Isabella Seibel feierte 40 Jahre “beis Eicheene”

HAUENSTEIN. Den Weg vom „Kaufhaus auf dem Lande“ hin zum „Mode- und Geschenkehaus Ritter“ hat Isabella Seibel maßgeblich mitgestaltet. Vor genau 40 Jahren kam die gebürtige Rodalberin in das Geschäft in der Hauensteiner Gartenstraße, das Eugen Ritter junior 1928 gegründet hatte und das für viele Hauensteiner der Nah- und Rundumversorger für Textilien, Kurz- und Haushaltswaren war.

Isabella Seibel kann einiges erzählen aus ihren ersten Monaten in dem Geschäft, das in Hauenstein bei vielen immer noch kurz „‘s Eicheene“ genannt wird. Ihr Ehemann Peter, Enkel des Gründers, hatte das Traditionsgeschäft 1977 als 21-Jähriger übernommen, und seine Isabella, gelernte Raumausstatterin gebeten, ihm in dem Geschäft, in dem die Kunden ihre Kittelschürzen ebenso kauften wie Geschirr aus Soufflenheim und Wolle, Nähzubehör, „Bettflaschen“ und Spielsachen, womit das Sortiment aber nur ansatzweise beschrieben ist.

1979 kam sie also nach Hauenstein. Und nicht alles, was die Kunden haben wollten, war ihr sofort verständlich, wie sie erzählt: Einer wollte ein „Niedraachbrettel“, eine andere ein Päckchen „Geijfle“ und auch „Händsching“ wurden verlangt. Die Kolleginnen konnten helfen:  Nichts anderes als ein Tablett wollte der Kunde, hinter dem Urdialektwort „Geijfle“ verstecken sich die Stecknadeln und die „Händsching“ sollten für warme Hände sorgen: Handschuhe eben.

Sie musste sich an manches gewöhnen, die junge Chefin „beis Eicheene“, die mancher Kundin zu exotisch daherkam. Auch an die Tricks der Vertreter: Einer zog die junge Geschäftsfrau über den Tisch und lieferte 2.000 Paar Strümpfe… „Der Anfang war schon sehr schwer“, erinnert sich Isabella Seibel, die nach und nach zusammen mit ihrem Ehemann Peter das Haus zu einem anerkannten Fachgeschäft für sportive und auch elegante Damen- und Herrenmode, für Dessous, Nachtwäsche, Heimtextilien, Gardinen und Geschenkartikel ausgebaut und einen großen Kreis von Stammkunden weit über die Grenzen der Schuhgemeinde hinaus erworben.

Besondere Aufmerksamkeit finden immer wieder die einzigartig dekorierten Ausstellungen zu Weihnachten und Ostern, die Stammkunden auch aus Wiesbaden, Sinsheim und dem Elsass ins Haus locken. Auch Urlauber schauen sich immer wieder bei Ritters um. „Ohne unsere treuen, treuen Kunden wären wir der Konkurrenz aus dem Netz nicht gewachsen“, berichtet sie und erzählt von Kunden, die ins Geschäft kommen, anprobieren, das Etikett fotografieren und sich mit der Floskel „Ich muss es mir noch überlegen“ verabschieden … und dann im Netz bestellen.

Das Jubiläum feierte Isabella Seibel mit ihrem Team bei einem Essen, die Kunden waren zu einem Gläschen Sekt und Häppchen eingeladen. (ran)