Butterphosporsäure in Lebensmittelgeschäft in Hauenstein

Hauenstein (ots) – Am Dienstagvormittag, 11.02.2020 ca. 7:30 Uhr teilte der
Inhaber eines Obst- und Gemüseladens am Markplatz in Hauenstein der Polizei in
Dahn mit, dass jemand vermutlich Buttersäure in seinen Geschäftsräumen verteilt
hat.

Als eine Angestellte die Geschäftsräumlichkeit heute Morgen zwischen 07:00 Uhr –
07:30 Uhr öffnete, bemerkte sie einen beißenden Geruch. Dann stellte sie eine
Flüssigkeit auf dem Boden fest, welche sie mit einem Waschlappen wegwischte.

Da die Mitarbeiterin über Übelkeit und Atemwegsreizungen klagte, entschied der
Geschäftsinhaber gegen 11 Uhr, den Laden zu schließen.

Nach einer Überprüfung durch den Messtrupp des Gefahrstoffzuges der Feuerwehr
des Landkreis Südwestpfalz und einer Untersuchung durch einen Fachkundigen
konnte die Substanz definitiv auf Butterphosphorsäure bestimmt werden. Nach
Angaben der Experten geht keine Gefahr von dem Stoff aus. Die Kreisverwaltung
Südwestpfalz wurde über den Sachstand in Kenntnis gesetzt.

Die Polizei Dahn, die Feuerwehr Hauenstein, der Gefahrstoffzug des Landkreis
Südwestpfalz sowie ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes waren bis ca.
14:30 Uhr vor Ort im Einsatz. In der Zeit kam es einsatzbedingt zu leichten
Verkehrsbeeinträchtigungen.

Für den Zeitraum von 12:30 Uhr bis 14:30 Uhr war der Durchgangsverkehr komplett
gesperrt.
(PD Pirmasens)




„Hausbesetzer“ auf dem Vogelhaus

HAUENSTEIN. Zu den Gästen am Futterhäuschen, das eigentlich für die Vögel gedacht ist, gesellt sich seit einigen Tagen in einem Hauensteiner Garten immer wieder ein Eichhörchen, das sich an den Vögeln zur Verfügung gestellten Sonnenblumenkernen und Nüssen labt. Dabei erweist sich das putzige Tierchen als „Hausbesetzer“, nimmt es doch den ganzen Raum des Futterhauses in Anspruch, verweilt geraume Zeit und lässt dann den Meisen, Gimpeln, Kleibern oder Rotkehlchen, die auch gerne mal vorbeischauen, keine Chance. Manchmal ist es auch sehr hektisch unterwegs und holt sich im Häuschen ein paar Körner, um sie anschließend am Boden zu vergraben.  Die rotbraunen Tierchen sind im Winter nur für wenige Stunden am Tag aktiv, wenn sie nicht gerade in ihrem Kobel –so heißt ihr Nest- schlafen. In dieser kurzen Zeitspanne müssen sie ihren Bedarf an Nahrung decken. (ran)

 




Unterstellmöglichkeit für den Weltrekordschuh am Museum soll nahezu das Doppelte kosten

HAUENSTEIN. Die unfrohe Botschaft kam ganz am Ende der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstagabend: Wie Ortsbürgermeister Michael Zimmermann mitteilte, habe das Planungsbüro „arnold + partner“ (Pirmasens) der Gemeinde am 10. Dezember eine aktuelle Kostenschätzung für den Bau einer dauerhaften Unterstellmöglichkeit für den Weltrekordschuh am Museum vorgelegt, die von einer glatten Verdopplung der Kosten ausgeht: Statt den im Mai 2018 geschätzten Kosten in Höhe von 180.000 Euro soll die Maßnahme nun 357.000 Euro kosten.

Wie mehrfach berichtet, ist am Deutschen Schuhmuseum eine umfängliche Sanierung geplant. Neben der Sanierung von Dach, Fenstern und Außenfassade (aktuell geschätzte Kosten: 225.000 Euro) und der Verlegung des Eingangsbereichs (44.625 Euro) war auch eine attraktive Unterbringung für den Weltrekord-Wanderschuh vorgesehen, den das Unternehmen Schuh-Marke 2006 herstellen ließ und 2008 der Gemeinde übergab. Dieser Schuh soll nun am neuen Eingang, der an der südlichen Längsseite vor dem Querbau positioniert werden soll, in einem eigenen vitrinenartigen Anbau präsentiert werden.

Zur Sache: Der Weltrekordschuh

2006 feierte die Firma Schuh-Marke ihr 33-jähriges Bestehen. Höhepunkt des Schnapszahlen-Jubiläums war die Enthüllung des größten Schuhs der Welt, dessen Vorbild ein Wanderschuh aus dem Hause Lowa war: Der aus rehbraunem Nubukleder von einem Team um den Hauenstein Arthur Leidner gefertigte Riesenschuh hat die Schuhgröße 1071, ist 1 500 Kilogramm schwer, stolze 714 Zentimeter lang, 250 Zentimeter breit und 440 Zentimeter hoch, die Schnürsenkel sind bei einem Durchmesser von fünf Zentimetern 120 Meter lang. Mit diesen Maßen fand er in die Guiness Rekorde-Bibel und in eine Rekorde-Show von RTL.

2008 übereignete das Schuhunternehmen den Riesenschuh dem Museum, wo er lange auf einem Tieflader und unter einer Plane präsentiert wurde, die den Schuh nur unzulänglich vor den Unbilden der Witterung schützen konnte. Schon seit geraumer Zeit bemühte sich man deshalb sich um eine angemessene Unterbringung des Schuhs, die nun im Zuge der Sanierung des Museums errichtet werden soll. (ran)

Für die Gesamtmaßnahme sollten insgesamt 495.000 Euro investiert werden, für die es aus Bundesmitteln eine Förderung von 330.000 Euro gibt. Während die Fördersumme gedeckelt ist und gleich bleibt, erhöhen sich nun die Gesamtkosten nun auf 627.000 Euro, sodass der ursprünglich erwartete kommunale Eigenanteil von 165.000 Euro auf 297.000 Euro steigt. Um den Zuschuss aus Berlin nicht zu gefährden, musste noch am vergangenen Freitag –dem Tag nach der Ratssitzung- dem Bundesbauministerium offiziell per Ratsbeschluss bestätigt werden, dass die Finanzierung auch des höheren gemeindlichen Anteils sichergestellt sei.

Dem stimmte der Rat zu. Die extreme Steigerung sorgte jedoch für ungläubiges, ja verärgertes Kopfschütteln: „Für diesen Betrag kann man ja ein Wohnhaus finanzieren“, war mehrfach zu hören. Sowohl Patrick Stöbener (FWG) als auch Manfred Seibel (Grüne) betonten, dass die ursprünglich geschätzten Kosten von 180.000 Euro schon als Höchstgrenze verstanden worden sei. Der Beigeordnete Stefan Kölsch (Grüne) regte deshalb auch eine Überplanung der Maßnahme an. „Wir müssen bei der Ausführungsplanung und bei der Umsetzung ganz genau hinschauen, massiv Kosten sparen und konsequent auf jeden Cent schauen“, sagte Ortschef Zimmermann.

Die Mehrkosten hatte der Planer unter anderem damit begründet, dass Kostenschätzungen lediglich über einen „Schärfegrad von plus/minus 20 bis 30 Prozent“ verfügen, weil sie lediglich „auf einer ersten Konzeptplanung basieren“. Für das Zuschuss gebende Ministerium sei nun eine „ausführliche Kostenberechnung“ erforderlich geworden, die auf der Basis der aktuell angepassten Planung erstellt worden sei und sich auf „konkrete Massen“ und die „aktuelle Baupreissituation“ beziehe. Das habe zu dem gegebenen Ergebnis geführt. Zusätzliche Kosten in Höhe von 33.000 Euro, die in der ersten Kostenschätzung nicht enthalten waren, entstünden zudem auch unter anderem durch die barrierefreie Zuwegung samt Außenbeleuchtung.




Ein mitreißend dargebotenes Konzert des Musikvereins Hauenstein

HAUENSTEIN. Es war wie in den vergangenen Jahren: Ein glänzend aufgelegtes Blasorchester, ein engagiert führender Dirigent Markus Rebehn, ein ausgesprochen abwechslungsreiches Programm und rund 250 Zuhörer im bis auf den letzten (Steh-)Platz gefüllten Bürgersaal ließen auch das Neujahrskonzert 2020 des Musikvereins Hauenstein zu einem besonderen Erlebnis werden. Das Publikum feierte die Instrumentalisten stehend und mit langanhaltendem Beifall.

Wie gesagt: Es war ein sehr facettenreiches Programm, das die 49 Musiker unter dem Dirigat von Markus Rebehn vorbereitet hatten. Es gab Musik aus vielen Ländern, es gab traditionelle und moderne Blasmusik, es gab Ausflüge in die Welt des Pop und Rock und nicht zuletzt auch in den Bereich der Filmmusik und des Schlagers. Es waren bekannte und zuweilen auch eher fremde Melodien – und alles war fein gemischt und kurzweilig verpackt und vor allem: mitreißend dargeboten.

Das gilt zunächst für die Stücke, die eigens für Blasorchester komponiert wurden: Da war unter anderem die Suite „Where the River Flows“ von James Swearingen, die in drei Sätzen die Geschichte eines weißen Jungen erzählt, der von Indianern entführt, dann adoptiert und schließlich zum „Great Chief“ wird, oder das wunderschöne „Air for Winds“ von André Waignein, das in der Tradition des barocken Air mit seiner romantisch dahinfließenden Melodie zum Träumen anregte. Und da fehlten auch nicht die klassischen Polkas aus Böhmen und aus Mähren wie Antonin Zvaceks „Morgenblüten“ oder Christian Bruhns „Böhmische Souvenirs“.

Neben der traditionellen Blasmusik-Literatur interpretierte der Musikverein auch Arrangements weltbekannter Hits aus Rock und Pop. Wer die Fusion verschiedener Musikgenres mag, der wird es genossen haben: Wunderschön dargeboten wurde beispielsweise John Miles‘ „Music“, mit Jubel und Bravorufen gefeiert wurden Paul McCartneys „Yesterday“, Europes „Final Countdown“, Led Zeppelins „Stairway to Heaven“ und  Art Garfunkels „Bright Eyes“, für das Markus Rebehn das Arrangement geliefert hatte.

Die Kapelle widmete sich auch Spirituals wie „Oh Lord, What a Morning“ und „Steal away“ und  dem „Beerdigungshit“ aus New Orleans „Just a closer Walk“. Auch Schlager aus den Fünfzigern wie dem von Bert Kaempfert zum Millionenseller gemachten „Mitternachtsblues“, bei dem Boris Keiser als Solist glänzte, waren zu hören. Auch hier also: ein breit gefächertes Spektrum an Spielarten der Musik, an Genres, an Stimmungen, an Tempi und an musikalischen Farben.

Das Konzert war eröffnet worden vom Jugendorchester des Vereins unter der Leitung des gerade 20-jährigen Felix Wünschel. Die Youngsters trugen –unterstützt von Senior Gerhard Bohn- sehr anmutig, sicher und mit Charme Queens „We will Rock you“ und Josh Grobans „You raise me up“ vor. Dass der MVH mit seinem Jugend- und Ausbildungskonzept einen erfolgreichen Weg geht, wurde deutlich, als die Jugendkapelle die Bühne frei machte für die Aktiven: Alle jungen Instrumentalisten machten auf dem Absatz kehrt und reihten sich in das Orchester der Aktiven ein: So gelingt es dem MVH immer wieder, Nachwuchsmusiker in die Kapelle zu integrieren und sie an das hohe Niveau der Kapelle heranzuführen. Für die Zukunft ist also gesorgt.

Das Orchester  musizierte unter dem souveränen und lebhaften Dirigat von Markus Rebehn, der augenscheinlich die Musik lebt, wie aus einem Guss, agierte überaus dynamisch und füllte den Saal mit einem differenzierten und harmonischen Gesamtklang. Es überzeugt bei pianissimo-Phasen und verliert auch bei forte und fortissimo nichts von seiner Transparenz. Das ergab in der Summe energiegeladene Musik mit nuancenreicher Instrumentierung, manchmal mit viel Drive, manchmal aber auch mit fast schwebenden Melodieteilen.

Reicher Beifall war der Lohn für eine reife Leistung. Als Zugabe gab’s einen Hauch Wien: Wie beim traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker erklang –begleitet vom klatschenden Publikum- der Radetzky-Marsch. (ran)




Hauensteiner „Schusterpfad“ wurde für die Endauswahl des Wettbewerbes „Deutschlands schönste Wanderwege 2020“ nominiert

HAUENSTEIN. Der Hauensteiner „Schusterpfad“ wurde von der Fachzeitschrift „Wandermagazin“ für die Endauswahl des Wettbewerbes „Deutschlands schönste Wanderwege 2020“ nominiert. Das teilten am Wochenende Bürgermeister Werner Kölsch und die Leiterin der „Tourist Info Pfälzerwald“ (TIZ), Sonja Spieß, mit. Auch der unlängst zertifizierte Pirmasenser „Teufelspfad“ zählt zu den nominierten Wegen.

Der Schusterpfad ist einer von sieben Premiumwanderwegen, die in der Urlaubsregion Hauenstein zertifiziert sind. Er führt als knapp 17 Kilometer langer und sehr abwechslungsreicher Rundweg über rund 570 Höhenmeter rund um Hauenstein und ist gesäumt von zahlreichen Buntsandsteinfelsen, die auch grandiose Ausblicke über Dorf und Wasgau bieten – der Hühnerstein und der Needing, das Kreuzel und der Backelstein etwa. Die Wegeführung folgt in großen Teilen dem Hauensteiner Höhenweg, den vor vielen Jahren schon Alfred Meyer, der verstorbene Altmeister des Hauensteiner PWV, beschrieben hat. An Wochenenden und im Sommer auch mittwochs bietet das PWV Wanderheim unterwegs gastliche Einkehr.

Die Tour kommt unter den Wanderfreunden bestens an: Auf den einschlägigen Seiten des Internets wird der Weg sehr positiv besprochen: „Tolle Tour mit viel Abwechslung auf sehr gut markierten Wegen und Waldpfaden. Herrliche Aussichten auf Hauenstein und den Pfälzerwald“, lesen wir da oder „Sehr schöne Wanderung mit tollen Sandsteinformationen. Wir kommen bestimmt nochmal wieder, wenn die Esskastanien reif sind!“ Ein anderer Wanderer kommentiert so: „Sehr schön für alle Altersklassen und Kinder. Die Ausschilderung ist super, und die Ausblicke sagenhaft.“

Unter den ausgewählten Touren ist auch der im Herbst zertifizierte Pirmasenser „Teufelspfad“, der durch das FFH-Gebiet Gersbachtal führt. „Wir freuen uns sehr über die Nominierung. Das spricht für die hohe Attraktivität des ‘Teufelspfads‘, dem jüngsten der insgesamt drei zertifizierten Premiumwanderwege unmittelbar vor unserer Haustür“, kommentierte Rolf Schlicher, Leiter des Pirmasenser Stadtmarketings, die Nominierung.

Der 6,2 Kilometer lange Teufelspfad führt vorbei an Quellen, Bächen, Wasserfällen und Felsformationen. Ein blau-weißes Teufelssymbol bietet Wanderern wie Spaziergängern und Nordic Walkern Orientierung. Ausgangs- und Endpunkt des nach dem Naturdenkmal Teufelsfelsen benannten Weges ist das bewirtete Naturfreundehaus Gersbachtal im Pirmasenser Ortsbezirk Niedersimten.

Der Wettbewerb “Deutschlands schönste Wanderwege” wird 2020 zum 16. Mal stattfinden. Er ist in den Kategorien Tages- und Halbtagestouren sowie Mehrtagestouren ausgeschrieben. Insgesamt 63 Wege hatten sich beworben – zehn Weitwanderwege und 15 Tagestouren wurden ausgewählt. Um den Titel streiten sich die beiden Südwestpfälzer Wege mit 13 anderen Touren in ganz Deutschland, unter anderem mit dem „Alpsee-Rundweg“ am Fuß der Zugspitze, dem „Drei-Seen-Weg“ im Kraichgau und der „Traumschleife Heimat“ im Hunsrück. 2019 stimmten rund 35.000 Wanderfreunde über die Touren ab, Sieger wurde der Wanderweg „Die Wilde Endert“ in der Eifel vor dem Kaiserstuhlpfad in Südbaden.

