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Die Wiedereröffnung des Deutschen Schuhmuseums noch völlig offen

HAUENSTEIN. Einstimmig vergab der Ortsgemeinderat Hauenstein am Dienstabend den Auftrag für die Stahl- und Metallbauarbeiten am derzeit laufenden Umbau des Deutschen Schuhmuseums. Die Arbeiten, die einen neue Eingangssituation für das Museum und einen neuen Platz für den Weltrekordschuh schaffen, werden von der Bornheimer Firma FW Glashaus zum Angebotspreis von 247.400 Euro ausgeführt.

Dem Beschluss war, wie Bürgermeister Michael Zimmermann auf Anfrage bestätigte, im vorgelagerten nicht öffentlichen Teil eine intensive und kontroverse Diskussion vorausgegangen. Nach einer noch danach beantragten Auszeit, die die Fraktion der Wählergruppe Schöffel in Anspruch nahm, fiel der Beschluss letztlich ohne jede weitere Diskussion und ohne Gegenstimme, wobei das Bauchgrimmen der Räte bis auf die Zuhörerstühle vernehmbar war.

Denn: Im vergangenen Jahr hatte der Rat eine Ausschreibung für dieses Gewerk aufgehoben. Das Architekturbüro arnold + partner war von einem Schätzpreis von 162.000 Euro ausgegangen. Das günstigste Angebot, das im vergangenen Jahr eingegangen war, belief sich aber auf rund 260.000 Euro, eine Summe, mit der der Rat nicht einverstanden war, weshalb er eine neue, diesmal beschränkte Ausführung beschloss.

Die Hoffnung, dadurch wesentlich günstigere Preise zu erzielen, erfüllte sich aber nicht: Nur drei Bieter gaben ein Angebot ab, wobei das jetzt akzeptierte Angebot letztlich gerade mal 13.000 Euro niedriger ausfiel als das günstigste Angebot der ersten Ausschreibung. Die höheren Kosten seien nach Angaben der Planer den seit dem vierten Quartal 2020 massiv gestiegenen Preisen im Bausektor geschuldet. Weiter steigende Materialkosten sowie Baumaterialknappheit als Folge der Corona-Krise ließen nicht erwarten, dass bei einer weiteren Neuausschreibung günstigere Angebote zu erhalten wären. Erwähnenswert: Eines der jetzt abgegebenen drei Angebote lag mit 524.000 Euro um mehr als hundert Prozent über dem günstigsten Angebot aus Bornheim.

„Traurig, dass es so gelaufen ist“ kommentierte der Ortsbürgermeister die Fakten: „Der aufgerufene Preis gefällt niemand, aber wir haben keine Alternative, ohne das gesamte Museumskonzept in Frage zu stellen.“ Mit dem Beschluss unterstreiche der Rat aber die „Bedeutung des Museums für unsere Gemeinde, die durch den Schuh groß geworden ist und durch ihn dazu gemacht wurde, was sie heute ist.“ Und so habe man den Beschluss zwar wegen der hohen Kosten mit „geballter Faust in der Tasche“ gefasst, aber es sei ein einmütiges „Bekenntnis zu unserem Vorzeigeobjekt Museum“, sagte er gestern.

Die letzte aktuelle Kostenermittlung für die bauliche Umgestaltung und Sanierung des Gebäudes lag bei 582.000 Euro. Darin war das jetzt vergebene Gewerk allerdings noch mit 162.000 Euro enthalten. Die Mehrkosten belaufen sich also nun auf rund 85.000 Euro. Einsparungen bei anderen Gewerken in Höhe von rund 19.000 Euro eingerechnet, verteuert sich das Projekt mit der Auftragsvergabe nun auf 648.000 Euro. Aber: Weitere Gewerke wie die Dachsanierung sind noch offen. Und dabei muss mit weiteren Kostensteigerungen gerechnet werden. Abzüglich der Fördergelder bleibt bei der Gemeinde ein Eigenanteil von aktuell 218.000 Euro.

Museum: Wiedereröffnung noch völlig offen

Das Deutsche Schuhmuseum in der Turnstraße ist derzeit geschlossen. Der Rat hat nun einen maßgeblichen Auftrag für die Neugestaltung des Eingangsbereichs, der als gläserner Kubus im südöstlichen Bereich des Bauhausgebäudes angegliedert wird, vergeben. Auch im Innern laufen die Arbeiten zu einer grundsätzlichen Neugestaltung der Ausstellung. Wie der stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates, Gerhard Seibel, gestern auf Anfrage mitteilte, sei man innen soweit, dass in den nächsten Tagen mit der Bestückung der Vitrinen begonnen werden könne. Ein Termin zur Wiedereröffnung des Museums, die ursprünglich für Anfang April geplant war, sei aber auch wegen der noch laufenden Arbeiten am Gebäude noch völlig offen.

 

 




Markus Koerdt, der „Spenden-Speed“ erlief 2.663 Euro für die Kinderheime

Foto; Markus Koerdt aus Menden im Sauerland (links) hat bei einem individuellen Marathonlauf fast 2.700 Euro für den Hauensteiner Freundeskreis der chilenischen Kinderheimstiftung erlaufen. Das Foto entstand beim Hungermarsch 2020, als Koerdt wie in den Jahren zuvor seine Spende an Karl Meyerer (rechts), den Sprecher des Freundeskreises, übergab. (fjs)

HAUENSTEIN. Die Monate der Corona-Pandemie sind auch eine Zeit, in der sich Gruppen, die sich ehrenamtlich für Projekte in Afrika oder Südamerika einsetzen und versuchen, mit eigenen Aktionen Spenden zu akquirieren, äußerst schwertun. Da kommt für den Hauensteiner Freundeskreis der chilenischen Kinderheimstiftung eine Nachricht aus dem Sauerland wie gerufen: Markus Koerdt, der „Spenden-Speed“ aus Menden, erlief bei seinem individuellen „Mai-Marathon“ die Summe von 2.663 Euro für die Kinderheime.

