Der Hauensteiner Riesenpumps muss seinen Standort auf dem Verkehrsteiler an der B10-Einfahrt verlassen

HAUENSTEIN. Der Hauensteiner Riesenpumps, der es in die überregionale Berichterstattung geschafft hat, soll einen neuen Standort finden: Weil der rote Riese wegen Sicherheitsbedenken den von der Gemeinde favorisierten Standort auf dem Verkehrsteiler an der B10-Einfahrt verlassen muss, beriet der Ortsgemeinderat am Donnerstag über einen neuen Standort.

Nach einem Gespräch, an dem Vertreter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), der Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltung und der Ortsgemeinde teilnahmen, habe man, so verlautete in der Sitzung, einen Standort rechts am Beginn der Alten B10 auf der kleinen Grünfläche vor den sich dort anschließenden Parkplätzen ausgeguckt. Gegen diesen Standort habe weder der LBM noch die Kreisverwaltung Bedenken angemeldet.

Bedenken wurden zu diesem Standort dagegen im Rat laut, weil der Schuh an diesem Platz seine erhoffte Werbewirkung total verfehle. Er sei dort weder von der B10 aus noch für den nach Hauenstein einfahrenden Verkehr zu sehen. Favorisiert wird im Rat eine Positionierung des Schuhs auf der Grünfläche vor dem Tourist-Info-Zentrum Pfälzerwald (TIZ), wo er allerdings, wie Ortsbürgermeister Michael Zimmermann anmerkte, beim Bau des bereits projektierten Verkehrskreisels an der Einfahrt Hauenstein wieder weichen müsste. Im Rat herrschte allerdings die Meinung vor, dass man sich auf einen Interimsstandort einigen solle. Der Pumps solle vor diesem Hintergrund eben „transportabel“ installiert werden.

Wie berichtet hatte der LBM seine eigentlich gegebene Zustimmung zum Standort auf der Einfahrtsinsel zurückgezogen, weil eine „nachträglich durchgeführte sicherheitstechnische Untersuchung durch die Zentralstelle Verkehrssicherheit beim LBM Rheinland-Pfalz ergeben“ habe, dass der Schuh „bei einem nicht angepasstem Verhalten der Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellen könne“. Insbesondere werde der Pumps auch „bei einer Nutzung als Fotomotiv durch Verkehrsteilnehmer als sehr gefährlich“ eingestuft. Dass die zweite Begründung beileibe nicht an den Haaren beigezogen ist, belegen Fotos, die in den sozialen Netzwerken kursieren.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Hauensteiner Joachim Font, der sich an die Behörden gewendet hatte, weil er in dem Schuh eine „tödliche Gefahr“ erkennen wollte. „Erschreckend“ sei, so Font, der das Thema auch in einer Einwohnerfragestunde im Rat angesprochen hatte, dass „alle Insassenschutzsysteme und Rückhalteeinrichtungen unterlaufen werden“. Durch die Aufstellung des Schuhs auf drei Stelzen und seine relativ hohe Positionierung seien bei einer Kollision Aufprallschutz und Knautschzonen, Airbag und Gurtstraffer unwirksam. Er sehe deshalb in dem Schuh eine „tödliche Gefahr, dessen ungesicherten Verbleib im Verkehrsraum ich als grob fahrlässig erachte“, heißt es in seinem der Rheinpfalz vorliegenden Schreiben. (ran)

 




20.000 Besucher für das Jahr 2019

HAUENSTEIN. Den 20.000. Besucher für das Jahr 2019 konnte das Deutsche Schuhmuseum in Hauenstein am Mittwoch registrieren. Wolfgang Martin (Mitte), Hauensteiner aus Berlin, wurde von den beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Museums, Gerhard Seibel (links) und Asmus Kaufmann (rechts) mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Kastanien-Likör begrüßt. Der Jubiläumsgast stammt aus Berlin und lebt seit fast 20 Jahren in Hauenstein und kennt das Museum bereits von mehreren Besuchen. „Das schlechte Wetter hat mich animiert, mal wieder im Museum vorbeizuschauen“, sagte Martin und wollte vor allem die beiden Sonderausstellungen „70 Jahre Bunderepublik Deutschland“ und die Horst-Eckel-Ausstellung im Pfälzischen Sportmuseum besuchen. Seibel und Kaufmann registrierten erfreut, dass in diesem Jahr die magische sich 20.000er Grenze geknackt werden konnte. Gegenüber dem vergangenen Jahr bedeutet die Besucherzahl eine Steigerung um 19 Prozent. 2018 hatte man knapp 17.000 Besucher registrieren können. Den Zuwachs sehen Seibel und Kaufmann unter anderem auch durch die beiden attraktiven Sonderausstellungen begründet. Derzeit wird im Museum eine grundlegende Umgestaltung der Präsentation vorbereitet. (ran)

 




Ein kirchenmusikalischer Meilenstein

HAUENSTEIN. Das schönste Geschenk zu seinem Jubiläum machte sich der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde St. Katharina, der am Sonntag seinen Hundertsten feierte, selbst: In einem Festgottesdienst brachte der Chor die „Missa brevis in C“ des walisischen Komponisten Robert Jones zu Gehör. Um es vorwegzunehmen: Der Chor wuchs über sich hinaus und beschenkte sich und die Besucher des Gottesdienstes mit einem kirchenmusikalischen Meilenstein.

