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Treppe am Backelstein ist gesperrt

HAUENSTEIN. Schon seit einigen Monaten ist der Zugang zum Aussichtsplateau des Backelsteins nicht möglich. Aus Sicherheitsgründen ist die Treppe an dem 58 Meter hohen Massiv gesperrt. Die Sanierung läuft, der Felsen wird aber wohl erst im Frühjahr wieder begehbar sein. Nicht zugänglich ist nun auch ein anderer Aussichtsfelsen.

Die Treppe, die sich an der Nordseite des Backelstein-Felsmassivs nach oben zieht, war ein Sanierungsfall. Die hölzernen Treppenstufen waren marode, das eiserne Treppengestell war in die Jahre gekommen und brauchte einen neuen Anstrich. Das Problem: An dieser Stelle ein Gerüst zu stellen, von dem aus die Arbeiten gefahrlos zu erledigen gewesen wäre, wäre außerordentlich aufwendig und teuer. Der Felsen ist mit Fahrzeugen nicht erreichbar, Materialien müssen aus dem Tal über den steilen Zuweg vom Wasgau-Freibad aus oder von oben über den Schusterpfad an Ort und Stelle gebracht werden.

Die Lösung: Die Pfälzer Kletterer unterstützten die Arbeiten, sodass auf das Gerüst verzichtet werden konnte. Die Kletterer Daniel Meyerer, Hans-Jürgen Cron und Andreas Bohn demontierten zunächst die alten Treppenstufen aus massiver Eiche. Sie waren, wie Andreas Bohn und Daniel Meyerer mitteilten, im unteren Wald- und Schatten-Bereich sehr marode, im oberen Bereich aber nur oberflächlich angefault, ein Beleg, wie dauerhaft die Eiche Wind und Wetter standhält.

Malermeister Andreas Bohn und seine Tochter Jasmin, ebenfalls Malermeisterin, führten dann im Auftrag der Ortsgemeinde die weiteren Arbeiten durch. Gesichert im Klettergurt –ähnlich wie bei Klettersteigen- wurde das Treppengestell abgeschliffen, gereinigt und mit Eisenglimmer, einem besonders beständigen Korrosionsschutz, gestrichen. Fast eine Woche waren Vater und Tochter am Werk.

Der Gemeinderat hat mittlerweile auch den Auftrag zur Herstellung der neuen Treppenstufen vergeben. Sie werden von einer Hauensteiner Schlosserei als Gitterrost-Stufen ausgeführt. Sind die Stufen montiert, dann wird auf dem Plateau des Felsens auch die Aussichtsplattform neu hergerichtet und eventuell vergrößert. Für die Gesamtmaßnahme, die wohl erst im Frühjahr abgeschlossen sein wird, sind im Haushalt 20.000 Euro vorgesehen.

Wie Ortsbürgermeister Michael Zimmermann mitteilte, musste aus Sicherheitsgründen nun auch der Aufstieg zu einem weiteren Aussichtsfelsen im Süden der Wasgaugemeinde gesperrt werden. Die unteren Stufen der Leiter, die hoch zum Lanzenfahrter Felsen führt, seien nicht mehr verkehrssicher. Auch hier stellt sich für die Reparatur das Problem, dass die benötigten Materialien nicht per Fahrzeug an den Fels gebracht werden können. Allerdings sei die Reparatur dort nicht so aufwendig wie am Backelstein auf der anderen Talseite.




Zwei Behindertenbeauftragte in der VG Hauenstein

Foto: Hans Wietstock (links) uns Raymund Burkhard (rechts) sind die Behindertenbeauftragte der VG Hauenstein. Bürgeremeister Patrick Weißler (Mitte) führte sie in ihr neues Amt ein. (ran)

HAUENSTEIN. Mit Hans Wietstock und Raymund Burkhard (beide Hauenstein) hat die Verbandsgemeinde Hauenstein erstmals zwei Behindertenbeauftragte installiert. Bürgermeister Patrick Weißler führte das Duo in das neue Amt ein.

„Wir sind sehr froh, dass wir zwei kompetente Leute bestellen konnten, die aus beruflichen beziehungsweise familiären Gründen eine besondere Nähe zu dem Bereich haben“, konstatierte der Bürgermeister. Der 66-jährige Hans Wietstock, der beruflich immer in der Schuhindustrie beschäftigt war, hat einen 30-jährigen schwer behinderten Sohn, Raymund Burkhard, derzeit in der Passiv-Phase der Altersteilzeit, verfügt über berufliche Erfahrungen als Pfleger in Krankenhäusern, der Psychiatrie und in Altersheimen und war 25 Jahre lang Leiter des Hauses an der Queich in Wilgartswiesen, einer Pflegeeinrichtung für Blinde und mehrfach behinderte Menschen.

