„Expedition Grün“ – Deutsche Waldjugend im Hauensteiner Stopper

Foto: Beim “Markt der Möglichkeiten” im Bundeslager der Waldjugend musste man mit einem Fahrrad die elektrische Energie produzieren, die notwendig ist, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen und einen Ventilator dazu, in der Sommerhitze für Abkühlung zu sorgen. (ran)

HAUENSTEIN. Sie sind mit ihren dunkelgrünen Hemden und den schwarz-grün gestreiften Halstüchern im Dorf nicht zu übersehen: Seit vergangenen Samstag haben 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Deutschen Waldjugend im Hauensteiner Stopper ihre Zelte aufgeschlagen. Unter dem Thema „Expedition Grün“ verbringen sie ihr Bundeslager, zu dem die Teilnehmer aus Schleswig-Holstein ebenso angereist wie aus Bayern und Sachsen.

Gestern führte uns Annika Hanke aus dem südpfälzischen Ramberg, die stellvertretende Bundesleiterin der Waldjugend, über das weitläufige Gelände, auf dem die Teilnehmer ausschließlich Kohten und Jurten, jene schwarzen Zelte, die auf die finnischen Samen zurückgehen, aufgebaut haben. Gerade läuft der „Markt der Möglichkeiten“, bei dem an einem runden Dutzend Stationen unter anderem Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Müllvermeidung thematisiert werden.

Unter Sonnenschutz aus Zeltplanen lauschen hier Kinder im Grundschulalter, wie man Bienen schützt und unterstützt, dort werden am Beispiel von Artikeln der täglichen Hygiene Möglichkeiten diskutiert, wie man dem Plastikverpackungswahn ein Schnippchen schlagen kann. Unter dem Begriff „Upcycling“ geht es darum, aus gebrauchten Tetrapacks beispielsweise ein nicht alltägliches Schreibmaterial herzustellen und mit museumsreifen mechanischen Schreibmaschinen gleich zu beschreiben.

Zur Sache: Deutsche Waldjugend
Die Deutsche Waldjugend (DWJ) ist die Jugendorganisation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Sie wurde 1957 gegründet und ist in Deutschland mit ungefähr 400 Ortsgruppen („Horsten“) vertreten. Die DWJ will bei ihren jungen Mitgliedern das Verständnis für die Notwendigkeit einer intakten Natur wecken. Das Gruppenleben vieler Gruppen ist geprägt von Formen der bündischen Jugendbewegung wie Zeltlager und Fahrten. Im Rahmen der Gruppenstunden finden auch Einsätze in lokalen Wäldern statt, um Kinder und Jugendliche für Natur zu interessieren und sie zu motivieren, sich aktiv für den Naturschutz einzusetzen. (ran)

Man spielt ein „Plastikmemory“, bearbeitet das „Dreieck der Nachhaltigkeit“ und produziert unter Anfeuerungsrufen mit einem Fahrrad die elektrische Energie, die notwendig ist, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen und einen Ventilator dazu, in der Sommerhitze für Abkühlung zu sorgen. Die Großen und die Kleinen sind mit viel Freude dabei: „Da ist alles richtig schön“, sagt der zehnjährige Tim aus dem Contwiger „Bärenhorst“, einer von rund 80 Pfälzern unter den Teilnehmern, und die elfjährige Lisa weiß: „Man kann hier viel lernen.“

„Spielerisch lernen“, sagt Annika, „genau das“ sei der Zweck des Lagers, das am Freitag auch den Besuch von Julia Klöckner, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft erwartet. Bei unserem Rundgang über das Gelände treffen wir auch Sven Hery, den Bundesleiter der Waldjugend, übrigens auch ein Pfälzer aus Haßloch: Die Waldjugend setze sich „gemeinschaftlich für die Natur“ ein, sagt er, sie wolle sich um den „Erhalt der Natur kümmern, sie hegen und pflegen“ und „eine Bindung zum Wald schaffen“.

Vor allem gehe es auch darum, ergänzt Annika Hanke, „praktischen Naturschutz zu leisten“. So zähle auch ein Forsteinsatz sowohl zu den sich wiederholenden Aktionen der verschiedenen „Horste“, wie die Ortsgruppen der Waldjugend heißen, als auch zum Hauensteiner Lagerprogramm. Förster des Forstamtes Hinterweidenthal unterstützte man bei der Kiefernaturverjüngung und pflanzte auch junge Eichen nach: „Gemeinsam arbeiten heißt auch gemeinsam lernen“, sagt Annika.

Schlendert man über den Platz, stößt man immer wieder auf Überraschungen: Man trifft auf ganz junge Lagerteilnehmer wie den dreijährigen Fritz aus Viersen oder Michael aus Wuppertal, der gerade neun Monate alt ist und vom Arm der Mama Tatjana aus das Treiben beobachtet. Und wir treffen Nina aus Duisburg. Sie fällt auf, weil sie auf dem Rücken ihren großen Kontrabass trägt. Sie berichtet vom großen musikalischen Wettstreit, bei dem ihre „Bassschwestern“ ebenso auftreten werden wie Jagdhornbläser und Sänger, die ihr spezielles Lagerlied zum Lagerthema präsentieren. Der musische Abend zählt ebenso zum Lagerprogramm wie eine „Wildlingsolympiade“, wie ein Kochwettstreit, wie „Hajks“, abenteuerliche Wanderungen durch den Pfälzerwald, wie Ausflüge nach Silz, Speyer oder zum Fischbacher Biosphärenhaus.

