7 Jahrzehnte: Zeitgeist der BRD

Foto: Wohnzimmereinrichtung der 1950er Jahre; (Foto: Mühlbeyer)

Sonderausstellung anlässlich des 70. Geburtstages der Bundesrepublik Deutschland im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein

Im Deutschen Schuhmuseum in Hauenstein spukt es! Aber keine Angst: Es sind nicht etwa böse Geister, die dort ihr Unwesen treiben, sondern der Geist der Zeit, der sich ab dem 13. April in einer originellen Sonderausstellung widerspiegelt. Vom Häkeldeckchen-Flair der Wirtschaftswunderzeit über die schrillen 1970er Jahre bis in die Gegenwart hinein erleben die Besucher eine illustre und interaktive Zeitreise durch sieben Jahrzehnte. „7 Jahrzehnte: Zeitgeist der BRD“ – Kult und Trends aus Mode, Hobby, Musik & Technik heißt die Sonderausstellung zum 70. Geburtstag der Bundesrepublik, die im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein vom 13. April bis zum 31. Juli zu sehen ist.

7 Jahrzehnte Bundesrepublik Deutschland. Plakat zur Ausstellung

Neben Kults und Trends aus Mode, Hobby, Musik und Technik in den Vitrinen, wo sich das schwarze Wählscheiben-Telefon aus Bakelit neben beliebter Jugendlektüre wie „Micky-Maus“, „Fury“, „Lassie“, „Rin Tin Tin“ oder der „BRAVO“ findet, wo Fotos- und Film-Kameras, der „Blaue-Bock-Bembel“ – mit Original-Autogrammen ganz besonderer Stargäste der einst erfolgreichen ARD-Show – oder Video-Spiel- und Mobil-Telefon-Pioniere und vieles mehr ein Stelldichein geben, gibt es auch interaktive Erlebnis-Aktionen und multimediale Präsentationen.

Damals und heute, ein Bereich mit interessanten „Zeitsprüngen“. Trendspielzeug von den Klick-Klack-Kugeln, über den Zauberwürfel, das Tamagotchi bis zum Fidget Spinner oder Bademode der 50er im Vergleich zu heute: „Mit einem Bikini-Höschen konnte man einst ein Moped putzen, ein String-Tanga dagegen reicht gerade mal für die Oberfläche eines Tablets“.

Ausstellungs-Kurator Manfred Mühlbeyer: Buch-, Film- und Bühnen-Autor

Seit Anfang der 1970er Jahre beschäftigt sich Manfred Mühlbeyer aus Freinsheim mit Zeitgeschichte, besonders die Sparte Unterhaltung interessierte ihn schon als Jugendlicher.

Manfred Mühlbeyer hat bei Fernseh-Produktionen wie der versteckten Kamera bei der Staffel „Schmunzel-Clip“ (HR-Fernsehen) oder der Puppen-Satire „Hurra Deutschland“ (WDR) zwar auch TV-Erfahrung gesammelt, aber er schätzt die Arbeit auf der Live-Bühne als überaus wichtig ein, denn hier bekommt man die Reaktion des Publikums sofort.

Auch durch die Zusammenarbeit mit prominenten Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche sowie aus Sport, Politik und Kultur, die er insbesondere bei den zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen des von ihm Mitte der 1970er Jahre konzipierten Jubiläumskonzeptes „Zeitreise“ kennenlernte, hat er vielfältige Erfahrungen gesammelt. Über 5.000 Moderationstexte und Drehbücher hat er in den letzten Jahrzehnten geschrieben. Darunter Markennamen wie ABB, BASF, CITROEN, DUNLOP… sowie Mega-Events wie 50 Jahre Lufthansa oder 100 Jahre Renault in Deutschland.

Seit Mitte der 1990er Jahre organisiert und inszeniert Manfred Mühlbeyer Sonder-Ausstellungen wie: „Die Beatles-Ausstellung“ – gemeinsam mit dem SWR-Redakteur Detlef Gattner – „Spielzeugwelt des 20. Jahrhunderts“, „Dinge, die die Welt nicht braucht“, „Ton- & Bild-Welten“, „Spielzeugwelt der Wirtschaftswunderzeit“ oder anlässlich 50 Jahre – 1999 sowie „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ im Jahr 2009, die Wanderausstellung „Zeitgeist der BRD“.

