Mehr als hundert Jahre alter Kiefernbestand gefällt

12. März 2019
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Foto: Nur noch die Stümpfe der gefällten Kiefern sind an der Nordostflanke des Neding zu sehen, die Laubbäume blieben erhalten. Die Rodung hatte für einige Aufregung gesorgt. Alles korrekt gelaufen, betonen Forst und Gemeinde. (ran)

HAUENSTEIN. Einige Aufregung gab’s in den letzten Tagen um eine forstliche Maßnahme an der Südostflanke des Neding: Dort wurde auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern ein mehr als hundert Jahre alter Kiefernbestand gefällt. „Dass man diesen wertvollen Bestand umlegt und wunderschöne Natur zerstört, ist nicht nachzuvollziehen“, sagt Anlieger Dieter Müller. Rudolf Ahrens-Botzong von der IG Landschaft Südwest vermutet gar einen zweiten Fall Zweibrücken. Dort hatte die „nicht abgesprochene nahezu Gesamtrodung des Wäldchens oberhalb der alten Brauerei in Zweibrücken“ die Gemüter erregt. Forst und Gemeinde verteidigen die Maßnahme: „Alles korrekt gelaufen!“.

Dieter Müller war am Montag dieser Woche vom Heulen der Motorsägen aus der morgendlichen Ruhe aufgeschreckt: Forstarbeiter legten Hand an den Kiefernbestand oberhalb seines Hauses. Er war davon ausgegangen, dass ein Schutzstreifen für sein eigenes und das Nachbaranwesen freigeschnitten werden sollte, was „so besprochen war und auch in meinem Sinne gewesen wäre“.

Nachdem ihm aber die Arbeiter mitgeteilt hatten, dass im gesamten Hang die Kiefern umgelegt werden sollten, habe er sofort versucht, mit den „möglicherweise zuständigen Stellen“ Kontakt aufzunehmen, ohne Erfolg, wie er sagt: „Bürgermeister Rödig war telefonisch nicht erreichbar, der zuständige Revierleiter war in Urlaub, sein Stellvertreter wusste nicht Bescheid. Auch bei der Unteren Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung habe ich niemand erreicht, um einen möglichen Aufschub der Maßnahme zu erreichen“, berichtete Müller der Rheinpfalz, der mittlerweile auch mit Michael Grünfelder dem Leiter des Forstamtes Hinterweidenthal Kontakt aufgenommen hatte.

Er sei selbst engagierter Naturschützer, sei unter anderem auch engagiert gewesen in der Bürgerinitiative, die sich gegen Windräder am Langerkopf stark machte. Ihm gehe es nahe, dass ein „hochwertiger Wald“ fallen müsse, gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen CO2-Diskussion. „Es ist für uns und die nachfolgenden Generationen wichtig, dass Wald erhalten bleibt“, bezieht er Stellung und betrachtet es als Erfolg seiner Intervention, dass „zumindest erreicht wurde, dass nur die Kiefern umgelegt wurden und die wenigen Laubbäume erhalten blieben.“

Müller berichtet auch, dass er vor einiger Zeit der Gemeinde ein Kaufangebot über das Gelände samt Bestand vorgelegt habe zu einem „Preis, der fast doppelt so hoch war wie der derzeitige Marktpreis“. Ortschef Rödig habe sein Angebot abgelehnt mit dem Hinweis, dass die Fläche als „Ausgleichsfläche“ für das Baugebiet „Am Sonnenhang“ vorgesehen sei. „Die Rodung eines alten Walds zum Ausgleich einer anderen Rodung“ – hier die Rodung unter a.a. der Streuobstwiesen im „Mühlbistl“, wo die 40 Bauplätze entstehen, nennt nun freilich die IG Landschaft Südwest „ökologisch absurd“.

Michael Grünfelder stellte auf Rheinpfalz-Anfrage zunächst in Abrede, dass die Kiefernrodung eine spezielle Ausgleichsmaßnahme für den „Sonnenhang“ darstelle. Die Fläche sei vielmehr eine „potenzielle Ökokontomaßnahme“ für die Ortsgemeinde. Auch Ortsbürgermeister Rödig hatte gegenüber der Rheinpfalz erklärt, dass man „eine Ökokontofläche für weitere Entwicklungen der Ortsgemeinde schaffen“ wolle.

