Hauensteiner Kampfrichter im Scheichtum Katar

9. November 2018
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HAUENSTEIN. Am Donnerstag wurden in Doha, der Hauptstadt des Scheichtums Katar, die Weltmeisterschaften der Kunstturner eröffnet. Mit Hauensteiner Beteiligung: Als einer von zwei Kampfrichtern aus Deutschland hat der Deutsche Turnerbund (DTB) Uwe Reichert nominiert, der mit der DTB-Delegation bereits am vergangenen Freitag an den Golf gestartet ist.

Bis zum 3. November kämpfen Spitzenturnerinnen und –turner aus aller Welt im 15.500 Zuschauer fassenden und voll klimatisierten Aspire Dome um die verschiedenen Titel und bereits jetzt um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die drei besten Mannschaften qualifizieren sich direkt für Tokyo. Für Uwe Reichert ist der Trip in das Emirat, das als erstes arabisches Land eine Turn-WM ausrichtet, ein „Déjà vu“: Bereits im März war er als Kampfrichter beim World Cup in Doha eingesetzt, der als Generalprobe und Probelauf für die große WM galt.

„Überraschend gut“ sei die Großveranstaltung über die Bühne gegangen, berichtet Reichert über seine Erfahrungen im Frühjahr. Die Gastgeber arbeiteten „sehr strukturiert und überaus engagiert“. Eine turnerische Tradition gebe es in Katar freilich nicht: „Mit Hilfe ausländischer Trainer werden die einheimischen Sportler an die Weltspitze herangeführt. Und da kann man  durchaus eine positive Entwicklung erkennen“, beschreibt Reichert seine Erfahrungen.

Der 47-Jährige, der beruflich als Geschäftsführer eines Ingenieurbüros in Frankenthal tätig ist, ist Turner mit Leib und Seele. Er war als Aktiver 3. Deutscher Meister im Deutschen Sechskampf und turnte erfolgreich in der Regionalliga. Als Trainer coachte er den Zweitbundesligisten TSG Grünstadt und ist nach wie vor mitverantwortlich für das Training im Stützpunkt des Turngaus. Und als Wertungsrichter nimmt er seit Jahren die Übungen der Spitzenturner in der Bundesliga unter die Lupe. Und er ist Wettkampfbeauftragter der Deutschen Turn-Liga. In dieser Funktion teilt er die Kampfrichter für die Wettkämpfe der ersten, zweiten und dritten Bundesliga ein.

Zur Sache: Turn-WM in Doha

Katar  ist ein Emirat an der Ostküste der arabischen Halbinsel am Persischen Golf und grenzt im Süden an Saudi Arabien. Hauptstadt ist Doha mit einer runden Million Einwohner. Von Süden nach Norden hat das Land eine Ausdehnung von rund 180 Kilometern, von Westen nach Osten von 80 Kilometern aus.  Das Land wird als absolute Monarchie und totalitär regiert. Staatsreligion ist der Islam und die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Katar ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 124.529 US-Dollar pro Kopf das materiell reichste Land der Welt.

Dass das schwerreiche Emirat unter Einsatz immenser finanzieller Mittel sportlich überaus ehrgeizige Ziele Summen verfolgt, wird verdeutlicht dadurch, dass das Land bereits 2015 die Handball-WM ausrichtete und damals mit einer zusammengewürfelten Mannschaft aus europäischen Stars sogar die deutsche Nationalmannschaft aus dem Rennen warf. Viel diskutiert und kritisiert: Katar wird 2022 die Fußball-WM ausreichten. (ran)

Die internationale Laufbahn begann vor fünf Jahren: Der erste internationale Einsatz führte ihn zu den „Games of the Small States of Europe“, die 2013 in Luxemburg stattfanden. Und dann ging es stetig bergauf: Noch im selben Jahr wertete er beim „Toyota International Gymnastics Competition“ in Japan, 2014 nahm er die Übungen der Weltstars beim World Cup im Stuttgart unter die Lupe.  im April 2017 wurde er als Wertungsrichter beim World Cup in London und im August 2017 bei der Weltmeisterschaft im  kanadischen Montreal nominiert: Reichert: „Das war bisher mein größtes sportliches Erlebnis“, dem sich nun nur ein Jahr später also ein erneuter Einsatz beim weltweiten Saisonhöhepunkt im Wüstenstaat anschließt. „Die erneute Berufung zur WM ist für mich eine große Ehre“, sagt Reichert.

