Die folgenden 3 Jahre werden entscheiden

31. Januar 2020
By
image_pdf

HAUENSTEIN. „Wir haben jetzt noch drei komplette Jahre Zeit, um die Weichen so zu stellen, dass die Verbandsgemeinde Hauenstein auch künftig selbstständig bleiben kann“, sagt Bürgermeister Werner Kölsch zur Kommunal- und Verwaltungsreform (KVR), die seit Mitte 2016 alle anderen Themen, die in der Verbandsgemeinde zu beackern sind, überlagert.

Das Mainzer Innenministerium hatte die VG nach einem Gespräch im Oktober vergangenen Jahres zwar nicht aus dem „Gebietsänderungsprozess entlassen“, hatte aber einen Übergangszeitraum bis Ende 2022 eingeräumt. Und den wolle man nun nutzen, um die Verbandsgemeinde Hauenstein und ihre Verwaltung so aufzustellen, dass „ihr Bestand über das Jahr 2022 möglich sein wird“, so Kölsch im Rheinpfalz-Gespräch. Das sei, so Kölsch, „nach den von uns vorgelegten Zahlen“ durchaus denkbar.

Bis Ende 2022 werde man „auf möglichst vielen Gebieten und mit den bestmöglichen Partnern“ Möglichkeiten der Kooperation eruieren. Das sei beispielsweise durch die Einrichtung einer gemeinsamen Vergabestelle, das sei im Bereich der Digitalisierung, wo man bereits eine Digitalstrategie auf den Weg gebracht hat un d diesen Weg auch gerne mit einem Partner gemeinsam gehen würde, und im weiten Feld des Tourismus möglich.

Bei den Werken, wo auch eine Betriebsführung über VG-Grenzen hinaus denkbar sei, habe man bereits eine gemeinsame Lagerhaltung mit der VG Dahner Felsenland, bei der Vollstreckung kooperiere man mit Rodalben: „Wichtig ist, dass wir durch die Kooperation Fachwissen konzentrieren.“ Die Kooperationsgespräche sollen, so Kölsch, in den nächsten Monaten anlaufen, wobei die zeitliche Vorgabe Gründlichkeit zulasse.

Trotz aller Diskussionen um die nach wie vor offene Zukunft: Das laufende Geschäft geht weiter, beispielsweise in den nächsten Wochen mit der Aufstellung des Haushaltes: Der Rat hat im vergangenen Jahr die VG-Umlage in zwei Schritten von zunächst 29 auf 28 und im Spätjahr aufgrund positiver wirtschaftlicher Faktoren sogar auf 25 Punkte gesenkt, wobei die hier nicht enthaltene Schulumlage von 4,5 Prozent mitgedacht werden muss. Für 2020 geht Kölsch bei einer Umlage von 28 Punkten von einem ausgeglichenen Finanzhaushalt aus.

„Sollte sich wie im letzten Jahr auch 2020 ergeben, dass ein Überschuss erzielt werden kann, dann werden wir den, ohne den eigenen Handlungsspielraum einzuschränken, an die Ortsgemeinden zurückgeben“, konstatiert der VG-Chef und ergänzt, dass man über die Umlagesenkungen die Ortsgemeinden zwischen 2016 und 2019 um insgesamt 1,04 Millionen Euro entlasten konnte.

Ums Geld geht’s auch bei den Gebühren und Entgelten, die die Bürger für Kanal und Wasser aufbringen müssen: „Nachdem wir 2018 die Kanalgebühren um 16 Cent auf drei Euro drücken konnten, prüfen wir nun, ob eine Senkung auch beim Frischwasser möglich sein wird. Wichtig sei, dass man beim Kanalwerk technisch auf dem aktuellen Stand sei und damit die ganz großen Investitionen im Kanalwerk erledigt seien. Es fielen aber immer dann Sanierungsarbeiten an, wenn in den Ortsgemeinden Straßen erneuert würden. Im Kanalwerk schiebt die VG einen Schuldenberg in Höhe von 9,5 Millionen Euro vor sich her, den man, wie Kölsch betont, sukzessive abbauen müsse.

Gar 10 Millionen Schulden weist das Wasserwerk aus: Hier laufen auch noch zwei große Projekte, die 2020 abgeschlossen werden dürften: 1,8 Millionen Euro kostet die Ertüchtigung und Erweiterung des Wasserhochbehälters am Hauensteiner Zimmerberg, wo auch eine moderne Wasseraufbereitung integriert wurde. 3,5 Millionen Euro fließen in den Wasserverbund Hermersbergerhof-Hofstätten, der die problematische Wasserversorgung Hofstättens –dort musste das wohl durch Altlasten der Station Langerkopf verunreinigte Wasser über einen Aktivkohlefilter aufbereitet werden- auf einen zeitgemäßen Stand bringt. Die notwendigen Leitungen, mit denen auch gleich Breitbandkabel verlegt wurden, sind ab Rodelbahn bis Hofstätten unter der Erde verschwunden. In Hofstätten entstand ein neuer Hochbehälter, der Hochbehälter am „Hof“ wurde ertüchtigt. Zu den Kosten gab’s 1,4 Millionen Euro Landesförderung und zudem ein zinsloses Darlehen in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Im Lauf des Jahres soll Hofstätten dann über den Verbund mit bestem Wasser aus der Wüstmühle vom Hermersbergerhof versorgt werden.

