Hauenstein ist Standort für Unbemannte Luftfahrtsysteme

Foto: Bei einem Lehrgang in Berlin qualifizierten sich Andreas Wilde (links) und Jan Bode als „Luftfahrzeugfernführer“. Die Hauensteiner THW-Gruppe wurde in Berlin auch mit einer Drohne ausgestattet, die die beiden THW-Helfer präsentierten. (ran)

HAUENSTEIN. Wie berichtet, erfuhr der THW-Standort Hauenstein eine Aufwertung: Die Landesleitung Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland hat die Wasgaugemeinde als Standort der für Rheinland-Pfalz zuständigen Einsatzeinheit „Unbemannte Luftfahrtsysteme (UL)“ –sprich Drohnen- ausgewählt.

Erste Schritte zur Umsetzung wurden jetzt gegangen: Gruppenführer Andreas Wilde und Jan Bode absolvierten in Berlin zusammen mit bundesweit 29 UL-Trupps einen Lehrgang, in dessen Rahmen Staatssekretär Stephan Mayer vom Bundesinnenministerium als Vorstandsvorsitzender der Stiftung THW und THW-Präsident Gerd Friedsam jeder Einheit eine Drohne übergaben. Sie ermöglicht es, dass die Ausbildung der UL-Trupps vor Ort sofort beginnen kann.

Wie die beiden Hauensteiner Lehrgangsteilnehmer berichten, wurden sie in Berlin nach dem Luftsicherheitsgesetz zum „Luftfahrzeugfernführer“ ausgebildet. Damit dürfen sie die Drohnen überall fliegen. Die Fluggeräte sind mit einer digitalen und einer Thermokamera sowie mit Lautsprecher und Scheinwerfer ausgestattet. Die Thermokamera mache es möglich, große Flächen nach Vermissten aus der Luft abzusuchen werden. Auch bei Großbränden können die Drohnen eingesetzt werden. Versteckte Wärmequellen oder Glutnester können aus der Luft festgestellt werden. Dadurch entfalle ein Stück weit die Gefährdung der Einsatzkräfte, beschreiben die Wilde und Bode die Vorteile der Drohne.

Bei der Übergabe hatte der THW-Präsident festgestellt, dass man mit den „neuen unbemannten Luftfahrtsystemen“ einen wichtigen Schritt gehe, um sich „künftigen Herausforderungen im Einsatz zu stellen“. Das THW werde auch weiterhin die Chancen nutzen, „die sich durch neue Technologien für die Sicherheit und den Erfolg unserer Einsatzkräfte entwickeln.“ Bis 2021 werde das THW selbst die Ausstattung der UL-Trupps 2021 noch mit größeren und leistungsstärkeren Drohnen erweitern. (ran)




„Wer diese Plakette bekommt, ist Premium.“

Foto: Der parlamentarische Staatsekretär im Berliner Innenministerium, Dirk Wanderwitz, übergab dem Hauensteiner Schuhmuseum Plaketten, die die Einrichtung als “Nationales Projekt des Städtebaus” ausweisen. Unser Foto zeigt bei der Übergabe v.l. Hauensteins Bürgermeister Michael Zimmermann, VG-Chef Werner Kölsch, MdB Anita Schäfer, Staatsekretär Wanderwitz, Museumsleiter Carl-August Seibel und sein Stellvertreter Gerhard Seibel (ran)

HAUENSTEIN. Dass das Hauensteiner Schuhmuseum vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) als „Nationales Projekt des Städtebaus“ besonders gefördert werde, das bezeichnete der Parlamentarische Staatssekretär Marco Wanderwitz (CDU) am Mittwochnachmittag als „Auszeichnung mit einmaliger Strahlkraft“. Er überreichte an Museumschef Carl-August Seibel eine entsprechende Plakette: „Wer diese Plakette bekommt, ist Premium.“

Der Staatsekretär betonte, dass es „enorm wichtig“ sei, „Schaufenster dessen zu bewahren, was eine Region in ihrer Geschichte geprägt und groß gemacht“ habe. Deshalb sei im Rahmen des Projektes im vergangenen Jahr, dessen Schwerpunkt auch die Förderung von historischen Industriebauten mit musealer Nachnutzung gewesen sei, neben den „spannenden Projekt Schuhmuseum“ auch ähnliche Einrichtungen wie das „Salzmuseum“ in Lüneburg und das „Textilmuseum“ in Forst (Lausitz) ausgewählt worden. Für Hauenstein habe –gerade vor dem Hintergrund des Bauhaus-Jubiläums- auch die Bauhaus-Architektur eine besondere Rolle gespielt.

Carl-August Seibel betonte denn auch, dass bei „unserem Schuhmuseum das Gebäude ja das größte Exponat darstellt“. Es gelte, den prägenden Bauhausstil eins zu eins zu erhalten. Das Museum sei „ein Prunkstück für die Region“, das der ehemalige Museumsleiter Willi Schächter „zu dem gemacht hat, was es heute ist“. Hier sei die Bundesförderung „gut angelegt“, zumal das Museum „im Ehrenamt und mit einem Minibudget“ laufe.

Die Hauensteiner Einrichtung war im vergangenen Jahr mit bundesweit 34 weiteren Projekten unter 118 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt worden. Mit der Auszeichnung verbunden ist eine Förderung der geplanten Sanierung des Museums in Höhe von 330.000 Euro. Wie berichtet, sollen an dem historischen Bauhausgebäude Dach, Fenster und Außenfassade (aktuell geschätzte Kosten: 225.000 Euro) saniert werden, der Eingangsbereichs verlegt werden (44.625 Euro) und der „Weltrekordschuh“ in einem Glaskubus untergebracht werden. Ende des Jahres hatten die nahezu verdoppelten Kosten für diese Maßnahme –statt der zunächst geplanten 180.000 Euro standen 357.000 Euro im Raum- zu intensiven Diskussionen im Dorf geführt.