Normalerweise nimmt Markus Koerdt an vielen verschiedenen Wettbewerben im In- und Ausland teil, so an Städte-Marathons ebenso wie am 101 Kilometer langen „Hollenmarsch“ in Bödefeld, an der „100-Kilometer-Nacht von Flandern“ in Turnhout/Belgien oder an den „4daagse“ von Njimwegen/Holland, wo an vier Tagen insgesamt 200 Kilometer gelaufen werden. Und vor jeden Lauf suchte und fand er Sponsoren, die zumeist pro gelaufenen Kilometer einen festen Betrag versprachen.

Weil in diesem Jahr bisher keine Läufe stattfinden konnten, machte der „Spenden-Speed“ wieder sein eigenes Ding: „Die Kinder in Chile sind in der jetzigen Corona-Krise mehr denn je auf Spenden angewiesen“, sagte sich Koerdt und organisierte seinen eigenen Marathon, genau 42,195 Kilometer in und rund um seine Heimatstadt. Den Spenden-Marathon hatte er über die Presse publik gemacht und jene Sponsoren gefunden, die für die stolze Spendensumme aufkamen. „Sogar während des Laufs gingen über das Smartphone noch Spendenzusagen ein“, berichtete der Dauerläufer, der sein Ziel an der Kirchenpforte der Mendener St. Vincenz-Kirche nach 4 Stunden und 40 Minuten erreichte.

Koerdt ist seit 2013 Stammgast beim Hungermarsch, der seit 40 Jahren als Sternmarsch zum Winterkirchel führt: Auch im vergangenen Jahr, als der Freundeskreis wegen Corona die Aktion „Wandern für die andern“ in anderer Form durchführte, konnte er beim Gottesdienst vor der Christkönigskirche 5.000 Euro übergeben, unter anderem das Ergebnis seines individuellen 110-Kilometer-Laufes von Winterberg nach Menden. Und auch in den Jahren zuvor hatte der Postbeamte immer einen Scheck mit einer beachtlichen vierstelligen Summe präsentieren.

Koerdts Lauf-Spende wird dringend benötigt: Die Corona-Pandemie macht auch den sieben Häusern der Kinderheimstiftung zu schaffen. Wie Pater Raphael, der Präsident der zum Orden der Steyler-Missionare zählenden Stiftung im Osterbrief mitgeteilt hatte, hätten sich Kinder und Beschäftigte mit dem Virus infiziert. Und: Der auch in Chile verordnete Lockdown hätte zu einem erhöhten Personalbedarf geführt und dazu, dass in jedem Haus ein „Gesundheitsbeauftragter“ installiert werden musste. Und zu allem seien auch die Preise in vielen Bereichen gestiegen. Die Folge; „Wir geben fast doppelt so viel Geld aus wie in normalen Zeiten“, schrieb der Pater.

Einerseits also deutlich höhere Ausgaben in Chile. Und andererseits fielen beim Hauensteiner Freundeskreis Einnahmen weg: Die gesamten Erlöse von den Verkaufsständen an den örtlichen Märkten wie Kerwe und Frühlingsfest, beim Kräuter-, Keschde- und Weihnachtsmarkt brachen weg. Da war es ein Segen, dass die abgespeckte Hungermarsch-Version 2019 möglich wurde und dass als feste Größe die Patenschaften für feste Einnahmen sorgen. Und weil auch das Kindermissionswerk in Aachen die Hauensteiner Spenden um 15 Prozent aufstockt, konnten insgesamt 2020 57.500 Euro nach Chile fließen.

Ob’s 2021 wieder eine so „großartige Summe“ sein wird? Das stehe „in den Sternen“, sagen die Verantwortlichen um Lioba Uhl und Sprecher Karl Meyerer: „Aber eines ist gewiss: Wir sind eine große Familie und geben unser Bestes, damit die Kinder in Chile auch in schwierigen Zeiten eine Zukunft haben.“ Und zu dieser großen Familie zählt auch der Sauerländer Markus Koerdt, der auch künftig Kilometer um Kilometer abspulen wird, um Spenden für die Zukunft der Kinder zu erlaufen.  (fjs)

Info: Spendenkonto Kinderheimstiftung Chile, VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau
IBAN DE13548913000071066703




Ein Amselpaar brütete auf der Leiter

HAUENSTEIN. Da hat sich das Amselpaar wohl den passenden Gastgeber ausgesucht. Die Singvögel, auch unter dem Namen Schwarzdrossel bekannt, haben sich für ihr Brutgeschäft ausgerechnet bei einem „schwarzen Mann“ eingenistet. Auf der Terrasse des Hauensteiners  Martin Würz, der das ehrbare Handwerk des Schornsteinfegers in dritter Generation ausübt, haben sie ihr Nest gebaut, gleich vier Eier gelegt und ziehen nun den hungrigen Nachwuchs groß.

Und es gibt noch einen Bezug von diesen „Schwarzdosseln“ zum Schornsteinfegerhandwerk: Als Reminiszenz an die Kaminkehrer-Tradition der Familie hat Martin Würz die Leiter, die der Großvater von Haus zu Haus getragen hatte, unter dem Dach des Freisitzes als Dekoration drapiert. Und auf den Sprossen liegt das Kehrbesteck, die Kehrleine und der Leinstern, der den Ruß von den Kaminwänden fegt. Und genau dorthin hat das Pärchen aus Ästen und Moos sein Nest gebaut.

„Wir waren zunächst überrascht, weil auf dem Boden der eigentlich geschützten Terrasse immer mal wieder Material lag, das dort nicht hingehörte“, berichten Martin und Michaela Würz. Bis man den Flugverkehr des Amselpaares bemerkte, mal genauer nachforschte und dann das Nest auf Leiter und Kehrbesteck entdeckte. Als das schwarzgefiederte Männchen und das braune Weibchen ausgeflogen waren, schaute man einmal nach, was sich im Nest getan hatte.

