Verbandsgemeinde Hauenstein fährt E-Auto

Foto: Bürgermeister Werner Kölsch stellte das neue E-Auto, ein Nissan Leaf, als Dienstfahrzeug der Verbandsgemeinde Hauenstein vor.(ran)

HAUENSTEIN. „Es ist nur ein kleiner Schritt, ja, aber ein Anfang und ein Beitrag zum Klimaschutz.“ So würdigte Bürgermeister Werner Kölsch die Inbetriebnahme eines E-Autos, das der Verwaltung der Verbandsgemeinde Hauenstein künftig als Dienstfahrzeug, für das Ordnungsamt und für Dienstfahrten beispielsweise, zur Verfügung steht.

Am Freitagnachmittag stellte der Verwaltungschef den weißen Nissan Leaf vor, in den die Verbandsgemeinde 23.179 Euro investierte. Das Fahrzeug bringt 110 kW (150 PS) emissionsfreie Leistung auf die Straßen. Wie Kölsch ausführte, habe das E-Auto eine Reichweite von 415 Kilometer innerorts und 378 Kilometer „kombiniert“.

Die 40 kWh-Batterie wird künftig an einer Wallbox, einer Ladeeinheit, die im Hof des Verwaltungsgebäudes installiert ist, aufgeladen. Eine Aufladung für das Fahrzeug dauere fünf bis sechs Stunden. Der Strom dafür kommt von der Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach und damit aus kostenloser Sonnenenergie. Der Nissan ist auch für eine Schnelllademöglichkeit über eine „Chademo“-Kupplung ausgerüstet: Damit kann der Wagen, beispielsweise an der Ladestation am TIZ binnen einer Stunde „vollgetankt“ werden.

Die Anschaffung des Nissan Leaf konnte durch das Förderprogramm Elektro-Mobilität des Bundesumweltministeriums gegenüber dem Listenpreis um 6.730 Euro günstiger abgewickelt werden. Aus einer von der Kreisverwaltung für die gesamte Pfalz durchgeführten Bundle-Ausschreibung war der Japaner als wirtschaftlichstes Angebot hervorgegangen. Außer Hauenstein habe in der Region auch die VG Thaleischweiler-Wallhalben und die Stadt Pirmasens das Angebot wahrgenommen. Der Nissan wurde von einem Zweibrücker Autohaus geliefert.

 

Das Fahrzeug ist übrigens mit einer Werbung für die Urlaubsregion Hauenstein beklebt: Ein Bild der Falkenburg im Licht der untergehenden Sonne mit dem Schriftzug „Urlaubsregion Hauenstein … fährt elektrisch“ ist auf der hinteren Tür angebracht. (ran)




Erneut Mannschaftswertung beim „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ gewonnen

Foto: Nach der Siegerehrung und mit Pokalen: (v.l.) Patric Schoenball, Francesca Klein, Tom Wittwers Freundin, Tom Wittwer, Dominic Memmer, Fabian Trapp. (ran)

HAUENSTEIN. Tom Wittwer und Fabian Trapp aus Dahn und der Hauensteiner Dominik Memmer, zu denen sich heuer der Wachenheimer Patrick Schoenball gesellt hatte, gewannen erneut die Mannschaftswertung beim „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ auf dem Nurburgring. Damit schaffte das Team aus der Pfalz am Samstag nach 2017 und 2018 das Triple. Rund zehntausend Teilnehmer –viele verkleidet -als Super- oder Spiderman beispielsweise, als Harlekin oder als Häftlingstruppe- waren bei winterlichen Bedingungen am Start.

Und wie in den Jahren zuvor zeigten die Pfälzer der Konkurrenz, wo „de Barthel de Moscht“ holt: Die Mannschaft gewann unangefochten und mit großem Vorsprung die Teamwertung. Patrick Schoenball siegte in der Einzelwertung, Tom Wittwer wurde Gesamtzweiter, Fabian und Dominic Memmer kamen unter den Top Ten ins Ziel: Ein grandioses Ergebnis für die Ausdauersportler bei der „Mutter aller Hindernisläufe“, wie sich der StrongmanRun gerne nennt.

Und heuer muss zuerst über das Wetter gesprochen werden: Am Samstagmorgen war die weltberühmte Rennstrecke in der Eifel unter einer fast zehn Zentimeter dicken Schneeschicht verschwunden – und das am 4. Mai. Der Schnee schmolz zwar bis zum Start am frühen Nachmittag weg. „Aber es war immer noch lausig kalt“, berichtete am Sonntag Dominic Memmer von kalten Regen- und Graupelschauern. Und Fabian Trapp bestätigte: „Die Kälte war der Hauptgegner.“ So hatten denn die Teilnehmer auch nichts gegen die Entscheidung der Jury einzuwenden, ein Hindernis –ein mit eiskaltem Wasser gefülltes 40 Meter langes Bassin- aus dem Parcours herauszunehmen. „Eine gute Entscheidung im Sinne der Teilnehmer“ kommentierte Tom Wittwer.

Stichwort Hindernisse: „Man lässt sich am Nurbürgring immer sehr vieles und auch sehr Fieses einfallen“, beschreibt Dominik die letztlich 19 Hindernisse, die zweimal zu passieren waren und bei denen Namen wie „Mount Neverrest“ oder „Stairway to Hell“ selbsterklärend sind. „Besonders fies“ sei „Matscho Matscho“ gewesen, wo man „tief im Schlamm einsank und kaum wieder rauskam“, Auch nicht von schlechten Eltern: die „Rutschpartie“, wo zunächst drei aufeinandergestapelte Überseecontainer zu erklimmen waren und dann eine Rutsche ins eiskalte und knietiefe Wasserbassin führte: „Das war ein Hindernis, das mich am Ende der ersten Runde wegen der Kälte völlig aus dem Rhythmus brachte. Danach brauchte ich einige Zeit, bis es wieder rund lief“, erzählte Fabian Trapp.

Trotz Kälte, trotz fieser Hindernisse: „Es war ein schöner Lauf“, fasst Fabian zusammen. Tom, der in den vergangenen Jahren Zweiter und Dritter geworden war, nannte die 24-Kilometer-Strecke diesmal „sehr lauflastig“, führte sie doch, wie Dominic berichtete, auch „über weitläufige Grasflächen und durch eine schöne Hügellandschaft. „Die Herausforderung war aber die Kälte“, sagte das Trio aus dem Wasgau unisono.

Ins Team der Wasgauläufer gesellte sich erstmals der 29-jährige „Youngster“ Patrick Schoenball aus Wachenheim, den die Freunde der Leichtathletik als hervorragenden Mittelstreckler des ABC Ludwigshafen und Bayer Leverkusen in Erinnerung haben. Er lief an der Spitze des Feldes sein Rennen und kam nach 1:44:02 Stunden ins Ziel, 13 Sekunden vor Tom Wittwer. „Ich hatte keine Chance, zu ihm aufzulaufen“, beschrieb Tom sein Rennen: „Da merkt man halt doch, dass man älter wird“, lacht der 37-jährige Polizist aus Dahn.

Für Fabian Trapp blieben die Stoppuhren nach 1:54:14 Stunden stehen, für Dominik Memmer nach 1:56:21 Stunden. Wobei bei den Ergebnislisten aktuell noch alles durcheinander geht, weil die verschiedenen Läufe in eine Liste gepackt wurden. „Ich müsste mit meiner Zeit Vierter oder Fünfter sein, Dominik Fünfter oder Sechster“, waren sich der Dahner Ingenieur ebenso wie der Hauenstein Dachdecker auch am Sonntagabend noch nicht über die endgültige Platzierung klar. Klar war nur, dass sie unter den TopTen ins Ziel gekommen waren.

Sei’s drum: Den Mannschafts-Sieg und die herausragenden Einzelplatzierungen feierte das Wasgau-Team übrigens mit einem besonderen Flasche Sekt. Die hatten sie bei der Rheinpfalz-Sportler-Wahl 2018 gewonnen… (ran)




Die „Kleiderstube“ wurde 25 Jahre alt

Foto: Das Team der Kleiderstube, die am 11. April ihr 25-jähriges Bestehen feiern kann: (v.l.) Anni Benz, Susanne Tausendfreundt-Pohl ,Viola Braun-Reichstätter, Maria Danner, Christine Memmer, Brigitte Gieger, Eva Welsch und Ulrike Ruppert. Beim Fototermin fehlten Edith Kurz, Marga Schmitt und Uta Winter. (ran)

HAUENSTEIN. Eine gleichermaßen segens- und hilfreiche Einrichtung feiert Jubiläum: Am 11. April 1994 –vor 25 Jahren- öffnete zum ersten Mal die „Kleiderstube“ im ehemaligen Bibliothekssaal des Pfarrhauses ihre Pforten. Und seither haben dort ungezählte Menschen Hilfe gefunden. Und beileibe nicht nur, wenn es um Kleidung ging.

Ein Team von 11 Frauen –zuletzt sind auch einige jüngere Mitarbeiterinnen dazu gestoßen- schultert mit vielen Ideen, großem Zeitaufwand, viel Herzblut und ausschließlich im Ehrenamt die anstehende Arbeit: Sie alle und die „Ehemaligen“ tragen mit der tatkräftigen Hilfe von Paul Deny und von dem einen oder anderen Ehemann, der sie bei handwerklichen Aufgaben unterstützt, zu einer nun ein Vierteljahrhundert währenden Erfolgsgeschichte bei. „Und wir können auf diese 25 Jahre mit Stolz schauen“, sagen die Frauen – mit Recht.

Das Prinzip, nach dem die Kleiderstube arbeitet, ist sehr einfach. Gespendete und gut erhaltene Kleidungsstücke – von der Säuglingsausstattung und Oberbekleidung über Schuhe, Wäsche, Handtücher, Mäntel und Jacken bis hin zum Hausrat- werden gegen einen kleinen Obolus abgegeben. Manch einer der 40 bis 50 „Kunden“, die montags zwischen 14.30 Uhr und 17 Uhr zur Kleiderstube kommen, hat über das schwarze Brett ein Fahrrad gefunden. Auch Möbel oder andere sperrige Gegenstände konnten so vermittelt werden. Die Kleiderstube ist offen für alle, Flüchtlinge und sozial Benachteiligte finden hier immer wieder Hilfe.

Es sind zum Teil „hochwertige Sachen“, die aus Hauenstein, aber auch aus anderen Orten der Region in der Kleiderstube angeliefert werden. Oft stammen sie, wie die Mitarbeiterinnen erzählen, aus  Haushaltsauflösungen, oft kommen Kleider, weil im modisch orientierten Kleiderschrank kein Platz mehr war. „Die Leute haben Vertrauen zu unserer Einrichtung“, stellt Anni Benz fest, bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen: „Sie wissen, dass die Kleider hier am richtigen Ort sind und sinnvoll weiterverwendet werden.“ Die Preise sind niedrig und so festgesetzt, dass „deutlich wird, dass die angebotenen Sachen einen Wert haben und die Besucherinnen und Besucher sich nicht als Almosenempfänger fühlen müssen“.

Trotz der sehr moderaten Preise kommt einiges zusammen. Und jeder Euro, der sich in den Kassen sammelt, kommt wieder Bedürftigen zugute. Zum Teil namhafte Spenden flossen und fließen an Menschen in Not. Alle vier Wochen trifft sich das Team, um über  Organisatorisches zu sprechen und regelmäßig auch darüber zu diskutieren, wie die Gelder verwendet werden: Nutznießer sind einheimische Einrichtungen wie die Kindergärten, die Jugendarbeit der Pfarrei oder der Hauensteiner Chile-Freundeskreis und die Aktion Afrika.

Auch die Frauenhäuser in Pirmasens und Landau und der Klosterhof Pirmasens oder eine in Kalkutta wirkende Ärztin, die Aktion „Mütter in Not“ und Kinder aus Tschernobyl konnten sich schon über Spenden und Unterstützung aus der Kleiderstube freuen. Wichtig sei aber auch: „Wenn wir von einer Notsituation im Ort oder in der Umgebung hören, hat das immer Vorrang“, berichtet Marga Schmitt. Dass man immer in der Lage ist zu helfen, dazu tragen auch der große Flohmarkt zum Pfarrfest und die beiden „kleinen aber feinen Basare“ zu Ostern und Weihnachten bei.

