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Der sagenumwobenen Teufelstisch die am meisten fotografierte Felsformation im Wasgau-Felsenland

HINTERWEIDENTHAL. Er ist die wohl die am meisten fotografierte Felsformation im Wasgau-Felsenland, er zierte nicht nur Werbeposter für das gesamte Tourismus-Land Rheinland-Pfalz, sondern auch Briefmarken der Post, zuerst 1947, zuletzt 2014. Jetzt kann man den sagenumwobenen Teufelstisch in atemberaubenden dreidimensionalen Einstellungen bewundern.

Denn:  Der Fels bei Hinterweidenthal wurde von der Deutschen Gesellschaft für Geologie (DGGV) für ein besonderes Jubiläumsprojekt ausgewählt. Er wurde von einer Arbeitsgruppe der Uni Bonn unter der Leitung von Dr. Gösta Hofmann in einem aufwendigen neuen digitalen Verfahren dreidimensional aufgezeichnet und auf der Seite  https://digitalgeology.de/der-teufelstisch verfügbar gemacht. Der Teufelstisch ist der erste von insgesamt 30 Geotopen in ganz Deutschland, die die DGGV aus Anlass ihres 175-jährigen Bestehens der Öffentlichkeit unter der Bezeichnung „30 Geotop 3D“ präsentieren will – 29 weitere werden dem Teufelstisch also folgen.

Zur Sache: Geotope und Geotourismus
Der Hinterweidenthaler Teufelstisch, der 2009 auf Platz sieben der deutschen Naturwunder gewählt worden war, war schon war 2006 mit dem Prädikat Nationaler Geotop ausgezeichnet worden. Als Geotope werden Orte bezeichnet, die besondere erdgeschichtliche Erscheinungen sichtbar werden lassen und so Einblicke in die Erdgeschichte erlauben. Das können „Aufschlüsse“ wie Sandgruben oder Steinbrüche sein, Quellen, Höhlen, geohistorische Objekte wie Stollen oder Felsenkeller oder eben wie der Teufelstisch Gesteins- oder Landschaftsformen an der Erdoberfläche, die durch natürliche Vorgänge entstanden sind.

Auch für den Tourismus spielen Geotope eine Rolle: So sind sich Touristiker einig, dass sie Potenzial besitzen, um die Attraktivität einer Landschaft zu steigern, gerade in einer Zeit, in der man vielerorts auf sanften und naturbezogenen Geo-Tourismus setzt. Diesen Ansatz verfolgt man in der Urlaubsregion Hauenstein beispielsweise mit dem Dimbacher Buntsandsteinweg, der dem Wanderer mit zwölf geografisch-geologische Informationstafeln Erläuterungen zur Landschaft gibt.

Wie der Projektleiter in einem kurzen Statement erläutert, diene das Projekt als Beispiel, wie zu den alt hergebrachten Instrumenten der Geologie wie etwa Hammer und Lupe nun auch Drohnenfotografie und Laserscanner treten. Es zeige den Brückenschlag zwischen klassischer und moderner Geologie auf: Seine Arbeitsgruppe schoss mehr als 600 Drohnenaufnahmen von dem Felsen. Mit Hilfe einer Software wurden daraus 154.000 Punkte ermittelt und zu 2,5 Millionen „Faces“ hochgerechnet, aus denen dann die dreidimensionale Präsentation entstand: Der Teufelstisch lässt sich nun am Rechner hoch aufgelöst drehen und wenden, umrunden und überfliegen, von unten und von oben betrachten, vergrößern und verkleinern.

14 Meter ist der Teufelstisch hoch, man hat ein Gewicht von 284 Tonnen errechnet. Der Buntsandsteinfelsen erhielt seine charakteristische Form durch Erosion: Die bis zu 3,50 Meter starke verkieselte harte „Tischplatte“ liegt auf einer etwa 11 Meter hohen weicheren Dünnschichtlage, die wesentlich anfälliger für Verwitterung und Erosion ist. Der oben aufliegende Block schützte den Rest der noch vorhandenen Dünnschichten vor weiterer Abtragung, sodass die charakteristische Tischform entstand, die im Wasgau gar nicht so selten ist: So gibt’s ja auch den Salzwooger und den Eppenbrunner Teufelstisch. Mehr als 20 solcher Pilzfelsen, alle allerdings wesentlich kleiner, hat man im Wasgau gezählt.

Die skurrile Form des Felsens hat die Phantasie der Menschen angeregt. Und einer alten Sage verdankt der Fels auch seinen Namen: Der Teufel habe den Pfälzerwald durchquert und habe müde und hungrig nach einem geeigneten Rastplatz gesucht. Als die Suche erfolglos blieb, habe er voller Wut einige Felsbrocken ergriffen und sie zu einem Tisch aufeinandergestellt. Darauf habe er dann gespeist. Nachdem die Rast beendet war, habe er den Tisch stehen lassen und sei weitergezogen. Am nächsten Morgen erblickten die Menschen im Tal das Werk und vermuteten: “Hier muss der Teufel gespeist haben”.