Müssen wir Angst vor China haben?

HAUENSTEIN. Einen Parforceritt durch Geschichte und Kultur, durch Politik und Wirtschaft Chinas und durch Mentalität und Psyche der Chinesen bot am Dienstagabend der aus Hauenstein stammende Wirtschaftswissenschaftler und –journalist Stefan Baron.  Rund 150 Zuhörer im Hauensteiner Bürgerhaus erlebten 120 prall mit Informationen und Einschätzungen des China-Experten gefüllte Minuten. Sie in 150 Zeitungszeilen zu packen, schier unmöglich. Trotzdem: ein Versuch.

Grundlage des Abends war hinter der plakativen Frage „Müssen wir Angst vor China haben?“ das Buch „Die Chinesen – Psychogramm einer Weltmacht“, das der 70-Jährige zusammen mit seiner Frau Guangyan Yin-Baron verfasst hat und das im vergangenen Jahr mit dem „Deutschen Wirtschaftsbuchpreis“ ausgezeichnet worden war. Ortsbürgermeister Bernhard Rödig lotste im Stil eines Interviews mit Fragen durch den Abend und gab die inhaltliche Richtung vor.

Nehmen wir das Fazit vorweg: Stefan Baron warnte vor einer „falschen Angst“ vor China, vor einem „falschen Bild“ des asiatischen Riesen, wie es in vielen Veröffentlichungen gezeichnet werde. Deutschland  müsse „seine Hausaufgaben machen“, müsse sich auf seine Stärken besinnen, müsse die eigene Infrastruktur stärken, die internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern: Dann werde es bestehen können. Und es sollte sich „am Beginn eines kalten Krieges zwischen Amerika und China als Brückenbauer“ verstehen.

Deutschland und der Westen –den es nicht erst seit Trump so einheitlich ja nicht mehr gebe- müssten „Geschichte und Kultur Chinas intensiv studieren“, und begreifen, „wie wichtig China ist und werden wird“. Letztlich seien im Verhältnis zu China die „Chancen größer als die Risiken“. Keinesfalls dürfe der Westen den untauglichen Versuch unternehmen, „China kleinzuhalten“.

Das werde auch nicht gelingen: Ziel der chinesischen Führung sei es, China nach einer langen „Zeit der Demütigung“ wieder zur „Nummer eins der Welt“ zu machen und den Schwerpunkt der Weltwirtschaft „weg vom Atlantik hin nach Eurasien“ zu verlagern. Längst sei China über die Phase hinweg, die Welt mit billigen Massenprodukten zu überschwemmen, längst sei die „Zeit der Plagiate“, womit die Chinesen nie ein „moralisches Problem“ gehabt hätten, vorbei: Man habe sich auf hochwertige Produkte und modernste Technik umgestellt und tue alles, um die eigenen Entwicklungen zu schützen.

Zur Person
Den Abend in Hauenstein verbuchte der 1948 geborene Stefan Baron als „etwas ganz Besonderes“. Die große Besucherschar überrasche ihn, hieße es doch gemeinhin, dass der „Prophet im eigenen Land“ nichts gelte. Baron wuchs in Hauenstein auf und besuchte das Dahner Otfried-Gymnasium. Nach dem Studium in Köln und in Paris war er zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, ehe seine journalistische Karriere begann. Er war unter anderem Wirtschaftsredakteur und internationaler Finanzkorrespondent beim „Spiegel“, war 16 Jahre lang Chefredakteur der Wirtschaftswoche in Düsseldorf und zuletzt   Leiter der Abteilung für Kommunikation und gesellschaftliche Verantwortung der Deutschen Bank und in dieser Funktion enger Mitarbeiter von Bankchef Josef Ackermann. Seit 2012 ist er selbstständiger Autor und Kommunikationsberater. Er lebt in Köln.

Die wirtschaftliche Stärke Chinas sei, so Baron, differenziert zu betrachten: Das Reich der Mitte sei wohl die größte Volkswirtschaft der Welt, betrachte man aber den „Wohlstand pro Kopf“, liege das Reich der Mitte unter ferner liefen auf Rang 80. China sei das Land mit den meisten Milliardärinnen, aber auch das Land, in dem nach internationalen Maßstäben in Teilen noch bittere Armut herrsche. Und: Der große wirtschaftliche Erfolg werde auch „kleiner“, wenn man die „immensen Schäden für Umwelt und Gesundheit“ berücksichtige.

Auf dem Weg zur Nummer eins sei die chinesische Führung, die sich zwar „kommunistisch“ nennt, aber alles andere als kommunistisch agiere, „ohne Sendungsbewusstsein“ unterwegs, strebe weder ein „Regime Change“ an, noch wolle es seine Kultur exportieren. Baron, der mit einer Chinesin verheiratet ist, gab tiefe Einblicke in diesen Aspekt chinesischer Wirklichkeit: Sie sei von Konfuzius geprägt, der eine „strenge Morallehre“ vertreten habe, weiche aber, „wenn es schwierig wird“, auch mal zu dem „individualistischen“ Laotse aus, dem „ersten Grünen“. „Chinesen können mit solchen Widersprüchen leben.“

Das A und O für die Chinesen sei die Familie: Hier erlebe man die Menschen „freundlich und zuvorkommend“, außerhalb der Familiengrenze erlebe man aber einen Menschen „ohne jeden Gemeinsinn“ und im Geschäftsleben „gewieft, listig, ja, auch schlitzohrig.“ Ganz wichtig sei auch hier der konfuzianische Ansatz, dass der Mensch „durch Bildung und Lernen ein guter Mensch werden kann“. Nicht umsonst geben chinesische Familien 30 Prozent ihres Einkommens für die Ausbildung ihres Kindes aus. „Nach der Familie besitzen Bildung und Leistung den höchsten Stellenwert“, konstatierte Baron.

„China wird sich ändern“, ist er sich sicher, „aber nur von den Rändern her, nicht im Kern“. Das gelte auch für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit: „Sie werden es in ihrer Geschwindigkeit tun und nur so weit, wie es mit ihrer Kultur vereinbar ist“, meint der Chinaexperte. „Die Hoffnung, dass sich China in dieser Beziehung so entwickelt, wie wir uns das vorstellen, die können wir uns abschminken!“

Die Veranstaltung schloss mit einer Fragerunde ab. Unter anderem wurden die neuen Atomkraftwerke in China, eine drohende Immobilienblase, das Sozialpunktesystem und das Thema Tibet angesprochen. Veranstalter war die Ortsgemeinde und die Bücherei. Die IHK-Tischrunde hatte sich angeschlossen, deren Pfalz-Vizepräsidentin Birgit Neuhard, eingangs die Bedeutung Chinas für die pfälzische und rheinland-pfälzische Wirtschaft unterstrichen hatte.