Zunächst: Chorleiterin Esther Busch bewies mit der Auswahl der Missa brevis ein äußerst glückliches Händchen, scheint das Werk des 1945 geborenen Komponisten doch wie gemalt zum Leistungsvermögen des 43 Stimmen zählenden Chores zu passen. Unterstützt wurde der Chor –ein schönes Beispiel vereinsübergreifender Kooperation- von einem Blechbläserquartett aus dem Hauensteiner Musikverein mit Boris Keiser, Markus Rebehn (beide Trompete), Thomas Wolf (Tenorhorn) und Thomas Wünschel (Tuba). An der Orgel begleitete souverän der früher in der Pfarrei tätige Pastoralreferent Martin Fischer.

In der Missa brevis des zeitgenössischen Komponisten, die sich durch eine farbige Harmonik und breite Dynamik auszeichnet und deren Sätze durchaus Anleihen aus der Romantik nimmt, wechseln sich getragene Elemente und rhythmisch eher bewegte Elemente ebenso ab wie einstimmige und mehrstimmige Passagen. Seine fast majestätische Feierlichkeit bezieht es aus dem erhabenen Zusammenspiel von Orgel und Bläsern.

Weil eine Missa brevis lediglich die in der Messe immer wieder unverändert vorkommenden Teile „Kyrie“, „Gloria“, „Sanctus“ und „Agnus Dei“ in lateinischer Sprache beinhaltet, waren in den Festgottesdienst weitere Sätze wie „Lobt den Herrn der Welt“ nach Henry Purcells „Trumpet Voluntary“ oder das von der Gemeinde gesungene und von einem Überchor begleitete „Gelobt seist du, Herr Jesu Christ“ aus dem Gotteslob und –als Schlusslied-  Georg Friedrich Händels „Tochter Zion“ eingewoben.

Der Chor agierte hoch konzentriert und folgte dem engagierten Dirigat seiner Leiterin Esther Busch äußerst aufmerksam. Das ebenso präzise wie stimmige Zusammenspiel von Chor, Orgel und Bläserensemble ließ den Gottesdienst zu einem denkwürdigen Ereignis werden – überaus passend zu einem solchen Jubiläum.

Dem von Pfarrer Ulrich Nothhof zelebrierten Gottesdienst, bei dem auch der verstorbenen Mitglieder des Kirchenchores gedacht wurde und um den Segen Gottes für den Chor gebetet wurde, schloss sich ein Empfang im Pfarrheim an, den der Chor –mit Blick auf die Tatsache, dass der älteste Sänger jenseits der 90 ist, durchaus mit Augenzwinkern- mit dem Satz „Lobet froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre“ eröffnete.

Ulrich Lauth, der Vorsitzende des Kirchenchores, griff die Liedzeile auf: „Wir sind durch das Singen jung geblieben“, sagte er und verwies auf das breite Repertoire, das von den alten Meistern bis hin zu neuen religiösen Liedern reiche. Das „stolze Jubiläum“ wolle man „gebührend feiern“, aber auch zum Anlass nehmen, um um Nachwuchs zu werben. Er dankte  mit Blumen Chorleiterin Esther Busch herzlich für ihre Arbeit mit und für den Chor.

Der Jubiläumschor habe sich als Hundertjähriger „gut gehalten“, sagte Pfarrer Dominik Geiger, der Präses des Diözesancäcilienverbandes Speyer.“ Musik sei „etwas Göttliches“ und bringe die Menschen zusammen: Sie brauche Genies, die die Musik komponieren, sie brauche Menschen, die ihre besonderen Talente einbringen, sie brauche aber jeden einzelnen, der jede Woche die Singstunde besucht, um zum Lobe Gottes und zur Freude der Gemeinde singen zu können. Hauenstein könne sich „beglückwünschen zu diesem Chor“. (ran)




Percussionhammer im Hammertwintett

HAUENSTEIN. Es war eine eigentlich eher zufällige Begegnung: Bei einer Feier in Mainz sollten die „Dorfmusikanten“, eine kleine Combo, die Blasmusik auf ganz andere Art interpretiert, die Gäste musikalisch unterhalten. Und bei diesem Terzett sorgt Thomas Hammer für die Percussion.

Thomas Hammer? Richtig: Das ist jener Musiker, der aus Hauenstein stammt, seine ersten musikalischen Gehversuche in der Region machte, mittlerweile bei Heidelberg lebt und solistisch als „Percussionhammer“ und unter anderem als Teil des „Hammertwintetts“ in der Republik unterwegs ist.

49 Jahre alt ist Thomas Hammer, dessen Vater Karl-Heinz einst bei den Cry’n Strings trommelte. Und schon als Dreijähriger hatte er seinen Eltern erklärt: „Ich will Musiker werden.“ Der Weg dorthin war weit und mit Umwegen verbunden: Blockflöte bei Frau Walter, Gitarre bei Werner Mansmann, Saxophon bei Bruno Berger. Die Liebe aber gehörte dem Schlagzeug. Ein Schlagzeuglehrer war fern, Papa Karl-Heinz war Autodidakt, wollte dem Filius „nichts Falsches“ beibringen…

Zur Sache: Das Hammertwintett und ihre CD „Backblech II“.