Nahe des Hermersbergerhofs wird in den nächsten Monaten –und damit kommen wir zum großen Bereich „Tourismus“- ein barrierefreier Aussichtspunkt errichtet. Als weiteren Mosaikstein im Bemühen, die Urlaubsregion Hauenstein attraktiver zu machen, sieht der Bürgermeister das Vorhaben eines „Biosphärencamps mit Sternen-Lodge“, das der in Hauenstein wohnende Hotelier Dieter Müller auf einem Grundstück nahe Hofstättens errichten will. Es passe in das „Projekt Sternenpark“, das das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bewirbt: Aus der VG Hauenstein wurden dafür auch Standorte auf der Spirkelbacher Höhe, am Hinterweidenthaler Rohrwoog und im Hauensteiner Queichtal vorgeschlagen.

„Sehr positive Resonanz“ erfahre der im vergangenen Jahr eingeweihte geologische Lehr- und Lernpfad, der entlang des Dimbacher Buntsandsteinwegs eingerichtet wurde. Schon für 2020 „hervorragend gebucht“ sei der Trekkingplatz unweit der Vier Buchen, „zunehmend gut angenommen“ werden die Strecken des MTB-Parks Pfälzerwald, auf dem sich immer mehr E-Bike-Fahrer tummeln. Sehr erfreut registriert Kölsch die Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen: Nach den Zahlen des Statistischen Landesamt kamen von Januar bis Oktober 2019 fünf Prozent mehr Gäste in die Urlaubsregion als im Vergleichszeitraum 2018. Bei den Übernachtungen gab’s ein Plus von 8,5 Prozent – von 67.600 auf 73.000.

Ziel der Anstrengungen im Bereich Tourismus sei es, die Übernachtungszahlen weiter zu steigern. Diesem Ziel dienen auch 2020 die Messeauftritte bei der CMT in Stuttgart, bei den „Heimattagen“ in Sinsheim oder bei der Offerta in Karlsruhe, diesem Ziel dient auch der „Waldläufermarathon“, der ein überregionales Publikum anzieht und am 10.10.2020 seine dritte Auflage erfährt, diesem Ziel dient auch der Wettbewerb „Die schönsten Wanderwege Deutschlands“, in dessen Rahmen dem Hauensteiner Schusterpfad weitere Aufmerksamkeit verschafft wird.

Neues gibt’s im Bereich der Feuerwehren: Für die Hauensteiner Wehr kommt –wohl noch im Januar- das Mehrzweckfahrzeig 3, in das knapp 180.000 Euro investiert werden. Schwanheim ist der Standort eines neuen Kleinlöschfahrzeugs, für das die VG über 80.000 Euro in die Hände nahm. Ganz neu: Für die Wehren wird 2020 ein hauptamtlicher Gerätewart eingestellt, der sich um alle Gerätschaften, um Fahrzeuge und um Werkstätten kümmern soll. „Die Ausschreibung ist draußen“, sagt Kölsch, der auch darauf hinweist, dass in einzelnen Feuerwehrgerätehäusern noch Absaugvorrichtungen eingebaut und die Notstromeinspeisung realisiert werden müssten.

Wohl mehrere Jahre nimmt die angedachte energetische Sanierung der Turnhalle und des Schwimmbads an der Hauensteiner Grundschule in Anspruch. Erste Gespräche mit einem Fachbüro hätten bereits stattgefunden, berichtet Kölsch. Auch die Digitalisierung ist Thema an den beiden Grundschulen in der Trägerschaft der VG: Derzeit erarbeiten die Kollegien in Hauenstein und Wilgartswiesen ihr „Medienkonzept“. Für die Hauensteiner Grundschule, wo ebenso wie in Wilgartswiesen bereits ein Grundbestand an Tablets vorhanden ist und bereits neun Smartboards im Einsatz sind, stehen 126.000 Euro zur Verfügung. (ran)

Zwei Einbrüche in Firmengebäude
Hauenstein (ots) - In der Nacht von Montag auf Dienstag, zwischen 18:00 Uhr 07:00 Uhr, brachen unbekannte Täter in zwei benachbarte Firmen in der Industriestraße ein. Es wurde jeweils ein Fenster eingeschlagen. Die Täter suchten offensichtlich gezielt nach Bargeld. Schränke wurden nicht durchwühlt. In einem Fall entnahmen die Täter das Bargeld aus einer Geldkassette, die in einem Schreibtisch aufbewahrt wurde. Hier wurde der Gesamtschaden auf 500 Euro taxiert. Im anderen Fall deuteten ein geöffneter Schuhkarton und eine offenstehende Schranktür auf die Suche der Täter hin. Entwendet wurde hier nichts. Der Sachschaden liegt bei circa 250 Euro. Zeugen, die im Zusammenhang mit den Einbrüchen Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Pirmasens unter der Telefonnummer 06331-520-0 oder per E-Mail pipirmasens@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens)

Anzeige