Wichtig ist dem Team die „Nähe zur Kirche“. Die räumliche Nachbarschaft –die Kleiderstube liegt im Schatten der Christkönigskirche- sei hier durchaus als Zeichen zu verstehen: Die Einrichtung, die aus dem Caritas-Ausschuss des damaligen Pfarrgemeinderates hervorgegangen ist, kann Menschen, die oft „kirchenfern“ aufgewachsen sind, Kirche und Glauben an einem ganz konkreten Beispiel erfahren lassen.

Und die Besucherinnen und Besucher wissen das auch zu schätzen: Für sie ist auch wichtig, dass sie mit der Kleiderstube einen Ort der Begegnung vorfinden, wo Erfahrungen ausgetauscht werden, Tipps weitergegeben, stolz Neugeborene gezeigt und –manchmal- auch das Heimweh der ausländischen Besucher gemildert wird, weil sie hier mit Landsleuten zusammentreffen können. Manchmal gibt’s als kleines Dankeschön einen Blumenstrauß, manchmal einen selbstgebackenen Kuchen. Und: Manche Besucher, die aus Hauenstein weggezogen sind, schauen nach Jahren mal wieder in der Kleiderstube vorbei.

 

Wie gesagt: Montags zwischen 14.30 Uhr und 17 Uhr hat die Kleiderstube geöffnet: Dann können auch saubere und tragbare Kleidungsstücke gebracht werden. „Und da sind wir sehr dankbar, dass uns die Bevölkerung so großzügig unterstützt und uns hilft, anderen Menschen das Leben leichter zu machen“, sagen die Frauen.

Zum Team der Kleiderstube zählen Anni Benz, Viola Braun-Reichstätter, Maria Danner, Brigitte Gieger, Edith Kurz, Christine Memmer, Ulrike Ruppert, Marga Schmitt, Eva Welsch, Susanne Tausendfreundt-Pohl und Uta Winter. Für die regelmäßige tatkräftige Unterstützung sind die Aktiven auch Paul Deny dankbar, der immer da ist, wenn kräftige Arme gebraucht werden.

Und da war noch…

…die Geschichte vom Mantel der Helferin. Sie hatte ihn zu Beginn der Öffnungszeiten abgelegt. Eine Kundin fand Gefallen und wollte das gute Stück gerade bezahlen, als die eigentliche Besitzerin aufmerksam wurde und den Deal gerade noch verhindern konnte. Nicht mehr rückgängig zu machen war aber der Verkauf des Rucksacks, den eine Kundin abgestellt hatte. Das praktische Teil gefiel einer anderen Kundin, die ihn im Eifer des Gefechts bezahlte und mitnahm. Aber auch hier konnte die die Situation bereinigt werden: Für das versehentlich verkaufte Teil konnte schöner Ersatz –sogar aus echtem Leder- besorgt werden.

 




Das Hauensteiner DRK ehrt Blutspender

Foto: Beim DRK Hauenstein wurden treue Blutspender geehrt. Unser Foto zeigt von links den DRK-Vorsitzenden Bernhard Rödig, Bereitschaftsleiterin Maria Zimmermann, Thomas Weber (100 Blutspenden), Friedrich Kiefer (125), Elke Feith (100), Raimund Bergdoll (100), Ullrich Cuntz (125) und Michael Zimmermann, den stellvertretenden Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes Südwestpfalz (ran)

HAUENSTEIN. Gleich sechs Blutspender, die mehr als 100 Mal von ihrem Lebenssaft spendeten, konnte der Ortsverein Hauenstein des Deutschen Roten Kreuzes bei einem Ehrenabend für die Spender im DRK-Haus in der Waldstraße auszeichnen. Freilich musste man mit Bedauern konstatieren, dass die Zahl der Blutspender auch in Hauenstein zurückgeht.

Als Vertreter des DRK-Kreisverbandspräsidenten sprach Michael Zimmermann ein Grußwort und würdigte die Leistungen der Spender, die allesamt dazu beitragen, Mitmenschen in schwierigen gesundheitlichen Situationen zu helfen. Zimmermann lobte das eingespielte Helferteam, ohne dessen Engagement die Blutspendetermine nicht möglich wären.

Mit Bedauern ging Zimmermann auf statistische Daten ein, die belegen, dass die Bereitschaft zur Blutspende nachlässt. Waren 2017 noch rund 600 Personen bei den vier Hauensteiner Terminen erschienen, so musste man 2018 einen Rückgang um 50 Spender registrieren: „Hoffen wir, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt“, sagte Zimmermann. Er verwies auf das kreisinterne Ranking der Blutspendezahlen, bei dem Hauenstein hinter Dahn und der Stadt Pirmasens gemeinsam mit Rodalben auf den dem dritten Platz liegt.

Ortsbürgermeister Bernhard Rödig, der auch als Vorsitzender des Ortsvereins fungiert, hatte die Gäste begrüßt und war auf die Geschichte des Blutspendens eingegangen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Wiener Arzt Karl Landsteiner in den Jahren 1901 und 1902 die Blutgruppen A, B und 0 entdeckte, war der Grundstein für die moderne Transfusionsmedizin gelegt. Der erste Bluttransfusionsdienst wurde in London im Oktober 1921 gegründet – schon damals mit Hilfe freiwilliger und unbezahlter Spender. Auch damals war das Rote Kreuz  federführend beteiligt. Heute spielt das gespendete Blut eine oft lebensrettende Rolle in der modernen Medizin.

Das Hauensteiner DRK führt pro Jahr vier Blutspendetermine durch, wobei das ärztliche Fachpersonal vom Blutspendedienst West des DRK gestellt wird. Die Organisation vor Ort wird von einem eingespielten Team ehrenamtlicher Helfern des Ortsvereins geleistet. Pro Termin spenden bis zu etwa 150 Personen Blut, die während des gesamten Verfahrens von besonders geschulten Personen betreut werden. Federführend sind hier Maria Zimmermann und Birgit Becker. Die beiden Hauptakteure der Blutspendetermine wurden mit einem Präsent für dieses ehrenamtliche Engagement geehrt.

