Das Projekt “Schuhweg” wurde auf Eis gelegt

Foto: Wie werden die überdimensionalen Pumps, die bereits im Bauhof gelagert sind, präsentiert? Der Plan für den „Schuhweg“ wurde vorerst auf Eis gelegt. (ran)

HAUENSTEIN. Zwei viel und seit langem diskutierte Projekte hatte der Ortsgemeinderat Hauenstein in seiner Sitzung  zu beackern und fand zu jeweils einstimmigen Beschlüssen: Die Umsetzung des „Schuhwegs“ wurde zunächst auf Eis gelegt, um eine Verlängerung der Förderfrist zu erreichen. Und: Die überarbeitete Planung für die neue Kita fand die Zustimmung des Rates und wird zur Genehmigung eingereicht.

Schon geraume Zeit treibt das Thema „Schuhweg“, der eine gestaltete und am Thema Schuh orientierte Verbindung zwischen Schuhmeile und Ortskern herstellen soll, den Rat um. Man habe in den vergangenen Monaten bereits „viele Probleme gelöst“, sagte Ortsbürgermeister Michael Zimmermann (CDU). Die Ausschreibung der nunmehr zwölf Stationen, die die Planerin Julia Kaiser vom Lauterer Büro „Stadtgespräch“ in der Ratssitzung noch einmal erläuterte (wir berichteten zuletzt am 19. April), habe „aber nicht das von uns erhoffte Ergebnis gebracht“.

Das günstigste Angebot, das auf die Ausschreibung einging, belief sich auf 226.000 Euro und damit um 34 Prozent über der Berechnung des Büros, das von 171.000 Euro ausgegangen war, sodass der Rat in der letzten Sitzung die Ausschreibung aufhob. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hatte das Projekt förderrechtlich genehmigt, hatte die Baukosten (ohne Nebenkosten) aber mit 171.000 Euro gedeckelt. Zu diesem Betrag ist eine Förderung in Höhe von 75 Prozent zugesagt. Höhere Kosten müsste die Gemeinde selbst tragen.

Die Planerin betonte mehrfach, dass die Kosten seriös ermittelt worden seien und nannte die eingegangenen Angebote „stark überteuert“. Das sei zum einen der boomenden Baukonjunktur geschuldet, zum anderen aber auch dem Ausschreibungszeitraum: „Hätten wir im Dezember/Januar ausgeschrieben, wären sicher günstigere Angebote eingegangen.“

Das Problem, das sich nun stellt: Die Maßnahme soll bis zum 15. November dieses Jahres mit der ADD abgerechnet sein. „Das ist so nicht zu realisieren, zumal eine neue Ausschreibung notwendig ist“, konstatierte der Ortsbürgermeister und plädierte dafür, in erneuten Gesprächen mit der Behörde die Frist bis zum 30. Juni 2020 zu verlängern. „Das kostet nichts und ist einen Versuch wert.“

Auf Nachfrage von Patrick Stöbener (FWG), welche weiteren Kosten eine erneute Ausschreibung nach sich zögen, nannte die Planerin die Summe von 2.000 Euro. Wie der Ortschef mitteilte, würden nach Auskunft der ADD die bisher aufgelaufenen Planungskosten –rund 20.000 Euro- ebenso wie die Kosten für die bereits vorhandenen Riesen-Pumps mit 75 Prozent gefördert.

Der Rat beauftragte schließlich den Bürgermeister einstimmig, mit der ADD Gespräche mit der Bitte um Aufschub zu führen. Je nach Ergebnis der Gespräche wird der Rat dann entscheiden, ob das Projekt völlig aufgegeben wird oder ob zumindest Teile des planerischen Konzepts umgesetzt werden sollen. Auf die in einem offenen Brief von Klaus Winnwa vorgeschlagene grundlegende Änderung des Konzepts war der Rat nicht eingegangen.