Bauarbeiten im Interkommunalen Baugebiet gehen in die Zielgerade

HAUENSTEIN. Die Bauarbeiten im Interkommunalen Baugebiet Wilgartswiesen/Hauenstein biegen auf die Zielgerade ein: Die Straßenbauarbeiten gehen auf ihr Ende zu, die Vermarktung läuft, wie der Hauensteiner Ortsbürgermeister Michael Zimmermann auf Anfrage mitteilte. Er ist Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Interkommunales Gewerbegebiet.

Die Trassierung der sich von West nach Ost –von der B10-Brücke bis zum Bahnhaltepunkt Hauenstein Mitte- und entlang der Bahnstrecke durch das Gelände ziehenden „Hauptstraße“ und der beiden Stichstraßen ist abgeschlossen, der Unterbau weitgehend erledigt. „Wenn das Wetter mitspielt, wird in der 51. Kalenderwoche die erste Schwarzdecke aufgetragen“, teilte Zimmermann weiter mit. Die Grundstücke seien vorparzelliert, können aber vom Zuschnitt her noch verändert werden.

Die recht hohen Böschungen im Süden des Geländes –zum Mischberg hin- sind angelegt und „angespritzt“, damit noch erstes Grün sprießen und den Hang halten kann. Im Süden des Geländes am Waldrand verläuft ein neu angelegter Weg. Die rund 700.000 Euro teure Verlegung der NATO-Pipeline ist abgeschlossen, die Leitungen sind wieder in Betrieb genommen.

Die Vermarktung der rund 65.000 Quadratmeter großen Nutzfläche läuft. „Es liegen interessante Anfragen vor: Grundstücke werden nachgefragt in Größen von 1000 bis 10.000 Quadratmetern“, berichtet Zimmermann. Kriterium der Vergabe sei, dass möglichst viele Arbeitsplätze geschaffen werden. „Wir werden also keine Flächen vergeben, wenn lediglich eine Lagerhalle erstellt werden soll“, so Zimmermann weiter. Deshalb werde es „auch Absagen geben“. Die Grundstücke in dem Gewerbegebiet sind zu einem „All inclusive“-Preis von 50 Euro auf dem Markt, den die Verbandsversammlung im Dezember 2018 festgelegt hatte.

Der Verbandsvorsteher betonte aber: „Es ist noch kein Quadratmeter vergeben. Und bei der Vergabe werden wir völlig transparent vorgehen: Alle Grundstücke werden in der Verbandsversammlung vergeben.“ Zimmermann berichtet davon, dass man unter anderem in sehr aussichtsreichen Verhandlungen mit einem großen Logistikunternehmen sei, das rund 40 Arbeitsplätze schaffen wolle.

In die Erschließung des interkommunalen Baugebiets fließen rund 9 Millionen Euro. Dafür hat das Land einen Zuschuss in Höhe von 6,3 Millionen Euro gegeben, den Staatssekretär Andy Becht (FDP) beim Spatenstich vor Jahresfrist als „gut angelegtes Geld“ bezeichnet hatte. Dass die beiden Gemeinden Wilgartswiesen und Hauenstein diese Kooperation eingegangen sind, hat eine einfache Bewandtnis: Hauenstein verfügt wohl über das Recht, aber nicht über den Platz, weiteres Gewerbegebiet zu erschließen. Und Wilgartswiesens Gemarkung konnte in der Gewanne Neufeld jenes geeignete Gelände bieten, wo sich nun das „Interkommunale“ erstreckt.   (ran)




Die „Pfälzer Kastanientage“

HAUENSTEIN. Bis zum 15. November dauerten die „Pfälzer Kastanientage“ an, zu der die Urlaubsregion Hauenstein gemeinsam mit acht Tourismusbüro aus dem Kreis SÜW seit dem 1. Oktober eingeladen hatten. Fast 60 Restaurants, Cafés und weitere Anbieter boten eine breite Palette von „Keschdlichkeite“ an, Köstlichkeiten also aus „de Keschde“, die sich bei Einheimischen und Gästen großer Beliebtheit erfreuten. Dass die Castanea sativa, wie die Keschde mit lateinischem Namen heißt, seit Jahrhunderten auch als Heilpflanze bekannt ist und geschätzt wird, ist indes weniger geläufig.

