Die Jahreshauptversammlung des TV Hauenstein zeigte, wie sehr die Pandemie in das Vereinsgeschehen eingegriffen hat

HAUENSTEIN.  Corona hat das gesellschaftliche Leben –spürbar für jeden und in vielerlei Beziehung- verändert. Die Jahreshauptversammlung des TV Hauenstein zeigte, wie sehr die Pandemie in das Vereinsgeschehen eingriff und wie der Verein mit den gegebenen Einschränkungen umging. Welche Schwierigkeiten hat Virus dem mit 1030 Mitgliedern größten Verein der Verbandsgemeinde Hauenstein bereitet?

Markus Reichert, der Vorstandsvorsitzende des TVH, sprach von „enormen Auswirkungen“ der Pandemie auf das Vereinsleben: „Und wir sind noch lange nicht überm Berg“, sagte er weiter, „und müssen das Vereinsgeschehen weiter danach ausrichten“. Die Übungsleiter, die pro Woche über zwei Dutzend Übungs- und Trainingseinheiten für Kinder und Jugendliche, für Erwachsene und Senioren anbieten, seien „alle bei der Stange geblieben“, konnte Sportvorstand Alexander Meyer bestätigen. Aber: Das traditionelle Schaufenster der sportlichen Arbeit im Verein, die Herbstaufführung mit 400 Teilnehmern und Besuchern muss 2020 ausfallen.

Auch die Arbeit der einzelnen Abteilungen litt unter den Einschränkungen des grassierenden Virus: Die Kunstturner, deren sportliches Niveau den Verein „stolz“ mache (Reichert), mussten und müssen 2020 auf allen Ebenen auf Wettkämpfe verzichten. Das Training fand lange Zeit auf dem Rasen des Haberdeichs statt: „Gerätturnen ohne Geräte ist halt nicht das Wahre“, sagte Tina Hagenmüller, die die Turnermädchen betreut, und auch Adrian Eichberger, Trainer im Kunstturn-Stützpunkt, räumte ein, dass das Training im Freien „nicht einfach“ sei. Mit Trainingsplänen, mit Gymnastik und Kraftübungen habe man die Zeit überbrückt, bis man „relativ schnell“ wieder in der Halle, allerdings eingeschränkt durch die notwendigen Hygienebedingungen, trainieren konnte.

Die Badminton-Abteilung, bei der vor allem Jugendliche zwischen neun und 17 Jahren aktiv sind, musste zunächst ebenfalls ins Freie: „Aber Wind und Badminton passen nicht zusammen“, konstatierte Abteilungsleiter Joachim Haag. Jetzt trainiere man wieder auf acht Feldern in der Wasgauhalle, was das Einhalten der „Abstandsregeln“ erleichtere. Günter Reichert, der für die Sportabzeichengruppe berichtete, geht davon aus, dass man nach dem Rekordjahr 2019, als knapp hundert Bewerber das Sportabzeichen ablegten, im laufenden Jahr „hoffentlich gerade an die 50 herankommen“ werde.

Auch in der Fußballabteilung habe die Pandemie, wie Helmut Seibel berichtete, die hinlänglich bekannten „Spuren“ hinterlassen. Die Handballdamen der FSG Hauenstein-Rodalben, die den Aufstieg in die Pfalzliga schon vor dem Lockdown in der Tasche hatten, dürfen bei ihrem ersten Heimspiel in der neuen Spielklasse –am 31.10. geht es gegen den Lokalrivalen HSG Trifels- gerade mal 80 Zuschauer zulassen, wie Katja Spengler ausführte.

Für die Breitensportgruppen –Turnstunden für Kinder etwa, Tanz- und Seniorengruppen sowie Kurse- konnte Alexander Meyer von einem „tollen und abwechslungsreichen Sportangebot“ berichten, für das die Übungsleiter trotz der Coronaauflagen sorgen können. Aus deren Kreis kam auch viel Dank an die Vorstandschaft für ein „situationsgerechtes Hygienekonzept“, wie es Tina Hagenmüller formulierte.

Sportlich habe man beim TVH also „vieles richtig gemacht“, wie der Vorstandsvorsitzende betonte und wie es auch die das neu aufgelegte Vereinsheft auf 84 Seiten belegt. Wirtschaftlich habe man aber „große Ausfälle“ hinnehmen müssen, durch die zeitweilige Schließung der vereinseigenen Gaststätte beispielsweise, durch den Wegfall von Veranstaltungen und durch die Reduzierung und den Wegfall von Sponsorengeldern. Mit dem „Kerwefreitag light“ und dem Biergarten “Zum Haberdeich“ habe man indes „gut angenommene“ Alternativen schaffen können. An Soforthilfe erhielt der Verein 4.555 Euro, ein Antrag auf Überbrückungshilfe sei gestellt, aber noch nicht bewilligt. Auf die vor Jahren zugesagte Unterstützung durch die Ortsgemeinde warte man aber nach wie vor, wie Reichert bedauerte.

2021 wird der Verein sein 120-jähriges Bestehen feiern können. Aus diesem Anlass plant man –so es die Umstände zulassen- eine große Sportveranstaltung mit Gästen in der Wasgauhalle. Außerdem will der Verein mit dem Familienfest an der Queichquelle eine in Vergessenheit geratene Vereinstradition wiederbeleben. Im Raum stehen auch diverse investive Vorhaben, beispielsweise die Umgestaltung des Eingangsbereichs der vereinseigenen Halle, die Sanierung des Hallenbodens und der Technik der Kegelbahn sowie eine Überarbeitung der Warmwasserversorgung und der Elektroinstallation.

 

Neuwahlen:

Vorstandsvorsitzender: Markus Reichert
Vorstand Bereich Sport: Alexander Meyer
Vorstand Bereich Finanzen: Johannes Spielberger
Vorstand Bereich Wirtschaft: Michael Braun
Vorstand Bereich Bau- und Liegenschaften: Stefan Seibel

Die Vorstandsämter wurden vergeben vom Turnrat, in den die Versammlung außer den Vorständen folgende Personen gewählt hatten: Dirk Berger, Adrian Eichberger, Tina Hagenmüller, Sven Huthmacher, Sabine Jung, Birgit Kuntz, Timo Lauth, Christopher Münch, Ute Palme, Katja Spengler, Mathias Vierling und Bernhard Zoller. (ran)