Grünfelder verteidigte denn auch die Rodung als „ordnungsgemäße Maßnahme der Waldwirtschaft, bei der auch nicht in Ansätzen gegen irgendwelche rechtlichen Vorgaben verstoßen wurde“. Es sei im Einvernehmen mit dem Waldbesitzer, der Ortsgemeinde Hauenstein, ein rund 120 Jahre alter Kiefernbestand entnommen worden, der rund 150 bis 200 Festmeter umfasst. Diese Kiefern hätten nach der Schaffung eines Schutzstreifens für den Neubau des Seniorenheims „im Wind“ gestanden und damit ein besonderes Risiko dargestellt.

„Aus Gründen der Verkehrssicherheit war es mehr als vernünftig, diese Kiefern zu entnehmen“, sagte Grünfelder. Sie seien, wie auch Rödig betonte, „erntereif“ gewesen. Man habe ja auch keineswegs einen  „Kahlschlag“ durchgeführt. Vielmehr könnten sich auf der von Kiefern freigeräumten Fläche nun die dort im Unter- und Zwischenstand stehenden Laubbäume „akklimatisieren“. „Diese Waldrandbepflanzung soll sich nun mit möglichst vielen Baumarten -Eiche, Buche, Kastanie und Kirsche beispielsweise- stabil entwickeln können und forstlich betreut einen artenreichen Zustand erreichen.“ Für die Anlieger verschlechtere sich die Situation dadurch keineswegs. „Sie wird nur sicherer“, betonte Grünfelder.

Die Kreisverwaltung  teilte auf unsere Nachfrage mit, dass „für die  forstwirtschaftliche Maßnahme an sich keine Genehmigungspflicht“ bestanden habe. Es habe jedoch Gespräche zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und dem Forstamt Hinterweidenthal im Hinblick auf die Frage, ob die Maßnahme ökokontofähig sei, gegeben. Bereits im Dezember 2018 sei vereinbart worden, dass durch eine Auflichtung auf einer Fläche von ca. 0,5 ha eine ökologische Aufwertung erreicht werden könne. Nach der Auflichtung seien „Sträucher und Bäume zweiter Ordnung zu pflanzen“. Die Gesamtmaßnahme sei „grundsätzlich ökokontofähig“. Ein entsprechender Antrag zur Aufnahme in das Ökokonto sei vom Forstamt Hinterweidenthal im Januar 2019 gestellt worden. (ran)

 

Verkehrsunfall mit verletzten Personen auf der B10
Hinterweidenthal. Am Nachmittag des 14.03.2019, ereignete sich auf der B10 im Baustellenbereich bei Hinterweidenthal ein Verkehrsunfall, bei welchem 4 Personen verletzt wurden. Ein 43-jähriger PKW-Fahrer, welcher die B10 in Richtung Pirmasens befuhr, kam aus bislang ungeklärter Ursache nach links auf die Gegenfahrbahn und stieß dort mit dem entgegenkommenden PKW einer 28-jährigen Frau zusammen. Durch den Unfall wurden der Fahrer und die beiden Insassen des unfallverursachenden PKW leicht verletzt. Die Fahrerin des entgegenkommenden Pkw wurde schwer verletzt. Alle Verletzten wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser verbracht. An beiden PKWs entstand ein Schaden von etwa 20.000 EUR. Die B10 musste zeitweise gesperrt werden und es bildete sich in beiden Richtungen ein Rückstau. (Polizeidirektion Pirmasens)

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Köperverletzung im Dahner Festzelt
Dahn (ots) - Im Verlauf der Veranstaltung am Abend des 02.03.2019 kam es im Dahner Festzelt zu Streitigkeiten zwischen einem Ehepaar und einer bislang unbekannten weiblichen Person. Als zwei weibliche Gäste den Streit schlichten wollten, wurden diese ebenfalls durch das Ehepaar angegriffen und verletzt. Hinweise an die Polizei Dahn (Tel: 06391/916-0). (Polizeidirektion Pirmasens)

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