„Wir wollen Behinderten und ihren Angehörigen vor allen Dingen als Ansprechpartner und beratend zur Seite stehen“, sagen Hans Wietstock und Raymund Burkhard. Sie seien keine Sachbearbeiter, könnten aber Lösungswege und Hilfen aufzeigen. Das fange mit Hinweisen zu den verschiedenen Förder- und Zuschussmöglichkeiten für Behinderte an, gehe über Hilfen beim Umgang mit Ämtern, Behörden und Einrichtungen bis hin zur Beratung über mögliche Förderung notwendiger Umbauten. „Wir wollen ein niederschwelliges Angebot bieten und helfen, dass behinderte Mitmenschen zu ihrem Recht kommen und weitgehend am Leben teilnehmen zu können“, sagen Wietstock und Burkhard, die auch schon Kontakt mit den „Kollegen“ Martin Miller und Mitch Schreiner aus Dahn aufgenommen haben.

Bei ihrer Tätigkeit sei es eine Hilfe, die „Welt“ aus der Perspektive der Behinderten zu sehen. Dann falle beispielsweise auf, wie oft Behindertenparkplätze –in Hauenstein namentlich am Marktplatz und am Edeka-Markt- blockiert würden. Darauf angesprochen, höre man von den Falschparkern mit „Ich wollte doch nur mal kurz…“ immer die gleiche Entschuldigung, die freilich wenig helfe. Ärgerlich seien auch durch PKW zugeparkte Gehwege, die keinen Platz für Rolli-Fahrer ließen.

Auch die Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen oder von Gaststätten sei nicht immer behindertengerecht. Hier könne man Hinweise geben. Oft seien es auch nur Kleinigkeiten, wie Hans Wietstock berichtet: Die Rampe am Parkplatz Landauer Straße zum Friedhof sei von Bewuchs überwuchert gewesen und für den Rollstuhl nur schwer passierbar. Ein Hinweis an den Bauhof habe für Abhilfe gesorgt. Auch er habe bereits einen „Hilferuf“ erhalten, berichtet Burkhard: Ein Hauensteiner bat um Hilfe bei seinem Anliegen, vor seinem Haus einen Behindertenparkplatz einzurichten.

„Die beiden Männer haben den entsprechenden fachlichen Hintergrund, sehen, wo es fehlt, und wissen, was es heißt, mit Behinderten umzugehen“, sagte Patrick Weißler. Deshalb seien sie in der Lage, Betroffene, Behinderte und ihre Angehörigen zu beraten, ihnen zu helfen und Türen zu öffnen. Dem Verwaltungschef ist es auch wichtig, die beiden Beauftragten als Ansprechpartner zu haben, die auch die Verwaltung in allen Behinderte betreffenden Angelegenheiten beraten können.




Die Verbandsgemeinde Hauenstein hat einen „Digital-Beirat“

Foto: Altbacken, in die Jahre gekommen und nicht auf aktuellem Stand: Die Homepage der VG Hauenstein soll neu aufgebaut werden (ran)

HAUENSTEIN. Um selbstständig bleiben zu können und der ungeliebten Fusion zu entgehen, hat die Landesregierung der Verbandsgemeinde Hauenstein Hausaufgaben aufgegeben, die –nach neuestem Stand- bis ins Jahr 2023 abzuarbeiten sind. Dann wird das Land die „Situation der VG Hauenstein neu bewerten und über einen Gebietsänderungsbedarf befinden“, wie es Mainz im Oktober 2019 formuliert hatte.

Zu den Aufgaben, die zu erledigen sind, zählt unter anderem die Vereinbarung von interkommunalen Kooperationen, um gemeinsam mit Partnern Sachgebiete effizienter beackern zu können. Dazu zählt auch, die Verwaltung „zukunftsfest“ zu strukturieren. Und diesem Ziel dient es, die Verwaltung digital breiter aufzustellen. Wie weit ist man damit im Rathaus in der Hauensteiner Schulstraße?

„Wir sind dran, es läuft“, sagt Bürgermeister Patrick Weißler auf unsere Nachfrage nach dem Stand der Digitalisierung der Verwaltung. Und er fährt fort: „Wir sind schon ein Stück weit fortgeschritten, aber noch lange nicht am Ziel. Bis zum Ziel braucht es noch Zeit.“ Das Ziel? „Die Digitalisierung muss die Abläufe in der Verwaltung optimieren, muss die Papierflut hemmen und sie muss sich als Erleichterung auch beim Bürger, der die Dienste der Verwaltung in Anspruch nimmt muss, abbilden“, formuliert der Verwaltungschef die Zielrichtung.

Folgt man dem Bürgermeister, dann läuft gegenwärtig der Prozess auf mehreren Ebenen.

