Der „Schuhweg“ vor der Vollendung

19. November 2020
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HAUENSTEIN. Man hat es kaum noch für möglich gehalten: Der „Schuhweg“, der die Schuhmeile mit dem Ortskern verbindet und die Schuhgeschichte Hauensteins thematisiert, ist tatsächlich auf der Zielgerade und steht fristgerecht zum 15. November, also vor dem „Verfallsdatum“ der seit Jahren zugesagten Fördermittel, vor der Vollendung. Der Weg ist im Ort keineswegs unumstritten und wurde in der Vergangenheit auch sehr kontrovers diskutiert.

Lange musste man zuletzt in Hauenstein auf die Genehmigung aus dem Kreishaus warten. Sie liegt jetzt vor. Und weil man in der Phase des Wartens fleißig die Voraussetzungen zum Bau getroffen hat, kann man nun auf dem rund 2.200 Meter langen Weg, der von der Pirmasenser Straße über die Bahnhofstraße und die Pirminiusstraße zur Christkönigskirche und von dort über den Markplatz, den Rathausplatz und die Turnstraße zum Museum führt, eine Reihe von Exponaten sehen. Einige Arbeiten –die Begrünung etwa und die Beschilderung- sind hier und da noch zu machen. Sie sollen im zeitigen Frühjahr folgen. Dann soll der Weg auch offiziell eröffnet werden.

Insgesamt zehn Stationen sind vorgesehen, an denen historische Schuhmaschinen stehen werden, deren Funktion auf Infotafeln erläutert werden. Nicht allen gefallen die stählernen Ungetüme, die reichlich Patina angesetzt haben und an denen man alle beweglichen Teile fixiert hat, um die Unfallgefahr zu minimieren. Als „rostige Schrotthaufen“ hatte Christoph Glaser (CDU) in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses, in der Planer Hans-Jürgen Schuck vom Dahner Planungsteam Südwest den Sachstand erläuterte, die Maschinen bezeichnet und süffisant nachgefragt, ob sie die „niedergegangene Hauensteiner Schuhindustrie symbolisieren“ sollten.

Zur Sache: Der „Schuhweg“

Mehr als fünf Jahre hat es gedauert von den ersten Überlegungen bis zur Realisierung des Schuhwegs, der offiziell noch keinen Namen hat und mal als „Schuhweg“, mal als „Weg ins Dorf“ und mal als „Themenweg“ bezeichnet wurde. Und es war ein langes und zuweilen zähes Hin- und Her um diesen Weg mit zunächst geplanten 16, dann –abgespeckt- zwölf und nun verwirklichten zehn Stationen. Wie er ankommt bei Einheimischen und Gästen – das wird die Zukunft zeigen.

Er war umstritten, nicht nur, aber auch wegen der hohen Kosten: 226.000 Euro waren nach einer Ausschreibung aufgerufen. „Deutlich zu viel“ hatte der Rat im September vergangenen Jahres befunden, zumal der Förderbetrag von der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD), die das Projekt förderrechtlich geprüft hatte, mit 171.000 Euro gedeckelt war. Also wurde die Ausschreibung aufgehoben und das Projekt zunächst auf Eis gelegt.

Erst im März dieses Jahres konnte sich der Rat mit einer Überplanung aus dem Dahner Planungsteam Südwest anfreunden, nachdem man mit der zunächst beauftragten Planerin und ihren Planungen nie so recht warm geworden war. Seither wurde das Projekt mit Nachdruck vorangetrieben und wird nun vollendet. Die Kosten konnten auf rund 160.000 Euro gedrückt werden, wofür 75 Prozent Fördermittel fließen.

Sollen sie natürlich nicht: Die Patina sei so gewollt. Dass die Schuhindustrie in der Wasgaugemeinde freilich große Zeiten erlebte und auch das Dorf großgemacht hat, das sollen auf dem Weg auch großformatige Fotos zeigen: So soll beispielsweise in der Pirminiusstraße an das Firmengebäude Jubo erinnert werden, das dort einst eine der ganz großen Schuhfabriken beherbergte und das vor einigen Jahren dem Neubau des neuen Feuerwehrgerätehauses wich.

Die mittlerweile hinlänglich bekannten überdimensionalen Pumps werden nur an drei Plätzen –in der Grünfläche in der Bahnhofstraße, etwas in die Böschung erhöht am „Knick“ in der Pirminiusstraße und am Museum-  aufgestellt werden, wobei man nach einigen Diskussionen um deren Farbgebung doch übereingekommen ist, dass sie alle einheitlich in dem knalligen Rot gehalten werden. Der Pumps, der schon seit einiger Zeit auf der Grünfläche am TIZ geparkt ist, wird übrigens sehr gerne und sehr oft als Fotomotiv genutzt, wobei immer wieder Personen in dem auffälligen Highheel Platz nehmen.

Im Zuge des Weges wurde auch der Platz an der Kreuzung Burg-/Turnstraße gestaltet. Bis zuletzt hatte er ein unansehnliches Dasein als lieblos aufgeschotterte Freifläche Parkplatz gefristet. Vier Parkplätze können dort genutzt werden, als Zitat aus der Geschichte der Schuhindustrie steht dort eine Maschine, zu der zwei wassergebundene Wege führen. Um das Exponat sind als Sitzgelegenheiten sechs Sandsteinwürfeln gruppiert. Die derzeit noch mit Mulch belegte Fläche wird noch mit Bäumen bepflanzt werden.

An der Kreuzung Marienstraße/Kirchäcker werden auch Hinweise auf die Geschichte der Christkönigskirche gegeben, deren Bau Anfang der 30er Jahre vor allem deswegen notwendig wurde, weil die Pfarrei mit dem Boom der seit 1886 im Dorf arbeitenden Schuhfabriken extrem gewachsen war: Zahllose Familien waren in den folgenden Jahrzehnten nach Hauenstein gezogen, die Einwohnerzahlen wuchsen von 679 im Jahr 1885 auf 2.600 im Jahr 1930.

In der Grünfläche in der Bahnhofstraße wird auch ein neuer Ortsplan aufgestellt werden. Da müsse man allerdings noch warten. Denn in einem neuen Straßenplan sollen ja auch die neuen Straßen im Baugebiet „Am Sonnenhang“ verzeichnet sein. Sie sind aber noch nicht gewidmet, müssen also erst noch „getauft“ werden. Der künftige Ortsplan wird auch nicht über Werbeanzeigen finanziert. Man wird den Platz, der bisher den Anzeigen vorbehalten war, nun nutzen, um auf die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Ortsgemeinde hinzuweisen.

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Betrunken und berauscht mit dem Auto unterwegs
Dahn (ots) - In der Nacht von Freitag, den 02.10.20, auf Samstag, den 03.10.20, gegen 01:00 Uhr kontrollierten Polizeibeamte der Dahner Polizei einen 20-jährigen Fahrzeugführer in seinem Mercedes-Benz. Der junge Fahrer war in Dahn unterwegs, als die Beamten bei der Verkehrskontrolle deutlichen Alkoholgeruch wahrgenommen hatten. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,12 Promille. Zudem stellten die Beamten fest, dass der 20-jährige offensichtlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Dem Fahrer wurde daraufhin eine Blutprobe entnommen. Der Führerschein und Fahrzeugschlüssel wurden sichergestellt. Der Fahrer muss sich nun wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten. Daneben kommen weitere Ermittlungen wegen dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz auf ihn zu. //pidn (Polizeidirektion Pirmasens)