„Expedition Grün“ – Deutsche Waldjugend im Hauensteiner Stopper

8. August 2019
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Foto: Beim “Markt der Möglichkeiten” im Bundeslager der Waldjugend musste man mit einem Fahrrad die elektrische Energie produzieren, die notwendig ist, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen und einen Ventilator dazu, in der Sommerhitze für Abkühlung zu sorgen. (ran)

HAUENSTEIN. Sie sind mit ihren dunkelgrünen Hemden und den schwarz-grün gestreiften Halstüchern im Dorf nicht zu übersehen: Seit vergangenen Samstag haben 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Deutschen Waldjugend im Hauensteiner Stopper ihre Zelte aufgeschlagen. Unter dem Thema „Expedition Grün“ verbringen sie ihr Bundeslager, zu dem die Teilnehmer aus Schleswig-Holstein ebenso angereist wie aus Bayern und Sachsen.

Gestern führte uns Annika Hanke aus dem südpfälzischen Ramberg, die stellvertretende Bundesleiterin der Waldjugend, über das weitläufige Gelände, auf dem die Teilnehmer ausschließlich Kohten und Jurten, jene schwarzen Zelte, die auf die finnischen Samen zurückgehen, aufgebaut haben. Gerade läuft der „Markt der Möglichkeiten“, bei dem an einem runden Dutzend Stationen unter anderem Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Müllvermeidung thematisiert werden.

Unter Sonnenschutz aus Zeltplanen lauschen hier Kinder im Grundschulalter, wie man Bienen schützt und unterstützt, dort werden am Beispiel von Artikeln der täglichen Hygiene Möglichkeiten diskutiert, wie man dem Plastikverpackungswahn ein Schnippchen schlagen kann. Unter dem Begriff „Upcycling“ geht es darum, aus gebrauchten Tetrapacks beispielsweise ein nicht alltägliches Schreibmaterial herzustellen und mit museumsreifen mechanischen Schreibmaschinen gleich zu beschreiben.

Zur Sache: Deutsche Waldjugend
Die Deutsche Waldjugend (DWJ) ist die Jugendorganisation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Sie wurde 1957 gegründet und ist in Deutschland mit ungefähr 400 Ortsgruppen („Horsten“) vertreten. Die DWJ will bei ihren jungen Mitgliedern das Verständnis für die Notwendigkeit einer intakten Natur wecken. Das Gruppenleben vieler Gruppen ist geprägt von Formen der bündischen Jugendbewegung wie Zeltlager und Fahrten. Im Rahmen der Gruppenstunden finden auch Einsätze in lokalen Wäldern statt, um Kinder und Jugendliche für Natur zu interessieren und sie zu motivieren, sich aktiv für den Naturschutz einzusetzen. (ran)

Man spielt ein „Plastikmemory“, bearbeitet das „Dreieck der Nachhaltigkeit“ und produziert unter Anfeuerungsrufen mit einem Fahrrad die elektrische Energie, die notwendig ist, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen und einen Ventilator dazu, in der Sommerhitze für Abkühlung zu sorgen. Die Großen und die Kleinen sind mit viel Freude dabei: „Da ist alles richtig schön“, sagt der zehnjährige Tim aus dem Contwiger „Bärenhorst“, einer von rund 80 Pfälzern unter den Teilnehmern, und die elfjährige Lisa weiß: „Man kann hier viel lernen.“

„Spielerisch lernen“, sagt Annika, „genau das“ sei der Zweck des Lagers, das am Freitag auch den Besuch von Julia Klöckner, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft erwartet. Bei unserem Rundgang über das Gelände treffen wir auch Sven Hery, den Bundesleiter der Waldjugend, übrigens auch ein Pfälzer aus Haßloch: Die Waldjugend setze sich „gemeinschaftlich für die Natur“ ein, sagt er, sie wolle sich um den „Erhalt der Natur kümmern, sie hegen und pflegen“ und „eine Bindung zum Wald schaffen“.

Vor allem gehe es auch darum, ergänzt Annika Hanke, „praktischen Naturschutz zu leisten“. So zähle auch ein Forsteinsatz sowohl zu den sich wiederholenden Aktionen der verschiedenen „Horste“, wie die Ortsgruppen der Waldjugend heißen, als auch zum Hauensteiner Lagerprogramm. Förster des Forstamtes Hinterweidenthal unterstützte man bei der Kiefernaturverjüngung und pflanzte auch junge Eichen nach: „Gemeinsam arbeiten heißt auch gemeinsam lernen“, sagt Annika.

