Bürgermeister Werner Kölsch tritt zurück

18. Mai 2020
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HAUENSTEIN. Die Nachricht, die in der vergangenen Woche als eher unscheinbare Pressemitteilung verteilt wurde, hat in der Verbandsgemeinde eingeschlagen wie die redensartliche Bombe: Bürgermeister Werner Kölsch tritt zum 31. August aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Die Amtszeit des 65-Jährigen Hauensteiners liefe erst 2023 ab. Die Kommunalpolitik reagiert betroffen und überrascht und mit dem Tenor: Gesundheit geht vor.

Werner Kölsch, der 2014 als parteiloser Kandidat ins Amt gewählt worden war und in der laufenden Periode von einer Koalition aus FW VG Hauenstein, SPD und Grünen getragen wurde, befindet sich derzeit in Urlaub. Im Gespräch mit der Rheinpfalz bestätigte er gesundheitliche Probleme, die ihm seit Ende vergangenen Jahres zu schaffen machten. „Es ist nichts Lebensbedrohliches“, stellte er fest, gleichwohl seien sie so ausgeprägt, dass die Ärzte geraten hätten, die beruflichen Belastungen zurückzufahren. Er folge diesem Rat schweren Herzens, sehe aber sehr wohl, dass man das Amt nicht „mit angezogener Handbremse“ ausüben könne. Die Entscheidung sei über längere Zeit, im Kontakt mit den Ärzten und nach vielen Gesprächen in der Familie gereift. „Letztlich ist Gesundheit das höchste Gut.“

Sein Ziel sei es gewesen, den Haushaltsplan und die Wirtschaftspläne für die Jahre 2020 und 2021 durch den Rat zu begleiten. Das ist am Mittwoch vergangener Woche geschehen, als der Rat die Pläne verabschiedete. Er werde Mitte des Monats seinen Urlaub beenden und werde dann alles tun, um einen geordneten Übergang an einen Nachfolger zu ermöglichen. Unter anderem sei ja zu klären, wann ein neuer Verbandsbürgermeister gewählt werden kann. Ansonsten werde er mit den Mitarbeitern der Verwaltung die anstehenden Themen bearbeiten. Auf der Agenda steht ja vor allem die weitere Zukunft der Verbandsgemeinde, deren Erhalt Sprecher aller Fraktionen bei den Haushaltsberatungen als „oberstes Ziel“ herausgearbeitet hatten. Im Juni werde er eine weitere Ratssitzung leiten, sagte der scheidende Verwaltungschef.

Sehr überrascht und betroffen haben die kommunalpolitischen Akteure die Nachricht vom Rückzug des Verbandsbürgermeisters aufgenommen. Zugleich äußern sie allesamt die Hoffnung, dass Kölsch „ohne die Belastungen des Amtes seine Gesundheit stabilisieren“ könne, wie es etwa Hermann Rippberger, Sprecher der FW VG Hauenstein und Ortsbürgermeister in Lug, ausdrückte. Rippberger stellte fest, dass Werner Kölsch sein „Amt mit großer Motivation und Einsatz geführt“ habe. Auch habe er „für die Ortsgemeinden immer und jederzeit ein offenes Ohr“, was sich auch in der Reduzierung der Verbandsgemeindeumlage, „wann immer es die finanzielle Situation zuließ“, abgebildet habe: „Das gab uns Luft zum Atmen.“

Norbert Meyerer, Sprecher der CDU, die im Rat in der Opposition sitzt, würdigte Kölsch als „guten, fleißigen und verlässlichen Bürgermeister“. Man habe ihn „nimmermüde, immer ansprechbar und dialogbereit“ erlebt, sodass er auch in der CDU-Fraktion “Achtung und Ansehen“ genieße. Meyerer bedauert den Rücktritt und „beglückwünscht“ Kölsch zu „dem Mut, diesen Schritt zu gehen“. Denn er sei sich wohl bewusst, wie sehr das Amt „in heutiger Zeit physisch und psychisch“ belaste, fährt Meyerer fort.

Er dankt Kölsch für seine Arbeit und stellt fest: „Es gibt auch ein Leben nach dem Bürgermeistersein – möglichst bei guter Gesundheit und zusammen mit der Familie.“ Den guten Wünschen des Parteikollegen schließt sich auch Michael Zimmermann, der Bürgermeister der Sitzgemeinde an. Werner Kölsch habe sich „stets als Verfechter der Eigenständigkeit der VG Hauenstein“ eingesetzt, für die ja „laut Gesetz Gebietsänderungsbedarf“ bestehe, der bis Ende 2022 lediglich ruhe. Es werde sich zeigen müssen, ob und welchen Einfluss Kölschs Entscheidung auf den Fortbestand der VG Hauenstein über das Jahr 2022 haben werde.

Manfred Seibel, 3. Beigeordneter und Grünen-Sprecher im Rat, betont, dass ihn Werner Kölschs Rücktritt auch deshalb betroffen gemacht habe, weil ihn „über die Zusammenarbeit im Rathaus hinaus viel mit dem Bürgermeister“ verbinde. Seibel, der eine Kandidatur bei einer wahrscheinlichen Neuwahl „definitiv ausschließt“, beschreibt eine „sehr gute Zusammenarbeit“ mit Kölsch. Man habe zusammen „viele richtige Schritte“ gemacht, um die VG Hauenstein zu entwickeln. Wichtig sei vor allem, dass man in Bezug auf die Kommunalreform gemeinsam einen Aufschub bis 2022 erreicht habe.

Fast wortgleich würdigte Andreas Wilde, 2. Beigeordneter und SPD-Sprecher den scheidenden Bürgermeister. Auch er lobt die „gute und geräuschlose Zusammenarbeit“ mit Werner Kölsch und ist sich sicher: „Wir haben die Verbandsgemeinde nach vorne gebracht.“ Die SPD werde am Wochenende über Perspektiven, die sich aus der neuen Situation ergeben, beraten.

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Bekiffte Autofahrer
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