Seit 40 Jahren steht Lore Memmer hinter dem Tresen des SCH Vereinsheim

HAUENSTEIN. Oft ist es so: Bei der Bewirtung von Vereinsheimen ist der Wechsel das einzig Beständige. Beim SC Hauenstein, der heuer seinen hundertsten Geburtstag feiern konnte, ist das anders: Seit 40 Jahren steht dort Lore Memmer hinter dem Tresen, führt das Kommando in der Küche und ist in all den Jahren Generationen von Gästen ans Herz gewachsen.

Sie hat einiges erlebt in diesen 40 Jahren, die auch 40 Jahre SCH-Geschichte repräsentieren: Als sie das Sportheim übernahm, war der Verein sportlich auf dem Tiefpunkt angekommen, hatte gerade den Abstieg in die B-Klasse quittieren müssen. Es folgte der unvergleichliche Durchmarsch der 1. Mannschaft von der B-Klasse in die Ober- und später in die Regionalliga. Solche Erfolge wurden bei „de Lore“ ebenso gefeiert, wie man auch bittere Niederlagen –wie jetzt der Abstieg aus der Verbandsliga- gemeinsam bewältigte.

Und manchmal feierten auch gegnerische Fans bei „de Lore“, manchmal freilich allzu heftig: Zu Regionalliga-Zeiten sorgten die Fans aus Oberhausen, Bielefeld oder Essen schon mal dafür, dass „Lampen, Tische und Stühle erneuert werden mussten“, wie sich Lore erinnert. Daran denkt sie weniger gerne zurück, viel lieber aber an jene Episode, als die Alten Herren am Fasnachtsdienstag nach dem Umzug im Nebenzimmer zur großen Gaudi aller einen Hammel grillten.

Es gibt viele Episoden, die Lore zu erzählen hat: Da war die Wutz, die vor dem Schlachtermesser Reißaus nahm und mit ihrer Flucht quer über die rote Erde fast ein Schlachfest verhindert hätte. Oder jene Wette, die dazu führte, dass ein Gast sein Pferd von der Koppel holte und in die Gaststube führte. Oder der Wingerttraktor, der von der „Strooßefaasnaacht“ direkt in Lores Wirtsstube gelenkt wurde, oder der Gast, der vom Stuhl fiel, sich schmerzverzerrt von herbeigerufenen Sanitätern versorgen ließ, aber völlig geheilt und fluchtartig das Lokal verließ, als die Polizei auftauchte.

Stammgäste hat sie viele, der runde Stammtisch füllt sich immer wieder: Ein lustiges Völkchen sitzt da beieinander, der älteste ist weit jenseits der 80, es wird viel gelacht, viel erzählt, zuweilen politisiert, manchmal geflunkert und mittendrin sitzt … Lore. „Wenn sie nicht da wäre, würde uns was fehlen“, sagt einer der Gäste und ein anderer lacht: „Manchmol hat se awwer äch ehr Nauwe, awwer `s esch die Beschd“. „De beschd Stammdisch in ganz Hääschde“, lobt man sich.

Usus ist, dass sie ihren Stammgästen ab und an Suppe mit Wienerle und Weißbrot „fer umme“ auftischt. Nichts verdient sie auch, wenn an lauen Sommerabenden vor dem Sportheim der Grill angefeuert wird und jeder das drauflegen kann, was er von zuhause mitbringt. „Da geht’s immer ganz gesellig zu“, erzählt die Wirtin und der Zuspruch der Grillfreunde bestätigt die Einschätzung der Wirtin: „Viele lieben diese ungezwungene und lockere Form der Geselligkeit.“

Gesellig geht’s auch freitags bei den Fußballsenioren zu, deren dritte Halbzeit bei Lore immer deutlich länger dauert als die Halbzeiten davor. Und dann sitzen auch die Älteren am langen Tisch, die nur noch die dritte Halbzeit spielen. Und Geselligkeit besonderer Art pflegten früher auch –und daran erinnert sich die Clubwirtin mit Wehmut- die Aktiven des SCH: „Stefan Singer, Mohrle Schneider, Alexander Seibel und Co. blieben nach dem Donnerstagstraining gerne etwas länger“, erinnert sich Lore. Da habe mehr als einmal die Mutter eines Spielers am frühen Morgen angerufen und gefragt, ob denn der kickende Sohn zum Frühstück noch nach Hause komme oder gleich vom Sportheim zur Arbeit gehe, erzählt Lore: „Mehr als einmal habe ich in solchen Fußballernächten ein ganzes Paar Socken gestrickt.“

Tausende von Gästen hat sie vorzüglich bewirtet: Gerne erinnert sie sich beispielsweise an das rot-blau-weiße Buffet, das sie im Anschluss an ein Freundschaftsspiel des SCH gegen die Profis des 1. FC Kaiserslautern 1994 vorbereitet hatte. Olaf Marschall, Pavel Kuka  und Co. ließen sich’s damals im Nebenzimmer des Sportheims schmecken. Apropos „schmecken“: Lores „gut bürgerliche Küche“ genießt einen ausgezeichneten Ruf, das rund große Nebenzimmer, das zuletzt aufwendig aufgerüstet wurde, wird gerne für Feierlichkeiten und Feste jeder Art gebucht.

„Ans Aufhören denke ich noch lange nicht. Obwohl ich von 11.00 bis 24.00 Uhr auf den Beinen bin, fehlen mir montags (Montag ist Ruhetag) die Gäste“ sagt die 69-Jährige und fügt überzeugt hinzu: „Ein paar Jährchen kann ich noch weitermachen. Solange es Spaß macht…“

 




Aus der Ortsgemeinderatssitzung

HAUENSTEIN. Eine abgespeckte Version des mit überdimensionalen roten Pumps, mit Maschinen und Info-Tafeln zu gestaltenden „Schuhwegs“, der über 2,2 Kilometer von der Schuhmeile ins Dorf und zum Schuhmuseum führen soll (wir berichteten zuletzt am 26. Januar), schickte der Rat der Ortsgemeinde Hauenstein auf den weiteren Weg zu Ausführungsplanung und Ausschreibung.