 Für den Wettbewerb bereitet das Wandermagazin ein „digitales Wahlstudio“ vor, in dem die nominierten Wanderwege ausführlich vorgestellt werden und über das auch digital abgestimmt werden kann (https://wandermagazin.de/de/86/wahlstudio.html.)  Ein Votum kann auch per klassischer Wahlkarte abgegeben werden. Ab 01. Februar wird abgestimmt. Im September werden die drei Erstplatzierten jeder Kategorie während der Wander- und Trekkingmesse „TourNatur“ in Düsseldorf bekanntgegeben und ausgezeichnet. (ran)




Eine Anerkennung des „Wasgau-Felsenlands“ als Unesco – Weltnaturerbe soll geprüft werden

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HAUENSTEIN. Ein ganz großes Rad will der Verkehrsverein Hauenstein drehen: Wie der Vorsitzende Thomas Engel mitteilte, habe er im Namen des Vereins dem Mainzer Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) vorgeschlagen, eine Anerkennung des „Wasgau-Felsenlands“ als Unesco – Weltnaturerbe zu prüfen und gegebenenfalls in die Wege zu leiten. Staatsekretär Denis Alt aus dem MWWK ist der rheinland-pfälzische Regierungsbeauftragte für das Unesco-Welterbe.

„Das Wasgau-Felsenland umfasst in der Südpfalz den Bereich von Annweiler bis Eppenbrunn. Es ist einzigartig in Deutschland“, heißt es in Engels Schreiben. Das Felsenland sei vergleichbar lediglich mit dem Elbsandsteingebirge, sei aber viel ausgedehnter, fährt der Hotelier aus dem Hauensteiner Landgasthof „Zum Ochsen“ fort. Alleine in der Gemarkung Hauenstein gebe es 28 große Sandsteinfelsen, im gesamten Bereich dürften es „annähernd 300 Felsen sein“. Der Verein bittet den Staatsekretär „um wohlwollende Prüfung“ des Vorschlags.

Zur Sache: Unesco Welterbe
Ziel der Welterbekonvention der Unesco aus dem Jahr 1972 ist es, Güter besonders zu schützen, deren Erhalt im Interesse der gesamten Menschheit ist. Neben besonderen Zeugnissen vergangener Kulturen, künstlerischer und architektonischer Meisterwerke und immaterieller Werte können auch einzigartige Naturlandschaften unter Schutz gestellt werden. In Rheinland-Pfalz sind unter anderem der Speyerer Dom und die Porta Nigra in Trier als Weltkulturerbe geschützt.

Als Weltnaturerbe wurde das Obere Mittelrheintal unter besonderen Schutz gestellt. Für die Anerkennung als Weltnaturerbe sind mehrere Kriterien formuliert: Unter anderem sollen die unter Schutz zu stellenden „Güter“ „überragende Naturerscheinungen oder Gebiete von außergewöhnlicher Naturschönheit und ästhetischer Bedeutung“ aufweisen. In Deutschland zählen neben dem Mittelrheintal lediglich das Wattenmeer, alte Tiefland- und Mittelgebirgsbuchenwälder unter anderem im Müritzer Nationalpark und in der Schorfheide, die Teil eines transnationalen Naturerbes sind, sowie die Grube Messel bei Darmstadt zum Unesco-Weltnaturerbe. (ran)

Bewusst habe man für den formlosen Antrag den Begriff „Wasgau-Felsenland“ verwendet, sagte Thomas Engel im Gespräch mit der Rheinpfalz, seien die einzigartigen Felsengebilde aus Buntsandstein doch im gesamten Wasgau, damit in den Verbandsgemeinden Annweiler, Hauenstein, Dahner Felsenland und Pirmasens Land und sowohl im Landkreis Südwestpfalz als auch im Landkreis Südliche Weinstraße zu finden. Er habe deshalb auch Landrätin Susanne Ganster und Landrat Dietmar Seefeld um Unterstützung des Anliegens aus Hauenstein gebeten.

In dem Vorschlag sehe er auch einen Ansatz, um die Kooperation zwischen den betroffenen Verbandsgemeinden und den Landkreisen weiter zu entwickeln: „Lasst uns doch einfach groß denken“, sagte Engel. Er sei sich bewusst, dass bis zu dem angepeilten Ziel ein weiter und aufwendiger Weg zurückzulegen sei. „Aber wir sollten es versuchen.“ Und natürlich hofft man, schon auf dem und am Ende des Weges der Region neue touristische Aufmerksamkeit zu verschaffen.

 

 




Die folgenden 3 Jahre werden entscheiden

HAUENSTEIN. „Wir haben jetzt noch drei komplette Jahre Zeit, um die Weichen so zu stellen, dass die Verbandsgemeinde Hauenstein auch künftig selbstständig bleiben kann“, sagt Bürgermeister Werner Kölsch zur Kommunal- und Verwaltungsreform (KVR), die seit Mitte 2016 alle anderen Themen, die in der Verbandsgemeinde zu beackern sind, überlagert.

Das Mainzer Innenministerium hatte die VG nach einem Gespräch im Oktober vergangenen Jahres zwar nicht aus dem „Gebietsänderungsprozess entlassen“, hatte aber einen Übergangszeitraum bis Ende 2022 eingeräumt. Und den wolle man nun nutzen, um die Verbandsgemeinde Hauenstein und ihre Verwaltung so aufzustellen, dass „ihr Bestand über das Jahr 2022 möglich sein wird“, so Kölsch im Rheinpfalz-Gespräch. Das sei, so Kölsch, „nach den von uns vorgelegten Zahlen“ durchaus denkbar.

Bis Ende 2022 werde man „auf möglichst vielen Gebieten und mit den bestmöglichen Partnern“ Möglichkeiten der Kooperation eruieren. Das sei beispielsweise durch die Einrichtung einer gemeinsamen Vergabestelle, das sei im Bereich der Digitalisierung, wo man bereits eine Digitalstrategie auf den Weg gebracht hat un d diesen Weg auch gerne mit einem Partner gemeinsam gehen würde, und im weiten Feld des Tourismus möglich.