Um ihn zu koordinieren, wurde ein „Digital-Beirat“ gebildet. Ihm gehören neben Mitgliedern des Verbandsgemeinderates und Mitarbeitern der Verwaltung auch externe Experten an. Der Digital-Beirat werde die anstehenden Schritte fachlich begleiten, so Weißler. Und da steht einiges auf der Agenda. So wolle man die altbackene und in die Jahre gekommene Homepage der Verbandsgemeinde neu aufbauen.

Sie soll auf „neue, moderne Füße“ gestellt werden. Und die neue Homepage, die ja auch umfängliche Visitenkarte der Kommune ist, soll nicht nur optisch aufgehübscht werden, wie Weißler formuliert.  Vielmehr sollen auch „die fachlichen Prozesse eingebunden und so abgebildet werden, dass sie die Vorgaben, wie sie vom Online-Zugangsgesetz (OZG) gefordert werden, umsetzt“. Mit der Erstellung einer neuen Homepage, wofür mit Kosten von rund 10.000 Euro zu rechnen ist, wurde das Unternehmen „Chamaeleon – die Webarchitekten“ aus Montabaur beauftragt.

Dann wolle man auch das Dokumentensystem „Regisafe“, das auf die Bedürfnisse von öffentlichen Verwaltungen zugeschnitten sei, ausbauen und um weitere Module ergänzen. Das System wird verwaltungsintern schon seit vielen Jahren benutzt. „Damit können wir von der papierbasierten auf die elektronische Aktenführung umsteigen“, sagt Weißler. Das hemme die „Papierflut“ und leiste so auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Schonung der Ressourcen. Der Rat genehmigte unlängst in nicht öffentlicher Sitzung Mittel in Höhe von 36.000 Euro für die Beschaffung weiterer Regisafe-Module.

Über die Software werden alle eintreffenden Informationen, gleich, ob sie digital ankommen oder gescannt werden müssen, „zentral und revisionssicher archiviert, für die Berechtigten sichtbar gemacht und zuverlässig bereitgestellt“, wie es das Softwarehaus darstellt, das auch „mehr Einfachheit, mehr Ergonomie und mehr Effizienz“ verspricht. Freilich müsse, da ist sich der Bürgermeister sicher, auf dem Weg zur „e-Akte“ einiges an Vorarbeit geleistet werden: Zunächst und unabdingbar: Die Mitarbeiter müssen so geschult werden, dass sie die neuen Möglichkeiten souverän und kompetent beherrschen. Sukzessive muss auch bestehendes Aktenmaterial gescannt und eingepflegt werden, Zugriffsrechte müssen verteilt werden.

Neben Regisafe wird im Rathaus auch die Anwendung Orgasoft des Saarbrücker Unternehmens OSK verwendet: Über sie läuft unter anderem die Verwaltung der Wiederkehrenden Beiträge, das Grundstücksmanagement und die Kassensysteme. „Schnittstellen zwischen den beiden Anwendungen werden, wo es notwendig ist, geschaffen“, sagt Weißler. Hier müsse dann noch am Detail gefeilt werden.

Damit die Systeme –dazu zählt auch das Ratsinformationssystem, über das auch die Bürger beispielsweise Niederschriften öffentlicher Ratssitzungen einsehen können- reibungslos arbeiten können, müsse im Rathaus auch die bestehende digitale Infrastruktur „geupdated“ werden: Die Hardware müsse auf neuen Stand gebracht werden, eine neue Verkabelung für Lan-Verbindungen eingezogen werden. Um diesen Posten finanziell schultern zu können, werde im nächsten Haushalt „eine größere Position“ eingestellt werden. Das Gesamtpaket werde im Digital-Beirat vorbesprochen, im Hauptausschuss vorberaten und vom Rat mit dem Haushalt verabschiedet.




Manfred Seibel im Ehrenamt gewürdigt

HAUENSTEIN. Am 14. September 1980 wurde Manfred Seibel zum Rechner des Musikvereins Hauenstein gewählt. Und seither, seit mehr als vierzig Jahren, blieb er in diesem Amt, führt seither die Kasse des Vereins. Und nicht nur dies: Der 77-Jährige war in diesen vier Jahrzehnten auch für den Männergesangverein und den Sportclub der Wasgaugemeinde sowie in der Kommunalpolitik aktiv: „Mir geht es einfach darum zu helfen“, beschreibt er seine Motivation für sein ehrenamtliches Engagement.

Wohl dem Verein, der solche Mitarbeiter hat: Manfred Seibel lenke „mit sicherer Hand die finanziellen Geschicke unseres Vereins“, lobt der Vorsitzende des Musikvereins, Christian Leidner, den Rechner. Ihm sei es zu verdanken, dass der Verein „finanziell stets solide aufgestellt“ war. Sein Engagement könne „für andere Vorbild“ sein, würdigte Leidner den Ehrenamtler, der schon Verantwortung für den MVH übernommen hatte, als mancher der derzeit aktiven Instrumentalisten noch gar nicht geboren war.

