„Mit dem Mofa durch den kulinarischen Jahreskreis“

HAUENSTEIN. Die „Zündkatzen“ sind als kommunikative, kreative, manchmal auch schräge Frauengruppe bekannt, die die Liebe zu den klassischen Mofas verbindet, die aber auch immer wieder abseits von Zweitaktern, von Schrauberei und Ausfahrten für eine Überraschung gut ist. Jetzt hat die Hauensteiner „Mofagang“ ein Kochbuch herausgegeben: Unter dem Titel „Mit dem Mofa durch den kulinarischen Jahreskreis“ und auf 114 hübsch aufgemachten Seiten geben sie Einblick, was Zündkatzen kochen und backen, mischen und brauen, essen und trinken…

Dass die Liebe zum Mofa, jenen in der Regel betagten Zwittern aus Fahrrad und Moped, die gerade mal 25 Sachen auf den Tacho bringen, und die Freude am Kochen zusammenfanden, hat einen einfachen Grund, wie wir lesen: „Jedes Mal, wenn etwas Entscheidendes im Leben der Zündkatzen geschieht, ist auch ein spezielles Gericht damit verknüpft“, heißt es im Vorwort. Und später: „Mofa bleibt Mofa. Ohne Elektronik. Retro. Analog. Und so geht es uns auch beim Kochen, Backen oder Bierbrauen. Selbst gebastelt funktioniert und schmeckt immer noch am besten!“

Ohne Expertise geht es freilich nicht: Mit Jule Backenstraß zählt schließlich auch eine gelernte Köchin zum Autorinnentrio. Die „Präsidentin“ der Zündkatzen wird als die „Gewürzmischung dieses Buches“ vorgestellt. Katrin „Katz“ Graf, die Lehrerin und Musikerin im Team, sorgt für auflockernde „Geschichten und Anekdoten“, die den Jahreskreis der „Zündkatzen“ bestimmen, und Mona Dech schließlich wird als „Kreative der Katzen“ beschrieben: Sie ist studierte Modedesignerin und mit für das Layout des Buches verantwortlich.

Zur Sache: Die "Zündkatzen"
Zu den Zündkatzen zählen außer dem Autoren-Trio sechs weitere junge Frauen. Seit ihrer Gründung 2013 ist die „Gang“ immer wieder gut für Aktionen, die Aufsehen erregen und auch auf breite Presseresonanz stoßen – bis hin zu „Spiegel Online“: So finanzierten sie über Benefiz-Veranstaltungen und über eine Crowd-Funding-Aktion einen Lift für ein behindertes Mädchen, sie organisierten ein „Mofastival“, zu dem zahlreiche Mofafreaks aus ganz Deutschland und der Schweiz in Hauenstein zusammenkamen, sie waren Teil einer „Doku-Soap“ von RTL und traten in der SWR-Show „Sag‘ die Wahrheit“ auf. Man darf gespannt sein, was als Nächstes kommt…(ran)

Die Seiten des Buches sind optisch bunt und abwechslungsreich gestaltet, bieten für jeden Monat neben den einleitenden Storys aus dem Zündkatzen-Leben jeweils meist den Jahreszeiten angepasste Aperitifs, Vor- und Hauptspeisen sowie einen Nachtisch: Sie werden mit der Zubereitungsdauer („Fahrzeit“), dem Schwierigkeitsgrad („Gelände“), mit Zutaten und Zubereitung vorgestellt. Fotos von Mofa-Events und von fertigen Gerichten ergänzen die Seiten.

Unter den vielen Rezepten findet sich Ausgefallenes wie der als „Helfer in allen Lebenslagen“ gewürdigte „Eisgutselschnaps“, der „auf einer Basis von 40 Stück Gletscher Eisbonbons“ angesetzt wird, Exotisches wie „McBeths Mangold-Linsen-Curry“, überaus Alltägliches wie Flammkuchen –freilich im „Zündkatzenstyle“- oder Ravioli „Katzengold“. Und es findet sich auch das eine oder andere aus der traditionellen Oma-Küche: die „Pälzer Grumbeersupp“ etwa und „Rostige Ritter“. Veganes ist dabei wie die „Bohnenburgerpatties“ und Fleischlastiges wie der Hasenbraten „Road Kill“, Scharfes wie die Pizza „I will survive“ oder Süßes wie die „Zimtkatzen“.

