Hauensteiner Friedenskirche wurde in einem bewegenden Gottesdienst profaniert

16. August 2021
By
image_pdfimage_print

HAUENSTEIN.: In einem bewegenden Gottesdienst, den Generalvikar Andreas Sturm zelebrierte, wurde am Samstagabend Hauensteiner Friedenskirche profaniert. Sie wird wohl abgerissen und macht Platz für mehrere Bauplätze. Der Eucharistiefeier wohnten viele ältere Gemeindemitglieder bei, für die die Kirche „Maria, Königin des Friedens“, die unter Pfarrer Otto Ernst erbaut und 1972 konsekriert worden war, mehrere Jahrzehnte lang geistige Heimat war. Die Wehmut war allenthalben spürbar.

In seiner Predigt führte der Generalvikar, dass sich bei der Vorbereitung auch das Bild einer Beerdigung aufgedrängt habe. Viele verbänden mit der Kirche „wunderbare Erinnerungen“, für viele sei es der Ort gewesen, „wo man dem Heiligen begegnet und wo man Gemeinschaft erlebte“. Hier sei -mit Taufen und Hochzeiten beispielsweise- „das Leben gefeiert worden“. Jetzt tue sich eine Lücke auf, die schmerze.

„Ich kann denen, die trauern, den Schmerz nicht nehmen“, sagte Sturm. Aber man dürfe nicht nur auf diese Lücke schauen, sondern sich auch an die Bilder, Erlebnisse und Erfahrungen erinnern, die diese Kirche geschenkt habe. Dass das Haus nun seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann, liege nicht nur daran, dass der bauliche Zustand der Kirche keine andere Wahl gelassen habe. Man müsse auch sehen, dass die Kirche kleiner, die Gläubigen weniger werden. „Wir werden heute öfter zur Schließung als zur Einweihung einer Kirche gerufen“, bedauerte er.

Erinnerungen

Zu Beginn des Gottesdienstes hatten mehrere Männer und Frauen Erinnerungen und Empfindungen zur Friedenskirche formuliert: Norbert Memmer, einer der ersten Messdiener an der damals neuen Friedenskirche unter den Pfarrern Ernst und Lösch, zitierte ein Gedicht Erich Kästners, das sich dem Glockenläuten widmet und konstatierte: „Wir werden das Glockenläuten vermissen.“ Patrik Mayer war der „letzte Obermessdiener“ der Kirche und erzählte launig einige Anekdoten aus einer „schönen Zeit mit toller Gemeinschaft und schönen Freizeiten“.

Für die Kita St. Hedwig überbrachte deren Leiterin Steffie Engel einen Rucksack voller Erinnerungen, die die besondere Beziehung der Einrichtung zu dieser Kirche thematisierten, die „viele schöne und besinnliche Momente“ möglich machte. Als Lektorin stand Marianne Meyerer sehr oft am Ambo der Kirche: Sie habe besonders geschätzt, dass die Kirche räumliche Nähe ermöglichte: „Diese Nähe gab das positive Gefühl der Zusammengehörigkeit.“

Nicht zuletzt erzählte Georg Burkhard Historisches und Denkwürdiges aus seiner Zeit als Mesner. 1988 hatte er das Amt von Georg Dums übernommen: Es war „meine Kirche“ sagte er. Dass die Friedenskirche aufgegeben werde, tue ihm „im Herzen weh“. Aber er sehe auch, dass es keine Möglichkeit gegeben habe, das Gotteshaus zu halten.

„Auch ich wünsche mir eine andere Kirche“, hob er auf den Zustand der katholischen Kirche ab: Sie werde sich aber „nicht von heute auf morgen ändern lassen“. Aber sie brauche Menschen, die gemeinsam Eucharistie feiern und dabei Gemeinschaft erleben. „Kirche sind immer wir“, schloss der Generalvikar seine Predigt und forderte dazu auf, die „Kirche aus lebendigen Steinen neu aufzubauen“.

In den Fürbitten wurden ähnliche Gedanken aufgegriffen: Es wurde unter anderem dafür gebetet, dass die Pfarrgemeinde „mit offenen Ohren und offenen Augen“ erkenne, was gebraucht wird und dass der Verlust der Friedenskirche auch „Herz und Mut“ für einen Neuanfang hervorrufe. In die Gebete floss auch der Dank an die Seelsorger ein, die an der Friedenskirche wirkten, und an alle, die sich in die Pflege des Gotteshauses eingebracht haben.

Predigt und Fürbitten schloss sich die Eucharistiefeier an. Nach dem Segen löschte der frühere Mesner der Friedenskirche, Georg Burkhard, das „ewige Licht“, der Generalvikar verlas das Profanierungsdekret, in dem noch einmal in aller Kürze dargestellt wird, dass die Pfarrei „nach einem intensiven Denk- und Anhörungsprozess“ die Profanierung beantragt habe. Wegen „beträchtlicher baulicher Schäden“ habe es keine Möglichkeit gegeben, die Kirche zu erhalten, weswegen sie die Weihe verliere und künftig ein profanes Gebäude sei. Anschließend trug Pfarrer Ulrich Nothhof in einer stillen Prozession das Ziborium –den Kelch mit konsekrierten Hostien- in die Sakristei.

Damit war die Profanierung vollzogen, damit endete der Gottesdienst, bei dem auch Pfarrer Nothhof, Pastoralreferentin Melanie Müller und Gemeindereferentin Amanda Baiersdörfer mit am Altar standen. Musikalisch gestaltet wurde er von einer Schola des Kirchenchores mit Esther Busch, Stefanie und Bernhard Baron sowie Norbert Memmer. An der Orgel begleitete Martin Fischer, der frühere Hauensteiner Pastoralreferent, den Gottesdienst.

 

Information zur Waldbestattung im RuheForst

Am Sonntag, 3. Oktober 2021 findet im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen eine kostenlose, etwa einstündige Führung statt, bei der sich Interessierte über die Möglichkeiten der Waldbestattung im RuheForst informieren können.

Treffpunkt: 10.00 Uhr am Parkplatz „RuheForst“.
Anfahrt: B 10, Abfahrt Wilgartswiesen/ Hermersbergerhof, ca. 3 km auf der K 56 Richtung Hermersbergerhof bis zum Hinweisschild „RuheForst“ links.

Weitere Termine in 2021, jeweils um 10.00 Uhr:

So 31. Oktober/
So 7. November/
So 5. Dezember 2021.

Kontakt: Tel. 06392 4090177 oder E-Mail info@ruheforst-suedpfaelzerbergland.de.

Anzeige

Reste - Abverkauf

Toner Canon 707 original color

1x Cyan 65,78 inkl MwSt zzgl. Versand

1x Magenta 65,78 inkl MwSt zzgl. Versand

Bahnhofstraße 75, 76846 Hauenstein

Tel.: 0 63 92 / 4 09 06 00