Eine uralte Glaubenstradition darf nicht in Vergessenheit geraten

2. Juli 2019
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HAUENSTEIN. „Das ist mein ganz persönlicher Beitrag zur Ökumene“, sagt Isabella Seibel. Sie ist evangelisch und schmückte vor dem Fronleichnamstag –wie seit nunmehr 40 Jahren- einen der Altäre für die Fronleichnamsprozession in Hauenstein, die nach dem um 9 Uhr in der Christkönigskirche beginnenden Gottesdienst durch die Straßen der Schuhgemeinde zog.

Und etwas Weiteres sei ihr wichtig: „Mit der Fronleichnamsprozession wird eine uralte Glaubenstradition gepflegt. Und sie muss gerade in unserer heutigen Zeit erhalten werden, damit sie nicht in Vergessenheit gerät“, sagt sie und ihr Mann Peter ergänzt: „Es soll auch deutlich werden, dass Fronleichnam mehr ist als verlängertes Wochenende, Kurzurlaub und Holiday.“

Isabella Seibel ist in Rodalben in einer „ökumenischen Familie“ –Vater katholisch, Mutter evangelisch- groß geworden und 1979 als 23-Jährige der Liebe wegen nach Hauenstein gekommen. Und seither ist sie dabei, wenn an der Kreuzung Garten- und Elisabethenstraße der Fronleichnamstag vorbereitet, der Altar aufgebaut und sein Umfeld mit Maien und mit blühenden Blumen, mit Farn und Laub geschmückt wird.

„Das war früher immer eine Angelegenheit, bei der die ganze ,Großfamilie‘ und die Nachbarschaft ganz selbstverständlich zusammen half“, erzählt sie von einer Arbeit, bei der „allein schon die Gemeinschaft Spaß machte“. An den Tagen vor dem katholischen Hochfest ging’s in den Wald,  es wurde Laub „gestrippt“, Tannenzweige geholt und „geschnippelt“, Farn gesammelt und Blumen und Blüten aus vielen Gärten organisiert

Dass der Altar, der erste von ursprünglich vier Altären, an dem die Prozession zum eucharistischen Segen Station macht, dort steht, geht auf Isabellas „Schwiegeropa“ Eugen Ritter – zurück. „Eicheens“ Enkel Peter erinnert sich noch sehr genau daran, mit welch tiefgläubigem Herzen der Opa die Tradition pflegte und wie er  Ende der Sechzigerjahre einen neuen Altar –der alte steht nach wie vor auf dem Speicher des Geschäftshauses Ritter- aus massiver Eiche von Schreiner Hermann Kuntz und Wolfgang Glaser fertigen ließ. Der Altartisch ruht auf vier wuchtigen Säulen, die die vier Evangelisten symbolisieren.

„Die Vorbereitungen sind heute nicht anders als in den vier Jahrzehnten zuvor“, sagen Isabella und Peter. Freilich sei der Kreis der Helfer „deutlich kleiner geworden“. Und der Aufwand habe sich nicht zuletzt deswegen reduziert: „Wir haben am Mittwoch Blumen und anderes Material gessammelt. Am frühen Abend kamen Mitglieder der Feuerwehr, die uns beim Aufbau des schweren Altars halfen. Dann wurden die Vasen bestückt und gerichtet.“ Morgens ab sechs Uhr wurden der  Altar und das Umfeld geschmückt – zur Ehre Gottes.

Wie in der Gartenstraße so wurde auch in der Hauptstraße vor der Alten Kirche ein Altar aufgebaut und geschmückt. Dafür zeichnen seit dem vergangenen Jahr die Pfadfinder verantwortlich. Auch hier war seit vielen Jahrzehnten und bis vor Jahresfrist die Familien aus der Nachbarschaft am Werk, manche der Frauen, wie Brigitte Gieger, Helene Spengler, Rosemarie Kempf oder Inge Sauer, seit sechs, sieben Jahrzehnten. Und sie hatten den Altar von der Generation davor „übernommen“, von Anna Schächter, Monika Keller und Gerda Klein etwa, und mit eben so viel Herzblut und Engagement gepflegt.

Drei Altäre steuerte die Prozession in Hauenstein an. Für einen vierten Altar, der lange in der oberen Hauptstraße stand, fanden sich keine Nachfolger mehr, die den Altar betreut hätten. Ein weiterer Altar stand  auf der Rasenfläche vor der Christkönigskirche und wurde unter anderem von den Kommunionkindern geschmückt. (ran)

 

Versuchter Tageswohnungseinbruch
Hauenstein (ots) - Unbekannte Täter hebelten gestern, im Zeitraum von 14:30 bis 17:50 Uhr, im "Schulrech" ein Küchenfenster auf. Zwei Schlafzimmer wurden durchwühlt. Da nichts entwendet wurde und der Hausflur hinter der offenstehenden Wohnungstür noch warm war, wäre es möglich, dass der gerade ankommende Hausbesitzer die Täter störte. Der Schaden am Küchenfenster wird auf 750 Euro geschätzt. Zeugen, die im Zusammenhang mit dem Einbruch Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalinspektion Pirmasens unter der Telefonnummer 06331-520-0 oder per E-Mail kipirmasens@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens(

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Versuchter Einbruch in Schule
Hauenstein (ots) - Unbekannte Täter versuchten, im Zeitraum von Dienstag, 17:00 Uhr, bis Mittwoch, 09:15 Uhr, durch die Hintertür der Wasgau-Realschule einzubrechen. Trotz Ansatz eines Hebelwerkzeuges gelang es den Tätern nicht, die Tür zu öffnen. Der Schaden an der Tür wird auf 200 Euro geschätzt. Zeugen, die im Zusammenhang mit Einbruchsversuch Beobachtungen gemacht ha-ben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalinspektion Pirmasens unter der Telefonnummer 06331-520-0 oder per E-Mail kipirmasens@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens)