe zu spät.

Und noch während viele Helfer zu dem zerbombten Haus eilten, kündigte Motorenbrummen neues Unheil an. Ein zweiter Bombenteppich fiel, und der traf dann auch jenes Ziel, das der erste Bombenhagel wohl verfehlt hatte: Neben dem Jugendheim, von der DJK als „Kreislehrstätte” errichtet und jetzt als Lazarett fungierend, stand ein Barackenlager (übrigens der Schauplatz des Romans „Maria von Hauenstein” von Walter Nutz), dem wohl die Bombenangriffe galten. Dicht an dicht fielen die Bomben, trafen Baracken und – obwohl mit dem roten Kreuz als Lazarett ausgewiesen -auch das Jugendheim. Das Lazarett wurde bei dem Angriff fast völlig zerstört, nur der linke Seitenflügel, wo zahlreiche verwundete Soldaten untergebracht waren, blieb zum Teil stehen.

Von der zweiten Angriffswelle ist eine bemerkenswerte Rettungstat überliefert. Der in dem damaligen Wehrmachtslazarett tätige Zahnarzt Dr. Hans Piller war wie viele andere zum Haus Zöller geeilt, um dort Hilfe zu leisten. Als die Bomber erneut näherkamen, deckte er den damals zweijährigen Günther Emrich, der lebend aus dem zerstörten Haus geborgen wurde, mit seinem Körper ab. Während der Arzt von Bombensplittern tödlich getroffen wurde, überlebte das Kind.

Zwei Ärzte und eine nie ganz sicher verifizierte Anzahl von Soldaten kamen ums Leben. Neben den beiden Kindern mussten auch weitere Hauensteiner ihr Leben lassen: Karl Betz, damals 34 Jahre alt, Eugen Kleins Bruder Alois (13) und Anneliese Gerstle (14) sind sofort tot, die 26-jährige Monika Burkhard, die wie Elfriede Braun als Küchenhilfe im Lazarett tätig war, stirbt siebzehn Tage später an den Folgen ihrer Verletzungen.

Der Schrecken überwältigt die Helfer: „Der Anblick der toten und verwundeten Soldaten, die wir in den Schützengräben hinter dem Jugendheim fanden, war grauenhaft”, erinnerte sich Otto Ritter und Heiner Feith mutmaßte ähnlich wie Elfriede Braun: „Viel mehr Soldaten, als bekannt ist, kamen unter dem Bombenhagel ums Leben.”

Bei den Fundamentierungsarbeiten für die Wasgauschule fand man im Jahr 1973 das Skelett eines unbekannten Soldaten, der wohl ebenfalls dem Bombenangriff zum Opfer gefallen war. Die Toten wurden zunächst auf einem kleinen Soldatenfriedhof in der Nähe des früheren „Bildstockes” bestattet. Sie wurden später auf den Friedhof unterhalb der Dahner Michaelskapelle umgebettet. An sie und alle Opfer des Bombenangriffs vom 10. März 1945 erinnert seit 2005 ein kleiner Gedenkstein an den Parkplätzen in der Speyerstraße.




THW ehrte Helmut Kunz für 50 Jahre ehrenamtlichen aktiven Dienst

Foto: Helmut Kunz (2.v,r.) ist seit 50 Jahren beim Hauensteiner THW aktiv. Ihn zeichneten (v.l.) der Ortsbeauftragte Klaus Schwarzmüller, MdB Anita Schäfer und der Leiter der Neustadter THW-Regionalstelle, Armin Ladenberger, aus. (ran)

HAUENSTEIN. Im Rahmen eines Empfangs in der Interims-Unterkunft ehrte das Technische Hilfswerk Hauenstein mit Helmut Kunz einen Aktiven, der seit 50 Jahren ehrenamtlich im THW engagiert ist. MdB Anita Schäfer, der Leiter der Neustadter THW-Regionalstelle, Armin Ladenberger, und der Ortsbeauftragte Klaus Schwarzmüller überreichten die noch von Albrecht Broemme, dem bisherigen Bundeschef des THW, unterzeichnete Ehrenurkunde.

Sie bestätigt dem Geehrten, sich in fünf Jahrzehnten im „Dienste der Humanität“, in „steter Einsatzbereitschaft“ und „zum Wohle der Allgemeinheit“ eingesetzt zu haben. Es sei eine ganz besondere Ehrung, die es im Ortsverband bisher nur zweimal gegeben habe, betonte der Ortsbeauftragte. Armin Ladenberger nannte Kunz‘ Arbeit in all den Jahren „überaus beeindruckend“, zumal Helmut Kunz im Lauf der Zeit einen „immensen Wandel“ miterlebt und „aktiv mitgestaltet“ habe. Kunz habe pro Jahr im Schnitt rund 250 Stunden und insgesamt wohl über 12.000 Stunden Dienst geleistet: „Bei einem gemittelten Mindestlohnsatz von etwa sieben Euro wäre Helmuts Arbeit rund 90.000 Euro wert“, rechnete Ladenberger vor.

Zuvor hatten Schwarzmüller und Ladenberger Daniel Boos und Jan Spielberger, die dem THW seit 20 Jahren die Treue halten, und Leon Baque und Alexander Blank für zehnjährige Mitarbeit ausgezeichnet und auch deren Einsatz per Urkunde gewürdigt. Schwarzmüller teilte mit, dass in der Leitungsebene des Ortsverbandes personelle Veränderungen anstehen. So wird Patrik Grub die Aufgabe des Schirrmeisters übernehmen und damit die Verantwortung für den Fahrzeug- und Gerätebestand übernehmen. Mit dem demnächst anstehenden Wechsel in der Position des Zugführers, auf der Stefan Seibel dem langjährigen Zugführer Andreas Wilde nachfolgt, „endet eine Epoche“, wie Schwarzmüller mitteilte.

Er sei „stolz und froh“ über die Arbeit im Ortsverband, stellte Klaus Schwarzmüller fest. Man sei „auf dem Weg nach vorne“, sagte er auch mit Blick auf die neue Unterkunft, die im Entstehen begriffen ist. Bis zum Einzug in die neue Unterkunft, der für Sommer 2020 erwartet wir, arbeite man in dem Provisorium, einem ehemaligen Getränkemarkt, den die Helfer zumeist in freiwilligem Einsatz für die Zwecke des THW umgebaut haben: „Umbau und Umzug haben zwar viele Kräfte gebunden, sie haben aber die stetige Einsatzbereitschaft nie gefährdet.“ Vier THW-Mitglieder, die beim Umbau besonders engagiert waren, lud Anita Schäfer zu einem Besuch der Bundeshauptstadt ein.

Gegenwärtig verfügt das Hauensteiner THW über 51 Aktive, die im vergangenen Jahr rund 11.000 Stunden Dienst „schoben“, was, wie Armin Ladenberger vorrechnete, beim gegenwärtigen Mindestlohnsatz einen Wert von rund 110.000 Euro darstelle. Im vergangenen Jahr konnte man bei der landesweiten Werbe-Aktion sechs neue Helferinnen und Helfer gewinnen, die derzeit ihren Grundscheinlehrgang absolvieren und im April ihre Grundschein-Prüfung ablegen werden. Unterbau ist eine Jugendgruppe mit 15 Jugendlichen im Alter von 10 – 17 Jahren sowie seit ein paar Jahren auch eine „Minigruppe“ mit rund zehn Kindern im Alten von 6 – 10 Jahren. Die THW-Jugend hat für alle Helfer einen „Schutzengel“ gebastelt, die Alexander Blank an die Aktiven übergeben konnte – als Symbol dafür, dass sie bei ihren Einsätzen unter Schutz stehen sollen.