Es ist eine CD, die in die Jahreszeit passt, die aber ganz anders ist, als das, was man von einer CD mit weihnachtlichen Liedern erwartet. Weit weg vom süßen Gesäusel, das durch Einkaufstempel und Weihnachtsmärkte wabert, haben Thomas Hammer (Percussion, Drums, elektronische Sounds) Roland (Tuba, Sepent und Piano) und Bernhard Vanecek (Posaune und Melodika) die berühmten Weihnachtslieder in eigenwilligen Arrangements auf den Kopf gestellt, ohne dabei den Respekt vor dem traditionellen Material zu verlieren.

Die CD beginnt ganz feierlich mit einem Bach‘schen Präludium, das umgebogen wird in Brechts „Dreigroschenoper“ und schließlich –„Hej, das hat ja nix mit Weihnachten zu tun“-die Kurve kriegt zu einem rhythmisch besonders aufgeladenen „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, das von vielfältigen Drumsounds beherrscht wird, aber immer wieder zu Martin Luthers unsterblicher Melodie zurückkehrt.

Wie hier werden das knappe Dutzend Weihnachtslieder auf der CD verfremdet, bewegen sich immer Richtung Jazz, wobei Einflüsse des Latin Jazz auch mit afrokubanischen Einflüssen deutlich werden. Da wird „Still, still, weil´s Kindlein schlafen will zum“ zum feurigen Latin Jazz, „Maria durch ein Dornwald ging“ beleuchtet eine eher aufsässige Seite der Mutter Maria, wenn beispielsweise Pink Floyds´ „The Wall“ oder „Papa was a rolling Stone“ eingewoben werden. Der „Little Drummer Boy“ und der „Hirtenruf“ („Kommet ihr Hirten“) werden zum spannenden Ereignis mit afrikanischen und brasilianischen Rhythmen und erstaunlichen harmonischen Wendungen. Und immer wieder erstaunlich, was das Trio aus den Instrumenten herauszuholen vermag – Meister ihres Fachs eben.

Am Dahner Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium fand er dann in Rüdiger Ruppert, der heute Erster Schlagzeiger an der Deutschen Oper in Berlin ist, einen „guten Freund“, mit dem er als Schlagzeuger und Percussionist die ersten musikalischen Projekte in den Jazz-Rock-Gruppen „Al Capone“ und „Helmut Kool“ anging. Und er blieb bei der Musik: „Learning by watching, listening and doing“, wie er sagt, war zunächst angesagt. Es folgte ein Musikstudium an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe, das begleitet wurde von Unterricht bei der Percussion-Größe Hakim Ludin.

Studium, Studienreisen nach Cuba und New York beispielsweise und Praxis in verschiedenen musikalischen Projekten ließen ihn zu einem angesagten und gefragten Percussionisten werden: So arbeitete er unter anderem mit den „Fantastischen Vier“, „The Busters“ und mit den Bigbands des Norddeutschen und des Hessischen Rundfunks zusammen.

An der Mannheimer Musikhochschule, wo Hammer ein weiteres Studium mit dem Schwerpunkt Jazz unter anderem bei Jose Cortijo (Percussion), Keith Copeland (Schlagzeug) und Tom van der Geld (Harmonielehre) absolvierte, lernte er auch den im nordpfälzischen Schneckenhausen aufgewachsenen Roland Vanecek kennen, der klassische Tuba studierte und heute Tubist am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden ist.

„Ich kam vom Jazz, er kam von der Klassik, wo damals noch die Warnung ,Hütet euch vor dem Jazz‘ galt“, berichtet Thomas Hammer. „Aber wir haben uns trotzdem prima verstanden“, lacht der Hauensteiner, so gut, dass er zusammen mit ihm, dessen Bruder Bernhard, der Posaune spielt, die CDs „Backblech“ und „BackblechII“ aufnahm.

Die CD –dazu später mehr- machte den Westdeutschen Rundfunk auf Thomas Hammer und die Zwillinge Vanecek, die sich auch in der Tradition der Pfälzer Wandermusikanten sehen, aufmerksam. Mit der Folge, dass die drei die Musik zum WDR-Hörspiel „Räuber Hotzenplotz“ lieferten. Und als im vergangenen Jahr ein verschollenes Manuskript zu „Hotzenplotz und die Mondrakete“ auftauchte, nahm der WDR die neue Episode mit Udo Wachtveitl, dem Münchener Tatort-Kommissar, als Erzähler auf. Die Musik lieferten: Thomas Hammer und die Vaneceks.

Thomas Hammer ist breit aufgestellt: Er unterrichtet an Musikschulen in Kandel und Rauenberg, leitet AGs an Grundschulen und ist mit einem bunten Stilmix und mehreren Formationen auf Konzertbühnen unterwegs: mit dem „Hammertwintett“ ebenso wie mit den Dorfmusikanten, die sich als „Weltmusik-Brassband“ versteht und energiegeladenen Jazz mit eigener Note interpretiert, er trommelt bei der Santana-Coverband „DeCorazon“ und sorgt für Percussion bei der „Urban Dance Machine“, einer „Disco-, Dance- and Musicshow“ im Stile der Disco-Kultur der Siebziger.