Instrumentalist im Blasorchester des MVH war Seibel selbst über viele, viele Jahre. Eine Krankheit beendete schließlich vor zwölf Jahren die musikalische Karriere mit der Klarinette. Aber er blieb dem MVH treu, verwaltet nach wie vor mit größter Sorgfalt die Kasse. Jede finanzielle Aktion des Vereins geht über seinen Schreibtisch. Dabei gelte: „Für mich ist es Prinzip, mit dem Geld des Vereins so sparsam umzugehen, als wäre es mein eigenes.“

Dass Geld in die Kasse kommt, dafür sorgen nicht nur die Mitglieder mit ihren Beiträgen. Ein wichtiger Faktor war und ist das Waldfest, das der Musikverein traditionell am Fronleichnamstag früher am Bildstöckel und nun am Grilllplatz veranstaltet. Bei der Organisation nicht nur dieses Festes, bei Einkauf und Abrechnung an der Front dabei: Manfred Seibel, der auch die Präsente und Gratulationen für verdiente und treue Vereinsmitglieder vorbereitet.

Einnahmen fließen natürlich in den Verein zurück: Sie dienen beispielsweise dazu, den Instrumentenfundus des Blasorchesters auf dem neuesten Stand zu halten, um in die Jahre gekommene Uniformteile zu ersetzen oder auch, um mit der einen oder anderen Veranstaltung –einem Ausflug etwa oder dem Grumbeerebroore- die Gemeinschaft und die Geselligkeit zu pflegen: „Das muss sein, auch um den vielen Engagierten etwas zurückzugeben.“

Manfred Seibel dient nicht nur seinem MVH: Zwölf Jahre war er Rechner beim Männergesangverein, sechs Jahre –von 1988 bis 1994- verwaltete er die Kasse beim SC Hauenstein, der sich damals anschickte, in die Regionalliga -damals die 3. Liga- aufzusteigen. Er verantwortete neben und mit der Kasse auch den Wirtschaftsdienst bei Sportfesten und Heimspielen im Wasgaustadion: „Ich erinnere mich noch an Heimspiele, beispielsweise gegen den FKP, wo ich noch während des Spiels Nachschub für den Grill und den Getränkestand organisieren musste.“ Und immer war für ihn klar: „Ich bin als erster da und gehe als Letzter.“

Schließlich ist da ist nicht zuletzt noch Seibels Engagement in der Kommunalpolitik: Seit 27 Jahren sitzt er für die CDU im Verbandsgemeinderat, war unter den Bürgermeistern Adolf Wieser und Ulrich Lauth zehn Jahre lang Beigeordneter der VG. Im Ortsgemeinderat hat es Seibel auf 25 Jahre gebracht. Auch hier war er Beigeordneter unter den Ortschefs Willi Schächter und Bernhard Rödig.

Im Rat fällt auf: Seibel ist keiner, der immer mit der Herde geht: „Ich mach mir meine eigenen Gedanken, die Parteiräson ist nicht entscheidend.“, sagt er. Parteien seien für den Menschen da, nicht umgekehrt. Und so hält er auch nichts von „hochtrabenden Politphrasen“. Er kümmere sich eher um „Kleinigkeiten“, um „Dinge, die die Leute an mich herantragen“. Und auch dieses Engagement sei wie sein Einsatz für Vereine nur möglich, wie er unterstreicht, weil es die Familie und die Ehegattin mittragen. „Sie halten mir für meine Arbeit den Rücken frei.“




Fluthilfe – Zwei Kitas bekommen neue Spielgeräte für den Außenbereich

Foto: Kostenlose Überstunden für zwei Kitas im Flutgebiet leisteten v.l. Jürgen Graf, Timo Andrie, Stefan Schmittgen, Michael Oberle, Christina Hunsicker, Axel Oberle, Dorothee Wieser, Peter Jennewein, Anna Klein, Lothar Keller, Lukas Haschke, Jens Merkt, Katharina Koch, Sigrid Würtz, Christian Joder, Marko Klar, Melanie Horn, Stephan Roos, Ruben Scheurer, Joshua Bernhard, Elmar Wagner, Marc Radke, Ralf Kiefer, Dominik Riedel, Katrin Oberle, Denis Dauster, Robert Müller. Arbeitszeit gespendet haben auch Joseph Huver und Katja Radke. (ran)

HINTERWEIDENTHAL. Da ziehen drei Akteure, die eigentlich wenig miteinander zu tun haben, an einem Strang. Und heraus kommt: eine großartige Aktion, die zwei Kitas im Erfttal, das wie das Ahrtal durch die Flutkatastrophe verwüstet worden war, neue Spielgeräte für den Außenbereich im Wert von 20.000 Euro beschert.

