Das Kreuz mit den Gelben Säcken

2. Dezember 2019
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Foto: Immer der gleiche Ärger: Die gelben Säcke reißen sehr schnell auf. (ran)

SÜDWESTPFALZ. Es ist schon ein Kreuz mit den Gelben Säcken, die derzeit im Landkreis Südwestpfalz im Umlauf sind. „Viel zu dünn, die reißen ja ständig auf“, ist eine immer wieder laut werdende Klage. In der Stadt Landau hat man jetzt die Reißleine gezogen: Ab Januar werden dort reißfestere Säcke –dreimal so dick wie die bisher verwendeten- zum Einsatz kommen. Im Landkreis Südliche Weinstraße hat man noch früher auf die Beschwerden von Bürgern reagiert: Schon seit vergangenem Jahr kann man in der Südpfalz auf die stabileren Säcke zurückgreifen.

Und bei uns? Wer mit dem „gelben Nichts“, wie ein Mittsechziger im Wertstoffhof im Hauensteiner Stopper die derzeit verwendeten Sammelsäcke ironisch bezeichnete, zu tun hat, kennt die Malaise: Mancher Gelbe Sack zerreißt schon beim Lösen von der Rolle, nur zu oft entstehen Risse,  wenn die Tüte mit etwas kantigerem Material gefüllt wird, nicht selten gibt das dünne Plastik nach, wenn der Sack zugeschnürt wird oder zum Abholen an die Straße getragen werden muss, oft mit dem Ergebnis, dass der gesammelte Verpackungsmüll sich auf dem Bürgersteig verteilt. Das tut er ohnehin dann, wenn heftiger Wind die Säcke packt und über Bürgersteig und Straße weht, was die „Problemsäcke“ in der Regel nicht unbeschadet überstehen.

Ja, auch in der Südwestpfalz habe es in der Vergangenheit Beschwerden wegen der Beschaffenheit der derzeit verwendeten Gelben Säcke gegeben, bestätigt Kreissprecher Thorsten Höh auf unsere Anfrage hin. Zuständigkeitshalber habe man die Klagen an die Firma Remondis, die mit der Abholung des Verpackungsmülls beauftragt ist, weitergegeben. Und: Partner für die Südwestpfalz sei im „Dualen System“ das Unternehmen „Interseroh“, das in Köln beheimatet ist und unter dem Dach der Alba-Gruppe zuhause ist.

Der Kreissprecher teilte mit, dass man in Gesprächen mit den Unternehmen sei, um die dünnen Säcke zu ersetzen. Man sei guter Dinge, dass auch für die Südwestpfalz eine Lösung gefunden werde, sagte Höh. „Wann es hier zu Ergebnissen kommt, ist aber offen“, führte er weiter aus. Die Gespräche mit der Kreisverwaltung bestätigte Susanne Jagenburg, die Pressesprecherin der Alba-Group: „Die Gespräche laufen gerade an.“, schreibt sie und ergänzt, dass „eine dickere Sackstärke für die kommende Ausschreibung (für die Entsorgungsverträge ab 2022 bis 2024) sicherlich verhandelt werden“ könne.

Dass das neue Verpackungsgesetz, wie aus Landau verlautete, den Kommunen die Möglichkeit einräume, per Verwaltungsakt vorzuschreiben, welche Säcke eingesetzt werden sollen, stellt Jagenburg in Abrede: „Es gilt nach wie vor die Regelung der Abstimmungsvereinbarung zwischen Kommune und dualem System.“

Beschwerden? Was die Beschaffenheit der Gelben Säcke angehe, „erreichen uns nur wenige Beschwerden, so vor allem bei ungünstigen Witterungsbedingen, wie starken Minusgraden oder hohem Windaufkommen“, schreibt sie weiter. Die Materialdichte sei aber „absichtlich dünner gewählt, damit ein Missbrauch der Säcke vermieden wird.“ Dies gelte bundesweit. „In den Gelben Säcken sollen ausschließlich so genannte Leichtverpackungen entsorgt werden. Das sind solche Verkaufsverpackungen, die aus Kunststoff, Metall oder Verbundstoff bestehen.“

Die Säcke würden aber zweckentfremdet genutzt: „Im Herbst zur Laubsammlung, zur Leergutsammlung, zum Schutz von Fahrradsätteln vor Regen oder aber – und das sehr häufig – zur Entsorgung von Restabfällen (die sperriger und schwerer sind, so dass die Säcke reißen).“ Dies verursache Mehrkosten, „die am Ende zu Lasten aller gehen.“ Für einen sicheren Umgang mit den Gelben Säcken empfehle das Unternehmen, „diese ausschließlich mit restentleerten Leichtverpackungen zu befüllen und nicht zu überladen, sondern sie am besten locker zu befüllen“. Außerdem sollten die Verpackungen nicht fest ineinander gestopft werden, was die spätere automatische Sortierung und das Recycling erleichtere. „Und besser erst morgens früh (6 Uhr) am Abholtag rauslegen als abends, damit sie nicht über Nacht draußen liegen und so verweht werden oder Tiere anlocken“, empfiehlt die Pressesprecherin abschließend.

Die Frage, ob die dünnen Säcke auch aus Kostengründen die früher verwendeten stabileren Tüten ablösten, verneinte Jagenburg. Das sei „keine Kostenfrage“. Die jeweiligen Säcke würden auch von den beauftragten Entsorgungsfirmen bestellt. Deshalb könne Interseroh/Alba „keine Auskunft zu genauen Preisen geben“. Unsere Anfrage dazu bei Remondis blieb bisher unbeantwortet. (ran)

Zwei Einbrüche in Firmengebäude
Hauenstein (ots) - In der Nacht von Montag auf Dienstag, zwischen 18:00 Uhr 07:00 Uhr, brachen unbekannte Täter in zwei benachbarte Firmen in der Industriestraße ein. Es wurde jeweils ein Fenster eingeschlagen. Die Täter suchten offensichtlich gezielt nach Bargeld. Schränke wurden nicht durchwühlt. In einem Fall entnahmen die Täter das Bargeld aus einer Geldkassette, die in einem Schreibtisch aufbewahrt wurde. Hier wurde der Gesamtschaden auf 500 Euro taxiert. Im anderen Fall deuteten ein geöffneter Schuhkarton und eine offenstehende Schranktür auf die Suche der Täter hin. Entwendet wurde hier nichts. Der Sachschaden liegt bei circa 250 Euro. Zeugen, die im Zusammenhang mit den Einbrüchen Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Pirmasens unter der Telefonnummer 06331-520-0 oder per E-Mail pipirmasens@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens)

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