Medizinische Hilfe in unzugänglichen Dörfern der Maasai südlich von Nairobi

Die Menschen stehen Schlange, um von der medizinischen Hilfe zu profitieren.

HAUENSTEIN. Die Fotos, die die Hauensteiner „Aktion Afrika“ aus dem Süden Kenias erhalten haben, belegen es: Die Ambulanz, die der Hauensteiner Verein zusammen mit der österreichischen MIVA für das „Medical Health Centre“ der „Apostles of Jesus“ in den Ngong Hills finanziert haben, bringt Segen in die oft unzugänglichen Dörfer der Maasai südlich von Nairobi. Die Menschen stehen Schlange, um von der medizinischen Hilfe der eingesetzten Fachkräfte zu profitieren.

Wie Father Firminus Shirima, der Leiter der Einrichtung mitteilte, war das Fahrzeug in einer feierlichen Zeremonie vom Bischof von Ngong, John Oballa Owaa, gesegnet worden. Father Firminus hat den Partnern aus der Pfalz auch eindrucksvolle Fotos von den Einsätzen der Ambulanz zukommen lassen. Die Menschen seien „unendlich dankbar für eure echte Solidarität mit den armen Menschen im Bezirk Kajiado West, die so sehr auf unsere medizinischen Dienste angewiesen sind“, schreibt er.

Von der Ambulanz profitiere eine ganze Region, schreibt er weiter. Hilfe komme nun zu den „Ärmsten der Armen“: „Konkret werden 11.000 Kinder unter 5 Jahren mit Kindergesundheitsdiensten versorgt, 1.500 Frauen erhalten eine gezielte pränatale und postnatale Betreuung“, schreibt Father Firminus. Das medizinische Personal könne „nun auch im entlegensten Teil unserer Region Dienstleistungen anbieten, der vorher nicht erreichbar war“. Hilfe komme so „insbesondere zu schwangeren Frauen, Neugeborenen, Kindern unter fünf Jahren, zu Waisenkinder und gefährdeten Kindern, zu armen Haushalten mit Großeltern und Kindern, sowie zu Menschen, die mit HIV/AIDS leben.“

Wie berichtet, war der Hauensteiner Verein entsetzt über die hohen Kosten, die entgegen der vorab gegebenen Auskünfte bei der Einfuhr des Toyota Landcruiser geltend gemacht worden waren. Man hat deshalb Kontakt mit der kenianischen Botschaft in Berlin und der deutschen Botschaft in Nairobi aufgenommen. „Dass das an den hohen Gebühren etwas ändert, glauben wir eher nicht. Aber wir wollten die Sache nicht auf sich beruhen lassen“, hatte Alfred Busch, der Vorsitzende des Vereins gesagt.

Das Fahrzeug wurde in einer feierlichen Zeremonie vom Bischof von Ngong, John Oballa Owaa, gesegnet.

Die Briefe sind raus – mit unterschiedlichem Erfolg. Die deutsche Botschaft hat aus Kenias Hauptstadt unverzüglich geantwortet. „Leider ist dies kein Einzelfall. Viele deutsche Akteure aus dem gemeinnützigen Bereich leiden unter den hohen Kosten“, schreibt Nils Föll, der für Entwicklungszusammenarbeit zuständige Mitarbeiter der Botschaft in Nairobi.  Die kenianischen Verwaltungsstellen seien „leider oft nicht fähig oder manchmal auch nicht willig, die Einfuhr in angemessenem Zeitrahmen und zu transparenten Kosten zu bearbeiten.“

Deshalb stehe die Botschaft zusammen mit anderen internationalen Partnern auch auf höchster Ebene mit den kenianischen Behörden „in regelmäßigem Austausch und übt entsprechend Kritik“. Kenia beraube sich hier „durchaus selbst der eigenen Entwicklungschancen“. Die deutsche Botschaft in Nairobi pflege „eine Liste mit uns bekannten Fällen deutscher Akteure und da werde ich Ihre Schilderung gerne mit aufnehmen“, schreibt Nils Föll und schließt: Den kenianischen Stellen dürften „diese Missstände bestens bekannt sein. Aber vielleicht höhlt der stete Tropfen…“

Während also die deutsche Botschaft auch inhaltlich sofort reagierte, ließ sich die kenianische Botschaft in Berlin viel Zeit. Sie bestätigte nach einem Monat den Erhalt des Schreibens, entschuldigte sich für die lange Bearbeitungszeit und teilte mit, dass das Schreiben aus dem Wasgau an das Außenministerium in Nairobi weitergeleitet worden sei, um „die Angelegenheit mit den zuständigen Stellen und Dienststellen zu klären“. Das ist nun einen Monat her. Bislang wartet die „Aktion Afrika“ vergebens auf Post aus Nairobi.

Father Shirima dagegen hat sich mit herzlichen Worten für dieses Engagement bedankt: Es sei „sehr wichtig, dass die kenianischen Stellen dieses Feedback von den Gebern erhalten“. Er lobte das Schreiben als „eine Stimme derjenigen, die nicht mit dieser Regierung sprechen können“. Das Volk leide „unter solch unsensiblen Regierungsbeamten, die keine Rücksicht auf die eigenen armen Brüder und Schwestern nehmen. Ich hoffe und bete, dass euer Schreiben die Aufmerksamkeit derjenigen findet, die in der Lage sind, diese Politik zu ändern.“ (ran)