„Wir kriegen das hin“, zeigte sich Carl-August Seibel optimistisch, dass die Finanzierung der Maßnahme machbar werde. Gespräche mit den beteiligten Akteuren würden geführt. Die Sanierung, der Umbau und auch die Umgestaltung der Ausstellung seien für die Verantwortlichen eine „Herzensangelegenheit“, für die er bei seinen Mitstreitern „Euphorie“ verspüre.

Seibel übergab dem Staatssekretär ein paar Seibel-Schuhe. Und die passten dem Sachsen so gut, dass er sie gleich am Fuß behielt, als er von Gerhard Seibel durch das Museum geführt wurde. MdB Anita Schäfer (CDU) hatte den Besuch des Staatsekretärs arrangiert und ihm die Region als „faszinierende Landschaft mit faszinierenden Dörfern und faszinierenden Menschen“ vorgestellt. Wie Wanderwitz unterstrich, habe sich die Abgeordnete intensiv dafür eingesetzt, dass das Museum in den Genuss der Bundesförderung gekommen sei. (ran)




Ein turbulentes Stück Science-Fiction mit viel Musik

Foto: Mit dem Musical „Ufo – kein Wunsch ist mir zu schnuppe“ brachten die Schülerinnen und Schüler der Hauensteiner Wasgauschule ein turbulentes Stück Science-Fiction und viel Musik auf die Bühne. (ran)

HAUENSTEIN. Fast 50 Mitwirkende auf der Bühne, eine umfängliche Crew dahinter, rund 800 Zuschauer bei drei Aufführungen und viel, viel Beifall: Die Schülerinnen und Schüler der Hauensteiner Wasgauschule hatten in vielen Monaten intensiver Proben das Musical „Ufo – kein Wunsch ist mir zu schnuppe“ einstudiert und begeisterten die kleinen und großen Zuschauer mit einem turbulenten Stück Science-Fiction und mit viel Musik.

In dem Musical geht es um Abenteuerlust und die Sehnsucht nach dem Unbekannten, um Sternschnuppen und Wünsche, um Einsamkeit und Trauer, Freude und Liebe. Und so ist es eine Reise durch den Kosmos und die Vielfalt menschlicher Gefühle. Vielleicht die wichtigste Botschaft findet sich in dem Song „Behalt deinen Traum“, der davon handelt, dass Träume „wie ein Edelstein“ seien, eine „neue Kraft“ haben und eine „neue Welt“ zeigten.

„Behalt deinen Traum“ ist eines von 16 Liedern des Musicals. Sie kommen mal rockig, mal als Rap, mal als Ballade und auch mal wie ein Schlager daher und werden –unterstützt vom Halb-Playback- dargeboten vom Chor der Schule und den Solistinnen Annika Merkl, Anastasia Rohrlack, Milena Keller, Laila Loswig und Neomé Polonio, die mit erstaunlicher Sicherheit und klaren Stimmen vors Mikrofon und vor das große Publikum treten.

Der Chor, der von Antje Völz geleitet wird, ist eine von vier Arbeitsgemeinschaften der Schule, deren Arbeit in diesem Musical zusammenfließt. Auf der großen und einer etwas seitlich angeordneten kleinen Bühne agieren 13 Schülerinnen und Schüler aus der Theater-AG von Stefanie Eichenlaub, die das Geschehen mit Spielfreude und sprachlich kultiviert in Szene setzen.

Für optische Hingucker sorgten mehr als zwanzig Schülerinnen aus der Tanz-AG von Monika Reisdorf, während Schülerinnen und Schüler aus dem Wahlpflichtfach „Technik und Natur“ unter der Leitung von Daniel Schmidt ein stimmiges Bühnenbild und eindrucksvolle Lichteffekte lieferten, die vor allem bei den Tänzen –beispielsweise mit Schirmen und Tüchern- zum Tragen kamen.

Es war ein Gesamtwerk einer offensichtlich gut funktionierenden Schulgemeinschaft: Es band die Kleinen aus den fünften Klassen ebenso ein wie die Großen aus der Zehnten und ganz selbstverständlich auch Kinder mit Migrationshintergrund. Und es machte deutlich, dass die Wasgauschule über ein ausgesprochen motiviertes und engagiertes Kollegium verfügt, ohne das solche Leistungen nicht möglich wären.

Das Stück gefiel dem Publikum, das oft auch auf offener Szene applaudierte, ausnehmend gut. Die Schule hatte zu den Ausführungen auch die Kinder aus den Grundschulen Hauenstein, Wilgartswiesen, Hinterweidenthal und Gossersweiler sowie von der Pirmasenser Kimmle-Stiftung eingeladen. Auch die Damen und Herren aus dem benachbarten Seniorenheim fanden an dem frischen Stück aus einer fernen Zeit ihr sichtlich Gefallen.

Der Inhalt des Musicals

„Ufo – Kein Wunsch ist schnuppe“ entführt in das Jahr 2164: Und in 150 Jahren ist ein Wochenendtrip zu einer Raumstation Routine. Und so brechen denn die fünf Freunde Lena, Lincoln, Lisa, Alan und Emma zur Raumstation „Overfly 2“ auf, wo den Weltraumtouristen ein ausgefallenes Programm angeboten mit „Space Dance“, „Space Bungee“, „Space’s Next Top Model“ und der Musik von den „Space Girls“ geboten wird.