Bei den Werken, wo auch eine Betriebsführung über VG-Grenzen hinaus denkbar sei, habe man bereits eine gemeinsame Lagerhaltung mit der VG Dahner Felsenland, bei der Vollstreckung kooperiere man mit Rodalben: „Wichtig ist, dass wir durch die Kooperation Fachwissen konzentrieren.“ Die Kooperationsgespräche sollen, so Kölsch, in den nächsten Monaten anlaufen, wobei die zeitliche Vorgabe Gründlichkeit zulasse.

Trotz aller Diskussionen um die nach wie vor offene Zukunft: Das laufende Geschäft geht weiter, beispielsweise in den nächsten Wochen mit der Aufstellung des Haushaltes: Der Rat hat im vergangenen Jahr die VG-Umlage in zwei Schritten von zunächst 29 auf 28 und im Spätjahr aufgrund positiver wirtschaftlicher Faktoren sogar auf 25 Punkte gesenkt, wobei die hier nicht enthaltene Schulumlage von 4,5 Prozent mitgedacht werden muss. Für 2020 geht Kölsch bei einer Umlage von 28 Punkten von einem ausgeglichenen Finanzhaushalt aus.

„Sollte sich wie im letzten Jahr auch 2020 ergeben, dass ein Überschuss erzielt werden kann, dann werden wir den, ohne den eigenen Handlungsspielraum einzuschränken, an die Ortsgemeinden zurückgeben“, konstatiert der VG-Chef und ergänzt, dass man über die Umlagesenkungen die Ortsgemeinden zwischen 2016 und 2019 um insgesamt 1,04 Millionen Euro entlasten konnte.

Ums Geld geht’s auch bei den Gebühren und Entgelten, die die Bürger für Kanal und Wasser aufbringen müssen: „Nachdem wir 2018 die Kanalgebühren um 16 Cent auf drei Euro drücken konnten, prüfen wir nun, ob eine Senkung auch beim Frischwasser möglich sein wird. Wichtig sei, dass man beim Kanalwerk technisch auf dem aktuellen Stand sei und damit die ganz großen Investitionen im Kanalwerk erledigt seien. Es fielen aber immer dann Sanierungsarbeiten an, wenn in den Ortsgemeinden Straßen erneuert würden. Im Kanalwerk schiebt die VG einen Schuldenberg in Höhe von 9,5 Millionen Euro vor sich her, den man, wie Kölsch betont, sukzessive abbauen müsse.

Gar 10 Millionen Schulden weist das Wasserwerk aus: Hier laufen auch noch zwei große Projekte, die 2020 abgeschlossen werden dürften: 1,8 Millionen Euro kostet die Ertüchtigung und Erweiterung des Wasserhochbehälters am Hauensteiner Zimmerberg, wo auch eine moderne Wasseraufbereitung integriert wurde. 3,5 Millionen Euro fließen in den Wasserverbund Hermersbergerhof-Hofstätten, der die problematische Wasserversorgung Hofstättens –dort musste das wohl durch Altlasten der Station Langerkopf verunreinigte Wasser über einen Aktivkohlefilter aufbereitet werden- auf einen zeitgemäßen Stand bringt. Die notwendigen Leitungen, mit denen auch gleich Breitbandkabel verlegt wurden, sind ab Rodelbahn bis Hofstätten unter der Erde verschwunden. In Hofstätten entstand ein neuer Hochbehälter, der Hochbehälter am „Hof“ wurde ertüchtigt. Zu den Kosten gab’s 1,4 Millionen Euro Landesförderung und zudem ein zinsloses Darlehen in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Im Lauf des Jahres soll Hofstätten dann über den Verbund mit bestem Wasser aus der Wüstmühle vom Hermersbergerhof versorgt werden.

Nahe des Hermersbergerhofs wird in den nächsten Monaten –und damit kommen wir zum großen Bereich „Tourismus“- ein barrierefreier Aussichtspunkt errichtet. Als weiteren Mosaikstein im Bemühen, die Urlaubsregion Hauenstein attraktiver zu machen, sieht der Bürgermeister das Vorhaben eines „Biosphärencamps mit Sternen-Lodge“, das der in Hauenstein wohnende Hotelier Dieter Müller auf einem Grundstück nahe Hofstättens errichten will. Es passe in das „Projekt Sternenpark“, das das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bewirbt: Aus der VG Hauenstein wurden dafür auch Standorte auf der Spirkelbacher Höhe, am Hinterweidenthaler Rohrwoog und im Hauensteiner Queichtal vorgeschlagen.

„Sehr positive Resonanz“ erfahre der im vergangenen Jahr eingeweihte geologische Lehr- und Lernpfad, der entlang des Dimbacher Buntsandsteinwegs eingerichtet wurde. Schon für 2020 „hervorragend gebucht“ sei der Trekkingplatz unweit der Vier Buchen, „zunehmend gut angenommen“ werden die Strecken des MTB-Parks Pfälzerwald, auf dem sich immer mehr E-Bike-Fahrer tummeln. Sehr erfreut registriert Kölsch die Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen: Nach den Zahlen des Statistischen Landesamt kamen von Januar bis Oktober 2019 fünf Prozent mehr Gäste in die Urlaubsregion als im Vergleichszeitraum 2018. Bei den Übernachtungen gab’s ein Plus von 8,5 Prozent – von 67.600 auf 73.000.

