Generalversammlung des SC Hauenstein brachte keine Veränderung

HAUENSTEIN. Nach dem tragischen Tod von Steffi Dums und Christoph Kellers bereits 2019 angekündigtem Rückzug ist nur noch Udo Memmer als einer von ehemals drei Vorsitzenden des SC Hauenstein im Amt. Die Generalversammlung am Freitagabend brachte keine Veränderung. Wie geht es weiter beim Traditionsverein aus dem Wasgau?

Als „richtungsweisend“ war die Generalversammlung angekündigt worden und mit der Hoffnung, dass sich „engagierte und verantwortungsvolle Personen“ fänden, um die Vakanzen beseitigen. Fest stand, dass Udo Memmer die Vereinsgeschäfte bis zur turnusmäßigen Neuwahl im Frühjahr 2021 weiterführen würde – über diesen Zeitpunkt hinaus aber nicht alleine. Der Versuch, mit Ergänzungswahlen das Vorstandstrio zu komplettieren, scheiterte: Es gab keine Vorschläge, keine Kandidaten, ergo keine Wahlen.

Dennoch: Es war eine letztlich –zumindest in Ansätzen- positiv stimmende Sitzung. Denn: Der Verein sei –trotz der durch Corona bedingten Einbußen- zum einen „finanziell kerngesund“, wie Christoph Keller ausführte. Er verfüge über die notwendige Liquidität und über ein beachtliches Vereinsvermögen, dessen Pflege „kosten- und zeitintensiv“ sei, wofür man unter anderem auf das große Engagement der Dienstagsoldies bauen könne.

Zum anderen verfolge man nach dem „Riesenumbruch“ mit den Abstiegen aus der Ober- und Verbandsliga sportlich ein tragfähiges Konzept: Mit möglichst „vielen jungen Spielern aus der eigenen Jugend“ wolle man in der Landesliga bestehen. Man brauche dabei „längeren Atem und Geduld“. Aber es deute sich an, dass sich unter anderem mit zuletzt sechs Jungen, die gerade der A-Jugend entwachsen sind, und einigen Routiniers eine „hungrige, homogene und echte Mannschaft“ für die Landesliga entwickle, sagte Keller.

Und Udo Memmer ergänzte: „Wir wollten diesen Umbruch, der nicht nur finanziellen Zwängen geschuldet ist.“ Er sei überzeugt, dass das „der einzig gangbare Weg für den SCH“ darstelle. Deswegen investiere man auch weiterhin in die Jugend, bei der man im A-Jugendbereich eine Spielgemeinschaft mit Fehrbach, in allen anderen Altersstufen mit dem ASV Lugs/Schwanheim gebildet habe.

Der SCH, der im vergangenen Jahr mit großem Aufwand und hervorragender Resonanz seinen Hundertsten feiern konnte, verfügt derzeit über insgesamt 359 Mitglieder. Freilich mache, wie Christoph Keller ausführte, alleine die Mitgliederstruktur deutlich, woran es kranke: Nur ein gutes Drittel der Mitglieder seien länger als zehn Jahre dabei. „Uns fehlen fördernde Mitglieder, erst recht fehlen uns junge Mitglieder, die sich länger an den Verein binden.“ Und –mit Blick auf die künftige Vorstandschaft: „Wir können nur überleben, wenn sich Jüngere engagieren und einbringen.“

Hier setzte dann eine intensive und engagierte Diskussion unter den rund 30 anwesenden Mitgliedern ein: Thomas Schächter, langjähriger Jugendleiter, verwies auf ein Gruppenbild der SCH-Jugendmannschaften vergangener Jahre, die allesamt Meisterschaften feiern durften. Aber: „Von diesen vielen Spielern ist keiner mehr da.“ Der SCH habe „viele Jahre zu hoch gespielt“, weshalb viele auswärtige Spieler gewonnen werden mussten, die „keine Bindung zum SCH aufgebaut“ hätten. Ein Fehler sei auch gewesen, die 1b aufzugeben mit der Folge, dass sich einheimische Spieler anderen Vereinen anschlossen. Und deshalb sei es jetzt schwierig, „Leute zu finden, die für den SCH eintreten“ wollten.

Hans-Peter Mayer, ebenfalls ehemaliger Jugendleiter beim SCH, konstatierte, dass es „andere Vereine gibt, denen es noch deutlich schlechter geht“. Der Staffelleiter für die A- und B-Junioren im Fußballkreis Pirmasens wies darauf hin, dass am Spielbetrieb gerade noch sieben A-Jugend-Teams teilnähmen. Und auch das sei nur möglich, weil pro Team vier U21-Kicker eingesetzt werden können. „Vor diesem Hintergrund stehen wir ja noch gut da“, sagte er. A-Junioren- Coach Heini Grünfelder regte an, die „Gemeinschaft im Verein“ mehr zu betonen, den Verein mehr als „Familie“ erleben zu lassen.

Thematisiert wurde auch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung, dass immer weniger bereit zum Ehrenamt seien. Er bekomme oft Angebote zur Mithilfe: „Aber keiner will letztlich Verantwortung übernehmen“, berichtete Udo Memmer. Er betonte, dass er bis zur Generalversammlung 2021 im Amt bleibe: „Aber bis dahin müssen wir junge und engagierte Mitarbeiter finden. Wenn uns das nicht gelingt, dann geht es um die Existenz unseres Vereins.“  Christoph Keller, der dem Verein weiter als Rechner zur Verfügung steht und dem Memmer mit herzlichen Worten dankte, zeigte sich schließlich zuversichtlich, dass es so weit nicht kommen werde. „Denn wir haben ja einen intakten Verein zu bieten.“ (ran)