1

die Sanierung des Hauensteiner Wasgaustadion kann gefördert werden.

HAUENSTEIN. In der vergangenen Woche haben die Bundestagsabgeordneten Anita Schäfer (CDU) und Angelika Glöckner (SPD) mit der Mitteilung überrascht, dass die Sanierung des Hauensteiner Wasgaustadion, die mit einer Summe von 1.555.000 Euro veranschlagt sei, mit einem Zuschuss des Bundesinnenministeriums in Höhe von 699.750 Euro gefördert werden könne. Was steckt dahinter? Und: Wird damit auch ein Kunstrasenplatz im Wasgaustadion, das als Schulsportanlage in der Trägerschaft des Kreises steht, möglich?

Zum Hintergrund: Die Notwendigkeit der Sanierung der leichtathletischen Anlagen des Wasgaustadions ist unumstritten und seit spätestens 2018 Beschlusslage. Dafür waren rund 220.000 Euro veranschlagt worden. Den vor allem vom SC Hauenstein, aber auch von anderen Vereinen der VG Hauenstein seit vielen Jahren geforderten Einbau eines Kunstrasens im Wasgaustadion dagegen hatte der Bauausschuss des Landkreises im November vergangenen Jahres vor allem aus ökologischen Gründen abgelehnt (Rheinpfalz vom 17. November 2020). Die Entscheidung hatte in Hauenstein die Emotionen hochkochen lassen und die Forderung laut werden lassen, die Entscheidung des Bauausschusses noch einmal zu überdenken.

Zumal hohe Fördermöglichkeiten für solche Projekte publik wurden: Ein Kunstrasen könnte aus damals neu aufgelegten Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ mit einer Quote von 55 Prozent gefördert werden könnten. Aus Fördertöpfen des Landes könnten weitere 25 Prozent fließen, sodass der Kreis mit einer Gesamtförderung von 80 Prozent rechnen könne.

Jetzt also die Mitteilung aus Berlin zu diesem Komplex. Wie die Pressestelle des Landkreises auf Anfrage mitteilte, habe der Kreis im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ einen Förderantrag samt Projektskizze eingereicht. Der Antrag gehe von Kosten für die Sanierung des Stadions in Höhe von brutto 1,55 Millionen Euro aus. Rund 1300 weitere Kommunen hätten für das Bundesprogramm den Finger gestreckt. Umso mehr freue man sich, dass der Kreis bei diesem „stark überzeichneten“ Programm zum Zuge komme. Ein formeller Förderbescheid liege aber bisher noch nicht vor, wie Pressesprecher André Schattner mitteilte.

In der veranschlagten Summe von 1,55 Millionen Euro sei die Überarbeitung der vorhandenen leichtathletischen Anlagen enthalten: Die 400-Meter-Rundenbahn soll demnach von sechs auf vier Laufbahnen reduziert werden. Insgesamt werde die Anlage „in ihrer Ausstattung den aktuellen sportlichen Bedürfnissen der Schüler, Sportler und Jugendlichen angepasst“. So seien, um die Bundesjugendspiele zu ermöglichen, eine Doppelweitsprunggrube mit Dreisprunganlage, eine Kugelstoßanlage sowie eine Hochsprunganlage vorgesehen.

Durch den Wegfall der zwei Laufbahnen werde Platz geschaffen für ein Streetballfeld, das „das sportliche Angebot noch erweitern und gezielt bei der Jugendarbeit eingesetzt werden“ könne. Für das Großspielfeld, dessen Naturrasen derzeit von Ehrenamtlichen des SC Hauenstein gepflegt wird, sei im Förderantrag als „Maximal-Ausführung“ eine Kunstrasen-Variante beantragt, „damit der Antrag den aus unserer Sicht größtmöglichen Sanierungsumfang abdeckt“, wie die Kreisverwaltung mitteilt.

Das weitere vom Bundesinnenministerium vorgesehene Förderverfahren sieht nun vor, dass das Projekt in einer Vorstellungsrunde dem Projektträger Jülich, der als Dienstleister im Auftrag des Bundes die Umsetzung und die Betreuung des Förderprogramms bearbeitet, im Detail erläutert werden muss. Dabei müsse auch die Beschlusslage des Bauausschusses zum Rasenplatz an- und besprochen werden. Sowohl aus den Fraktionen der CDU als auch aus der SPD war dazu zu hören, dass man sich mit der durch die Fördermitteilung aus Berlin neu entstandenen Situation beschäftigen werde. Bei der CDU steht eine Fraktionssitzung Mitte Juni an. Dabei werde man sich mit den neuen Gegebenheiten befassen, teilte Christof Reichert mit. Auch die SPD wolle, wie Kreistagsmitglied Andreas Wilde informierte, vor dem Hintergrund, dass eine neue bewertende Gegenüberstellung von Naturrasen und Kunstrasen sowie zur Pflege und Instandhaltung des bestehenden Rasenplatzes vorliege, die Angelegenheit neu sichten und bewerten.

Über das weitere Antragsverfahren werden die Kommunen, deren Projekte gefördert werden sollen, noch weitere Informationen erhalten. Ein Termin für die Vorstellung werde vom Fördergeber kurzfristig vergeben. Abschließend teilt der Kreis mit: „Eine Aussage zum Planungsstand, Ausführungszeiten oder dem Baubeginn kann daher noch nicht getroffen werden. Ausschreibung und Umsetzung hängen bei einer Projektförderung auch vom Vorliegen des Bescheids ab.“