Sein Fachwissen um historisches Spielzeug fand vielfach mediale Beachtung, allen voran sein Dokumentarfilm „Spielzeugwelt der Wirtschaftswunderzeit“, der bis Dato über zwei Dutzend Mal in nahezu allen ARD-Programmen ausgestrahlt wurde.

Nicht minder kennt sich Manfred Mühlbeyer im Bereich Zeitgeschehen und Zeitgeist aus und somit sind seine Sammlungsobjekte gepaart mit viel Hintergrundwissen auch bei TV-Shows gefragt.

 

Legendäre Duette zeigen einen weiteren Bereich dieser Ausstellung: Der Wackeldackel und die umhäkelte Toilettenpapier-Rolle, Schlaghosen und Rüschenhemd, Flutschfinger und Schleckmuscheln, Lachsack und Furzkissen, Herrentäschchen und Euro-Schecks, Musik- und Videokassetten, „Wum und Wendelin“, „Äffle und Pferdle“ oder die Fußball-WM-Maskottchen Tipp & Tapp von 1974, Höhensonne und Bräunungscreme, Sonnenfinsternis- und Mil-lennium-Brille, das Euro-Starterkit und der Euro/DM-Umrechner…

Hinzu kommt Multimediales, etwa originelle Werbespots aus den 50er und 60er Jahren, Kultschlager der 70er Jahre aus den legendären Kugel-Lautsprechern oder Pop-Klassiker aus Computer-Lautsprechern mittels iPod-Docking-Station oder typische und ausgefallene Meldetexte eines Anrufbeantworters. Per Knopfdruck gibt´s nostalgische Geräusche wie das Rattern einer Super8-Kamera oder eines Projektors, das Mahlen einer Kaffeemühle mit Handkurbel oder Markantes wie das Geräusch eines Wählscheiben-Telefons sowie das eines Drehaschenbechers. Selbst ein legendäres Streitgespräch zwischen SPD-Original Herbert Wehner und CSU-Ikone Franz-Josef Strauß kann man hören, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Sonderausstellung zeigt vieles, was den Geist der Zeit des täglichen Lebens widerspiegelt. Rundum wunderschöne Erinnerungen für alle, die diese Jahrzehnte erlebt haben und eine interessante Zeitreise für die Generation von heute.

Eine Auswahl der Objekte können Sie auf folgender Homepage downloaden: www.zeitgeist-show.de; Link zum Info-Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Cev_3VaVTeg

Die von Manfred Mühlbeyer kuratierte Wanderausstellung „Zeitgeist der BRD“ war schon 1999 zum 50. und im Jahr 2009, anlässlich des 60. Geburtstages der Bundesrepublik Deutschland ein wahrer Publikumsmagnet und wurde deshalb um ein Jahr verlängert.

Deutsches Schuhmuseum Hauenstein – Museum für Schuhproduktion und Industriegeschichte
Turnstraße 5
76846 Hauenstein
Telefon 06392-92 33 34-0
Telefax 06392-92 33 34-2
E-Mail info@museum-hauenstein.de

Das Deutsche Schuhmuseum Hauenstein ist täglich geöffnet (auch sonn- und feiertags) von 09:30 bis 17:00 Uhr




Schützenhaus soll „Naturerlebniszentrum“ (NEZ) werden

Foto: Mit einem neuen Konzept bringen Selina und Simon Liebel wieder Leben ins Hauensteiner Schützenhaus. Als Naturerlebniszentrum und mit veganer Vitakostküche wird das Haus im Stopper künftig betrieben.! (ran)

HAUENSTEIN. Aus dem Dornröschenschlaf erwacht demnächst das Schützenhaus im Hauensteiner Stopper. Nachdem die Gaststätte längere Zeit leer stand, haben Selina und Simon Liebel die Räumlichkeiten renoviert und wollen am 27. April mit einem interessanten und ungewöhnlichen Konzept neu eröffnen: Das Schützenhaus soll nach den Plänen des Ehepaars zu einem „Naturerlebniszentrum“ (NEZ) werden, das Junge und Ältere gleichermaßen anspricht.