Die Beteiligten: Die Firma Seibel-Spielplatzgeräte, eine gemeinnützige GmbH aus Hinterweidenthal, die Ortsgemeinde Contwig und ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb aus Kall im Kreis Euskirchen, am Rand der Nordeifel.  Von der „konzertierten“ Aktion profitieren die Kita Kreuzweingarten, die in Trägerschaft der Stadt Euskirchen ist, sowie die katholische Kita St. Martinus in dem Euskirchener Stadtteil Kirchheim. Im Kreis Euskirchen hatten durch die Flut im Erfttal 26 Menschen ihr Leben verloren, die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sind unermesslich.

Im Kreis Euskirchen ist auch der Gartenbaubetrieb Trautmann zuhause. Und von Mike Trautmann, dem Inhaber des Betriebs, stammt der Impuls, der zu der gemeinsamen Hilfsaktion führte. „Mein Betrieb war verschont geblieben, meine Mitarbeiter waren aber mehrere Wochen als Helfer im Einsatz“, berichtete er. „Von den beiden Kitas steht nur noch die Hülle. Da war nichts mehr, was noch ganz war“, sagte er im Telefongespräch mit der Rheinpfalz. Die Kitas seien in Container und Notunterkünfte ausgelagert, der Wiederaufbau sei im Gange, werde sich wohl bis ins nächste Jahr hinziehen.

Um den Kindern und den Kitas zu helfen, habe er die Initiative ergriffen und habe mit mehreren Firmen in Deutschland, die Spielplatzgeräte herstellen, Kontakt wegen einer Spende für die von der Flut betroffenen Kitas aufgenommen: „Die Firma Seibel in Hinterweidenthal war sofort bei der Sache dabei“, berichtete Mike Trautmann. Seibel sorge für die Spielgeräte, Trautmann montier vor Ort, habe man vereinbart.

Katrin und Michael Oberle, die Inhaber des Betriebs in der Hinterweidenthaler Wartbachstraße, der für seine kreativen Spielplatzgeräte aus massivem Holz bekannt ist, fanden einen Weg: Das Unternehmen, das eigentlich nur nach Beauftragung fertigt, hatte für die neue Kita in Contwig bereits Spielgeräte im Wert von 20.000 Euro hergestellt. Nun ist der Bau in Contwig eine Hängepartie. Ein massiver Schimmelbefall sorgte für einen Baustopp. Ergo: Der Bau samt Außenbereich liegt brach, die Spielgeräte können nicht geliefert und montiert werden.

Die Oberles nahmen nun Kontakt mit der Gemeinde Contwig auf. Ihre Idee: Wenn Contwig für die fertigen Spielgeräte 10.000 Euro spendet, übernimmt die Firma Seibel die zweite Hälfte. Im Ortsgemeinderat Contwig wurde über den Vorschlag aus Hinterweidenthal diskutiert, man holte die Zustimmung der Kommunalaufsicht ein, stimmte dem Deal zu und holte auch noch die Verbandsgemeinde als Mitspender ins Boot.

Rund wurde die Sache durch Außendienstler Johannes Schäfer und Nils Veit, die auf Ihre Provision verzichten und vor allem durch die Belegschaft des Hinterweidenthaler Betriebs: Am vergangenen Freitag leisteten rund zwei Dutzend Mitarbeiter unbezahlte Überstunden. Der Erlös aus dieser Aktion fließt in die Gesamtspende ein. „Das ist doch eine Selbstverständlichkeit, dass ich da mitmache“, sagte Katharina Koch, jüngste Zeichnerin im technischen Büro.

Und Denis Dauster, Schreiner in der Produktion, meinte: „Es ist ein gutes Gefühl, für die Kinder im Flutgebiet etwas Gutes zu tun.“ „Eine ganz tolle Sache: Wir können gemeinsam einen Beitrag leisten, um den von der Flut Betroffenen zu helfen. Und es ist schön zu sehen, wie engagiert sich unsere Mitarbeiter einbringen“, kommentierte Katrin Oberle dankbar den Einsatz. Versüßt wurden die Überstunden übrigens durch eine spontane Kuchenspende der Hinterweidenthaler Bäckerei Zürn.

