Die Kandidaten zur Verbandsbürgermeisterwahl am 13. September 2020

9. September 2020
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HAUENSTEIN. Am 13. September wird in der Verbandsgemeinde Hauenstein der Nachfolger des aus dem Amt geschiedenen Bürgermeisters Werner Kölsch gewählt. Die Kandidaten – mit Blick auf Persönliches wie auf Politisches. In Schwanheim wohnt Patrick Weißler, der als Einzelbewerber, aber mit Unterstützung der vor allem im Luger Tal beheimateten FWG VG, kandidiert.

Patrick Weißler stammt aus Lug und wohnt mit Ehefrau und drei Kindern in der Nachbargemeinde Schwanheim. Das Abitur legte er am Trifelsgymnasium Annweiler ab und studierte bis 2011 in Landau und Mainz. Nach Studium und Referendariat unterrichtet er seit 2013 als Studienrat am Pfalz-Kolleg in Speyer, das Erwachsenen über den sogenannten zweiten Bildungsweg den Weg zum Abitur öffnet, die Fächer Latein und Deutsch.

Entspannung vom beruflichen Alltag findet der 37-Jährige, der auch als Lektor und Sakristan Dienst tut, unter anderem bei der Waldarbeit, bei der er ebenso wie bei der Musik „abschalten kann“. Musikalisch ist er als Gitarrist mit dem Singkreis „Allegro“ sowohl in der Kirche als auch auf weltlichen Bühnen unterwegs.  Auch mit dem Duo „Rimbach-Folk“ steht er mit irisch-schottischer Folklore und mit einem bunten Popprogramm vor dem Publikum.

Bei einem weiteren Hobby, dem Joggen, sei sein Entschluss gereift, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren: „Auf mehreren 13-Kilometer-Runden rund um Schwanheim und Lug habe ich das Für und Wider einer Kandidatur durchgedacht und mich schließlich dafür entschieden“, berichtet er. Kommunalpolitisch ist er ja kein Neuling: Seit 2014 ist er Mitglied des Ortsgemeinderates Schwanheim, seit Beginn der laufenden Wahlperiode ist er als erster Beigeordneter Vertreter des Ortsbürgermeisters Herbert Schwarzmüller.

Und damit haben Nachfragen zu tun, denen sich Patrick Weißler zu stellen hatte: Er als möglicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Herbert Schwarzmüller als Ortsbürgermeister und -das kommt hinzu- als erster Beigeordneter der VG Hauenstein: Das sei doch zu viel „Schwannokratie“, hat ein älterer Hauensteiner formuliert und damit auch die Kritik der Hinterweidenthaler Ortschefin Bärbel Schenk aufgegriffen, die in einer der letzten Ratssitzungen einwarf, dass die Politik der Verbandsgemeinde „zu sehr im Luger Tal gemacht“ werde.

Patrick Weißler ist sich der nicht undelikaten Situation durchaus bewusst: „Sollte ich zum Bürgermeister gewählt werden, dann werde ich kein Handlanger von irgendjemand sein. Dann bin ich der Chef.“ Er lasse sich aber gerne beraten, nutze gerne die Expertise der Beigeordneten, ob sie nun Schwarzmüller (FWG), Wilde (SPD) oder Seibel (Grüne) heißen mögen. „Ich höre gerne zu, bilde mir dann ein Urteil und dann ziehe ich es durch“, sagt er. Um freilich Interessenskonflikte erst gar nicht aufkommen zu lassen, werde er im Fall seiner Wahl einen klaren Strich ziehen und als Beigeordneter und als Ratsmitglied in Schwanheim zurücktreten.

Denn er wolle als Verwaltungschef „die Interessen der ganzen Verbandsgemeinde wahrnehmen“, wolle „alle Ortsgemeinden mitnehmen und alle Ortsgemeinden integrieren“. Es werde nicht heißen „Luger Tal first“, aber auch nicht „Sitzgemeinde first“. Er zeichnet ein griffiges Bild: „Hauenstein ist das Herz und die Lunge der Verbandsgemeinde, aber um Herz und Lunge müssen alle anderen Organe –die Ortsgemeinden- intakt und vital sein.“ Und dann bleibe auch noch das Gehirn. Und das verortet er in der Verwaltung.

Sie müsse „modern aufgestellt sein und Impulse geben“. Er sei sich bewusst, dass er als Lehrer kein Verwaltungsfachmann sei und lernen müsse. Er werde sich einen Überblick verschaffen, werde gemeinsam mit den Mitarbeitern eruieren, welche Prozesse passen und welche effektiver und effizienter gestaltet werden können. Dabei könne eine „Digitalisierung mit Augenmaß“ helfen. Sie müsse aber sowohl den Beschäftigten als auch dem Bürger nützen.

Denn: Bei allem Bemühen um Digitalisierung müsse stets ein Ansprechpartner da sein, der zuhört und hilft. Das beginne bei der Position des Bürgermeisters: „Er muss präsent sein, in der Verwaltung und in den Ortsgemeinden, wenn es sein soll, auch als Grußonkel“, und er müsse auch –beispielsweise an einem Bürgerstammtisch- sagen, „was die Verbandsgemeinde warum macht“, sagt er.

Das Personal wolle er „mit Wertschätzung und auf Augenhöhe“ führen und dessen Weiterentwicklung –auch durch Fortbildungsmaßnahmen- fördern. Gerne wolle er auch von anderen lernen, wolle in andere Verwaltungen schnuppern und sehen, was dort anders und besser gemacht werde. Damit fällt auch das Stichwort „Kooperationen“ – ein Parameter, der mit über die weitere Existenz der VG Hauenstein entscheidet. Und da wolle er alle Optionen prüfen und in alle Richtungen denken.

Wie alle anderen Kandidaten steht Patrick Weißler für den Erhalt der Verbandsgemeinde Hauenstein. Ein Plan B? „Mein Plan B ist es, den ausreichend dokumentierten und belegten Bürgerwillen umzusetzen.“ Und sollte Mainz sich anders entscheiden, als es die Bürger wünschen, dann „ist jede Ortsgemeinde souverän. Und jede Ortsgemeinde soll souverän entscheiden, welcher VG sie zuzuschlagen ist.“ Das sei im Falle Hinterweidenthal sicher das Dahner Felsenland, das sei im Luger Tal und anderswo mit großer Mehrheit Annweiler. Er jedenfalls fühle sich „nur dem Bürger verpflichtet, nicht einer Partei, nicht der Landrätin und nicht der Landesregierung.“  (ran)

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Schwerverletzter Motorradfahrer nach Verkehrsunfall auf B48
B48, Rinnthal-Johanniskreuz (ots) - Am Sonntagmorgen kam es zu einem folgenschweren Verkehrsunfall auf der B48 zwischen Rinnthal und Johanniskreuz. Ein 30-jähriger Motoradfahrer befuhr als letzter einer Dreier-Gruppe die B48 von Rinnthal kommend in Fahrtrichtung Johanniskreuz. Aus bislang ungeklärten Gründen kam der Motorradfahrer in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte anschließend mit einem Felsvorsprung. Der Fahrer wurde hierbei schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die B48 war zur Unfallaufnahme eine Stunde in beide Fahrtrichtungen gesperrt. An dem Motorrad entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 12000 Euro. (Polizeidirektion Landau)