Das füllte sich, wie Martin und Michaela entdeckten, nach und nach und mit einigem Abstand mit letztlich vier der grünen und mit schwarzen Punkten gefleckten Eier. Das Amselpaar bebrütete fleißig und mit großem Eifer die Eier, bis schließlich vier zunächst noch nackte Amselkinder geschlüpft waren. Nach und nach wuchs der Flaum, dann die Federn und der Hunger, der sich in weit aufgesperrten Schnäbeln äußert und die Vogeleltern zu ständiger Futtersuche zwang und zwingt. Und so wachsen die Jungvögel heran – und der Tag, an dem sie flügge werden und das Nest verlassen können, scheint näher zu rücken.

Noch einmal zurück zu den Gastgebern: Martin Würz übt –wie gesagt- sein Handwerk schon in dritter Generation aus, ist Meister seines Fachs und seit 2013 als Bezirksschornsteinfeger in seinem Kehrbezirk im Dahner Tal unterwegs. Dort war auch schon sein Großvater Alois, der in Münchweiler zuhause war, tätig gewesen. Auch Martins jung verstorbener Vater Franz war Teil der schwarzen Zunft, die seit alters her auch den Ruf eines Glücksbringers genießt. Franz Würz war in der Region auch als engagierter Georgspfadfinder bekannt. Sein Sohn Martin erlernte das Handwerk bei seinem Vater und erwarb nach dessen Tod den Gesellenbrief bei Meister Jakob Wenrich.

 




Der Jugendzeltplatz im Hauensteiner Stopper blieb über die Pfingsttage leer

Der Jugendzeltplatz im Hauensteiner Stopper

HAUENSTEIN. Normalerweise ist die Zeit um Pfingsten die erste „Hoch“-Zeit für Zeltlager. In diesem Jahr blieb Jugendzeltplatz im Hauensteiner Stopper –trotz der diesmal längeren Schulferien- auch über die Pfingsttage leer. Nicht zum ersten Mal: Auch 2020 wurden keine Zelte auf dem weitläufigen Wiesengelände am Ortsausgang Richtung Lug aufgebaut. Ob bei weiter sinkender Inzidenz 2021 die eine oder andere Jugendgruppe zum Zelten in den Stopper kommen kann?

Markus Pohl, der für den Jugendzeltplatz verantwortliche Beigeordnete der Ortsgemeinde, berichtet im Rheinpfalz-Gespräch, dass für den Platz im Stopper mehrere konkrete Buchungsanfragen eingegangen seien. „Aber wir wissen zum gegebenen Zeitpunkt nicht, ob, wann und unter welchen Bedingungen wir den Zeltplatz tatsächlich öffnen können.“ Zum 25. Juni sei eine Jugendgruppe mit 40 Personen angemeldet, der unter Vorbehalt zugesagt worden sei. Auch für die Monate Juli und August lägen feste Buchungsanfragen für bis zu 200 Zeltgästen vor.

Ob das alles so zustande kommen wird, das ist für den Beigeordneten noch völlig offen: Es stellen sich momentan noch mehr Fragen, als es Antworten gibt. „Dürfen wir mehr als eine Gruppe auf den Zeltplatz lassen? Wie ist die Benutzung der Sanitärräume zu regeln? Wie differenziert muss ein Hygieneplan aussehen?“, nennt Pohl einige der noch offenen Baustellen. Sicher sei nur, dass der „organisatorische Aufwand bedeutend größer als bisher“ sein werde

Eine weitere Unwägbarkeit sei, ob der Veranstalter überhaupt genügend Teilnehmer für sein geplantes Zeltlager gewinnen kann. „Das ist momentan noch ein Hin und Her, ein Kommen und Gehen. Es wurden schon Gruppen an- und wieder abgemeldet, weil, wie die Veranstalter mitteilen, die Anmeldungen der Kinder und Jugendlichen ausgeblieben sind. Alles ist derzeit unsicher“, berichtet Markus Pohl von einem Prozess, der derzeit mit (zu) vielen Unbekannten vorbereitet werden will. Sicher ist nur: „Wenn es möglich sein wird, dann werden wir den Zeltplatz öffnen.“

Im vergangenen Jahr war der Platz, auf dem 2019 beispielsweise die Deutsche Waldjugend ihr Bundeslager mit über 500 Teilnehmern oder 2018 die Jugendfeuerwehren aus Baden-Württemberg ihr Landeslager mit knapp 300 Jugendlichen durchgeführt hatten, „gut gebucht“, wie Pohl mitteilte: Insgesamt 23 –zum Teil sehr große- Gruppen waren fest angemeldet. So wollte unter anderem ein Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg aus Schwerte (Ruhrgebiet) ihr Sommerlager mit rund 150 Teilnehmern im Stopper abhalten, auch Gruppen der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) aus Walldorf (80 Kinder und Jugendliche), dem Main-Taunus-Kreis (90) und aus Kaiserslautern (90) wollten nach Hauenstein kommen. Corona machte es unmöglich. Ob es heuer anders wird?

 

 




die Sanierung des Hauensteiner Wasgaustadion kann gefördert werden.

HAUENSTEIN. In der vergangenen Woche haben die Bundestagsabgeordneten Anita Schäfer (CDU) und Angelika Glöckner (SPD) mit der Mitteilung überrascht, dass die Sanierung des Hauensteiner Wasgaustadion, die mit einer Summe von 1.555.000 Euro veranschlagt sei, mit einem Zuschuss des Bundesinnenministeriums in Höhe von 699.750 Euro gefördert werden könne. Was steckt dahinter? Und: Wird damit auch ein Kunstrasenplatz im Wasgaustadion, das als Schulsportanlage in der Trägerschaft des Kreises steht, möglich?

Zum Hintergrund: Die Notwendigkeit der Sanierung der leichtathletischen Anlagen des Wasgaustadions ist unumstritten und seit spätestens 2018 Beschlusslage. Dafür waren rund 220.000 Euro veranschlagt worden. Den vor allem vom SC Hauenstein, aber auch von anderen Vereinen der VG Hauenstein seit vielen Jahren geforderten Einbau eines Kunstrasens im Wasgaustadion dagegen hatte der Bauausschuss des Landkreises im November vergangenen Jahres vor allem aus ökologischen Gründen abgelehnt (Rheinpfalz vom 17. November 2020). Die Entscheidung hatte in Hauenstein die Emotionen hochkochen lassen und die Forderung laut werden lassen, die Entscheidung des Bauausschusses noch einmal zu überdenken.