Die insgesamt zehn Spielgeräte –von der Minispielanlage „Maxburg“ über Sandkästen und Schaukeln bis zum Spielanlage „Bauhof Landau“- können in absehbarer Zeit auf die Reise nach Euskirchen geschickt werden können. „Die Montage schaffen wir dieses Jahr nicht mehr, weil noch zu viel in und an den Gebäuden zu erledigen ist. Aber zeitig im nächsten Jahr werden die Spielgeräte –natürlich kostenlos- installiert“, nennt der Partner vor Ort, Mike Trautmann, ein Zeitfenster




Der Hauensteiner Weihnachtsmarkt wurde abgesagt

HAUENSTEIN. Die Entscheidung ist gefallen: Der Hauensteiner Weihnachtsmarkt wurde nach „langen und intensiven Überlegungen“ abgesagt, teilte Ortsbürgermeister Michael Zimmermann mit. Die Entscheidung sei „bedauerlich, aber unumgänglich, weil da es unser gemeinsames Bestreben war, den Weihnachtsmarkt durchzuführen“, kommentierte der Ortschef die Absage. Die hohen Inzidenzen auch in der Südwestpfalz ließen aber keine andere Wahl. Gestern seien 306 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gemeldet worden. Besonders und gerade die hohen Infektionswerte bei den Fünf-bis 14-Jährigen, wo die Inzidenz bei 904,4 liege, geben Anlass zur Besorgnis: „Die Gesundheit der Menschen ist ein höheres Gut als die Durchführung einer vorweihnachtlichen Veranstaltung.“




Sturmtief Ignaz beschädigte Vereinsheim der Hauensteiner Boulefreunde

HAUENSTEIN. „Glück im Unglück“ habe sein Verein gehabt, kommentierte Thomas Merz, Vorstandsmitglied der Hauensteiner Boulefreunde, den Schaden, den Sturmtief Ignaz am Vereinsheim am Grillplatz angerichtet hat.

Eine Kiefer mit einem Stammdurchmesser von rund 40 Zentimetern hatte der Sturm auf die Heimat der Boulistes geworfen. „Glück war, dass der mächtige Baum das Haus nicht zentral, sondern an der Hausecke getroffen hat. Das Dach wurde zwar schwer beschädigt, es blieb aber dicht“, berichtete Merz, der am Nachmittag nach der Sturmnacht von einem Wanderer über das Malheur informiert worden war.

Den Schaden schätzt der Verein auf eine knapp fünfstellige Summe. Von der Versicherung liege eine Deckungszusage vor. „Sensationell“ schnell sei die provisorische Schadensbeseitigung und die Sicherung des Gebäudes verlaufen: Ein Bagger habe am Freitag den Baum vom Gebäude gehievt, die einheimische Dachdeckerfirma von Christopher Laschewski habe die Schäden an Holzaufbauten und Dacheindeckung umgehend beseitigt.

 




Renate Burkard zeigt Werke von Christoph Seibel

HAUENSTEIN. Ein viel versprechender Start gelang der neuen Hauensteiner Galerie „kunst-werk-vier“. Ausschließlich dem Blick des einheimischen Künstlers Christoph Seibel in die Natur und Landschaft des Wasgau ist die Ausstellung gewidmet, mit der sich Renate Burkards Galerie der Öffentlichkeit vorstellt. Sie zeigt neue Nuancen im Oeuvre Seibels.

Es sind annähernd zwei Dutzend Landschaftsansichten im Format 70 (resp. 80) mal 100 Zentimeter, die alle in den letzten zwölf Monaten entstanden sind und sich wie ein Fries um das Rechteck der Galeriewände ziehen. Die Motive fanden sich allesamt in und um Hauenstein und der näheren Umgebung des Schuhdorfs. Spektakuläre Ansichten sind dabei, wie der Blick vom Kleinen Rauhberg nach Südosten auf die gegliederten Felder der Spirkelbacher Höhe oder wie der von morgendlichem Rauhreif überpuderte Blick von den Feldern oberhalb der Steinbach über ein Birkenwäldchen hin zum Bergrücken des Rauhberg mit seinen spektakulären Felsen und dem Otto-Wendel-Turm.

Auch weniger Spektakuläres wird geboten: Etwa ein von Nebelfetzen umhauchter Berg bei Völkersweiler, ein Blick, auf dem der Blick des Betrachters deshalb haften bleibt, weil man meint, dass sich die Fetzen jetzt gleich lichten müssten. Überhaupt: Christoph Seibel spielt auf seinen Bildern gerne mit dem Nebel –wie auch bei einem „Waldweg im Nebel“- oder unterschiedlichem Licht, mit der Dämmerung etwa („Weg in der Winterdämmerung“), dem Vollmond („Vollmond über Obstbäumen“) oder mit dem besonderen Licht der Morgensonne („Morgensonne über Stoppelfeld“).