Ziel der Anstrengungen im Bereich Tourismus sei es, die Übernachtungszahlen weiter zu steigern. Diesem Ziel dienen auch 2020 die Messeauftritte bei der CMT in Stuttgart, bei den „Heimattagen“ in Sinsheim oder bei der Offerta in Karlsruhe, diesem Ziel dient auch der „Waldläufermarathon“, der ein überregionales Publikum anzieht und am 10.10.2020 seine dritte Auflage erfährt, diesem Ziel dient auch der Wettbewerb „Die schönsten Wanderwege Deutschlands“, in dessen Rahmen dem Hauensteiner Schusterpfad weitere Aufmerksamkeit verschafft wird.

Neues gibt’s im Bereich der Feuerwehren: Für die Hauensteiner Wehr kommt –wohl noch im Januar- das Mehrzweckfahrzeig 3, in das knapp 180.000 Euro investiert werden. Schwanheim ist der Standort eines neuen Kleinlöschfahrzeugs, für das die VG über 80.000 Euro in die Hände nahm. Ganz neu: Für die Wehren wird 2020 ein hauptamtlicher Gerätewart eingestellt, der sich um alle Gerätschaften, um Fahrzeuge und um Werkstätten kümmern soll. „Die Ausschreibung ist draußen“, sagt Kölsch, der auch darauf hinweist, dass in einzelnen Feuerwehrgerätehäusern noch Absaugvorrichtungen eingebaut und die Notstromeinspeisung realisiert werden müssten.

Wohl mehrere Jahre nimmt die angedachte energetische Sanierung der Turnhalle und des Schwimmbads an der Hauensteiner Grundschule in Anspruch. Erste Gespräche mit einem Fachbüro hätten bereits stattgefunden, berichtet Kölsch. Auch die Digitalisierung ist Thema an den beiden Grundschulen in der Trägerschaft der VG: Derzeit erarbeiten die Kollegien in Hauenstein und Wilgartswiesen ihr „Medienkonzept“. Für die Hauensteiner Grundschule, wo ebenso wie in Wilgartswiesen bereits ein Grundbestand an Tablets vorhanden ist und bereits neun Smartboards im Einsatz sind, stehen 126.000 Euro zur Verfügung. (ran)




Baubeginn „Am Sonnenhang“ in Hauenstein frühestens Mai/Juni 2021

HAUENSTEIN. Noch bis ins späte Frühjahr 2021 müssen sich Bauwillige gedulden, ehe sie im neuen Baugebiet „Am Sonnenhang“ in Hauenstein ans Häuslebauen gehen können. „Unter der Prämisse, dass nichts mehr Unvorhergesehenes passiert, können die Bauarbeiten für die ersten Häuser dort im Mai/Juni 2021 beginnen“, sagte Ortsbürgermeister Michael Zimmermann im Rheinpfalz-Gespräch.

Momentan wird das Baugebiet unterhalb des Needing als Ganzes vermessen. Im nächsten Schritt müssen die einzelnen Bauparzellen herausgemessen und mit Plannummern versehen werden. Ist das erfolgt, so Zimmermann, „können im April/Mai die ersten Bauplätze verkauft werden“. Der Ortschef berichtet von großem Interesse an den Plätzen: 42 Baugrundstücke sollen parzelliert werden – für freistehende Einfamilienhäuser, für Doppelhäuser und für drei Mehrfamilienhäuser, die am nördlichen Rand des Baugebiets entlang der Speyerstraße errichtet werden sollen.

Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage liege bei 1:1. Das heißt, dass etwa so viele Bauwillige ihr Interesse bekundet hätten, wie Plätze zur Verfügung stehen, berichtet Zimmermann. „Freilich sind einige Plätze deutlich überzeichnet“, sagt er: Um besonders attraktive Plätze in der „oberen Mitte“ des Geländes, die bei leichter Hanglage einen schönen Blick auf das Dorf ermöglichen, hätten sich gleich mehrere Interessenten beworben.

In den nächsten Wochen –wohl in der Ratssitzung Anfang März- werde der Rat „das sehr sensible Thema der Vergabekriterien“ zu diskutieren haben. Und da werde, da ist sich Zimmermann, „viel Fingerspitzengefühl“ gefragt sein. Wichtig sei, dass es gelinge, junge Familien im Dorf zu halten oder ins Dorf zurückzuholen. Geplant sei, dass Einheimischen –gerne mit Kindern- eine Priorität eingeräumt werde. Jedenfalls wolle man vermeiden, dass Bauträger Plätze aufkaufen.

Wie berichtet hat die Ortsgemeinde alle Grundstücke in dem Baugebiet vor Eröffnung des eigentlichen Bebauungsplan-Verfahrens, das seit dem Jahr 2012 auf der Agenda stand, erwerben können. Wer nun einen Bauplatz erwirbt, muss binnen drei Jahren mit dem Bau beginnen. „Alteigentümer“, die in der Gewanne „Mühlbistl“, die zum Baugebiet „Am Sonnenhang“ wird, Gelände besaßen, wird das Recht eingeräumt, einen Bauplatz zu erwerben. Ihre Baufrist wird auf sieben Jahre ausgeweitet.

Derzeit läuft unter der Regie der Verbandsgemeinde die Ausschreibung für die Kanal-, Wasser- und Straßenbauarbeiten. Wie in der Sitzung des Verbandsgemeinderates im Dezember verlautetet, soll Ende Januar/Anfang Februar die Auftragsvergabe erfolgen. Noch vor Beginn der Vegetationsphase müsse der in den zurückliegenden Monaten wieder aufgekommene Bewuchs der Fläche entfernt werden, damit die Erschließungsarbeiten wie geplant im März/April begonnen werden könne. Bei einer Bauzeit von rund einem Jahr könnte dann im späten Frühjahr 2021 gebaut werden.  (ran)




Miteinander auf pfälzisch

HAUENSTEIN. „Kampfszenen unter der Fichte“ oder „Wanderer attackiert Mountainbiker“ und „Rabiater Mountainbiker schlägt Wanderer ins Gesicht“ – nur drei von vielen Schlagzeilen aus Schwarzwald und bayrischen Alpen, unter denen über handgreifliche Konflikte zwischen Wanderern und Zweiradfahrern berichtet wird. Dass es auch anders geht, wenn Wanderer und Biker sich im Wald begegnen, zeigt ein Beispiel aus Hauenstein: Die Wanderer vom PWV und das Trail-Guide-Team „Quäl dich, du Sau“ laden gemeinsam zum „Trail-Camp uff de Hitt“ ein.

