Mobile Lüftungsgeräte für Schulen rücken in den Fokus

10. August 2021
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Foto: Die VG Hauenstein hat bereits im Mai auf eigene Kosten die Grundschulen in Hauenstein und Wilgartswiesen mit mobilen Lüftungsgeräten der Firma Remko ausgestattet. (ran)

SÜDWESTPFALZ. Die Schülerinnen und Schüler genießen derzeit ihre Ferien. Das Corona-Virus und seine Delta-Variante dagegen machen keine Pause. Die Inzidenzen steigen, sie steigen so, dass das Robert Koch-Institut bereits die vierte Welle rollen sieht. Am 30. August kehren die Kinder und Jugendlichen in die Schulen zurück, unter ihnen sicher viele Urlaubsrückkehrer. Was ist zu tun?

Dass etwas getan werden muss, ist unumstritten. Und nachdem auch das Umweltbundesamt, das mobilen Raumlüftern lange sehr skeptisch gegenüberstand, inzwischen solche Geräte als Ergänzung zu den bereits praktizierten Hygienemaßnahmen empfiehlt und auch diverse Studien deren Wirksamkeit belegen, rücken die Luftreinigungsgeräte vermehrt in den Fokus, um Präsenzunterricht im nahenden Herbst sicherer zu machen und um erneuten Wechselunterricht oder gar Schulschließungen zu vermeiden „Schulen dürfen nicht wieder geschlossen werden“, sagt beispielsweise die Leiterin der Realschule plus in Hauenstein, Arlett Hübsch, und verweist auf die Folgen für die soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sei es in Bayern sogar „denkbar, dass bei im Herbst wieder ansteigenden Inzidenzen die Genehmigung von Präsenzunterricht an das Vorhandensein von Luftreinigungsgeräten geknüpft wird“. In Rheinland-Pfalz fordert der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Klaus-Peter Hammer: „Wir müssen alles tun, damit die Bildungseinrichtungen offen bleiben – dazu gehören auch Luftfilter.“ Auch der Landeselternbeirat des Bundeslandes drängt auf den Einsatz der mobilen Geräte. Lüften reiche als Maßnahme alleine nicht aus, lässt sich der Sprecher des Landeselternbeirats, Reiner Schladweiler, von dpa zitieren.

Nachdem der Bund bisher nur den Einbau fester Anlagen förderte, beschloss das Bundeskabinett am 14. Juli, den Ländern 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, die für mobile Luftfilter Verwendung finden sollen. Bereits am Tag zuvor hatte die Mainzer Landesregierung ein neues Programm für Lüftungsanlagen vorgestellt, das 12 Millionen Euro umfasst. Von dem ersten Programm, das sechs Millionen Euro umfasste, wurde nur die Hälfte der Mittel abgerufen. Geld ist auf dem Markt.

Wie reagieren die Schulträgern in der Region?

Der Landkreis Südwestpfalz ist Träger von neun Schulen mit insgesamt 433 Unterrichtsräumen und hat sich bisher, wie Sprecher Thorsten Höh auf Anfrage mitteilte, bei seinen Maßnahmen zur Raumhygiene am Hygieneplan Corona des Landes orientiert, wonach eine Lüftung über Fenster ausreiche. Nur in den Fällen, in denen dies nicht möglich war, wurden mobile Anlagen beschafft.

Die Frage, ob weitere Lüftungsanlagen zum Einsatz kommen sollen, hänge zuallererst von den Förderungsvoraussetzungen ab, die dem Kreis aber noch nicht en detail bekannt seien, so der Kreissprecher. Deshalb gebe es noch „keine verlässliche Planung“. Wie schnell der Kreis reagieren könne, hänge unter anderem „wesentlich von der Förderhöhe“ ab und davon, wie die vergaberechtliche Seite aussieht. Wie der Kreissprecher weiter mitteilte, habe der Landkreistag das Bildungsministerium am 23. Juli aufgefordert, schnellstmöglich den Entwurf der Förderrichtlinie vorzulegen. Er sei für die weitere Planung unabdingbar.

Gar nicht erst auf Fördermöglichkeiten und Fördervoraussetzungen hat man in der VG Hauenstein gewartet und hat bereits im Mai auf eigene Kosten die Grundschulen in Hauenstein und Wilgartswiesen mit mobilen Lüftungsgeräten der Firma Remko ausgestattet. „Das muss uns die Sicherheit unserer Kinder wert sein“, begründete Bürgermeister Patrick Weißler die Investition. Christoph Glaser, der Inhaber eines einheimischen Heizungsbaubetriebs, hatte die Geräte zum Selbstkostenpreis von rund 300 Euro weitergegeben. In der öffentlichen Debatte werden aktuell deutlich teurere Geräte genannt: „Wenn sich herausstellen sollte, dass unsere Luftreiniger nicht die geforderte Leistungsfähigkeit haben sollten, werden wir in den Sälen eben mehrere Geräte aufstellen“, sagte Weißler auf Rückfrage.