Dass der Weg nicht nur im Dorf, sondern auch unter den Räten keineswegs unumstritten ist, machte die Abstimmung deutlich: Neun Ratsmitglieder stimmten für die nun vorgestellte Version, vier Räte –je zwei aus den Fraktionen der Grünen und der SPD- verweigerten die Zustimmung, ein Ratsmitglied enthielt sich. Das Thema war kurzfristig auf die Tagesordnung aufgenommen worden.

 

Das Vorhaben

Und darum geht es: Planerin Julia Kaiser vom Büro „Stadtgespräch“ aus Kaiserslautern berichtete zunächst über Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die die „grundsätzliche Förderfähigkeit“ bestätigt, aber eine Reduzierung um zwei, drei Stationen empfohlen hatte. Für wichtig erachte man bei der Behörde die in den Weg integrierte Umgestaltung des Platzes an der Ecke Burg-/Turnstraße. Die Förderquote beträgt –wie bei allen Maßnahmen in der Schuhmeile bisher- 75 Prozent der Kosten, die in der Ratssitzung im Januar mit 213.000 Euro angegeben worden waren.

Bei der zuletzt vorgestellten Version waren insgesamt 16 Stationen vorgesehen. An zwölf Standorten sollten die charakteristischen –aber eben auch umstrittenen roten Pumps- Platz finden. Kaisers Konzept sieht nun eine Reduzierung auf acht überdimensionale Schuhmodelle vor. Michael Zimmermann (CDU) nannte zwei weitere Standorte, die man sich sparen könne, sodass man nun mit insgesamt sechs Schuhen plant. Dadurch könne man die Kosten deutlich unter 200.000 Euro drücken.

 

Die Meinungen

„Sehr kritisch“ stehe die grüne Fraktion dem Vorhaben gegenüber, betonte Fraktionssprecher Stefan Kölsch. Die Kosten des im Dorf umstrittenen Weges seien „nicht vermittelbar“, zumal man kaum davon ausgehen könne, dass der Weg „stark frequentiert“ werde. Nicht zuletzt schaffe man weitere Infrastruktur, die „unterhalten und gepflegt werden“ wolle. Er bevorzuge eine deutlich günstigere Version des Schuhwegs in „Eigenregie“.

Dem hielt Michael Zimmermann entgegen, dass man mit dem vorgesehenen Gemeindeanteil von rund 50.000 Euro bei einer Gestaltung in eigener Regie nicht sehr weit kommen werde: „Wenn wir den Weg selbst realisieren wollen, werden wir mit 50.000 Euro nicht fertig werden.“ Mit den Zuschüssen ermögliche man eine „Gestaltung aus einem Guss“ und schaffe  „etwas Schönes für das ganze Dorf“.

Ähnlich argumentierte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig (FDP): „Mit der professionellen Planung schaffen wir einen Weg, der ein Stück der Identität der Gemeinde rund um den Schuh darstellt.“ Es gelte, die Geschichte des Schuhdorfs zu erzählen und so „unser Image zu  verstärken“. Auch Christoph Keller (CDU) nannte das Vorhaben eine „einmalige Chance, die Attraktivität der Gemeinde zu steigern. Und das gilt sowohl für die Gäste als auch für die Einheimischen.“

Nachdem Barbara Hengen (FDP) auf die doch recht weite Strecke hingewiesen hatte, die ja auch noch zurück zur Schuhmeile zurückzulegen sei, empfahl Susanne Münch (CDU) auf  Parkmöglichkeiten entlang des Weges hinzuweisen, um so auch Teilstrecken zu ermöglichen. Manfred Seibel (Grüne) vermisste bei allen Diskussionen die Einbindung moderner Medien: „Wo bleibt die Schuh-App?“, fragte er. Das 21. Jahrhundert sei digital. „Und wir gehen mit einem Haufen Geld zurück ins analoge Zeitalter.“ Joachim Sanden empfahl eine Verbindung analoger und digitaler Elemente: „Wir sollten das eine tun und das andere nicht lassen.“

 

Treppe von Schuh-Merkel zu ShoeCity

Einer Meinung war man im Rat zuvor gewesen, als man einer Verbindungstreppe von Schuh- Merkel hinunter zur ShoeCity zustimmte, die Planer Hans-Jürgen Schuck vom Dahner Planungsteam Südwest vorstellte. Die Treppe aus verzinktem Material überbrückt einen Höhenunterschied von knapp acht Metern und gleicht sich weitgehend der Hangstruktur an. Jeweils zehn Stufen führen zu insgesamt fünf Podesten. Die Treppe verschränkt sich nach der ersten Strecke nach rechts, um nach zwei weiteren, jeweils im rechten Winkel anschließenden  Stufenabschnitten wieder parallel zur Basis nach oben zu führen. Inklusive Gründung soll die Stahlkonstruktion 55.000 Euro kosten. Die Treppe verläuft über Privatgelände. Es wird eine Grunddienstbarkeit eingetragen.

 

Besonderes Licht für den Felsen

Im Zuge der Aufwertung der Schuhmeile soll auch der Felsen mit besonderen Lichteffekten –unter anderem mit Bodenstrahlern-  ausgeleuchtet werden. Hier lag ein Vorschlag der Pfalzwerke vor, den freilich, wie Manfred Seibel monierte, „im Rat kaum einer kennt“. Der Rat stimmte der Maßnahme, für die 63.000 Euro vor allem für Leitungskosten aufzubringen sind, grundsätzlich zu, will aber über Einzelheiten noch intensiver informiert werden. (ran)




Kampf um den Erhalt der Verbandsgemeinde Hauenstein

HAUENSTEIN. Nicht einstimmig, wie von den Antragstellern erhofft, sondern mit vier Gegenstimmen passierte ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, FWG, Grüne und CDU den Verbandsgemeinderat, nach dem die Landesregierung aufgefordert werden soll, „bis auf Weiteres, mindestens jedoch für die Dauer der Kommunalperiode 2019-2024, von einer Fusionsverpflichtung abzusehen, um die Verbandsgemeinde Hauenstein zu erhalten“.

Insgesamt 16 Ratsmitglieder stimmten dem Antrag zu, den auch die Ratsmitglieder der „Bürger für Wilgartswiesen“ (BfW) und der FDP befürworteten. Die vier Ratsmitglieder aus Hinterweidenthal, Barbara und Roland Schenk, Helmut Disque (alle FWG VG) und Manfred Schary (CDU) verweigerten ihre Zustimmung und betonten, dass sie die Zukunft der VG Hauenstein in einer Fusion mit dem Dahner Felsenland sehen.