Zumal hohe Fördermöglichkeiten für solche Projekte publik wurden: Ein Kunstrasen könnte aus damals neu aufgelegten Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ mit einer Quote von 55 Prozent gefördert werden könnten. Aus Fördertöpfen des Landes könnten weitere 25 Prozent fließen, sodass der Kreis mit einer Gesamtförderung von 80 Prozent rechnen könne.

Jetzt also die Mitteilung aus Berlin zu diesem Komplex. Wie die Pressestelle des Landkreises auf Anfrage mitteilte, habe der Kreis im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ einen Förderantrag samt Projektskizze eingereicht. Der Antrag gehe von Kosten für die Sanierung des Stadions in Höhe von brutto 1,55 Millionen Euro aus. Rund 1300 weitere Kommunen hätten für das Bundesprogramm den Finger gestreckt. Umso mehr freue man sich, dass der Kreis bei diesem „stark überzeichneten“ Programm zum Zuge komme. Ein formeller Förderbescheid liege aber bisher noch nicht vor, wie Pressesprecher André Schattner mitteilte.

In der veranschlagten Summe von 1,55 Millionen Euro sei die Überarbeitung der vorhandenen leichtathletischen Anlagen enthalten: Die 400-Meter-Rundenbahn soll demnach von sechs auf vier Laufbahnen reduziert werden. Insgesamt werde die Anlage „in ihrer Ausstattung den aktuellen sportlichen Bedürfnissen der Schüler, Sportler und Jugendlichen angepasst“. So seien, um die Bundesjugendspiele zu ermöglichen, eine Doppelweitsprunggrube mit Dreisprunganlage, eine Kugelstoßanlage sowie eine Hochsprunganlage vorgesehen.

Durch den Wegfall der zwei Laufbahnen werde Platz geschaffen für ein Streetballfeld, das „das sportliche Angebot noch erweitern und gezielt bei der Jugendarbeit eingesetzt werden“ könne. Für das Großspielfeld, dessen Naturrasen derzeit von Ehrenamtlichen des SC Hauenstein gepflegt wird, sei im Förderantrag als „Maximal-Ausführung“ eine Kunstrasen-Variante beantragt, „damit der Antrag den aus unserer Sicht größtmöglichen Sanierungsumfang abdeckt“, wie die Kreisverwaltung mitteilt.

Das weitere vom Bundesinnenministerium vorgesehene Förderverfahren sieht nun vor, dass das Projekt in einer Vorstellungsrunde dem Projektträger Jülich, der als Dienstleister im Auftrag des Bundes die Umsetzung und die Betreuung des Förderprogramms bearbeitet, im Detail erläutert werden muss. Dabei müsse auch die Beschlusslage des Bauausschusses zum Rasenplatz an- und besprochen werden. Sowohl aus den Fraktionen der CDU als auch aus der SPD war dazu zu hören, dass man sich mit der durch die Fördermitteilung aus Berlin neu entstandenen Situation beschäftigen werde. Bei der CDU steht eine Fraktionssitzung Mitte Juni an. Dabei werde man sich mit den neuen Gegebenheiten befassen, teilte Christof Reichert mit. Auch die SPD wolle, wie Kreistagsmitglied Andreas Wilde informierte, vor dem Hintergrund, dass eine neue bewertende Gegenüberstellung von Naturrasen und Kunstrasen sowie zur Pflege und Instandhaltung des bestehenden Rasenplatzes vorliege, die Angelegenheit neu sichten und bewerten.

Über das weitere Antragsverfahren werden die Kommunen, deren Projekte gefördert werden sollen, noch weitere Informationen erhalten. Ein Termin für die Vorstellung werde vom Fördergeber kurzfristig vergeben. Abschließend teilt der Kreis mit: „Eine Aussage zum Planungsstand, Ausführungszeiten oder dem Baubeginn kann daher noch nicht getroffen werden. Ausschreibung und Umsetzung hängen bei einer Projektförderung auch vom Vorliegen des Bescheids ab.“

 




Der Langerkopf als Standort von Windkrafträdern

HAUENSTEIN. Der Langerkopf als Standort von Windkrafträdern ist wieder in aller Munde, seit die Landesregierung von ihrem 2015 verkündeten strikten Windkraft-Stopp für den Pfälzerwald abgerückt ist und Windräder auf „belasteten Flächen“ zulassen will. „Belastet“ ist der ehemalige Militärstützpunkt ohne Zweifel. Und das hat den Verbandsgemeinderat Hauenstein schon 2017 abseits aller Windkraftdiskussionen zu einer Resolution mit der Forderung veranlasst, das Gelände „rückstandslos“ zurückzubauen.

Im Rat war damals von „verheerenden Zuständen“ und einem „Saustall“ die Rede gewesen und davon, dass das Trinkwasser für die Wilgartswiesener Annexe Hofstätten nicht ohne Grund mit Aktivkohle gefiltert werden müsse. Deshalb forderte der Rat damals auch die zuständige Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA) auf, kontaminiertes Erdreich zu entfernen und einen Bodenaustausch durchzuführen. Das war vor vier Jahren. Was ist seither geschehen? Wir haben nachgefragt.

In ihrer Antwort auf unsere Anfrage teilt eine Sprecherin der BImA nun mit, dass die Maßnahme „im Wesentlichen“ abgeschlossen sei: „Aktuell steht lediglich noch die Untersuchung von drei kleinräumigen Verdachtsflächen an.“ Dass Rückbau-Erwartungen vor Ort und vertragliche Vereinbarungen zum Rückbau auf anderen Ebenen zwei Paar Stiefel sind, wird allerdings in den weiteren Ausführungen deutlich.