Zur Bewältigung ihrer Aufgaben stehen den Hauensteinern im Moment acht Fahrzeuge und sechs Anhänger mit entsprechender Ausrüstung –unter anderem eine Netzersatzanlage sowie ein Werkstattanhänger- zur Verfügung. Der Ortsbeauftragte informierte darüber, dass im Lauf des Jahres für den Bereich Logistik/Materialerhaltung ein neuer Hänger erwartet werde, der auch mit einem neuen Werkstattcontainer ergänzt werden soll. Im Ortsverband hofft man auch darauf, dass Hauenstein auch mit einem neuen LKW-Kipper mit Ladekran bedacht werden kann. (ran)




Mit textilen Botschaften „uff guud pälzisch

HAUENSTEIN. Seit 2011 lebt der Hauensteiner Dominic Keller in Ingolstadt. Und den überzeugten Pfälzer störte es, dass er dem gerne und in vielerlei Bezügen offen gezeigten Heimatbewusstsein der Bajuwaren nichts betont Pfälzisches entgegensetzen konnte: „Es gibt halt nichts Greifbares. Da blieb nur, selbst etwas zu machen“, dachte sich der 32–Jährige und gründete 2018 sein Online-Label „Palatina Outfitters“. Und seither versorgt der „Pfalz-Ausstatter“ Pfälzer jeden Alters mit textilen Botschaften „uff guud pälzisch“.

Die Idee hat lange in ihm gebrodelt: „Ich bin schon immer modisch interessiert, lege auch Wert auf hochwertige, lässige Kleidung mit angenehmem Tragegefühl“, sagt er. Und dieses Faible, so der Ansatz, ließe sich doch problemlos kombinieren mit dem „Herz fer die Palz“, das man nicht nur auf der Zunge, sondern auch so wunderschön auf Shirts und Pullis, auf Jacken und auch auf Baby-Bodies, auf Kappen und auf Rucksäcken beispielsweise tragen kann.

„Es war dann mein ,Neujahrsvorsatz‘ 2018 gewesen, die Idee umzusetzen“, erzählt er. Die Kontakte zu einer Ingolstädter Textildruckerei waren schnell geknüpft, wo denn auch die ersten Hoodies und die ersten Shirts bedruckt wurden – ausnahmslos mit typisch Pfälzer Botschaften: „Ajo“ beispielsweise oder „Jo aller“ und „Unn wie?“, die in so vielen und ganz unterschiedlichen Zusammenhängen und Bedeutungen über pfälzische Lippen gehen.

Auch originäre Dialektwörter wie „sellemols“ oder „dehäm“ und Begriffe, die Pfälzer Lebensart und Pfälzer Eigenart beschreiben, die das Liebenswerte und das Einzigartige der Pfalz beschreiben, finden sich auf den Textilien. Beispiele: Schlicht die „Pfalzliebe“ drückt ein Sweatshirt aus, „DRFKND“ macht deutlich, dass man gerne auf dem Land zuhause ist. Und die Freunde des Pfälzer Nationalgetränks, des Schorle, dokumentieren ihre Liebe zur Riesling-Sprudel-Mischung mit „Schorlegewidder“ und anderen Botschaften.

Hatte Dominic, der am Trifelsgymnasium in Annweiler sein Abitur abgelegt und an der FH Koblenz-Remagen studiert hat, zu Beginn die Slogans selbst kreiert, gefunden zum Beispiel auch in Gesprächen mit Pfälzer „Muttersprachlern“, so liefern ihm jetzt die Kunden Vorschläge, was sich auf den Textilien auch „gut machen“ würde. „Das ist ein Selbstläufer“ – und ähnlich läuft es mit den Fotos auf der Homepage www.palatina-outfitters.de. „Zunächst hat uns die Landauer Fotografin Annika Martin tolle professionelle Fotos gemacht, wobei meine Brüder und viele Freunde und Bekannte als Models agierten“, berichtet Dominic. Inzwischen füllten die Website-Galerie auch zahllose Fotos, die Kunden einsandten.

