Der klösterliche Alltag beispielsweise im Hauensteiner Karmelkloster geht weiter

30. März 2020
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HAUENSTEIN. Während das öffentliche religiöse Leben in unseren Pfarreien und Kirchengemeinden durch die Einschränkungen, die die Corona-Krise diktiert hat, weitgehend stillgelegt ist, kann der klösterliche Alltag beispielsweise im Hauensteiner Karmelkloster weitergehen.

„Machen Sie den Menschen Mut“, appelliert Schwester Elia vom Erbarmen Gottes, die Priorin des Karmel St. Josef, im (Telefon-)Gespräch mit der Rheinpfalz. „Machen Sie den Mitmenschen deutlich, dass wir sie alle, ihre Sorgen, ihre Ängste und ihre Nöte in diesen schweren Zeiten noch intensiver in unseren Gebeten mitnehmen“, bittet sie und verweist auf besondere Fürbittgebete, die die Schwestern „jetzt noch bewusster“ sprechen. Auf dem kleinen Plakat an der Pforte, das auf die Schließung des Klosterladens hinweist, ist denn auch zu handschriftlich lesen: „Wir sind immer da, um für sie zu beten.“

Das, was wir jetzt alle mit den Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen erleben, ist für die Ordensfrauen, die ihren Tag getreu der benediktinischen Regel „Ora et labora“ dem Gebet und der Arbeit widmen, der Normalfall: „Es ist ja unsere Berufung, in strenger Klausur zu leben“, sagt Schwester Elia. Strenge Klausur heißt: Die Mitglieder des Konvents verlassen die Klostermauern ausschließlich in Notfällen, beispielsweise für Besuche beim Arzt. Insofern brächten die getroffenen Anordnungen für das klösterliche Leben keine Einschränkungen.

So beten die Klosterfrauen ihr Stundengebet wie gewohnt im Schwesternchor, der im rechten Winkel an die Klosterkirche angeschlossen ist und von ihr durch ein Gitter abgetrennt ist. Täglich wird an einem kleinen Altar im Kapitelsaal auch die Konventsmesse gefeiert. Diese Möglichkeit war in der Dienstanweisung des Bistums vom 17. März eingeräumt worden. Die Klosterkirche bleibe für das stille Gebet offen.

In der Klostergemeinschaft werde man –wohl anders als in den Pfarrkirchen- auch die Liturgie der Kartage und des Osterfestes feiern können, aber ohne Beteiligung Außenstehender. „Wir werden versuchen, durch kleine Gesten eine Osterbotschaft aus dem Karmel an die Gläubigen draußen möglich zu machen“, sagt die Priorin. Man plane etwa, das Licht der in der Osternacht geweihten Osterkerze „in der Klosterkirche bereitzuhalten, damit man es mit umhüllten Teelichten nach Hause tragen kann.“ Auch wolle man kleine Fläschchen mit dem Osterwasser abfüllen und in der Kirche anbieten.

Ansonsten beteilige man sich an allen Aktionen, die „bistumsweit die Gemeinschaft der Glaubenden“ unterstützen. So habe man selbstverständlich am vergangenen Samstag um 18 Uhr mit Glockengeläut zu dem gemeinsamen Gebet, zu dem Bischof Wiesemann und Kirchenpräsident Schad aufgerufen hatten, eingeladen und wie viele andere Menschen im Sinne einer Gebetsgemeinschaft zur gleichen Zeit das „Ökumenische Gebet im Zeichen der Krise“ gesprochen für „alle Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben und erkrankt sind und für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind und nach Halt suchen“.

 

Auch über das „Angelus-Gebet“, zu dem die Glocken der Kirchen dreimal täglich aufrufen, suche man die „Gebetsgemeinschaft“ mit den Menschen außerhalb des Klosters. Das hatte Bischof Wiesemann ebenfalls angeregt, um besonders an die infizierten Menschen zu denken. „Zugleich gilt das Gebet auch den Ärzten und Pflegekräften, die die Erkrankten betreuen“, heißt es in dem Aufruf weiter.

Dem Aufruf hatte sich auch die Pfarrei St. Katharina von Alexandrien angeschlossen, wo wie in allen anderen Pfarreien das kirchliche Leben weitgehend ruht: Der sonntägliche Gottesdienst, für viele noch immer der religiöse Höhepunkt der Woche, findet nicht mehr in den Kirchen, sondern nur noch per TV oder über digitale Live-Streams statt. Andere Formen gemeinschaftlichen Glaubenslebens –Bibelgespräche, Jugendarbeit, Besuchsdienste etwa- ruhen.

Pfarrer Ulrich Nothhof berichtet, dass er „stellvertretend für die Pfarrei“, aber alleine, jeden Morgen an einem kleinen Tisch im Pfarrhaus Eucharistie feiere. Eine Messe über das Netz zu streamen, wie es andere Pfarreien (Überblick dazu auf www.bistum-speyer.de) anbieten, dazu fehlten die technischen Voraussetzungen. Ansonsten sei Seelsorge in diesen Corona-Tagen ein schwieriges Feld mit vielen Entscheidungen, die man ungern treffe, die aber notwendig sind.

So sei die Feier der Kar- und Osterliturgie nicht möglich, der Weiße Sonntag auf unbestimmte Zeit, möglicherweise in den Spätsommer oder frühen Herbst, verschoben. „Am 14. März sollte die Beichtvorbereitung beginnen, am 13. März kam die Dienstanweisung aus Speyer, dass der Weiße Sonntag verschoben werden muss.“ Pfarrer Nothhof ist sich auch der ganz trivialen Tragweite dieser Entscheidung bewusst: „Das geht ja bis hin zur Kleiderfrage. Viele haben die Kleider bereits besorgt, manche Kinder wachsen vielleicht heraus.“ Für diesen Fall halte die Pfarrei aber die einheitliche Kommunionkleidung bereit.

Besondere Einschnitte gebe es auch bei den Beerdigungen: Am Freitag und Samstag musste der Pfarrer zwei Verstorbene zur letzten Ruhe begleiten: „Es gab keine Trauerfeier in der Friedhofshalle, sondern nur eine kleine Feier am Grab mit den engsten Angehörigen, kein Weihwasser, keine Erde“, bedauert Ulrich Nothhof. Werde er zu Todkranken zur Krankensalbung gerufen, komme er dieser Bitte selbstverständlich nach.

Die Verwaltung der Pfarrei und die Kommunikation mit dem Pastoralteam laufe derweil vor allem über Telefon und Skype. Wichtig sei ihm, dass das Pfarramt „immer und für alle Fragen, für Gespräche und Anliegen erreichbar ist“, sagt der Pfarrer. Im Amtsblatt wolle man für die nächsten Sonntage und vor allem für Ostern Gebets- und Andachtsimpulse für die Gläubigen anbieten.  (ran)

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Schwerverletzter Motorradfahrer nach Verkehrsunfall auf B48
B48, Rinnthal-Johanniskreuz (ots) - Am Sonntagmorgen kam es zu einem folgenschweren Verkehrsunfall auf der B48 zwischen Rinnthal und Johanniskreuz. Ein 30-jähriger Motoradfahrer befuhr als letzter einer Dreier-Gruppe die B48 von Rinnthal kommend in Fahrtrichtung Johanniskreuz. Aus bislang ungeklärten Gründen kam der Motorradfahrer in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte anschließend mit einem Felsvorsprung. Der Fahrer wurde hierbei schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die B48 war zur Unfallaufnahme eine Stunde in beide Fahrtrichtungen gesperrt. An dem Motorrad entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 12000 Euro. (Polizeidirektion Landau)