Nicht zuletzt steht er als „Percussionhammer“ mal in Trier oder in Konstanz, mal in Frankfurt oder Schwäbisch Hall auf Club-Bühnen, beispielsweise zusammen mit DJs und Tänzerinnen, beispielsweise bei der Reihe „SWR3 goes Clubbing“, beispielsweise solo als Clubperformer, wo er unter anderem in durchaus verwegenem Outfit mit seiner Percussion an die Kultur der afrikanischen Ethnien der Yoruba und Bantu erinnert.

 

Info: Die CD ist erhältlich über die E-Mail-Adresse percussionhammer@t-online.de oder über www.facebook.de/hammertwintett. Die ältere „Backblech I“ kostet 15 Euro, „Backblech II“ ist für 18 Euro (inklusive Versand) zu haben.

Mit dem Programm „Backblech“ ist das Hammertwintett am 29. November in der „Feldscheune“ in Tiefenthal (Landkreis DÜW), am 06. Dezember im „Badehaisel“ in Wachenheim, am 11. Dezember im „959“ in Heidelberg und am 22. Dezember im „Walhalla im Exil“ in Wiesbaden zu hören.




Hauensteiner Weihnachtsmarkt verfehlte seine Anziehungskraft nicht

HAUENSTEIN. Trotz nicht gerade idealer Witterung: Auch in diesem Jahr verfehlte der Hauensteiner Weihnachtsmarkt seine Anziehungskraft nicht. Auf dem Johann-Naab-Platz hatten sich heuer im Vergleich zu den Vorjahren zwar deutlich weniger Anbieter eingefunden, aber dennoch bummelten zahlreiche vorweihnachtlich gestimmte Besucher über das mit Tannengrün und Lichterglanz dekorierte Gelände.

Einen Höhepunkt erreichte das vorweihnachtliche Treiben am späten Samstagnachmittag, als zunächst die Turmbläser des Musikvereins, deren stimmungsvolle Weihnachtsweisen immer einen Ohrenschmaus bereiten, und anschließend die Chöre der Grundschule und der Realschule plus auf den Besuch des Nikolaus einstimmten, der im Bischofsornat und begleitet von zwei Knechten Ruprecht dem Markt seine Aufwartung machte.

Auf dem Platz vor der Bühne war kaum mehr ein Durchkommen, als Patrick Stöbener in der Rolle des Bischofs aus Myra die Legende vom Kornwunder erzählte, das die kleinasiatische Stadt aus einer Hungersnot rettete. Und er machte deutlich, dass jeder selbst Nikolaus sein könne, wenn er denn nach dem Vorbild des Heiligen Solidarität mit denen übe, die wenig haben – hier und überall auf der Welt. Anschließend hatte der Nikolaus viel Zeit, um mit kleinen und großen Kindern zu sprechen und für ein Foto bereitzustehen. Für alle Kinder hatte Nikolaus ein Päckchen dabei, das mit allerlei Süßem gefüllt war. Rund 300 Präsente verteilten die Helfer an die Kleinen.

Sowohl am Freitagabend –als das Team des Naturerlebniszentrums mit einer Feuershow unterhielt- als auch am Samstagabend verweilten zahlreiche Besucher bis lange nach 21 Uhr auf dem Platz, um bei einem Glühwein und einem Imbiss mit Freunden zu plauschen. Immer wieder ist der Markt für viele ehemalige Hääschdner ein fester Termin, um in den Heimatort zurückzukommen und auf dem Markt alte Bekannte zu treffen.

Deutlich verhaltener war der Besuch am Sonntag: Regen und heftige Windböen luden nicht gerade zu einem Bummel über den Markt ein, wo am Nachmittag unter anderem die „Schola“ mit fein vorgetragenen vorweihnachtlichen Liedern unterhielt. Um Thomas Schug, der seine Kunst mit der Motorsäge vorführte, sammelten sich immer wieder Zuschauer. Und auf reges Interesse stieß auch, als die „Wasgau-Ölmühle –live- hochwertiges Speiseöl presste.

Während der drei Markttage fanden die Besucher an den fein dekorierten Ständen das eine oder andere Weihnachtsgeschenk: Hier ließen Drechsler und Schnitzer Produkte aus Holz entstehen, dort gab es Gehäkeltes, Gestricktes, Gefilztes und Gesticktes, Kunsthandwerk sowie Schmuck zu sehen und nicht zuletzt auch Leckeres zum Probieren. Viel Beachtung fand eine Ausstellung des Wasgau-Fotokreises, der im Bürgerhaus eindrucksvolle Einblick in die künstlerische Spielart der Fotografie gab.

Viele Kinder verweilten in der Kinderbackstube, gut besucht waren die Stände des Freundeskreises Chile und der Aktion Afrika, die Mittel für ihre Projekte in Südamerika und in Kenia und Tansania erwirtschafteten.

Auf dem Marktgelände traf man Gäste aus vielen Teilen Deutschlands, aus dem Bergischen Land, aus Offenburg, dem Odenwald, dem Saarland und aus Bayern etwa. Manche verbinden den Marktbesuch mit einem Kurzurlaub im Wasgau und bereisen von hier aus auch andere Weihnachtsmärkte. Und die meisten sind –trotz des abgespeckten Angebots- angetan: „Das ist ein richtig schöner dörflicher Weihnachtsmarkt“, sagte beispielweise Angelika, die Köchin aus Offenburg.