Ein Ausflug mit einem Weltraumscooter gerät aber zum Alptraum. Weil die Freunde ein Ufo verfolgen wollen, verlieren sie die Kontrolle über das Mini-Raumschiff, geraten in einen Meteoritensturm und landen unsanft im „Garten der Wünsche“, wo sie dem Ufonauten, einem Sternschnuppensammler, begegnen. Der will sie schnell wieder loswerden und beauftragt die „dunklen Wünsche“, die Eindringlinge zu vertreiben, denn „Wünsche brauchen Ruhe, um sich zu erfüllen“.  Mit Hilfe eines Amuletts und Sternschnuppenstaub entkommen die Freunde – ein spannendes Abenteuer geht zu Ende. (ran)

 




Helmut Kunz , seit 50 Jahren ehrenamtlich im THW engagiert

Helmut Kunz (2.v,r.) ist seit 50 Jahren beim Hauensteiner THW aktiv. Ihn zeichneten (v.l.) der Ortsbeauftragte Klaus Schwarzmüller, MdB Anita Schäfer und der Leiter der Neustadter THW-Regionalstelle, Armin Ladenberger, aus.(ran)

HAUENSTEIN. Im Rahmen eines Empfangs in der Interims-Unterkunft ehrte das Technische Hilfswerk Hauenstein mit Helmut Kunz einen Aktiven, der seit 50 Jahren ehrenamtlich im THW engagiert ist. MdB Anita Schäfer, der Leiter der Neustadter THW-Regionalstelle, Armin Ladenberger, und der Ortsbeauftragte Klaus Schwarzmüller überreichten die noch von Albrecht Broemme, dem bisherigen Bundeschef des THW, unterzeichnete Ehrenurkunde.

Sie bestätigt dem Geehrten, sich in fünf Jahrzehnten im „Dienste der Humanität“, in „steter Einsatzbereitschaft“ und „zum Wohle der Allgemeinheit“ eingesetzt zu haben. Es sei eine ganz besondere Ehrung, die es im Ortsverband bisher nur zweimal gegeben habe, betonte der Ortsbeauftragte. Armin Ladenberger nannte Kunz‘ Arbeit in all den Jahren „überaus beeindruckend“, zumal Helmut Kunz im Lauf der Zeit einen „immensen Wandel“ miterlebt und „aktiv mitgestaltet“ habe. Kunz habe pro Jahr im Schnitt rund 250 Stunden und insgesamt wohl über 12.000 Stunden Dienst geleistet: „Bei einem gemittelten Mindestlohnsatz von etwa sieben Euro wäre Helmuts Arbeit rund 90.000 Euro wert“, rechnete Ladenberger vor.

Zuvor hatten Schwarzmüller und Ladenberger Daniel Boos und Jan Spielberger, die dem THW seit 20 Jahren die Treue halten, und Leon Baque und Alexander Blank für zehnjährige Mitarbeit ausgezeichnet und auch deren Einsatz per Urkunde gewürdigt. Schwarzmüller teilte mit, dass in der Leitungsebene des Ortsverbandes personelle Veränderungen anstehen. So wird Patrik Grub die Aufgabe des Schirrmeisters übernehmen und damit die Verantwortung für den Fahrzeug- und Gerätebestand übernehmen. Mit dem demnächst anstehenden Wechsel in der Position des Zugführers, auf der Stefan Seibel dem langjährigen Zugführer Andreas Wilde nachfolgt, „endet eine Epoche“, wie Schwarzmüller mitteilte.

Er sei „stolz und froh“ über die Arbeit im Ortsverband, stellte Klaus Schwarzmüller fest. Man sei „auf dem Weg nach vorne“, sagte er auch mit Blick auf die neue Unterkunft, die im Entstehen begriffen ist. Bis zum Einzug in die neue Unterkunft, der für Sommer 2020 erwartet wir, arbeite man in dem Provisorium, einem ehemaligen Getränkemarkt, den die Helfer zumeist in freiwilligem Einsatz für die Zwecke des THW umgebaut haben: „Umbau und Umzug haben zwar viele Kräfte gebunden, sie haben aber die stetige Einsatzbereitschaft nie gefährdet.“ Vier THW-Mitglieder, die beim Umbau besonders engagiert waren, lud Anita Schäfer zu einem Besuch der Bundeshauptstadt ein.

Gegenwärtig verfügt das Hauensteiner THW über 51 Aktive, die im vergangenen Jahr rund 11.000 Stunden Dienst „schoben“, was, wie Armin Ladenberger vorrechnete, beim gegenwärtigen Mindestlohnsatz einen Wert von rund 110.000 Euro darstelle. Im vergangenen Jahr konnte man bei der landesweiten Werbe-Aktion sechs neue Helferinnen und Helfer gewinnen, die derzeit ihren Grundscheinlehrgang absolvieren und im April ihre Grundschein-Prüfung ablegen werden. Unterbau ist eine Jugendgruppe mit 15 Jugendlichen im Alter von 10 – 17 Jahren sowie seit ein paar Jahren auch eine „Minigruppe“ mit rund zehn Kindern im Alten von 6 – 10 Jahren. Die THW-Jugend hat für alle Helfer einen „Schutzengel“ gebastelt, die Alexander Blank an die Aktiven übergeben konnte – als Symbol dafür, dass sie bei ihren Einsätzen unter Schutz stehen sollen.