Die Argumente der Antragsgegner: Hinterweidenthal klar für Dahn

Vehement sprach sich Barbara Schenk, die 2. Beigeordnete der VG und Bürgermeisterin der Ortsgemeinde Hinterweidenthal, gegen den Antrag aus. Sie konstatierte zunächst, dass FWG-Fraktionssprecher Herbert Schwarzmüller den Antrag ohne Wissen und Zustimmung der Hinterweidenthaler Fraktionsmitglieder unterzeichnet habe. „Unsere Bürger wollen nach Dahn“, sagte Schenk und verwies nicht nur auf die Geschichte der Entstehung der VG Hauenstein vor vier Jahrzehnten, sondern vor allem auf die Bürgerumfrage, bei der man sich in Hinterweidenthal eindeutig pro Dahn positioniert habe.

Sie und ihre beiden Fraktionskollegen würden sich weigern, „gegen unsere Bürger zu stimmen“, sagte sie. Der Antrag sei schließlich nichts anderes als der Versuch, „Wählerstimmen zu fischen“. Aus Mainz gebe es zu dem Antrag „keine Form positiver Rückmeldung“. Letztlich wecke man mit der Forderung Hoffnungen, „die nicht erfüllt werden und die deshalb die Bürger noch mehr enttäuschen“. Sie beklagte die „riesige Hängepartie“, für die das Land verantwortlich sei: „Mainz soll endlich klar sagen, was man will.“ Die unklare Situation sorge bereits jetzt für „massive personelle Engpässe“ in der Verwaltung.

Auch Manfred Schary, CDU-Fraktionsmitglied aus Hinterweidenthal, stimmte –aus „Gewissensgründen“, wie er sagte- gegen den Antrag. Er vermisse in der gesamten Entwicklung, in der es „klare Beschlüsse für eine Fusion mit Dahn“ gegeben habe, „Ehrlichkeit und Transparenz, die man von den Verantwortlichen an der Spitze erwarten“ dürfe. Vor allem bedauere er, dass das so wichtige Thema nun „für den Wahlkampf instrumentalisiert“ werde.

Er plädiere –auch wenn er deshalb erneut „Diffamierungen und Beschimpfungen“ befürchten müsse- für eine freiwillig Fusion mit der VG Dahner Felsenland: „Eine Fusion mit Annweiler ist aufgrund der gegebenen Tatsachen ausgeschlossen.“ Die freiwillige Fusion mit dem Dahner Felsenland sei der „Weg nach vorne“ und schaffe „die flächenmäßig größte und wirtschaftlich stärkste VG in der Südwestpfalz“. Die Alternative heiße: Zwangsfusion.

Die Argumente der Ratsmehrheit: Zurück auf Anfang: Bürgerwille beachten!

 Andreas Wilde, SPD-Fraktionssprecher und Beigeordneter, hatte die Aussprache eröffnet: „Die beste aller Optionen ist der Erhalt der VG Hauenstein“, konstatierte er und verwies darauf, dass diese Position auch in der Bürgerschaft weit verbreitet ist. Der Vorstoß, die Verbandsgemeinde zu erhalten, sei auch als Signal an die Bürgerinnen und Bürger zu verstehen, dass die Kommunalpolitik „nicht untätig ist, um den Bürgerwillen umzusetzen“.

Norbert Meyerer (CDU) erinnerte in seinem Statement zunächst daran, dass der fast wortgleiche CDU-Antrag im Februar 2017 „im Hohngelächter und Gespött der anderen Fraktionen untergegangen“ sei. Mit dem Antrag auf Erhalt der VG Hauenstein kehre man nun an den Anfang der Diskussion zurück, in der die Landesregierung immer wieder den „Schwarzen Peter“ verschob und „Nebenkriegsschauplätze“ eröffnete. Er forderte Mainz auf, „endlich das Bürgervotum zu akzeptieren und die Bürger nicht erneut zu enttäuschen.“ Man habe mittlerweile den Eindruck, dass Mainz die VG Hauenstein „am langen Arm aushungert“ und in Kauf nehme, dass man sich hier „zerstreitet.“ Wie Schary beklagte Meyerer in der bisherigen Diskussion eine „schmerzvolle Zeit mit vielen Verletzungen und Beschuldigungen“.

Als „Irrweg“ und „Unsinnsmodell“ bezeichnete Bernhard Rödig (FDP) den gesamten Fusionsprozess im Land: Es sei erwiesen, „dass Fusionen nichts bringen“. In der bisherigen Diskussion habe man völlig „unnötig viel Energie verplempert“. Traurig stimme ihn, dass die Hinterweidenthaler Ratsmitglieder das Ratsvotum „schwächen“. An die Landesregierung richtete er den Appell, endlich „Politik im Sinne der Bürger machen“. Die in der Rheinpfalz am Dienstag zitierten Aussagen des Pressesprechers der FDP-Landtagsfraktion nannte er „Larifari“. Da müsse man Contra geben, dicke Bretter bohren, um so auch gegen die Misere anzugehen, dass sich die Bürger immer mehr von der Politik abwenden.

 Herbert Schwarzmüller (FWG) nannte „neue maßgebliche Entwicklungen“ als Kriterium, um nun den Erhalt der VG Hauenstein zu fordern: Ein „Merkmal“ seien die Veröffentlichungen des Gutachtens über die anstehende Kreisreform, in dem auch „von mehr Bürgerbeteiligung“ die Rede sei und mit der nun seiner Meinung nach auch die Fusionsfrage Hauensteins gekoppelt werden sollte. Und er nannte als weiteren Faktor die in den letzten Jahren „deutlich verbesserten wirtschaftlichen Verhältnisse der  VG Hauenstein“, die deren weitere Existenz auch in der gegebenen Konstellation sicherten. (ran)

 




Liesa Helfer bei “Kultur im Dorf” in Hauenstein

HAUENSTEIN. Eine (Zeit-)Reise durch die Welt des frankophonen Lieds erlebten rund 50 Zuhörer im Hauensteiner Bürgerhaus. Sie wurde präsentiert von Lisa Helfer, die mit ihrer dem Genre überaus gerechten Stimme, einem samtenen, schnörkellosen Alt, mit Intonationssicherheit und mit Charme das Publikum begeisterte. Sie wurde hervorragend begleitet vom Pianisten Christian Fries, der sich dezent in den Dienst der Chansonette stellte, der aber dabei immer wieder auch seine Meisterschaft an den Tasten deutlich werden ließ.