Ein Jahr lang habe man an dem Kochbuch gearbeitet und die Rezepte bei den verschiedensten Mofa-Ereignissen ausprobiert, berichtet Katrin Graf. Das Buch, das im Come-On-Media-Verlag in Gerlingen erschienen ist, wird über den Buchhandel vertrieben und ist unter der ISBN 978-3-946650-06-5 zu haben. Es kostet 15,50 Euro.




Außergewöhnlich, ausgefallen und speziell – das „Tallbike“

HAUENSTEIN. Manchmal, wenn man auf Hauensteins Straßen unterwegs ist, muss man schon zweimal gucken: Da taucht doch ein Fahrrad auf, dessen Fahrer knappe zwei Meter über dem Straßenniveau sitzt und aus dieser hoher Warte ein nicht alltägliches Gefährt sicher durch den dörflichen Verkehr dirigiert:  Wolfgang Seibel, Fahrrad- und Rollerexperte, Dauerläufer und Tüftler, liebt es, immer wieder auch mal mit eher exotischen Fahrzeugen unterwegs zu sein. Und das „Tallbike“, wie Fahrradenthusiasten das „hohe Rad“ nennen, ist nicht das einzige Rad aus Seibels Fundus, das auffällt…

Außergewöhnlich, ausgefallen und speziell: So lässt sich das „Tallbike“, mit dem Seibel ab und an die Straßen der Wasgaugemeinde befährt, beschreiben. Er hat es aus zwei aufeinander geschweißten  Rahmen zusammengesetzt. Und so wirkt es wie ein zweistöckiges Fahrrad.  Wie kommt man da in den hohen Sattel? Seibel zeigt’s: Er schiebt das Fahrrad an, steigt mit einem Fuß auf eine Rahmenstrebe, dann auf die Pedale, schwingt das Bein über den Sattel und schon sitzt er drauf.

„Das sieht alles viel komplizierter aus als es tatsächlich ist“, lacht er und zeigt’s gleich nochmals, ehe er mit dem Bike ein paar Runden im Ortszentrum dreht. Das Tretlager sitzt bei dem Tallbike etwa da, wo sich beim „normalen“ Fahrrad die Sattelstütze befindet. Die Kette läuft von dort nahezu senkrecht zum Ritzel am Hinterrad und treibt das Gefährt an, recht flott und „völlig problemlos“, wie Seibel erzählt.

Und wenn er so unterwegs ist, dann ist das „Doppeldeckerfahrrad“ schon ein besonderer Eyecatcher: „Passanten bleiben stehen, manche lächeln, andere grinsen, mancher zeigt den hoch gestreckten Daumen“, berichtet Seibel von Reaktionen, wenn er mit dem Fahrrad auftaucht. Und was sagt der „Freund und Helfer“? „Ich bin unlängst in eine Kontrolle geraten. Die Beamten haben das Bike sehr genau unter die Lupe genommen, haben nichts gefunden, was nicht erlaubt wäre und haben mich schließlich lachend weiterfahren lassen“, berichtet Seibel.

Denn: „Die Benutzung des öffentlichen Verkehrsraums mit Tallbikes ist erlaubt, solange die Vorschriften für ein verkehrstaugliches Fahrrad nach den einschlägigen Paragrafen der StVO eingehalten werden“, weiß Seibel. An dem Radel sei alles dran, was dran sein muss. „Also ist es verkehrstauglich…“

„Man muss halt vorausschauend fahren“, schränkt er ein. Das Rad sei aber „viel sicherer als man denkt“, sagt Seibel und nennt als Ursache dafür „das Trägheitsmoment. Ein Besenstiel sei z. B. auf der Fingerspitze wesentlich leichter zu balancieren als ein Bleistift, ein stehender langer Stab kippt langsamer als ein kurzer Stab“. Und so sei das Tallbike bei der Fahrt auch stabiler als ein herkömmliches Fahrrad und zeige kaum Kipptendenzen. Schwierig sei es allerdings, das Fahrrad auf etwas schwierigerem Terrain zu bewegen: Deshalb bastelt Seibel  derzeit an einem hohen Mountain-Tallbike, einer statileren und geländegängigen Version also.