Das Konzept steht auf mehreren Pfeilern. Da ist zunächst die Gastronomie. Hier will man eine „vegane Vitalkostküche“ anbieten, wie es Selina Liebel nennt. „Wir werden keine Mega-Karte vorlegen“, sagt sie. Eine Suppe, einige Tagesgerichte werden den Gästen offeriert, wobei man aus „Spaß und Überzeugung“ Wert auf vegane Ausrichtung legt: „Es gibt so viele tolle Sachen zum Essen, die die Natur parat hat. Kraft- und Energie spendende Lebensmittel werden im Mittelpunkt stehen“, ergänzt Selina.

Gerichte mit Sprossen, mit Wildkräutern, mit Produkten, die frisch aus Biobetrieben und Naturkostläden der Region kommen, werden es sein. „Flammkuchen auf unsere Art“ soll es  ebenfalls geben. Gerne lässt man sich beim Kochen und Zubereiten über die Schulter gucken und so zum Nachmachen zuhause animieren.

Gegen den Durst wird es Säfte und Wasser mit Aroma aus eigener Herstellung geben und  auch –als Konzession an den Verpächter, den Schützenverein St. Georg- Biobier und Weine. In einem Schrank stehen bereits zahlreiche Gläser, die mit Tees aus eigener Herstellung gefüllt sind und zum Teil aus dem Garten von Selinas Mutter stammen. „Hier können unsere Gäste auswählen und ausprobieren.“ Kaffee kommt aus einer Landauer Rösterei.

„Für uns ist die Gastronomie Neuland“, gesteht Simon Liebel. Auch deshalb werde man das Projekt „sehr flexibel und offen“ führen. Gerne nehme man auch Ideen und Anregungen auf und wolle selbst sehen, was sich wie entwickeln lässt. Bei aller Motivation, auch Neuland zu testen, gilt: „Natürlich muss das Projekt wirtschaftlich sein“, sind sich die beiden Junggastronomen bewusst.

Die Gastronomie ist nur ein Aspekt, den die beiden im Stopper realisieren wollen. Ein zweiter Schwerpunkt –und damit wird der Begriff „Naturerlebniszentrum“ greifbarer- wird die „aktive Natur- und Umweltarbeit“ sein. Sie soll in Seminaren, Kursen und Workshops zu aktuellen Umwelt- und Gesundheitsthemen oder zu Fragen der Persönlichkeitsentwicklung geleistet werden. Es soll Exkursionen und Wanderungen geben, unter dem Begriff „Waldwellness“ soll ein bewussteres Walderleben möglich gemacht werden.

Hier hat das Ehepaar in den letzten Jahren auch Erfahrungen gesammelt: Selina Liebel ist Mitarbeiterin beim Esslinger „Aki“, einem Aktiv-Spielplatz, auf dem Kinder bereitgestelltes Material nach eigenen Ideen verarbeiten können: „Die Kinder brauchen nur wenig Anregung, sie sind ungemein kreativ“, berichtet die studierte Modedesignerin, die ihre erfolgreiche Karriere gestoppt hat, um „im Einklang mit der Natur“ leben und arbeiten zu können.

Simon Liebel ist gelernter Zimmermann und hat aus dem Beruf die „Liebe zum Holz“ in eine neue berufliche Situation mitgenommen. Zuletzt war er Mitarbeiter im Umweltzentrum Neckar-Fils in Plochingen, einer Einrichtung, die viel mit Schulklassen und Jugendgruppen arbeitet. „Die Erfahrungen, die wir bei unserer bisherigen Tätigkeit gesammelt haben, wollen wir jetzt in Hauenstein einbringen“, sagen die beiden.

Gerade Kinder sollen im Stopper ein reiches Angebot vorfinden. Eine Holz- und eine Steinwerkstatt werden gerade vorbereitet, im Vorraum des Schützenhauses werden Materialien zum Malen und Basteln bereitliegen. Gerne will man auch die Kitas und Schulen der Umgebung im Stopper willkommen heißen. Auch mit Gruppen, die den benachbarten Jugendzeltplatz gebucht haben, kann man sich vielfältige Formen der Zusammenarbeit vorstellen.