Das Programm war zum einen den Klassikern des französischen Chansons – Edith Piaf („La vie en rose“ etwa oder „Non, je ne regrette rien“), Jacques Brel („Chanson des vieux amants“) und Yves Montand („Les feuilles mortes“)- gewidmet, unternahm aber auch bei Francoise Hardys „Tous les garcons et les filles“ Ausflüge beispielsweise in die Welt des „Schlagers“ oder mit „La monture“ aus „Notre Dame de Paris“ in den Bereich des Musicals.

Einen besonderen Schwerpunkt setzte Lisa Helfer mit Liedern ihrer erklärten Lieblingssängerin Patricia Kaas, von der es unter anderem “Chanson d‘amour pas finie“ oder „Mon mec à moi“ zu hören gab. Letztlich war das Programm eine Zeitreise, die mit Liedern aus dem Jahr 1945 einsetzte und über viele Stationen bis zu Louanes „Jour 1“ aus dem Jahr 2015 führte.

Verbindende Klammer des Programms „Coup de foudre“ („Liebe auf den ersten Blick“) war das unerschöpfliche Thema „Liebe“, deren unzählige Facetten -vom Liebeskummer über die bedingungslose und die unerfüllte Liebe bis hin zur Erinnerung an den „ersten Tag“- in den Liedern besungen wurden. Sehr willkommen und hilfreich war dabei die Moderation der Sängerin, die charakteristische Zeilen der Lieder in Übersetzung vortrug. Sehr schön war auch, als Lisa Helfer das Publikum einlud, bei Michel Sardous „La maladie d’amour“ mitzusingen. Flugs ausgeteilte Texte machten so aus den Zuhörern einen zwar zurückhaltemden, aber unüberhörbaren Background-Chor. Das Konzert wurde organisiert von der verdienstvollen Initiative „Kultur im Dorf“. (ran)




Parkplätze für Besucher des RLP-Tages im interkommunalen  Gewerbegebiet

Foto: Im künftigen Interkommunalen Gewerbegebiet sind zahlreiche Baumaschinen am Werk, die das Gelände für die Bebauung herrichten. Es wird eine Herausforderung sein, dieses Gelände als großen Park&Ride-Parkplatz für den Rheinland-Pfalz-Tag am letzten Juniwochenende herzurichten. (ran)

HAUENSTEIN. Der Rheinland-Pfalz-Tag, der vom 28. bis 30. Juni in Annweiler stattfinden wird, wird auch nach Hauenstein ausstrahlen. Sowohl Ortsbürgermeister Bernhard Rödig als auch der örtliche Projektleiter in Annweiler, Reiner Paul, bestätigten, dass in Hauenstein ein großer Park&Ride-Parkplatz mit einem Shuttle-Dienst zum Fest nach Annweiler eingerichtet werden wird.

Auf unsere Anfrage teilte Reiner Paul mit, dass im Bereich des interkommunalen  Gewerbegebietes „ausreichend Parkplätze für Besucher des RLP-Tages aus westlicher Richtung (Zweibrücken, Pirmasens, Dahner Felsenland etc.) entstehen“ sollen. Der Parkplatz werde über einen eigenen Bus-Shuttle direkt an das Festgelände in Annweiler angebunden. Derzeit sei eine Taktung von 15 bis 25 Minuten angedacht. Dies sei aber „noch in der Endabstimmung“. Der Platz im „Neufeld“ solle auch als Ausweichparkplatz dienen, „wenn die Parkplätze bei Annweiler voll wären“.

Die Shuttlebus-Haltestelle werde „nach derzeitiger Planung“ eher im Bereich „Hauenstein-Mitte“ erfolgen, wobei aber auch über eine zusätzliche Haltestelle an der Schuhmeile nachgedacht wird. Die Entscheidung darüber sei noch nicht endgültig getroffen. Derzeit sind in dem künftigen Gewerbegebiet noch zahllose Baumaschinen am Werk, die das Gelände für die künftige Bebauung modellieren. Ob für dessen Nutzung als Parkplatz eine –wie auch immer geartete- Befestigung notwendig wird, darüber, so Reiner Paul, sei noch nicht entschieden: „Sollte diese erforderlich sein, wird dies mit den Gremien der Ortsgemeinde Hauenstein und Wilgartswiesen abzuklären sein.“

Der Parkplatz im künftigen Gewerbegebiet ist neben Flächen in Queichhambach und am Josefshof bei Völkerweiler Teil des Verkehrskonzeptes, das die Planer für das Festwochenende entwickelt haben. Insgesamt sollen Parkplätze für 2.500 bis 3.000 Fahrzeuge bereitgestellt werden. Reiner Paul weist aber darauf hin, dass man „insgesamt versucht, die meisten Besucherinnen und Besucher über öffentliche Verkehrsmittel nach Annweiler zu bekommen“.

Der Hauensteiner Parkplatz liegt unmittelbar am Bahn-Haltepunkt Hauenstein-Mitte. Auf der Queichtalstrecke werde, so Paul, „der Zugverkehr deutlich verstärkt“. Weil die  nur ein Gleis zur Verfügung steht, werde der Bahnhof Annweiler am Festwochenende zu einem „doppelten Kopfbahnhof“ umfunktioniert: „Dies bedeutet, dass Züge von Pirmasens  nach Annweiler und zurück fahren. Gleiches wird aus Landau geschehen. Auch hier ist Annweiler Endstation.“ Durch diese Zweiteilung könne eine Kapazität von 2.500 Personen pro Stunde über die Schiene abgewickelt werden. Am Fest-Freitag und Fest-Samstag wird der Zugverkehr bis 1 Uhr ausgeweitet.

