Gratulation für den Wahlsieger Patrick Weißler

HAUENSTEIN. Gratulation für den Wahlsieger Patrick Weißler, Respekt für den unterlegenen Kandidaten Thomas Weisgerber, der Wunsch nach fairer und offener Zusammenarbeit über alle Fraktionsgrenzen hinweg und die Betonung der anstehenden Aufgaben unter anderem mit dem Ziel der Erhaltung der VG Hauenstein und nicht zuletzt die Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung – diese Aussagen prägen die Stellungnahmen der Fraktionssprecher der im Verbandsgemeinderat vertreten Gruppen. Was erwarten sie von dem neuen Verbandsbürgermeister Patrick Weißler?

Die größte Fraktion im Rat stellt die CDU, die von der FWG VG – SPD- Grüne – Koalition 2019 in die Opposition geschickt worden war. „Wir sagen Patrick Weißler offene und faire Zusammenarbeit zu, die er auch uns im Vorfeld der Wahl zugesichert hat“, formuliert Fraktionssprecher Norbert Meyerer. Die „zentrale Aufgabe“ sei nun der Erhalt der VG Hauenstein: Dies könne nur gelingen, wenn es Weißler verstehe, „alle Kräfte einzubinden und jegliche Spaltung im Rat zu verhindern“. Meyerer wünscht sich „eine Balance in der Mitte und keine Einseitigkeit“. Es müsse gelingen, die „Begeisterung für den Erhalt der VG zu wecken“.  Eine „tüchtige, funktionsfähige Verwaltung“ sei ein wichtiger Aspekt: „Wir würden uns wünschen, wenn er sich hier von seinem Mitkonkurrenten Thomas Weisgerber inspirieren lässt.“

Hermann Rippberger, Sprecher der mit fünf Sitzen im Rat vertretenen FWG VG, spricht zunächst von einem „tollen Ergebnis“ für Weißler, den die FWG ja auch unterstützte. Der neue Verwaltungschef bringe, so Rippberger, „die Dynamik und Motivation mit, um unser Hauptziel -Erhaltung der VG Hauenstein -zu realisieren“. Dazu müsse die Verwaltung „zukunftsfähig“ gemacht werden. Weißler habe den Umgang „mit den digitalen Medien erlernt“ und bringe durch seine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung auch das „Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit mit, seine Mitarbeiter zu begeistern und mitzunehmen“.

Für die SPD (vier Mandate) äußerte sich Andreas Wilde: Der neue Verwaltungschef habe viele bereits im Rat getroffene Entscheidungen umzusetzen. „Vor allem müssen wir unsere Hausaufgaben in Bezug auf die Kommunal- und Verwaltungsreform machen.“ Gerade hier „gibt es viel zu tun“. Wilde, der auch als Beigeordneter fungiert, betont, dass „in vielen Bereichen die Einbindung der Beigeordneten zwingend geboten (ist), um die vielen Aufgaben meistern zu können“. Und er schließt: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren!“ Der Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen ließ unsere Bitte um eine Stellungnahme unbeantwortet.

Bernhard Rödig, Sprecher der dreiköpfigen FDP-Fraktion stellt zunächst fest, dass der neue Verwaltungschef einer der Kandidaten gewesen sei, „die die FDP im Vorfeld der Wahl für das Amt des Bürgermeisters als geeignet angesehen hat“. Und er hat eine klare Ansage an ihn: „Es bleibt zu wünschen, dass er sich nicht zum Werkzeug anderer machen lässt und eine eigene Position aufbaut, die eine gute Zusammenarbeit möglich macht.“

„Spannende Sitzungen unter der neuen Führung“ erwartet Helmut Disque, der Sprecher der FWG Hinterweidenthal, die zwei Ratsmitglieder stellt. „Gespannt darf man sein, wie schnell er sich den anstehenden Problemen widmen kann und in welche politische Richtung es geht“, stellt Disque fest. Es sei zu wünschen, dass Weißler „seine bisherigen Erfahrungen aus seiner beruflichen Tätigkeit gewinnbringend für alle, für alle Ortsgemeinden und ihre Bürger, in die Verwaltung und die Ratsarbeit einbringen kann“.

Und er nimmt dezidiert Stellung zu der geringen Wahlbeteiligung, die auch von allen anderen Fraktionssprechern thematisiert worden war und in Hinterweidenthal mit gerade 22,9 Prozent nach unter ausschlug. „Liegt es an der Politikverdrossenheit, an der Glaubwürdigkeit von Entscheidungen, am Verhalten von Mandatsträgern?“, fragt Disque und antwortet selbst: „Der Wähler hat sich, so hat man es in vielen Gesprächen erfahren, bewusst so verhalten.“ Das „Hin- und Her – Erhalt der VG, Auflösung der VG, Luger Tal nach Annweiler, Hinterweidenthal auf jeden Fall nach Dahn“ sei dem Wähler „zu viel“. Der hätte seiner Meinung nach eine konkrete Entscheidung des Landes gewünscht: „Das Hinauszögern von Entscheidungen bis Ende 2022 ist dem Wähler nicht mehr zu vermitteln.“

Auch Hauensteins Ortsbürgermeister Michael Zimmermann bedauert die geringe Wahlbeteiligung: Der neue Bürgermeister könne sich lediglich auf das Votum von 30,7 Prozent aller Wahlberechtigten stützen. „Dies ist nicht der beste Start, vor allem, wenn man bedenkt, dass er eigentlich für den Erhalt der VG angetreten ist und hierfür eine starke Unterstützung benötigt. Zimmermann merkt an, dass „alle Dörfer inklusive Hauenstein“ noch nicht verstanden hätten, „dass sie, egal bei welcher VG sie landen, massiv an Bedeutung und Mitsprachemöglichkeiten verlieren. Hoffentlich geling der Erhalt der VG trotz aller Widrigkeiten.“