Nicht zuletzt: Im Stopper soll es künftig regelmäßig auch kulturelle Veranstaltungen geben: „Wir können uns vorstellen, dass Bands aus der Region bei uns auftreten“, sagen die Liebels und nennen auch die Möglichkeit einer „offenen Bühne“. Und wenn sich Bedarf zeigt, dann kann im Stopper auch getanzt werden…

 

Info:

Das Naturerlebniszentrum (NEZ) eröffnet am 27. April. Geöffnet ist es (zunächst) Mittwoch, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 19 Uhr. Zur Mainacht bietet man ein Lagerfeuer mit Feuerkünstlern an. Telefonisch ist das NEZ unter der Nummer 06392-9946737 erreichbar. (ran)

 




Fast jeder Hauensteiner Grundschüler kann am Ende der Grundschulzeit schwimmen

Foto: Das Hauensteiner Hallenbad trägt mit dazu bei, dass kaum ein KInd die Grundschule verlässt, ohne schwimmen zu können. (ran)

HAUENSTEIN. Mit Interesse verfolgt man auch in Hauenstein die Diskussion um eine mögliche Wiedereröffnung des Schulschwimmbades in Vinningen. In Hauenstein stand das Hallenbad in der Marienschule zwar auch mehrmals auf der Kippe, aber in der Schuhgemeinde haben die Kommunalpolitiker –nicht zuletzt auf Druck der Öffentlichkeit- der Versuchung widerstanden, das Bad aus Kostengründen zu schließen.

Das Lehrschwimmbecken, das 1962/63 zusammen mit der Schulturnhalle der Marienschule errichtet wurde, war 1978/79 zu einem kleinen Hallenbad umgebaut worden. Seit seiner Eröffnung ist es ein wichtiger Teil der Hauensteiner Infrastruktur, auch wenn beispielsweise 2001 im Verbandsgemeinderat laut über eine Schließung nachgedacht worden war, die nicht zuletzt durch eine Unterschriftensammlung des Schulelternbeirats, der sich fast 3.000 Unterstützer anschlossen, verhindert wurde.

Ganze Schülergenerationen haben in dem mit einem Hubboden versehenen Becken das Schwimmen gelernt. Die Schule bietet ihren Kindern neben dem regulären Schwimmunterricht auch drei Schwimm-AGs im Ganztagsbereich an. Die Folge:  Wie Konrektorin Susanne Münch bestätigte, kann fast jeder Hauensteiner Grundschüler am Ende der Grundschulzeit schwimmen. „Das liegt deutlich über 90 und geht gegen 100 Prozent“, kann sie feststellen. Und es habe auch Jahre gegeben, da konnte wirklich jeder Viertklässler sicher schwimmen.

Zum Vergleich: Nach einer am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichten Mitteilung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) seien „60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer“, aus Baden-Württemberg berichtete der SWR, dass sich fast jedes zweite Kind „nicht über Wasser halten kann“. Der DLRG-Präsident Achim Haag sieht einen klaren Zusammenhang zwischen dem sich deutlich nach unten verschiebenden Trend der mangelhaften Schwimmfähigkeit und den anhaltenden Bäderschließungen, von denen unsere Region ja auch nicht verschont blieb.

Wie gesagt: In Hauenstein konnte eine Schließung verhindert werden. Und der Erhalt des Hallenbades ist sicher auch ein Aspekt, der in den Fusionsverhandlungen mit dem Dahner Felsenland eine gewichtige Rolle spielen dürfte. Denn das Hallenbad dient ja nicht nur der Schule, sondern auch vielen Schwimmfreunden als wohnortnahe Möglichkeit, die gesundheitsfördernde Wirkung der Bewegung im Wasser zu erleben.

Viele Aktivitäten im Bad organisiert die DLRG, bei der man denn auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Grundschule verweist, die sich unter anderem auch in guten Platzierungen bei Kreisschwimmfesten der Schulen niederschlägt. Wie Vorstandsmitglied Birgit Dickes auf Anfrage mitteilte, lernen in der laufenden Saison 2018/19 unter der Regie der DLRG 26 Kinder in einem eigenen Kurs schwimmen, 27 Kinder trainieren für das „Seepferdchen“: Dieses Abzeichen erhält, wer vom Beckenrand ins Wasserspringen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser holen kann.

