Eselhaltung in der Hauensteiner Glatzeck – das Dorfgespräch

14. November 2018
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HAUENSTEIN. Im Internet geht die Geschichte um die auf der Kippe stehende Eselhaltung in der Hauensteiner Glatzeck durch die Decke, im Ort selbst ist sie seit dem Wochenende das Dorfgespräch.  Mittlerweile hat sich die Kreisverwaltung, die aufgrund einer Beschwerde aus der Nachbarschaft tätig geworden war, in einer Pressemitteilung geäußert, die Kommunalpolitiker befassen sich mit der Lage, Ortsbürgermeister Bernhard Rödig will die Betroffenen an einen Tisch holen, Eselhalter Michael Leiser ist für Gespräche offen, will aber für seine fünf Langohren kämpfen: „So schnell gebe ich nicht auf“, sagte er der Rheinpfalz.

Und er hat viele Unterstützer: 1.200 Bürgerinnen und Bürger haben bisher auf der Unterschriftenliste, die an der Koppel in der Queichstraße ausliegt und die er initiiert hat, um die Eselhaltung weiterführen zu können, unterzeichnet. „Wichtig ist sicher die Anzahl der Unterstützer. Am Wichtigsten für mich ist aber, dass sich ausnahmslos alle Nachbarn –bis auf die Beschwerdeführer- eingetragen haben“, berichtet er von der „Welle der Unterstützung“.

Mittlerweile haben sich auch über 3.800 Personen der Onlinepetition „Die Esel müssen bleiben“ angeschlossen. Die Kommentare der Unterstützer –viele mit dem Tenor „Tiere und ihre Laute gehören zu einem lebendigen Dorf“, wie gestern eine Unterstützerin formulierte-füllen annähernd 60 Seiten. Insgesamt: Nur sehr vereinzelt und mit vielen Einschränkungen wird auch „Verständnis“ für die Position der Beschwerdeführer geäußert

Offenbar hat die intensive Einbindung der Öffentlichkeit auch die Kreisverwaltung am Dienstag veranlasst, sich mit einer Pressemitteilung an die Medien zu wenden. Darin heißt es: „Auf Grund einer Anfrage“ habe man überprüft, ob „eine Tierhaltung in einem Mischgebiet mit Tendenz zum Wohngebiet … zulässig sei“. Das fragliche Gebiet sei „dem Charakter nach ein Wohngebiet.“ Dort sei „die Haltung von Großtieren, wie beispielsweise Eseln grundsätzlich nicht erlaubt“. Die Kreisverwaltung untersage nicht „grundsätzlich die Haltung von Eseln“. Um die verschiedenen Interessen auszugleichen, habe man aber mit dem Esel-Halter „einen Kompromiss vorgeschlagen. Damit eröffnet sie ihm die Möglichkeit, vorübergehend dort noch Esel zu halten“.

Michael Leiser bestätigt, dass bei dem Ortstermin zwei Mitarbeiter der Kreisverwaltung vorgeschlagen hätten, er solle „unterschreiben“, dass die Eselhaltung auf ein oder zwei weitere Jahre limitiert werde. „Das kann’s ja nicht sein. Dann fängt ja das Theater danach wieder an“, lehnt Leiser diesen „Kompromiss“ ab. Und auch ein zweiter Vorschlag, sich mit Koppelinhabern im Außenbereich zusammenzutun, sei nicht akzeptabel. Denn: „Bereits vor rund acht Jahren stand wegen der Eselhaltung die Polizei auf der Matte“, berichtet Leiser, der die das tierische Hobby seit rund 20 Jahren betreibt. Damals habe man ihm bestätigt, dass „es im ländlichen Bereich gegen diese Art der Haltung keine Bedenken“ gebe. „Leider habe ich mir das damals nicht schriftlich geben lassen…“ Leiser beharrt: „Ich werde nicht klein beigeben.“

Die Kreisverwaltung verschiebt in ihrer Pressemitteilung das Problem –den „schwarzen Peter“, wie es in Gesprächen immer wieder anklingt- weiter an die Ortsgemeinde: „Ob es eine dauerhafte Möglichkeit der Großtierhaltung gibt, müsste durch die Ortsgemeinde in eigener Verantwortung geprüft werden“, heißt es da. Im Kreisausschuss war am Montag die Rede davon gewesen, dass die Ortsgemeinde eventuell durch eine Änderung des Bebauungsplanes eine Perspektive für die Eselhaltung schaffen könnte.

Sowohl Michael Zimmermann als auch Manfred Seibel, die Fraktionssprecher der CDU und der Grünen verweisen dagegen auf Anfrage darauf, dass das von den Eseln beweidete Wiesengelände am Gillenbach nicht Teil des Bebauungsplans sei. Seibel macht auch deutlich, dass das fragliche Gelände zum großen Teil keineswegs „den Charakter eines Wohngebiets“ habe: In unmittelbarer Nachbarschaft stehe der Edeka-Markt, eine Arztpraxis und ein großes Schuhgeschäft, was der „Wohngebiets-Argumentation“ die Grundlage entzieht. Zudem sei das Gebiet im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde als Mischgebiet ausgewiesen.