„Wenn jemand am Magen/Darm leidet, dann koche er die Kerne der Kastanienfrucht (fünf bis zehn Stück) stark in Wasser und zerquetsche die gekochten in diesem Wasser zu Brei. Dann klopfe er in einer Schüssel Dinkelfeinmehl mit Wasser zu einem dünnen Teig und füge zu diesem Teig eine Pulvermischung aus Süßholzpulver (1 gehäufter Teelöffel) und Engelsüßpulver (1 gestrichener Teelöffel). So koche er den Teig noch einmal mitsamt dem vorerwärmten Kastanienbrei und mache so ein Mus daraus. Das soll er essen und es reinigt seinen Magen und macht ihn warm und kräftig.“

So beschrieb Hildegard von Bingen (1098 bis 1179), die Heilige und Kirchenlehrerein, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und Universalgelehrte, schon vor fast tausend Jahren, wie man mit der Frucht der Kastanie Probleme im Verdauungstrakt bekämpfen kann. Geröstete und „mäßig warm“ gegessene Kastanien helfen nach Hildegard bei Milzschmerzen, gekochte Kastanien helfen bei Kopfschmerzen und lassen die Nerven „stark werden“, und „wer im Herzen Schmerzen leidet, sodass seines Herzens Stärke keine Fortschritte macht, sondern traurig ist, esse oft die rohen Kerne und das gießt seinem Herzen gleichsam einen Schmelz ein und er gelangt zu Stärke und Frohsinn.“

Hildegards Zusammenfassung: Die Edelkastanie sei in jeder Form, ob gekocht oder roh, gesund für den Körper: „Die Kastanie ist ihrer Natur nach sehr warm, hat eine große Kraft in sich, die der Wärme beigemischt ist, und bezeichnet die Weisheit. Und alles was in ihm ist und auch seine Frucht, ist sehr nützlich für den Menschen.“

Was Hildegard vor vielen Jahrhunderten beschrieb, findet sich ähnlich auch auf aktuellen Homepages, die sich mit Heilkräutern und Naturheilmitteln befassen: So heißt es auf www.Pflanzenfreunde.com, dass Kastanien nicht „nur gut schmecken, sondern für uns insgesamt 100 %ig gesund sind“. Und auf der Seite www.hausmittel.de lesen wir: „Ob gekocht oder roh verzehrt, ihre Heilwirkung auf den Körper ist unumstritten.“ Die Seite www.heilkräuter.de beschreibt ihre Wirkung als „adstringierend, entzündungshemmend,
schleimlösend“ und nennt als Anwendungsgebiete „Bronchitis, Keuchhusten, Durchfall,
Rheuma, Hexenschuss…“

Dass die Früchte positiv auf den Körper wirken, dafür sorgen die Inhaltsstoffe der Kastanie:  Die Literatur nennt unter anderem Kohlenhydrate, Stärke, Vitamin A, B1, B2, B3, B5, B6, C und E. Die Keschde beinhalteten wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Magnesium, Kalzium und Kalium. (ran)




„Dass misst mer in äm Buuch lääse kinne!“

HAUENSTEIN. „Dass misst mer in äm Buuch lääse kinne!“ Dem Wunsch, schon bei der ersten Lesung mit Texten des verstorbenen Autors Bernd Hecktor geäußert, wurde bereits vor vier Jahren mit dem Band „Dass lossen mer“ entsprochen. Jetzt, posthum und ein Jahr nach dem plötzlichen Tod des „Schwaben aus Hääschde“, ist die Fortsetzung erschienen: „Joh kumm, geh ford“ heißt der Band, der bei einer überaus gut besuchten Buchvorstellung im „Ochsen“ (wir berichteten am 02. Oktober) präsentiert worden war.

350 Seiten hat das Buch und sie sind gefüllt mit über 120 Texten. Fast alle sind in der unvergleichlichen Hääschdner Mundart verfasst, die Bernd Hecktor so originär bewahrt und in manchmal origineller Schreibweise aufgeschrieben hat. „Ehr lossen eijch uff was Schweres ie: Dialekt“, lesen wir schon auf der ersten Seiten. Sein Tipp an die Leser: „Am beschde eschs, ehr lääsens laud orrer noch besser, ehr lääsens eich gecheseidich vor.“

„Iwwers Pälzische unn iwwers Hääschdnerische“ ist das erste der 15 thematisch gegliederten Kapitel überschrieben. Und da findet sich dann eine köstliche Einführung in den Dialekt der Hääschdner, etwa wenn Hecktor unter der Überschrift „Hääschdnerisch Gebabbel“ typische „Lääwensweisheide“ -„Bevor ich mich eijcher, esch mers egal“ beispielsweise- oder einzigartige Begrifflichkeiten aus der Schuhgemeinde –„Miggebadscher“, „Hellbeereschleggsel“ oder „Bäämschdorze“- auflistet, „Iewunge ferd Zung“ anbietet oder sich über die die vielseitige und vielfältige Bedeutung des Wörtchens „Jooh“ auslässt.

Ob er denn ein Heimatdichter war? Bernd Hecktor, der seiner wehenden Mähne wegen als „de Leeb“ bekannt war, beantwortete die Frage so: „Injer, die Texte unn die Theme sinn aus meijnrer Hämed Häschde. Awwer sie sinn nidd souw midd Herschgeweih, Ächelääb unn Goordezwerch.“ Und so ordnet er das kleine Dorf- und manchmal auch das große Weltgeschehen mit einem Blick auf das besondere Detail, sehr oft mit einem Augenzwinkern, und ab und an sehr kritisch ein.

Er tut das in zumeist einer Sprache, die er liebgewonnen und bewahrt hat, obwohl er mehr als fünf Jahrzehnte nicht mehr in Hauenstein „dehääm“ war. Abert: Einige seiner Texte, hat er auch in der Hochsprache verfasst: „Toleranz – die Seele der Heimat“ oder „Zwischen Glaubenszwang und Prügelstrafe“, in dem er seine Zeit im katholischen Internat aufarbeitet: „Vebei, awwer nit vegesse!“, schreibt Bernd.

In dem Buch geht es unter anderem auch um die „Pälzer unn die Welt“, es geht ums „Esse unn Dringge“, um „Moderne Zeide“ und darum, dass es „annerschdwu“ halt „annerschd“ esch. Dass Bernd Hecktor die Pfalz liebte, dokumentiert die Überschrift „In de Palz eschs am scheinjnschde“, dass er sich gerne an der Kirche und ihren Protagonisten rieb, das belegen die Texte im Kapitel „Heilich, heilich“, und dass er zeitlebens ein Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit war, das belegen im Kapitel „All sinn gleich, awwer manche sinn gleicher“  Texte wie „Dreidausendäähunnert“, wo er das Monatsgehalt einer Erzieherin mit der Tages-„Rente“ des ehemaligen VW-Bosses Winterkorn vergleicht, oder „Gewisst wie“, wo er die europäische Flüchtlingspolitik unter die kritische Lupe nimmt.

Leicht zu lesen ist das Buch nicht, aber es bietet Seite für Seite viel Anlass zum Schmunzeln und zum herzhaften Lachen. Zum Lachen über manchen Wortwitz, wie ihn nur der farbige Dialekt zustande bringt, zum Lachen über manch urkomische Situation aus Hääschde, zum Schmunzeln über manche Anekdote rund um Hääschdner. Manchmal aber bleibt das Lachen auch im Hals stecken, wenn der Autor Nachdenkliches, Kritisches und Hintergründiges in die Texte einwebt.

Bernd Hecktor stammte aus Hauenstein, ist nach Stationen in Freiburg, in Amerika und in Frankfurt in der Nähe von Backnang, im „schwäbischen Exil“, wie er sagte, heimisch geworden, war Berufsschullehrer und mischte dort bis zu seinem Tod im September vergangenen Jahres –kurz nach seinem 70. Geburtstag- in der Kommunalpolitik mit. Er war, wie er immer wieder sagte, „im Härz immer Hääschdner geblewwe“. Das Buch hat er selbst noch vorbereitet, seine Frau Margrit hat es zusammen mit Freunden abschließen und druckfertig machen können.

Großen Anteil daran hat der Hauensteiner Künstler Christoph Seibel, der es mit vielen kolorierten Bildern und Collagen illustriert hat: Sie sind eine stimmige Augenweide. Das Layout des Buches besorgte Christoph Seibels Sohn Joachim. Das Buch (ISBN 978-3-00-06386-8) kostet 24,50 Euro und ist in Hauenstein in der Postfiliale (Marktplatz), im Weinlädchen (Gartenstraße), im Deutschen Schuhmuseum (Turnstraße), beim Autohaus Hecktor (Marktplatz) und in der Musikschule Mansmann (Bahnhofstraße) erhältlich.

(ran)




Der Schusterbrunnen – ein Sorgenkind

HAUENSTEIN. Der Schusterbrunnen am Zwickerdenkmal auf dem Johann-Naab-Platz ist und bleibt ein Sorgenkind: Eine zwischen dem 04. September und dem 04. Oktober durchgeführte Messung ergab, dass der Brunnen binnen eines Monats rund 46 Kubikmeter Wasser verlor, was Kosten in Höhe von rund 240 Euro verursachte, wie Ortsbürgermeister Michael Zimmermann mitteilte: „Das ist sowohl ärgerlich als auch völlig unwirtschaftlich.“

„Der Brunnen macht uns Sorgen“, stellt auch Helge Schneider von der VG-Verwaltung fest. Erst vor zwei Jahren waren die Becken von einer saarländischen Fachfirma saniert worden, wofür rund 12.000 Euro aufgewendet worden waren. Jetzt also ist der Brunnen erneut „inkontinent“. Deshalb sei man mit Firma, die vor zwei Jahren die Brunnenkammer und die Wasserläufe mit einem kunststoffvergüteten PCC-Estrich versiegelt hatte, erneut in Kontakt getreten. Als erste Maßnahme wolle man nun die Fugen mit einer anderen Füllung erneuern.

Auch nach weiteren Ursachen wird gefahndet. Die Leitungen, die den Brunnen speisen, habe man abgedrückt, habe dabei aber keine Undichtigkeiten feststellen können. Jetzt werde überlegt, ob eventuell an der Technik, die die Höhenstandmessung und die Nachspeisung steuert, ein Defekt aufgetreten sein könnte. Um an den Technikschacht und zu Ergebnissen zu kommen, müsse eine Sandsteinplatte am Zwickerdenkmal aufgenommen werde, was einigen Aufwand erfordere.

Der Brunnen war 1998 im Zuge der Sanierung des Wingerter-Platzes gebaut worden und umfließt das 1986 zum Schuhjubiläum aufgestellte Zwickerdenkmal des Luger Künstlers Franz Leschinger. Wie Dieter Seibel vom gemeindlichen Bauhof mitteilte, laufe der Brunnen jährlich vom 1. Mai bis zum „Keschdemarkt“, also bis in den Oktober. (ran)

 




Medizinische Hilfe in unzugänglichen Dörfern der Maasai südlich von Nairobi

Die Menschen stehen Schlange, um von der medizinischen Hilfe zu profitieren.

HAUENSTEIN. Die Fotos, die die Hauensteiner „Aktion Afrika“ aus dem Süden Kenias erhalten haben, belegen es: Die Ambulanz, die der Hauensteiner Verein zusammen mit der österreichischen MIVA für das „Medical Health Centre“ der „Apostles of Jesus“ in den Ngong Hills finanziert haben, bringt Segen in die oft unzugänglichen Dörfer der Maasai südlich von Nairobi. Die Menschen stehen Schlange, um von der medizinischen Hilfe der eingesetzten Fachkräfte zu profitieren.

Wie Father Firminus Shirima, der Leiter der Einrichtung mitteilte, war das Fahrzeug in einer feierlichen Zeremonie vom Bischof von Ngong, John Oballa Owaa, gesegnet worden. Father Firminus hat den Partnern aus der Pfalz auch eindrucksvolle Fotos von den Einsätzen der Ambulanz zukommen lassen. Die Menschen seien „unendlich dankbar für eure echte Solidarität mit den armen Menschen im Bezirk Kajiado West, die so sehr auf unsere medizinischen Dienste angewiesen sind“, schreibt er.

Von der Ambulanz profitiere eine ganze Region, schreibt er weiter. Hilfe komme nun zu den „Ärmsten der Armen“: „Konkret werden 11.000 Kinder unter 5 Jahren mit Kindergesundheitsdiensten versorgt, 1.500 Frauen erhalten eine gezielte pränatale und postnatale Betreuung“, schreibt Father Firminus. Das medizinische Personal könne „nun auch im entlegensten Teil unserer Region Dienstleistungen anbieten, der vorher nicht erreichbar war“. Hilfe komme so „insbesondere zu schwangeren Frauen, Neugeborenen, Kindern unter fünf Jahren, zu Waisenkinder und gefährdeten Kindern, zu armen Haushalten mit Großeltern und Kindern, sowie zu Menschen, die mit HIV/AIDS leben.“

Wie berichtet, war der Hauensteiner Verein entsetzt über die hohen Kosten, die entgegen der vorab gegebenen Auskünfte bei der Einfuhr des Toyota Landcruiser geltend gemacht worden waren. Man hat deshalb Kontakt mit der kenianischen Botschaft in Berlin und der deutschen Botschaft in Nairobi aufgenommen. „Dass das an den hohen Gebühren etwas ändert, glauben wir eher nicht. Aber wir wollten die Sache nicht auf sich beruhen lassen“, hatte Alfred Busch, der Vorsitzende des Vereins gesagt.

Das Fahrzeug wurde in einer feierlichen Zeremonie vom Bischof von Ngong, John Oballa Owaa, gesegnet.

Die Briefe sind raus – mit unterschiedlichem Erfolg. Die deutsche Botschaft hat aus Kenias Hauptstadt unverzüglich geantwortet. „Leider ist dies kein Einzelfall. Viele deutsche Akteure aus dem gemeinnützigen Bereich leiden unter den hohen Kosten“, schreibt Nils Föll, der für Entwicklungszusammenarbeit zuständige Mitarbeiter der Botschaft in Nairobi.  Die kenianischen Verwaltungsstellen seien „leider oft nicht fähig oder manchmal auch nicht willig, die Einfuhr in angemessenem Zeitrahmen und zu transparenten Kosten zu bearbeiten.“

Deshalb stehe die Botschaft zusammen mit anderen internationalen Partnern auch auf höchster Ebene mit den kenianischen Behörden „in regelmäßigem Austausch und übt entsprechend Kritik“. Kenia beraube sich hier „durchaus selbst der eigenen Entwicklungschancen“. Die deutsche Botschaft in Nairobi pflege „eine Liste mit uns bekannten Fällen deutscher Akteure und da werde ich Ihre Schilderung gerne mit aufnehmen“, schreibt Nils Föll und schließt: Den kenianischen Stellen dürften „diese Missstände bestens bekannt sein. Aber vielleicht höhlt der stete Tropfen…“

Während also die deutsche Botschaft auch inhaltlich sofort reagierte, ließ sich die kenianische Botschaft in Berlin viel Zeit. Sie bestätigte nach einem Monat den Erhalt des Schreibens, entschuldigte sich für die lange Bearbeitungszeit und teilte mit, dass das Schreiben aus dem Wasgau an das Außenministerium in Nairobi weitergeleitet worden sei, um „die Angelegenheit mit den zuständigen Stellen und Dienststellen zu klären“. Das ist nun einen Monat her. Bislang wartet die „Aktion Afrika“ vergebens auf Post aus Nairobi.