Seibel, der sich auch in der regionalen Läuferszene einen Namen gemacht hat und mit dem Tretroller 2008 sogar Weltmeister und zuletzt im vergangenen Jahr Deutscher Meister geworden war, hat Spaß an außergewöhnlichen Gefährten. „Die sehen ja alle irgendwie spektakulär aus. Und ich habe Freude daran, das andere Fahrgefühl, das sie vermitteln, zu erleben und auszuprobieren.“

Und so finden sich in seinem Fuhrpark in seinem Fahrrad- und Tretroller-Fachgeschäft in der Hauensteiner Sommerstraße noch einige andere Spezialräder: ein Ruderrad beispielsweise, das durch einen Bewegungsablauf bewegt wird, der dem Rudern nachempfunden ist und bei dem der Fahrer auf einem „Schlitten“ sitzt oder ein „Elliptigo“, ein Rad mit elliptischem Antrieb, das die Laufbewegung nachahmt und dabei mit dem Rad ein stoßreduziertes  Lauftraining möglich macht. Oder ein Rennrad, das zusätzlich zum „normalen“ Pedalantrieb mit einer Handkurbel angetrieben wird. Oder ein „Lopifit“, ein Fahrrad ohne Pedale, dafür mit einem Laufband: „Da gehst du spazieren und fährst gleichzeitig Fahrrad“, lacht Wolfgang Seibel, der immer auf der Suche nach neuen Trends –viele kommen aus Holland und aus den USA- ist und, wie man sieht, immer wieder fündig wird. (ran)




Die Dachsanierung am Wanderheim „Dicke Eiche“ ist abgeschlossen

HAUENSTEIN. Gut 40.000 Euro hat der Pfälzerwaldverein Hauenstein in die Dachsanierung am Wanderheim „Dicke Eiche“ gesteckt. Die Arbeiten, die von der einheimischen Firma Keller in den beiden vergangenen Wochen ausgeführt wurden, sind weitgehend abgeschlossen. Lediglich das Gerüst ist noch abzuräumen.

Wie der PWV-Vorsitzende Raymund Burkhard mitteilte, seien beim Austausch von Dachfenstern im „Mittelteil“ der beliebten Waldgaststätte im vergangenen Jahr Schäden an der Dacheindeckung und der Dämmung offenbar geworden, die eine umfängliche Sanierung notwendig machten.

Auch die Lattung sei durch eindringende Feuchtigkeit morsch geworden und musste erneuert werden, die Bleche an den Dachgauben waren zu ersetzen. Das Dach der 1974 eingeweihten Hütte wurde mit Berliner Wellen neu eingedeckt. (ran)

 




Jahreshauptversammlung des TV Hauenstein

Gelände des THW Hauenstein

HAUENSTEIN. „Wir können stolz darauf sein, was unser Verein im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten leistet“,  konstatierte bei der Jahreshauptversammlung des TV Hauenstein der Vorstandsvorsitzende Markus Reichert. Er bezog diese Aussage zwar auf den sportlichen Bereich, sie ist aber in gleicher Weise gültig für das gesamte Vereinsleben des mit 1080 Mitgliedern größten Vereins der Verbandsgemeinde Hauenstein.

Reichert konnte den rund 40 Anwesenden einen erfolgreichen Rechenschaftsbericht vorlegen: „Unsere Infrastruktur befindet sich in einem guten Zustand, was insbesondere den vielen ehrenamtlichen Helfern zu verdanken ist“, konnte er feststellen. Sie pflegten -„oft ohne gefragt zu werden“ – das umfängliche Vereinsgelände mit Rasen- und Tennenplatz, mit Turnhalle und Außengelände. Die Sanierung von Rasen- und Hartplatz sei abgeschlossen. Rund 15.000 Euro habe man in einen neuen Rasentraktor investiert, wozu der Sportbund einen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro beisteuerte.

Auf der „to-do-Liste“ stehen der Einbau einer Nasszelle in eine neue Umkleide, die energieeffiziente Erneuerung der Heizungspumpentechnik, die Schaffung eines Spielplatzes im Außenbereich, sowie die Ertüchtigung der Kegelbahn im Untergeschoß der Turnhalle, deren Sportboden derzeit Probleme bereite, weil sich die Trennfugen auflösen. Hier sei man in Gesprächen mit der Fachfirma. Nach wie vor offen ist die Sanierung des Eingangsbereichs: Diese Maßnahme werde enorme Kosten verursachen, weswegen man sie vorläufig zurückgestellt habe.