Insgesamt 28 Kinder und Jugendliche werden von der DLRG auf die auf dem „Seepferdchen“ aufbauenden „Jugendschwimmabzeichen“ in Bronze, Silber und Gold vorbereitet, 22 Jugendliche wollen sich als „Jugendretter“ qualifizieren. Auch für die Rettungsschwimmer des Vereins bietet die DLRG regelmäßige Übungsstunden an. Während all diese Übungsstunden und diese Trainingseinheiten montags ab 16 Uhr stattfinden, bietet die DLRG samstags –hier übernimmt sie auch die Aufsicht im Bad- ab 16 Uhr freies Training an.

Die Vielfalt das Angebots stemmen zwei Trainerinnen mit dem Ausbildungsschein „Kleinkinderschwimmen”, eine weitere Trainerin ist Sportlehrerin für Gymnasium Schwerpunkt Schwimmen. Zwei Trainer haben die Berechtigung, das Rettungsschwimmabzeichen abzunehmen. Ansonsten stehen zwölf Helfer unterschiedlichen Alters bereit. Alle Helfer und Trainer nehmen regelmäßig an einer umfänglichen Erste-Hilfe- Ausbildung des Deutschen Roten Kreuzes teil.

Auch der TV Hauenstein nutzt das Hallenbad für zwei „Aqua-Fitness-Kurse“, bei denen sich die Teilnehmer rund 45 Minuten im Wasser mit und ohne Handgeräte bewegen und anschließend 15 Minuten schwimmen.

Info: Das Hallenbad hat bis zu den Osterferien dienstags bis donnerstags von 16.30 bis 20 Uhr, freitags von 17 bis 21 Uhr und samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. (ran)

 




Die SPD kommt mit Andreas Wilde als Bürgermeisterkandidat

HAUENSTEIN. Andreas Wilde tritt bei der Kommunalwahl am 26. Mai als Bürgermeisterkandidat der Hauensteiner SPD an. Der 44-jährige Notfallsanitäter beim DRK Rettungsdienst Südpfalz wurde auf der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins am Donnerstagabend von den 13 Anwesenden einstimmig als Bürgermeisterkandidat nominiert. Nach Michael Zimmermann (CDU) und Tobias Walter (parteilos) ist Wilde der dritte Kandidat, der sich um das Amt des Ortschefs bewirbt. Noch nicht zu einer erneuten Kandidatur hat sich Amtsinhaber Bernhard Rödig (FDP) erklärt.

Wichtig sei ihm, so Wilde, eine „größere Bürgerbeteiligung: Wir brauchen eine lebendige und aktive Dorfgemeinschaft“, erklärte er. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, wolle man zeitnah und über eine Internet-Plattform eine Bürgerbefragung zu „Wirtschaft, Infrastruktur, Straßen und Energiewende“ stellen und ebenso die Meinung der Hauensteiner „zum derzeitigen Kulturangebot, zum neuen Festplatz am Bürgerhaus  und zum Erscheinungsbild der Ortsgemeinde“ einholen. Die Ergebnisse wolle man veröffentlichen und diskutieren. Sie sollen in Anträge an den Ortsgemeinderat münden.

Wilde ist der Meinung, dass „sich das Erscheinungsbild der Ortsgemeinde insgesamt verändern“ müsse. Weitere Themen seien der Neubau des Kindergartens, in dessen Realisierung das Personal eingebunden werden müsse, die „schnelle Ansiedelung von neuen Bürgern im Neubaugebiet Sonnenhang“, der Erhalt und Ausbau des Wirtschaftsstandorts und der Ausbau des Tourismus. „Mit den Möglichkeiten der Ortsgemeinde“ sollten die freiwilligen Helferinnen und Helfer aller Organisationen in der Sicherheitsstruktur unterstützt und die Vereine im möglichen Rahmen gefördert werden.

Weiter rege man an, künftig ein Dorffest im Ortszentrum durchzuführen und sich grundsätzlich Gedanken über die Gestaltung dörflicher Feste wie Frühlingsfest, Kerwe und Weihnachtsmarkt zu machen. Für jedes Neugeborene solle „als Zeichen der Verbundenheit“ ein Baum gepflanzt und markiert werden. Auch die Pflege des Altwiesenparks haben Wilde und die Sozialdemokraten auf ihre „to-do-Liste“ gesetzt: „Hier müssen mehr Blumen blühen, hier muss mehr in den Spielplatz investiert werden, der Bolzplatz und die Wassertretanlage müssen wieder auf Vordermann gebracht werden“, so Wilde. Überhaupt müssten „die Bürger sehen, dass auch etwas für sie getan wird“.