Denn: Hatte man in der Verbandsgemeinde auf einen „rückstandslosen“ Rückbau gehofft, so weist die BImA nun darauf hin, dass der Bund zwar „entsprechend seiner Verpflichtung nach den vertraglichen Regelungen mit dem Land Rheinland-Pfalz die Aufbauten vollständig zurückgebaut“ habe. Aber: „Zur Beseitigung der Bodenplatten und Verkehrsflächen ist der Bund nach dem Vertrag nicht verpflichtet.“ Diese seien deshalb nicht vollständig, sondern „nur insoweit zurückgebaut (worden), als dies im Zusammenhang mit Rückbaumaßnahmen fachtechnisch angezeigt oder notwendig war“.

Und in Bezug auf die im Rat und auch von der Initiative Pro Pfälzerwald geäußerte Kritik, dass nur sehr oberflächlich gearbeitet wurde, dass kontaminierte Flächen einfach „übererdet“ worden seien, weist die Bundesbehörde darauf hin, dass an zwei Stellen ein Bodenaustausch stattgefunden habe. In einem Bereich sei „sehr gering belastetes Gestein im Erdreich belassen und übererdet“ worden. Davon gehe aber „keine Gefährdung mehr“ aus.

Insgesamt seien „bei den fachgutachterlich begleiteten Rückbauarbeiten einige lokal begrenzte Bodenverunreinigungen festgestellt“ festgestellt worden. Die erforderlichen Maßnahmen seien „in Abstimmung mit den Umweltbehörden unter Beachtung des Abfall- und Umweltrechts durchgeführt“ worden. Drei weitere „nur kleinräumige“ Verdachtsflächen seien untersucht. Hier müsse noch das Ergebnis der Analysen abgewartet werden.

Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Maßnahmen abgeschlossen sind, werde „die förmliche Rückgabe der Liegenschaft an die Landesforstverwaltung“ erfolgen: „Sie ist nach dem Abschluss aller mit dem Rückbau zusammenhängenden Maßnahmen vorgesehen.“  Eine Renaturierung der Flächen durch den Bund sähen die vertraglichen Regelungen mit dem Land Rheinland-Pfalz nicht vor, teilt die BImA-Sprecherin weiter mit

Bisher seien Rückbaukosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro entstanden und damit rund 400.000 mehr als ursprünglich veranschlagt. Die noch laufenden Untersuchungen und daraus gegebenenfalls resultierende weitere Maßnahmen würden „nach derzeitigem Kenntnisstand weitere Kosten von maximal rund 15.000 Euro verursachen“

Die Aussagen der BImA werden vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium weitgehend bestätigt. Die erforderlichen Maßnahmen seien „aus bodenschutzrechtlicher Sicht abgeschlossen. Hierbei wurde den Grundsätzen der Gefahrenabwehr entsprochen“. Auch seien alle erforderlichen Maßnahmen im Vorfeld mit den Konversionsaltlasten-Arbeitsgruppen (KoAG), an denen unter der Leitung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) unter anderem die Kommunen und die Fachbehörden beteiligt sind, abgestimmt worden.

Eine Sprecherin des Mainzer Ministerium führte weiter „grundsätzlich“ aus, dass es sich bei der Altlastenbeseitigung „bodenschutzrechtlich um Gefahrenabwehrmaßnahmen“ handele. Das bedeute, dass „der Aushub von belastetem Erdreich bis hin zu einem von der Oberen Bodenschutzbehörde festgelegten Sanierungszielwert zu erfolgen“ habe. Damit sei es möglich, dass Restmengen von verunreinigtem Bodenmaterial mit tolerablen Schadstoffkonzentrationen, von denen keine Gefährdung ausgeht, im Untergrund verbleiben könnten.

Das Ministerium teilte auf Anfrage weiter mit, man mit der formellen Rückgabe des Geländes an die Forstverwaltung noch im Sommer rechne.

 

 




Der Gemischte Chor des MGV Hauenstein übt digital

HAUENSTEIN. Es fängt alles an wie in einer ganz normalen Singstunde. Die einen sind früh da, andere kommen sehr knapp. Man begrüßt sich, ein Sänger lässt sich entschuldigen, Chorleiterin Julia Dauenhauer erläutert das Programm und bald beginnt eine stimmlockernde und stimmbildende Übung.

Es ist eigentlich wie immer. Nur: Der Gemischte Chor des MGV Hauenstein übt nicht leibhaftig und nicht im Proberaum, sondern schon seit Anfang März digital – über PC, Laptop und Smartphone, aus dem Wohn- oder Arbeitszimmer und der Küche und über die Plattform Zoom. Das kommt im Chor sehr gut an, aber nicht alle teilen die Begeisterung.

Am Mittwoch dürfen wir per Gastzugang „Mäuschen“ spielen. 23 Sängerinnen und Sänger haben sich über Zoom zusammengeschaltet. Die Damen sind deutlich in der Überzahl, nur vier Männer machen mit. Julia Dauenhauer, die dem Chor in normalen Zeiten physisch leitet, ist die Initiatorin der Video-Probe und die Moderatorin der „Sitzung“. „Ich hatte meine Zweifel, ob diese Form der Probe gut geht und ob sie den Leuten etwas geben kann“, hatte sie im Vorgespräch mit der Rheinpfalz eingeräumt.

Jetzt, nach einigen Wochen, kann sie feststellen: „Ich bin froh, dass wir den Versuch gewagt haben“, sagt sie. Die Sängerinnen und Sänger zögen mit, und dass „immer gut die Hälfte des Chores dabei ist und sich die meisten regelmäßig zuschalten“, das wertet sie auch als Beleg dafür, dass es „Spaß macht, auch in dieser Form zu singen“.