„Sportlich sind wir sowohl im Leistungs- als auch im Breitenbereich mit einem guten Angebot und qualifizierten Übungsleitern sehr gut aufgestellt“, stellte Reichert fest. So sei der TVH auch ein Imageträger der Schuhgemeinde, wobei „nicht nur der Erfolg“ zähle, sagte Reichert. Wichtig sei auch das „lebendige Vereinsleben und das familiäre Miteinander“, eine Facette, die aber „nicht mehr so gelebt wird, wie wir uns das vorstellen“, schränkte der TVH-Chef ein.

Voraussetzung für einen funktionierenden Sportbetrieb seien gesunde Finanzen, betonte Reichert. Im wirtschaftlichen Bereich, der die nach wie vor in eigener Regie geführte Vereinsgaststätte und verschiedene Veranstaltungen umfasst, habe man –wie später auch Kassenprüfer Bernd Burkhard ausführte- im vergangenen Jahr allerdings spürbare Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

Ansonsten stehe der Verein auf finanziell gesunden Füßen und habe seine Darlehensverpflichtungen weiter deutlich reduzieren können. Kritisch merkte Reichert an, dass die von der Gemeindespitze eigentlich zugesagte zusätzliche Förderung –gerade für den TVH als Verein mit eigenen Sportanlagen- durch die Ortsgemeinde weiter auf sich warten lasse: „Bis heute habe ich keine positive Rückmeldung erhalten“,  sagte Reichert.

Wie lebendig und vielfältig der der Vereins aufgestellt ist, wurde deutlich durch die Berichte der einzelnen Abteilungen: Sie zeigten, in welcher Breite und Vitalität beim TVH Sport getrieben wird und wie viele Junge und Ältere sich hier bewegen. Sie ließen aber auch erkennen, dass gerade im traditionellen Kern des TVH, dem Turnen, auch überregionale Erfolge eingefahren wurden. Sportvorstand Alexander Meyer trug die Berichte mehrerer Abteilungen vor. Es berichteten Joachim Haag für die Badminton-Abteilung, Helmut Seibel für die Fußballer, Katja Spengler für die Handballdamen, Tina Hagenmüller und Adrian Eichberger für den Bereich Leistungsturnen, Michaela Gerke und Alexander Meyer über das Angebot an Turnstunden, Vicky Seibel über vier Tanzgruppen, Günther Reichert für die Sportabzeichengruppe, Michael Leiser für die Volleyballer und Nicole Weber über das Kursangebot. (ran)




Abschluß der Realschule plus 2019

HAUENSTEIN. „Entwickle eine Leidenschaft für das Lernen. Tust du das, wirst du niemals aufhören zu wachsen.“ Mit diesem Wort von Anthony J. D’Angelo hatte die Realschule plus Hauenstein zu ihrer Abschlussfeier am Donnerstagabend ins Bürgerhaus eingeladen, wo die Schule in sehr feierlichem Rahmen 74 Jugendliche verabschiedete: 28 Schülerinnen und Schüler haben das Zeugnis der Berufsreife erworben, wovon zehn die Qualifikation für die zehnte Klasse geschafft haben.

Das Zeugnis über den qualifizierten Sekundarabschluss, die sogenannte Mittlere Reife, konnten die Klassenlehrer und Schulleiterin Arlett Hübsch (rechts)  an 46 Schülerinnen und Schüler überreichen. 30 von Ihnen schafften die Übergangsberechtigung in die Klasse 11. Unter den Gästen war auch Landrätin Susanne Ganster, die Preise für die Jahrgangsbesten überreichte. Ausgezeichnet wurden aus den 10. Klassen (v.l.) Emily Eisemann (bester Abschluss) sowie Angelina Haas und Lara Lanowski (Preis der Ministerin für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz).

Für besondere Leistungen gab’s Urkunde und Präsent für Tjark Kaminski (Mathematik), Franziska Müller (Sprachen), Jonas Dittrich (Naturwissenschaften), Kevin Kronauer (Geschichte) sowie Sarah Eyer und Lisa Rau (Musik). Aus den neunten Klassen erhielten Preise (v.r.) Petra Rosenburg und Dorothee Kölm (besondere Leistungen beim Praxistag), Evelyn Lüdtke (Geschichte), Nele Isufi  (Preis der Ministerin für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz) sowie Amir Sabory für den besten Abschluss.

Einen besonderen Akzent erhielt die Feier, die die Schülerinnen und Schüler mit vielen musikalischen Beiträgen gestalteten,  dadurch, dass unter den Gästen mit Thomas Feierabend ein junger Lehrer der Wasgauschule weilte, der nach einem schweren Fahrradunfall lange im Koma lag und sich jetzt zurück ins Leben kämpft. Die Anwesenden grüßten den beliebten Pädagogen stehend und mit lang anhaltendem Beifall. (ran)




Eine uralte Glaubenstradition darf nicht in Vergessenheit geraten

HAUENSTEIN. „Das ist mein ganz persönlicher Beitrag zur Ökumene“, sagt Isabella Seibel. Sie ist evangelisch und schmückte vor dem Fronleichnamstag –wie seit nunmehr 40 Jahren- einen der Altäre für die Fronleichnamsprozession in Hauenstein, die nach dem um 9 Uhr in der Christkönigskirche beginnenden Gottesdienst durch die Straßen der Schuhgemeinde zog.

Und etwas Weiteres sei ihr wichtig: „Mit der Fronleichnamsprozession wird eine uralte Glaubenstradition gepflegt. Und sie muss gerade in unserer heutigen Zeit erhalten werden, damit sie nicht in Vergessenheit gerät“, sagt sie und ihr Mann Peter ergänzt: „Es soll auch deutlich werden, dass Fronleichnam mehr ist als verlängertes Wochenende, Kurzurlaub und Holiday.“

Isabella Seibel ist in Rodalben in einer „ökumenischen Familie“ –Vater katholisch, Mutter evangelisch- groß geworden und 1979 als 23-Jährige der Liebe wegen nach Hauenstein gekommen. Und seither ist sie dabei, wenn an der Kreuzung Garten- und Elisabethenstraße der Fronleichnamstag vorbereitet, der Altar aufgebaut und sein Umfeld mit Maien und mit blühenden Blumen, mit Farn und Laub geschmückt wird.

„Das war früher immer eine Angelegenheit, bei der die ganze ,Großfamilie‘ und die Nachbarschaft ganz selbstverständlich zusammen half“, erzählt sie von einer Arbeit, bei der „allein schon die Gemeinschaft Spaß machte“. An den Tagen vor dem katholischen Hochfest ging’s in den Wald,  es wurde Laub „gestrippt“, Tannenzweige geholt und „geschnippelt“, Farn gesammelt und Blumen und Blüten aus vielen Gärten organisiert

Dass der Altar, der erste von ursprünglich vier Altären, an dem die Prozession zum eucharistischen Segen Station macht, dort steht, geht auf Isabellas „Schwiegeropa“ Eugen Ritter – zurück. „Eicheens“ Enkel Peter erinnert sich noch sehr genau daran, mit welch tiefgläubigem Herzen der Opa die Tradition pflegte und wie er  Ende der Sechzigerjahre einen neuen Altar –der alte steht nach wie vor auf dem Speicher des Geschäftshauses Ritter- aus massiver Eiche von Schreiner Hermann Kuntz und Wolfgang Glaser fertigen ließ. Der Altartisch ruht auf vier wuchtigen Säulen, die die vier Evangelisten symbolisieren.

„Die Vorbereitungen sind heute nicht anders als in den vier Jahrzehnten zuvor“, sagen Isabella und Peter. Freilich sei der Kreis der Helfer „deutlich kleiner geworden“. Und der Aufwand habe sich nicht zuletzt deswegen reduziert: „Wir haben am Mittwoch Blumen und anderes Material gessammelt. Am frühen Abend kamen Mitglieder der Feuerwehr, die uns beim Aufbau des schweren Altars halfen. Dann wurden die Vasen bestückt und gerichtet.“ Morgens ab sechs Uhr wurden der  Altar und das Umfeld geschmückt – zur Ehre Gottes.

Wie in der Gartenstraße so wurde auch in der Hauptstraße vor der Alten Kirche ein Altar aufgebaut und geschmückt. Dafür zeichnen seit dem vergangenen Jahr die Pfadfinder verantwortlich. Auch hier war seit vielen Jahrzehnten und bis vor Jahresfrist die Familien aus der Nachbarschaft am Werk, manche der Frauen, wie Brigitte Gieger, Helene Spengler, Rosemarie Kempf oder Inge Sauer, seit sechs, sieben Jahrzehnten. Und sie hatten den Altar von der Generation davor „übernommen“, von Anna Schächter, Monika Keller und Gerda Klein etwa, und mit eben so viel Herzblut und Engagement gepflegt.

Drei Altäre steuerte die Prozession in Hauenstein an. Für einen vierten Altar, der lange in der oberen Hauptstraße stand, fanden sich keine Nachfolger mehr, die den Altar betreut hätten. Ein weiterer Altar stand  auf der Rasenfläche vor der Christkönigskirche und wurde unter anderem von den Kommunionkindern geschmückt. (ran)

 




Neun Chöre der Wieslautergruppe gestalteten Franz Schuberts „Deutscher Messe“ in der Hauensteiner Christkönigskirche

HAUENSTEIN. Zu einem beeindruckenden religiösen und kirchenmusikalischen Ereignis wurde der Sonntagsgottesdienst in der Hauensteiner Christkönigskirche, das am Sonntag neun Chöre der Wieslautergruppe in dem gut besuchten  Hauensteiner Gotteshaus  musikalisch gestalteten. Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Gottesdienstbesucher den vereinigten Chören.

Dabei erwies sich sowohl das Eingangslied „Lobet den Herren“ (Satz: W. Gövert) als auch das Schlusslied „Großer Gott, wir loben dich“ (Satz: Karl Norbert Schmid) als ein besonderes Klangerlebnis: Gemeinsam mit der Gemeinde ließen die mehr als 100 Sängerinnen und Sänger das in Töne gemeißelte Gotteslob als Überchor erklingen, ganz so, wie es Pfarrer Gerhard Kästel in seiner Begrüßung gesagt hatte: „Die Chöre singen zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Menschen.“

Im Zentrum des Gottesdienstes standen Sätze aus Franz Schuberts wohlbekannter „Deutscher Messe“, die einst 1827 als Auftragsarbeit entstanden war, für die der Komponist ein Honorar von 100 Gulden erhielt. Die Texte stammen von Johann Philipp Neumann. Die Deutsche Messe besaß und besitzt große Popularität, die sie nicht zuletzt ihrem fast volksliedhaften Gestus verdankt. Ihren Namen hat die Deutsche Messe daher, dass sie, anders als die meisten geistlichen Werke der Zeit, die deutsche Sprache verwendet

Die Männerchöre waren auf der Empore positioniert und wurden von Eva Kling (Bruchweiler) dirigiert, die gemischten Chöre standen auf der Treppe zum Chorraum und wurden geleitet von Julia Dauenhauer (Hauenstein). An der Orgel begleitete Annette Braun (Hauenstein) die Sätze.

Die Männerchöre trugen gekonnt unter anderem „Mein Heiland, Herr und Meister“, „Herr, deine Güte reicht so weit“  und „Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben“ vor, während die personell deutlich stärker besetzten gemischten Chöre „Ave Verum Corpus“, „Noch lag die Schöpfung formlos da“ und  „Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben“ zu Gehör brachten.

Abgerundet wurde der gemeinsame Auftritt der Chöre durch ein gemütliches Beisammensein der Chöre im Pfarrheim, das gut besucht war. (ran)




In Hauenstein etabliert sich eine neue Sportart

HAUENSTEIN. In Hauenstein etabliert sich offenbar eine neue Sportart: Zwischen zehn und 15 Personen treffen sich regelmäßig, um ihre Fertigkeiten beim Dartspiel auszubauen. Mit dem Frühlingsfest-Turnier stellten die Dartfreunde Hääschde ihre Sportart im Festzelt auf dem Oberen Rathausplatz vor, die bei großen Turnieren längst Kultstatus erreicht hat und große Arenen füllt.

Das Turnier, an dem rund 20 Dartspieler teilnahmen, hatte doch einige Interessierte als Zuschauer in das Festzelt auf dem Rathausplatz gelockt, die das Geschehen vor den beiden Dartboards verfolgten. Es war das erste von vier Turnieren der Hääschdner „Vier-Scheiben-Tournee“ und  wurde nach dem Modus „Double Out 501“ gespielt.

„Double Out“ bedeutet, dass der letzte Dart zwingend ein Treffer auf ein Doppelfeld sein muss, wozu natürlich auch das Bulls Eye zählt, wie der rote Scheibenmittelpunkt genannt wird. Wirft ein Spieler in einer Runde mehr Punkte als die ihm verbliebenen, sind seine Würfe dieser Runde ungültig.

Gezielt wurde im K.o-System mit den klassischen Steeldarts –also mit Pfeilen, bei denen die Spitze aus Metall besteht-  auf das genau 2,73 Meter entfernte Sisal-Dartboard. Die vom Spieler mit drei Pfeilen erreichten Punkte werden vom Ausgangswert 501 abgezogen. Wer zuerst genau null Punkte erreichte, hatte gewonnen. Am besten zielte am Montagabend  Michael Brödel aus Annweiler, der im Finale Steffen Weber aus Hauenstein bezwang. Der aus Erfweiler stammende Hauensteiner Timo Cornet belegte Rang drei vor Felix Schrom aus Wilgartswiesen.

Ein gutes Dutzend Dartspieler zählen zu den Dartfreunden Hääschde, die die Hauensteiner Open-Air Darts-Meisterschaft 2019 aus der Taufe gehoben haben, bei dem der Sieger den Pokal des Ortsbürgermeisters erhalten wird. Diese Meisterschaft wird bei der  „Vier-Scheiben-Tournee“ ausgespielt, deren erste Station das Hauensteiner Frühlingsfest war. Die Serie wird fortgesetzt beim SCH-Sportfest  am 27. Juli und beim Schwimmbadfest am 17.08.19. Ihren Abschluss findet sie bei der Keschdewoch im Festzelt der Metzgerei Hanß am 16.10.

Die Hauensteiner Dartfreunde treffen sich regelmäßig am Donnerstagabend  im Sportheim des SCH zum Training. Dartspieler aus Hauenstein, Wilgartswiesen, Fischbach und Annnweiler zählen zu der Gruppe, die regelmäßig eigene kleine Turniere um den Typosatz-Pokal ausrichten.

Ab und an ist man auch, wie Udo Memmer, einer der Macher, berichtet,  bei Turnieren in der Region am Start, in Annweiler beispielsweise oder in Vorderweidenthal. Demnächst wolle man auch eine Freundschaftsbegegnung mit einer Karlsruher Mannschaft, die am Ligabetrieb teilnimmt, durchführen. „Da wollen wir mal sehen, wo wir stehen…“, sagt Udo Memmer. (ran)

 




Spielplatz in der Schuhmeile eingeweiht

HAUENSTEIN. Ganz ohne politische „Prominenz“ und ohne lange Reden, dafür mit vielen, vielen Kindern wurde am Mittwoch der Platz an der Ecke Industrie-/Bergstraße „eingeweiht“, der der in der Schuhmeile als Ort zum Verweilen, als Treffpunkt und als Spielplatz dienen soll. 262.000 Euro wurden in das Gelände investiert, das im Rahmen der Bemühungen um eine Steigerung der Attraktivität der Schuhmeile gestaltet wurde und früher einen Baustoffhandel beherbergte,  dann lange brach lag und zuletzt als eher ungeordneter Parkplatz diente.

Eingeladen zur Eröffnung waren Kinder aus mehreren Klassen der Hauensteiner Grundschule, die vor allem den Spielplatz und dessen diverse Spielgeräte belagerten und ganz offensichtlich gut fanden: „Voll cool“, meinte die zehnjährige Geraldine, „schön gebaut“, befand die neunjährige Beatrice und Selina fand „alles ganz toll“, während sich Lilo vor allem über die Seilnetzpyramide begeisterte, die von den Kindern von der Basis bis in die über acht Meter hohe Spitze dicht belagert wurde. Mina fand die Rutsche, die in eine Böschung integriert ist und über einen „Kletterbaum“ erreichbar ist, „ganz schön: Wir sind zu dritt nebeneinander runtergerutscht. Das macht Spaß.“

Ganz offensichtlich wenig Spaß an der neuen Einrichtung hat indes ein Schuhhändler von vis-à-vis, der vor den vielen Kindern sehr lautstark und nicht sehr sachlich seine Kritik an dem neuen Platz vortrug. Parkplätze –vor allem für Busse- wären ihm offenbar lieber gewesen. Sein Auftritt blieb ein eher unangenehmes Intermezzo in einer ansonsten so lockeren Veranstaltung.