Folgende Personen wurden –zum Teil in Abwesenheit- als treue Blutspender mit Urkunden und Präsenten geehrt:

150 Blutspenden: Karl Ernst

125 Blutspenden: Ullrich Cuntz, Friedrich Kiefer

100 Blutspenden: Thomas Weber, Raimund Bergdoll, Kerstin Hahn, Elke Feith

75 Blutspenden: Helmut Seibel, Margit Schmitt, Thomas Kustes, Edith Martens, Petra Memmer, Karl-Heinz Getto

60 Blutspenden: Ernst Bosch, Helmut Scheib, Bernhard Öhl, Bernd Jung, Annerose Feith, Martin Kämmerer

50 Blutspenden: Eva Maria Sternberger

40 Blutspenden: Dominic Fuchs, Roger Busch, Heidi Baque, Christian Wilhelm

25 Blutspenden: Agnes Braun, Verena Edrich, Andreas Haber, Madeleine Valenzik, Michael Adam, Erich Mandery

10 Blutspenden:   Thomas Neuschl, Stefanie Dums. Franz Schaller, Patrick Leisinger, Patrick Weißler, Karla Kreuzburg, Stefanie Peter, Indirani Poobalasingam, Zissy Seibel (ran)




43 Jahren Dienst als Erzieherin und „Chefin“ auf dem Hauensteiner Zimmerberg

Foto: Nach 43 Jahren als Leiterin der Kita St. Hedwig wurde Rita Hammer sehr herzlich in den Ruhestand verabschiedet. Zum Abschied gab’s eine Wellnessliege samt “Zubehör”. Mit “ihrer” Rita durften auch die Kinder probeliegen. (ran)

HAUENSTEIN. „Ich heiße Rita – und leite eine Kita“. Seit 1976 konnte sich Rita Hammer so gereimt vorstellen. Seit Anfang April  freilich ist es damit vorbei. In einer herzlichen Feier wurde die Leiterin der Kita „St. Hedwig“ in den Ruhestand verabschiedet – nach 43 Jahren Dienst als Erzieherin und „Chefin“ auf dem Hauensteiner Zimmerberg. Eine Erfolgsgeschichte.

Ihre Anfänge im „Kindergarten“ waren eher skurril: „Es waren 60 Kinder da und keine ausgebildete Erzieherin“, erinnert sich die gebürtige Hauensteinerin, die in Landau heimisch geworden ist. „Ich hatte gerade meine Ausbildung in Speyer abgeschlossen. Also  war ich mit 21 Jahren Leiterin. Nur hat’s mir keiner gesagt“, beschreibt sie die pragmatische Lösung des damaligen Pfarrers Otto Ernst: „Offiziell bin ich nie zur Leiterin der Einrichtung ernannt worden.“

43 Jahre, bis zum vergangenen Freitag, leitete sie die Kita, die sich mit Rita Hammer in der Verantwortung ein ganz besonderes Profil erarbeitete. Und deren Weg durch mehr als vier Jahrzehnte geprägt wurde von vielen „Meilensteinen“, die ihre Mitarbeiterinnen in einem „Portfolio“, das sie bei der Verabschiedung überreichten, in Erinnerung riefen: „Es wird dir   sicher manches Lächeln ins Gesicht zaubern“, war sich Ritas Stellvertreterin und Nachfolgerin Andrea Gerst sicher.

Einige der ganz besonderen Meilensteine in einer „guten, erfüllenden, manchmal auch anstrengenden Zeit“, wie die scheidende Kita-Leiterin ihre Dienstjahre beschreibt, müssen erwähnt werden: Beispielweise der große Umbau 1992, der mit einem finanziellen Aufwand von 1,6 Millionen Mark aus dem schlichten Zweckbau der frühen Sechzigerjahre ein funktionales und den gewachsenen Ansprüchen der Zeit entsprechendes Gebäude machte. Ab 1996 konnte in der Kita ein Mittagessen angeboten werden – damals eher eine Ausnahme. Zunächst nahmen zehn Kinder das Angebot wahr, heute werden 40 Essen zubereitet.

Thema Essen: Unter dem Slogan „Kita isst besser“ setzt man auf dem Zimmerberg einen Schwerpunkt auf gesunde Ernährung. „Damit wollen wir bei den Kindern eine Basis  für bewusstes Ernährungsverhalten und einen gesunden Lebensstil schaffen“, beschreibt Rita Hammer diesen Aspekt ihrer Arbeit, die, wie sie immer wieder betont, von einem „tollen Team“ mit zwölf pädagogischen und drei Mitarbeitern im hauswirtschaftlichen Bereich mitgetragen wurde. „Regional, saisonal und frisch“, so sei die Küche in der Kita zu beschreiben. 5.000 Euro Preisgeld war der Deutschen Gesellschaft für Ernährung diese beispielhafte Gesundheitsprävention wert.

Zur Gesundheit zählt auch regelmäßige Bewegung: Schon 2006 erhielt die Kita das Siegel „Bewegungskindergarten“: „Bewegung ist ein wichtiger Motor der kindlichen Entwicklung“, weiß Rita Hammer. „Fast jeden Tag, oft mehrmals am Tag“ seien die Kinder im Freien, spielen und bewegen sich dort. „Ein Segen“ sei das „Riesenaußengelände“ mit rund 6.000 Quadratmetern Fläche, mit eigenem Wald, Wasserspielplatz, Kletterwand und Bolzplatz. „Unsere Angebote in Bewegung und Spiel unterstützen die ganzheitliche Entwicklung der Kinder“, weiß sich Rita Hammer einig mit ihren –nun ehemaligen- Mitarbeitern, zu denen übrigens auch ein „Naturtrainer“ zählt, der die Kinder einmal pro Woche in den Wald begleitet.

Die Kita arbeitet auch mit einer französischen Muttersprachlerin. Und so konnten die Kinder ihrer scheidenden Rita auch in französischer Sprache „Tous les jours Dimanches“ („Alle Tage sollen Sonntage sein“) wünschen. Und auch gebetet wurde in deutscher und französischer Sprache. „Die religiöse Erziehung ist bei uns Prinzip“, sagte Rita Hammer.