Wert legt der Bayer aus „Hääschde“, der in Ingolstadt bei Audi beschäftigt ist, auf die Qualität seiner Ware. „Die Ware muss nicht nur gut aussehen. Wichtig ist mir auch, dass unsere Textilien aus Bio-Rohstoffen gefertigt und fair gehandelt werden“, betont Keller. Es sei eine „glückliche Fügung“, dass die Ingolstädter Firma, die für „Palatina Outfitters“ arbeitet, solche Ware anbieten kann. Zudem: Weil der Online-Shop halt –„wegen Versand, Verpackung etc“-  nicht „klimaneutral“ arbeiten könne, werde als Kompensation pro Bestellung über die Stiftung „Plant for the Planet“ ein Baum gepflanzt.

„Palatina Outfitters“ ist ein Online-Shop, beliefert aber auch begrenzt den stationären Handel. Unter anderem hält der Hauensteiner „Hollerbusch“ eine kleine Auswahl vor. Bei großen pfälzischen Festen, dem „Mandelblütenfest“ oder dem Rhodter „Weintestival“ ist man auch mit ambulanten Ständen vertreten. Übrigens: Nicht nur Pfälzer bedienen sich bei „Palatina Outfitters“, wo man das Portfolio unter anderem auch um Schmuck und Taschen erweitert hat: „Wir versenden inzwischen deutschlandweit, haben aber auch schon Pakete nach Hawaii, nach Singapur, Neuseeland und die USA verschickt“, berichtet Keller von Kunden, die ihre pfälzischen Wurzeln und die Liebe zur Pfalz auch in ihrer neuen Heimat zeigen wollen.

Er selbst ist mit seiner Frau Samira in Ingolstadt heimisch geworden, fühlt sich dort auch wohl.  Aber. „Sobald man einmal länger weg von zu Hause ist, lernt man die Pfalz noch einmal ganz neu zu lieben“, sagt er und fügt an: „Dehääm is halt dehääm“ und „Home is wo Palz is.“ (ran)




Hauenstein ist Standort für Unbemannte Luftfahrtsysteme

Foto: Bei einem Lehrgang in Berlin qualifizierten sich Andreas Wilde (links) und Jan Bode als „Luftfahrzeugfernführer“. Die Hauensteiner THW-Gruppe wurde in Berlin auch mit einer Drohne ausgestattet, die die beiden THW-Helfer präsentierten. (ran)

HAUENSTEIN. Wie berichtet, erfuhr der THW-Standort Hauenstein eine Aufwertung: Die Landesleitung Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland hat die Wasgaugemeinde als Standort der für Rheinland-Pfalz zuständigen Einsatzeinheit „Unbemannte Luftfahrtsysteme (UL)“ –sprich Drohnen- ausgewählt.

Erste Schritte zur Umsetzung wurden jetzt gegangen: Gruppenführer Andreas Wilde und Jan Bode absolvierten in Berlin zusammen mit bundesweit 29 UL-Trupps einen Lehrgang, in dessen Rahmen Staatssekretär Stephan Mayer vom Bundesinnenministerium als Vorstandsvorsitzender der Stiftung THW und THW-Präsident Gerd Friedsam jeder Einheit eine Drohne übergaben. Sie ermöglicht es, dass die Ausbildung der UL-Trupps vor Ort sofort beginnen kann.

Wie die beiden Hauensteiner Lehrgangsteilnehmer berichten, wurden sie in Berlin nach dem Luftsicherheitsgesetz zum „Luftfahrzeugfernführer“ ausgebildet. Damit dürfen sie die Drohnen überall fliegen. Die Fluggeräte sind mit einer digitalen und einer Thermokamera sowie mit Lautsprecher und Scheinwerfer ausgestattet. Die Thermokamera mache es möglich, große Flächen nach Vermissten aus der Luft abzusuchen werden. Auch bei Großbränden können die Drohnen eingesetzt werden. Versteckte Wärmequellen oder Glutnester können aus der Luft festgestellt werden. Dadurch entfalle ein Stück weit die Gefährdung der Einsatzkräfte, beschreiben die Wilde und Bode die Vorteile der Drohne.