Ortsbürgermeister Bernhard Rödig kommentierte das Parkkonzept zum Landesfest so: „Aus meiner Sicht erfordert ein solches Fest vorrangig die Solidarität und die Unterstützung der Nachbargemeinden.“ Auf unsere Anfrage nennt er aber für das Gelingen der Pläne die Bedingungen, „dass die Erdarbeiten im Interkommunalen Gewerbegebiet bis zum Rheinland-Pfalz-Tag im Wesentlichen abgeschlossen sind und es nicht regnet“. Den Parkservice übernehme die Stadt Annweiler. Parken im Bereich der Realschule plus und in der Sommerstraße sei von den Verantwortlichen im Organisationsteam Annweilers nicht angedacht, weil die Kapazität dort zu gering sei. (ran)




Verbandsgemeinde Hauenstein erhalten statt sie mit der VG Dahner Felsenland „freiwillig“ zu fusionieren

HAUENSTEIN. Eine neue Dynamik erfährt die Diskussion um die Kommunal- und Verwaltungsreform (KVR). Gleich aus mehreren Richtungen kommt die Forderung, die Verbandsgemeinde Hauenstein zu erhalten, statt sie mit der VG Dahner Felsenland „freiwillig“ zu fusionieren. Wird nun das Fass erneut KVR aufgemacht? Die weitere Entwicklung wird man mit Spannung verfolgen.

Zur Erinnerung: Beschlusslage ist seit dem 12. Juni 2018, eine „freiwillige“ Fusion mit der VG Dahner Felsenland inhaltlich und organisatorisch vorzubereiten. Zuvor hatte die Landesregierung der von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung gewünschten Fusion mit Annweiler –Ausnahme war Hinterweidenthal, wo man sich mit ebenso überwältigender Mehrheit nach Dahn orientierte- ebenso eine klare Absage erteilt wie der sogenannten 7+1-Lösung, nach der sieben Ortsgemeinden unter das Dach der VG Annweiler schlüpfen und Hinterweidenthal sich Dahn anschließen sollte.

Jetzt also gibt es neue Entwicklungen: Bereits Ende März hat sich der Hauensteiner Prof. Dr. Peter Hofmann als „politisch interessierter, aber parteipolitisch neutraler Bürger“ in einem Schreiben an Ministerpräsidentin Malu Dreyer gewandt. „Ich möchte an  Sie  appellieren: Lassen  Sie  die  Verbandsgemeinde Hauenstein in ihrem Bestand überleben. Zwingen  Sie  die  Bürgerinnen und  Bürger nicht, eine gewachsene Gemeinschaft aufzulösen“, schreibt der Mediziner.

Zuvor hatte er beschrieben, dass sich die Gemeinde „durch  kluge und weitsichtige Entscheidungen  trotz aller wirtschaftlichen Aufstiege und Niedergänge zu ihrer heutigen Stärke  entwickelt“ habe. Hauenstein sei „zwar  kleinste Verbandsgemeinde, aber die  mit  der stärksten Wirtschafts- und  Finanzkraft innerhalb des Kreises Südwestpfalz“. Nun hätten die Menschen den Eindruck, dass sich die Politik „anschickt, diese Erfolgsgeschichte zu zerstören“. Die Auflösung dieser „blühenden Einheit im Rahmen der Kommunal- und Verwaltungsreform bedeute „das Ende der über hundertjährigen Erfolgsgeschichte“.

Die „weit  überwiegende Mehrheit der  Bürgerinnen und  Bürger“ habe sich bei für den  Erhalt der Verbandsgemeinde ausgesprochen und damit gegen „eine politisch gewollte Veränderung“ votiert. Hofmann macht als Folge der Mainzer Entscheidungen in der Bevölkerung einen „Zukunftspessimismus“ aus, der als „Zukunftsoption  nur  noch   das   Ende  aller positiven Entwicklungen“ sehe. Das führe zu „Streit bis tief in die  Familien  hinein.  Freundschaften zerbrechen und  Enttäuschung über  politische Mandatsträger auf  allen Ebenen  macht sich  breit. Damit beginnt der menschliche und soziale Zusammenhalt in unseren Gemeinden zu bröckeln.“

Im Gespräch mit der Rheinpfalz begründete Peter Hofmann, der auf der Liste der FDP für den Verbandsgemeinderat kandidiert, seine Motivation zu dem Schreiben an Malu Dreyer auch mit der „Sorge um die Zukunft unserer Enkelkinder“. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die jüngst veröffentlichte Studie „Die demografische Lage der Nation“, nach der die ostdeutschen Regionen inzwischen besser dastehen als die Westpfalz. Und vor allem stellt er fest: „Bei allen Lösungen, die diskutiert werden, ist Hauenstein immer Verlierer und wird in vielen Bereichen an Bedeutung einbüßen. Deshalb meine Forderung, die Selbständigkeit der VG Hauenstein zu wahren.“

Mit dieser Forderung steht Peter Hofmann nicht allein, auch wenn sein Versuch, den Brief auf eine breitere Basis zu stellen, gescheitert ist: „Ich hatte die Zusage der Ortsbürgermeister und der Fraktionssprecher, dass sie den Brief mit unterschreiben.“ Diese Zusage sei aber –„aus für mich nicht nachvollziehbaren  Gründen“, wie Hofmann sagt- nicht eingehalten worden.

Gleichwohl: Am Donnerstag haben sowohl die Mehrheitskoalition im Verbandsgemeinderat aus SPD, Grünen und FWG als auch die CDU-Fraktion Anträge für die am 7. Mai terminierte Sitzung des Verbandsgemeinderats publik gemacht, die das gleiche Ziel verfolgen. Im Antrag der Koalition wird von Landesregierung und Landtag gefordert, die Fusion mit dem Dahner Felsenland  „zumindest bis zum Ende der Kommunalwahlperiode 2024 auszusetzen“. Auch hier wird –wie im Schreiben Peter Hofmanns- darauf abgehoben, dass sich die „VG Hauenstein in den letzten Jahren hervorragend entwickelt (hat) und in der Lage (ist),  für ihre Bürgerinnen und Bürger gute Lebensgrundlagen zu schaffen“.

Auch die CDU-Fraktion im VG-Rat fordert die Landesregierung auf, „die VG Hauenstein  nicht zu einer Fusion nicht zu zwingen“. Die Begründung der CDU unter anderem: Die Mainzer Regierung habe die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, bei einer Befragung mitzubestimmen. Dies sei  geschehen: „Die Bürgerinnen und Bürger haben eine Fusion mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.“ Die CDU fordert, „bis auf weiteres, mindestens jedoch für die Dauer der Kommunalperiode 2019-2024, von einer Fusionsverpflichtung abzusehen und die VG Hauenstein zu erhalten.“

Peter Hofmann hatte die Ministerpräsidentin um eine Antwort oder um eine Gesprächsmöglichkeit gebeten. Post aus Mainz hat er bisher noch nicht erhalten. (ran)

 




Im Frühjahr 2021 sollen „Am Sonnenhang“ die ersten Häuser  gebaut werden können

HAUENSTEIN. Das neue Hauensteiner Baugebiet „Am Sonnenhang“ biegt auf die Zielgerade. Der Ortsbeigeordnete Markus Pohl, der das Projekt seit 2014 maßgeblich betreut, ist nun zuversichtlich, dass „im Frühjahr 2021 dort endlich die ersten Häuser  gebaut werden“ können.