Gut angenommen wurde es, dass in einem der Zelte Sitzgelegenheiten vorhanden waren, um im Trockenen eine der angebotenen Leckereien zu genießen, Kritik wurde hie und da an dem schmaler gewordenen Angebot und dem ausgedünnten Bühnenprogramm laut. Für den Weihnachtsmarkt 2020 werden die Verantwortliche an der einen oder anderen Stellschraube drehen, sagte Nicole Steigner, die den Markt ehrenamtlich „managt“. Das wird dann der 40. Hauensteiner Weihnachtsmarkt sein: Und da gilt: „Nach dem Markt ist vor dem Markt“ – und so wird man sich zeitnah an einem runden Tisch zusammensetzen, um den Jubiläumsmarkt zu einem besonders attraktiven Ereignis werden zu lassen.

Ansonsten: Am späten Sonntagnachmittag, als sich der –übrigens kunststofffreie- Markt dem Ende zuneigte, konnte Nicole Steigner ein zufriedenes Resümee ziehen: „Ich habe mit allen Ausstellern gesprochen: Sie waren allesamt zufrieden und legen Wert darauf, im nächsten Jahr wiederzukommen.“ (ran)




Kürzeren Wanderwegen mit einer Broschüre bewerben

HAUENSTEIN. Einstimmig hat der Tourismusausschuss der Ortsgemeinde Hauenstein beschlossen, als Ergänzung zu den sieben Premiumwanderwegen, die in der Verbandsgemeinde zertifiziert sind, ein Netz von kürzeren Wanderwegen auszuweisen und mit einer Broschüre zu bewerben. In der Sitzung des Tourismusausschusses stellte Walter Meyer eine Liste solcher Wege vor.

Schon im Sommer vergangenen Jahres –noch in der vergangenen Wahlperiode und damit auch in anderer Zusammensetzung – hatte der gleiche Ausschuss einen fast identischen Beschluss gefasst: Bereits damals war man sich einig, dass es „eine deutliche Nachfrage nach solchen Wegen“ gebe und hatte auf das Beispiel des Dahner Felsenlandes verwiesen, wo neben den zwölf Premiumwanderwegen gleich 43 Rundwanderwege ausgewiesen und in einer Broschüre vorgestellt wurden. Auch in Hauenstein wollte man die Wege in einer Broschüre vorstellen. In der Sitzung war die Hoffnung geäußert worden, diese Broschüre schon zu Beginn der Saison 2019 vorlegen zu können. Geschehen freilich ist: nichts.

Nun also ein neuer Anlauf: Walter Meyer legte dem Ausschuss seine Liste mit mehr als einem Dutzend solcher Wege erneut vor: Sie sind in der Regel als Rundwanderweg angelegt, zwischen dreieinhalb und zehn Kilometer lang –ein Ausreißer ist der „Gutshofweg“ zum Bärenbrunnerhof mit 13 Kilometern- und auch vom Höhenprofil relativ einfach zu bewältigen. Alle Wege, die über bestehende Waldwege führen und zu allergrößten Teilen bereits als Lokalmarkierungen mit Nummern versehen sind, sollen, so Meyers Vorschlag, nun einen griffigen Namen erhalten und mit einem eigenen Logo markiert werden. Mit Peter Schwierzina stünde ein engagierter Wegepate für die Unterhaltung der Rundwege bereit.

In Meyers Liste finden sich beispielweise der „Queichquellenweg“, der völlig eben und bequem über vier Kilometer durch das Tal der jungen Queich führt, neben dem durch das parallel verlaufenden und gleich langen „Dümpelweg“, es gibt den „Meditationsweg“, der sich als „stiller Weg“ über neun Kilometer in halber Höhe um Queich- und Dümpeltal zieht, den „Panoramaweg“, der über neun Kilometer rund um die Wasgaugemeinde führt und mit vielen Aussichten gespickt ist, und den neuen „Rauschlochweg“, der am Rauschlochfelsen, am Maifels und am Steinbruch vorbeiführt.

Inge Wieser (Grüne) begrüße die Idee, die Wege mit Namen zu kennzeichnen. Zu überlegen wäre, ob man die Zahl der Wege nicht reduzieren und sich auf die „schönsten und wichtigsten“ beschränken sollte, weil die Pflege der Wege doch recht aufwendig sei. Auch Nicole Steigner, die für die CDU Ausschussmitglied ist, sprach sich für eine Reduzierung der Anzahl aus und wies ebenfalls auf die durch die Betreuung der Wege entstehende Arbeitsbelastung hin. Sonja Spieß, die Leiterin des Tourist Info Zentrums (TIZ) hatte darauf hingewiesen, dass alle markierten Wege mit dem Besucherlenkungssystem des Pfälzerwaldes übereinstimmen sollten.

