Droht den „Needingsterzern“ nach 18 Jahren das Aus?

HAUENSTEIN. „Hääschde helau!“ Die Mitteilung der „Needingsterzer“ endet zwar mit dem närrisch-fröhlichen Schlachtruf des Hauensteiner Fastnachtsvereins. Die Informationen, die der Verein aber öffentlich machte, sind alles andere als erfreulich: Droht den „Needingsterzern“ nach 18 Jahren das Aus?

Die Nachrichten aus der Generalversammlung sind vor allem von „Enttäuschung“ geprägt, Enttäuschung zunächst und unter anderem darüber, dass lediglich die Vorstandschaft und wenige ehemalige Vorstandsmitglieder anwesend waren. Tiefer allerdings sitzt die Enttäuschung darüber, dass es nicht gelang, eine neue Vorstandschaft zu wählen. „Das tut in der Seele weh“, kommentierte der bisherige Vorsitzende Wilfried Heinrich die gescheiterte Wahl.

Er hatte seinen Rückzug vom Amt des ersten Vorsitzenden erklärt. Und mit ihm zogen sich auch der zweite Vorsitzende Gerd Schöffel und die Schriftführerin Franziska Schöffel von ihren Ämtern zurück. Und auch der Kassenführer Stefan Merkel stellte sein Amt zur Verfügung. Eine neue Mannschaft fand sich nicht, sodass die Versammlung ohne Neuwahlen enden musste. Ein neuer Versuch soll nun bei einer weiteren Mitgliederversammlung im November gestartet werden.

Dabei hatte der Vorsitzende auf ein durchaus „erfolgreiches Jahr“ zurückblicken können: mit ausverkaufter Prunksitzung, die „nach Einschätzung aller ein großer Erfolg“ gewesen sei, mit einem trotz schlechten Wetters gut besuchten Umzugs, einer allerdings nur „mäßig“ frequentierten „Dschungelparty“ und nicht zuletzt einer Kasse mit positivem Saldo.

Wilfried Heinrich hat indes die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben und hat sich mit einem Brief an „alle Mitglieder, Förderer und Fastnachtsfreunde“ gewandt und appelliert an sie, „sich an der Vereinsarbeit aktiv in der Vorstandschaft zu beteiligen“. Er beklagt, dass „im Laufe der Jahre die Anzahl der Personen, die Verantwortung übernahmen“, immer geringer geworden sei, sodass jedes einzelne Vorstandsmitglied „zusätzliche Aufgaben übernehmen musste, denn die Arbeit wurde nicht weniger.“

„Ich hoffe, dass es weitergehen kann“, sagte Wilfried Heinrich im Gespräch mit der Rheinpfalz. Und er ist auch nicht abgeneigt, weiter in der engeren Vorstandschaft mitzuarbeiten: „Aber wir brauchen junges Blut“, sagte er. Und in dem Brief an die Mitglieder heißt es folgerichtig: „Wären einige von euch bereit, diesem Aufruf Folge zu leisten, und nur dann, sehen sich Mitglieder der jetzigen Vorstandschaft imstande, ihre Arbeit fortzusetzen.“ Aber aus dies gilt: „Es sollte uns allen bewusst sein, dass der Verein ,Hääschdner Needingsterzer‘ und das Brauchtum Hääschdner Fasnacht vor dem Aus stehen, wenn sich keiner bereit erklärt, diesem Aufruf zu folgen.“

Abgesehen von der „Vorstandskrise“: Die Needingsterzer haben Corona bedingt die Prunksitzung und andere Veranstaltungen bereits abgesagt. Ob der Umzug stattfinden kann, das sei „noch offen“. (ran)