Das Organisatorische ist recht einfach. Julia Dauenhauer hat den Teilnehmern den Zugangslink per Email zugeschickt. Die Sängerinnen und Sänger schalten sich nach und nach zu und erscheinen auf dem Bildschirm als kleine Bildtafeln in einer „Galerie“. Die Chorleiterin, die vom heimischen Wohnzimmer aus agiert und von Mama und Schwester unterstützt wird, ist –bei Bedarf- groß im Bild. Sie gibt die Stimmübungen vokal und mit Keyboardunterstützung vor.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind stummgeschaltet und sind weder für die Chorleiterin noch für andere zu hören. Nur sie, ihre Gesangsstimme, ihr Keyboard und ihre Tipps –„Da müssen wir auf ein schlankes A achten“ oder „Hier bitte keine Atempause“- sind zu hören. Die stummen Bilder aber beweisen: Der Chor ist dabei, man singt, man übt, ist konzentriert. Irgendwie passend zur Zeit übt man eine neue Version von „We shall overcome“ ein, pflegt später mit „Bleibe bei uns, Herr“ auch das Repertoire.

Und das läuft genauso ab wie in den „analogen“ Singstunden: Jede Stimme wird einzeln vorgegeben, per Stimme und/oder per Keyboard, einmal oder mehrfach, am Bildschirm singen Sopran und Alt und die Männer abwechselnd, ehe mit Keyboardbegleitung stimmig gesungen wird. Wobei: Auch hier hört jeder nur sich. Das hat freilich Nachteile: „Schade, dass wir nicht hören, wie es im mehrstimmigen Satz klingt. Der Chorklang fehlt halt“, sagt Stephanie Baron, die zusammen mit ihrem Mann Bernhard an der digitalen Singstunde teilnimmt. „Mir fehlt schon auch die stützende Stimme der Nachbarin, die mir über Stellen hinweghilft, wo ich nicht so sicher bin“, stellt Elisabeth Reichert fest, die noch nicht so lange im Chor singt.

Einig ist man sich unter den Sängerinnen und Sängern, dass diese Form der Chorprobe in der gegebenen Corona-Situation ein probates Hilfsmittel ist. „Man trainiert seine Stimme und übt das Repertoire“, sagt Stephanie Baron. Und es sei gut, dass „wir uns in dieser Form treffen und uns sehen können“, meint sie. Das zeige auch, ergänzt Elisabeth Reichert, „dass es weitergeht: Der Termin Mittwoch, 20 Uhr, Singstunde steht – trotz Corona, trotz Kontaktbeschränkungen. Es ist ein kleines Stückchen Normalität.“

Das ist auch wichtig für die Chorleiterin, wenn sie an die Zeit nach der Pandemie denkt. „Wenn keine Proben stattfinden, dann geht uns auch der eine oder andere verloren, der sich innerlich vom Chor verabschiedet. Dann fällt es, wenn das Leben sich wieder normalisiert, umso schwerer, das Chorleben wieder zu reaktivieren. Mit der digitalen Probe haben wir immerhin ein Stück Chor, das weiter existiert und funktioniert“, sagt sie, wobei schon leises Bedauern mitschwingt, wenn sie feststellt, dass die „älteren Herren halt fehlen“.

„Die digitale Probe ist schon eine gute Möglichkeit, das Hobby trotz Corona weiter auszuüben“, stellt denn auch Peter Kopper, der Vorsitzende des MGV und einer der fehlenden älteren Herren, fest. „Aber: für mich ist es das nicht“, gesteht er. Gerade den älteren Mitsängern fehle zuweilen auch die Erfahrung und/oder das Equipment, um digital zu proben. „Nicht jeder kann und nicht jeder will“, sagt er und kommt auf den Punkt: „Es fehlt halt auch das Danach“, formuliert er und spielt damit auch auf die soziale Komponente des Singens im Chor an, ein Aspekt, den das digitale Üben eben nur marginal bieten kann.

 

 




In der Verwaltung werden Stellenbesetzungen vorgenommen

Foto: Bürgermeister Patrick Weißler (ran)

HAUENSTEIN. Seit jener denkwürdigen Sitzung im April vergangenen Jahres ist die Personalsituation in der Hauensteiner Verbandsgemeindeverwaltung Gegenstand ständiger Diskussionen: Hermann Rippberger als Sprecher der Freien Wähler hatte gefordert, dass in der Verwaltung „alles auf den Prüfstand“ müsse, der damalige Bürgermeister Werner Kölsch hatte ein von der Kommunalberatung erstelltes Gutachten ankündigt und der Verbandsgemeinderat eine Wiederbesetzungssperre verhängt. Wie ist der Sachstand? Wir haben nachgefragt.

Zunächst: Das zum 30. September vergangenen Jahres angekündigte „Gutachten“ der Kommunalberatung blieb ein Phantom. Ob es nur ein kommunikatives Missverständnis war, sei dahingestellt.  Jedenfalls biege erst jetzt die laut Bürgermeister Patrick Weißler eine im Mai beauftragte und von der Kommunalberatung erstellte Personalbedarfsanalyse auf die Zielgerade ein, wie Weißler auf Anfrage mitteilte. Von einem umfänglichen Gutachten war spätestens seit Jahresbeginn nicht mehr die Rede.

Er werde das Ergebnis dieser Analyse dem Rat und dem Personal der Verwaltung vorstellen und „bald nach Ostern“ auch die Öffentlichkeit über Inhalte informieren. Weißler teilte vorab mit, dass die Kommunalberatung die eine oder andere Stelle anders bewerte, hier Abstriche und dort Aufschläge mache. Alles in allem liefe die Arbeit der Kommunalberatung, für die die Verbandsgemeindekasse bisher 8.500 Euro überwies, im Ergebnis auf eine Stellenmehrung hinaus.

Erst wenn diese Personalbedarfsanalyse vorliege und en Detail besprochen sei, werde bei der Kommunalberatung in einem zweiten Schritt eine Organisationsanalyse in Auftrag gegeben. Diesen Ablauf hätten die Fachleute aus Mainz empfohlen. Es zeichne sich aber bereits ab, dass die gegenwärtig fünf Fachbereiche um einen Bereich reduziert werden: So werde diskutiert, ob der technische Bereich der Werke künftig unter das Dach der Bauabteilung schlüpfe und der Finanzbereich der Werke in die Finanzabteilung der Werke zu integrieren sei. „Das ist so andiskutiert. Über Details muss aber noch mit allen Beteiligten gesprochen werden“, sagte Weißler. Gesprächsbedarf bestehe noch im Bereich des Ordnungsamtes, das organisatorisch und eventuell personell anders aufgestellt werden soll. Hier müssten noch Abstimmungsgespräche auch mit den Ortsgemeinden stattfinden.

