Die neue Kita St. Elisabeth bekommt eine Lüftungsanlage mit Einzelraumsteuerung und raumabhängiger CO2 – Messung

HAUENSTEIN. Die neue Kita St. Elisabeth, die derzeit in der Dahner Straße erbaut wird, wird mit einer Lüftungsanlage mit Einzelraumsteuerung und raumabhängiger CO2 – Messung ausgestattet. Diese Maßnahme soll, so das Votum einer knappen Mehrheit, neu ausgeschrieben werden. Das beschloss der Hauptausschuss der Ortsgemeinde in seiner jüngsten Sitzung – ohne neue Diskussion.

Diskussionen hatte es im Vorfeld und in früheren Sitzungen bereits sehr ausführlich gegeben. In der Ratssitzung am 28. September hatte man die Materie –nicht öffentlich- sehr breit debattiert. Und bei einer weiteren Sitzung des Hauptausschusses am 15. Oktober hatte es bei der Abstimmung ein Patt gegeben. Wobei: Umstritten war nicht, dass die aufwendigere, raumgesteuerte Variante eingebaut werden sollte. Man war sich über die Fraktionen hinaus einig, dass sie dem aktuellen Stand der Technik entspreche, gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der als unumgängliche Hygienemaßnahme geforderten intensiven Raumlüftung.

Das Problem: Die bisherige Ausschreibung sah lediglich eine zentral geregelte Lüftung vor. Und in der Frage, wie man nun die neuere Variante dennoch realisieren könnte, war man sich uneinig. „Wir wollen alles das Gleiche, nur über den Weg dahin sind wir uneins“, sagte Ortbürgermeister Michael Zimmermann (CDU) vor dem Ausschuss. Die CDU favorisierte einen Nachtrag zum Angebot des Bieters, der aus der Ausschreibung das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte. Damit wolle man, so war zu hören, eine zeitaufwendige neue Ausschreibung umgehen.

In der Sitzung des Hauptausschusses folgten diesem Antrag lediglich die vier Mitglieder aus der CDU, alle anderen stimmten dagegen. Sechs Stimmen dagegen gab es für die Alternative, nämlich den gesamten Lüftungsumfang noch einmal grundsätzlich neu auszuschreiben. Dafür stimmten die Ausschussmitglieder aus der FWG Schöffel, aus der SPD und den Grünen. Die CDU enthielt sich bei dieser Abstimmung komplett der Stimme.

Mit dieser Entscheidung gehe ein Zeitverlust von „mindestens 10 Wochen“ einher, mutmaßte im Nachgang der Sitzung Ortschef Zimmermann auf Anfrage. Architektin Claudia Hensel vom Planungsbüro hort + hensel bestätigte auf Anfrage, dass durch die Neuausschreibung „mit circa drei Monaten Verzögerung zu rechnen“ ist. Das Büro arbeite derzeit zusammen mit der Gemeinde mit Hochdruck an der Neuausschreibung. Es müssten jedoch die „im öffentlichen Vergabeverfahren vorgegebenen Abläufe und Fristen eingehalten werden“. Zudem habe die Hauptkomponente, also das Lüftungsgerät, drei Monate Lieferzeit.

Von der Verschiebung seien auch andere Gewerke betroffen: „Wir wissen aktuell noch nicht, ob alle Firmen den neuen Bauzeitenplan so umsetzen können.“ Das Büro befinde sich deshalb in Gesprächen mit den betroffenen Firmen. Ob es wegen der zeitlichen Verzögerung zu einer Kostenerhöhung kommen könnte, dazu lägen „aktuell keine Reaktionen der schon beauftragten Firmen vor“.

Sie gehe jetzt von einer Eröffnung der Kita im Januar 2022 aus, hatte die Architektin beim Spatenstich am 23. Oktober gesagt und fragende Blicke geerntet, war doch im Bauzeitenplan ursprünglich eine Eröffnung zum Beginn des Kindergartenjahres 21/22 vorgesehen. Das verschiebe sich nun um drei Monate. Die komplette Fertigstellung, der Umzug und die Eröffnung Ende Dezember gestalte sich aber „wegen der Feiertage aus unserer Erfahrung heraus immer sehr schwierig“. Aus diesem Grund habe sie beim Spatenstich „sicherheitshalber“ den Januar 2022 als Bezugstermin genannt.

Das Planungsbüro setze aber alles daran, das Projekt so schnell als möglich fertig zu stellen: „Wenn die Abläufe an der Baustelle ideal funktionieren, kann auch eine Eröffnung in 2021 gelingen. Dies ist das Ziel und wird mit Nachdruck verfolgt.“ (ran)