„Alle hier im Hause haben dich sehr lieb“, hatten die Kleinen in ihrem „Lied zum Ruhestand“ über „die Rita“ gesungen. Und dieser Satz beruht auf Gegenseitigkeiten. „Mir war es in all den Jahren wichtig, dass sich die Kinder bei uns angenommen und geliebt fühlen – so, wie sie sind“, beschreibt sie ihr pädagogisches Credo, das sie durch die Jahrzehnte begleitet hat. Das gelte auch für die Eltern, die „uns ja ihr Liebstes anvertrauen“: Und das sei ein guter Weg, auch im Umgang mit den Erwachsenen: „Ich habe viel Wert auf gute Kontakte und gute Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt und gemeinsam mit ihnen viel erreicht.“

Und so könne sie sich auf den Ruhestand richtig freuen: „Mir wird die Arbeit mit den Kindern fehlen, die bis zum letzten Tag große Freude gemacht hat. Nicht vermissen werde ich aber den Wust an bürokratischer Arbeit, der von uns verlangt wird.“ Im Ruhestand wolle sie es zunächst mit Loriot halten: „Ich möchte einfach nur so da sitzen.“ Dass das sehr gemütlich gelingt, dafür hatten die Mitarbeiterinnen, der Träger und die Eltern gesorgt: Als Abschiedsgeschenk gab’s eine feine Wellnessliege samt „Beilagen“, die das „Faulenzen“ angenehm machen.

Rita Hammers weiterer Plan für den Ruhestand: Nach einer ersten „Phase des Faulenzens“ wolle sie „den Tag neu strukturieren“, sich um „Garten und Gatten“ kümmern, wolle „laufen und wandern“ und „die Natur erleben“, bei uns, in den Bergen oder an der Nordsee… (ran)




Bürgermeister Werner Kölsch würdigte die Arbeit der Feuerwehren der VG Hauenstein

HINTERWEIDENTHAL. „Sie gehen für uns durchs Feuer!“ So würdigte Bürgermeister Werner Kölsch die Arbeit der Feuerwehren der VG Hauenstein. Bei einem Ehrenabend in Hinterweidenthal wurden Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen ausgesprochen. Neben rund 100 Wehrleuten und Vertretern anderer Hilfsorganisationen konnte Kölsch auch Landrätin Susanne Ganster begrüßen.

Der Bürgermeister bedankte sich „im Namen der politischen Gremien und der Bürgerschaft“ für die  freiwillige und ehrenamtliche Arbeit: „Sie sind pausenlos einsatzbereit, um im Notfall alles stehen und liegen zu lassen, damit anderen geholfen werden kann“, lobte er den Einsatz  der Floriansjünger. Es sei selbstverständlich, dass die Verbandsgemeinde als Träger die Wehren so ausstatte, dass sie die „Bürgerinnen und Bürger jederzeit vor Gefahren –sowohl im Brandfalle als auch bei technischer Hilfe- schützen und ihre Aufgaben schnell und effektiv erfüllen können“. Wichtig seien „neben der richtigen Einsatzstruktur auch modernstes technisches Equipment“, das „ziemlich kostspielig“ sei. Die politisch Verantwortlichen seien „gerne bereit, die dafür notwendigen Mittel – von den Fahrzeugen über die Feuerwehrhäuser bis hin zur persönlichen Ausstattung- bereit zu stellen.“

Neben der funktionalen Ausrüstung sei auch das „Netzwerk zwischen den einzelnen Sicherheitspartnern auf den verschiedenen Verwaltungs- und Einsatzebenen“ bedeutsam. Die Feuerwehren nähmen in diesem Netzwerk wegen ihrer örtlichen Einbindung und der damit einhergehenden flächendeckenden Präsenz eine wichtige Funktion wahr. Wichtige Sicherheitspartner seien insbesondere das THW, die Sanitätsorganisationen, der Rettungsdienst sowie die Polizei des Landes und des Bundes.

Im Ernstfall, so Kölsch, müsse dieses Zusammenspiel funktionieren. Das sei in Anbetracht der „gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und demografischen Wandlungsprozesse“ eine Aufgabe, der man sich auch in Zukunft stellen müsse. Erfreut kommentierte Kölsch die Existenz von Bambini-Feuerwehren in Hinterweidenthal, Wilgartswiesen und Lug/Dimbach sowie verschiedener Jugendfeuerwehren, die für entsprechenden Nachwuchs sorgten.

Grußworte richtete auch Wehrleiter Johannes Seibel an die Feuerwehrleute. Landrätin Susanne Ganster ehrte Feuerwehrmitglieder für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit mit Urkunden und Feuerwehr-Ehrenzeichen und sprach auch im Namen von Innenminister Roger Lewentz Dank und Anerkennung aus.

Verpflichtungen: Max Stöbener (Darstein), Steffen Klein (Lug), Nils Leicht (Hofstätten)

 

Beförderungen:

 Feuerwehrmann/frau: Hannah Grimm (Schwanheim), Max Hochdörfer (Spirkelbach), Felix Eyer, Maurice Rapp, Christine Weißenborn, Lea Lanowski (alle Wilgartswiesen), Marvin Wittner (Darstein)

Oberfeuerwehrmann/frau: Kevin Stöbener (Darstein), Marius Reichert, Christoph Schöffel (beide Hauenstein), Michael Eck, Michael Praecker, Frank Meßmer (alle Wilgartswiesen), Ralf Wörzler (Hofstätten)

Hauptfeuerwehrmann/frau: Jonas Menzel (Hauenstein), Dustin Steigner (Schwanheim), Dirk Hoske (Wilgartswiesen)

Löschmeisterin: Tina Schoch (Wilgartswiesen)

Oberlöschmeister: Andreas Draxel (Hinterweidenthal), Lorenz Steigner (Schwanheim)

Hauptbrandmeister: Dennis Zick (Hinterweidenthal)

 

 

 

Bestellungen:

Jugendfeuerwehrwart Hauenstein: Nicolas Engel, Stellvertreterin Cindy Weinheimer

Kommissarischer stellvertretender Wehrführer: Dustin Steigner (Schwanheim)

 

Ehrungen:

10 Jahre: Frank Meßmer (Wilgartswiesen)

20 Jahre: Sonja Horn (Hinterweidenthal)

25 Jahre: Sascha Müller (Hinterweidenthal), Stefan Pecher jun. (Spirkelbach), Andreas Eyer (Wilgartswiesen)

30 Jahre: Timo Knorr (Wilgartswiesen), Dennis Zick (Hinterweidenthal)

35 Jahre: Jürgen Roth, Bernd Henninger (beide Hofstätten)

 




Ende April beginnt der Rückbau der alten THW Unterkunft

Foto: Die Tage der alten THW-Unterkunft, die einst als Werkstatt zur Jubo-Schuhfabrik gehörte, sind gezählt. Am 29. April beginnt der Abriss des Gebäudes, das einer neuen THW-Heimat weichen muss. (ran)

HAUENSTEIN. Auf diese Nachricht hat man beim Technischen Hilfswerk (THW) in Hauenstein seit Jahren gewartet: „Es geht endlich los“, teilt der Ortsbeauftragte Klaus Schwarzmüller „hocherfreut“ mit. Ende April beginnt der Rückbau der bisherigen Unterkunft in der Pirminiusstraße, an deren Platz dann in den nächsten Monaten ein Neubau als THW-Heimat entstehen soll.