Schlendert man über den Platz, stößt man immer wieder auf Überraschungen: Man trifft auf ganz junge Lagerteilnehmer wie den dreijährigen Fritz aus Viersen oder Michael aus Wuppertal, der gerade neun Monate alt ist und vom Arm der Mama Tatjana aus das Treiben beobachtet. Und wir treffen Nina aus Duisburg. Sie fällt auf, weil sie auf dem Rücken ihren großen Kontrabass trägt. Sie berichtet vom großen musikalischen Wettstreit, bei dem ihre „Bassschwestern“ ebenso auftreten werden wie Jagdhornbläser und Sänger, die ihr spezielles Lagerlied zum Lagerthema präsentieren. Der musische Abend zählt ebenso zum Lagerprogramm wie eine „Wildlingsolympiade“, wie ein Kochwettstreit, wie „Hajks“, abenteuerliche Wanderungen durch den Pfälzerwald, wie Ausflüge nach Silz, Speyer oder zum Fischbacher Biosphärenhaus.

Dass im Lager immer was los ist, sieht man, wenn den Lagerstraßen folgt, die nach großen Entdeckern heißen. Da trifft man auf Minigolfbahnen, die die Teilnehmer mit Naturmaterialien und mit viel Kreativität geschaffen haben, man gelangt zu einer Infoinsel, wo  auf Transparenten beispielsweise über den „Klimawandel als Herausforderung und Risiko“ informiert wird. Dort steht das „Café Klön“, hier bietet eine „Marketenderei“ all das an, was die „Horste“, die sich selbst versorgen müssen, zum Kochen brauchen, ein „Buchladen“ steht parat, am schwarzen Brett wird über besondere Angebote –beispielsweise Yoga- informiert. Und in einem „Logbuch“ aus Sperrholz – ein Meter auf einen halben Meter groß- werden die besonderen Ereignisse der Lagertage festgehalten

„Alles läuft super, ein wunderschöner Platz in toller Umgebung“, ist Bundesleiter Hery von  den Tagen im „Stopper“ angetan. Und Finn, Tim und Lisa aus Contwig schließen sich an: „Es ist alles schön: der Platz, die Spiele, das Programm und die Lieder“, sagen sie. „Am schönsten aber sind die Morgenrunden, wenn wir alle zusammenkommen und singen und hören, was heute gemacht wird. Das ist immer cool.“ (ran)

B10 – Lkw in die Leitplanken gefahren
Hauenstein (ots) - Am Donnerstagnachmittag gegen 15.45 Uhr befuhr ein Sattelzug mit Auflieger die B 10 zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal in Richtung Pirmasens. Kurz vor der sog. "Felsnase" verlor der Fahrzeugführer des Sattelzuges aufgrund eines heftigen Niesanfalles die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam nach links von der Fahrbahn ab. Hierbei beschädigte er ca. 100 m Schutzleitplanke und riss sich den Tank auf, bevor er entgegen der Fahrtrichtung stehen blieb. Der Fahrzeugführer blieb unverletzt. Glücklicherweise kamen durch das Unfallgeschehen auf der vielbefahrenen Bundesstraße keine Personen oder weitere Fahrzeuge zu Schaden. Durch den ausgelaufenen Treibstoff wurden jedoch Fahrbahn und Straßenbankette verunreinigt. Ob Erdreich ausgetauscht oder abgetragen werden muss, ist bislang unklar. Die untere Wasserbehörde ist verständigt worden. Der Sattelzug musste abgeschleppt werden. Nach ersten Schätzungen dürfte der Gesamtsachschaden rund 40.000 Euro betragen. Zur Unfallaufnahme und Bergung des Lkw musste die B 10 voll gesperrt werden. Die Sperrung dauert noch bis voraussichtlich 21.00 Uhr an. Der Verkehr wird ab Hinterweidenthal bzw. Annweiler abgeleitet. Die Feuerwehren Hauenstein und Wilgartswiesen sowie der Gefahrstoffzug des Landkreises Südwestpfalz waren mit 30 Kräften und 8 Fahrzeugen imEinsatz. (Polizeidirektion Landau)

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Trunkenheit im Verkehr
Am Freitag, den 09.08.2019 gegen 18:15 Uhr wurde ein 52-jähriger Mann aus dem Raum Köln mit seinem Fahrzeug auf der B10 bei Hinterweidenthal einer Verkehrskontrolle unterzogen. Da aus dem Fahrzeuginneren frischer Marihuanageruch wahrgenommen werden konnte und der Fahrzeugführer sichtlich unter Drogeneinfluss stand, wurde ihm die Abgabe eines Urintests angeboten. Dieser verhärtete den Verdacht einer Trunkenheitsfahrt, so dass ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet und dementsprechend eine Blutprobe entnommen wurde. Bei der Durchsuchung des Mannes wurden ca. 5 Gramm Marihuana aufgefunden. Sein Führerschein sowie das Betäubungsmittel wurden sichergestellt. (Polizeidirektion Pirmasens)