Bei der Übergabe hatte der THW-Präsident festgestellt, dass man mit den „neuen unbemannten Luftfahrtsystemen“ einen wichtigen Schritt gehe, um sich „künftigen Herausforderungen im Einsatz zu stellen“. Das THW werde auch weiterhin die Chancen nutzen, „die sich durch neue Technologien für die Sicherheit und den Erfolg unserer Einsatzkräfte entwickeln.“ Bis 2021 werde das THW selbst die Ausstattung der UL-Trupps 2021 noch mit größeren und leistungsstärkeren Drohnen erweitern. (ran)




„Wer diese Plakette bekommt, ist Premium.“

Foto: Der parlamentarische Staatsekretär im Berliner Innenministerium, Dirk Wanderwitz, übergab dem Hauensteiner Schuhmuseum Plaketten, die die Einrichtung als “Nationales Projekt des Städtebaus” ausweisen. Unser Foto zeigt bei der Übergabe v.l. Hauensteins Bürgermeister Michael Zimmermann, VG-Chef Werner Kölsch, MdB Anita Schäfer, Staatsekretär Wanderwitz, Museumsleiter Carl-August Seibel und sein Stellvertreter Gerhard Seibel (ran)

HAUENSTEIN. Dass das Hauensteiner Schuhmuseum vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) als „Nationales Projekt des Städtebaus“ besonders gefördert werde, das bezeichnete der Parlamentarische Staatssekretär Marco Wanderwitz (CDU) am Mittwochnachmittag als „Auszeichnung mit einmaliger Strahlkraft“. Er überreichte an Museumschef Carl-August Seibel eine entsprechende Plakette: „Wer diese Plakette bekommt, ist Premium.“

Der Staatsekretär betonte, dass es „enorm wichtig“ sei, „Schaufenster dessen zu bewahren, was eine Region in ihrer Geschichte geprägt und groß gemacht“ habe. Deshalb sei im Rahmen des Projektes im vergangenen Jahr, dessen Schwerpunkt auch die Förderung von historischen Industriebauten mit musealer Nachnutzung gewesen sei, neben den „spannenden Projekt Schuhmuseum“ auch ähnliche Einrichtungen wie das „Salzmuseum“ in Lüneburg und das „Textilmuseum“ in Forst (Lausitz) ausgewählt worden. Für Hauenstein habe –gerade vor dem Hintergrund des Bauhaus-Jubiläums- auch die Bauhaus-Architektur eine besondere Rolle gespielt.

Carl-August Seibel betonte denn auch, dass bei „unserem Schuhmuseum das Gebäude ja das größte Exponat darstellt“. Es gelte, den prägenden Bauhausstil eins zu eins zu erhalten. Das Museum sei „ein Prunkstück für die Region“, das der ehemalige Museumsleiter Willi Schächter „zu dem gemacht hat, was es heute ist“. Hier sei die Bundesförderung „gut angelegt“, zumal das Museum „im Ehrenamt und mit einem Minibudget“ laufe.

Die Hauensteiner Einrichtung war im vergangenen Jahr mit bundesweit 34 weiteren Projekten unter 118 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt worden. Mit der Auszeichnung verbunden ist eine Förderung der geplanten Sanierung des Museums in Höhe von 330.000 Euro. Wie berichtet, sollen an dem historischen Bauhausgebäude Dach, Fenster und Außenfassade (aktuell geschätzte Kosten: 225.000 Euro) saniert werden, der Eingangsbereichs verlegt werden (44.625 Euro) und der „Weltrekordschuh“ in einem Glaskubus untergebracht werden. Ende des Jahres hatten die nahezu verdoppelten Kosten für diese Maßnahme –statt der zunächst geplanten 180.000 Euro standen 357.000 Euro im Raum- zu intensiven Diskussionen im Dorf geführt.

