Corona hat auch das Gelöbnisfestes „Mariae Herzeleid“ verändert

HAUENSTEIN. Corona hat auch die Tradition des Hauensteiner Gelöbnisfestes „Mariae Herzeleid“ verändert. Seit 101 Jahren feiert die katholische Pfarrei das „Fest der sieben Schmerzen Mariens“ mit Gottesdiensten und vor allem mit einer Lichterprozession durch die mit hunderten Lichtern geschmückten abendlichen Straßen der Gemeinde. Im Corona-Jahr 2020 musste die Lichterprozession, in deren Zentrum traditionell die Hauensteiner Pieta mitgetragen wird, aber ausfallen.

Es gab lediglich eine Andacht in der leider nur spärlich besuchten Christkönigskirche, wo vor dem uralten Holzbildnis der schmerzensreichen Mutter Gottes gebetet wurde. Pfarrer Ulrich Nothhof führte in seiner Predigt mit Blick auf die Pieta aus, dass man „Heil und Trost findet“, wenn man sich in das Leid Mariens vertiefe: „Im Leid ist man nicht allein.“

Eine kleine Schola des Kirchenchores begleitete den Gottesdienst mit Gesang. In den Gebeten und den Liedern wurde Maria immer wieder als Fürsprecherin der Bedrängten, der Menschen in Not und Leid angerufen. Nach den dreimal wiederholten Zeilen des Liedes „Verleih’ uns Frieden!“, das den Grundgedanken des Gelöbnisfestes aufgriff, zog die kleine Gemeinde mit der Pieta vor das Gotteshaus, wo die Feier mit Abstand und mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Segne du, Maria“ ihren Abschluss fand.

Die Tradition des Festes reicht ins Jahr 1919 zurück: Damals, als die Wunden, die der 1. Weltkrieg geschlagen hatte, noch lange nicht verheilt waren, wollte die Gemeinde als Dank für die Unversehrtheit des Dorfes und zum trauernden Gedenken an die Gefallenen des Krieges das Gelöbnisfest einführen, das immer auch als Mahnung zum Frieden verstanden werden sollte. Der erste Weltkrieg hatte 47 jungen Hauensteinern das Leben gekostet. Das Votivfest war von Speyer genehmigt worden „zum Dank für den Schutz der Heimat, zur Bitte um ferneren Schutz, zur Sühne für die Gefallenen”, wie es im Schreiben des Bischofs Ludwig Sebastian hieß. (fjs)