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Manfred Seibel im Ehrenamt gewürdigt

HAUENSTEIN. Am 14. September 1980 wurde Manfred Seibel zum Rechner des Musikvereins Hauenstein gewählt. Und seither, seit mehr als vierzig Jahren, blieb er in diesem Amt, führt seither die Kasse des Vereins. Und nicht nur dies: Der 77-Jährige war in diesen vier Jahrzehnten auch für den Männergesangverein und den Sportclub der Wasgaugemeinde sowie in der Kommunalpolitik aktiv: „Mir geht es einfach darum zu helfen“, beschreibt er seine Motivation für sein ehrenamtliches Engagement.

Wohl dem Verein, der solche Mitarbeiter hat: Manfred Seibel lenke „mit sicherer Hand die finanziellen Geschicke unseres Vereins“, lobt der Vorsitzende des Musikvereins, Christian Leidner, den Rechner. Ihm sei es zu verdanken, dass der Verein „finanziell stets solide aufgestellt“ war. Sein Engagement könne „für andere Vorbild“ sein, würdigte Leidner den Ehrenamtler, der schon Verantwortung für den MVH übernommen hatte, als mancher der derzeit aktiven Instrumentalisten noch gar nicht geboren war.

Instrumentalist im Blasorchester des MVH war Seibel selbst über viele, viele Jahre. Eine Krankheit beendete schließlich vor zwölf Jahren die musikalische Karriere mit der Klarinette. Aber er blieb dem MVH treu, verwaltet nach wie vor mit größter Sorgfalt die Kasse. Jede finanzielle Aktion des Vereins geht über seinen Schreibtisch. Dabei gelte: „Für mich ist es Prinzip, mit dem Geld des Vereins so sparsam umzugehen, als wäre es mein eigenes.“

Dass Geld in die Kasse kommt, dafür sorgen nicht nur die Mitglieder mit ihren Beiträgen. Ein wichtiger Faktor war und ist das Waldfest, das der Musikverein traditionell am Fronleichnamstag früher am Bildstöckel und nun am Grilllplatz veranstaltet. Bei der Organisation nicht nur dieses Festes, bei Einkauf und Abrechnung an der Front dabei: Manfred Seibel, der auch die Präsente und Gratulationen für verdiente und treue Vereinsmitglieder vorbereitet.

Einnahmen fließen natürlich in den Verein zurück: Sie dienen beispielsweise dazu, den Instrumentenfundus des Blasorchesters auf dem neuesten Stand zu halten, um in die Jahre gekommene Uniformteile zu ersetzen oder auch, um mit der einen oder anderen Veranstaltung –einem Ausflug etwa oder dem Grumbeerebroore- die Gemeinschaft und die Geselligkeit zu pflegen: „Das muss sein, auch um den vielen Engagierten etwas zurückzugeben.“

Manfred Seibel dient nicht nur seinem MVH: Zwölf Jahre war er Rechner beim Männergesangverein, sechs Jahre –von 1988 bis 1994- verwaltete er die Kasse beim SC Hauenstein, der sich damals anschickte, in die Regionalliga -damals die 3. Liga- aufzusteigen. Er verantwortete neben und mit der Kasse auch den Wirtschaftsdienst bei Sportfesten und Heimspielen im Wasgaustadion: „Ich erinnere mich noch an Heimspiele, beispielsweise gegen den FKP, wo ich noch während des Spiels Nachschub für den Grill und den Getränkestand organisieren musste.“ Und immer war für ihn klar: „Ich bin als erster da und gehe als Letzter.“

Schließlich ist da ist nicht zuletzt noch Seibels Engagement in der Kommunalpolitik: Seit 27 Jahren sitzt er für die CDU im Verbandsgemeinderat, war unter den Bürgermeistern Adolf Wieser und Ulrich Lauth zehn Jahre lang Beigeordneter der VG. Im Ortsgemeinderat hat es Seibel auf 25 Jahre gebracht. Auch hier war er Beigeordneter unter den Ortschefs Willi Schächter und Bernhard Rödig.

Im Rat fällt auf: Seibel ist keiner, der immer mit der Herde geht: „Ich mach mir meine eigenen Gedanken, die Parteiräson ist nicht entscheidend.“, sagt er. Parteien seien für den Menschen da, nicht umgekehrt. Und so hält er auch nichts von „hochtrabenden Politphrasen“. Er kümmere sich eher um „Kleinigkeiten“, um „Dinge, die die Leute an mich herantragen“. Und auch dieses Engagement sei wie sein Einsatz für Vereine nur möglich, wie er unterstreicht, weil es die Familie und die Ehegattin mittragen. „Sie halten mir für meine Arbeit den Rücken frei.“