Zur Bewältigung ihrer Aufgaben stehen den Hauensteinern im Moment acht Fahrzeuge und sechs Anhänger mit entsprechender Ausrüstung –unter anderem eine Netzersatzanlage sowie ein Werkstattanhänger- zur Verfügung. Der Ortsbeauftragte informierte darüber, dass im Lauf des Jahres für den Bereich Logistik/Materialerhaltung ein neuer Hänger erwartet werde, der auch mit einem neuen Werkstattcontainer ergänzt werden soll. Im Ortsverband hofft man auch darauf, dass Hauenstein auch mit einem neuen LKW-Kipper mit Ladekran bedacht werden kann. (ran)

 




„Hausbesetzer“ auf dem Vogelhaus

HAUENSTEIN. Zu den Gästen am Futterhäuschen, das eigentlich für die Vögel gedacht ist, gesellt sich seit einigen Tagen in einem Hauensteiner Garten immer wieder ein Eichhörchen, das sich an den Vögeln zur Verfügung gestellten Sonnenblumenkernen und Nüssen labt. Dabei erweist sich das putzige Tierchen als „Hausbesetzer“, nimmt es doch den ganzen Raum des Futterhauses in Anspruch, verweilt geraume Zeit und lässt dann den Meisen, Gimpeln, Kleibern oder Rotkehlchen, die auch gerne mal vorbeischauen, keine Chance. Manchmal ist es auch sehr hektisch unterwegs und holt sich im Häuschen ein paar Körner, um sie anschließend am Boden zu vergraben.  Die rotbraunen Tierchen sind im Winter nur für wenige Stunden am Tag aktiv, wenn sie nicht gerade in ihrem Kobel –so heißt ihr Nest- schlafen. In dieser kurzen Zeitspanne müssen sie ihren Bedarf an Nahrung decken. (ran)

 




Unterstellmöglichkeit für den Weltrekordschuh am Museum soll nahezu das Doppelte kosten

HAUENSTEIN. Die unfrohe Botschaft kam ganz am Ende der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstagabend: Wie Ortsbürgermeister Michael Zimmermann mitteilte, habe das Planungsbüro „arnold + partner“ (Pirmasens) der Gemeinde am 10. Dezember eine aktuelle Kostenschätzung für den Bau einer dauerhaften Unterstellmöglichkeit für den Weltrekordschuh am Museum vorgelegt, die von einer glatten Verdopplung der Kosten ausgeht: Statt den im Mai 2018 geschätzten Kosten in Höhe von 180.000 Euro soll die Maßnahme nun 357.000 Euro kosten.

Wie mehrfach berichtet, ist am Deutschen Schuhmuseum eine umfängliche Sanierung geplant. Neben der Sanierung von Dach, Fenstern und Außenfassade (aktuell geschätzte Kosten: 225.000 Euro) und der Verlegung des Eingangsbereichs (44.625 Euro) war auch eine attraktive Unterbringung für den Weltrekord-Wanderschuh vorgesehen, den das Unternehmen Schuh-Marke 2006 herstellen ließ und 2008 der Gemeinde übergab. Dieser Schuh soll nun am neuen Eingang, der an der südlichen Längsseite vor dem Querbau positioniert werden soll, in einem eigenen vitrinenartigen Anbau präsentiert werden.

Zur Sache: Der Weltrekordschuh

2006 feierte die Firma Schuh-Marke ihr 33-jähriges Bestehen. Höhepunkt des Schnapszahlen-Jubiläums war die Enthüllung des größten Schuhs der Welt, dessen Vorbild ein Wanderschuh aus dem Hause Lowa war: Der aus rehbraunem Nubukleder von einem Team um den Hauenstein Arthur Leidner gefertigte Riesenschuh hat die Schuhgröße 1071, ist 1 500 Kilogramm schwer, stolze 714 Zentimeter lang, 250 Zentimeter breit und 440 Zentimeter hoch, die Schnürsenkel sind bei einem Durchmesser von fünf Zentimetern 120 Meter lang. Mit diesen Maßen fand er in die Guiness Rekorde-Bibel und in eine Rekorde-Show von RTL.

2008 übereignete das Schuhunternehmen den Riesenschuh dem Museum, wo er lange auf einem Tieflader und unter einer Plane präsentiert wurde, die den Schuh nur unzulänglich vor den Unbilden der Witterung schützen konnte. Schon seit geraumer Zeit bemühte sich man deshalb sich um eine angemessene Unterbringung des Schuhs, die nun im Zuge der Sanierung des Museums errichtet werden soll. (ran)

Für die Gesamtmaßnahme sollten insgesamt 495.000 Euro investiert werden, für die es aus Bundesmitteln eine Förderung von 330.000 Euro gibt. Während die Fördersumme gedeckelt ist und gleich bleibt, erhöhen sich nun die Gesamtkosten nun auf 627.000 Euro, sodass der ursprünglich erwartete kommunale Eigenanteil von 165.000 Euro auf 297.000 Euro steigt. Um den Zuschuss aus Berlin nicht zu gefährden, musste noch am vergangenen Freitag –dem Tag nach der Ratssitzung- dem Bundesbauministerium offiziell per Ratsbeschluss bestätigt werden, dass die Finanzierung auch des höheren gemeindlichen Anteils sichergestellt sei.

Dem stimmte der Rat zu. Die extreme Steigerung sorgte jedoch für ungläubiges, ja verärgertes Kopfschütteln: „Für diesen Betrag kann man ja ein Wohnhaus finanzieren“, war mehrfach zu hören. Sowohl Patrick Stöbener (FWG) als auch Manfred Seibel (Grüne) betonten, dass die ursprünglich geschätzten Kosten von 180.000 Euro schon als Höchstgrenze verstanden worden sei. Der Beigeordnete Stefan Kölsch (Grüne) regte deshalb auch eine Überplanung der Maßnahme an. „Wir müssen bei der Ausführungsplanung und bei der Umsetzung ganz genau hinschauen, massiv Kosten sparen und konsequent auf jeden Cent schauen“, sagte Ortschef Zimmermann.