Zimmermann stellte fest, dass seine Fraktion „die weitere Haltung der Tiere an jetziger Stelle vom Grundsatz her uneingeschränkt positiv“ sehe. Natürlich sei die Diskussion „sehr emotional belegt“. Er habe bislang nur Signale „pro Esel“ erhalten: „Die Esel und die Art, wie sie gehalten und präsentiert werden, stellen eindeutig eine Bereicherung des Ortsbilds dar.“ Auch Seibel befürwortet „eindeutig“ den Verbleib der Tiere, schränkt aber ein: „Es ist aber durchaus fraglich, ob wir, auch wenn wir es alle wollen, für Halter und Tiere etwas erreichen können“, verweist er auf hohe rechtliche Hürden bei der Haltung von Großtieren. Auch Zimmermann stellt fest: „Die rechtliche Seite ist natürlich zu klären.“ Er hofft aber auch, dass die „bisher nicht genannten Belästigungen der Petenten möglicherweise durch einfache Maßnahmen abgestellt werden.“

Darauf setzt auch Bürgermeister Rödig. Auf Anfrage teilt er mit, dass er in Absprache mit den Betroffenen  „ein gemeinsames Gespräch“ vereinbart habe mit dem Ziel, „eine einvernehmliche Lösung zu finden, die für beide Seiten tragfähig ist.“ Das  Ergebnis dieser „Abstimmungsgespräche“ will auch Verbandsbürgermeister Werner Kölsch abwarten: „Danach werden wir uns von der Verwaltungsseite mit der Thematik befassen. Gefordert wird im Fall des Falles vor allem der Ortsgemeinderat sein.“

Sei’s drum: Die Esel-Affäre schlägt auch überregional hohe Wellen, wie nicht nur die Herkunft der Kommentatoren im Netz belegt. Auch überregionale Medien sind aufmerksam geworden. So hatte sich der SWR mit Hörfunk und Fernsehen angesagt. (ran)

Unfallflucht
Dahn (ots) - Am Freitagabend zwischen 19.30 und 21.30 Uhr wurde auf dem SBK-Parkplatz ein weißer Daimler-Benz beschädigt. Vermutlich stieß der Unfallverursacher beim Ausparken gegen das Heck des gegenüber stehenden Daimler. Der Verursacher entfernte sich unerlaubt von der Unfallstelle, obwohl ein Fremdschaden in Höhe von 1500.-EUR entstand. (Polizeidirektion Pirmasens)

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Achtung! Falschgeld in Umlauf
Landau (ots) - Pressemitteilung der Kriminalinspektion Landau vom 07.12.2018: Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Landau kommt es immer wieder zu Fällen von Inverkehrbringen von Falschgeld. Am häufigsten werden die falschen Scheine auf Märkten oder in Einkaufsmärkten oder kleineren Einzelhandelsgeschäften in Umlauf gebracht. Aus diesem Grund hat das Fachkommissariat K4 in Landau alle Standbetreiber des Landauers Weihnachtsmarktes nochmals mittels Flugblatt sensibilisiert und informiert. Es wird von den Tätern jedoch nicht nur mit großen Banknoten bezahlt. Die Zahl der gefälschten 20,00 Euro Scheine ist erheblich gestiegen. Alleine im November 2018 sind im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Landau insgesamt 11 Fälle von falschen 20,00 Euro - Scheinen aufgetreten. Auf den ersten Blick ähnelt das Falschgeld sehr den echten Banknoten. Es gibt jedoch ein paar Sicherheitsmerkmale, mit denen die Echtheit der Scheine schnell und präzise überprüft werden kann. - Durch die Verwendung spezieller Druckverfahren erhalten die Euro-Banknoten ihre einzigartige Oberflächenbeschaffenheit. - Betrachten Sie die Banknote gegen das Licht. Das Porträt-Fenster, das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden werden sichtbar. - Kippen Sie die Banknote. Der Folienstreifen zeigt das Porträt der Europa in einem durchsichtigen Fenster, und auf der Smaragdzahl bewegt sich beim Kippen ein Lichtbalken auf und ab. Um die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten zu prüfen, benötigt man spezielle Hilfsmittel, wie z.B. eine UV-Lampe oder eine Prüfgerät. Weitere Informationen finden Sie auf der Bundesbank-Website bzw. der Website der Europäischen Zentralbank: http://www.bundesbank.de/falschgeld https://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/security/html/index.de.html Wenn Sie Falschgeld entgegennehmen und dies zu spät bemerken, informieren sie sofort die Polizei. Das Falschgeld sollte von so wenigen Personen wie möglich angefasst werden, um Fingerabdrücke des Täters nicht zu vernichten. Verpacken Sie das Falschgeld am besten in einen Briefumschlag oder in eine Papiertüte. Das Weitergeben von Falschgeld ist eine Straftat. Für weitere Fragen steht Ihnen Ihre Polizei oder Ihre Bank jederzeit zur Verfügung. Rückfragen bitte an: Kriminalinspektion Landau Telefon: 06341-287-0 www.polizei.rlp.de/pd.landau (Polizeidirektion Landau)