Es ist ein Gang durch die Jahreszeiten, wie sie in der Natur und in der Landschaft erlebbar werden. Und das ist dann auch ein Spiel der Farben – etwa, wenn am “Maimorgen im Buchenwald“ zartes Maiengrün der Blätter hinter noch kahlen Stämmen auftaucht, wenn der Blick auf einen leuchtend-blühenden Birnbaum pralles Frühjahr verspricht, Erdtöne vom Herbst erzählen oder winterliches Weiß den Frost erahnen lässt. Freilich: Der Versuchung, die Farben explodieren und Kontraste knallen zu lassen, dieser Versuchung widersteht Christoph Seibel, bleibt bei der Colorierung ruhig, zurückhaltend, still.

Die Arbeiten scheinen von leichter Hand hingezaubert. Sind sie aber nicht: Aus der Skizze vor Ort entsteht auf Papier zunächst ein kleiner Aufriss, der aquarelliert wird. Auf dieser Grundierung arbeitet Seibel sehr intensiv, um durch neue Farbaufträge, durch Wischen, durch Arbeit mit dem Farbstift auch kleinste Farbnuancen auf kleinster Fläche herauszuarbeiten. Bis zu acht, manchmal zehn Schichten folgen aufeinander, schwimmen ineinander und geben den Blätter eine besondere Plastizität.

So geht von den Bildern eine fast meditative Ruhe aus, weil es Christoph Seibel bei der Impression belässt, nicht zu sehr ins Detail geht, von schmückendem Beiwerk absieht. Es ist die pure Natur, nur hier und da mal belebt: ein paar Pferde vor dem Birkenwald, ein Schwarm Vögel, nicht mehr. Das ist eine andere Sichtweise, als man sie von ihm gewohnt ist. Viele seiner Bilder strotzen vor Leben, erzählen die Geschichte der Menschen und Dörfer –wie seine wunderschönen Farbradierungen zu Hauenstein- oder Geschichten, wofür exemplarisch seine Illustrationen zu den Bernd-Hecktor-Büchern stehen.

Von Bildern der Ausstellung ist übrigens ein Jahreskalender für 2022 in Vorbereitung, der –möglicherweise- schon am Wochenende in der Galerie und auch in der Postfiliale am Marktplatz angeboten werden kann. Die Ausstellung hat donnerstags, samstags und sonntags von 16 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 0178 3040522) geöffnet. Die Finissage ist für Sonntag, 21. November, 16 Uhr geplant.

 




Kritik am Wertstoffhof des Landkreises im Hauensteiner Stopper

HAUENSTEIN. In der letzten Ratssitzung hat CDU-Sprecher Norbert Meyerer die Situation am Wertstoffhof des Landkreises im Hauensteiner Stopper kritisiert: Für ältere Mitbürger sei die Anlieferung von Grünschnitt zum einen beschwerlich, zum anderen auch nicht ungefährlich. Was sagt die Kreisverwaltung dazu?

Der Anlass seiner Kritik: Ein Senior hatte beim Ausleeren seines Grünschnittbehälters das Gleichgewicht verloren, war von der am Container angestellten Treppe gestürzt und hatte sich nicht unerheblich verletzt. Meyerer forderte die Verwaltung auf nachzufragen, ob die Container nicht in eine Grube abgesenkt werden könnten. Das würde allen Nutzern des Wertstoffhofes das Leeren manchmal auch schwerer Behältnisse in die oft gut gefüllten Container erleichtern, zumal, so Meyerer, die Hilfsbereitschaft des Personals sehr unterschiedlich ausgeprägt sei.

Sollte das nicht möglich sein, sei zu überprüfen, ob an der mobilen Treppe nicht ein Handlauf angebracht werden müsse. Seinen Informationen nach müsse schon ab einer Anzahl von drei Stufen eine solche Hilfe vorhanden sein. Meyerer bemängelte auch, dass der Bodenbelag im Wertstoffhof mal wieder zu erneuern wäre. „Bei trockenem Wetter staubt’s, bei feuchter Witterung werden die Schuhe der Anlieferer schmutzig. Eine Ladung Splitt könnte hier für Abhilfe sorgen.“

Auf Anfrage nahm die Pressestelle der Kreisverwaltung Stellung zu Meyerers Vorstoß: Von einem Unfall beim Ausleeren von Grünschnitt sei „bis heute“ nichts bekannt. Zurückverfolgt bis zum 27.09. sei im Betriebstagebuch kein entsprechender Eintrag vorhanden. Das ist kein Wunder. Denn: Wie die Rheinpfalz erfuhr, war der Unfall bereits am 14. Mai passiert, wie der Betroffene, ein 76-Jähriger aus Hauenstein, bestätigte. Er habe das Malheur nicht gemeldet, wollte „keine große Sache daraus machen“, obwohl der Treppensturz einen Sehnenriss verursachte und eine Operation notwendig machte.