Bauherr des Gebäudes ist die Bundesanstalt für Bundesimmobilien (BIMA), die die Zweibrücker Firma Wolf & Sofsky aus Zweibrücken als Generalunternehmer für das Projekt beauftragt hat. Wie das THW mitteilte, beabsichtige das Bauunternehmen, am Montag, 29. April 2019, mit den Abrissarbeiten an der bestehenden THW-Unterkunft zu beginnen.

Nach dem Abriss aller auf dem Grundstück befindlichen Gebäudeteile werde auch die tieferliegende Hoffläche um etwa zwei Meter aufgefüllt. „Nach diesen Arbeiten soll gegen Mitte des Jahres das Planum fertiggestellt sein“, berichtet Schwarzmüller. Bis Ende des Jahres soll das neue Gebäude unter Dach sein, damit dann im Trockenen der weitere Innenausbau erfolgen kann.

Mit dem Baubeginn gehe eine Vorbereitungszeit von rund 10 Jahren zu Ende, zeigt sich der Ortsbeauftragte erleichtert: „Nach unzähligen Gespräche, zwei aus verschiedenen Gründen wieder verworfenen Planungen und vielen Enttäuschungen findet diese fast unendliche Geschichte nun doch ein absehbar glückliches Ende.“ Zur Realisierung hatte es viele Ansätze, in die auch mehrfach der Präsident der Bundesanstalt THW, Albrecht Broemme, und MdB Anita Schäfer involviert waren, gegeben.

Im August 2016  kam dann entscheidender Zug in die Sache: Die THW-Leitung in Bonn erteilte einen offiziellen „Beschaffungsauftrag“ an die BIMA, die ein Ingenieurbüro mit der Entwurfsplanung und der Kostenkalkulation beauftragte. Nach früheren Angaben der Bima soll das Gebäude rund 3,2 Millionen Euro kosten.

Die Pläne sehen vor, dass die neue THW-Heimat näher an die Pirminiusstraße heranrücken und deren Verlauf bis zur bestehenden Einfahrt für das Feuerwehrgerätehaus folgen wird. Von der Pirminiusstraße aus wird ein langgezogener eingeschossiger Baukörper zu sehen sein, in dem die Büros und Funktionsräume untergebracht werden. Das Untergeschoss wird in die Böschung hineingebaut und kann so von Nord-Osten her ebenerdig angefahren werden. Hier entstehen  zehn Garagen für die Einsatzfahrzeuge des THW.

Schon seit Sommer vergangenen Jahres ist der THW-Ortsverband in einer Übergangsunterkunft in der Bahnhofstraße untergebracht. Besonders stolz ist man darauf, so Schwarzmüller, dass der Technische Zug trotz der mehrmonatigen Umbau- und Umzugsarbeiten in die provisorische Unterkunft in dem ehemaligen Getränkemarkt, die man zuerst noch für die Zwecke des THW herrichten musste, zu jeder Zeit einsatzbereit gehalten werden konnte.

Beim THW sind derzeit 50 Helferinnen und Helfer aktiv. Unterbau ist eine Jugendgruppe mit 20 Jugendlichen im Alter von 10 – 17 Jahren sowie seit ein paar Jahren auch eine „Minigruppe“ mit 15 Kindern im Alter von 6 – 10 Jahren. Zur Bewältigung ihrer Aufgaben stehen den Hauensteinern im Moment acht Fahrzeuge und sechs Anhänger mit entsprechender Ausrüstung –unter anderem eine Netzersatzanlage sowie ein Werkstattanhänger- zur Verfügung. (ran)

 




Der Queichtalweg einzigartig in der Pfalz

HAUENSTEIN. Thomas  Engel, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Hauenstein, schlägt der Ortsgemeinde vor, für den Wander- und Spazierweg zur Queichquelle beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Siegel „Reisen für alle“ zu beantragen.  Der Queichtalweg sei, so Engel, „einzigartig in der Pfalz, vermutlich sogar in ganz Rheinland-Pfalz“.

In der Tat: Der Rundweg ragt wegen seiner Vielseitigkeit und seinem Abwechslungsreichtum aus der Vielzahl von Wanderwegen in der Region heraus. Er bietet sich an für eine -mit Pausen- knapp zweistündige Wanderung, die für Wanderer jeden Alters, und auch für Familien mit Kinderwagen sowie für Senioren und auch zumindest zum Teil für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Jogger, Walker und Radfahrer sind dort  auch immer anzutreffen.

Es ist ein rund fünf Kilometer langer Spazier- und Wanderweg, der sich durchgängig eben und ohne jede Steigung rechts und links entlang der jungen Queich bewegt. Weil es verschiedene Querspangen gibt, sind Spaziergänge von 20 oder 40 Minuten oder mit einer reinen Gehzeit von etwas mehr als einer Stunde möglich. Ausgangspunkt und Endpunkt ist der Parkplatz Farrenwiese am Ende der Dahner Straße.

Engel weist auf Besonderheiten am Rand des Weges hin: Da ist zum einen der Paddelweiher und die Paddelweiherhütte, die bald nach dem Start oder kurz vor dem Ziel zur Einkehr im Lokal oder im Biergarten einlädt. Unterwegs passiert man eine Fischzuchtanlage, wenig später den idyllischen Kirchwoog und erreicht schließlich die Queichquelle, wo eine Kneipp‘sche Wassertretanlage für Erfrischung sorgen kann. Unterwegs hat man schöne Ausblicke auf einige für den Wasgau so charakteristischen  Buntsandsteinfelsen. Am Startpunkt beherrscht das mächtige Burghaldermassiv den Blick, weiter südlich treffen wir auf den Wolfsfelsen und den hoch aufragenden Stephansturm.