„Miteinander auf pfälzisch“ lautet denn auch der doppeldeutige Untertitel des Programms: Man will den Teilnehmern –bis zu 35 Biker können teilnehmen-  zum einen typisch pfälzische Geselligkeit bieten, zum anderen aber auch Beispiel dafür geben, dass die Erlebniszone Wald keineswegs ein Ort „des gegenseitigen Bekriegens zwischen Wanderern und Montainbikern darstellt“ wie es Raymund Burkhard, der Vorsitzende des PWV Hauenstein formuliert und „ein Miteinander“ fordert. „Es fällt keinem Wanderer ein Zacken aus der Krone, wenn er einen Schritt auf die Seite geht und Platz für einen Biker macht“, fährt er fort. Er mache das so und ernte dafür immer ein freundliches „Dankeschön“.

„Trailcamp uff de Hitt“

Das „Trailcamp uff de Hitt“ verspricht von Freitag, 05. Juni, bis Sonntag, 08. Juni, „Mountainbike- und Hüttenfieber“, „drei geile Tage im Herzen der Pfalz“ und „feine Trails im Überfluss“.  Es wird vom Pfälzerwald-Verein Hauenstein veranstaltet, „Base-Camp“ ist folgerichtig das Wanderheim „Dicke Eiche“ des Vereins. Für das Programm zeichnen die MTB-Spezialisten vom Team „Quäl dich du Sau“ verantwortlich.

Nach einer rund zweistündigen „Kennenlerntour“ am Freitag, können sich die Teilnehmer samstags und sonntags für je eine der vier angebotenen Tagestouren, die von den Trail-Guides begleitet werden, entscheiden: „Genussbiker“ sind dann auf einer 45 Kilometer langen Tour mit rund 900 Höhenmetern unterwegs, ein „Marathon“ führt über 65 Kilometer und 1.500 Höhenmeter und bei der „Quäl dich, du Sau“-Tour werden 90 Kilometer und rund 2.500 Höhenmeter unter die Stollen der MTB-Reifen genommen. Ansonsten bietet das Camp viel Hüttenleben, eine Grillparty mit der „Sau vom Spieß“, einen Pfälzer Abend mit Live-Musik und nicht zuletzt viel Fachsimpelei unter Fachleuten.

215 Euro kostet das verlängerte Wochenende für Frühbucher, Buchungen nach dem 01.Februar kosten 240 Euro. Nähere Informationen unter E-Mail martin@trail-guides.de oder auf der Homepage www.trail-guides.de (ran)

Aus der Sicht der Mountainbiker sieht das Martin Kunz aus Hauenstein, einer der Trail-Guides, ganz ähnlich und plädiert für „leben und leben lassen: Einmal machen Wanderer Platz, einmal halte ich an. Und das ist gut so“, sagt er und betont, dass der Wald bei „gegenseitiger Rücksichtnahme und Toleranz von beiden Seiten“ sowohl für Wanderer als auch für Biker genügend Platz und Raum für die je eigene naturnahe sportliche Betätigung bietet. Und er hat Tipps für Biker parat: „Man sollte Wanderer nicht erschrecken, sollte also sein Kommen ankündigen, sollte bei der Begegnung entsprechenden Abstand halten, sollte keine Spuren hinterlassen und von Wanderern stark frequentierte Wege meiden.“ Und nicht zuletzt meint er: „Ein freundlicher Gruß hat noch nie geschadet.“

Im Wanderplan des PWV Hauenstein ist Kunz, der als Übungsleiter Mountainbike von der Alpenverein-Akademie zertifiziert ist, nicht nur als „Tourenführer“ einer „Wasgau-MTB-Tour“, die am 29. März 2020 über 60 Kilometer und 1.200 Höhenmeter gehen wird, genannt. Er zählt zusammen mit Norbert Böhm (Bundenthal), Peter Breitsch (Schindhard), Horst Coreßel (Ludwigswinkel), dem Team Tom Leidner (Bundenthal), Christoph Riemeyer (Erfweiler) und Frank Schmidt (Spirkelbach) auch zu den Trail-Guides von Team „Quäl dich du Sau“, die das „Trailcamp uff de Hitt“ zusammen mit dem PWV Hauenstein organisieren und begleiten.

Auch Bernd Wallner, Geschäftsführer des PWV in Neustadt, unterstreicht die guten Beziehungen, die in der Pfalz zwischen Wanderern und Mountainbikern bestehen, und berichtet „von sehr guten Kontakten“, die der Hauptverein zu pfälzischen Mountainbike-Gruppen unterhalte. Wichtig sei, dass die gesetzlichen Regelungen eingehalten werden, die das Radfahren im größten Teil des Pfälzerwaldes erlaubten. Er verweist aber auch auf Einschränkungen, die „zum Schutz der Wege und der Flora und Fauna auch Sinn“ machten.

 




Bauweise und Heizungssystem für die künftige Kita festgelegt

HAUENSTEIN. In der letzten Sitzung des Gemeinderats legte der Rat die Bauweise und das Heizungssystem für die künftige Kita fest. Er folgte der Empfehlung des Hauptausschusses und beschloss, das Gebäude in Massivbauweise auszuführen und zur Beheizung der sechsgruppigen Einrichtung eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zu installieren. In der Sitzung wurden auch Geschäftsbereiche an die Beigeordneten übertragen.

Der Bauausschuss hatte sich in seiner Novembersitzung für die Massivbauweise ausgesprochen, um den Bau zügig angehen und fertigstellen zu können. Die –sehr spät- ins Gespräch gebrachte Holzbauweise hätte Zeitverzögerungen verursacht. Wie Ortsbürgermeister Michael Zimmermann mitteilte, könne nun nach dem vom Planungsbüro Hort + Hensel vorgelegten Bauzeitenplan von einem Baubeginn im Mai 2020 ausgegangen werden. Das Büro rechne mit einer reinen Bauzeit von 12 Monaten, weitere zwei Monate seien für die Außenanlage vorgesehen, sodass eine Fertigstellung rechtzeitig zum Beginn des Kita-Jahre im August 2021 möglich wäre.

Patrick Stöbener (FWG) stellte diesen Zeitplan in Frage und sähe darin „gerne etwas mehr Luft“, zumal die Baufirmen derzeit stark ausgelastet seien. Susanne Münch (FWG) und Jan Spielberger (FDP) drückten noch einmal ihr Bedauern aus, dass ein Holzbau zu spät in Betracht gezogen wurde. Manfred Seibel (Grüne) wies die Aussage aus der Sitzungsvorlage zurück, dass die Holzbauweise zu höheren Gesamtkosten führe. In der –von der CDU beantragten- namentlichen Abstimmung gab es eine Gegenstimme (Christof Seibel) und eine Enthaltung (Manfred Seibel)

Intensiver wurde über die einzubauende Heizung diskutiert, vor allem deshalb, weil es offen ist, ob und wann das von der Verbandsgemeinde für die Grundschule angedachte Nahwärmenetz, an das die Kita gegebenenfalls angeschlossen werden soll, realisiert werden soll. Die vom Hauptausschuss empfohlene Lösung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe verursache laut Thomas Bingeser vom planenden Büro Mehrkosten in Höhe von 20.000 bis 25.000 Euro.

Christof Glaser (CDU) brachte als Alternative eine Hybrid-Anlage ins Gespräch, die eine kleinere Wärmepumpe mit einer Gastbrennwerttherme kombiniert, was auch vor dem Hintergrund des noch nicht konkreten Nahwärmenetzes Kosten einsparen würde und zudem „mit seinen zwei Systemen höhere Betriebssicherheit“ biete. Dagegen argumentierte Manfred Seibel (Grüne) auch mit Hinweis auf die aktuelle Klimadiskussion: „Fossile Energieträger wie Erdgas sind von vorgestern“.

Auch Susanne Münch nannte den Verzicht auf fossile Brennstoffe eine „Investition in die Zukunft“, während Daniel Meyerer (CDU) darauf hinwies, dass man eventuell „viel Geld investiere, um die Geräte bei einer Realisierung des Nahwärmenetzes in drei, vier Jahren wieder rauszuschmeißen“. Dabei gebe es aber auch die Option, die dann nicht mehr gebrauchten Geräte an anderem Ort weiterzuverwenden, warf der Fachingenieur ein. Der Rat sprach sich schließlich bei einer Gegenstimme für die Wärmepumpenlösung aus.

Ortschef Michael Zimmermann konnte mitteilen, dass mittlerweile der Förderbescheid des Landkreises für die Kita vorliegt: Der Kreis gibt zu dem mit insgesamt 4,3 Millionen teuren Bau einen Zuschuss von 427.000 Euro. Er informierte auch darüber, dass der kurzfristig dringend benötigte Platz für weitere Kita-Kinder im Elisabethenhaus geschaffen werden könne. Brandschutz und Unfallkasse hätten ihr Plazet gegeben. Jetzt sollen die Kosten für die notwendigen Arbeiten ermittelt werden. Eigentümer des Gebäudes ist der Elisabethenverein, mit dem die Maßnahme noch abzusprechen sei. Erste Gespräche mit Pfarrer Nothhof seien geführt.

In der Ratssitzung wurden auch Geschäftsbereiche an die Beigeordneten übertragen. Der erste Beigeordnete Markus Pohl (CDU) wird ab 01.01.2020 die Sachgebiete Jugendzeltplatz und Wohnmobilstellplatz sowie die weitere Bearbeitung des im Entstehen begriffenen Baugebiets „Am Sonnenhang“ und die Entwicklung neuer Baugebiete übernehmen.

Der zweite Beigeordnete Andreas Wilde (SPD) ist künftig zuständig für den Grillplatz und den vorgelagerten Parkplatz „Farrenwiese“ sowie die Spielplätze. Ob auch der dritte Beigeordnete Stefan Kölsch einen Geschäftsbereich übernimmt, bleibt noch offen. Er hat sich eine Bedenkzeit ausbedungen. Den Beigeordneten können auch noch „Sonderaufgaben“ übertragen werden. „Chefsache“ bleiben unter anderem die Bereiche Bauhof, Friedhof, Kita, Museum und Personal.

Insgesamt kann den Beigeordneten nach der Gemeindeordnung eine Aufwandsentschädigung von bis zu 30 Prozent der dem Bürgermeister zustehenden Beträge zugestanden werden. 15 Prozent entfallen auf den ersten Beigeordneten, zehn Prozent auf den zweiten Beigeordneten. Für den dritten Beigeordneten blieben demnach fünf Prozent. Der Rat bestätigte die Übertragung der Geschäftsbereiche mit großer Mehrheit: Für Pohl gab es eine Gegenstimme und eine Enthaltung, für Wilde eine Gegenstimme und drei Enthaltungen. (ran)