Father Shirima dagegen hat sich mit herzlichen Worten für dieses Engagement bedankt: Es sei „sehr wichtig, dass die kenianischen Stellen dieses Feedback von den Gebern erhalten“. Er lobte das Schreiben als „eine Stimme derjenigen, die nicht mit dieser Regierung sprechen können“. Das Volk leide „unter solch unsensiblen Regierungsbeamten, die keine Rücksicht auf die eigenen armen Brüder und Schwestern nehmen. Ich hoffe und bete, dass euer Schreiben die Aufmerksamkeit derjenigen findet, die in der Lage sind, diese Politik zu ändern.“ (ran)




Nur noch Stehplätze bei der Buchvorstellung „Jooh kumm, geh ford“

HAUENSTEIN. Wer zu spät kam, musste mit einem Stehplatz vorliebnehmen: Auf überaus großes Interesse stieß am Freitagabend die Vorstellung des Buches „Jooh kumm, geh ford“ des vor einem Jahr verstorbenen Bernd Hecktor, des Urhääschdners aus Schwaben. Rund hundert Zuhörer füllten den Saal im „Ochsen“ bis auf den letzten Platz. Und um es vorwegzunehmen: Die Lesung machte mächtig neugierig auf das 350-Seiten-Buch.

Einen Wermutstropfen freilich gab’s: Wie Margrit Hecktor, die das von ihrem Mann begonnene Buchprojekt zu Ende geführt hatte, in ihrer Begrüßung mitteilte, musste der Abend als „Bobb“ –als „Buchvorstellung ohne Bernds Buch“- über die Bühne gehen, hatte die Druckerei doch ihre Zusage nicht eingehalten, das Buch rechtzeitig fertigzustellen. Es soll nun am 07. Oktober auf den Markt kommen und im Handel erhältlich sein.

Was die Leser in dem Buch erwartet, dafür gab’s köstliche Appetithappen: Patrick Stöbener und Franz-Josef Schächter lasen als „native speaker“ und im feinsten „Hääschdnerisch“ jene Texte, die „de Leeb“, wie der Autor in seiner Heimatgemeinde genannt wurde, über Hääschdner, über Hääschde und die Welt verfasst hatte.

Es waren Texte aus dem Familienleben („Gebortsdaach heit“) und aus Hääschde („Aadächtich Fußball schbeele“). Es waren wunderschöne Naturschilderungen dabei („Baggelschdää“) und semantische Analysen beispielsweise über die vielseitige Einsatzmöglichkeit des Dialektwortes „Jooh“. Und es gab Deftiges wie die Aufzählung von „Schejne Piss-Orde“ und von „Schejne unn wieschde Werder“ und nicht zuletzt auch Kritisches wie jenen Text, der unter dem Titel „Gewissd wie“ mit Trumps Mauer und der europäischen Flüchtlingspolitik abrechnet.

Es fällt auf, dass Bernd Hecktor, der wenige Tage nach seinem Siebzigsten plötzlich verstorben war, ein feiner Beobachter vielfältigster Situationen war. Immer blitzt seine herzliche Zuneigung zur alten Heimat auf. Und es ist bemerkenswert, wie er mit der Sprache spielt, wie er mit Wortwitz und unvergleichlichen Wendungen aus dem Repertoire des unverfälschten „Hääschdnerisch“ schreibt.

Das Publikum verfolgte die Texte sehr aufmerksam, reagierte mit viel Beifall, manchmal mit lautem Lachen, manchmal mit nachdenklichem Nicken, etwa, wenn der Autor Kritisches und Hintergründiges einwebt und dabei den Blick auf das besondere Detail lenkt, sehr oft mit einem Augenzwinkern, und ab und an sehr kritisch. Denn ein kritischer, engagierter Kopf war „de Bernd“ ja von Jugend auf und zeitlebens.

Dass es ein überaus runder Abend im „Ochsen“ wurde, daran hatte auch Werner Mansmann, ein Jahrgangskollege von Bernd Hecktor, maßgeblichen Anteil. Zusammen mit jungen und auch mit erwachsenen Schülern lockerte der Musikus das Programm auf – überaus gekonnt und stilistisch überaus vielseitig. Zum Abschluss des Abends wurde auch per Video ein Ausschnitt aus einer Lesung von und mit Bernd gezeigt. In der Pause und nach der Lesung fand die Ausstellung der großartigen Illustrationen Christoph Seibels, die im Buch die Texte begleiten, großes Interesse.