Dass im Lager immer was los ist, sieht man, wenn den Lagerstraßen folgt, die nach großen Entdeckern heißen. Da trifft man auf Minigolfbahnen, die die Teilnehmer mit Naturmaterialien und mit viel Kreativität geschaffen haben, man gelangt zu einer Infoinsel, wo  auf Transparenten beispielsweise über den „Klimawandel als Herausforderung und Risiko“ informiert wird. Dort steht das „Café Klön“, hier bietet eine „Marketenderei“ all das an, was die „Horste“, die sich selbst versorgen müssen, zum Kochen brauchen, ein „Buchladen“ steht parat, am schwarzen Brett wird über besondere Angebote –beispielsweise Yoga- informiert. Und in einem „Logbuch“ aus Sperrholz – ein Meter auf einen halben Meter groß- werden die besonderen Ereignisse der Lagertage festgehalten

„Alles läuft super, ein wunderschöner Platz in toller Umgebung“, ist Bundesleiter Hery von  den Tagen im „Stopper“ angetan. Und Finn, Tim und Lisa aus Contwig schließen sich an: „Es ist alles schön: der Platz, die Spiele, das Programm und die Lieder“, sagen sie. „Am schönsten aber sind die Morgenrunden, wenn wir alle zusammenkommen und singen und hören, was heute gemacht wird. Das ist immer cool.“ (ran)




Feuerwehr erhielt neuen Gerätesatzes, der zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung dient

HAUENSTEIN. „Das ist eine äußerst sinnvolle Ergänzung zu der Standardausrüstung, die unsere Wehren vorhalten!“ So kommentiert der Hauensteiner Wehrleiter Johannes Seibel die Anschaffung eines neuen Gerätesatzes, der zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung dienen wird.

20.000 Euro hat die Verbandsgemeinde in das neue Equipment investiert, für das noch Zuschüsse zu erwarten sind und über dessen Berechtigung es bei der gegenwärtigen Waldbrandbrandgefahrenstufe vier auf der fünfteiligen Skala und täglichen Berichten über Wald- und Flächenbrände keinerlei Diskussionen gibt.

 „Nachdem sich die Wehrleute in den letzten Wochen mit dem neuen Material vertraut machen konnten, haben wir am Rauhberg eine Waldbrandübung durchgeführt, um das Gerät in der Praxis zu testen“, berichtet der Wehrleiter. Sie habe viele „wertvolle Erkenntnisse“ gebracht.  Knapp 50 Wehrleute aus Hauenstein, Hinterweidenthal, Spirkelbach und Annweiler sowie Helfer des Technischen Hilfswerks Hauenstein waren in die Übung am Spirkelbacher Hausberg einbezogen.

Das Übungsszenario sah vor, dass die Wehren einen an  einem Steilhang ausgebrochenen Waldbrand von zwei Seiten –von unten und von oben- bekämpfen sollten, wobei das THW unter anderem für die Absturzsicherung sorgte. Bei der Brandbekämpfung kamen dann die neuen Geräte zum Einsatz, die unter anderem aus den Erfahrungen großer Waldbrände in den USA und in Spanien entwickelt wurden. „Ziel der Waldbrandbekämpfung ist es, mit minimalem Wassereinsatz  maximalen Löscherfolg zu erzielen“, informierte Seibel.

Zu dem nun zur Verfügung stehenden Gerätesatz zählen zunächst Löschgeräte, wie beispielsweise acht Löschrucksäcke, die rund 20 Liter Wasser fassen und über eine „Lanze“ eine Wasserwurfweite von rund sieben Metern erreichen und sich damit für das Ablöschen eines Feuersaums oder von Feuerinseln eignen. Neben den gebräuchlichen Geräten wie der Löschpatsche  und dem „Pulaski“, einer Kombination aus Axt und Hacke, enthält der Gerätesatz auch acht „Gorgui“-Mehrzweckwerkzeuge, die multifunktional als Axt, Hacke, Rechen und Harke eingesetzt werden können.

In den vier Waldbrandboxen, die künftig mit dem Mehrzweckfahrzeug der Hauensteiner Wehr zum Einsatzort transportiert werden, sind auch Hilfsmittel, die den Transport von Ausrüstung und Gerät zur oft nur schwer zugänglichen Brandstelle erleichtern. Darunter sind fünf Rückentragen für je vier 15 Meter lange D-Schläuche samt Strahlrohren und Verteiler und mehrere Schlauchrucksäcke, die eine Verlegung einer Schlauchleitung während des Gehens ermöglichen. Auch eine „Hale Fyr Pak“- Rucksackpumpe gehört zum neuen Equipment, die eine Förderleistung von 285 Liter/Minute schafft. Um eine bessere Eindringtiefe des Löschwassers zu erzielen, kann Netzmittel über spezielle Strahlrohre beigemischt werden.

Damit Löschwasser nahe am Brandort gespeichert und dann  über die dünnen D-Schläuche eingesetzt werden kann, ist die Wehr nun mit Faltbehältern mit einem Fassungsvermögen von 1000, 3000 und 5000 Litern ausgestattet. Sie werden über eine Schlauchleitung von der nächsten Wasserstelle oder vom Tanklöschfahrzeug gespeist und ermöglichen den Löschangriff über mehrere dünnere und damit wassersparende Schläuche. Nicht zuletzt enthalten die Geräteboxen eine Vielzahl von Materialien zur persönlichen Sicherheit der eingesetzten Kräfte wie Schutzbrillen und Staubschutzmasken.

Nach der Übung zog Johannes Seibel ein zufriedenes Fazit: „Es hat sich gezeigt, dass durch die  Trageergonomie der Rucksäcke ein relativ müheloser Transport von Material und ein schneller Aufbau eines Löschangriffs auch in abgelegenen und schwer begehbaren Waldbereichen möglich ist“, konnte er beobachten. Und: Mit den verschiedenen Materialien könne  der Löschangriff effektiv unterstützt werden. Nicht zuletzt habe auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten „sehr gut“ geklappt.

Natürlich sei der Schweiß bei der Übung am kräftezehrenden Steilhang und bei den derzeit herrschenden Temperaturen in Strömen geflossen, sagte Johannes Seibel, auch wenn man in Anbetracht der hohen Temperaturen auf die eigentliche Schutzbekleidung, die feuerhemmend sei, verzichtet habe. Für den Ernstfall aber, dann, wenn die volle Montur zu tragen sei, sorge man dafür, dass die Einsatzkräfte frühzeitig durch Reservekräfte abgelöst werden. Und: Im Feuerwehrhaus habe man ausreichend gekühlte Säfte und Wasser gebunkert, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. (ran)




Landwirtschaftsministerin Julia Glöckner schloss ihre Rundreise durch deutsche Wälder im Hauensteiner „Stopper“ ab

HAUENSTEIN. „Atemberaubend!“ Das Geschenk, das die Waldjugend am Freitag Landwirtschaftsministerin Julia Glöckner überreichte, machte die so eloquente Politikerin fast sprachlos. Einen Gutschein über 20.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit für den Wald übergab der Bundesleiter der Waldjugend Sven Hery der Ministerin, die ihre Rundreise durch deutsche Wälder mit einem Besuch beim Bundeslager der Jugendorganisation  im Hauensteiner „Stopper“ abschloss.

Eine Woche lang hatten sich über 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Jugendzeltplatz am Hauensteiner Ortsrand und in den umliegenden Wäldern mit Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Müllvermeidung beschäftigt, nicht nur theoretisch, sondern mit vielen aktiven Beiträgen. Nun sitzen sie in ihren grünen Klufthemden mit dem blauschwarzen Halstuch im großen Rund einer „Waldarena“ am „Schnapspfad“, tragen ihren Singewettstreit aus und erwarten die Ministerin, die sie mit einem Hornmarsch, den Jagdhornbläser vortragen, begrüßen werden.

Eine Woche lang war auch Julia Klöckner in der Republik unterwegs gewesen. Ihr ernüchterndes Fazit vor den Lagerteilnehmern: „So wie es unserem Wald geht, sowas habe ich noch nicht erlebt“, sagte sie vor einem atemlos zuhörenden Publikum im schattigen Hauensteiner Laubwald: Wald auf einer Fläche von 3.300 Fußballfeldern sei Bränden zum Opfer gefallen, Bäume auf 110.000 Hektar seien von Sturm, Dürre und Borkenkäfer bedroht: „Diese Bäume fehlen uns, unseren Kindern, unseren Enkeln und Urenkeln.“

In legerem Outfit, ohne die eigentlich erwartete große Entourage, war Julia Klöckner fast auf die Minute pünktlich im Stopper angekommen, hatte zunächst eine der ganz kleinen Lagerteilnehmerinnen, die ihr über den Weg lief, begrüßt und dann Landrätin Susanne Ganster, die Studienkollegin aus Mainzer Unitagen, „gedrückt“,  ehe sie sich den Fragen der überaus großen Gruppe der Pressevertreter stellte, die sie auf dem Weg zu den Lagerteilnehmern „abgefangen“ hatten.

Dabei führte sie aus, dass sie die Waldjugend und andere Jugendorganisationen „mit an den Tisch“ bei dem angekündigten „Nationalen Waldgipfel“ holen werde, „nicht nur die Großen, die überall dabei sind“. Diese Ankündigung findet via Deutsche Presseagentur (dpa) in die bundesweiten Medien: Noch am Freitag berichtet darüber unter anderen die „Süddeutsche Zeitung“ ebenso wie der „Mannheimer Morgen“, der SWR in seinem Fernsehprogramm und  das Nachrichtenportal von t-online.

Und überregional Thema war auch die –angesichts der aktuellen Kennzahlen- eigentlich deplatzierte Frage eines Pressevertreters: Ob denn das ganze Gerede über das Waldsterben  nicht letztlich „Panikmache“ sei, wollte er wissen. Julia Klöckner widersprach energisch: „Auf keinen Fall“, beschied sie. Sie habe sich vielmehr „richtig geärgert“, dass es so lange gedauert habe, bis der „Wald zum Thema“ wurde und die „öffentliche Aufmerksamkeit erfährt, die er braucht“.

Nun, bei der Waldjugend dreht sich –der Name sagt’s- fast alles um den Wald, dort findet er die ihm gebührende Aufmerksamkeit: Ein „heimlicher Held“ sei er, der „eigentlich unsere Probleme im Handumdrehen beheben“ könnte, sagte Sven Hery und beschrieb der Ministerin das große Engagement der Waldjugend für den Wald und für Nachhaltigkeit. Gerade die Gemeinschaft Gleichgesinnter sei dabei wichtig. Und Klöckner griff diesen Gedanken auf: „Den Wald retten heißt, zusammen anpacken – nicht warten!“ Und da machten die Jugendlichen den Erwachsenen „viel vor“.

Mit dabei in der illustren Runde war auch der 75-jährige Wolfgang von Geldern, seit 27 Jahren Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dessen Jugendorganisation die „Waldjugend“ ist. Der ehemalige Staatssekretär im Kabinett Helmut Kohls – im dunklen Anzug wirkte er in der großen Runde der grünen Hemden etwas „overdressed“- verkörpert  ein Stück „Waldgeschichte“: 1984 hatte er den ersten „Waldschadensbericht“ der Bundesrepublik vorgelegt, der damals den Begriff „Waldsterben“ thematisierte.

Er war sichtlich angetan von dem, was der Nachwuchs zu bieten hat: „Wir können nichts Besseres aufbieten als die Waldjugend. Sie reden nicht nur, sie tun was, sie arbeiten“, lobte er. „Großartiges“ leiste die junge Bundesleitung, „ganz großartig“ sei das Lager auf einem „wunderbaren Platz in einer wunderschönen Gegend“, befand  er im Gespräch mit der Rheinpfalz.

Derweil wurde der Gast aus Berlin –respektive von der Nahe- vom „Expeditionsteam“ –der Lagerleitung- durch die Zeltstadt geführt, Kinder und Jugendliche erklärten mit dem „Logbuch“, was während der Lagerwoche alles gelernt, getan und gearbeitet wurde. Und dass das Zeltlager durchaus auch Leckeres zu bieten hat, das sollte die Ministerin dann auch noch erfahren: Zum Abschluss gab’s einen Kuchen aus dem „Café Klön“, der Frau Klöckner sichtlich mundete.

Der gab aber nicht den Ausschlag, dass sie der Waldjugend auch weiterhin die Unterstützung des Ministeriums zusagte: 10.000 Euro hatte man zur Finanzierung zugeschossen. Nicht zuletzt: Für jeden der 600 Lagerteilnehmer gab’s noch kleine Geschenke, eine Samenmischung „Bienenbuffet“ etwa oder ein Lexikon bienenfreundlicher Pflanzen. „Darüber solltet ihr in der Gruppe und mit euren Eltern sprechen.“ (ran)




Arbeiten zur Sanierung der Hauensteiner Wasgauhalle bis auf einzelne Restarbeiten fertig

HAUENSTEIN. Im April 2017 hatten die Arbeiten zur Sanierung der Hauensteiner Wasgauhalle begonnen. Unlängst wurden die Außengerüste abgebaut, sodass sich das Projekt –endlich- seinem Ende nähert: Einzelne Restarbeiten seien noch zu erledigen, wie der Pressesprecher der Kreisverwaltung, Thorsten Höh, auf Anfrage mitteilte.

Der Landkreis ist Schulträger der Hauensteiner Realschule plus und deshalb auch Kostenträger der umfänglichen Maßnahme. In der Kreisverwaltung gehe man davon aus, dass der Gesamtkostenrahmen von 2,13 Millionen Euro eingehalten wird, auch wenn „noch nicht alle Gewerke schlussgerechnet“ seien, wie Höh informiert.

Zur Sache: Die Sanierung der Wasgauhalle

Die Umbauarbeiten an der Wasgauhalle sollten –nach ersten Planungen-  im Januar/Februar 2018 abgeschlossen sein. Ende 2017 aber hatte sich abgezeichnet, dass dieser Termin nicht zu halten war, weil man die Dachdeckerarbeiten neu ausschreiben musste. Als neuer Fertigstellungstermin war dann der Schuljahresbeginn 2018/19 genannt worden, der  aber schließlich wegen auftretender Probleme bei Konstruktion und Einbau der Oberlichter obsolet wurde.

Als neuer Termin war dann in einer Sitzung des Bauausschusses des Kreistags im August 2018 der 15. Oktober, der Tag des Schulbeginns nach den Herbstferien, genannt worden. Dass schließlich auch dieser Termin „platzte“, war dem Umstand geschuldet, dass die Verlegung des neuen Hallenbodens mehr Zeit beanspruchte. Damit verschoben sich die noch ausstehenden Restarbeiten an Tribüne und Prallschutzwänden zeitlich nach hinten. Seit November 2018 konnte die Halle für den Sportunterricht und den Vereinssport wieder genutzt werden. Die Arbeiten am Dach und an der Fassade der Halle liefen bis in den Frühsommer. (ran)

„Bereits seit November 2018 kann die Halle wieder uneingeschränkt von der Schule und den Vereinen genutzt werden“, berichtet er, verweist aber auf noch anstehende „Nachbesserungen“. Unter anderem müssten noch Deckenplatten ausgetauscht und „letzte Flecken mit einem Farbanstrich“ beseitigt werden. Ein defektes Duschpaneel war noch zu ersetzen, sodass nun die „Sanitärräume komplett fertiggestellt“ seien.  Zuletzt seien noch Malerarbeiten im Bereich des Oberlichts am Treppenaufgang durchzuführen und neue Klappen für die Nischen der Feuerlöscher einzubauen gewesen.

Wie Bürgermeister Werner Kösch mitteilte, sei inzwischen auch die Photovoltaikanlage der  „Gesellschaft zur Nutzung erneuerbarer Energien“, die die VG Hauenstein zusammen mit der WVE Kaiserslautern betreibt, wieder auf  dem Dach der Wasgauhalle  installiert und habe ihre Arbeit aufgenommen. Sie war während der aufwendigen Dacharbeiten demontiert worden und konnte deshalb im vergangen Jahr keinen Strom liefern.

Kölsch wies aber darauf hin, dass die die Bilanz der Gesellschaft, die Solaranlagen unter anderem auf den Dächern der Hauensteiner Marien- und der Wasgauschule, der Wilgartswiesener Wilgartishalle, der Gruppenkläranlage Queichtal bei Wilgartswiesen und auf dem TIZ betreibt, trotz des Ausfalls kein Minus zu verzeichnen habe: „Das ist den besonderen klimatischen Bedingungen des vergangenen Sommers zu verdanken.“ 2018 habe die Gesellschaft, an der die VG inzwischen 74,9 Prozent hält, einen Gewinn von 24.600 Euro, erzielt, hatte Kölsch in der letzten Sitzung des VG-Rates erklärt. (ran)




Kita St. Hedwig bekam die Urkunde der Einrichtung „Kita isst besser“

HAUENSTEIN. Zwei Jahre lang hat sich die Kita St. Hedwig auf dem Hauensteiner Zimmerberg an der Coaching-Initiative „Kita isst besser“ beteiligt. Beim Sommerfest der Kita konnte Ruth Davin, Ernährungs-Expertin am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westpfalz, der Einrichtung die „Kita isst besser“- Urkunde des Mainzer Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten überreichen.

Die Kita St. Hedwig, die in Trägerschaft der katholischen Pfarrgemeinde steht, ist bereits anerkannte „Bewegungskita“ und hat nun über den Coaching-Prozess, den die im Frühjahr in den Ruhestand verabschiedete frühere Leiterin Rita Hammer und die frühere Mitarbeiterin Nicole Jung federführend begleiteten, beispielsweise die Speiseplangestaltung umgestellt und Maßnahmen zur Verbesserung des Frühstücksverhaltens und in der Getränkeauswahl vorgenommen, wie die neue Leiterin Andrea Gerst mitteilte.

„Mit den Kindern wird immer wieder auch die Ernährungspyramide thematisiert“, berichtete sie und verweist auf die „Kleine Lok“, die die Ernährungspyramide kindgerecht visualisiert. Sie wurde ebenso aus den Fördermitteln, die aus dem Topf der Initiative „Kita isst besser“ fließen, finanziert wie ein Trinkbrunnen im Außenbereich, ein Kinderkaufladen mit entsprechenden Nahrungsmitteln und eine kleine Spülmaschine, die die Organisation des  gemeinsamen Frühstücks erleichtert.

Rauth Davin lobte bei der Übergabe, dass  „das gesamte Team der Kita die Gesundheitsprävention mitträgt“ und „mit Schwerpunkten in den Handlungsfeldern Verpflegungsangebot, Ernährungsbildung und Ernährungspartnerschaft“ umsetze. Sie betonte auch, dass  die kleinen Frühstücksdosen der Kinder „zunehmend mit Gemüsesticks und Vollkornbrot gefüllt“ seien und dass ein neu entwickelter Flyer die Eltern bereits beim Aufnahmegespräch über die Bedeutung einer gesunden Ernährung informiert werden. (ran)

 

Zur Sache: „Kita isst besser“

Die Initiative „Kita isst besser“ wurde vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten als Teil der Aktion „Rheinland-Pfalz isst besser“ ins Leben gerufen, um einen gesunden Lebensstil bereits im frühen Kindesalter zu fördern. Geleitet wird sie von der Erkenntnis, dass gesunde Ernährung sowie Bewegung und Entspannung für die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern besonders wichtig sind. Unter anderem soll erreicht werden, dass bereits bei den Kleinsten die Basis für ein bewusstes Ernährungsverhalten und einen gesunden Lebensstil geschaffen wird. Die Kita-Kinder sollen unter anderem auch erfahren, wie die Lebensmittel hergestellt werden und welche Zusammenhänge zwischen Lebensmitteln, Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft bestehen.

„Gute Ernährung ist die Basis für unsere Leistungsfähigkeit, für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit – insbesondere für Kinder und Jugendliche ist sie besonders wichtig“, stellte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) fest und verwies darauf, dass die letzte  Schuleingangsuntersuchung belegt habe, dass in Rheinland-Pfalz immer noch 5,8 Prozent der Kinder übergewichtig und 4,8 Prozent adipös seien. Das liege nicht nur an fehlender körperlichen Aktivität und einer stärkeren Nutzung moderner Medien, sondern vor allem auch am vermehrten Verzehr energiedichter und stark verarbeiteter Lebensmittel und Snacks sowie zuckergesüßter Getränke. Das solle mit der Initiative geändert werden.

 

 




Seit 1997 Partnerschaft der Boulefreunde Hauenstein mit der Partnergemeinde Chauffailles

HAUENSTEIN. Die Boulefreunde Hauenstein halten die Partnerschaft mit der Partnergemeinde Chauffailles am Leben. Regelmäßig finden Besuche statt, mal im Wasgau, mal in Südburgund. Jetzt weilte wieder eine 16-köpfige Delegation des Petanque Clubs aus  der Partnergemeinde in der Pfalz und pflegte mit den Boulefreunden „amitié et jumelage“.Die Hauensteiner hatten für ihre Gäste ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Höhepunkte waren neben zwei Grillabenden am Bouleplatz die Wanderung über den Lanzenfahrter Felsen zum Wanderheim Dicke Eiche und die Teilnahme an einem Bouleturnier in Ludwigshafen. Dort spielten 15 Teams, bestehend aus jeweils einem “Chauffaillon” und einem “Hääschdner”, beim sogenannten Sixpack-Cup unter 67 Mannschaften eine gute Rolle. Am besten schnitten Nathalie Feignier und Thomas Merz ab, die alle vier Partien gewannen und den fünften Platz belegten.

Wie gut Verständigung funktionieren kann, auch ohne die jeweils andere Sprache zu sprechen, demonstrierten die Teilnehmer des Partnerschaftsaustauschs sehr eindrucksvoll. „Natürlich verbindet der Sport, das alleine erklärt aber nicht, wie es so viele Menschen schaffen, sich so gut miteinander unterhalten zu können, ohne französisch bzw. deutsch zu sprechen“, konstatierte Thomas Merz nach dem ereignisreichen Treffen.

Die Freundschaft der beiden Boule-Clubs währt nun bereits seit 1997, als die Chauffailler zum ersten Mal der Einladung des damals frisch gegründeten Hauensteiner Vereins folgten. Darauf weist auch der große Banner hin, den die Gäste als Geschenk mitgebracht haben und das künftig das Vereinsheim am „Boulodrome“ zieren wird. Die Freundschaft wird auch weiterhin bestehen, denn die Franzosen sprachen bereits die Einladung zum nächsten Besuch der Boule-Freunde im Jahr 2021 in Chauffailles aus. „Sie werden mit zahlreichen Gästen rechnen dürfen…“, versprachen die Hauensteiner. (ran)




Das von „Aktion Afrika“ mitfinanzierte Ambulanzfahrzeug konnte jetzt seinen Dienst aufnehmen

HAUENSTEIN. „Endlich, endlich“, atmete Alfred Busch, Vorsitzender der Hauensteiner „Aktion Afrika“, auf: Am Montag erreichte den kleinen Verein die Nachricht, dass das Ambulanzfahrzeug, das die Gruppe mitfinanzierte, endlich seine Zulassung von der kenianischen „National Transport and Safety Authority“ erhalten hat und nunmehr seinen Dienst in der medizinischen Versorgung von abgelegenen Maasaidörfern aufnehmen kann.

Ernüchterung herrscht bei den Aktiven indes darüber, dass der kenianische Staat „extrem hohe Gebühren“ für die Einfuhr des Fahrzeugs kassiert hat, wie Busch mitteilt. „Dafür fehlt uns gerade wegen des caritativen Hintergrunds jedes Verständnis“, stellt Rechner Gerhard Seibel fest. Father Firminus Shirima vom Medical Health Center der Apostles of Jesus, das das Ambulanzfahrzeug nutzen wird, hatte in seinen Emails in den vergangenen Wochen immer wieder über bürokratischen Hürden und auch von Korruption gesprochen.

Der Verein hat in dieser Frage Beratung bei Monsignore Pirmin Spiegel, dem pfälzischen Präsidenten des Hilfswerks Misereor, gesucht. Er kenne ähnliche Fälle, ließ er wissen, und empfahl, die deutsche Botschaft in Nairobi einzuschalten. Das wird der Hauensteiner Verein auch tun und wird auch Kontakt zur kenianischen Botschaft in Berlin aufnehmen. „Die Hoffnung auf eine Reduzierung der Gebühren, die unser Partner tragen muss, ist sehr gering. Aber wir wollen die Angelegenheit so nicht auf sich beruhen lassen.“

Bei allem Ärger: Bei der Hauensteiner Gruppe, die sich um mehrere Projekte in Kenia und Tansania kümmert, überwiegt die Freude darüber, dass nach langen Monaten der Vorbereitung und Realisierung das Fahrzeug endlich seinen Dienst in den schwer zugänglichen Dörfern des Maasai-Gebiets in den Ngong Hills südlich von Nairobi aufnehmen kann.

Seit Sommer 2017 hatte die Aktion Afrika zielstrebig das Projekt verfolgt und hatte mit der österreichischen MIVA schließlich einen Partner gefunden, der die Hälfte der Kosten von rund 35.000 Euro für den Toyota Landcruiser übernahm. Rund 17.500 Euro konnte der Verein dank vieler großer und kleiner Spenden aufbringen. Father Firminus bedankte sich immer wieder bei „allen, die so großzügig und großherzig geholfen haben, diesen wichtigen Dienst für die Armen zu ermöglichen. Möge Gott jeden einzelnen segnen.“

Während dieses Projekt, das die Gruppe fast zwei Jahre lang beschäftigte, nun abgeschlossen ist, läuft die Unterstützung für die anderen Partner weiter. Unlängst konnte Alfred Busch Schwester Genovefa beim Hungermarsch in Landau erneut 3.000 Euro übergeben. Mit der Spende wird der Fonds aufgefüllt, den die „Aktion Afrika“ mit dem Ziel aufgelegt hat, den „Ärmsten der Armen“, in deren Hütten es am Notwendigsten fehlt,   Unterstützung zukommen zu lassen, für Medikamente, Schulgeld und auch für Nahrungsmittel, wenn es daran fehlt. Mit Spenden aus dem „Gääße unn Hiehner“-Projekt baut die Ordensfrau derzeit übrigens mit der Unterstützung eines Landwirtschaftsberaters eine Hühnerzucht in ihrem Zentrum „Shelter of Hope“ bei Voi in Kenia auf.

Ähnliches hat Sister Salome vor, die in Kitale  –rund 300 Kilometer nordwestlich von Nairobi- eine Schule aufbaut. In einen frisch gebauten Hühnerstall sind bereits 200 Küken eingezogen. Mit einer Spende von 3.000 Euro, die sie im Februar aus Hauenstein erhielt, hat sie begonnen, einen weiteren Klassensaal zu bauen. Das Geld reichte unter anderem für die Außenwände. Das Dach fehlt freilich noch. Auch dafür werden die Hauensteiner aufkommen. „Einen Kostenvoranschlag haben wir angefordert und werden tätig, wenn unsere Mittel ausreichen“, sagte Jutta Seibel, die stellvertretende Vorsitzende der Aktion Afrika.

Die Finanzierung der Projekte erfolgt über eigene Aktionen des rund 50 Mitglieder zählenden Vereins und durch Spenden, die von vielen Freunden der „Aktion Afrika“ eingehen. Dass sie im Sinne der Geber verwendet werden, das „ist uns Verpflichtung“, sagt Alfred Busch.  „Darüber legen unsere Partner auch detailliert in ihren ,Reports‘ Rechenschaft ab, sodass wir uns von der Wirksamkeit unserer Hilfe überzeugen können.“ Weitere Spenden sind natürlich immer willkommen. (ran)

 

Info: Spendenkonto der Aktion Afrika, Volksbank Südliche Weinstraße – Wasgau,

IBAN DE86 5489 1300 0071 8473 06




Abrissarbeiten an der alten THW – Unterkunft sind abgeschlossen

HAUENSTEIN. Die nächsten Schritte zur Realisierung einer neuen Unterkunft für den Ortsverband Hauenstein des Technischen Hilfswerks (THW) sind gemacht. Die Abrissarbeiten an der alten Unterkunft sind abgeschlossen, derzeit wird das Planum hergestellt. Und am 20. Juli soll in feierlichem Rahmen der erste Spatenstich erfolgen.

Anfang Mai war mit dem Rückbau des Gebäudes begonnen worden. Zunächst waren –zumeist in Handarbeit-  Metall- und Holzteile aus den Gebäuden sowie aus der Dacheindeckung zu entfernen. Mitte Mai konnte sich dann der Abrissbagger über die Gebäude hermachen und das Unterkunftsgebäude, die LKW-Garagen, den hölzernen Geräteschuppen und den Übungsturm beseitigen. Auch die Asphaltflächen wurden entfernt, der große Öltank entsorgt. Mit großen Teilen des anfallenden Bauschutts aus dem  Gebäudeabriss wird nun die bisherige Hoffläche um etwa zwei Meter aufgefüllt und verdichtet.  Mit der Fertigstellung des Planums wird für Ende Juni gerechnet.

Zum ersten Spatenstich am 20. Juli hat der Ortsverband unter anderem den Präsidenten der Bundesanstalt THW, Albrecht Broemme, den Landesbeauftragten Werner Vogt und die Bundestagsabgeordneten der Region eingeladen. Damit wird der offizielle Startschuss zu dem Bau gegeben, der rund 3,2 Millionen Euro kosten wird. Bauherr des Gebäudes ist die Bundesanstalt für Bundesimmobilien (BIMA), die die Firma Wolf & Sofsky aus Zweibrücken als Generalunternehmer für das Projekt beauftragt hat. Bis Ende des Jahres soll das neue Gebäude unter Dach sein, damit dann im Trockenen der weitere Innenausbau erfolgen kann, hatte der Ortsbeauftragte des THW, Klaus Schwarzmüller mitgeteilt.

Die Pläne sehen vor, dass die neue THW-Heimat auf dem Platz der bisherigen Unterkunft entstehen, aber näher an die Pirminiusstraße heranrücken und deren Verlauf weitgehend und bis zur bestehenden Einfahrt des Feuerwehrgerätehauses folgen wird. Von der Pirminiusstraße aus wird ein langgezogener eingeschossiger Baukörper zu sehen sein, in dem die Büros und Funktionsräume untergebracht werden. Das Untergeschoss wird in die Böschung hineingebaut und kann so von Nord-Osten her ebenerdig angefahren werden. Hier entstehen  zehn Garagen für die Einsatzfahrzeuge des THW.

Mit dem Baubeginn geht eine Vorbereitungszeit von rund 10 Jahren zu Ende, findet eine fast  unendliche Geschichte nach vielen Gesprächen, nach zwei aus verschiedenen Gründen wieder verworfenen Planungen und vielen Enttäuschungen nun doch ein glückliches Ende. Zur Realisierung hatte es viele Ansätze, in die auch mehrfach der Präsident der Bundesanstalt THW, Albrecht Broemme, und MdB Anita Schäfer involviert waren, gegeben.

Schon seit Sommer vergangenen Jahres ist der THW-Ortsverband in einer Übergangsunterkunft in der Bahnhofstraße untergebracht. Die Helfer des THW hatten sie selbst  in einer mehrmonatigen Umbauphase für die Zwecke des THW hergerichtet. Trotz Umbau und aufwendigem Umzug in die provisorische Heimat war der Technische Zug zu jeder Zeit einsatzbereit. (ran)

 




Marco Weschler – „Hawaii ist für jeden Triathleten das Größte“

HAUENSTEIN. Da hat sich einer einen Traum erfüllt: Marco Weschler, in Hauenstein aufgewachsen und mittlerweile in Klingenmünster wohnender Triathlet, hat bei den  Ironman- Europameisterschaften in Frankfurt die Qualifikation für die Ironman World Championships auf Hawaai, die legendäre Mutter aller Triathlons, geschafft. „Hawaii ist für jeden Triathleten das Größte“, freut sich der  für den TV Hatzenbühl startende Athlet.

Am vergangenen, glühend heißen Sonntag war der 42-Jährige schon vor sieben Uhr in den Langener Waldsee gestiegen, hatte im fast 25 Grad warmen Wasser –wegen der hohen Temperaturen waren die etwas Auftrieb verschaffenden Neoprenanzüge untersagt- 3,8 Kilometer in 1:01:08 Stundenzurückgelegt, hatte dann mit dem Fahrrad nach einer Anfahrt von 15 Kilometern vom See nach Frankfurt zwei je 85 Kilometer lange Schleifen hoch Richtung Taunus und zurück nach „Mainhattan“ in 5:13:19 Stunden gestrampelt und schließlich einen Marathon auf einem Stadtparcours mit vier Runden zu je 10,5 Kilometern Länge mit einer Zeit von 3:43:48 Stunden absolviert.

„Beim Schwimmen habe ich mich sehr wohl gefühlt, bei der zweiten Runde auf dem Rad machte dann die Hitze und der Gegenwind enorm zu schaffen“, berichtet der  Familienvater, bei dem sich bald auch Magenprobleme einstellten, „vielleicht, weil ich bei der Hitze Unmengen getrunken habe“. Die erste Laufrunde sei „rund“ gelaufen, aber dann habe er sich „ins Ziel kämpfen“ müssen, erzählt er. Da sei die Unterstützung durch das riesige Publikum am Straßenrand sicher eine Hilfe. „Und nicht zuletzt hat mich auch die Anfeuerung der Familie ins Ziel getragen.“ Überhaupt: „Ohne die Unterstützung meiner Frau Nina wäre mein Hawaiitraum nicht möglich gewesen“, sagt Marco.

Im Ziel blieb die Uhr für den Pfälzer bei insgesamt 10:06:01 Stunden stehen. Das bedeutete in im Gesamtklassement den 107. Platz unter 2064 Startern. In der Altersklasse AK 40/44 belegte Weschler den 10. Platz. Und weil in dieser Altersklasse die elf besten Finisher die Quali schafften, brachte das Ergebnis das begehrte Ticket nach Hawaii. Nicht nur deshalb: „Der Ironman in Frankfurt ist eine ganz tolle Veranstaltung und macht einfach auch wegen des Ambiente Riesenspaß“, resümierte Weschler, der nach 2012 und 2017 zum dritten Mal am Main an den Start gegangen war.

Weschler, Familienvater und Abteilungsleiter bei Möbelbauer Nolte in Germersheim, ist eigentlich ein sportlicher „Spätberufener“:  „Ich habe erst als 29-Jähriger den Sport und da zuerst das Laufen für mich entdeckt.“ Am Hauensteiner Schwimmbad, wo er als Mitglied der DLRG öfter trainierte, traf er dann auf Harald Seibel,  Roland Messemer und Bernhard Scheib, die ihm den Triathlon schmackhaft machten. „Im Frühjahr 2007 habe ich mir ein Rad gekauft, habe trainiert und bereits im Frühsommer den Kurztriathlon in Mußbach (1,5 – 40 – 10) mitgemacht“, erinnert er sich. „Es lief zwar mehr schlecht als recht, vor allem der Aufstieg mit dem Rad zur Kalmit war schwierig. Aber es hat richtig Spaß gemacht.“

Und seither ist er begeisterter Triathlet. Vier bis fünf Wettkämpfe macht er pro Jahr. 2009 wagte er sich in Roth bei Nürnberg zum ersten Mal auf die Langdistanz (3,8 – 180 – 42), die er allerdings eher zögerlich –„alle zwei, drei Jahre ein Wettkampf“- angeht. Als Sieger absolvierte er den Sprint-Triathlon (0,5 – 20 – 5) in Schifferstadt, in Herxheim schaffte er es aufs Treppchen. Und in diesem Jahr wurde Marco in Maxdorf Rheinland-Pfalz-Meister seiner Altersklasse über die Mitteldistanz (2 – 85- 20).