Derweil werden in der Verwaltung Stellenbesetzungen vorgenommen. So wurde eine zum 31. April freiwerdende Stelle im Personalbereich, die in der Ratssitzung im Dezember kontrovers diskutiert worden war, durch eine Umschichtung mit einer qualifizierten Kraft aus dem eigenen Haus besetzt. Eine Stelle in der Finanzabteilung werde zum ersten September unbefristet ausgeschrieben. Hier hatte es in der letzten Ratssitzung Diskussionen darüber gegeben, ob man die Stelle befristet oder unbefristet anbieten könne. „Wenn wir hier qualifizierte Kräfte ansprechen wollen, müssen wir eine unbefristete Stelle ausschreiben“, ist sich Patrick Weißler sicher.

Für die Abrechnungen im Bereich der Werke werde in Kooperation mit der VG Landau-Land eine Kraft mit 10 Wochenstunden eingestellt. Die Stelle des hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarts ist ausgeschrieben, nachdem die zum 1. November eingestellte Kraft bereits nach zwei Monaten wieder ausgeschieden sei. Bewerbungen lägen vor, Gespräche seien geführt, eine Entscheidung werde zeitnah fallen. „Hier werden wir die Einarbeitungsphase sehr aufmerksam begleiten“, stellte Weißler fest. Nicht zuletzt: Ausgeschrieben werden soll auch eine Ausbildungsstelle im Tourist-Info-Zentrum (TIZ): Hier soll eine Kauffrau oder ein Kaufmann für Tourismus und Freizeit ausgebildet werden. (ran)

 




Vorbereitungen laufen das Bad unterhalb des Backelsteins je nach Corona-Lage schon Anfang Mai zu eröffnen

HAUENSTEIN. Ob, wie und wann die Freibäder in die Badesaison 2021 starten können, das steht noch in den Corona-Sternen. Gleichwohl werden in Hauenstein die Vorbereitungen getroffen, das Bad unterhalb des Backelsteins je nach Corona-Lage schon Anfang Mai zu eröffnen. „Wir können dabei auf die guten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr bauen“, sagte Ortschef Michael Zimmermann.

Im vergangenen Jahr hatte das Bad –trotz Corona und trotz einer gegenüber den Vorjahren deutlich verspäteten Eröffnung im Juni- ein zufriedenstellendes Ergebnis eingefahren. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und stehen im Ergebnis mit 26.000 Besuchern deutlich besser als erwartet da“, konstatierte der Ortsbürgermeister. War man zu Beginn der Badesaison noch von Corona bedingten Mehrausgaben von 40.000 Euro ausgegangen, so wurden im Saldo lediglich zusätzliche Ausgaben in Höhe von 10.000 Euro errechnet, zumal es auch Einsparungen bei der Aufsicht und bei den Unterhaltungsmaßnahmen gab, wie Jochen Kerner von den Werken mitteilte.

Überraschend: Was die Zahl der Besucher angeht, war das Jahr 2020 trotz der Corona-Einschränkungen „nicht das schlechteste der vergangenen Jahre“, so Kerner: 2014 seien weniger Besucher ins Bad gekommen. Eine Schlussrechnung für das vergangene Jahr liege allerdings noch nicht vor.

Derzeit werde das beliebte Bad „ausgewintert“, teilte Zimmermann mit. Die Saison 2021 werde man mit dem gleichen Hygienekonzept fahren, das sich im vergangenen Jahr bewährt habe. Das Bad soll täglich von 10 bis 19 Uhr seine Pforten öffnen. Gleichzeitig dürfen sich 500 Badegäste auf dem weitläufigen Gelände aufhalten. Damit das eingehalten werden kann, findet eine Eingangs- und Ausgangszählung statt.

Eine Anmeldung, wie sie in anderen Bädern praktiziert wurde, ist nicht notwendig. Es gibt auch keine Beschränkung der Aufenthaltsdauer im Bad. Das Schwimmerbecken ist in drei Bahnen eingeteilt, in denen sich gleichzeitig und mit gebotenem Abstand insgesamt höchstens 36 Schwimmer bewegen dürfen. Das Nichtschwimmerbecken kann, wie es im Konzept heißt, „ganz normal unter Einhaltung des Abstandsgebotes“ genutzt werden kann.

Die Eintrittspreise bleiben unverändert. Im vergangenen Jahr hatte man aber auch den Verkauf von Dauer- und Familienkarten verzichtet. Sie werden für die Saison 2021 wieder angeboten. Der Verkauf startet aber erst dann, wenn Klarheit über die Öffnung des Bades herrscht. Auch für Inhaber von Dauerkarten gilt das Prinzip der Schlange. Sie müssen sich wie alle anderen Badegäste in die Warteschlange einreihen.

Im laufendem Jahr sind im Schwimmbad Investitionen in Höhe von 69.000 Euro vorgesehen. Unter anderem soll ein energetisches Konzept erstellt werden, für das Kinderbecken soll ein Sonnensegel beschafft werden und am Kiosk soll eine Überdachung installiert werden. Nach den Plänen wird das Bad 2021 einen Verlust von 265.000 Euro einfahren.




Auf dem Rundweg im Queichtal wollten sie 100 Kilometer am Stück laufen

HAUENSTEIN. Unlängst haben die Hauensteiner Alexander Memmer und Stephan Riffel bei ihrer „Streets of Verbandsgemeinde“-Tour zusammen mit Sebastian Haag in knapp zehn Stunden alle 165 Straßenkilometer der Verbandsgemeinde Hauenstein per Fahrrad abgefahren. Am Samstag stellte sich das Duo mit dem Projekt „Queich 100“ einer neuen spektakulären Herausforderung: Auf dem Rundweg im Queichtal wollten sie 100 Kilometer am Stück, zwanzig Runden à fünf Kilometer, laufen. Aber nur einer kam ins Ziel…

Wir trafen Alex und Steph am Samstagmorgen gegen 8.30 Uhr am ersten Querweg unterhalb des Parkplatzes Farrenwiese. Dort hatten Anke Müller und Jana Köer einen Verpflegungstisch mit Getränken und Obst, mit Energy-Balls und Bananenbrot, mit Gels und –ja- mit Gummibärchen für die Läufer aufgebaut. Und die hatten bereits viereinhalb Stunden und runde 40 Kilometer in den Beinen. Die Stimmung im Team, zu dem sich für ein paar 5-Kilometer-Runden zur Queichquelle und zurück auch „Gastläufer“ Alexander Keller gesellt hatte, war nach dem ersten Marathon bestens. Eine Pause gab’s nicht, dafür ein paar Worte Flachs und die freundliche Einladung, doch einfach mitzulaufen…

Um vier Uhr waren sie gestartet, die Dunkelheit durchbrachen Stirnlampen. „Es war nicht ganz unproblematisch, denn an den Weihern im Queichtal war die Krötenwanderung im vollen Gang. Da musstest du schon sehr aufpassen“, berichteten die beiden Läufer. Dennoch: „Ganz gemütlich und entspannt“ lief man in die Morgendämmerung hinein, der aufkommende Tag sorgte für eine willkommene, mentale Zäsur. Aber es lagen da ja noch satte 60 Kilometer vor ihnen. Das Geläuf ist „nicht ideal“, wie sie konstatieren. Der überaus beliebte Spazierweg ist mal geschottert, mal sandig, auch mal festgefahren, nur hier und da ist’s angenehmer Waldboden.

Nun ist es ja nicht so, dass Stephan, 41 Jahre alt, Vater von drei Kindern und Vertriebsleiter bei Interunion, und der 30-jährige Alexander, der als Flugdatenbearbeiter bei der Deutschen Flugsicherung beschäftigt ist, ausgewiesene Ultraläufer sind. Aber sie stellen sich nicht alltäglichen Herausforderungen und setzen alles daran, sie zu bestehen. „Vor rund vier Wochen hat Steph mir die Idee präsentiert. Ich habe spontan zugesagt, weil es sich einfach cool anhörte und es ja sonst keine Laufevents gibt“, lacht Alexander, der als Läufer öfter mal unter den Top Ten in den Läufen der Region auftaucht. Er ist eher auf Strecken zwischen zehn und zwanzig Kilometern zuhause, hat aber 2019 auch den Amsterdam-Marathon absolviert. Zuletzt habe er die Frequenz „ein bissel erhöht“, aber sich nicht gezielt auf die 100 Queich-Kilometer vorbereitet.

Wobei: Um ein Gefühl für die Länge der Strecke zu bekommen, habe er zusammen mit Stephan Riffel, der pro Woche rund 100 Kilometer läuft, einen „Marathon“ nach Bruchweiler eingeschoben. „Das hat problemlos geklappt. Also war die ,Queich 100‘ fix“, berichtet Stephan Riffel. Das Projekt traf im Freundeskreis auf Interesse. Es fanden sich Hobbyläufer, die zwei, drei Runden mitliefen. „Das hat für Abwechslung auf dem langen Weg gesorgt: Man konnte quatschen, erzählen, wurde abgelenkt und neu motiviert“, beschreibt das Ultra-Duo die Hilfe durch das halbe Dutzend Gastläufer, von denen –ganz nebenbei- Christian Stöbener „mal eben seinen ersten Marathon aus den Füßen schüttelte“, wie Alex Memmer erzählt.

Ihn traf’s bei Kilometer 55: Schon nach etwa 23 Kilometern habe sich ein leichter Gelenkschmerz bemerkbar gemacht, der bis zu Kilometer 55 zu einem stechenden Schmerz –dem sogenannten Läuferknie- ausartete. Die Hoffnung, dass sich die Pein wieder verziehen würde, trog. „Auch eine Pause half nichts. Beim Stehen war der Schmerz zwar weg, aber nach wenigen Schritten war er wieder da. Ich musste abbrechen“, war Alexander Memmer traurig. Nach dem „Ausstieg“ begleitete er den Kollegen Riffel auf dem Fahrrad, motivierte, munterte auf.

Das war auch nötig. „Nach Alex‘ Ausscheiden hatte ich ein tiefes Tief. Noch 45 Kilometer, schaffst du das?“, habe er sich gefragt. Die Anfeuerung von außen half schließlich. Aber die letzten beiden Runden seien „die Hölle gewesen“, erzählt Stephan. Der Körper habe rebelliert und signalisiert „Ich will nimmie.“ Der Kopf habe sich aber durchgesetzt. „Und als ich auf den letzten Metern vor dem Ziel meine Kinder, die auf mich warteten, sah, die Crew und die Gastläufer, dann war da das Gefühl, es geschafft zu haben, einfach unbeschreiblich“, schildert Stephan Riffel , der sich seit einigen Wochen vegan ernährt und sich sehr fit dabei fühlt, die letzten Meter vor dem Ziel, das er gegen 17 Uhr erreichte.

Und wie fühlt man sich am Morgen nach einer solchen Tortur? Er habe nicht sonderlich gut geschlafen und sei früh wach geworden, erzählt er. Der Körper spüre sehr wohl die Belastung, er fühle sich „leer und ausgelaugt“ an, aber er habe keinerlei Schmerzen. Auch bei Alexander Memmer war am Tag nach der „Challenge“ der Schmerz verflogen. „Ich fühle mich wohl“, sagte er lapidar. Und dann musste doch die Frage kommen, was nach „Streets of Verbandsgemeinde“ und nach „Queich 100“ als nächstes folgt. „Eine Idee haben wir noch nicht“, sagt Alex, „aber wir liefern etwas“, ergänzt Steph. Man darf gespannt sein.