„Im Bernd hett’s sicher g’falle. `S wor orich, orich schej“, so kommentierte ein Besucher den Abend, der fast 150 Minuten lang richtig Spaß gemacht hat. Wie gesagt: Das Buch, ein würdiger Nachfolger des 2016 erschienenen Bandes „Dass lossen mer“, erscheint am 7. Oktober. Die 350 Seiten werden 24 Euro kosten. (ran)

 




45,1 Kilometer Waldläufermaraton durch eine “Super Landschaft”

HAUENSTEIN/WILGARTSWIESEN. Die Premiere vor Jahresfrist war überaus gelungen: “Super Landschaft, größtenteils anspruchsvolle Pfade, prima organisiert“ urteilten David und Claudia aus Battweiler, Heike aus Überherrn im Saarland bedankte sich für eine „wunderschöne Veranstaltung“ und Helga und Frank aus Pirmasens nannten den „Waldläufermarathon“, der am Samstag seine zweite Auflage erfährt, schlicht ein „Wanderhighlight“.

45,1 Kilometer, 1402 Höhenmeter, die sechs Berge Mischberg, Rauhberg, Höllenberg, Dimberg, Immersberg und Winterberg, spektakuläre Felsen, tiefe Täler und Wald, soweit das Auge reicht: Das sind die die Ingredienzen der Veranstaltung, zu der die Urlaubsregion Hauenstein einlädt und zu der am Mittwoch bereits knapp 200 Anmeldungen eingegangen waren.

Start und Ziel ist die Falkenburghalle in Wilgartswiesen. Die Strecke verläuft überwiegend auf Teilen der Premiumwanderwege Spirkelbacher Höllenberg-Tour, Dimbacher Buntsandsteinweg, Rimbach-Steig und Hauensteiner Schusterpfad und bietet „weite Aussichten“, „wildromantische Täler“ und „die unberührte Natur des Pfälzerwaldes“, wie es in der Ausschreibung heißt. Auf der Homepage www.waldlaeufer-marathon.de und bei outdooractive.com (Stichwort: Waldläufermarathon) lässt sich der Streckenverlauf studieren. Kürzere Strecken – von sieben bis 35 Kilometer- sind möglich, wofür ein Rückholservice zur Falkenburghalle eingerichtet wird.

Der Zeitplan: Bereits ab sechs Uhr am Samstag kann man an der Falkenburghalle nachmelden und die Startnummer in Empfang nehmen, um 7.15 Uhr wird in die Strecke eingewiesen. Das Startfenster für alle Kurzstrecken und die Marathonstrecke ist von 7.30 bis 8.00 Uhr geöffnet. Ab 14 Uhr besteht Duschmöglichkeit im Sportheim des TSV Wilgartswiesen. Zum Abschluss der Tour gibt es in der Falkenburghalle ab 16 Uhr Musik und Pfälzer Spezialitäten.

Insgesamt sieben Verpflegungsstationen will man einrichten. Sie dienen auch als „Rückholpunkte“ für Wanderer, die nur einen Teil des Marathons absolvieren wollen (oder können). Als Teilnehmergebühr werden bei Online-Anmeldung 25 Euro erhoben. Darin enthalten ist ein Starterpaket (nur solange Vorrat reicht, bei Online-Anmeldung garantiert), die Verpflegung unterwegs sowie –im Fall des Falles- die Rückholung per Fahrdienst.

Alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde. „Es zählt nicht, wer schneller, besser oder als Erster im Ziel ist, sondern das Wandererlebnis mit Gleichgesinnten“, teilen die Veranstalter mit. Deshalb gibt es auch einen Gruppenrabatt: Bei Anmeldung in Gruppen reduziert sich die Teilnahmegebühr auf 20 Euro pro Person.

Damit die Veranstaltung ohne finanzielles Risiko über die Bühne gehen kann, hat man verschiedene Sponsoren ins Boot geholt. Hauptsponsor und Namensgeber ist das Schwanheimer Schuhunternehmen Lugina, das mit der Marke „Waldläufer“ bestens am Markt vertreten ist. Im Sponsorenpool befinden sich weiter Edeka-Schopfer, der Flammkuchenproduzent „Tarte gourmet“, die VR Bank SÜW-Wasgau, SportMarke und die Hauensteiner Felsenapotheke. (ran)

 




Isabella Seibel feierte 40 Jahre “beis Eicheene”

HAUENSTEIN. Den Weg vom „Kaufhaus auf dem Lande“ hin zum „Mode- und Geschenkehaus Ritter“ hat Isabella Seibel maßgeblich mitgestaltet. Vor genau 40 Jahren kam die gebürtige Rodalberin in das Geschäft in der Hauensteiner Gartenstraße, das Eugen Ritter junior 1928 gegründet hatte und das für viele Hauensteiner der Nah- und Rundumversorger für Textilien, Kurz- und Haushaltswaren war.