Nicht zu vernachlässigen sei auch das Gespräch mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Ortsgemeinde: „Wir müssen mit ihnen reden, nicht über sie“, fordert Wilde und kündigt einen „engagierten und fairen Wahlkampf“ an. „Wir werden einen ,Tür zu Tür‘- Wahlkampf betreiben, um den Bürgerinnen und Bürgern uns und unsere Themen vorzustellen. Es gilt aber, nichts zu versprechen, was nicht eingehalten werden kann“, sagt der Kandidat.

Der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Philipp Burkhard rief dazu auf, den eigenen Bürgermeisterkandidaten tatkräftig zu unterstützen. Ein gemeinsames und geschlossenes Auftreten sei ein wesentlicher Schlüssel zu einem erfolgreichen Abschneiden bei der Kommunalwahl, erklärte Burkhard. Der SPD-Kreisvorsitzende Peter Spitzer sagte Wilde seine Unterstützung zu.

Wilde ist seit mehreren Wahlperioden sowohl im Orts- als auch im Verbandsgemeinderat vertreten und ist in der laufenden Legislatur in Personalunion Beigeordneter der Verbandsgemeinde und Sprecher der SPD-Fraktion im VGR. Auch im Ortsgemeinderat ist er Sprecher der SPD. Er ist als Zugführer beim Technischen Hilfswerk an verantwortlicher Stelle tätig. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. (ran)

 




Zurück in die 80er mit den Hääschdner Needingsterzer

Hauenstein. Nahtlos konnte der Karnevalverein „Hääschdner Needingsterzer“ mit seiner Prunksitzung unter dem Motto „Zurück in die 80er“ an die erfolgreiche 80iger Jahre Party anschließen. „Step by Step“ spulten die Moderatoren Gerd Schöffel und Lukas Pohl die wild, gezähmten Jahre zurück und würzten diese mit viel Klamauk und Stimmung. Hinsichtlich des Mottos lag die Latte der Erwartung hoch. Die wurde jedoch mit viel Schwung und Elan übersprungen. Enttäuscht wurde keiner.

Zudem hatten sich internationale Stars angesagt, was die Erwartungen und die Spannung in die Höhe getrieben hatte. Mit dem Tanz „Step by Step“ hatten die kleinen Tänzer vom TVH die Sitzung im Bürgersaal vom Bürgerhaus eröffnet. Die Tanzgruppe musste das Eis nicht brechen. Dies hatte bereits das Motto getan.

Wer bei diesem Wetter nicht krank ist, der ist krank, überlegte „de Labbeduddl“ (Julian Hunsicker) aus Obersimten. Auch ohne Fasnacht hat er es mit seiner Frau schwer. Sie vertritt die Meinung, dass in der Ehe immer einer Recht hat, und der andere sei der Ehemann.

Auch die Oma gab ihm zu denken. Was will die mit der Times auf dem stillen Örtchen obwohl sie kein Englisch kann. Selbst die Narren im Saal aus Hinterweidenthal sind bei seinem Vortrag auf ihre Kosten gekommen. Ihre „Dance Company“ hinterließ einen hervorragenden Eindruck und nahm dem „Labbeduddl“ den Wind aus den Segeln. Dahinter musste sich auch die Garde vom MGV Obersimten nicht verstecken.

Die Halle bebte als im Bühnenneben „Modern Talking“ zu erkennen war. Stefan Merkel und Patrik Busch mussten nicht alleine singen. Die Narren im ausverkauften Saal stimmten textsicher mit ein. Die beiden engagierten Vorstandsmitglieder der „Hääschdner Needingsterzer“ waren auch mit der Nummer „Cordula Grün“ und im Männerballett „Fasnachtskiechle“ zu sehen. Da wollte der erste Vorsitzende Winfried Heinrich nicht zurückstehen und schlüpfte in die Rolle von Roger Whittaker und einem Boy der typischen 80ziger.

Viel erzählen konnte auch der „Saarpfälzer“ Dorian Memmer aus Donsieders. Im Zuge seiner Ahnenforschung hatte es ihn nach London verschlagen wo er ein paar Tage Urlaub verbringen wollte. Er konnte von einer Kutschfahrt mit der Queen und diversen Besuchen in Gaststätten berichten. Andere Länder – andere Sitten.