Dass die Kinder die „Ehre“ –wie es Ortsbürgermeister Bernhard Rödig- hatten, das Gelände „einzuweihen“,  hat folgenden Hintergrund: Spontan hatte der Ortschef Grundschulkinder, die ihm in der Klasse selbst gekelterten Apfelsaft brachten, Pläne der möglichen Spielgeräte für den Platz gezeigt. Sie hätten die Pläne so interessiert betrachtet und kommentiert, dass sie –nächster Schritt- auch in der Schule ausgehängt wurden. Und aus einer Reihe von Möglichkeiten  entschieden sich dann die Kinder mehrheitlich für die Seilnetzpyramide, die von der Hinterweidenthaler Firma Seibel geliefert wurden.

Neben Rutschbahn und Seilnetzpyramide wurde der Platz auch mit Ruhebänken, Gabionen, Fahrradständern, einem Trinkwasserspender und Sandsteinquadern, die in die Böschung eingebaut sind und die weitere Aktionsmöglichkeiten bieten, möbliert. Der vordere Bereich zur Industriestraße hin, der mit Pollern von der Straße  abgetrennt wird, wurde mit Braun-Mix-Pflaster befestigt. Dieser Raum dient –so der Ansatz- den Funktionen Treffpunkt, Aufenthalt, Information und Verweilen. Hier sollen noch  Info-Tafeln, historische Bilder und Werbung für die Gastronomie im Ort möglich sein.

Der obere Teil des Geländes zur Bergstraße hin, der rund 460 Quadratmeter groß ist, wurde als  Schotterrasenfläche angelegt und ist durch einen grünen Gürtel vom Platz abgetrennt. Dort werden auch Altglascontainer platziert. Die Gesamtmaßnahme wird im Zuge des Rahmenplans „Schuhmeile“ mit einer Quote von 75 Prozent öffentlich gefördert. Für die Gemeinde bleiben rund 66.000 Euro zu finanzieren.

Im Einzelnen waren für den Rückbau des ehemaligen Gebäudes und des Geländes 35.000 Euro aufzuwenden, die sogenannten Landschaftsbauarbeiten kosteten 160.000 Euro, die Seilnetzpyramide schlug mit 26.000 Euro zu Buche. Elektroarbeiten wurden mit 5.000 Euro abgerechnet und für die Planung und Bauüberwachung waren 37.000 Euro zu überweisen. (ran)




Die neue E-Bike-Ladestation am Tourist-Informations-Zentrum

HAUENSTEIN. Als Einrichtung, die sowohl dem Umweltschutz als auch dem Tourismus und den Einheimischen dient, werteten Bürgermeister Werner Kölsch und Stefan Paulisch von der Pfalzwerke AG die neue E-Bike-Ladestation, die sie gemeinsam am Tourist-Informations-Zentrum (TIZ) in Betrieb nahmen.

An der Anlage können gleichzeitig die Akkus von sechs Pedelecs aufgeladen werde, Die Ladebuchsen befinden sich in abschließbaren Boxen, in denen der Biker neben Ladegerät und Akku auch weitere Utensilien unterbringen kann. Die Pfalzwerke spendierten drei der Boxen, auf Kosten der Verbandsgemeinde, die dafür 2.500 Euro investierte, wurde die Anlage auf sechs Boxen erweitert.

Die Akkus können an den Boxen kostenfrei geladen werden, wobei die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Tourist-Informations-Zentrum den Strom liefert. Runde zwei Stunden dauert es, bis ein erschöpfter Akku wieder aufgeladen ist und Kraft für die nächste Etappe gezogen hat, Zeit für die Radtouristen, das überreiche Angebot der Schuhmeile zu studieren oder sich im TIZ Tourenvorschläge und Tipps zu holen .

Die Kosten der Fundamentierungsarbeiten und des Abstellplatzes für die Pedelecs hatte die Verbandsgemeinde übernommen, die Pfalzwerke AG hatte die Installation der Ladestation besorgt. Insgesamt kostete die Anlage 10.000 Euro. Wie Sonja Spieß, die Leiterin des TIZ, berichtete, werde die Anlage bereits rege genutzt, manchmal auch von mehreren Mitgliedern einer Radler-Gruppe zugleich. Sie könne feststellen, dass der E-Bike-Tourismus ebenso wie der Radtourismus insgesamt rasant wachse. Viele Nachfragen bezögen sich explizit auf das touristische Angebot für Biker, das ja mit dem MTB-Park Pfälzerwald und dem Radwegenetz der Südwest- und Südpfalz einiges zu bieten hat.  (ran)