Die Mehrkosten hatte der Planer unter anderem damit begründet, dass Kostenschätzungen lediglich über einen „Schärfegrad von plus/minus 20 bis 30 Prozent“ verfügen, weil sie lediglich „auf einer ersten Konzeptplanung basieren“. Für das Zuschuss gebende Ministerium sei nun eine „ausführliche Kostenberechnung“ erforderlich geworden, die auf der Basis der aktuell angepassten Planung erstellt worden sei und sich auf „konkrete Massen“ und die „aktuelle Baupreissituation“ beziehe. Das habe zu dem gegebenen Ergebnis geführt. Zusätzliche Kosten in Höhe von 33.000 Euro, die in der ersten Kostenschätzung nicht enthalten waren, entstünden zudem auch unter anderem durch die barrierefreie Zuwegung samt Außenbeleuchtung.




Ein mitreißend dargebotenes Konzert des Musikvereins Hauenstein

HAUENSTEIN. Es war wie in den vergangenen Jahren: Ein glänzend aufgelegtes Blasorchester, ein engagiert führender Dirigent Markus Rebehn, ein ausgesprochen abwechslungsreiches Programm und rund 250 Zuhörer im bis auf den letzten (Steh-)Platz gefüllten Bürgersaal ließen auch das Neujahrskonzert 2020 des Musikvereins Hauenstein zu einem besonderen Erlebnis werden. Das Publikum feierte die Instrumentalisten stehend und mit langanhaltendem Beifall.

Wie gesagt: Es war ein sehr facettenreiches Programm, das die 49 Musiker unter dem Dirigat von Markus Rebehn vorbereitet hatten. Es gab Musik aus vielen Ländern, es gab traditionelle und moderne Blasmusik, es gab Ausflüge in die Welt des Pop und Rock und nicht zuletzt auch in den Bereich der Filmmusik und des Schlagers. Es waren bekannte und zuweilen auch eher fremde Melodien – und alles war fein gemischt und kurzweilig verpackt und vor allem: mitreißend dargeboten.

Das gilt zunächst für die Stücke, die eigens für Blasorchester komponiert wurden: Da war unter anderem die Suite „Where the River Flows“ von James Swearingen, die in drei Sätzen die Geschichte eines weißen Jungen erzählt, der von Indianern entführt, dann adoptiert und schließlich zum „Great Chief“ wird, oder das wunderschöne „Air for Winds“ von André Waignein, das in der Tradition des barocken Air mit seiner romantisch dahinfließenden Melodie zum Träumen anregte. Und da fehlten auch nicht die klassischen Polkas aus Böhmen und aus Mähren wie Antonin Zvaceks „Morgenblüten“ oder Christian Bruhns „Böhmische Souvenirs“.

Neben der traditionellen Blasmusik-Literatur interpretierte der Musikverein auch Arrangements weltbekannter Hits aus Rock und Pop. Wer die Fusion verschiedener Musikgenres mag, der wird es genossen haben: Wunderschön dargeboten wurde beispielsweise John Miles‘ „Music“, mit Jubel und Bravorufen gefeiert wurden Paul McCartneys „Yesterday“, Europes „Final Countdown“, Led Zeppelins „Stairway to Heaven“ und  Art Garfunkels „Bright Eyes“, für das Markus Rebehn das Arrangement geliefert hatte.

Die Kapelle widmete sich auch Spirituals wie „Oh Lord, What a Morning“ und „Steal away“ und  dem „Beerdigungshit“ aus New Orleans „Just a closer Walk“. Auch Schlager aus den Fünfzigern wie dem von Bert Kaempfert zum Millionenseller gemachten „Mitternachtsblues“, bei dem Boris Keiser als Solist glänzte, waren zu hören. Auch hier also: ein breit gefächertes Spektrum an Spielarten der Musik, an Genres, an Stimmungen, an Tempi und an musikalischen Farben.

Das Konzert war eröffnet worden vom Jugendorchester des Vereins unter der Leitung des gerade 20-jährigen Felix Wünschel. Die Youngsters trugen –unterstützt von Senior Gerhard Bohn- sehr anmutig, sicher und mit Charme Queens „We will Rock you“ und Josh Grobans „You raise me up“ vor. Dass der MVH mit seinem Jugend- und Ausbildungskonzept einen erfolgreichen Weg geht, wurde deutlich, als die Jugendkapelle die Bühne frei machte für die Aktiven: Alle jungen Instrumentalisten machten auf dem Absatz kehrt und reihten sich in das Orchester der Aktiven ein: So gelingt es dem MVH immer wieder, Nachwuchsmusiker in die Kapelle zu integrieren und sie an das hohe Niveau der Kapelle heranzuführen. Für die Zukunft ist also gesorgt.

Das Orchester  musizierte unter dem souveränen und lebhaften Dirigat von Markus Rebehn, der augenscheinlich die Musik lebt, wie aus einem Guss, agierte überaus dynamisch und füllte den Saal mit einem differenzierten und harmonischen Gesamtklang. Es überzeugt bei pianissimo-Phasen und verliert auch bei forte und fortissimo nichts von seiner Transparenz. Das ergab in der Summe energiegeladene Musik mit nuancenreicher Instrumentierung, manchmal mit viel Drive, manchmal aber auch mit fast schwebenden Melodieteilen.

Reicher Beifall war der Lohn für eine reife Leistung. Als Zugabe gab’s einen Hauch Wien: Wie beim traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker erklang –begleitet vom klatschenden Publikum- der Radetzky-Marsch. (ran)




Hauensteiner „Schusterpfad“ wurde für die Endauswahl des Wettbewerbes „Deutschlands schönste Wanderwege 2020“ nominiert

HAUENSTEIN. Der Hauensteiner „Schusterpfad“ wurde von der Fachzeitschrift „Wandermagazin“ für die Endauswahl des Wettbewerbes „Deutschlands schönste Wanderwege 2020“ nominiert. Das teilten am Wochenende Bürgermeister Werner Kölsch und die Leiterin der „Tourist Info Pfälzerwald“ (TIZ), Sonja Spieß, mit. Auch der unlängst zertifizierte Pirmasenser „Teufelspfad“ zählt zu den nominierten Wegen.

