Die Kandidaten zur Verbandsbürgermeisterwahl am 13. September 2020

10. September 2020
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HAUENSTEIN. Am 13. September wird in der Verbandsgemeinde Hauenstein der Nachfolger des aus dem Amt geschiedenen Bürgermeisters Werner Kölsch gewählt. Die  Kandidaten vor – mit Blick auf Persönliches wie auf Politisches. Nach Tobias Walter (04.09.) und Patrick Weißler (05.09.) heute: Günter Schneider, der als Einzelbewerber, aber mit Unterstützung der CDU kandidiert.

„Nein, langweilig ist mein Lebenslauf nicht“, lacht der 62-jährige Kandidat, der mit Ehefrau und zwei Söhnen in Hauenstein wohnt, dort aufgewachsen ist und zur Schule ging. Berufliche Stationen waren die Schuhindustrie, der Beamtenstatus bei der Bundesbahn -„Dort habe ich gelernt, Weichen zu stellen“, sagt er mit Augenzwinkern- der Forst und schließlich die Selbstständigkeit: Nach einem Fernstudium am Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit ist er seit 2004 als baubiologischer Sachverständiger und als selbstständiger Handwerker im Bereich Raumausstattung tätig. Ehrenamtlich wirkt er im DRK mit.

Den spannendsten Lebensabschnitt erlebte Schneider zwischen 1985 und 1995, als er als Rucksacktourist nicht weniger als 162 Länder und –außer der Antarktis- alle Kontinente der Erde bereiste und unter anderem auch für die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) bei einem Forstprojekt in Jordanien arbeitete. Neben bereisten Ländern sammelt Schneider Schallplatten: Seine Vinyl-Platten-Sammlung -vornehmlich mit Rockmusik- umfasst nach eigenen Angaben annähernd 7000 LPs. Viel Freizeit verbringt er auch damit, seine talentierten Söhne ins Schwimmtraining nach Pirmasens zu begleiten. Nicht zuletzt: Das „wiederentdeckte Hobby“ Motorrad warte auch darauf, wieder bewegt zu werden.

Bewegt ist auch Schneiders politische Vergangenheit: In den Neunzigerjahren war er Mitglied der Grünen, kandidierte mit deren Unterstützung auch für das Amt des Ortsbürgermeisters, war auch Mitglied des Kreistags, verließ die Partei aber 1999 wegen deren Kosovo-Politik. Seit rund 10 Jahren ist der Mitglied der CDU, für die er auch im aktuellen Verbandsgemeinderat Sitz und Stimme hat.

Er sei sich bewusst, dass er „nicht der 1a-Kandidat der CDU“ sei, spielt er auf die Genese seiner Kandidatur an, als er im denkbar letzten Moment bei einer CDU-Mitgliederversammlung seine Bewerbung öffentlich machte und ihm die Christdemokraten ihre Unterstützung zusicherten. Und er wisse wohl, was auf ihn im Falle seiner Wahl zukäme. „Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“, zitiert er eine alte Weisheit, die er gerne für sich beansprucht.

Er komme zwar nicht aus der Verwaltung, aber er bringe als einziger Kandidat, der seinen Lebensunterhalt nicht vornehmlich vom Schreibtisch aus verdient, eine andere Sicht ins Spiel, habe beispielsweise auf ungezählten Baustellen pragmatische und auf Kompromissen aufbauende Problemlösungen finden müssen. Dabei sei, so meint er, eine seiner Stärken, dass er Probleme zwar auf der Sachebene angehe, vor allem aber auf personaler Ebene löse: „Mein Credo ist, jeden als Person zu akzeptieren. Und ich meine, dass sich die Lösung eines Problems schon durch die Anerkennung des anderen in die Wege leiten lässt. Eine Basta-Politik gibt es mit mir nicht“

Ja, er sei Verwaltungs-Neuling. „Ich muss Verwaltung aber auch nicht neu erfinden“, sagt er. Er werde sich –sollte er gewählt werden- ein Bild von der Struktur der Verwaltung machen und wolle einen denkbaren Umbau „nur sehr behutsam und mit den Beschäftigten gemeinsam“ angehen. Hinterfragt werden müsse, wo Prozesse und Abläufe verschlankt werden müssen, um Verwaltung innen effektiver zu machen und nach außen mehr den Bürgerinnen und Bürgern zu dienen.

Seine Strategie für den Erhalt der Verbandsgemeinde Hauenstein ist einfach: „Da hilft uns kein Streit, da hilft uns nur, wenn wir alle –Parteien und Gruppen, Bürgermeister, Verbandsgemeinderat, Ortsgemeinden und Bürgerinnen und Bürger- an einem Strang ziehen.“ Das sei „ohne parteipolitische Diskrepanzen“ möglich. Hilfreich sei es zudem, wenn „wir die guten politischen Kontakte aller Akteure nutzen, um unser Ziel zu erreichen“.

Dabei gelte es über den Tellerrand zu gucken: Die bestehenden Kooperationen seien „gute Anfänge“, aber „da müssen wir mehr machen“: Er sieht Notwendigkeiten zu Kooperationen außer im Bereich der Werke und im Tourismus beispielsweise in Segmenten wie Rechnungswesen, dem Vergabe- oder Steuerrecht, wo die Vorschriften immer komplizierter werden und deshalb gebündelte Kompetenz gefordert ist.

Dass es die dank florierender Wirtschaft finanzstarke VG Hauenstein wert ist, erhalten zu bleiben, stehe außer Frage: „Unsere Verbandsgemeinde zeichnet eine gesunde Infrastruktur mit einer starken Wirtschaft und einem ausgeprägten Standbein im Tourismus, mit Schulen, medizinischer Versorgung und leistungsfähigem Einzelhandel aus. Sie bietet hohe Lebensqualität, ist erste wichtige, aber ausbaufähige Schritte in eine zukunftsfähige Energiewirtschaft mit regenerativen Energien gegangen und hat eine hervorragende Perspektive.“

Und so wolle er nicht Bürgermeister einer Verbandsgemeinde sein, die das alles aufgeben müsse: „Wir verlieren bei jeder Fusion, egal mit wem“, sagt er. Deshalb würde er den durch Umfragen belegten Bürgerwillen –sprich den Erhalt der VG Hauenstein- im Fall des Falles „mit allen rechtlichen Mittel durchsetzen“ wollen.  (ran)

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Betrunken und berauscht mit dem Auto unterwegs
Dahn (ots) - In der Nacht von Freitag, den 02.10.20, auf Samstag, den 03.10.20, gegen 01:00 Uhr kontrollierten Polizeibeamte der Dahner Polizei einen 20-jährigen Fahrzeugführer in seinem Mercedes-Benz. Der junge Fahrer war in Dahn unterwegs, als die Beamten bei der Verkehrskontrolle deutlichen Alkoholgeruch wahrgenommen hatten. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,12 Promille. Zudem stellten die Beamten fest, dass der 20-jährige offensichtlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Dem Fahrer wurde daraufhin eine Blutprobe entnommen. Der Führerschein und Fahrzeugschlüssel wurden sichergestellt. Der Fahrer muss sich nun wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten. Daneben kommen weitere Ermittlungen wegen dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz auf ihn zu. //pidn (Polizeidirektion Pirmasens)