Isabella Seibel kann einiges erzählen aus ihren ersten Monaten in dem Geschäft, das in Hauenstein bei vielen immer noch kurz „‘s Eicheene“ genannt wird. Ihr Ehemann Peter, Enkel des Gründers, hatte das Traditionsgeschäft 1977 als 21-Jähriger übernommen, und seine Isabella, gelernte Raumausstatterin gebeten, ihm in dem Geschäft, in dem die Kunden ihre Kittelschürzen ebenso kauften wie Geschirr aus Soufflenheim und Wolle, Nähzubehör, „Bettflaschen“ und Spielsachen, womit das Sortiment aber nur ansatzweise beschrieben ist.

1979 kam sie also nach Hauenstein. Und nicht alles, was die Kunden haben wollten, war ihr sofort verständlich, wie sie erzählt: Einer wollte ein „Niedraachbrettel“, eine andere ein Päckchen „Geijfle“ und auch „Händsching“ wurden verlangt. Die Kolleginnen konnten helfen:  Nichts anderes als ein Tablett wollte der Kunde, hinter dem Urdialektwort „Geijfle“ verstecken sich die Stecknadeln und die „Händsching“ sollten für warme Hände sorgen: Handschuhe eben.

Sie musste sich an manches gewöhnen, die junge Chefin „beis Eicheene“, die mancher Kundin zu exotisch daherkam. Auch an die Tricks der Vertreter: Einer zog die junge Geschäftsfrau über den Tisch und lieferte 2.000 Paar Strümpfe… „Der Anfang war schon sehr schwer“, erinnert sich Isabella Seibel, die nach und nach zusammen mit ihrem Ehemann Peter das Haus zu einem anerkannten Fachgeschäft für sportive und auch elegante Damen- und Herrenmode, für Dessous, Nachtwäsche, Heimtextilien, Gardinen und Geschenkartikel ausgebaut und einen großen Kreis von Stammkunden weit über die Grenzen der Schuhgemeinde hinaus erworben.

Besondere Aufmerksamkeit finden immer wieder die einzigartig dekorierten Ausstellungen zu Weihnachten und Ostern, die Stammkunden auch aus Wiesbaden, Sinsheim und dem Elsass ins Haus locken. Auch Urlauber schauen sich immer wieder bei Ritters um. „Ohne unsere treuen, treuen Kunden wären wir der Konkurrenz aus dem Netz nicht gewachsen“, berichtet sie und erzählt von Kunden, die ins Geschäft kommen, anprobieren, das Etikett fotografieren und sich mit der Floskel „Ich muss es mir noch überlegen“ verabschieden … und dann im Netz bestellen.

Das Jubiläum feierte Isabella Seibel mit ihrem Team bei einem Essen, die Kunden waren zu einem Gläschen Sekt und Häppchen eingeladen. (ran)

 




Der „Hollerbusch“ rückte nach vorne

HAUENSTEIN. Fast 450.000 Euro haben Sabrina und Timo Keller investiert, um größere Geschäfts- und Lagerräume für ihren Naturkostladen „Hollerbusch“ zu schaffen. In der alten Turnhalle in der Hauensteiner Turnstraße, die für diesen Zweck grundlegend umgebaut wurde, fand auch die „Wasgau-Ölmühle“ eine neue Heimat.

Der „Hollerbusch“ war bislang im Hinterhof des ehemaligen Turnhallengeländes positioniert und rückte nun nach vorne, direkt an die Turnstraße und vis à vis des Deutschen Schuhmuseums. Standen bisher 35 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung, so kann man die rund 700 Artikel, die man im Angebot hat, nun auf 70 Quadratmeter präsentieren.

Die vergrößerte Fläche nutzt man, um ein breiteres Angebot an Bio-Obst und -Gemüse offerieren zu können. Eine zweite Kühltheke nimmt das vergrößerte Sortiment an „Käse, Wurst, Fleisch und Co“ –allesamt regionaler Herkunft- auf. Ansonsten hält man ein ungemein breites Sortiment vor, das Pfälzer Whisky und Gin sowie Edelbrände und Craft-Biere ebenso enthält wie Süßes und Pestos und Aufstriche, naturbelassenes Brot oder Eier aus Oberschlettenbach. Wer will, kann sich wöchentlich eine Frischekiste oder zu besonderem Anlass eine Genießerbox packen lassen.

„Auch in neuen Räumen bleiben wir unserem Grundkonzept treu“, sagt Timo Keller.  Unter dem Slogan „regional – selbstgemacht – lecker“ setzt man weiter auf „Waren hoher Qualität von regionalen Erzeugern“: Als „Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen achten wir selbstverständlich auf eine ökologische und verantwortungsvolle Erzeugung der angebotenen Produkte“, betont er. Man lege Wert auf einwandfreie Tierhaltung und darauf, dass bei der Produktion der angebotenen Lebensmittel keine Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel Verwendung finden.

Das gilt auch für die Speiseöle, die die „Wasgau-Ölmühle“ produziert und im „Hollerbusch“ angeboten werden. Im mittleren Bereich der Halle ist der 120 Quadratmeter große Produktionsbereich untergebracht, in dem insgesamt acht verschiedene Öle –fast alle mit dem Bio-Label versehen- hergestellt werden.