Der Schusterpfad ist einer von sieben Premiumwanderwegen, die in der Urlaubsregion Hauenstein zertifiziert sind. Er führt als knapp 17 Kilometer langer und sehr abwechslungsreicher Rundweg über rund 570 Höhenmeter rund um Hauenstein und ist gesäumt von zahlreichen Buntsandsteinfelsen, die auch grandiose Ausblicke über Dorf und Wasgau bieten – der Hühnerstein und der Needing, das Kreuzel und der Backelstein etwa. Die Wegeführung folgt in großen Teilen dem Hauensteiner Höhenweg, den vor vielen Jahren schon Alfred Meyer, der verstorbene Altmeister des Hauensteiner PWV, beschrieben hat. An Wochenenden und im Sommer auch mittwochs bietet das PWV Wanderheim unterwegs gastliche Einkehr.

Die Tour kommt unter den Wanderfreunden bestens an: Auf den einschlägigen Seiten des Internets wird der Weg sehr positiv besprochen: „Tolle Tour mit viel Abwechslung auf sehr gut markierten Wegen und Waldpfaden. Herrliche Aussichten auf Hauenstein und den Pfälzerwald“, lesen wir da oder „Sehr schöne Wanderung mit tollen Sandsteinformationen. Wir kommen bestimmt nochmal wieder, wenn die Esskastanien reif sind!“ Ein anderer Wanderer kommentiert so: „Sehr schön für alle Altersklassen und Kinder. Die Ausschilderung ist super, und die Ausblicke sagenhaft.“

Unter den ausgewählten Touren ist auch der im Herbst zertifizierte Pirmasenser „Teufelspfad“, der durch das FFH-Gebiet Gersbachtal führt. „Wir freuen uns sehr über die Nominierung. Das spricht für die hohe Attraktivität des ‘Teufelspfads‘, dem jüngsten der insgesamt drei zertifizierten Premiumwanderwege unmittelbar vor unserer Haustür“, kommentierte Rolf Schlicher, Leiter des Pirmasenser Stadtmarketings, die Nominierung.

Der 6,2 Kilometer lange Teufelspfad führt vorbei an Quellen, Bächen, Wasserfällen und Felsformationen. Ein blau-weißes Teufelssymbol bietet Wanderern wie Spaziergängern und Nordic Walkern Orientierung. Ausgangs- und Endpunkt des nach dem Naturdenkmal Teufelsfelsen benannten Weges ist das bewirtete Naturfreundehaus Gersbachtal im Pirmasenser Ortsbezirk Niedersimten.

Der Wettbewerb “Deutschlands schönste Wanderwege” wird 2020 zum 16. Mal stattfinden. Er ist in den Kategorien Tages- und Halbtagestouren sowie Mehrtagestouren ausgeschrieben. Insgesamt 63 Wege hatten sich beworben – zehn Weitwanderwege und 15 Tagestouren wurden ausgewählt. Um den Titel streiten sich die beiden Südwestpfälzer Wege mit 13 anderen Touren in ganz Deutschland, unter anderem mit dem „Alpsee-Rundweg“ am Fuß der Zugspitze, dem „Drei-Seen-Weg“ im Kraichgau und der „Traumschleife Heimat“ im Hunsrück. 2019 stimmten rund 35.000 Wanderfreunde über die Touren ab, Sieger wurde der Wanderweg „Die Wilde Endert“ in der Eifel vor dem Kaiserstuhlpfad in Südbaden.

 Für den Wettbewerb bereitet das Wandermagazin ein „digitales Wahlstudio“ vor, in dem die nominierten Wanderwege ausführlich vorgestellt werden und über das auch digital abgestimmt werden kann (https://wandermagazin.de/de/86/wahlstudio.html.)  Ein Votum kann auch per klassischer Wahlkarte abgegeben werden. Ab 01. Februar wird abgestimmt. Im September werden die drei Erstplatzierten jeder Kategorie während der Wander- und Trekkingmesse „TourNatur“ in Düsseldorf bekanntgegeben und ausgezeichnet. (ran)




Eine Anerkennung des „Wasgau-Felsenlands“ als Unesco – Weltnaturerbe soll geprüft werden

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HAUENSTEIN. Ein ganz großes Rad will der Verkehrsverein Hauenstein drehen: Wie der Vorsitzende Thomas Engel mitteilte, habe er im Namen des Vereins dem Mainzer Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) vorgeschlagen, eine Anerkennung des „Wasgau-Felsenlands“ als Unesco – Weltnaturerbe zu prüfen und gegebenenfalls in die Wege zu leiten. Staatsekretär Denis Alt aus dem MWWK ist der rheinland-pfälzische Regierungsbeauftragte für das Unesco-Welterbe.

„Das Wasgau-Felsenland umfasst in der Südpfalz den Bereich von Annweiler bis Eppenbrunn. Es ist einzigartig in Deutschland“, heißt es in Engels Schreiben. Das Felsenland sei vergleichbar lediglich mit dem Elbsandsteingebirge, sei aber viel ausgedehnter, fährt der Hotelier aus dem Hauensteiner Landgasthof „Zum Ochsen“ fort. Alleine in der Gemarkung Hauenstein gebe es 28 große Sandsteinfelsen, im gesamten Bereich dürften es „annähernd 300 Felsen sein“. Der Verein bittet den Staatsekretär „um wohlwollende Prüfung“ des Vorschlags.