Die Vorgeschichte

Bereits 2013 hatte der Ortsgemeinderat auf Antrag der CDU und mit großer Mehrheit beschlossen, in der Gewanne „Mühlbistl“ auf einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern ein Baugebiet zu entwickeln. In der Folge war es erstmals in Hauenstein gelungen, das benötigte Gelände, das sich östlich an das Wasgaustadion anschließt, vollständig in gemeindlichen Besitz zu bekommen, um „Spekulation auszuschließen“, wie Pohl sagte. Die Grundstücksverhandlungen hätten zwei Jahre in Anspruch genommen.

Nach einer Reihe von Verzögerungen –unter anderem mussten Zauneidechsen „umgesiedelt“ werden, zudem waren eine Kampfmittelsondierung, die insgesamt 133.000 Euro verschlang, und in deren Folge eine aufwendige Bombenentschärfung notwendig- wird derzeit unter der Regie des Erschließungsträgers, der Lauterer WVE, die Erschließung des Geländes vorbereitet. Die Pläne hierzu haben bereits Verbands- und Ortsgemeinderat passiert. Die Ausschreibungen für die Erschließungsarbeiten erfolgen, sobald die wasserrechtliche Genehmigung vorliegt. Sie sollen 2020 aufgenommen und abgeschlossen werden.

Hohe Nachfrage nach den Bauplätzen

Markus Pohl konstatiert bereits jetzt eine „sehr hohe Nachfrage“ nach den insgesamt 43 Bauplätzen, die –je nach Lage-  zwischen 96 und 140 Euro pro Quadratmeter kosten werden. Den „Alteigentümern“ habe man das Recht eingeräumt, als erste auf die neu entstehenden Bauplätze zuzugreifen: „Davon haben bislang sieben Alteigentümer Gebrauch gemacht“, beschreibt Pohl den Status quo. Bis zum 15.06. müssten sich alle Vorbesitzer endgültig entschieden haben.

Darüber hinaus hätten bereits zahlreiche weitere Bauwillige ihr Interesse an einem Sonnenhang-Bauplatz bekundet. Weitere Interessenten können sich nun unter der Telefonnummer 06392-915163 bei der Verwaltung melden. Alle erhalten Anfang Mai einen Fragebogen, dem ein Lageplan beigefügt ist, und können sich dann um ein bestimmtes Grundstück bewerben. „Wir sind natürlich sehr daran interessiert, dass vor allem junge Familien aus Hauenstein und der Region mit Kindern zum Zuge kommen“, betont Pohl.

Um ein „Windhundrennen“ zu vermeiden, werde man alle Bewerbungen bis Ende August sammeln. Im Oktober/November werde dann die Entscheidung getroffen werden, an welche Familien die Bauplätze vergeben werden. Ihnen steht dann eine Baufrist von drei Jahren offen, innerhalb der mit dem Bau begonnen werden sollte. Den Alteigentümern habe man eine verlängerte Frist eingeräumt.

Mehrfamilienhäuser an der Speyerstraße

Am nördlichen Rand des Baugebietes –entlang der Speyerstraße- sind vier größere Bauplätze für Mehrfamilienhäuser vorgesehen. „Es wäre in unserem Sinne, wenn hier auch Wohnungen im sozialen Wohnungsbau zu sozialverträglichen Mieten entstehen könnten. Auch altersgerechtes Wohnen ist eine Option, der wir Priorität einräumen“, gibt der Beigeordnete die Richtung vor. Gespräche mit Investoren seien bereits geführt.

Diskussionen um Erschließungskosten

Entschieden widersprach Pohl einer Aussage von Grünen-Fraktionschef Stefan Kölsch, der behauptet hatte, dass die Gebührenzahler mit den Abwasser- und Wassergebühren die Grundstückskäufer am Sonnenhang mit „hunderttausenden von Euro subventionieren“ müssten und damit den Eindruck erweckt hatte, als würde der „Sonnenhang“ besonders behandelt. „Das entbehrt jeder Grundlage: Die künftigen Grundstücksbesitzer am ,Sonnenhang‘ zahlen für die Erschließung genauso einen Pauschalbeitrag pro Quadratmeter, wie es bei allen anderen Neubaugebieten gehandhabt wurde, die in den letzten fast 50 Jahren in der Verbandsgemeinde erschlossen wurden.“ Für den Sonnenhang wird die neu festgesetzte Pauschale von 24 Euro pro Quadratmeter fällig. Sie ist in den genannten Quadratmeterpreisen enthalten.  (ran)




Verbandsgemeinde Hauenstein fährt E-Auto

Foto: Bürgermeister Werner Kölsch stellte das neue E-Auto, ein Nissan Leaf, als Dienstfahrzeug der Verbandsgemeinde Hauenstein vor.(ran)

HAUENSTEIN. „Es ist nur ein kleiner Schritt, ja, aber ein Anfang und ein Beitrag zum Klimaschutz.“ So würdigte Bürgermeister Werner Kölsch die Inbetriebnahme eines E-Autos, das der Verwaltung der Verbandsgemeinde Hauenstein künftig als Dienstfahrzeug, für das Ordnungsamt und für Dienstfahrten beispielsweise, zur Verfügung steht.

Am Freitagnachmittag stellte der Verwaltungschef den weißen Nissan Leaf vor, in den die Verbandsgemeinde 23.179 Euro investierte. Das Fahrzeug bringt 110 kW (150 PS) emissionsfreie Leistung auf die Straßen. Wie Kölsch ausführte, habe das E-Auto eine Reichweite von 415 Kilometer innerorts und 378 Kilometer „kombiniert“.

Die 40 kWh-Batterie wird künftig an einer Wallbox, einer Ladeeinheit, die im Hof des Verwaltungsgebäudes installiert ist, aufgeladen. Eine Aufladung für das Fahrzeug dauere fünf bis sechs Stunden. Der Strom dafür kommt von der Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach und damit aus kostenloser Sonnenenergie. Der Nissan ist auch für eine Schnelllademöglichkeit über eine „Chademo“-Kupplung ausgerüstet: Damit kann der Wagen, beispielsweise an der Ladestation am TIZ binnen einer Stunde „vollgetankt“ werden.