Die Remko-Geräte haben einen Luftdurchsatz von 450 Kubikmeter pro Stunde und verfügen unter anderem über einen Hepa-Filter, der laut Firmeninfo mit einer Abscheideeffizienz von 99,975 Prozent die nach den vorgeschalteten Filtern übrig gebliebenen feineren Partikel, unter anderem eben auch Keime und Viren, aus der Luft entfernt. Für das Gerät liegt eine Bestätigung des Umweltbundesamtes vor, dass es sowohl Coronaviren als auch die durch den Atem exhalierten Tröpfchen zurückhalten kann. Eine nach dem Ampelprinzip funktionierende Anzeige informiert zusätzlich über die Luftqualität und die aktuelle Partikelbelastung im Raum.

Auch in der VG Pirmasens-Land ist man bereits aktiv geworden. Wie Harald Borne, der Fachbereichsleiter Bürgerdienste, mitteilte, wurden an der Grundschule Bottenbach „durch engagierte Eltern und die Dorfgemeinschaft“ und unabhängig von den Förderprogrammen in den Klassenräumen feste Abluftanlagen nach dem Modell der Stadt Pirmasens installiert. Die Materialkosten habe die VG getragen. In der GS Lemberg habe sich die Schulleitung für die Anschaffung sogenannter „CO2-Ampeln“ entschieden. Es wurden zunächst zwei Geräte angeschafft und getestet. Jetzt werden für alle Klassenräume solche Geräte beschafft, „da sich diese in der praktischen Anwendung bewährt haben und sich für die Schulleitung und Lehrerschaft als die sinnvollste Lösung herausgestellt hat“. Die Kosten trage die VG als Schulträger.

In der VG Dahner Felsenland sei man seit einigen Wochen in einer konkreten Vorbereitungsphase, um „spätestens zum Beginn der kalten Jahreszeit“ die vier Grundschulen mit Lüftungsgeräten auszustatten, wie Bürgermeister Michael Zwick mitteilte: „Der Einbau von stationären Anlagen ist sehr aufwendig, sehr langwierig und sehr teuer“, betonte Zwick. Deshalb liege im Dahner Tal der Fokus auf den Einsatz mobiler Geräte. Man werde den Markt sondieren und passende Geräte prüfen, wobei die „Qualität stimmen“ müsse. Auch Zwick unterstrich, dass die Investition „wichtig ist, um die Sicherheit für Kinder, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Eltern zu erhöhen“.

Von einem noch „offenen Prozess“ spricht Mirko Schwarz, Fachbereichsleiter Bürgerdienste bei der VG Theieischweiler-Wallhalben. Man befinde sich in Abstimmungsgesprächen zur Thematik, wobei auch die Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA) in die Entscheidungsfindung mit einflössen. Bisher habe man es auf Grund der einschlägigen Vorschriften und vorliegender Empfehlungen „nicht als notwendig erachtet“, Raumlüftungsgeräte anzuschaffen. Derzeit aber werden „Schulen begangen und geprüft, welche Maßnahmen kurzfristig notwendig sind, um einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten“. Nach der Auswertung werde die weitere Planung vorgenommen, bei man sich aber auch Zeit nehmen möchte. Fest stehe, dass es Luftreiniger-Lösungen „Marke Eigenbau“ wie sie zum Teil in Pirmasens und Landau verbaut wurden, nicht geben werde: „Dazu fehlen uns die Ressourcen.“

Auf den Hygieneplan des Landes beruft sich Timo Bäuerle, Beigeordneter der VG Rodalben: Als Schulträger stehe die VG in „engem Austausch mit den Schulleitungen“ und habe die Grundschulen „frühzeitig“ und „unabhängig von Förderprogrammen“ mit Luftgütemonitoren ausgestattet, die von den Schulleitungen „sehr positiv angenommen wurden, einfach zu handhaben sind und eine wirkungs- und sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Maßnahmen darstellen“. Sollte der Hygieneplan des Ministeriums angepasst werden und sich dadurch weiterer Bedarf ergeben, werde die Verwaltung kurzfristig die Umsetzung der Vorgaben prüfen, so Bäuerle.

Unsere Anfrage an die Verbandsgemeinden Waldfischbach und Zweibrücken-Land blieb unbeantwortet.

Information zur Waldbestattung im RuheForst

Am Sonntag, 3. Oktober 2021 findet im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen eine kostenlose, etwa einstündige Führung statt, bei der sich Interessierte über die Möglichkeiten der Waldbestattung im RuheForst informieren können.

Treffpunkt: 10.00 Uhr am Parkplatz „RuheForst“.
Anfahrt: B 10, Abfahrt Wilgartswiesen/ Hermersbergerhof, ca. 3 km auf der K 56 Richtung Hermersbergerhof bis zum Hinweisschild „RuheForst“ links.

Weitere Termine in 2021, jeweils um 10.00 Uhr:

So 31. Oktober/
So 7. November/
So 5. Dezember 2021.

Kontakt: Tel. 06392 4090177 oder E-Mail info@ruheforst-suedpfaelzerbergland.de.

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