„Wir kriegen das hin“, zeigte sich Carl-August Seibel optimistisch, dass die Finanzierung der Maßnahme machbar werde. Gespräche mit den beteiligten Akteuren würden geführt. Die Sanierung, der Umbau und auch die Umgestaltung der Ausstellung seien für die Verantwortlichen eine „Herzensangelegenheit“, für die er bei seinen Mitstreitern „Euphorie“ verspüre.

Seibel übergab dem Staatssekretär ein paar Seibel-Schuhe. Und die passten dem Sachsen so gut, dass er sie gleich am Fuß behielt, als er von Gerhard Seibel durch das Museum geführt wurde. MdB Anita Schäfer (CDU) hatte den Besuch des Staatsekretärs arrangiert und ihm die Region als „faszinierende Landschaft mit faszinierenden Dörfern und faszinierenden Menschen“ vorgestellt. Wie Wanderwitz unterstrich, habe sich die Abgeordnete intensiv dafür eingesetzt, dass das Museum in den Genuss der Bundesförderung gekommen sei. (ran)




Ein turbulentes Stück Science-Fiction mit viel Musik

Foto: Mit dem Musical „Ufo – kein Wunsch ist mir zu schnuppe“ brachten die Schülerinnen und Schüler der Hauensteiner Wasgauschule ein turbulentes Stück Science-Fiction und viel Musik auf die Bühne. (ran)

HAUENSTEIN. Fast 50 Mitwirkende auf der Bühne, eine umfängliche Crew dahinter, rund 800 Zuschauer bei drei Aufführungen und viel, viel Beifall: Die Schülerinnen und Schüler der Hauensteiner Wasgauschule hatten in vielen Monaten intensiver Proben das Musical „Ufo – kein Wunsch ist mir zu schnuppe“ einstudiert und begeisterten die kleinen und großen Zuschauer mit einem turbulenten Stück Science-Fiction und mit viel Musik.

In dem Musical geht es um Abenteuerlust und die Sehnsucht nach dem Unbekannten, um Sternschnuppen und Wünsche, um Einsamkeit und Trauer, Freude und Liebe. Und so ist es eine Reise durch den Kosmos und die Vielfalt menschlicher Gefühle. Vielleicht die wichtigste Botschaft findet sich in dem Song „Behalt deinen Traum“, der davon handelt, dass Träume „wie ein Edelstein“ seien, eine „neue Kraft“ haben und eine „neue Welt“ zeigten.

„Behalt deinen Traum“ ist eines von 16 Liedern des Musicals. Sie kommen mal rockig, mal als Rap, mal als Ballade und auch mal wie ein Schlager daher und werden –unterstützt vom Halb-Playback- dargeboten vom Chor der Schule und den Solistinnen Annika Merkl, Anastasia Rohrlack, Milena Keller, Laila Loswig und Neomé Polonio, die mit erstaunlicher Sicherheit und klaren Stimmen vors Mikrofon und vor das große Publikum treten.

Der Chor, der von Antje Völz geleitet wird, ist eine von vier Arbeitsgemeinschaften der Schule, deren Arbeit in diesem Musical zusammenfließt. Auf der großen und einer etwas seitlich angeordneten kleinen Bühne agieren 13 Schülerinnen und Schüler aus der Theater-AG von Stefanie Eichenlaub, die das Geschehen mit Spielfreude und sprachlich kultiviert in Szene setzen.

Für optische Hingucker sorgten mehr als zwanzig Schülerinnen aus der Tanz-AG von Monika Reisdorf, während Schülerinnen und Schüler aus dem Wahlpflichtfach „Technik und Natur“ unter der Leitung von Daniel Schmidt ein stimmiges Bühnenbild und eindrucksvolle Lichteffekte lieferten, die vor allem bei den Tänzen –beispielsweise mit Schirmen und Tüchern- zum Tragen kamen.

Es war ein Gesamtwerk einer offensichtlich gut funktionierenden Schulgemeinschaft: Es band die Kleinen aus den fünften Klassen ebenso ein wie die Großen aus der Zehnten und ganz selbstverständlich auch Kinder mit Migrationshintergrund. Und es machte deutlich, dass die Wasgauschule über ein ausgesprochen motiviertes und engagiertes Kollegium verfügt, ohne das solche Leistungen nicht möglich wären.

Das Stück gefiel dem Publikum, das oft auch auf offener Szene applaudierte, ausnehmend gut. Die Schule hatte zu den Ausführungen auch die Kinder aus den Grundschulen Hauenstein, Wilgartswiesen, Hinterweidenthal und Gossersweiler sowie von der Pirmasenser Kimmle-Stiftung eingeladen. Auch die Damen und Herren aus dem benachbarten Seniorenheim fanden an dem frischen Stück aus einer fernen Zeit ihr sichtlich Gefallen.

Der Inhalt des Musicals

„Ufo – Kein Wunsch ist schnuppe“ entführt in das Jahr 2164: Und in 150 Jahren ist ein Wochenendtrip zu einer Raumstation Routine. Und so brechen denn die fünf Freunde Lena, Lincoln, Lisa, Alan und Emma zur Raumstation „Overfly 2“ auf, wo den Weltraumtouristen ein ausgefallenes Programm angeboten mit „Space Dance“, „Space Bungee“, „Space’s Next Top Model“ und der Musik von den „Space Girls“ geboten wird.

Ein Ausflug mit einem Weltraumscooter gerät aber zum Alptraum. Weil die Freunde ein Ufo verfolgen wollen, verlieren sie die Kontrolle über das Mini-Raumschiff, geraten in einen Meteoritensturm und landen unsanft im „Garten der Wünsche“, wo sie dem Ufonauten, einem Sternschnuppensammler, begegnen. Der will sie schnell wieder loswerden und beauftragt die „dunklen Wünsche“, die Eindringlinge zu vertreiben, denn „Wünsche brauchen Ruhe, um sich zu erfüllen“.  Mit Hilfe eines Amuletts und Sternschnuppenstaub entkommen die Freunde – ein spannendes Abenteuer geht zu Ende. (ran)

 




Helmut Kunz , seit 50 Jahren ehrenamtlich im THW engagiert

Helmut Kunz (2.v,r.) ist seit 50 Jahren beim Hauensteiner THW aktiv. Ihn zeichneten (v.l.) der Ortsbeauftragte Klaus Schwarzmüller, MdB Anita Schäfer und der Leiter der Neustadter THW-Regionalstelle, Armin Ladenberger, aus.(ran)

HAUENSTEIN. Im Rahmen eines Empfangs in der Interims-Unterkunft ehrte das Technische Hilfswerk Hauenstein mit Helmut Kunz einen Aktiven, der seit 50 Jahren ehrenamtlich im THW engagiert ist. MdB Anita Schäfer, der Leiter der Neustadter THW-Regionalstelle, Armin Ladenberger, und der Ortsbeauftragte Klaus Schwarzmüller überreichten die noch von Albrecht Broemme, dem bisherigen Bundeschef des THW, unterzeichnete Ehrenurkunde.