Die Anschaffung des Nissan Leaf konnte durch das Förderprogramm Elektro-Mobilität des Bundesumweltministeriums gegenüber dem Listenpreis um 6.730 Euro günstiger abgewickelt werden. Aus einer von der Kreisverwaltung für die gesamte Pfalz durchgeführten Bundle-Ausschreibung war der Japaner als wirtschaftlichstes Angebot hervorgegangen. Außer Hauenstein habe in der Region auch die VG Thaleischweiler-Wallhalben und die Stadt Pirmasens das Angebot wahrgenommen. Der Nissan wurde von einem Zweibrücker Autohaus geliefert.

 

Das Fahrzeug ist übrigens mit einer Werbung für die Urlaubsregion Hauenstein beklebt: Ein Bild der Falkenburg im Licht der untergehenden Sonne mit dem Schriftzug „Urlaubsregion Hauenstein … fährt elektrisch“ ist auf der hinteren Tür angebracht. (ran)




Erneut Mannschaftswertung beim „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ gewonnen

Foto: Nach der Siegerehrung und mit Pokalen: (v.l.) Patric Schoenball, Francesca Klein, Tom Wittwers Freundin, Tom Wittwer, Dominic Memmer, Fabian Trapp. (ran)

HAUENSTEIN. Tom Wittwer und Fabian Trapp aus Dahn und der Hauensteiner Dominik Memmer, zu denen sich heuer der Wachenheimer Patrick Schoenball gesellt hatte, gewannen erneut die Mannschaftswertung beim „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ auf dem Nurburgring. Damit schaffte das Team aus der Pfalz am Samstag nach 2017 und 2018 das Triple. Rund zehntausend Teilnehmer –viele verkleidet -als Super- oder Spiderman beispielsweise, als Harlekin oder als Häftlingstruppe- waren bei winterlichen Bedingungen am Start.

Und wie in den Jahren zuvor zeigten die Pfälzer der Konkurrenz, wo „de Barthel de Moscht“ holt: Die Mannschaft gewann unangefochten und mit großem Vorsprung die Teamwertung. Patrick Schoenball siegte in der Einzelwertung, Tom Wittwer wurde Gesamtzweiter, Fabian und Dominic Memmer kamen unter den Top Ten ins Ziel: Ein grandioses Ergebnis für die Ausdauersportler bei der „Mutter aller Hindernisläufe“, wie sich der StrongmanRun gerne nennt.

Und heuer muss zuerst über das Wetter gesprochen werden: Am Samstagmorgen war die weltberühmte Rennstrecke in der Eifel unter einer fast zehn Zentimeter dicken Schneeschicht verschwunden – und das am 4. Mai. Der Schnee schmolz zwar bis zum Start am frühen Nachmittag weg. „Aber es war immer noch lausig kalt“, berichtete am Sonntag Dominic Memmer von kalten Regen- und Graupelschauern. Und Fabian Trapp bestätigte: „Die Kälte war der Hauptgegner.“ So hatten denn die Teilnehmer auch nichts gegen die Entscheidung der Jury einzuwenden, ein Hindernis –ein mit eiskaltem Wasser gefülltes 40 Meter langes Bassin- aus dem Parcours herauszunehmen. „Eine gute Entscheidung im Sinne der Teilnehmer“ kommentierte Tom Wittwer.

Stichwort Hindernisse: „Man lässt sich am Nurbürgring immer sehr vieles und auch sehr Fieses einfallen“, beschreibt Dominik die letztlich 19 Hindernisse, die zweimal zu passieren waren und bei denen Namen wie „Mount Neverrest“ oder „Stairway to Hell“ selbsterklärend sind. „Besonders fies“ sei „Matscho Matscho“ gewesen, wo man „tief im Schlamm einsank und kaum wieder rauskam“, Auch nicht von schlechten Eltern: die „Rutschpartie“, wo zunächst drei aufeinandergestapelte Überseecontainer zu erklimmen waren und dann eine Rutsche ins eiskalte und knietiefe Wasserbassin führte: „Das war ein Hindernis, das mich am Ende der ersten Runde wegen der Kälte völlig aus dem Rhythmus brachte. Danach brauchte ich einige Zeit, bis es wieder rund lief“, erzählte Fabian Trapp.

Trotz Kälte, trotz fieser Hindernisse: „Es war ein schöner Lauf“, fasst Fabian zusammen. Tom, der in den vergangenen Jahren Zweiter und Dritter geworden war, nannte die 24-Kilometer-Strecke diesmal „sehr lauflastig“, führte sie doch, wie Dominic berichtete, auch „über weitläufige Grasflächen und durch eine schöne Hügellandschaft. „Die Herausforderung war aber die Kälte“, sagte das Trio aus dem Wasgau unisono.

Ins Team der Wasgauläufer gesellte sich erstmals der 29-jährige „Youngster“ Patrick Schoenball aus Wachenheim, den die Freunde der Leichtathletik als hervorragenden Mittelstreckler des ABC Ludwigshafen und Bayer Leverkusen in Erinnerung haben. Er lief an der Spitze des Feldes sein Rennen und kam nach 1:44:02 Stunden ins Ziel, 13 Sekunden vor Tom Wittwer. „Ich hatte keine Chance, zu ihm aufzulaufen“, beschrieb Tom sein Rennen: „Da merkt man halt doch, dass man älter wird“, lacht der 37-jährige Polizist aus Dahn.

Für Fabian Trapp blieben die Stoppuhren nach 1:54:14 Stunden stehen, für Dominik Memmer nach 1:56:21 Stunden. Wobei bei den Ergebnislisten aktuell noch alles durcheinander geht, weil die verschiedenen Läufe in eine Liste gepackt wurden. „Ich müsste mit meiner Zeit Vierter oder Fünfter sein, Dominik Fünfter oder Sechster“, waren sich der Dahner Ingenieur ebenso wie der Hauenstein Dachdecker auch am Sonntagabend noch nicht über die endgültige Platzierung klar. Klar war nur, dass sie unter den TopTen ins Ziel gekommen waren.

Sei’s drum: Den Mannschafts-Sieg und die herausragenden Einzelplatzierungen feierte das Wasgau-Team übrigens mit einem besonderen Flasche Sekt. Die hatten sie bei der Rheinpfalz-Sportler-Wahl 2018 gewonnen… (ran)