Bis zur nächsten Kampagne hat auch „de Maddin“ Martin Berberich aus Annweiler vom Reisen die Schnauze voll. Er kreuzte mit seiner Gattin durch die Karibik und lernte dabei auch Karlheinz Sauer kennen. Wenn Veganer am Tisch sitzen, müsste man sich nicht wundern wenn die mit Blumen bedruckte Servierte als amuse geule aus der Küche angesehen wird.

Die „Häädsturre“ aus Annweiler hatten nicht nur die Trifelsgarde sondern auch die mystischen „Devil Dancers“ mitgebracht. Gern gesehene und gehörte Gäste sind „Die Briefbomber“ aus Leimen. Roman, Dagmar und Vanessa Littich forderten die Besucher auf „Trinken wir erstmal a Wie“. Die Anregung wurde gerne aufgenommen.

Ein wahres Feuerwerk entfachten die „Cuba Girls“ vom TV Hauenstein, welche die Gäste in den Zirkus entführten. Der TV hatte auch seine Gruppe „One2Step“ mitgebracht. Selbstverständlich dürften auch die Tanzmariechen der Needingsterzer Judith Schöffel und Emily Seibel sowie die Needinggarde nicht fehlen.

YMCA, ein Ohrwurm auf den 80zigern hatte das Männerballett „Fasnachtskiechle“ inspiriert. Ihre Trainerin Nicole Weber hatte eine tolle Chorografie einstudiert, bei der es den Saal nicht mehr auf den Stühlen hielt. Bevor die Narren in den gemütlichen Teil des Abends übergehen konnten, heizte die „Crazy-Gugge-Hääschde“ noch so richtig ein. Schöffel und Pohl dankten auch den vielen Heinzelmännchen vor und hinter den Kulissen die immer vor Ort waren, wo helfende Hände gebraucht wurden.(rby)




Entwurf der geplaten Kita in Hauenstein einstimmig akzeptierte

HAUENSTEIN. Das wird schon ein überaus imposanter Bau werden: Fast 50 Meter lang, 15 Meter tief und durchgehend zweigeschossig soll die neue Kindertagesstätte werden, die die Ortsgemeinde Hauenstein in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule auf dem Gelände der ehemaligen Süddeutschen Schuhfabrik errichten wird. 3,8 Millionen Euro soll die für sechs Gruppen konzipierte Einrichtung kosten, deren Entwurf der Ortsgemeinderat  einstimmig akzeptierte.

Barbara Hort und Thomas Bingeser vom Lauterer Architekturbüro hort+hensel hatten dem Rat die Entwürfe präsentiert. Die Kita soll im nördlichen Bereich des noch frei zu räumenden Grundstücks entlang der Grenze zum Schulhof errichtet. Im Erdgeschoß befindet sich der von der Dahner Straße aus über einen Treppenweg und eine ihn begleitende Rampe -für Kinderwagen etwa- zu erreichende Haupteingang, über den man das Foyer erreicht. Rechts davon ist ein rund 70 Quadratmeter großer Multifunktionsraum geplant, dem sich auch ein Küchenbereich sowie ein im rechten Winkel angebauter und nur eingeschossig ausgeführter Sportraum mit 60 Quadratmetern Fläche und ein Geräteraum anschließen.

Vom Foyer aus links sind zunächst das Leitungsbüro und ein Personalzimmer erreichbar. Im linken Teil des Traktes Richtung Süden finden dann zwei Gruppenräume mit je rund 48 Quadratmetern samt einem jeweils angegliederten „Rückzugsraum“ mit 21 und 23 Quadratmetern Platz. Nördlich des Flurs sind dann unter anderem Toiletten, ein Wickelraum, Treppenhaus und Aufzug untergebracht.

Im Obergeschoß sind vier weitere Gruppenräume mit Rückzugsräumen und zwei Kleingruppenräume mit etwas mehr als 10 Quadratmetern, Toiletten und Wickelraum sowie Räume für die Haustechnik vorgesehen. Es kann über einen nach Süden weisenden „Laubengang“ und über eine Außentreppe verlassen werden.

