Fünf „Bibelerzähler“ aus der Pfalz fesselten rund 30 Zuhörer im Hauensteiner Pfarrheim

18. Dezember 2018
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Foto: Bibelerzähler Stefan Schwarzmüller (ran)

HAUENSTEIN. Biblische Geschichten -aus mehr als ungewöhnlicher Perspektiv erzählt- fesselten am Freitagabend rund 30 Zuhörer, die zu einem „Bibelerzählabend“ ins Hauensteiner Pfarrheim gekommen waren. Fünf „Bibelerzähler“ aus der Pfalz erzählten Bekanntes und weniger Bekanntes aus dem Buch der Bücher. „Die Bibel neu entdecken, sie ein Stück weit inszenieren und so eine andere Aufmerksamkeit erzielen“, das sei die Intention des Abends, erläuterte Initiator Stefan Schwarzmüller (Pirmasens) die nicht alltägliche Begegnung mit den „Geschichten für heute“.

Isabelle Schreiner (Edesheim), Kathrin Konrad (Landau), Katharina Busch (Hauenstein) Herbert Adam (Dirmstein) und eben Stefan Schwarzmüller erzählten frei und ohne Spickzettel, engagiert und mit viel Dynamik, spannend und nuanciert und je nach dem eigenen Temperament unterbaut von mehr oder eher sparsamer Mimik und Gestik. Und dieses „Stück moderner Verkündigung“, wie Domkapitular Dr. Christoph Kohl das Bibelerzählen bezeichnet hatte, kam an: Das Publikum hörte runde zwei Stunden überaus aufmerksam, ja fast atemlos zu: Während der Vorträge herrschte im Pfarrheim eine fast meditative Stille.

Die Besonderheit der Erzählungen: Alle Akteure wählten eine besondere Perspektive, aus der sie biblisches Geschehen in eine neue Form gossen, ohne den Kern der Aussage zu verwässern oder zu verändern. So erzählte Isabelle Schreiner jene alttestamentarische Episode, in der Josef die Träume des ägyptischen Pharao deutet, aus der Perspektive eines an der Tür Lauschenden, Kathrin Konrad verfolgte als Thora-Rolle die „Auftritte“ Jesu in der Synagoge in Nazareth –vom Zwölfjährigen, der die Gesetzeslehrer verblüfft, bis zum Tag, als sie ihn aus dem Tempel hinausjagten: „Seine Stimme hatte etwas, was andere nicht haben.“ Später erzählt sie „uff pälzisch“ und aus der Sicht einer Feigenhändlerin, wie Jesus die Kinder zu sich kommen lässt.

Foto: Bibelerzählerin Katharina Busch (ran)

Besondere Aufmerksamkeit fand Katharina Busch, die Lehramtsstudentin aus der Wasgaugemeinde: Sie hatte die Geschichte von Zachäus ausgewählt und erzählte aus der Sicht eines Mannes aus der Menge, die Jesus in Jericho erwartet hatte und der darüber enttäuscht ist, dass sich der ausgerechnet dem verhassten Zöllner zuwendet: „Jesus, geht’s noch? Lass dein Gelaber!“ wird der Mann in Katharinas Erzählung, die den Schwerpunkt auf die durch Jesus hervorgerufenen Veränderungen bei Zachäus setzt, deutlich.

In der Rolle eines Winzers aus Magdala und eines frommen Juden begegnet Herbert Adam Johannes und Jesus. Er erzählt seine Sicht auf den Täufer und auf Jesus, philosophiert über den Satz: „Füllt den neuen Wein nicht in die alten Schläuche…“ und kommt zu dem Schluss: „Mit Jesus hat etwas Neues begonnen.“ Stefan Schwarzmüller schließlich „schlüpft“ in den Abendmahlswein – von der Rebe bis in den Saal in Jerusalem, belauscht die Apostel und kommt zu dem Schluss: „Das ist kein Freuden-, das ist ein Abschiedsfest.“

Zwischen diese und  andere Erzählungen, die ihren besonderen Charme durch die immer  verblüffende Erzählperspektive erhalten, wurde Gitarrenmusik eingeschoben. Der Religionspädagoge Adam erwies sich auch hier als Meister seines Fachs. Sein Spiel vertiefte die meditativen Eindrücke aus den Texten.