Nach der Hitze-Tortur in Frankfurt legt er jetzt erstmal eine zweiwöchige Ruhephase ein, um dann wieder ins Training einzusteigen: Sein Trainingsplan sieht pro Woche drei bis sechs Kilometer Schwimmen im Herxheimer Waldbad, 300 bis 600 Kilometer mit dem Rad und 70 bis 100 Kilometer Laufen. Die Radkilometer summieren sich unter anderem deshalb, weil er den Weg zur Arbeit zumeist strampelnd zurücklegt. Am Wochenende ist er immer wieder auch in der alten Heimat –auf dem langen Aufstieg zum Hermersbergerhof beispielsweise- unterwegs, gerne aber auch auf den flacheren Strecken der Vorderpfalz. „Ich hoffe, dass ich  die Monate bis zum Abenteuer Hawaii gesund überstehe und das Training unverletzt absolvieren kann.“

Jetzt also beginnt die Vorbereitung auf Hawaii, wo das legendäre Rennen am 12. Oktober gestartet wird. „Der Ironman in Frankfurt mit seinen extremen Temperaturen hat ja schon einen Vorgeschmack auf Hawaii gegeben. Dort ist es möglicherweise noch heißer und vor allem schwüler. Es wird eine Herausforderung werden“, ist sich Weschler sicher, der Sponsoring für das Abenteuer Hawaii „wertschätzen würde“. Vor allem aber überwiegt jetzt die Freude: „Ich freue mich riesig darauf, dieses legendäre Sportereignis erleben zu dürfen, es genießen zu können und das Ziel in Kona als Finisher zu erreichen.“ (ran)




Die Hauensteiner Friedenskirche soll aufgegeben werden

HAUENSTEIN. Die Gremien der katholischen Pfarrei St. Katharina von Alexandrien haben beschlossen, die Hauensteiner Friedenskirche als Gottesdienstort aufzugeben. Wie Pfarrer Gerhard Kästel, der Ende des Monats seinen Ruhestand antritt, bestätigte, haben sich Gemeindeausschuss, Pfarreirat und Verwaltungsrat jeweils mehrheitlich für eine Aufgabe des Gotteshauses, das wohl abgerissen werden wird,  ausgesprochen.

Auf Anfrage informierte Pfarrer Kästel darüber, dass die Pfarrei in einem Schreiben an den Speyerer Bischof Karl Heinz Wiesemann um die Profanierung der Friedenskirche gebeten habe. Unter „Profanierung“ ist die Aufhebung als geweihtes Gotteshaus zu verstehen. Die Pressestelle des Bistums hat auf unsere Nachfrage mitgeteilt, dass der Antrag der Pfarrei in Speyer eingegangen sei: „Der Bischof wird dazu noch vom Priesterrat beraten und wird dann eine Entscheidung treffen. Einen Termin oder Zeitplan gibt es noch nicht“, ließ der Pressesprecher des Bistums, Markus Herr, wissen.

Die Kirche wird nicht nur einfach „stillgelegt“. Vielmehr hat die Deutsche Bischofskonferenz im Jahr 2003 für die Profanierung von Kirchen die Arbeitshilfe „Umnutzung von Kirchen – Beurteilungskriterien und Entscheidungshilfen“ vorgelegt. In dem knapp 30 Seiten umfassenden Papier wird auch der Ritus der Profanierung, die im Rahmen eines letzten Gottesdienstes vollzogen wird, genau beschrieben. Weil die Entscheidung zur Profanierung der Kirche in die Kompetenz des Bischofs falle, sei es „angemessen“, so lesen wir, dass „der Bischof selbst dem Gottesdienst anlässlich der  Profanierung vorsteht“.

Die Arbeitshilfe schlägt vor, dass in der entsprechenden letzten Messe, die „mit aller Feierlichkeit“ und in einer festlich geschmückten Kirche gefeiert werden soll, nach dem Schlussgebet das Profanierungsdekret des Bischofs verlesen wird. Danach wird das Ziborium, der Kelch mit den konsekrierten Hostien, aus dem Tabernakel geholt und auf den Altar gestellt, mit Weihrauch „inzensiert“ und schließlich in einer kleinen Prozession zum Portal der Kirche gebracht. Anschließend löscht der Bischof das „Ewige Licht“,  segnet die Gemeinde und entlässt sie. Der Auszug erfolgt in Stille.

Die Handreichung der Bischofskonferenz beschreibt auch, was mit den übrigen sakralen Gegenstände –dazu zählen unter anderem Altar, Ambo, Tabernakel, Taufbecken,  Beichtstuhl,  Kreuzweg,  gegebenenfalls auch Orgel und Glocken-  zu geschehen hat. Sie seien „aus der profanierten Kirche zu bergen und einer anderen liturgischen Verwendung zuzuführen“. Nicht zuletzt: „Das Material, aus dem der Altar errichtet wurde, soll nicht zu profanen Zwecken verwandt werden.“ „Wünschenswert“  sei, so schließt der Text, dass an dem Ort, wo die profanierte Kirche gestanden hat, „eine Gedenktafel bzw. ein Kreuz errichtet wird“.

Dass die Gremien der Pfarrei die Profanierung beantragt haben, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Dach und Fassade des 1972 eingeweihten Gotteshauses so immense Schäden aufweisen, dass zu deren Beseitigung rund 600.000 Euro aufzuwenden wären. Bei einer Pfarrversammlung am 10. März war die Gemeinde von der Pfarreileitung und vom bischöflichen Bauamt über die bauliche Misere informiert worden.

Dabei hatte sich auch unter den Pfarrangehörigen die Tendenz gezeigt, dass es auch vor dem Hintergrund der auch nach einer Sanierung weiterhin zu schulternden Folgekosten sinnvoll sei, das Sakralgebäude abzureißen (wir berichteten am 12. März). Ein Vorschlag aus der Mitte der Pfarrei, ein Hospiz einzurichten, wurde zwar geprüft, fand aber weder in den Gremien noch in Speyer Zustimmung.

Wie es nach der Profanierung weitergeht, das ließ Pfarrer Kästel, der am 31.07. von der Pfarrei verabschiedet wird, im Gespräch mit der Rheinpfalz noch offen. „Die Pfarrei wird erst nach der Profanierung, die wohl erst in einigen Monaten stattfinden wird, Gespräche mit der Ortsgemeinde aufnehmen können, wie weiter verfahren wird“, sagte er. Denn: Die Gemeinde hatte der Pfarrei das Grundstück zum Bau der Friedenskirche an der Waldenburger Straße geschenkt. Gespräche mit der Gemeinde über den zu erwartenden Abriss und die weitere Verwendung des Geländes wird dann Pfarrer Ulrich Nothhof, der am 01. September Kästel nachfolgt, führen. (ran)