Hauensteiner Kurt Lenhard erinnert an den “Bomber” Gerd Müller

9. September 2021
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HAUENSTEIN. Am 15. August starb im Alter von 75 Jahren Gerd Müller, der legendäre Rekordtorschütze der Bundesliga. In den Nachrufen auf den „Bomber der Nation“ wurden viele Erinnerungen an wichtige und an unvergleichlich schöne Tore des Bayern geweckt, viele Episoden aus seinem nicht immer glücklichen Leben erzählt. Eine ganz besondere Erinnerung verbindet der Hauensteiner Kurt Lenhard mit dem Welt- und Europameister.

„Ich hab‘ mit dem in einer Mannschaft gespielt“, sagte der 71-Jährige, als die Bilder aus dem Fußballleben der Torjäger-Legende über den Bildschirm liefen. Und das wollte sein 15-jähriger Enkel Maxim nun doch nicht glauben. Aber: Kurt Lenhard hat seine Begegnung mit dem großen Fußballer, der das entscheidende Tor zum WM-Titel 1974 erzielte, sehr genau dokumentiert und hat über das „Müller-Erlebnis“ und die Geschehnisse drum herum eine Menge zu erzählen.

Die Geschichte geht so: Kurt Lenhard hat sein Berufsleben bei der Volks- und Raiffeisenbank in Dahn verbracht. Zuletzt war der gebürtige Hinterweidenthaler dort für die Betreuung der Firmenkunden im Kreditgeschäft mit verantwortlich. In seinen jungen Berufsjahren – „Es muss um 1981 gewesen sein“- schnitt er in einem bundesweiten Wettbewerb des Arbeitgebers so erfolgreich ab, dass er mit 150 anderen Bankangestellten aus ganz Deutschland zu einem fünftägigen Trip nach Orlando in Florida eingeladen wurde.

Das Programm versprach einiges: Unter anderem waren ein Besuch im Disney-Land vorgesehen und eine Führung durch das Kennedy-Space-Center, dem Weltraumbahnhof für das Apollo-Programm und für die Space Shuttles, oder eine Fahrt durch die Everglades. Karl Senne, damals Moderator des Sport-Studios des ZDF, sollte die Reisegruppe in einer eigenen Sport-Show über das Geschehen in der heimischen Bundesliga informieren. Nicht zuletzt: Ein Programmpunkt lautete: „Fußballturnier mit Gerd Müller“.

„Das Programm hielt, was es versprochen hatte“, berichtet Kurt Lenhard und zeigt Fotos von vielen Stationen der Reise. Bei all den Höhepunkten war Lenhard, selbst als Torhüter beim SC Hauenstein aktiv, natürlich besonders auf die Begegnung mit Gerd Müller gespannt. Er erzählt: „Wir wurden mit drei Bussen am Hotel abgeholt. Jeder Bus sollte eine Turniermannschaft bilden. Trikots wurden verteilt.“ Ja, und dann sei tatsächlich Gerd Müller, dessen Karriere bei den Fort Lauderdale Strikers wohl gerade ausgelaufen war, in seinen Bus zugestiegen, leger mit weißen Shorts und dunklem Polo-Shirt gekleidet.

„Hobt’s ihr fia mi aa a Trikot“, habe Müller gefragt. Der Hauensteiner, der sein Torwart-Trikot der SCH-Senioren mit dem Felsentor-Logo eingepackt hatte und im Tor des eigenen Bus-Team stehen sollte, reagierte schnell: „Gerd, ich geb‘ dir meins. Aber: Du gibst es mir wieder zurück. Und bitte mit einem Autogramm!“ „Dös mach i gerne“, habe der Weltstar zugesagt. Müller habe dann auf dem grünen Rasen einer kleinen Sportanlage in Orlando eher aus dem Stand mitgemischt, hier und da mal ein Pässchen gespielt und ab und an auch technisch gezaubert. Dass er zwei Tore schoss, daran erinnert sich Kurt Lenhard auch noch: „Aber sonst: Das Ergebnis war so was von unwichtig…“

Nach dem Spiel hatte Müller, mit 51 Toren vom Punkt aus immer noch zweitbester Elfer-schütze der Bundesligageschichte, noch nicht genug: „I schiaß dia no a paar Elfmeter drauf“, habe er zu Lenhard gesagt. Gesagt, getan: Am ersten sei er noch mit den Fingerspitzen dran gewesen und habe dann zu Müller gesagt: „Den nächsten hol‘ ich…“. Aber das habe Müllers Ehrgeiz angestachelt. Und so habe der „Bomber“ ihn „so was von verladen“ und ihm nicht einmal den Hauch einer Chance gelassen, lacht Lenhard, der Müller als menschlich angenehmen, unkomplizierten und freundlichen Mitmenschen kennenlernte.

Dann war da ja noch die Sache mit dem Trikot: Müller wollte es nicht gleich mach dem Spiel, sondern erst nach dem Duschen im Hotel übergeben: „Mia dreffa uns in oana hoibn Stunde am Hotelpool. Donn geb i dir dös Trikot“, versprach Müller auf der Fahrt zurück. Und hielt Wort. Pünktlich kam er zum Pool und übergab das signierte Shirt und hatte auch Zeit für einen Plausch. Wo es denn jetzt sei? „Ich hab’s leider nicht mehr“, bedauert Kurt Lenhard. „Es muss irgendwann in die Wäsche gerutscht sein. Und dann war halt das Autogramm weg.“ Und so bleibt die Erinnerung an die unvergessliche Begegnung nur durch die vielen Fotos lebendig.

Information zur Waldbestattung im RuheForst

Am Sonntag, So 31. Oktober 2021 findet im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen eine kostenlose, etwa einstündige Führung statt, bei der sich Interessierte über die Möglichkeiten der Waldbestattung im RuheForst informieren können.

Treffpunkt: 10.00 Uhr am Parkplatz „RuheForst“.
Anfahrt: B 10, Abfahrt Wilgartswiesen/ Hermersbergerhof, ca. 3 km auf der K 56 Richtung Hermersbergerhof bis zum Hinweisschild „RuheForst“ links.

Weitere Termine in 2021, jeweils um 10.00 Uhr:


So 7. November/
So 5. Dezember 2021.

Kontakt: Tel. 06392 4090177 oder E-Mail info@ruheforst-suedpfaelzerbergland.de.

Fahren unter Betäubungsmitteleinfluss
Hinterweidenthal (ots) - Am Dienstag, 12.10.2021, gegen 23.00 Uhr kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Dahn einen 28-jährigen Autofahrer, der die B10 aus Richtung Landau kommend in Fahrtrichtung Pirmasens befuhr. Bei der Kontrolle konnten drogentypische Auffallerscheinungen festgestellt wer-den, weshalb die Weiterfahrt untersagt und eine Blutprobe entnommen wurde. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet./pidn (Polizeidirektion Pirmasens)