Sie bestätigt dem Geehrten, sich in fünf Jahrzehnten im „Dienste der Humanität“, in „steter Einsatzbereitschaft“ und „zum Wohle der Allgemeinheit“ eingesetzt zu haben. Es sei eine ganz besondere Ehrung, die es im Ortsverband bisher nur zweimal gegeben habe, betonte der Ortsbeauftragte. Armin Ladenberger nannte Kunz‘ Arbeit in all den Jahren „überaus beeindruckend“, zumal Helmut Kunz im Lauf der Zeit einen „immensen Wandel“ miterlebt und „aktiv mitgestaltet“ habe. Kunz habe pro Jahr im Schnitt rund 250 Stunden und insgesamt wohl über 12.000 Stunden Dienst geleistet: „Bei einem gemittelten Mindestlohnsatz von etwa sieben Euro wäre Helmuts Arbeit rund 90.000 Euro wert“, rechnete Ladenberger vor.

Zuvor hatten Schwarzmüller und Ladenberger Daniel Boos und Jan Spielberger, die dem THW seit 20 Jahren die Treue halten, und Leon Baque und Alexander Blank für zehnjährige Mitarbeit ausgezeichnet und auch deren Einsatz per Urkunde gewürdigt. Schwarzmüller teilte mit, dass in der Leitungsebene des Ortsverbandes personelle Veränderungen anstehen. So wird Patrik Grub die Aufgabe des Schirrmeisters übernehmen und damit die Verantwortung für den Fahrzeug- und Gerätebestand übernehmen. Mit dem demnächst anstehenden Wechsel in der Position des Zugführers, auf der Stefan Seibel dem langjährigen Zugführer Andreas Wilde nachfolgt, „endet eine Epoche“, wie Schwarzmüller mitteilte.

Er sei „stolz und froh“ über die Arbeit im Ortsverband, stellte Klaus Schwarzmüller fest. Man sei „auf dem Weg nach vorne“, sagte er auch mit Blick auf die neue Unterkunft, die im Entstehen begriffen ist. Bis zum Einzug in die neue Unterkunft, der für Sommer 2020 erwartet wir, arbeite man in dem Provisorium, einem ehemaligen Getränkemarkt, den die Helfer zumeist in freiwilligem Einsatz für die Zwecke des THW umgebaut haben: „Umbau und Umzug haben zwar viele Kräfte gebunden, sie haben aber die stetige Einsatzbereitschaft nie gefährdet.“ Vier THW-Mitglieder, die beim Umbau besonders engagiert waren, lud Anita Schäfer zu einem Besuch der Bundeshauptstadt ein.

Gegenwärtig verfügt das Hauensteiner THW über 51 Aktive, die im vergangenen Jahr rund 11.000 Stunden Dienst „schoben“, was, wie Armin Ladenberger vorrechnete, beim gegenwärtigen Mindestlohnsatz einen Wert von rund 110.000 Euro darstelle. Im vergangenen Jahr konnte man bei der landesweiten Werbe-Aktion sechs neue Helferinnen und Helfer gewinnen, die derzeit ihren Grundscheinlehrgang absolvieren und im April ihre Grundschein-Prüfung ablegen werden. Unterbau ist eine Jugendgruppe mit 15 Jugendlichen im Alter von 10 – 17 Jahren sowie seit ein paar Jahren auch eine „Minigruppe“ mit rund zehn Kindern im Alten von 6 – 10 Jahren. Die THW-Jugend hat für alle Helfer einen „Schutzengel“ gebastelt, die Alexander Blank an die Aktiven übergeben konnte – als Symbol dafür, dass sie bei ihren Einsätzen unter Schutz stehen sollen.

Zur Bewältigung ihrer Aufgaben stehen den Hauensteinern im Moment acht Fahrzeuge und sechs Anhänger mit entsprechender Ausrüstung –unter anderem eine Netzersatzanlage sowie ein Werkstattanhänger- zur Verfügung. Der Ortsbeauftragte informierte darüber, dass im Lauf des Jahres für den Bereich Logistik/Materialerhaltung ein neuer Hänger erwartet werde, der auch mit einem neuen Werkstattcontainer ergänzt werden soll. Im Ortsverband hofft man auch darauf, dass Hauenstein auch mit einem neuen LKW-Kipper mit Ladekran bedacht werden kann. (ran)