Thomas Engel, der Hausherr im Traditionslokal „Ochsen“ ist, verweist auf den „Biblischen Weinpfad“ in Kirrweiler, der mit dem Siegel „Reisen für alle“ ausgezeichnet wurde, Er ist  der erste zertifizierte Wanderweg, der sich mit der  Bezeichnung „Barrierefrei geprüft – barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung und teilweise barrierefrei für Rollstuhlfahrer“ schmücken darf.

Ein Haken freilich ist der aktuelle Zustand des Weges am hinteren Talkessel: Bei der letzten Ratssitzung beklagte Ratsmitglied David Seibel den „traurigen Zustand“ des Wanderweges, der sich derzeit als „gefährliche Zumutung“ für Wanderer, Jogger und Radfahrer präsentiere. Ortschef Rödig hatte bekannt gegeben, dass der Weg hergerichtet werden solle, wenn das Holz aus dem hinteren Queichtal abgefahren sei. Das könne aber bis Mai dauern. (ran)




100 Jahre SCH

HAUENSTEIN. So fulminant und so abwechslungsreich, wie die eigene Geschichte war, so feierte der SC Hauenstein am Sonntag im proppenvollen Bürgerhaus sein 100-jähriges Bestehen: 250 Minuten lang blickte man zurück auf eine bemerkenswerte Vereinshistorie mit all ihren Höhen und Tiefen. Und man würdigte die Leistungen von ungezählten Ehrenamtlichen, die diesen Verein mit ihrer Arbeit geprägt haben.

Markus Kuntz, viele Jahre Präsident und später Geschäftsführer des SCH, vom aktuellen  Vorstandsvorsitzenden Christoph Keller, der zusammen mit seinen Mitvorsitzenden Steffi Dums und Udo Memmer den Festakt moderierte,  zur „SCH-Legende“ geadelt, ließ zunächst in einer mit vielen Bildern und Originaldokumenten unterfütterten Präsentation die facettenreiche Geschichte des Sportclubs Revue passieren (wir berichteten am Freitag, 22.03.).

Kuntz erzählte von den bescheidenen Anfängen auf einem Sportplatz, der ein Gefälle von 3,60 Meter und aus Holzstämmen zusammengezimmerte Tore aufwies, ebenso wie über die Tiefen in der B-Klasse und über die Höhen, in Ober- und Verbandsliga und beispielsweise auch im Pokal, wo das legendäre Match gegen den 1. FC Saarbrücken (1964: 3:6 n.V.) oder die knappe 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen 2016 zu jenen Ereignissen zählen, die „auf ewig ihren Platz in der Vereinshistorie haben werden“, wie Kuntz ausführte.

Kuntz‘ detaillierten Ausführungen lauschten Akteure und Protagonisten aus vielen Jahrzehnten SCH-Geschichte: Für die Gründergeneration stand Hans Naser, Sohn des Gründungsvorsitzenden Fritz Naser. Die Jungen, die den Kampf um den Klassenerhalt in der Verbandsliga noch nicht aufgegeben haben, waren ebenso da wie die „alten Kämpen“ aus den und die Generation ehemaliger Spieler, die jetzt Mitverantwortung im Verein übernommen haben. Und es fehlten nicht jene Spieler, die dem SCH überaus erfolgreiche Jahre in Ober- und Regionalliga bescherten.

Foto: Beim Festakt zum hundertjährigen Bestehen des SC Hauenstein ehrte Jürgen Veth vom SWFV Markus Kuntz, Carl-August Seibel, Udo Memmer, Christoph Keller, Hans Reck, Thomas Schächter und Alexander Seibel mit Ehrennadeln des Verbandes. (ran)

Ulrich Harde schilderte aus der Perspektive eines Beteiligten sehr launig und kurzweilig den Aufstieg des Vereins, der in einer beispielhaften Jugendarbeit gründete. Er erzählte augenzwinkernd von den umkämpften Spielen in der Jugend-Südwestliga unter Bernd „Sandmann“ Rubeck, wo oft zum Mittagsgeläut der Christkönigskirche der Schiedsrichter zum entscheidenden Elfmeterpfiff genötigt wurde. Und er ließ an den Erlebnissen in den großen Regionalligastadien in Aachen, Münster oder in Essen teilhaben. Ein kleiner Film hatte zuvor an das SCH-Highlight erinnert, als die „Zimmermänner, Schlosser, Drucker, Postangestellten und Studenten aus dem Dorf gegen die Vollprofis aus der Stadt“ –wie Harde sein Team beschrieb- antraten und vor 10.000 Zuschauern RWE ein 2:2 abtrotzten. .

Drei Jahre kickte der SCH mit Außenverteidiger Ulrich Harde in der Regionalliga mit einer  anderen Fußballwelt und Fans, mit denen „einige Scharmützel“ auszutragen waren und vor denen sich manches Geschäft in Hauenstein schützte, indem es einfach schloss… In Hardes Vortrag, der übrigens im Festbuch nachzulesen ist, wird vom „SCH-Geist“ erzählt, der Mannschaft und Umfeld prägte, und viel von dem „verschworenen Haufen“ berichtet, der die Erfolge unter Trainer Wendelin Guster und „Manager“ Jürgen Lejeune erreichte.

Eine weitere Perspektive brachte Carl-August Seibel, 19 Jahre lang Präsident und nach wie vor Hauptsponsor, in die Festveranstaltung ein. Im SCH-Trikot beschrieb er die „einzigartige emotionale Seite“ des Fußballs, der „Höhen und Tiefen, Siege und Niederlagen, Freude und Trauer, Jubel und Zorn, Dankbarkeit und Stolz“ erleben lässt. Den Vorsitz habe er als „Fußballlaie“ übernommen und habe das Amt nur „dank eines guten Teams um mich herum“ ausfüllen können. „Selbstdarstellung liegt mir fern, für mich zählt Herzblut und Engagement“, konstatierte er. Und er habe „beim SCH so viel erlebt, was ich nicht missen möchte“, sagte Seibel und versprach: „Ich bleibe dabei, weil ich auch stolz bin auf den SCH als Fußballverein und als gesellschaftliche Institution in Hauenstein.“

Für die Ortsgemeinde gratulierte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig: Er nannte den SCH eine „sportliche, soziale und kulturelle Institution mit toller fußballerischer Karriere“ und hob die Jugendarbeit hervor: Sie nutze „dem Verein und uns allen“. Bürgermeister Werner Kölsch bescheinigte dem SCH, dass er es verstanden habe, „Tradition und Fortschritt in einem gesunden Verhältnis“ zu pflegen. Für den Landkreis gratulierte der Kreisbeigeordnete und MdL Christof Reichert: Der SCH sei ein „Aushängeschild der Region“.