 

Meyers Vorschläge fielen in dem Gremium weitgehend auf fruchtbaren Boden, der Ausschuss stimmte einstimmig der Umsetzung zu. Im Frühjahr 2020 soll Näheres beschlossen werden.  Mit der Liste der Rundwanderwege greift man in Hauenstein einen Trend auf, der innerhalb der vielen Spielarten des Wanderns als „Spazierwandern“ bezeichnet wird und als „das kleine Wandererlebnis zwischendurch“ und als „anspruchsvolle Alternative für Spaziergänger“ beschrieben wird. Das Deutsche Wanderinstitut bietet bereits eine Zertifizierung für „Premium-Spazierwanderwege“ an. Darauf allerdings wird man in Hauenstein wegen der mit der Zertifizierung verbundenen Kosten –Michael Zimmermann nannte Kosten von 700 Euro je Wege-Kilometer- verzichten. (ran)




Feldkreuz in der Hauensteiner Gewanne „Alte Röder“ beschädigt

HAUENSTEIN. Das Feldkreuz in der Hauensteiner Gewanne „Alte Röder“ ist beschädigt worden. Auf dem Sockel steht nur noch der Stamm des Kreuzes, ein Teil liegt in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Reparatur des vermutlich mutwillig beschädigten Kreuzes sei, wie ein Mitarbeiter der Ortsgemeinde mitteilte, bereits in Auftrag gegeben. Das Kreuz wurde vermutlich zwischen 1905 und 1910 errichtet. Es steht am Manchenpfad, der früher täglich von Fabrikarbeiterinnen und –arbeitern aus Spirkelbach begangen worden, die zu Fuß zu ihrer Arbeit in den Hauenstweiner Schuhfabriken gingen. Das Kreuz ist eines von insgesamt 14 Flur- und Wegekreuzen, die in dem Hauensteiner Flurkreuzeweg bei einem rund sechs Kilometer langen Rundweg angesteuert werden. Die Broschüre, die den Weg beschreibt, liegt in den Kirchen aus. Weg und Broschüre werden, wie aus dem Karmelkloster zu hören war, „hervorragend angenommen“. (ran)




Die Verbandsgemeindeumlage für das laufende Jahr wird um drei Punkte gesenkt

HAUENSTEIN. Am Mittwochabend schrieb es der Verbandsgemeinderat auch formell und per Nachtragshaushalt fest: Die Verbandsgemeindeumlage für das laufende Jahr wird um drei Punkte auf nunmehr 25 Prozent gesenkt – der tiefste Satz in der Geschichte des Verbandes. Durch die Reduzierung werden die Kassen der Ortsgemeinden um 276.000 Euro entlastet.

Den Beschluss zur Umlagesenkung hatte der Rat bereits in seiner Sitzung am 30. Oktober gefasst und nun per Satzung bestätigt. Dass der Verbandsgemeinderat in die Lage versetzt wurde, die Umlage, die bereits im März von 29 auf 28 Punkte reduziert worden war, erneut um drei Prozent zu drücken, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Verbandsgemeinde namhafte „außerplanmäßige Einzahlungen“ verbuchen konnte, wie Kämmerer Roger Hammer Ende Oktober berichten konnte.

So flossen aus der Integrationspauschale 2018, aus Sondermitteln des Bundes aus dem Jahr 2018, aus Erstattungen aus dem Jahr 2018 und als Abschlagszahlung aus der Integrationspauschale 2019 insgesamt 534.000 Euro in den VG-Säckel. Dieser Betrag macht zum einen die Umlagesenkung möglich. Er sorgt zum anderen aber auch dafür, dass die freie Finanzspitze, die im Haushalt 2019 noch mit 3.140 Euro ausgewiesen war, auf nunmehr 261.000 Euro steigt. Die Nachtragshaushaltssatzung wurde ohne Diskussion und einstimmig verabschiedet.

Foto: Auf der Felsenkanzel im Vordergrund soll bis zum Sommer 2019 eine barrierefreier Aussichtsplattform errichtet werden. Der Verbandsgemeinderat ermächtigte Bürgermeister Kölsch, die entsprechenden Aufträge zu vergeben. (ran)

Ausschreibung und Aufträge: Sonnenhang und Aussichtspunkt Hermersbergerhof

Für das Hauensteiner Neubaugebiet „Am Sonnenhang“ ist die Ausführungsplanung fertiggestellt. Die Erschließungsarbeiten sollen im nächsten Jahr erfolgen. Dafür beschloss der Rat eine gemeinsame beschränkte Ausschreibung für Kanalisation und Wasserversorgung sowie die Vortrassierung, wobei diese im Auftrag des Erschließungsträgers der Ortsgemeinde, der Firma WVE, erfolgt. Die Submission werde Ende Januar/Anfang Februar 2020 stattfinden, die Vergabe könne dann Mitte/Ende Februar erfolgen. Baubeginn wäre dann Mitte/Ende März 2020, wobei von einer Bauzeit für die Gesamtmaßnahme von einem Jahr zu rechnen sei.

Der Rat beauftragte Bürgermeister Kölsch und die Beigeordneten, die Aufträge zur Realisierung des barrierefreien Aussichtspunktes in der Nähe des Hermersbergerhofs zu vergeben. Das Projekt ist mit 90.000 Euro veranschlagt und wird mit 70 Prozent der Kosten aus dem Leader-Programm gefördert. Zu den Gesamtkosten steuern auch der Forst 10.000 Euro und die VR-Bank SÜW-Wasgau 2.000 Euro bei. Der Aussichtspunkt war bereits im Februar 2018 beschlossen worden. Er soll Anfang Sommer fertig gestellt sein.

