Holztreppenstufen am Backelstein müssen repariert werden

8. Juli 2020
By
image_pdf

HAUENSTEIN. Eines der markanten Felsmassive im Wasgau-Felsenland ist der Hauensteiner Backelstein am Südwesthang des Weimersberges. Er thront über dem Wasgaufreibad, der Fels ragt runde 60 Meter hoch und gilt als einer der schönsten Aussichtsfelsen rund um Hauenstein. Das Plateau ist über einen Treppenaufgang erreichbar, der derzeit aber wegen Sicherheitsmängeln gesperrt ist.

„Die Holztreppenstufen sind nicht mehr sicher“, begründete Ortsbürgermeister Michael Zimmermann die Sperrung. Einzelne Stufen seien „nicht mehr ausreichend tragfähig“, an einigen Stufen seien auch schon Teile abgebrochen. Zudem sei der Zaun auf dem Felsplateau defekt: „Die Befestigungspfähle sind zum Teil nicht mehr mit dem Fels verbunden. Zudem wurde der Zaun aufgeschnitten und beiseitegeschoben, damit der nicht eingezäunte Teil des Plateaus betreten werden kann“, berichtet Zimmermann. Unter diesen Umständen könne „die Sicherheit der Besucher sowohl auf der Treppe als auch auf dem Fels selbst nicht mehr gewährleistet werden“, fasst der Ortschef zusammen.

Die Beseitigung der Schäden sei freilich nicht problemlos: Die schadhaften Treppenbohlen müssen ersetzt, das Treppengestell muss neu gestrichen werden. Auf dem Plateau soll der Sicherungszaun erneuert und die eingezäunte Fläche vergrößert werden, beschreibt Zimmermann den Umfang der notwendigen Arbeiten. Die Kosten werden von der Gemeinde getragen. Um sie zu drücken, habe man Kontakte zu den Pfälzer Kletterern gesucht. Denn: „Eigentlich müsste ein Gerüst gestellt werden, dessen Aufstellung an diesem schwer zugänglichen Ort sehr kostenintensiv wäre.“ Von den Kletterern habe man bereits die Zusage erhalten, dass die Aktiven –gut gesichert- bei der Reparatur behilflich sein werden.

Der Backelstein

Das Backelsteinmassiv soll eine frühmittelalterliche Spornburg (Holzburg) beherbergt haben. Weil keine urkundliche Erwähnung der Burg vorliegt, lassen sich aber keine Aussagen über Bau, Geschichte oder Bewohner treffen. Der Sage nach soll es sich um ein Jagdschloss von Kaiser Friedrich Barbarossa handeln.

Der verstorbene Hauensteiner Schuhfabrikant Dr. Karl Naab, der ein profunder Kenner (nicht nur) der Hauensteiner Ortsgeschichte war, hatte die Burg vermessen und zahlreiche Heimatkundler zum Backelstein geführt. Er verortete die Entstehung der Burganlage in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts.

Im Fels sind nur wenige Pfostenlöcher zu sehen. An der Nordseite ist eine Felsenkammer sowie ein aus dem Fels gehauener Aufgang erkennbar. Mauerreste fehlen vollkommen. Auf die frühere Burg Backelstein weist ein „Ritterstein“ hin. Die Inschrift im Fels lautet: „Backelstein – Fruehmittelalterliche Holzburg“.

Der Backelstein ist übrigens auch in August Beckers 1868 erschienenem Roman „Hedwig“ erwähnt: Er habe sich „in der Felsenschlucht an der Backelsteinhalde verirrt“, heißt es da, „wo die Uhus horsten…Allüberall noch nie gesehene Felsformen, seltsam über die friedlichen Dörfer hereinhängend, von warnenden Kreuzen oder grünen Föhren gekrönt…Hier trifft man allerwärts auf Niegesehenes“, schrieb der Pfälzer Nationaldichter vor über 150 Jahren.

Weniger bekannt als August Becker ist der „Heimatdichter“ Adolf Naab, der in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts Hauensteiner Geschichte in Verse formte. Ein Gedicht hat er auch dem Backelstein gewidmet. Es erzählt von der Liebe des „Schäfers Backel“ zu einer „Fürstentochter“, die auf der Burg weilte. Der Schäfer habe sie des Nachts besuchen wollen, sei den steilen Fels hochgeklettert und „ein falscher Tritt“ habe ihn in den Tod stürzen lassen: „Dort liegt er nun begraben, in diesem Felsenstein. Den Fels mit seinem Namen, nannt‘ man den Backelstein“,  ließ Naab seine Ballade vom Schäfer Backel enden. (ran)

 

Handy aus Hotelzimmer gestohlen
Hauenstein (ots) - Unbekannte Täter verschafften sich auf ungeklärte Weise Zugang zu einem verschlossenen Hotelzimmer und entwendeten dort ein Huawei-Handy im Wert von circa 200 Euro. Andere Wertgegenstände wurden zurückgelassen. Die Tatzeit lässt sich auf gestern, 11:30 bis 17:30 Uhr, festlegen. Zeugen, die im Zusammenhang mit dem Einbruchsdiebstahl Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Pirmasens unter der Telefonnummer 06331-520-0 oder per E-Mail kipirmasens@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen. kips (Polizeidirektion Pirmasens)

Anzeige

Harde-inserat-320

Anzeige