Auch Landtagsmitglied Alexander Fuhr, Gerhard Schreiner vom Sportkreis Südwestpfalz, Rainer Bieling vom Sportbund Pfalz und Jürgen Veth vom SWFV schlossen sich der Gratulationscour ebenso an wie zahlreiche Vereine aus dem Dorf und Fußballclubs aus der Nachbarschaft.

Der Saal des Bürgerhauses war dem Anlass entsprechend überaus ansehnlich dekoriert – unter anderem mit Fußballschuhen aus früherer Hauensteiner Produktion, vom „Grouße Hermann“ etwa oder vom „Pohle Guschdav“. Für einen stimmigen musikalischen Rahmen sorgten Oli Dums und Markus Lutz-Lewandowski mit Titeln wie „The Boxer“ oder „Annie’s Song“. Reißenden Absatz fand die Jubiläumschronik, die 390 Seiten umfasst und ein schillernd farbiges Bild der SCH-Geschichte zeichnet.

 




Bau der neuen Kita soll nochmal in die Bauausschusssitzung

Foto: Die ehemalige “Süddeutsche Schuhfabrik” wird abgerissen, an ihrer Stelle entsteht die neue Kita “St. Elisabeth”. Die neuen Pläne sehen vor, dass der Baukörper rund 18 Meter an die Dahner Straße (im Vordergrund) heranreicht. Zwischen Straße und Gebäude entsteht ein Spielbereich für U3-Kinder (ran)

HAUENSTEIN. Es war schon eine dicke Überraschung, die die Hauensteiner Ratsmitglieder am Donnerstagabend erlebten: Eigentlich sollten sie die Genehmigungsplanung zur neuen Kita in der Dahner Straße, die nach neuen Berechnungen 4,35 Millionen Euro kosten wird, verabschieden. Indes: Ulrich Sauerbaum und Thomas Weisgerber aus dem Lauterer Büro hort+hensel legten dem Rat einen Entwurf vor, der den Baukörper –anders als bei den im Januar besprochenen Plänen- deutlich nach Süden und näher an die Dahner Straße rückt.

Bisher war man davon ausgegangen, dass die Kita in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulhof der Grundschule an der nördlichen Grenze des Grundstücks, auf dem noch die ehemalige „Süddeutsche Schuhfabrik“ steht, errichtet wird. Dem Gebäude vorgelagert war nach den bisherigen Überlegungen ein großer terrassierter Spielbereich, der bis zur Dahner Straße reichen sollte .

Das freilich sei nach einer genauen Vermessung und Aufnahme der Topographie so nicht machbar: Die „Höhenstaffelung“ habe sich als ungünstig erwiesen und es würde auch einigen baulichen Aufwand erfordern, die notwendigen Grenzabstände einzuhalten, erläuterten Sauerbaum und Weisgerber den überraschten Räten die neue Situation.

Der Vorschlag der Architekten zur Lösung der Problematik: Der Baukörper der Kita, der sechs Gruppen umfassen wird und dessen Zuschnitt weitestgehend den bisherigen Planungen entspricht, rückt um 23 Meter nach Süden und um fünf Meter nach Westen. Im Süden bleibt dann Platz für einen kleineren Spielbereich für die U3- Kinder. Ein zweiter, deutlich größerer  Außenbereich ist nördlich des Gebäudes platziert und kann sowohl über eine Treppe an der Gebäudewestseite als auch ebenerdig aus dem Obergeschoß des Gebäudes erreicht werden.

Der Haupteingang der Kita wird von der Dahner Straße über dreimal zwei Treppenstufen erreichbar sein. Das rund 50 Meter lange Gebäude wird im Mittel 18 Meter von der Dahner Straße entfernt stehen. Der im rechten Winkel abspringende Anbau, der einen Sportraum aufnehmen wird, rückt bis auf vier Meter an die Dahner Straße heran. An der Dahner Straße werden -einer Busbucht ähnlich- acht Parkplätze geschaffen.

Von der Kirchstraße aus ist der Personalparkplatz mit acht Stellplätzen anzufahren. Von dort wird es auch einen barrierefreien Zugang zur Kita geben. Im Innern sorgt ein Aufzug für Barrierefreiheit. Energetisch „nähere“ sich das Haus, wie die Planer ausführten, dem Passiv-Haus-Standard.

Die „große Überraschung“ kommentierte Manfred Seibel (Grüne) mit der Feststellung, dass die Verschiebung des Baukörpers „viele Fragen stellt, die intensiver zu bedenken“ seien. Deshalb regte er eine Beratung der neuen Situation in einer Bauausschusssitzung an. Diese Sitzung, bei der auch energetische Fragen angesprochen werden sollen, wird in der zweiten Aprilwoche stattfinden.

Mit einigem Verdruss wurde an den Ratstischen auch die finanzielle Situation registriert. War man noch im Mai vergangenen Jahres vom Bau einer viergruppigen Kita mit Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro ausgegangen, so legten neuere Zahlen, die das Jugendamt der Kreisverwaltung vorgelegt hatte, den Bau einer sechsgruppigen Kita nahe. Im Januar waren dafür Kosten in Höhe von 3,85 Millionen genannt worden . Jetzt sollen die Gesamtkosten des Projekts inklusive Nebenkosten rund 4,35 Millionen Euro betragen.

Manfred Seibel fragte nach der Förderung des „wohl wichtigsten Zukunftsprojektes der Gemeinde“. Der Rat wirkte einigermaßen ernüchtert, als Ortsbürgermeister Bernhard Rödig mitteilte, dass nach dem „gegenwärtigen Stand“ lediglich Zuschüsse in Höhe von rund 800.000 Euro, die sich Land und Kreis teilen, zu erwarten seien. Kritisch äußerte sich Michael Zimmermann (CDU) über die Politik des Landes, das die Standards –beispielsweise mit dem neuen Kita-Gesetz- setze, „die Zeche aber die Kommunen bezahlen lässt“:  Das sei ein Verstoß gegen das schlichte Prinzip: „Wer bestellt, bezahlt!“ (ran)