Behindertenbeauftragte(r) für die VG Hauenstein

Wie Bürgermeister Werner Kölsch mitteilte, plane der Landkreis Südwestpfalz die Einrichtung eines Behindertenbeirats, in den jede Verbandsgemeinde einen Vertreter entsenden soll. Kölsch teilte mit, dass bereits Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt würden und der/die Behindertenbeauftragte, der/die Ansprechpartner(in) in vielen Fragen sein soll, möglicherweise bereits in der nächsten Ratssitzung gewählt werden könne. Für das Amt ist eine monatliche Aufwandsentschädigung von 125 Euro vorgesehen.

Dr. Peter Hoffmann (FDP) betonte, dass für das Amt eine besondere „Qualifikation entscheidend“ sei und auch Michael Zimmermann (CDU) wies auf die „Bandbreite der Aufgaben“ hin, die zu bewältigen seien, und auf ein Angebot zur entsprechenden Fortbildung. Hermann Rippberger (FWG) merkte dagegen an, dass man „die Messlatte nicht allzu hoch legen sollte“, um den Kreis möglicher Personen nicht von vornherein einzuschränken. Die Bestellung und künftige Honorierung dieses Behindertenbeauftragten für die VG Hauenstein wurden nun in der Hauptsatzung festgeschrieben, die den Rat einstimmig passierte.

Abschlüsse der Werke 2017

Ebenso einstimmig und ebenso ohne Debatte stellte der Rat die Jahresabschlüsse der Verbandsgemeindewerke für das Jahr 2017 fest.  Danach konnten das Wasserwerk einen Gewinn von 103.221 Euro (2016: 121.233 Euro) erwirtschaften und das Kanalwerk einen Gewinn von 426.451 Euro (2016: 473.730 Euro). Die Gewinne werden auf die neue Rechnung vorgetragen. (ran)




Das Kreuz mit den Gelben Säcken

Foto: Immer der gleiche Ärger: Die gelben Säcke reißen sehr schnell auf. (ran)

SÜDWESTPFALZ. Es ist schon ein Kreuz mit den Gelben Säcken, die derzeit im Landkreis Südwestpfalz im Umlauf sind. „Viel zu dünn, die reißen ja ständig auf“, ist eine immer wieder laut werdende Klage. In der Stadt Landau hat man jetzt die Reißleine gezogen: Ab Januar werden dort reißfestere Säcke –dreimal so dick wie die bisher verwendeten- zum Einsatz kommen. Im Landkreis Südliche Weinstraße hat man noch früher auf die Beschwerden von Bürgern reagiert: Schon seit vergangenem Jahr kann man in der Südpfalz auf die stabileren Säcke zurückgreifen.

Und bei uns? Wer mit dem „gelben Nichts“, wie ein Mittsechziger im Wertstoffhof im Hauensteiner Stopper die derzeit verwendeten Sammelsäcke ironisch bezeichnete, zu tun hat, kennt die Malaise: Mancher Gelbe Sack zerreißt schon beim Lösen von der Rolle, nur zu oft entstehen Risse,  wenn die Tüte mit etwas kantigerem Material gefüllt wird, nicht selten gibt das dünne Plastik nach, wenn der Sack zugeschnürt wird oder zum Abholen an die Straße getragen werden muss, oft mit dem Ergebnis, dass der gesammelte Verpackungsmüll sich auf dem Bürgersteig verteilt. Das tut er ohnehin dann, wenn heftiger Wind die Säcke packt und über Bürgersteig und Straße weht, was die „Problemsäcke“ in der Regel nicht unbeschadet überstehen.

Ja, auch in der Südwestpfalz habe es in der Vergangenheit Beschwerden wegen der Beschaffenheit der derzeit verwendeten Gelben Säcke gegeben, bestätigt Kreissprecher Thorsten Höh auf unsere Anfrage hin. Zuständigkeitshalber habe man die Klagen an die Firma Remondis, die mit der Abholung des Verpackungsmülls beauftragt ist, weitergegeben. Und: Partner für die Südwestpfalz sei im „Dualen System“ das Unternehmen „Interseroh“, das in Köln beheimatet ist und unter dem Dach der Alba-Gruppe zuhause ist.

Der Kreissprecher teilte mit, dass man in Gesprächen mit den Unternehmen sei, um die dünnen Säcke zu ersetzen. Man sei guter Dinge, dass auch für die Südwestpfalz eine Lösung gefunden werde, sagte Höh. „Wann es hier zu Ergebnissen kommt, ist aber offen“, führte er weiter aus. Die Gespräche mit der Kreisverwaltung bestätigte Susanne Jagenburg, die Pressesprecherin der Alba-Group: „Die Gespräche laufen gerade an.“, schreibt sie und ergänzt, dass „eine dickere Sackstärke für die kommende Ausschreibung (für die Entsorgungsverträge ab 2022 bis 2024) sicherlich verhandelt werden“ könne.