Zu der Treppe an den Containern bemerkt die Kreisverwaltung, dass „grundsätzlich für Podeste unter einem Meter Höhe und Treppen mit weniger als fünf Stufen kein Geländer notwendig“ sei. Das angesprochene Podest werde aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht regelmäßig geprüft und sei bisher nicht beanstandet worden. Man werde dennoch prüfen, „ob das Anbringen eines Geländers möglich und sinnvoll wäre“.

Die Kreisverwaltung macht zudem auf „sehr beengte Verhältnisse auf dem Wertstoffhof in Hauenstein“ vor. Ein Ab- oder Versenken der Container sei, wenn überhaupt, nur mit „größeren baulichen Veränderung möglich und wird aus Kostengründen derzeit nicht erwogen“. Werde ein Recyclinghof, wie beispielsweise in Contwig, neu gebaut, werde dies hingegen selbstverständlich bei der Planung berücksichtigt und umgesetzt werden.

Zum Bodenbelags merkt man an, dass auch dieser „regelmäßig geprüft und ausgebessert wird“. Auf dem Recyclinghof in Hauenstein sei keine asphaltierte oder gepflasterte Fläche vorhanden. Daher könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei entsprechender Witterung auch das Schuhwerk „geringfügig“ verschmutzt wird. Geringfügig?  Das sehen Nutzer des Wertstoffhofes freilich anders.

Was die Hilfebereitschaft des Personals angeht, die laut Meyerer „sehr unterschiedlich ausgeprägt“ sei, betont die Kreisverwaltung, dass die „Mitarbeiter auf den Recyclinghöfen als Aufsichtspersonal tätig“ seien und unter anderem „den reibungslosen Ablauf gewährleisten und die notwendigen Kontrollen durchführen“. Wenn es der Ablauf zulasse oder hilfsbedürftige Personen etwas ausladen, „dürfen die Mitarbeiter natürlich helfen und werden das in aller Regel auch tun. Das sei aber eine nicht vorgesehene freiwillige Service-Leistung“.




„Live Cooking Event“ mit „Keschde“

HAUENSTEIN. Hauensteins Ruf als eine Pfälzer „Keschdehochburg“ unterstrich nicht nur der überragend besuchte Keschdemarkt. Parallel dazu und rund 2000 Meter entfernt vom Festgelände gab’s am Rande der ebenfalls hervorragend frequentierten Schuhmeile einen weiteren Hingucker: ein „Live Cooking Event“ mit „Keschde“.

Die Josef Seibel Schuhfabrik hatte in Kooperation mit dem Weinlädchen Feith in den Innenhof des neu gestalteten Stammhauses eingeladen. Und dort gab’s „Feines von der Kastanie“. Dass es was ganz besonders Feines wurde, dafür sorgte vor den Augen des Publikums der Fernsehkoch und „Genussnomade“ Stefan Wiertz. „Er kitzelt halt die feinsten Geschmacksnuancen aus der Kastanie heraus“, kommentierte ein Gast, als er gerade sein Pulled Pork genossen hatte.

Das Fleischgericht war mit karamellisierten Keschde verfeinert und unter anderem mit Coleslaw, einer amerikanische Krautsalat-Version, auf einem mit Kastanienmehl gebackenen und angetoasteten Burgerbrötchen serviert worden. Wer’s vegetarisch liebte, für den hatte Wiertz einen Veggie-Burger parat, zubereitet aus geschmorten Selleriewürfeln und verfeinert mit Keschde-Crunch. Für Schleckermäuler und/oder als Nachtisch gab’s Keschdewaffeln mit Quetscheröster, die unzählige „Mhhs“ und „Ahhs“ provozierten.

„Wiertz kann’s“, kommentierte –knapp und treffend- Mitorganisator Christoph Feith, der selbst zusammen mit seiner Tochter Julia ein inzwischen in die zweite Auflage gegangenes „Keschde-Backbuch“ vorgelegt hat, den leutseligen und beredten Auftritt des Kochs. „Er weiß immer eine Geschichte zu dem, was er gerade kocht, zu erzählen“, nennt Feith, der dem Koch assistierte, eine Stärke Wiertz‘ neben dessen Kochkunst. Das mache sein Kochen nicht nur zur Freude für den Gaumen…

Wiertz, der auch einige Bücher verfasst hat, wurde unter anderem durch die Koch- und Grillshow „BeefBattle – Duell am Grill“ bekannt“, war auch bei der Sendung „Kochduell“ zu Gast. Seit einigen Jahren ist er auch als Mentor für die Kandidaten bei „Grill den Henssler“ tätig. Nebenbei: Auch die Entlassschüler der Hauensteiner Realschule plus hat Wiertz schon bekocht. Über sein Flanksteak – bei der Abschlussfeier vom Grill serviert- wird heute noch gesprochen.