Die berüchtigte Weltcup-Abfahrtsstrecke einmal von unten nach oben

19. März 2020
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KITZBÜHEL/HAUENSTEIN/DAHN. Die Streif ist Legende. Das Rennen an der wohl schwierigsten Abfahrtsstrecke der Welt am Hahnenkamm in Kitzbühel elektrisiert alljährlich die Massen. Und wer je an der Streif stand, für den ist es schon verrückt, die halsbrecherische Strecke mit den Ski von oben nach unten zu bewältigen.

Aber es geht noch verrückter: Am Wochenende gab’s in dem mondänen Ferienort in Tirol den „Streif Vertical Up“: Dabei gilt’s, die berüchtigte Weltcup-Abfahrtsstrecke von unten nach oben zu bewältigen. Über 1000 Teilnehmer machten sich am Samstagabend auf den Weg. Mit dabei: der Hauensteiner Dominik Memmer und der Dahner Fabian Trapp.

Die beiden 38-Jährigen aus dem Wasgau sind bekannt dafür, dass sie sich außer „gewöhnlichen“ Langläufen gerne auch besonderen Herausforderungen stellen. So zählten sie in den drei letzten Jahren zu dem Team, das am Nürburgring den „Strong Man Run“ mit seinen außergewöhnlichen Hindernissen gewann, sie waren unter anderem auch am „Strong Man Run“ in Wacken am Start oder beim „Gettin‘ Tough Race“ in Thüringen. Jetzt also: „Streif Vertical Up“, Kitzbühel, Tirol, „One hell of a Run“, wie der Veranstalter –in Anbetracht des eisigen Untergrunds- etwas schräg textete. Die Details: Die Strecke über die berühmten Passagen „Mausefalle“ und „Karussell“, „Gschöss“ und „Alte Schneise“ ist 3.312 Meter lang, weist 860 Höhenmeter auf und an der steilsten Stelle ein Gefälle von 85 Prozent.

„Sehr steil, sehr eisig, sehr dunkel“ – so kommentierten die beiden Extremsportler den Lauf, als wir sie am Tag nach dem Rennen im Skilift am Hahnenkamm erreichten. Am Samstag um 18.30 Uhr war das Rennen in zwei Klassen -einer Speed- und in einer Rucksackklasse- gestartet worden, bei gerade einbrechender Dunkelheit. „Das macht die Strecke ja nicht einfacher. Du hast ja nur den Schein der Stirnlampe,“, berichtet Fabian Trapp.

Als Schnellster war Profi Anton Palzer nach 31:20 Minuten im Ziel am „Starthaus“. Der „Doni“ aus Berchtesgaden gilt im Winter als einer der besten Skibergsteiger der Welt, im Sommer ist er als international erfolgreicher Bergläufer unterwegs. „An seine Zeit bin ich nicht entfernt drangekommen“, erzählt Dominik. Er kam nach 49:39,9 Minuten ins Ziel, belegte damit Rang 116 unter den 336 männlichen Speedstartern. Fabian Trapp benötigte 55:06,7 Minuten und wurde 186.

„Ich wollte schneller sein, aber es ging einfach nicht“, kommentierte Dominik Memmer seine Zeit. Und Fabian zog Bilanz: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich nach den gut 3000 Metern genauso kaputt fühle wie nach einem Marathon.“ Das Duo aus dem Wasgau verweist freilich darauf, dass sie sich die Herausforderung Streif ja „ohne spezielles Training“ stellten: „Bei uns gibt’s ja nicht derart lange Anstiege mit so steilen Rampen und solch außergewöhnlichen Bedingungen.“

„Der Clou an der ganzen Geschichte sind die Regeln – es gibt keine!“, so beschreibt der Veranstalter seine Vorgaben. „Freie Materialwahl, solange alles aus eigener Kraft angetrieben wird“, lesen wir in der Ausschreibung weiter. Spikes, Ski mit Fellen, Schneeschuhe und Steigeisen seien möglich. Dominik und Fabian entschieden sich für Spikes, wie sie in der Leichtathletik üblich sind, allerdings mit langen Nägeln. „Damit sind wir relativ gut zurechtgekommen“, berichten sie.

Allerdings habe man gerade an den besonders steilen Rampen immer einen Blick nach oben haben müssen: „Wenn da oberhalb vor dir jemand ausrutscht, reißt der dich unweigerlich mit“, beschreibt Fabian eine der vielen Unwägbarkeiten beim Aufstieg auf der vereisten Piste, auf der es auch reichlich Anfeuerung gab: „Gerade an der steilsten Stelle, der Mausefalle, stand das Publikum und hat die Läufer angefeuert, bevor wir den letzten Hang bezwingen mussten – das war ein Highlight, das uns noch einmal gepusht hat.“ Als „tolle Erfahrung bei einer außergewöhnlichen Veranstaltung“ nehmen die beiden ihre Erlebnisse an der Streif mit in die Heimat.

Der „Streif Vertical up“ ist Teil der „Vertical Up Tour 2020“, die außer in „Kitz“ auch noch an der Saslong in Gröden und in Madonna di Campiglio Station macht.

Schwerverletzter Motorradfahrer – Zeugen und Unfallbeteiligter gesucht
Rinnthal/ L490, 22.05.2020, 16:45 Uhr (ots) - Nachdem am Freitag 22.05.2020 um ca. 16:45 Uhr ein Motorradfahrer auf der L490 zwischen Rinnthal und der B48 schwer verletzt wurde, werden Verkehrsunfallzeugen und ein unfallbeteiligter PKW-Führer gesucht. Der 18-jährige Motorradfahrer befuhr die L490 von Rinnthal kommend in Fahrtrichtung B48. Nach derzeitigem Ermittlungsstand fuhr ein PKW von einem Feldweg auf die L490 ebenfalls in Fahrtrichtung B48 und übersah hierbei den Motorradfahrer. Der Motorradfahrer musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern, ausweichen, kollidierte mit der Leitplanke und stürzte anschließend auf die Fahrbahn. Er erlitt durch den Sturz schwere, nicht lebensbedrohliche, Verletzungen und musste zur medizinischen Versorgung mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus verbracht werden. Bei dem gesuchten Fahrzeug handelt es sich um einen dunkelfarbenen PKW mit PS- Kennzeichen. Da es zwischen dem einbiegenden PKW und dem Motorradfahrer nach den bisherigen Ermittlungen zu keinem Zusammenstoß kam, ist unklar, ob der Fahrzeugführer den Verkehrsunfall überhaupt wahrgenommen hat. Der PKW- Führer und weitere Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Unfallgeschehen oder dem gesuchten PKW machen können, werden gebeten sich bei der Polizeiinspektion Landau zu melden. (Polizeidirektion Landau)

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