Der „Hollerbusch“ ist, wie die „Leader Arbeitsgemeinschaft Pfälzerwald“ (LAG) mitteilt, als „Projekt des Monats“ ausgewählt worden. „Hollerbusch“ und die „Wasgau-Ölmühle“ würden, so die LAG in einer Pressemitteilung, der Tatsache gerecht, dass „regionale Produkte immer beliebter werden, was in Anbetracht des Klimawandels und der lokalen Wirtschaft sehr positiv zu sehen ist“. Wegen seiner besonderen Bedeutung wurde das Projekt aus Mitteln des Programms „Leader“ mit 30 Prozent der Investitionssumme gefördert.

Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag: 9.30 bis 12.30 und 17 bis 17 Uhr, freitags hat man bis 18 Uhr offen, samstags von 8.30 bis 16 Uhr – oder nach Absprache.  Das Geschäft ist unter der Telefonnummer 06392-587268 erreichbar. Infos unter  www. hollerbusch-pfalz.de  und www.wasgau-oelmuehle.de  (ran)




Das Projekt “Schuhweg” wurde auf Eis gelegt

Foto: Wie werden die überdimensionalen Pumps, die bereits im Bauhof gelagert sind, präsentiert? Der Plan für den „Schuhweg“ wurde vorerst auf Eis gelegt. (ran)

HAUENSTEIN. Zwei viel und seit langem diskutierte Projekte hatte der Ortsgemeinderat Hauenstein in seiner Sitzung  zu beackern und fand zu jeweils einstimmigen Beschlüssen: Die Umsetzung des „Schuhwegs“ wurde zunächst auf Eis gelegt, um eine Verlängerung der Förderfrist zu erreichen. Und: Die überarbeitete Planung für die neue Kita fand die Zustimmung des Rates und wird zur Genehmigung eingereicht.

Schon geraume Zeit treibt das Thema „Schuhweg“, der eine gestaltete und am Thema Schuh orientierte Verbindung zwischen Schuhmeile und Ortskern herstellen soll, den Rat um. Man habe in den vergangenen Monaten bereits „viele Probleme gelöst“, sagte Ortsbürgermeister Michael Zimmermann (CDU). Die Ausschreibung der nunmehr zwölf Stationen, die die Planerin Julia Kaiser vom Lauterer Büro „Stadtgespräch“ in der Ratssitzung noch einmal erläuterte (wir berichteten zuletzt am 19. April), habe „aber nicht das von uns erhoffte Ergebnis gebracht“.

Das günstigste Angebot, das auf die Ausschreibung einging, belief sich auf 226.000 Euro und damit um 34 Prozent über der Berechnung des Büros, das von 171.000 Euro ausgegangen war, sodass der Rat in der letzten Sitzung die Ausschreibung aufhob. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hatte das Projekt förderrechtlich genehmigt, hatte die Baukosten (ohne Nebenkosten) aber mit 171.000 Euro gedeckelt. Zu diesem Betrag ist eine Förderung in Höhe von 75 Prozent zugesagt. Höhere Kosten müsste die Gemeinde selbst tragen.

Die Planerin betonte mehrfach, dass die Kosten seriös ermittelt worden seien und nannte die eingegangenen Angebote „stark überteuert“. Das sei zum einen der boomenden Baukonjunktur geschuldet, zum anderen aber auch dem Ausschreibungszeitraum: „Hätten wir im Dezember/Januar ausgeschrieben, wären sicher günstigere Angebote eingegangen.“

Das Problem, das sich nun stellt: Die Maßnahme soll bis zum 15. November dieses Jahres mit der ADD abgerechnet sein. „Das ist so nicht zu realisieren, zumal eine neue Ausschreibung notwendig ist“, konstatierte der Ortsbürgermeister und plädierte dafür, in erneuten Gesprächen mit der Behörde die Frist bis zum 30. Juni 2020 zu verlängern. „Das kostet nichts und ist einen Versuch wert.“

Auf Nachfrage von Patrick Stöbener (FWG), welche weiteren Kosten eine erneute Ausschreibung nach sich zögen, nannte die Planerin die Summe von 2.000 Euro. Wie der Ortschef mitteilte, würden nach Auskunft der ADD die bisher aufgelaufenen Planungskosten –rund 20.000 Euro- ebenso wie die Kosten für die bereits vorhandenen Riesen-Pumps mit 75 Prozent gefördert.

Der Rat beauftragte schließlich den Bürgermeister einstimmig, mit der ADD Gespräche mit der Bitte um Aufschub zu führen. Je nach Ergebnis der Gespräche wird der Rat dann entscheiden, ob das Projekt völlig aufgegeben wird oder ob zumindest Teile des planerischen Konzepts umgesetzt werden sollen. Auf die in einem offenen Brief von Klaus Winnwa vorgeschlagene grundlegende Änderung des Konzepts war der Rat nicht eingegangen.