Über das Gebäude, das –wie Barbara Hort ergänzte- dem vom Landesjugendamt vorgeschriebenen Raumprogramm entspricht, wird sich ein leicht geneigtes Pultdach erstrecken, das auch eine Photovoltaikanlage aufnehmen könnte. Das Haus wird als Niedrig-Energie-Gebäude gebaut und -wie die Planer betonten, barrierefrei angelegt. Vor dem Gebäude Richtung Dahner Straße ist ein großer terrassierter Spielbereich geplant, auf dem planerisch ein kleiner Bolzplatz, eine Nestschaukel, eine Kletterlandschaft und auch eine Bobby-Car-„Rennstrecke“ ausgewiesen sind.

Die Räte widmeten besondere Aufmerksamkeit der Parkplatz- und Verkehrssituation rund um die künftige Kita. Hier solle das an ähnlichen Einrichtungen zu beobachtende Verkehrschaos zu Bring- und Abholzeiten minimiert werden. Sechs Parkplätze sind zunächst rechts des Gebäudes vorgesehen, die über die Kirchstraße angefahren werden können. Von diesen Parkplätzen gelangt man ebenerdig und barrierefrei zu einem Nebeneingang im Norden des Gebäudes. Entlang der Dahner Straße werden sechs weitere längs angelegte Parkbuchten entstehen.

Ursprünglich hatte die Gemeinde eine viergruppige Kita geplant: Neuere Zahlen freilich, die das Jugendamt der Kreisverwaltung vorlegte, wiesen, so Ortschef Bernhard Rödig, einen Platzbedarf für sechs Gruppen aus. Diese neue Berechnung basiere zum einen auf der Tatsache, dass sich mit dem sich gerade in der Erschließung befindlichen Baugebiet „Am Sonnenhang“ die Zahl der Kinder wohl erhöhen werde. Zum anderen sei aber der Trend zu beobachten, dass immer mehr jüngere Kinder die Kitas besuchten, führte Rödig weiter aus.

Markus Keller (Grüne) nannte es ein „Armutszeugnis“, dass die Berechnungsgrundlagen dem Rat nicht vorlägen: „Vor zweieinhalb Jahren hieß es noch, dass die in den beiden Hauensteiner Kitas bestehenden sechs Gruppen ausreichten. Jetzt erfahren wir, dass zwei weitere Gruppen notwendig seien“, sagte er und forderte, dass die zugrunde liegenden Berechnungen „auf den Tisch“ kommen müssen. Ortschef Rödig stellte fest, dass er die Zahlen selbst nicht kenne. Er habe aber „volles Vertrauen in den zuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes“. Die Zahlen sollen dem Rat noch zur Kenntnis gebracht werden, sagte Rödig zu.

Der Rat stimmte dem Entwurf des Büros schließlich einstimmig zu. Von den dicht besetzten Zuhörerbänken gab’s Beifall – wohl sowohl für den Entwurf als auch für den Beschluss. Wie die Planerin ausführte, habe man das „durchaus sportliche Ziel“, noch im März den Bauantrag einreichen zu können. Wenn alles glatt laufe, könne das Gebäude dann im September oder Oktober 2020 bezogen werden. (ran)




2.500 Euro für das Kinderhospiz „Sterntaler“

HAUENSTEIN. Eine Spende in Höhe von 2.500 Euro kann die Hauensteiner Metzgerei Braun an das Kinderhospiz „Sterntaler“  übergeben. Die Spendensumme für den Förderverein Kinderhospiz Sterntaler e.V. und das stationäre Kinderhospiz in Dudenhofen kam dadurch zustande, dass die Beschäftigten der Metzgerei in der Vorweihnachtszeit auf ihre Trinkgelder verzichteten und dass die Kunden die auf der Theke aufgestellten Sammelbüchsen entsprechend fütterten. Einen Beitrag zur Spende leisteten auch die Kinder von Mitinhaber Peter Braun, Lina (rechts) und Henri, sowie Linas Freundin Leni  Schehl (links), die für die gute Sache Weihnachtsplätzchen backten und sie vor dem Ladengeschäft –auch bei beißender Kälte- verkauften. Fast 500 Euro kamen so zusammen. Die Spende wurde von der Geschäftsleitung auf den runden Betrag aufgerundet. (ran)