Zur Sache: Unesco Welterbe
Ziel der Welterbekonvention der Unesco aus dem Jahr 1972 ist es, Güter besonders zu schützen, deren Erhalt im Interesse der gesamten Menschheit ist. Neben besonderen Zeugnissen vergangener Kulturen, künstlerischer und architektonischer Meisterwerke und immaterieller Werte können auch einzigartige Naturlandschaften unter Schutz gestellt werden. In Rheinland-Pfalz sind unter anderem der Speyerer Dom und die Porta Nigra in Trier als Weltkulturerbe geschützt.

Als Weltnaturerbe wurde das Obere Mittelrheintal unter besonderen Schutz gestellt. Für die Anerkennung als Weltnaturerbe sind mehrere Kriterien formuliert: Unter anderem sollen die unter Schutz zu stellenden „Güter“ „überragende Naturerscheinungen oder Gebiete von außergewöhnlicher Naturschönheit und ästhetischer Bedeutung“ aufweisen. In Deutschland zählen neben dem Mittelrheintal lediglich das Wattenmeer, alte Tiefland- und Mittelgebirgsbuchenwälder unter anderem im Müritzer Nationalpark und in der Schorfheide, die Teil eines transnationalen Naturerbes sind, sowie die Grube Messel bei Darmstadt zum Unesco-Weltnaturerbe. (ran)

Bewusst habe man für den formlosen Antrag den Begriff „Wasgau-Felsenland“ verwendet, sagte Thomas Engel im Gespräch mit der Rheinpfalz, seien die einzigartigen Felsengebilde aus Buntsandstein doch im gesamten Wasgau, damit in den Verbandsgemeinden Annweiler, Hauenstein, Dahner Felsenland und Pirmasens Land und sowohl im Landkreis Südwestpfalz als auch im Landkreis Südliche Weinstraße zu finden. Er habe deshalb auch Landrätin Susanne Ganster und Landrat Dietmar Seefeld um Unterstützung des Anliegens aus Hauenstein gebeten.

In dem Vorschlag sehe er auch einen Ansatz, um die Kooperation zwischen den betroffenen Verbandsgemeinden und den Landkreisen weiter zu entwickeln: „Lasst uns doch einfach groß denken“, sagte Engel. Er sei sich bewusst, dass bis zu dem angepeilten Ziel ein weiter und aufwendiger Weg zurückzulegen sei. „Aber wir sollten es versuchen.“ Und natürlich hofft man, schon auf dem und am Ende des Weges der Region neue touristische Aufmerksamkeit zu verschaffen.

 

 




Die folgenden 3 Jahre werden entscheiden

HAUENSTEIN. „Wir haben jetzt noch drei komplette Jahre Zeit, um die Weichen so zu stellen, dass die Verbandsgemeinde Hauenstein auch künftig selbstständig bleiben kann“, sagt Bürgermeister Werner Kölsch zur Kommunal- und Verwaltungsreform (KVR), die seit Mitte 2016 alle anderen Themen, die in der Verbandsgemeinde zu beackern sind, überlagert.

Das Mainzer Innenministerium hatte die VG nach einem Gespräch im Oktober vergangenen Jahres zwar nicht aus dem „Gebietsänderungsprozess entlassen“, hatte aber einen Übergangszeitraum bis Ende 2022 eingeräumt. Und den wolle man nun nutzen, um die Verbandsgemeinde Hauenstein und ihre Verwaltung so aufzustellen, dass „ihr Bestand über das Jahr 2022 möglich sein wird“, so Kölsch im Rheinpfalz-Gespräch. Das sei, so Kölsch, „nach den von uns vorgelegten Zahlen“ durchaus denkbar.

Bis Ende 2022 werde man „auf möglichst vielen Gebieten und mit den bestmöglichen Partnern“ Möglichkeiten der Kooperation eruieren. Das sei beispielsweise durch die Einrichtung einer gemeinsamen Vergabestelle, das sei im Bereich der Digitalisierung, wo man bereits eine Digitalstrategie auf den Weg gebracht hat un d diesen Weg auch gerne mit einem Partner gemeinsam gehen würde, und im weiten Feld des Tourismus möglich.

Bei den Werken, wo auch eine Betriebsführung über VG-Grenzen hinaus denkbar sei, habe man bereits eine gemeinsame Lagerhaltung mit der VG Dahner Felsenland, bei der Vollstreckung kooperiere man mit Rodalben: „Wichtig ist, dass wir durch die Kooperation Fachwissen konzentrieren.“ Die Kooperationsgespräche sollen, so Kölsch, in den nächsten Monaten anlaufen, wobei die zeitliche Vorgabe Gründlichkeit zulasse.

Trotz aller Diskussionen um die nach wie vor offene Zukunft: Das laufende Geschäft geht weiter, beispielsweise in den nächsten Wochen mit der Aufstellung des Haushaltes: Der Rat hat im vergangenen Jahr die VG-Umlage in zwei Schritten von zunächst 29 auf 28 und im Spätjahr aufgrund positiver wirtschaftlicher Faktoren sogar auf 25 Punkte gesenkt, wobei die hier nicht enthaltene Schulumlage von 4,5 Prozent mitgedacht werden muss. Für 2020 geht Kölsch bei einer Umlage von 28 Punkten von einem ausgeglichenen Finanzhaushalt aus.

„Sollte sich wie im letzten Jahr auch 2020 ergeben, dass ein Überschuss erzielt werden kann, dann werden wir den, ohne den eigenen Handlungsspielraum einzuschränken, an die Ortsgemeinden zurückgeben“, konstatiert der VG-Chef und ergänzt, dass man über die Umlagesenkungen die Ortsgemeinden zwischen 2016 und 2019 um insgesamt 1,04 Millionen Euro entlasten konnte.

