Ein kirchenmusikalischer Meilenstein

3. Januar 2020
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HAUENSTEIN. Das schönste Geschenk zu seinem Jubiläum machte sich der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde St. Katharina, der am Sonntag seinen Hundertsten feierte, selbst: In einem Festgottesdienst brachte der Chor die „Missa brevis in C“ des walisischen Komponisten Robert Jones zu Gehör. Um es vorwegzunehmen: Der Chor wuchs über sich hinaus und beschenkte sich und die Besucher des Gottesdienstes mit einem kirchenmusikalischen Meilenstein.

Zunächst: Chorleiterin Esther Busch bewies mit der Auswahl der Missa brevis ein äußerst glückliches Händchen, scheint das Werk des 1945 geborenen Komponisten doch wie gemalt zum Leistungsvermögen des 43 Stimmen zählenden Chores zu passen. Unterstützt wurde der Chor –ein schönes Beispiel vereinsübergreifender Kooperation- von einem Blechbläserquartett aus dem Hauensteiner Musikverein mit Boris Keiser, Markus Rebehn (beide Trompete), Thomas Wolf (Tenorhorn) und Thomas Wünschel (Tuba). An der Orgel begleitete souverän der früher in der Pfarrei tätige Pastoralreferent Martin Fischer.

In der Missa brevis des zeitgenössischen Komponisten, die sich durch eine farbige Harmonik und breite Dynamik auszeichnet und deren Sätze durchaus Anleihen aus der Romantik nimmt, wechseln sich getragene Elemente und rhythmisch eher bewegte Elemente ebenso ab wie einstimmige und mehrstimmige Passagen. Seine fast majestätische Feierlichkeit bezieht es aus dem erhabenen Zusammenspiel von Orgel und Bläsern.

Weil eine Missa brevis lediglich die in der Messe immer wieder unverändert vorkommenden Teile „Kyrie“, „Gloria“, „Sanctus“ und „Agnus Dei“ in lateinischer Sprache beinhaltet, waren in den Festgottesdienst weitere Sätze wie „Lobt den Herrn der Welt“ nach Henry Purcells „Trumpet Voluntary“ oder das von der Gemeinde gesungene und von einem Überchor begleitete „Gelobt seist du, Herr Jesu Christ“ aus dem Gotteslob und –als Schlusslied-  Georg Friedrich Händels „Tochter Zion“ eingewoben.

Der Chor agierte hoch konzentriert und folgte dem engagierten Dirigat seiner Leiterin Esther Busch äußerst aufmerksam. Das ebenso präzise wie stimmige Zusammenspiel von Chor, Orgel und Bläserensemble ließ den Gottesdienst zu einem denkwürdigen Ereignis werden – überaus passend zu einem solchen Jubiläum.

Dem von Pfarrer Ulrich Nothhof zelebrierten Gottesdienst, bei dem auch der verstorbenen Mitglieder des Kirchenchores gedacht wurde und um den Segen Gottes für den Chor gebetet wurde, schloss sich ein Empfang im Pfarrheim an, den der Chor –mit Blick auf die Tatsache, dass der älteste Sänger jenseits der 90 ist, durchaus mit Augenzwinkern- mit dem Satz „Lobet froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre“ eröffnete.

Ulrich Lauth, der Vorsitzende des Kirchenchores, griff die Liedzeile auf: „Wir sind durch das Singen jung geblieben“, sagte er und verwies auf das breite Repertoire, das von den alten Meistern bis hin zu neuen religiösen Liedern reiche. Das „stolze Jubiläum“ wolle man „gebührend feiern“, aber auch zum Anlass nehmen, um um Nachwuchs zu werben. Er dankte  mit Blumen Chorleiterin Esther Busch herzlich für ihre Arbeit mit und für den Chor.

Der Jubiläumschor habe sich als Hundertjähriger „gut gehalten“, sagte Pfarrer Dominik Geiger, der Präses des Diözesancäcilienverbandes Speyer.“ Musik sei „etwas Göttliches“ und bringe die Menschen zusammen: Sie brauche Genies, die die Musik komponieren, sie brauche Menschen, die ihre besonderen Talente einbringen, sie brauche aber jeden einzelnen, der jede Woche die Singstunde besucht, um zum Lobe Gottes und zur Freude der Gemeinde singen zu können. Hauenstein könne sich „beglückwünschen zu diesem Chor“. (ran)

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