Nicht zuletzt: Zu erwähnen ist ein Diskurs, der die besonderen Aussagen der Bibel zum Wein beleuchtet: Herbert Adam interpretiert im schönsten pfälzisch biblische Bezüge zum „Woi“: „Borsch, bass uff, wann du uffs Woifeschd geschd. Batsch der de Kopp nit voll.“ Stefan Schwarzmüller zitiert die dazu passende Bibelstelle, hier aus Jesus Sirach: „Streck dich nicht mit einer Verheirateten zum Weingelage hin, sitz nicht berauscht mit ihr zusammen.“ Und dass die Schorle ebenfalls Erwähnung in der Bibel, findet ist für viele neu. Der Beleg stammt aus Paulus‘ Timotheus-Brief, wo es heißt: „Trinke nicht mehr bloß Wasser, sondern nimm etwas Wein dazu um deines Magens willen…“

Das „Bibelerzählen“ ist eine Methode des Umgangs mit der Bibel, die sich auch bundesweit und auf ökumenischer Basis ausbreitet. Im Bistum Speyer gibt es diese eine Gruppe um Pastoralreferent Stefan Schwarzmüller, der auch als Fortbildungsleiter für Religionslehrerinnen und -lehrer tätig ist und an der Uni Landau einen Lehrauftrag besitzt. Dort bietet er das Seminar „Biblische Geschichten lebendig erzählen“ an. Auch am  Ludwigshafener Heinrich-Pesch-Haus kann man sich zum Bibelerzähler ausbilden lassen, wie Schwarzmüller mitteilte.

Weitere Informationen bei Stefan Schwarzmüller, Pirmasens, 06331-145757

Strafbarer Schuhtausch
Hauenstein (ots) - Eine 21-jährige Frau aus Pirmasens fuhr mit der Bahn nach Hauenstein und begab sich auf der Schuhmeile in ein Schuhgeschäft. Dort tauschte sie ihr bisheriges Schuhwerk in ein paar neue Badeschuhe und nahm zusätzlich ein paar Flipflops an sich. Anschließend verließ sie das Geschäft ohne zu bezahlen. Aufmerksame Angestellte hatten die Frau allerdings bei der Tatausführung beobachtet und bis zum Bahnhof Hauenstein verfolgt. Dort konnte sie bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Die Frau war der Polizei bereits einschlägig bekannt. Sie stand zudem unter deutlichem Alkoholeinfluss. (Polizeidirektion Pirmasens)

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Fahrerlaubnisklasse reicht nicht aus
Dahn-Reichenbach (ots) - Am Montagnachmittag wurde ein 25-jährigerFahrzeugführer aus der Verbandsgemeinde Rodalben kontrolliert, der mit seinem Mercedes-Sprinter auf der B 427 einen nicht zugelassenen Pkw Audi abschleppte. Da für das Schleppen keine Genehmigung der Kreisverwaltung vorlag und kein erlaubnisbefreiender Grund, wie beispielsweise eine Fahrzeugpanne, zu erkennen war, wurde die Weiterfahrt untersagt. Zum Führen des vorliegenden Gespanns war die Fahrerlaubnis Klasse C1E erforderlich, der Fahrzeugführer ist aber lediglich in Besitz der Klasse B. Zudem bestand war das geschleppte Fahrzeug weder zugelassen noch versichert. Auf den jungen Mann kommennun Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicher-ungsgesetz zu. (Polizeidirektion Pirmasens)
Beim Einkauf bestohlen
Dahn-Reichenbach (ots) - Während eine 87-jährige Geschädigte am Montag zwischen 11.40 und 12.00 Uhr in einem Discounter ihre Einkäufe erledigte, entwendete ein bislang unbekannter Täter in einem unachtsamen Moment aus der durch die Geschädigte über der Schulter getragenen Umhängetasche einen Geldbeutel mit Bargeld und Scheckkarten. Personen, die Hinweise auf den oder die Täter geben können, werden gebeten, sich unter Tel. 06391-9160 mit der Polizei Dahn in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens)