Ein Kloster wird neu gegründet

24. Februar 2021
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Blick auf das Kloster Lage in Rieste im Bistum Osnabrück. Hier wurde erstmals seit 63 Jahren wieder ein Kloster der Franziskaner-Minoriten gegründet. (Foto: Kloster/frei)

HAUENSTEIN. Es kommt in diesen doch recht glaubens- und kirchenfernen Zeiten nicht oft vor, dass ein Kloster neu gegründet wird. Jetzt ist es doch geschehen: In Rieste in Niedersachsen haben die Franziskaner-Minoriten einen neuen Konvent gegründet – zum ersten Mal seit 63 Jahren. Leiter des Klosters Lage, dem zunächst vier Brüder aus drei Kontinenten angehören, ist ein Hauensteiner: Bruder Bernhardin M. Seither ist der „Guardian“, der „Hausobere“ der Gemeinschaft.

„Mit aller Kraft wollen wir uns bemühen, der Kirche frohes, menschenzugewandtes Gesicht zu zeigen!“, so beschreibt Bruder Andreas Murk, der Provinzialminister der deutschen Ordensprovinz der Franziskaner-Minoriten, die Zielsetzung des Kloster-Neustarts. Und dieses „frohe und menschenzugewandte Gesicht“ – genau das verkörpert Bruder Bernhardin in seiner ganzen Art, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen umzugehen – in und außerhalb der Kirche. Seine freundliche Nähe zu den Menschen lässt den Ordensbruder auch in den von ihm zelebrierten Gottesdiensten lebendig werden. Deshalb wird er immer wieder angefragt, Tauf- oder Hochzeitsgottesdienste in seiner Heimatgemeinde zu zelebrieren.

Bruder Bernhardin ist 56 Jahre alt. Er war 2011 als „Spätberufener“ zum Priester geweiht worden und war noch im gleichen Jahr zum „Ordenschef“ der deutschen Franziskaner-Minoriten gewählt worden. Als Provinzialminister hatte er seinen Dienstsitz im Franziskanerkloster in Würzburg, von wo aus er die Ordensgemeinschaft mit ihren fünf Klöstern leitete. 2019 übernahm er mit der Wahl zum Guardian des Kölner Minoritenklosters eine neue Aufgabe. Jetzt also zog es ihn wieder ein Stückchen weiter nach Norden, in das Bistum Osnabrück: „Würzburg- Köln – Lage: Noch zwei Umzüge, dann bin ich an der Nordsee“, lacht der Ordensmann im Rheinpfalzgespräch.

Im Kloster Lage mit seiner Wallfahrtskirche St. Johannis, das in seinen Ursprüngen aus dem 13. Jahrhundert stammt und in dem zuletzt Schwestern aus dem Dominikanerorden lebten, ist jetzt eine sehr internationale Gemeinschaft zuhause. Neben Bruder Bernhardin gehören auch Bruder Jesmond Panapparambil aus Indien, Iosif-Mihai Sabau aus Rumänien und Richard-Francis Chimfwembe aus Sambia zu dem Konvent. „Diese internationale Ausrichtung ist eine besondere Herausforderung“, sagt Bruder Bernhardin, „weil mit den unterschiedlichen Nationalitäten auch verschiedene Mentalitäten zusammenkommen“.

Ihm helfe bei der Bewältigung dieser Herausforderung ein Wort des jüdischen Theologen Martin Buber, der darauf hingewiesen habe, dass Gemeinschaft immer werdende Gemeinschaft sei: „An Gemeinschaft muss man immer arbeiten, da gibt es Höhen und Tiefen. Es wird eine Herausforderung bleiben, wie jedes Gemeinschaftsleben eine Herausforderung ist.“ Im Übrigen, so betont Bruder Bernhardin, seien sie “ganz normale Männer, die bereit sind, etwas Neues zu wagen“.

Die Mitbrüder sind dem Hauensteiner nicht unbekannt. Als Provinzialminister hatte er viele internationale Kontakte. „Und dabei habe ich Bruder Jesmond und einen weiteren Bruder aus Indien zum Sprachkurs nach Würzburg eingeladen. Bruder Iosif habe ich bei einer Konferenz in Rumänien getroffen und Bruder Richard-Francis bei der Visitation in Sambia und bei Generalkapiteln kennengelernt.“

Für die Mitbrüder sei zunächst noch die deutsche Sprache eine Herausforderung: „Aber auch das werden wir schaffen. Und wenn sie mit Deutsch durch sind, dann folgt als zweite Etappe Hääschdnerisch“. Und gewiss werde er seinen kleinen Konvent auch mit der Pfälzer Heimat bekannt machen, wie er das schon mit vielen Ordensbrüdern gemacht habe. „Guri Pälzer Koschd werd´s uff alle Fäll immer wirrer gäwwe!“, sagt Bernhardin.  Außer „Pälzer Koschd“ wird es in der Küche überhaupt international zugehen, weil sich die Brüder selbst versorgen und die verschiedenen Arbeiten im Haus und Hof untereinander aufteilen.

Aufgabe der der Ordensmänner ist es unter anderem, die Pilger zu begleiten, die als Wallfahrer nach Lage kommen. Sie bieten seelsorgerliche Gespräche und die Beichte an und wollen in der Pfarrei aktiv sein. Wenn das coronabedingte Beherbergungsverbot wieder aufgehoben ist, kann man im Kloster übernachten: Sechs Gästezimmer und zwei Ferienwohnungen soll es geben, in denen „Kloster auf Zeit“ erlebbar ist oder einfach Urlaub mit der Familie gemacht werden kann.  Dabei sei ihm und den Mitbrüdern die aktive Hinwendung zu den Menschen wichtig, betont Bernhardin: „Das Tor des Klosters wird immer offen sein, auch um deutlich zu machen: Wir sind für die Sorgen und Nöte, aber auch für die Freuden der Mitmenschen da. Sie alle sind uns herzlich willkommen.“

Herzlich willkommen fühlt sich auch Bruder Bernhardin im nördlichen Osnabrücker Land: „Wir wurden mit großer Herzlichkeit aufgenommen“, berichtet er. Und einige haben auch Brot und Salz gebracht, das traditionelle Geschenk für Menschen, die ein neues Haus beziehen, Symbol dafür, dass es ihnen im neuen Heim gut gehen solle.

 

Zur Person:

Bernhardin M. Seither wuchs in Hauenstein auf, besuchte die Hauptschule, sattelte die Mittlere Reife an der Berufsfachschule in Rodalben auf und absolvierte danach eine Ausbildung zum Krankenpfleger am Rodalber Krankenhaus: „Ich wollte etwas machen, wo ich mit Menschen zu tun habe, wo ich Menschen helfen kann“. Die Nähe zur Kirche und zum Glauben bot ihm schon in jungen Jahren Orientierung: Er war Messdiener, arbeitete in der Hauensteiner KJG mit, zeichnete für viele Aktivitäten verantwortlich. Nach seiner Zeit in Rodalben war er als Paulusbruder in Deidesheim und in Völkersweiler tätig, wo er sich um Kranke, Alte und Behinderte kümmerte. Er arbeitete zwischenzeitlich auch im Vincentius-Krankenhaus in Speyer. 1996 war Bruder Bernhardin in den Orden der Franziskaner-Minoriten eingetreten und hatte 2006 in Lantershofen das Theologiestudium begonnen. 2011 war er in Würzburg zum Priester geweiht worden. (fjs)

Information zur Waldbestattung im RuheForst

Am Sonntag, 1. August 2021 findet im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen eine kostenlose, etwa einstündige Führung statt, bei der sich Interessierte über die Möglichkeiten der Waldbestattung im RuheForst informieren können.

Treffpunkt: 10.00 Uhr am Parkplatz „RuheForst“. Anfahrt: B 10, Abfahrt Wilgartswiesen/ Hermersbergerhof, ca. 3 km auf der K 56 Richtung Hermersbergerhof bis zum Hinweisschild „RuheForst“ links.
Weitere Termine in 2021, jeweils um 10.00 Uhr:

Sonntag, 5. September / Sonntag, 3. Oktober / Sonntag, 31. Oktober / Sonntag, 7. November und Sonntag, 5. Dezember.

Kontakt: Tel. 06392 4090177 oder E-Mail info@ruheforst-suedpfaelzerbergland.de.

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