In Doha haben die Wettbewerbe am Donnerstag mit der Qualifikation begonnen. Die deutsche Riege unter anderem mit Marcel Nguyen und Andreas Toba griff erst am Freitag in das Geschehen ein. Wann Uwe Reichert zum Einsatz kommt, ob bei der „Quali“, beim Mannschaftsfinale, dem Mehrkampffinale oder dem Gerätefinale, das wird vor Ort ausgelost.

Zweiter deutscher Kampfrichter ist Olaf Neumann aus Cottbus. „Mit ihm werde ich mich bei den Wettkämpfen abwechseln“, berichtet Reichert. Bereits am Tag nach der Ankunft im drückend heißen Emirat fand am vergangenen Samstag die vierstündige Kampfrichtereinweisung statt, bei der die internationalen Richter auf eine gemeinsame Linie  eingeschworen wurden.

Derzeit ist er also auf der ganz großen Bühne in Doha unterwegs. Reichert freilich ist sich auch nicht zu schade, auch bei den „kleinen“ Wettbewerben als Kampfrichter an den Geräten zu werten, bei Gaumeisterschaften etwa. „Mir geht es um das Turnen“, stellt er fest. Und da sei es ihm ein Anliegen, den kleinen Anfänger ebenso voranzubringen und in seiner Entwicklung zu unterstützen wie die großen Könner in der deutschen Spitze.

Diesem Ziel wird Uwe Reichert auch als Übungsleiter und Trainer gerecht. Viermal pro Woche fördert er zusammen mit seinen Trainerkollegen Stützpunktturner des Westpfalzgaus. Beim Training will er zum einen „den Spaß am Turnen“ vermitteln und erhalten. Denn: „Wenn man etwas mit Spaß macht, kommt vieles, was schwer erscheint, von alleine“, hat er vor Jahren der Rheinpfalz erzählt. Zu seiner Trainingsphilosophie gehört zum anderen aber auch, den Turner ganzheitlich zu sehen. „Es geht mir nicht nur um die turnerische und sportliche Entwicklung. Ganz wichtig ist mir, dass bei der Arbeit mit den Turnern auch die Persönlichkeit gestärkt und gefördert wird.“ (ran)

Schlägerei in Hauenstein
Hauenstein (ots) - In der vergangenen Nacht kam es auf einer Party in Hauenstein zu einer Auseinandersetzung, wo ein 21-Jähriger zunächst anfing herumzutoben und Gegenstände von den Tischen zu werfen. Als ein anderer Gast diesen zurechtweisen wollte fing er mit diesem Streit an, warf ihn zu Boden und trat diesen mit den Füßen. Der ebenfalls 21-Jährige erlitt hierbei eine Platzwunde am Hinterkopf. Ein weiterer Gast wurde ebenfalls von dem Beschuldigten geschlagen, weil er diesen offenbar verwechselte. Verletzt wurde dieser jedoch nicht. Der sehr wahrscheinlich unter Alkohol und Drogen stehende Beschuldigte war dann letztendlich so abgedreht, dass er an zwei vor Ort befindlichen Fahrzeugen die Außenspiegel abgetreten hat und eine Motorhaube zerkratzte. Der amtsbekannte Beschuldigte konnte vor Ort und auch an seiner Wohnadresse nicht angetroffen werden. An beiden Fahrzeugen sind Sachbeschädigungen von geschätzten 1300.- Euro entstanden. Gegen den 21-Jährigen wird ein Strafverfahren eingeleitet.

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Schlägerei endet in Zelle
Hauenstein (ots) - In der Nacht vom Samstag auf Sonntag kam es in einer Gaststätte in Hauenstein zu einer Schlägerei zwischen mehreren Personen. Die zwei Täter, ein 27-jähriger und ein 28-jähriger aus dem Landkreis, betraten im betrunkenen Zustand die Gaststätte und pöbelten die Gastwirtin und die Gäste an. Als ein Gast der Wirtin helfen wollte, schlugen die beiden um sich. Hierbei zog sich ein Gast einen Bruch des Nasenbeins zu. Die Wirtin erlitt Verletzungen am Hinterkopf. Durch die herbeigeeilten Polizeistreifen konnten die beiden Täter auf der Flucht gestellt werden. Da sich diese sehr aggressiv verhielten und weitere Ausschreitungen zu befürchten waren, mussten sie in Gewahrsam genommen werden. (Polizeidirektion Pirmasens)