Dass das neue Verpackungsgesetz, wie aus Landau verlautete, den Kommunen die Möglichkeit einräume, per Verwaltungsakt vorzuschreiben, welche Säcke eingesetzt werden sollen, stellt Jagenburg in Abrede: „Es gilt nach wie vor die Regelung der Abstimmungsvereinbarung zwischen Kommune und dualem System.“

Beschwerden? Was die Beschaffenheit der Gelben Säcke angehe, „erreichen uns nur wenige Beschwerden, so vor allem bei ungünstigen Witterungsbedingen, wie starken Minusgraden oder hohem Windaufkommen“, schreibt sie weiter. Die Materialdichte sei aber „absichtlich dünner gewählt, damit ein Missbrauch der Säcke vermieden wird.“ Dies gelte bundesweit. „In den Gelben Säcken sollen ausschließlich so genannte Leichtverpackungen entsorgt werden. Das sind solche Verkaufsverpackungen, die aus Kunststoff, Metall oder Verbundstoff bestehen.“

Die Säcke würden aber zweckentfremdet genutzt: „Im Herbst zur Laubsammlung, zur Leergutsammlung, zum Schutz von Fahrradsätteln vor Regen oder aber – und das sehr häufig – zur Entsorgung von Restabfällen (die sperriger und schwerer sind, so dass die Säcke reißen).“ Dies verursache Mehrkosten, „die am Ende zu Lasten aller gehen.“ Für einen sicheren Umgang mit den Gelben Säcken empfehle das Unternehmen, „diese ausschließlich mit restentleerten Leichtverpackungen zu befüllen und nicht zu überladen, sondern sie am besten locker zu befüllen“. Außerdem sollten die Verpackungen nicht fest ineinander gestopft werden, was die spätere automatische Sortierung und das Recycling erleichtere. „Und besser erst morgens früh (6 Uhr) am Abholtag rauslegen als abends, damit sie nicht über Nacht draußen liegen und so verweht werden oder Tiere anlocken“, empfiehlt die Pressesprecherin abschließend.

Die Frage, ob die dünnen Säcke auch aus Kostengründen die früher verwendeten stabileren Tüten ablösten, verneinte Jagenburg. Das sei „keine Kostenfrage“. Die jeweiligen Säcke würden auch von den beauftragten Entsorgungsfirmen bestellt. Deshalb könne Interseroh/Alba „keine Auskunft zu genauen Preisen geben“. Unsere Anfrage dazu bei Remondis blieb bisher unbeantwortet. (ran)




Bau noch „vor Weihnachten unter Dach“

HAUENSTEIN. „Sehr zufrieden“ mit dem Baufortschritt und mit der Zusammenarbeit mit den am Bau beteiligten Firmen, Architekten und Behörden ist man beim Hauensteiner Technischen Hilfswerk (THW), für das derzeit mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 3,2 Millionen Euro in der Pirminiusstraße eine neue Unterkunft errichtet wird.

Wie Peter Jost, der stellvertretende Ortsbeauftragte, auf Anfrage mitteilte, lägen die Arbeiten –trotz einiger Tage Zeitverzug- weitestgehend im Bauzeitenplan. Man habe seitens der Bau-Verantwortlichen signalisiert, dass der Bau noch „vor Weihnachten unter Dach“ gebracht werden könne und dass noch vor dem Jahreswechsel die Rolltore für die Garagen installiert werden könnten. Zeitig im neuen Jahr werde mit den Elektro- und Sanitärinstallationsarbeiten begonnen. Der Bauzeitenplan sehe einen Abschluss der Bauarbeiten zum 31.07.2020 vor. Der Umzug ins neue Gebäude solle dann bis zum 31. Oktober nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Derzeit sind die Katastrophenhelfer in einem Ausweichquartier in einem ehemaligen Getränkemarkt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Neubau untergebracht, den die Helfer weitgehend selbst für ihre Zwecke umgebaut haben: Dort sind neben den notwendigen Büroräumen und der Funkzentrale auch ein Lehrsaal, Werkstatt, Lager- und Umkleideräume sowie Küche und Kantine untergebracht. „In Anbetracht der Tatsache, dass diese Unterkunft ein Provisorium darstellt, können wir auch damit sehr zufrieden sein“, konstatiert Jost.

Beim THW in Hauenstein sind derzeit 50 Helferinnen und Helfer aktiv. Unterbau ist eine Jugendgruppe mit 15 Jugendlichen im Alter von 10 – 17 Jahren sowie seit ein paar Jahren auch eine „Minigruppe“ mit rund zehn Kindern im Alten von 6 – 10 Jahren. Beim Schnuppertag Ende Oktober, bei dem das THW im gesamten Regionalbereich Neustadt um neue Mitarbeiter warb, konnten vier neue Aktive –darunter eine Frau- gewonnen werden. Zusammen mit zwei „Aufrückern“ aus der THW-Jugend und zwei Minigruppen-Leiterinnen werden sie nun in einer neuen Ausbildungsgruppe auf die Aufgaben im THW vorbereitet.

Zur Bewältigung ihrer Aufgaben stehen den Hauensteinern im Moment acht Fahrzeuge und sechs Anhänger mit entsprechender Ausrüstung –unter anderem eine Netzersatzanlage sowie ein Werkstattanhänger- zur Verfügung. Wie berichtet, erfährt der Standort Hauenstein eine Aufwertung: Die Landesleitung Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland hat die Wasgaugemeinde als Standort der für Rheinland-Pfalz zuständigen Einsatzeinheit „Unbemannte Luftfahrtsysteme (UL)“ –sprich Drohnen- ausgewählt. (ran)