Ums Geld geht’s auch bei den Gebühren und Entgelten, die die Bürger für Kanal und Wasser aufbringen müssen: „Nachdem wir 2018 die Kanalgebühren um 16 Cent auf drei Euro drücken konnten, prüfen wir nun, ob eine Senkung auch beim Frischwasser möglich sein wird. Wichtig sei, dass man beim Kanalwerk technisch auf dem aktuellen Stand sei und damit die ganz großen Investitionen im Kanalwerk erledigt seien. Es fielen aber immer dann Sanierungsarbeiten an, wenn in den Ortsgemeinden Straßen erneuert würden. Im Kanalwerk schiebt die VG einen Schuldenberg in Höhe von 9,5 Millionen Euro vor sich her, den man, wie Kölsch betont, sukzessive abbauen müsse.

Gar 10 Millionen Schulden weist das Wasserwerk aus: Hier laufen auch noch zwei große Projekte, die 2020 abgeschlossen werden dürften: 1,8 Millionen Euro kostet die Ertüchtigung und Erweiterung des Wasserhochbehälters am Hauensteiner Zimmerberg, wo auch eine moderne Wasseraufbereitung integriert wurde. 3,5 Millionen Euro fließen in den Wasserverbund Hermersbergerhof-Hofstätten, der die problematische Wasserversorgung Hofstättens –dort musste das wohl durch Altlasten der Station Langerkopf verunreinigte Wasser über einen Aktivkohlefilter aufbereitet werden- auf einen zeitgemäßen Stand bringt. Die notwendigen Leitungen, mit denen auch gleich Breitbandkabel verlegt wurden, sind ab Rodelbahn bis Hofstätten unter der Erde verschwunden. In Hofstätten entstand ein neuer Hochbehälter, der Hochbehälter am „Hof“ wurde ertüchtigt. Zu den Kosten gab’s 1,4 Millionen Euro Landesförderung und zudem ein zinsloses Darlehen in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Im Lauf des Jahres soll Hofstätten dann über den Verbund mit bestem Wasser aus der Wüstmühle vom Hermersbergerhof versorgt werden.

Nahe des Hermersbergerhofs wird in den nächsten Monaten –und damit kommen wir zum großen Bereich „Tourismus“- ein barrierefreier Aussichtspunkt errichtet. Als weiteren Mosaikstein im Bemühen, die Urlaubsregion Hauenstein attraktiver zu machen, sieht der Bürgermeister das Vorhaben eines „Biosphärencamps mit Sternen-Lodge“, das der in Hauenstein wohnende Hotelier Dieter Müller auf einem Grundstück nahe Hofstättens errichten will. Es passe in das „Projekt Sternenpark“, das das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bewirbt: Aus der VG Hauenstein wurden dafür auch Standorte auf der Spirkelbacher Höhe, am Hinterweidenthaler Rohrwoog und im Hauensteiner Queichtal vorgeschlagen.

„Sehr positive Resonanz“ erfahre der im vergangenen Jahr eingeweihte geologische Lehr- und Lernpfad, der entlang des Dimbacher Buntsandsteinwegs eingerichtet wurde. Schon für 2020 „hervorragend gebucht“ sei der Trekkingplatz unweit der Vier Buchen, „zunehmend gut angenommen“ werden die Strecken des MTB-Parks Pfälzerwald, auf dem sich immer mehr E-Bike-Fahrer tummeln. Sehr erfreut registriert Kölsch die Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen: Nach den Zahlen des Statistischen Landesamt kamen von Januar bis Oktober 2019 fünf Prozent mehr Gäste in die Urlaubsregion als im Vergleichszeitraum 2018. Bei den Übernachtungen gab’s ein Plus von 8,5 Prozent – von 67.600 auf 73.000.

Ziel der Anstrengungen im Bereich Tourismus sei es, die Übernachtungszahlen weiter zu steigern. Diesem Ziel dienen auch 2020 die Messeauftritte bei der CMT in Stuttgart, bei den „Heimattagen“ in Sinsheim oder bei der Offerta in Karlsruhe, diesem Ziel dient auch der „Waldläufermarathon“, der ein überregionales Publikum anzieht und am 10.10.2020 seine dritte Auflage erfährt, diesem Ziel dient auch der Wettbewerb „Die schönsten Wanderwege Deutschlands“, in dessen Rahmen dem Hauensteiner Schusterpfad weitere Aufmerksamkeit verschafft wird.

Neues gibt’s im Bereich der Feuerwehren: Für die Hauensteiner Wehr kommt –wohl noch im Januar- das Mehrzweckfahrzeig 3, in das knapp 180.000 Euro investiert werden. Schwanheim ist der Standort eines neuen Kleinlöschfahrzeugs, für das die VG über 80.000 Euro in die Hände nahm. Ganz neu: Für die Wehren wird 2020 ein hauptamtlicher Gerätewart eingestellt, der sich um alle Gerätschaften, um Fahrzeuge und um Werkstätten kümmern soll. „Die Ausschreibung ist draußen“, sagt Kölsch, der auch darauf hinweist, dass in einzelnen Feuerwehrgerätehäusern noch Absaugvorrichtungen eingebaut und die Notstromeinspeisung realisiert werden müssten.

Wohl mehrere Jahre nimmt die angedachte energetische Sanierung der Turnhalle und des Schwimmbads an der Hauensteiner Grundschule in Anspruch. Erste Gespräche mit einem Fachbüro hätten bereits stattgefunden, berichtet Kölsch. Auch die Digitalisierung ist Thema an den beiden Grundschulen in der Trägerschaft der VG: Derzeit erarbeiten die Kollegien in Hauenstein und Wilgartswiesen ihr „Medienkonzept“. Für die Hauensteiner Grundschule, wo ebenso wie in Wilgartswiesen bereits ein Grundbestand an Tablets vorhanden ist und bereits neun Smartboards im Einsatz sind, stehen 126.000 Euro zur Verfügung. (ran)